Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1736 (15.12.1923)
- Date
- 1923-12-15
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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©ette 6 Wien, SamStag Wiener Mornenzeitung. 16. Dezember 1928 Nr. 17« jungen Jochen die Herzen, Äs uns der Meister sei'men 3>cml aussprach und uns versicherte, -aß er diesem Tag zu den glücklichsten seines Lebens zähkle. Dieser Unglückliche, dem die Not des Alltags den Stempel auf die Stirn drückte, dem es nicht gelang. seine „Opera Nuova" und ,^Fuden" (zum Buche desselben Namens, von Dschivikow) und eine ganze Zahl von Oratorien bei einem: Verleger unterzubringen, sah mit seinen 43 Jahren wie ein siebzigjähriger Greis auS. BenSmann hatte wogen seiner Gesinnung viel zu kämpfen und zu leiden. Von Petersburg ging er nach Italien. Damals war Paderewski gerade Ministerpräsident in Polen und machte Donsmann Vortvürs« wegen seiner „charvvini.strschen" Musilrichtung. Bensmann erwiderte Magsertig, er schicke nur die Juden im Füusvierte.ltakt nsch Palästina, was ja Paderewski willkommen sein müsse, (Der vierte Satz der Palastina-Sdmphonie, dem Densrnann plansch nach Palästina" benannte, ist nämlich im Fimsvi er teilt alt geschrieben.) Denn die Nach-velt einst die Bedeutung von Bensmanns Werken erkennt, wird sic uns den Vorwurf nich? cnparen. daß wir chn im Wend verkommen ließen. Loa der Poli-e! auf die Bühne gebracht. Der Schauspieler Klöpfex polizeilich verhalten, in Berlin auf utretrn. Eugen Klopfer, der auch in Wien sehr beliebte „Prominente", begab sich am 13. d. in Berlin aus den Bahnhof, um mit einer Filmgesellschaft nach Italien zu reisen. Die Direktion des Lessing-Theaters, an das Klopfer -is Ende des Jahres durch Vertrag gebunden ist, bezichtigte ihn des Vertragsbruches und erwirkte, daß der .Künstler am Bahnhof verhaftet und unter polizeilicher Bedeckung in das Lessing-Theater gebracht wurde. Klopfer machte gute Miene zum bösen Spiel und wirkte am nämlichen Abend <m Hauptmanns „Michael Krammer" mir. Die überstandene Aufregung war ihm nicht anzumerken. Er führte seinen Part mit Hingabe durch und hatte großen Erfolg. .jüdische Theaterfreunde." Montag den 17. d., halb 8 Uhr abends, findet im Cafe Rembrandt, 2. Bez., Untere Augartenstraße 11, die k o n st i t u i e r c n d e General- Versammlung des Vereines „Jüdische Theaterfreunde" statt. Die Mitglieder werden höflichst ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen! „Sami Goldstein" gestorben. Aus Budapest wird uns berichtet: Vor einigen Tagen starb hier im Alter von KZ Jahren der einst gefeierte Schauspieler Isidor Gtzöngyi. Der Verstorbene. der setzt völlig verlassen in einem Spital sein Leben beschloß, gehörte noch vor wenigen Jahren zu den populärsten Komikern der ungarischen Bühnen. Seinen Ruhm begründete er als GMstein Sami in der gjleichnamiigen Operette. Er war wohl der beste und trotz aller Kernigkeit diskreteste Darsteller jüdischer Operettenfiguren. Er wirkte etst am Budapester Volkstheater, dann am Lustspieltheater, war später Mitglied der Folies Caprices und zuletzt des Ungarischen Theaters. Während seiner Krankheit schrieb er seine Memoiren nieder. Er schrieb auch mehrere Bühnenstücke, von dene« einige mit nicht geringem Erfolg aufgefuhrt wurden. Der Ehrenpreis der Stadt Wie« für di« Au-steSaag tat Kunstgemeinschast. Der von der Gemeinde Wien für die 5nmstaem-einschaft gewidmete Ehrenpreis von einer Million Kronen wurde von