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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-27 · Heft 1747 (27.12.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1747 (27.12.1923)
Date
1923-12-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Bari Wen, DornreMtz Wiener 'Msraen^Urrn^. 97. Dezenlber 1923 M. m «ich gmw tfc gv»«i cmf Würdigk-eit überpvüsteu, vom ^aßVbamA m^o'aÜiwxi Pewnwn ifttKwfcwfcit. Die Seäfen!jM*r, sonstigen Jnternatc imo Kinderhorte rmwrsteLe» sich germ der ZMfpottiou des neuen Anitas, da Äi^ds nicht nur Fürsovgemaß,rahmen für die einzelnen Schütz- Äuge üLernchmen, sonder« auch den enteren Konwlr und die geEmsame Arbeit aller gkvüharttge-n Juyenbfürsorgei«Mute vonnitteil« wird. Tchon jetzt wird daramf Bedacht genommen, di« Errichtung einer genügend -rohen AnhM von Erhol« n-gsheimeu für jüdische 5krrder zu betreiben unL zu fordern, werden ja Heuer dadurch, daß für jedes Km-d auf von 'den lÄiernvereinigungen auKgegebenerr Korten für den GommeroiesenchaLt gefpari werden kann. bchonbers viele jüdische Kinder ein Anrecht auf solchen besitz«». Kann man aber wirklich sagen, daß nur so die erst« Tätigkeit beschaffen fein wird? Das Äe>ben stellt plötzlich Bedürfnisse in den Bo'devgru'Nd und das Jugendamt will sein« Gestalt durch die -.«dürfttisse des Lebens der Jugend geformt «rhaste«. In öffentlichen Sprach- und AmtSftundeu werden die beamteten Fürsorger, die ärztlichen und jüdischen Beiräte, auch Fällen, welche nicht iu den Rahmen der ersten Arbeit ge- Ijöl-ck, durch Ratschläge, Empfehlungen au die kompstenw Stelle tchw. gerecht zu iverdeu suchen. Keine indische ErzichuusiLfragr, keine Fürsorgefrrae darf dem jüdischen Jugendamt fremd bleiben'. 2. A. Sine verhütete Ksevbah«k«ttl>ftrovhe. Erft jetzt wird die (Gefahr bekannt, in 5ex ein dichtgeMüer Personc » zug der § r a n z - I o s e f s b a h n vor etwa tüorzehn Tagen schwebte. Wir erfahren darüber: Als der Lokomotivheizer vor etwa vier«;chu Tagen während der Fahrt mit dem Personenzug Nr. 511 auf der Strecke bei Klosterneuburg iu die offene Feuerung Kohle» schaufelte, sah er durch einen glücklichen Zufall ein kleines -Stück einer Zündschnur aus den Kohlen herauSragen. Er zog die Zündschnur vollends heraus. Da kam eine komplette, mit Sprengkapsel versehene 100 G r a m m- 2 prenggelatinepatrone zum Dorsch e r u. Er erstattete nach Beendigung der Fahrt bei der Polizei-Inspektion Franz Josefs-Bahnhof die Anzeige. Diese ließ die Patrone untersuchen. Nach dem Gutachten der Sachverfrärrdigen gehört Spreng, gelorme in die Reihe der spreugkräftrgsten Explosivstoffe. Die Patron« wäre zweifellos, wenn sie in die Feuerung gelaugt wäre, explodiert. Die Wirkung wäre katastr ophal gewesen. Nach den Erhebungen der Polizei-Jnfpektraii Franz Josefs-Bahnhof ist die Patrone wahrscheinlich schon mit der Kohle ulieferuug in die Kcchle gelairgt. Die Her- 'nnst der Patrone konnte bisher nicht festgesiellt werden. Auch die sollenden ^'enchte der .9>rreu Leitncr sür die Tschccho-SlMvukei, Retter für Rmnänien, Reich für Transshlvanieu, Lebvwitsch namens der nnaarischen Mivrachisten. Isaak Emmanuel für die Akisrachiverbände in Grieche'.rlanv lirserteit den Beweis, das; der Misrachi in die sei: f’anbCYn eine rege organisatorische und praktische Palästina-Arbeit entfaltet. Die Schaffung der neuen Zentral« in Wien lasse einen raschen Aufstieg -des Misrachi in den Donau- und Balkanländern erhoffen. Jn8 Präsidium der. Tagung wurden die