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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-24 · Heft 1745 (24.12.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1745 (24.12.1923)
Date
1923-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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V rmswMmrrTM C7ien Zum Ahho!en in der r.xpeciition, lT.,Taborstr.1 -3, sder in einer Verschleisrtella! ' : [Trafik* monatl. K 98,000 Bfrassenverkaür in Wien durch die Kolporteure der l'irma Goldschmiedt, 1.6er.. WoUteile 11. Mit Postveraancl für Wien u, Oesteür. monatl. K 28.000 Tschecho'Slowakei: Mon. K17. ln?oslawien: Mon, I)inqr50. P o l <; n: Mon. aist.K 22.000 r>e0t8chl,: Mon. ost.K 28000. Frank r., Belgien: Monat!.Fres. 10 EMT N«eh*«!ilD*?*n TWS hei Premerhöliunreu vorbeli.Ue« Wiener iBWietliülJHWPH EW>WMdMW»WW»WWWMrWWeWWW!WU»1WWWWWWMWUa?»'WlP tschcch. K 1.- Italien: Monatl. T2 1 .Ire, Rumänien Mon. t30!ei Bulgarien Mon. 75,1.ewa, Schweiz und dar übrige Ansland monatlich Frea. 3 Redaktion n; Administration Wien, U„ Tahorntrasge 1 -“3 Telenhone*. 44-0«?®.4?«?. 19, ab 6 Uhr abd«. 19-483,25-28? T«).- Adr.:„Vor?enzeihmg'< Wien Oesterreiehisehes Fort spar« fcansen-Konto Nr. 150.693 lawinunamwinama mwnim Ar. 1745 Wien. Montan, 21 Jeremher 1923 S. rrrtrnan» e Me zusammenkM zwischen Poinkare und dem deutschen GeschSslstrSger. Vertrauensvotum für Polnrare. P» h 22. Dezember (HrviZ.) Die 5rinr«r hat Paris, 24. Dezember. (Tel. der „Wiener Morgen« zcitung") Im Laufe des gestrigen Nachmittags hat der deutsch« GeschäfiAträgor Hoesch «ach Erhalt neuer Instruktionen ans Berlin im ftanZöstschen Ministerium des Auswärtigen vargesprochen und beim Generalsekretär eine neue Zusammenkunft mit Poineare nachgesucht. Diese Besprechung wird heute nachmittags folgen. Palmare Wer Frankreichs Flnanzkage. Paris, 24. Dezember. In einer in L a e o u rn e u v e gehaltenen Rede kam Poineare aus die französische Finanzlage zu sprechen. Die sch w i e r l g e f i n a n z.i e l l e Lage sei eine Folge des Krieges und die Lage in der ganten Welt sei die gleiche. Aber durch Arbeit, Energie und Sparsamkeit würde Frankreich in die Höhe kommen, den» das seien französische Tugenden. Ohne die Ruhrbesetzung wöre die Finanzlage »och kritischer. Poineare ging dann zur Besprechung des passiven Widerstandes über und erklärte, die deutschen Arbeiter drängten sich jetzt zur Arbeit, die Eisenbahner träten gerne in französische Dienste, die deutschen Industriellen hatten das ' Abkommen unterzeichnet mri»: die deutsche Regle ruug schlage Verhandlungen vor. Wir sind noch nicht gm: Ende MsereS Weges, aber w i r. k o m m e « d e m En^e lmmeLMöhe.^?MefWttsch-^U wir nicht unsere leitenden Prlnzipien ansgeben, weder hinsichtlich der Wiedergutmachungen noch hinsichtlich der Sicherheiten. Wir stehen im Ruhrgebiet und wir werden nur »Ach Zahlung herausgehen. Wir sind auch bereit, alle weiteren Möglichkeiten ins Auge zu fassen, daß die Zahlungen schneller und sicherer geleistet werden. Wenn wir für Frankreich kämpfen,. so.kämpfen wir für die Gerechtigkeit und; den Frieden. Wir haben keine w eitere » Gelüste. Wir haben unsere Provinzen wieder, wir haben unsere