dem Preisgericht dem als Vertreter der Gemeinde Vizebürgermeister Emmerling. Stadtrat Richter und der Direktor der städtischen Sammlungen A. Trost, a!S Vertreter der Künstlerschaft die Professoren H. B. Krämer und Franz Matsch und Bildhauer Gelles angchorten. dem Maler Rudolf Strnad verliehen. Mirjam Schnabel-Hoeflich liest Donnerstag den 20. d. um halb 8 Uhr abends im Klubsaal der Urania Orientalische Erzählungen. Aus Sonuenthals Nachlaß. Das Museum der Stadt Wien hat eine wertvolle Bereicherung erfahren. Der Sohn Adolf Sonnenthals widmete dem Museum eine Anzcchl Objekte aus dem Nachlasse seines berühmten Vaters, darunter den Souffleurkasten des ccklen Buvgtheaters welchen SonnenthÄ erworben hatte. Madame Adelte Gnilbert trifft Dienstag den 18. d. mit ihrem Ensemble in Men ein, das aus den Damen Elizabeth Moffat, Sibhl Mandell, Eugenia Buyko. Lucienne de Lahaye, Marinere Jacob, Judith Doisneau und Maria Axarina besieht. Das Programm des ersten Abend in den Kammerspielen lautet: 1. Legendes Dorees. 2. Jmaaeries des Cathedrales. 3. Chansons de Mariage au Moyen-Age. Die dritte Abteilung des Programms bringt das Lied „Malborough sen-va-t'en guerre". die bekannte Glanznummer der Künstlerin. Eine Uraufführung mit Skandal. Bert Brechts a a l" hat bei der Leipziger Uraufführung zu einem beispiellosen Theaterskandal Veranlassung gegeben. Der Kritiker der „Leipziger Neuesten Nachrichten" schreibt: „DaS Theater glich einem Schlachtfelds, Äs der Vorhang endlich, endlich fiel . . . Zwei 'Heerhaufen tobten wild gegeneinander. Ich habe die Leipziger nie so völlig außer sich gesehen . . . Man pfiff uüd schrie, warf sich Beleidigungen an den Kopf, und wenig fehlte, so hätten Hitzköpfe sich ihre gegenteilige Meinung gegenseitig mit Fäusten demonstriert . . . Der jugendliche Urheber dieses Wütens stand bleich, verstört und erbittert auf der Szene . . . diesen Abend wird er sobald nicht vergessen... Es wild des Näheren zu untersuchen sein, warum dies Theaterunglück kam. kommen mußte. Vorerst sei nur kurz konstatiert, daß der Autor des so erfolgreichen Schauspieles „Trommeln in der N a ch t" in diesem dramatischen Erstling „Baal" die berühmte Pubertäts-Kraftorgie vom Stapel gelassen hat, ohne die ein angehender Dramatiker von heute bei seinesgleichen einfach nicht für voll genommen wird! Sinnlichkeit ohne Maß tobt sich aus. Gehüllt in den Mantel eines wilden Hymnus auf ztvei bekannte Literal.ur-Bohemiens. Für gehäufte Roheit und Pervers! im wird kaum hie und da in aufleuchtenoen Fetzen von Lyrik Ersatz geboten. Um Schnaps und Erotik kreist kreischend eine entfesselte Knabenphaniasie. Kronachers Jmzenierung. reich an schönen Bilderkonzentrationen, hätte das Unglück durch Milderungen vielleicht verhüten können. Rannte aber mit fanatischer Wucht ins Unglück . . Mitteilungen ans dem Publikum. Oiiodefföüus V Qrosse Weihnnchtsokkasion in den neuesten iPari&e> SHode^en borstr. 1 Wien, //. %aborslr. 7 MIKOLASCH LIKÖRE In nt len besseren I)eWenteM»enhtfndlunfif n erhältlich Baste > iataott» Adjuet a.traar - daher m&aal «* Pra'aal Wefj/um 30-1-84 606* Ib'ephon *1-5- FHlr Bestellungen «*•'• der l'rovln*: 'lei. 381V * ciA&izid{scnciuci Josef Ehrlich 1. ROTGASSE 3 * MODERNE TÄNZE Iüdischer-AkaDemischer flurlftetttieteto. Dir einzig, akademische Nedoul« in dieser Saison! Heute Zuristen - Red oute fcWenfT'. S. Bezirl. «arrrrgaffe 17 «egin» 8 Uhr abends Mulikr i Sefamtarrangementr vacrk'vrchester. I «.«.