Herren Austerl i tz, Moritz Grau s;, I a h r, L e b o tv i r s rb, G ü n s U e r g, N « ntvirth und Winkler gewählt. Das Referat des Herrn?!dölf P i n k a s über Organisation. Budget und Presse gipfelte in dem Vorschlag des Statuts sür die neu zu schassende Zentrale, tvelche sänetliche Misvachlstenverbände in Bulgarien, der Tschccho^Slowakei, Griechenland, Jugoslawien. Qcsterrcim, Rumänien und Ungarn umfassen soll. Dor Referent wies auf die Wichtigkeit der Press« und insbesondere die Aufgaben des Wiener Misrachiorgcms, „Die jüdisch« 'Wochenschrift" als Parteiorgan der dar Zentrale angegliadcrten Länder hm. .Korreferent Leopold Lebowitsch betonte die Wichtigkeit positiver Arbeit aus wirtschaftlichem Gebiets Herr Philipp Bi aper referierte über die angestrebt« Gründung der Misrachi bank, tvalche die Förderung der Privatinitiative bei der Industrialisierung unb Kolonisation Palästinas und dir Herstellung einer finanziellen und wirtschaftlichen Verbindung zwischen Palästina und den nach Er«; Israel strebenden jüdischen Jnkressentenkvcisen bezweckt. Auf die Wichtigkeit dar Privatinitiative wies auch Herr Ignaz Duschnitz in einem Referat über industriell« Betätigung in Palästina hin. In Palästina seien große Möglichkeiten für di« Klein- 'ndustri« vorhanden. Gerade der jüdische Mittelstand, der Kleinkapitalist und der Kleinhändler seien dazu berufen, beim Aufbau der Industrie in Palästina cm* große Rolle zu spielen. Die zweitägigen Verhandlungen wurden gestern in später Abendstunde abgebrochen und tverden heute zu Emde geführt werden. Ae Miskachi'Konferroz in Wie». Dienstag begann iu Men die Tagung der ersten Konferenz der Misrachiverbande in den Donau- und Balkanländern. Es tvareu 23o Delegierte erschienen. Die Wiener zionistischen Organisationen und Institutionen, die' MiSrachiverbände iu Gre; Israel, Polen, Teutsäilmid, der Boustmw der Wiener siuHusgrmei«de und verschiedene Vereine hatten ihre Vertreter Clltfttlbci. Dir Kousereu; wurde von: Obttmun de§ Wiener MsrachiverbandöL, Herrn Neuwirth, eröffnet, worauf Herr Rabbiner Friedmaün in einer sehr beifällig aufgcnomn-enen Rede irr hebräischer Sprache die Delegierten und Gäste begrüßte und die Aufgaben der Konferenz skizzierte. Mit großem Beifall empfangen, begrüßt« hierauf gleichfalls in hebräischer Sprache Qberrabbiner Dr, Chajes sowohl als Präsident des Altionskomitecs als auch in feiner Eigenschaft als Oberrabbiner von Wien die Konferenz. In ei,rem Rückblick auf die Entwicklung des Misrachi und fdiuc Stellung innerhalb der Zionistischen Organisation wies der Redner auf das große Verdienst Misrachi hin, der die Orthodoxie aus der unfruchtbaren Position des bloßen Farderns undKritffierenS auf das Gebiet der Arbeit für Thora und Crez Israel in: Geiste der Thora hinübrrgeführt habe. Durch di« Arbeit Kr Palästina habe sich Sir im Misvachi vereinigte Orthodoxie ech das Recht anf Formerungeu erworben. Er schloß mit drur Wunsche, daß der MiSrachi, der erst am Viewerltzüißendnl Anfang erfolgreicher Arbeiten stche, das Gebiet seiner Arbeiten und den .Kreis seiner psuhänger vergröhrrr. Sodann überbrachte der als Ehrengast «mvvsende Herr Ouerrabbiner David Fayans (BiÄYstok) di« Grüße deS Misrachi in Polen, .Herr Lazarus Bartl) begrüßt« die Kon seren; im Namen der Msrachizentrale in DeutMand. Der diesen Begrüßungen folgende Tätigkeitsbericht, den Herr M. Groß lM«n) «stattete, befaßte sich mit der Tätigkeit des Misrachi in Palästina und der Arbeit der