Grenzen, wir genießen die Achtung der. ganzen Welt. Wir haben keinen anderen Ehrgeiz, als den Frieden zu festigen und die Menschheit wieder dem Frieden, dem Adel der Arbeit und her Freude zuzuführen., heute die Te'a e übsc de» Gesekentwrrf betretend die Teuerungszu la;e fL r d'e Beam en fortgesetzt. Die Sozialisten fte (teit e i.en ZusatzAntrag, worin v. rangt wird, daz ein Drittel der lserf.nal-Zllafsifizteruncslommissivn a ls Bca nten be e en scll. Ministerpr'isid nt Poineare verwarf d'e'cn Bor« schlag und stellte die Vertrauensfrage Tie 5 a nmav lehnte den Zusatzantrag mit 392 gegen 169 S t i m m e n a b. Schl'eß.ich lchnte die .^a-nster, nachte n der Meister- Präsident die V-r auensfrage e el't hatte, mit 393 gegen 21t Stimmen die Trennung t^r Artikel des @cfd;enfc* xomtei b 'r^sseid die Leuerungvzula'M ab und nahm den Regierungsentwurf mit 362 gegen 68 Stimmen an. Ae RheiolandskommWo« veüanst Soldreute für SevaraWeu. Berlin, 23. Dezember. (Wolfs.) Nach der „Rheinischen Zeitung^, hat die Rhernlandskonmnssion an den stellvertretenden Oberpräsrderst m 7er Rheinprooinz in - Koblenz dys Ersuchen .gerichtet, -b^m - SvudepbKtdler me e t 8 als -Entschädigung für die chm durck da^ oc^n ihn gerichtete Attentat dom 17. März zugesügten Ve.rletzu-naen einen einmaligen Betrag von 5000 Goldmark und eine jährliche Rente auf Lebenszeit von 1000 Goldmark zu zahlen. Hiezu bemerkt der Korvcfpondent der Kölnischen Zeitung": Falls die Meldung den Tatsachen entspricht, wirst sich die Rheinlandskommission zum Anwalt des Hochverräters aus, der sich zur Zeit des gegen ihn verübten Anschlages von Rechts wegen m einem deutschen Gefängnis zur Verbüßung der ihm von deutschen Gerichte» vorher wiederholt zuerkannten Strafen hätte bes-uh"^ müssen. Dieser Fall scheint für die Stellung der Rheinlandskommission zu den Separatisten von grundsätzlicher Bedeutung. SnMdr voMche Laae. Eine Erklärung Macdonalds. London, 23. Dezember. (Wolfs.) Ramß'y Macdonald sagte in einer Rede in Elgin» er sei befriedigt über die vielen Siege, die die Arbeitervartci bei dm Parlamentsttahlen errungen habe. Leiter könne er noch nicht sagen, was geschehen werde, da er nicht Ücker sei, ob man der Arbeiterpartei Fair Play geben werde. Er habe begründeten Verbackt, daß ein ernster Versuch gemacht werden solle,, die Versa lung zu v rdrehen, und daß der Demokrat»" vielleicht kein ehrliches Spiel werde gewährt werden. Alles was er sagen könne, sei. daß die Leute, die sich einbildeten, sie könnten das System der parlamentarischen Regierung verderben, wenn es ihnen so vasse, sehr im Irrtum seien. Die konservative Regierung könne sich nicht an ihr Amt klammern, obwohl sie hartnäckig daran sesthalte. Warum sie das tue, könne er beim besten Willen nicht sagen: vielleicht in der Hoffnung. daß inzwischen irgendeine unstatthafte und prinzipienlose Koalition gebildet werde» die bezwecke, die Arbeiterpartei an der Uebernahme der Regierung zu verhindern. Er könne versichern, daß sich niemand nach der Amtsübernahme dränge. Man brauche nur die Verwirrung der Innen- und Außenpolitik, den Stand der Finanzen und das Arbeitslosenproblem zu betrachten. Kein einziges Mitglied der Arbeitet