«.». Zlff«. Nach Schluß Straßenbahn nach alle« Richtungen. Batftttfaafitattctt: 9« VmtKftMtfc. ll. St» <„f *«Ucr kr .,Wirser «»rfinycitimfl*'), PMtaiiimx (ftcgnUct dn» «oMchratrr). »artttii;««*» II , Btftkcc Xifltt, V.» äqr«knmnrrstr«ß, w, »Atz vAchhaal I«, «♦iwuiafiifL iMrdraftc 1tit 3, Mm Melltz Stif — , —, retrrft». 5, vAchtzimdl«», Limit, SUSSWEIN <* ALTBEWAHRT - STETS BEOEHRT IN ORIGINALFLASCHEN ÜBERALL ZU HABEN ENOROS-VERSAND: THEODOR ETTI & W. BEROEL A. O. WEINKELLEREIEN, WIEN, XIX. 5001 AUFRUF I Schützet Sup«yKlnd«r vor Halskranith*lt«n Sie können d ’s sicho1' ■ d d ugen, wenn Sie ihnen En.ScliwfiizerHuslenpastilleii g b -n. Unentbehrlich für Jedermann, me1 «sondere für Kinder. Verlangen Sie in allen einacblägigen (lescbärt-n Gratisprot»en Senerairepräs^ritaoz und Spossls er Karfiol & QlUck Wien, V., Xentagasse 2, Te*. 57-7-30 Der Zustand Maxim Gorkijs. Wie wir bereits vor einigen Tagen meldeten, ist Ddaxim Gorkij während seines vorübergehenden Aufenthaltes in Prag erkrankt. Sein altes Brustleiden. das «r sich während der Hungerjahre ssiner Jugend zuipft, mclveie sich. Man hoffte, der große russische Dichter werde pch nach einigen Tagen ans das Land begeben können. Indessen tat sich sein Zustano verschlechtert und gibt zu BesorAaiüea Aalab. Kultusu. Justiz-Taiare». Barette erha Ub Sie vort üti, oier nach Masa bei der bekannten Speeialfirma RUDOLF GOLDSTEIN, | Uiueaei Lager feiner Stoffe fllr Maubes vilungsn WITiV - 'lOMfMMI M a#ar. \— A«5 den Theatern. In der V o l k 8 o p e r findet heute, 7 Uhr abends, die F e st v o r st e l l u u g anläßlich des 25jährigen Jubiläums des Haulrtz statt. — Morgen (Sonntag), '/,8 Uhr nachmittag», .Die l u st i g e n W e i - e r v o n W i n d s o r", V,8 Uhr abends, ,C a r a 11 e r i a r u s t i c a n a“, „D e r B a j a z z o*. In der Z ü d 1 s ck e n B ü b n e, 2. Bez., Taborstraße 12, gelangt Montag den 17. d., ' •, 8 Uhr abends, im Nahmen einer Sondervorstellung der mit großem Beifall aufg» genommene Schwank „In der Sommerfrisch e* zur Aufführung. Wochenspielplan derStaat-vper. Sonntag den 16. d., */»6 Uhr abends, i e W a l k jt r t* mit Helene Wildbrunn (Brünbilde und Friedrich S ch o r r (Wotan) als Gäste. Montag den 17. d. „O t h e l l o\ Dienstag den 18 b. „A i d n" mit Vera S ch w a r z als Gast. Mittwoch den 19. d. „H o f f m a n n s Erzählungen". Donnerstag den 20. d. «Siegfried" mit Friedrich Scharr als Gast. Freitag den 21. d. „Die B o h e m e". SamStag den 23. d. „A r i a d n e a u f N a x o 8". Wochenfpielvlan deS Burgtüeater». Sonntag den 16. d., 2 Ubr nachittag-, „Der Bauer als Millionär". 7 Uhr abends „Der Richter von 3 a I q nt e a*. Montag den 17. d. „Penthefile a". Tieutztag den 18. und DonnerSiag den 20 d.„Der Teufelrf ch ü l e i". Mittwoch den 19. d. „König Richard der Zweite". Freitag den 21. b. Antonius und C l e »« p a t.r a". Samstag den 22. d. „F a f ch i n g", Wochenspielplan do? Akademietheak e r 8. Sonntag den 16. d., 8 Uhr nachmittags, „Der gute K ö n 1 7,8 Ubr abends „T i e kleine Konditorei. Donnerstag den 20. und Samstag den 22. d. „D i e kleine Konditorei" Freitag den 21. d. „D e r eingebildete Krank e". WochenspielplandesDeutscheuVolkSt h e a t e r s. Sonntag den 16. d., Vs3 Uhr nachmittag-, „Minna von Barnbelm". 