Misrachiverbandes Wien. Redner fchiwsrts die bisherige« Erjolgr des MSrachi auf dem Gebiete der Erziehung iwEvez Zisrael, deren sM im Ausbau des Schsr<lÄ)esenS vmu MrßdskgMen bis zur Hochschule sei. Bisher habe der Misrachi neun Kindergärten mit 15 Ablesungen rmd etwa 500 Zöglingen, Fachschulen mit 120 Lehrern und mehr ÄS 3000 Schüler« arrichdst. Die Tachkrwoni-Schvile wird von 600 Kmdewn bssütcht, 1VVV Kind« Hanen der Aufnahme, .die jedoch umnWich ist, weil selbst di« aufgrnommenen Schüler rrur in nnzulänglicher Weife untergebracht sind. Ueberdiek erhält der MiSrachi nrehrere Lalmud-Thora-Schnlen, Gewerbes l«n, Bolksschnle« uich Lah rerbirdungsan-. st alten. Die Wianer Organisation weife trotz der kurzen Zeit der vrgamsationStätigkeit übervaischende Fortschritte aus. Auch hier flehe die Lokalfrage der Errichtung ein»!- entsprechenden Zahl von Tafmud-Dhora-G<Wen yinideBch im Wege.' ES beftrhs jedoch Aussicht, daß auch diese Schwierigkeiten binnen überwunden sein werden. Ne SeNeustettengaffr. Sie ist die Gasse unserer Schicksale; dort münden alle Etappen des Lebens, Freud und Leid unseres Daseirls werdeil dort sorgsam verbucht. Kaum, daß wir in dieser Welt erschienen, sind wir beim löblicher: Matrikelaurt kein unbeschriebenes Blatt mehr. Ursprung und Daten unserer ioeltbewegenden Geburt werden fein säuberlich vermerkt und wir besitzen, bereits jerres Zeugnis, welches die Hauptstütze der Gesellschaft und das Fundament der Staaten zu sein scheint. Werm diese iw bürgerlichen Erdenwallerr so notwendige Urkunde verloren gcht, ist sie nirgens so schnell lvieder zu haibm. wie dort in der Seit«rstettengasse, die wir immer anfzufindetr wissen, wenn wir ihrer benötigen. Abseits vom großen Gedrcnrge der Zeit wartet sic, die krumme, altertümliche Gasse, mit dem Hauch entschwundener Jahre und dem versteckten, doch geräumigen Tempel, wo jetzt die alte Lehre in ewig-junger, Mhvnder Leberrdigkeit verkündet ivird. Denn es kommt der Tag, da finden alle wieder hin zu der stillen Gasse, die der Strom der Welt und die Wege des Lebens ihr entführt haben, nnd die doch mrbewilßt mit vielen Fäden an ihr hängen. Schon das kiMiche Gemüt lauschte au der Seite der Mutter den weihevollen TemPeMängen und die Stimmung hehrer Andacht blieb haften in der Seele. Und wenn tvir Jungen in der Schule auch nicht immer auf die ernsten Worte unseres alten Religionsbehrcrs (er verzeihe uns die Streiche der Jugend) hörten, mußt« uirs an den Sabbatnachmittagen, wenn tvir vorvucken durften auf di« Plätze der Großen, der Schauer seines von flamruender BegeisteruM erfüllten Vortrages mächtig ergreifen. Freilich unweit des Tempels balglrrr wir uns dann wieder nach HerzenÄnst, aber die Erinnerung bewahrte bis heute den Eindruck jener Augenblicke im Ternpel. Dann trieb uns der Wellenschlag der Zeit fort, und wenn uns bisweilen die nachsichtige Mahnung an die Lrnltussteuer ins Haus flatterte, haben wir ihr, gestehen wir es offen, nicht immer fv schnell entsprochen. Nur vereinzelt an hohen Feiertagen sah uns die Gasse wieder oder wenn Frorm-c oder Verwandte dort den Burck> fürs Leben schlossert. Die Berlegercheiten des jung«i Paares, die heiteren Zwischenfälle, im Eifer falsch angebrachte Küsse ergötzten uns höchlichst, dte Abfahrt der Wagenkolonne, der Photogr HochzektSschmauS, die rasche Hochzeitsreise mit großen Koffern in die Ferne, als die tveite Welt noch offen mw billig vor nus lag, vermochten uns« verhärtetes Junggeseveutmu nicht zu