Partei selsiie sich danach» die Verantwortlichkeit für die Regierung zu übernehmen. Pezügsich der liberalcn Partei erklärte Macsonchd, sie fei eine Leiche, die darauf.warte, daß der Sarg herringebrackt und zngenagelt werde. Die Arbeiterpartei werde die Regierung übernehmen, falls sie dazu ausgeiordert werde und wenn dies die Umstände ergeben, denn sie glaube, daß sie in internationalen Angeleaenheiten bezüglich der Fragen des Friedens und der Gerechtigkeit mehr Autorität besitze als irgend eine andere englische Partei. . Zusammenarveilen tat englischen mtt der deutschen Arbeiterpartei. Berlin, 24. Dezember. (Tel. der „Wiener Mor^ervzeitung".) Der englische Avbeiterführe.r Tom Shaw führt gegenwärtig BerhaMungen mit den Führern der deutsö^n Sozialdsm-okratie., die sich aus die aus der Uebernahme der Regierung durch die englische Arbeiterpartei sich ergebende neue Situation beziehen. Wie Vevlvukt, gehen die Beratvngen Shaws dahin, ein Zusammenarbeiten zwischen de« beide» Parteien zu erziele», um die vevtvickelte kontinentale Lage zu klären. Shaw erklärte, daß es eine der Hauptaufgaben der englischen Arbeiterpartei sein werde, die R e p a r a t i o n sfrage derart zu regeln, daß dar Friebe in Europa wieder einkehren könne. Zu diesem Zwecke sei jedoch notwendig, dvß auch in Deutschland die Arbeiterpartei sich eimen hervorragenden Anteil an den Regrerungsge.schaften verschaffe. Ser Umsturz in Griechenland. Athen, 22. Dezember. (Agence d'ÜlheneS.) Die Regierung hat gestern nachts an B e n i) e l o s em von P l a st i r a S gezejchn?tes Telegramm gericktet. worin eS heißt, die R'gierung fei überzeugt, daß sie dem Wunsche der großen Mehrheit deS Volkes und der Abgeordneten sowie der Gesamtheit, der Armee und Flotte entspreche, wenn-sie Venizelos ersucke, nach Griechenl a n d z u k o m m e n. n n d z w a r w e n n m ö glichnochvordemZusa mm e n t r i t t d e r Ration a lo e r s a m m i u n g. In dem Telegramm werden im einzelnen d e Gründe dar gelegt, die die Rückkehr Venizelos erheitchen» und d e Notwendigkeit betont, ihm die Macht rhne irgendwelche Bedingungen ooer Einschränkungen anzuvertrau n. Ein in gleickem Sinne aügefaßteS Telegramm, daß von ungefähr 300 Abgeordneten unterzeichnet ist, wird heute an Venizelos abgesmdet werden. Anck von einer Gruppe rpp"blikaniscker Liberaler und von General Ra n g a l o s sind T"legrannne in diesem Sinne an Venizelos abgegangen. In diesen Depescken wwd von der Abfehung der Dynastie. gesprochen. Nach einem Telegramm aus S-iloniki hat General Olhonaios erklärt, daß dic Öftrere, sowie ollc Hellenen, B.'nizelos bitten können, nach Griechenland znrnckinlehren, nm die Lage zu entwirren, ihm aber niemals Bedingungen anierleqen bürieu. Demission des MinisteepNäsidenten. Paris» 23. Dezerub-r. lHava^.) Die Blätter veröffentlichen eine Londoner Meldung aus Alben, wonach Ministerpräsident Gonaias demissioniert hätte. Ankunft des griechischen Königspaares in Bukarest. Bukarest, 22. Dezember. (Orientradio.) Der König und die Königin von Griechenland sind h?ute nackmirtags in B u k a r e st a n g e k o m m e n. Sie wurden vom rumänischen Königspaar, den Miigliedeln der Regierung, von Vertretern der