7 Uhr abends „Die Jüdin von Toledo" mit Alexander M o i f f i und Maria O r s t a. Montag den 17. d. „E i n f a m e M e ns ch en" (Johanne? Vockeral: A. M o i s s i). Dienstag den 18. d. „U n d dasLichtscheinet n derFinsterniS". (Nikolai: A. M o i f f i.) Mittwoch den 19. d. „Die I Ü d i von Toledo". Donnerstag den 20. d. „Man kann nie wissen". Freitag den 21. d., z n m e r st e n M a l e. „Der w e i ß e H e i l a n d". (Montezuma : A. M o i s s i.) SamStag den 22. und Sonntag den 23. d. „D e r w e i ß e H e i l a n d". Wochenfpielvlan des Raimund-Theater 8. Sonntag den. 16. d., 7.3 Ubr nachmittags, Wiener Kammerover. „Die Entführung aus dem Serail". 7 Uhr abends und Montag den 17. d. „Z w e i g l ü ck l i ch e T a g e" mit Willy T h a l l e r. Dienstag den 18. d.. zum ersten Male, „D i e D a m p f f p r i tz e" mit Max Pallenberg. Mittwoch den 18., Donnerstag den 19. und SamStag den 21. d. „Die D a m v l l v r i tz e" mit Max Pallenberg. Freitag den 21. d. „D e r W a u w «iT mit Max Pallenberg. Bolkswirt. Aorrahluug Wien ---- B.Q08075 Seittimes ctn afiriA Mntw» 1A/19 In Zürich notierte I4tt2 13./12. die Ssterreichficke Krone .... . . 0.008075 0.008030 die tschechische Krone . . . . 16.75 16.727» die Mark ...... pro Milliarde Holland. 219.12 218.50 Rew-Nork .......... 578 75 572.50 London . . 25.08 25.00 Pari». 80 42", Mailand. . . 24.927, 24.90 Belgrad........... . . 6.50 6.45 Bukarest .......... 2.90 Sofia . . 3.90 Budapest. . . 0.03037, 0.0290 Warschau .. . . —.— —. -- Kavltalserhöhungen. Enzesfelder Metalliwerke-A.-G. von 760 Millionen <ru>f 1 Milliarde. De-uigsrecht «ine neue Mtie auf drei Äte. .Bezugspreis 260.000 K. Be-rlgsrechtausübunig vom 16. bis 28. Dezember. — ErlacherTextil - A.-G. von 10V Millionen auf 160 Millionen Kronen. Bezugsrecht auf 58 alte Aktien 33 junige. Be-ugSpreiS 90.000 K. — B at erlä nvifche Baugefellfchaft-A.-G. von 60 Millionen auf 180 Millionen Kronen. BezugSrecht auf fünf alt« je eine neue Mtie. Bezugspreis 66.000 K. pro Aktie; vom 17. bis 31. Dyzemiber. — Planta, Oesterreichrfche Damenzucht Gemüfebau-Ä.-G. von 500 Millionen auf 1,5 Milliarden Kronen. Ausübung vo>m 16. bis 24. Dezember. Bezugsrecht auf «ine alte Aktie je eine neue. BegebungspreiS 26.000 K. — Mica und Mineralfarben- Jnlduftrie-A.-G. von 400 Millionen auf 800 Millionen Kronen. — Austro-Fiat von 26 Millionen auf 350 Millionen durch Aufste-mpelung des Nominales von 200 auf 2000 K. — Kroatisch« Eskomptebank von 100 Millionen auf 140 Millionen Dinar. Bezugsrecht auf vier alte je eine neue Mtie. Bezugspreis 132.50 Dinar; vom 16. bis 3g. Dezernber. — Feistritztaler Gl-ashütten-A.-G. von 360 Millionen auf 500 Millionen Kronen. Bezugs recht auf je sieiben alte je drei neue Mien zu 18000 K. Pro Stück. Awsübung vom 16. öiS 28. Degember. — Erste kroatische Zuckerinduftrie- A.-G. von 14 Millionen auf 26 Millionen Dinar. Bezugsrecht auf je zwei alte eine neue Aktie zum Bezugspreise von 400 Dinar. Ausüibungsfrist vom 14. bis 28. Dezember. — Draula n«d, Kärntnerifche Holzveriwertungs-N.-G. von 180 Millionen auf 240 Millionen Kronen. Rußlands Nußenhmi'?. Moskau, 18. Dezember. (Mofta.) Nach offiKiellen Angaibe^ beträgt der Gesamtumsatz aus den Hanidelsbeziehunyen Süwjetrußlands im Jahre 1962—192« rund 281,188.000 GE>- rubel, wovon auf die Ausfuhr 38,4 Prozent entfallen, gegen 19 Prozent un Jahre 1931—1982. Eingeführt wurden Jndustriieerzcugnisse, Rohstoffe, Baumwolle und .Kautschuk, ausgeführt Rohstoffe, Getreide und Petroleum. Eingeführt wurda aus Deutschland, England und den baltischen Staaten, dir auch an der Ausfuhr am stärksten beteiligt sind. An der Ausfuhr ist Enslemd am stärkte» beteilig «»«MneWMiMWMs SSgj»p2 BSm. im^dasäeiasaiB