beugen, bis eims TageS — nun, bis das Schicksal mich unS ereilte. Wie war da die Seiteuftettengasse das Ziel unserer häufigen Wanderungen und der Angehörigen unserer Zukünftigen (was zwar heute die holde Gattin bestreitet), um die „Papiere" zu beschaffen. Jetzt begannen tvir unS vorsichtig zu interossirven, wohnten fremden Trauungen Lei, um das Heiraten zu übeil, und studiertvrr den Rahmen: die rasche Einfachheit im Jen* uwniensaalie, die Kühnheit des auf die Zeugen beschränkten Aktes, welcher romantisch wirken und mancheStnal die Angehörigsir überrumpeür sollte, konnten unS aber auch der pompösen Feierlichkeit des Einzuges in den Tempel, der Hebet* rafchung des versteckten Chores, der großangelegten Rede d«3 Rabbiners und der GefühlSorgien der Anverwandten nicht entziehen. Und dann, als wir unS schon sattelfest fühlten, kam der groß« Tag. Wir waren blaß imb beklommen, hilflos und verlegen wie Kinder, die der überlegene, wissende DchammeS in Obhut nehmen mußte, und plötzlich standen tvir unter der Chnpe, die Orgel ertönte, der Rabbiner sprach mW und väterlich zu uns, wir lispelten das Jawort, die Mütter ioeinten Fveudentränen, und ein würgendes Dtgstgefühl drückt« unS nieder. Dann dnrch das Spalier der Gratulanten und nach Hause. . Ihr lächelt, Freuirde, überlegen und ironisch, aber noch . ist rücht aller Tage Abend, und wer heute echabeir tut, der steht vielleicht morgen schon dort, ebenso anpWch und sllrchts«t> ^stützt von: Schannnes, »mb macht die panze Prozedur mit bis zur erlösenden Hochzeitsreise, die aber heute ureist nur in die nahe Umgebung führt; nur die großen Koffer bleibe u sich immer gleich auf dieser Lebensfahrt, welche in der Seitenstettengasse beginnt, dort, wo aller Anfang ist und Ende -- über hundert Jahr! . «. s. MorgeMMche Weisheit. Ais Gott den Adam schuf, meinte der Floh, er habe *& getan um seinetwillen. In den Augen des ReideS wächst sich der Ginfierstrauß zü einem Palmenwald a«8. Für Liebende hat di« weiße Nelle JaSmindufl. * Lebe sechs Tage in der Oase, am siebenten wirst du did nach der Wüste sehnen. * Wenn du die Orange in Essig legst, er wird doch keine Zitrone daraus entstehen. Ein trunkener Treiber macht ein taumelndes Kamel. * Tie Bünne des Rrchmed wächst nur anf bcm Acker Verdienstes. * Schmähe Gott nicht, mein Solm, baß er den Tiger geschaffen bat. sondern lobe Gott, daß er ihm nicht auch Flügel gegeben hat. Der Rabe spricht gern von den Wolken, aber der Adler loobnt in ihnen. $ Wer feinen Hunger hat, sagt: die Kokosnrrß hat eine zrr harte Schale. An des Tigers Grabe weint keine Antilope. Die Männer fürchten die Gefahr; die Frauen nur den Anblick derselben. Wird dein Fuß anch nicht gestochen, ohne daß Gott er will, uo wandte doch nicht auf dem Viperpfade. Wer die Perlen trägt, zählt nicht nach, wie oft der Ha: ach des Tauchers Beinen geschnappt hat. ein fBltttetgetoittet. Dienstag früh entlud sich über Wim e« listiges Gewitter mit Blitzen und Donnierschlägeu. Da8 Gewitter begann gegen 6 Uhr früh und war bald wieder vorüber. Während des Unwetters ging au$ starcker Regen nieder. Der für diese Jahreszeit außerordentlich seltenen Natur- «scheinnng folgt« Tcmperaturabnahme und Schneetreiben. * Unfälle durch de« Schnee. Jchrlge der durch das Schneelvetter und den anhaltenden Frost emgetvetenen Glätte haben sich in den letzten beiden Tagen eine Reihe von Unfällen ereignet. Am 24. d., nachmittags, stützte die Private Friederike Taussig in der ReinprechtSdorserstraße