Militär« und Zioilbehörden sowie ker griechischen Kolonie empkanapn. Das griechische KönigSpaar wird im königlichen Palast "» Cotroceni Aufenthalt nehmen. Ne LnantMakkeU der WetzeirsÄrMse. - Der Zweck der Konferenz der kleinen Entente. - Belgrad, 24. Dezember. (Tel. der .Mi-emr Morgen, zeitung"^ Am 9. Jänner wird hier die K o n s e r^ n z der. Außen m i n i st e r ' der I l'e i'n e n E n ie n i e zusaminentveten.. - Wie in politischen-' Kreisen verlautet, w >rd nr dieser Konferenz eine geweinsame Kundgebung über die .U.n.antastb.ark111 d e r Friede n sv er. trag e erfassen lverden. Die kleine Enteiste wird ein Ansuchen nach,Lostdon, P^ris und Rom richten, bei der nächsten großen r internationalen Konferenz kol-lek tiv als ein Faktor, der gl-eichbevechtigt wie die Großmächte zu sein hätte, kilnehmen zu dürfen. Einen weiseren Gegenstand der Verhandlungen wird die ungarische und bulgarische Lage 'Hilden. Brthlen N« seine« „trfol®". Budapest, 28. Dezember. Ministerpräsident Graf Bethlen empfing bei seiner Rückkehr aus Paris einen Vertreter des Ungarischen Telegraphen-Kor^spondenz« Bureaus und eMärte unter anderem, er l :t für die ungarische Sache auch beim Böllerbundrat im allgemeinen Verständnis gesunden, indem die Delegierten ofsenibar von dem Bewußtsein durchdrungen waren, daß die.wirtschaftliche Medewusrichtung Ungarns einen integrierenden Bestandteil. der Miederaufrichtn-ng Europas darstelle. Der Miuisterpräsident hob die warme und wirksame Unterstützung hervor, die die Großmächte der ungarischen Sache in jeder Beziehung ange-deihen -ließen, und erklärte, er erblicke darin ein Anzeichen für die Erhöhung des politischen Kredits und für die Besserungder int er nationalen Lage Ungarns. Ter Ministerpräsident stellte dann fest, der Völkerbund habe den größten Teil der ihm anvertrauien Ausgaben erledigt, indem er den Sanierungsplan festgesetzt habe. Das Protokoll konnte nur deshalb nicht endgültig festgesetzt und un!er-eichnei werden, weil ht Paris die aufgeworfene Frage der Reparationen keine Erlegung finden konnte. Da der N nie Kommission die Rechte Äes VöllkerbundrakeS uvertragen worden seien, bestehe Vst Möglichkeit, auch diese Frage rasch;-u erledigen. Die Aufwerfung der Reparationsfraoe sei seitens der Fmanzkommission des Völkerbundrates mit der Begründung erfolgt, daß es nn Interesse der Kreditgeber läge» vollstäMg klarzustellen, welche aus dam Friedensvertrage herrührendeu Zahlungen Ungarn während der Tilgungszeit der Anleihe zu.leisten habe. Gegen eine solche Aufrollüng det.Reparationssrage habe der Ministerpräsident Eimvendungen erhoben, denn die Idee der Peparqtionm sei mit dom Gedanken der Rekonstruktion eigentlich unvereinbar. Auch die Staaten der kleinen Entente haben gegen diesen Bericht Einwendungen erheben, aber von einem anderen Gesichtspunkt aus, indenr sie ^ie darin genannte Riparätionssumme für zu gering hielten. Nach Darlegung feiner 'Bedenken Hab? der Mimsterpräsidcnt um Aufschub der Erle-d'.gung dikser. Fwge ersuchen nrüssen, bis er mit den ungarischen dersassungsmaßigen Faktoren Fühlung genommey Habs. Nach Erledigung dieser Frag«! >! >I>! |l

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