inwöge uugeMgender Reinigung des Gehweges. Fvau Taussig erlitt eine erhebliche Verletzung des rechten ArmeS. — Am folEden Tage glitt der Schneidermeister Franz Schulz auf dem Schottenring aus und brach beu linken Unterschenkel. — In der Dresdnerstraße stürzte der Schlossergehilfe Oskar Olbrich ,mJb erlitt einen Unter - schenkelbruch. — Die 75jährige Private Magdalerw Karp glitt gestern in der Maxinaerstraßc aus mtb brach den rechten Schenkelhals. Es wird daher nochmals auf die Pflicht der Hausbesorger, für eine gründliche Renrigmrg der Gehwege und ihre Bestreuun g mit Sand oder AM aufmerksam gemacht. — Ferner ist gestern anf dem KvLenz'l bk ConrPwwMm Margit Pcrger beim Rodeln vom Schlitten gestürzt und hat eine schwere Quetschung m Kreuz erlitten. Die Ma»npnlantnr Anna K a s p a r i erlitt gestern durch Sturz beim Rodeln am Roden Berg einen Bruch des linken Knöchels. Die Ingerneursgaitin Eva Liechtenstein erlitt durch Sturz denn Ski fahren auf dem Pronrenadöwog in Lainz mi Prellung des linken Fußes. Der EMrÄerlchrilmg ÄMvig Welfer erlitt beim Rodeln anf dem Roten Berg durch Stur; anc Gehirnerschütterung. * Verkehrsstörung. Gestern nachmittags 4 Uhr trat infolge eines Gebrechens in der Stromzufuyr der elektrischen Straßenbahn eine allgemeine Betriebsstörung ein. Auf allen Linien blieben die Straßeivbahngüge ftefym, wodurch empfindliche Verkehrsstörungen hervorgevufeir wurden. Die Störung dauerte etwa eine halbe Stunde. * Die phantasievolle Hausgehilfin. Anr Soruilag abends erstattete die Hausgehilfin Aloifia Laug, in der Heinestraße bedrenstet, die Anzeige, daß sie in der Wohnung ihrer Dienstgcber von zwei Burschen überfallen und betäubt worden sei, worauf dieselben die Wohmmg nach Beute durchsucht hätten. Was gestohlen wurde, sei ihr nid}t bekannt. Dann hätten die Diebe sie in betäubtem Zrrstand« weggeführt und chrem Schicksal über lassen. Dies« Räubersgeschichte erschien der etwas weurgcr romantisch veranlagten Polizei von Änfrmg an unglaublich, und als näher« Nachforschungen eingsleitet wurden, stellte sich ganz prosaisch heraus, das; die Alosiia Lang in Abwesenheit ihrer Dienstgebeu ihren Liebst«; Karl Burmgart in die Wohnung eingelassen hatte. Burmgart stahl die wertvollsten Stucke der Garderobe, darmvter einen Pelzmantel, und verjchwaiw. , A» dem Diebstahl ist noch ein Freund d«S Burnrgart betellwt. Aloijia Lang wurde in Haft bchallen und die Verfolgung der beiden Diebe emgeleidet. » Der Stoffkäufer mit de» falschen goldenen Uhren. Seit einigen Wocherr bildete ein junger Mann, der sich unter der Maske eines Käufers in viele« Geschäften der Textilbranche ent fand, förmlich den Schrecken der Skaujleute. Er kam m ..verschiedene Geschäft« und kaufte nach längerem Hände n grogeie Stücke Waren. Wenn es dann zum Zahlen, kam, spwlte er «me Komödie, indem er nach der BrieftaM griff, so tat, als ob er sie zuhause gelassen hätte, und hat dann. s«ne ,,golden «Uhr einstweilen als Sicherstellung arrzunchmen. Auf die gutgeivtelte Komödie fielen zaßrerche Kaufleute herern^ und kamen dann nach einige« Zeit daraus, daß sie einem Schwindler ttuffjefejfwt seien, der ihnen statt emer goldenen em« jmnz minderwertige M o t a l l u h r angchänat hatte. Durch die Erhebnngen der Polizei wurde Ermittelt, das, der Betrüger de, Musikakademiker Artur Schick ist. Er ivnrde verhaftet. Bishet sind 18 Tcxlllfirmm festgeftellt, b.neu er >u der geschilderlet'

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