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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-10 · Heft 1731 (10.12.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1731 (10.12.1923)
Date
1923-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Beuhuranir 179» Wien* Zum Abholen in dar Escpedition, n.,TiborBtr. 1-3, oder Ineiner Verechleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Straaeenverkaaf ka Wien dsrch die Kolporteure der Firma Goldachmiedt, 1, Bes#, Wdlzeil« 11. M Pestversend für Wien n. Oesterr. monatl. IC 28.000 Tschecho-Sl owakei: Mon. K17. javeslawien: Mw». Dinar50. Polen :Mon. ost.K 22.000, Deutschi.: Mon. ost.K28000. F rankt., öal-kenr Monatl.Free. 10 ■T Naefaaa&lna?cn *W baf PnlterhSIiaoren vorkeliilt«» «k. 1731 <aüiddW>8tewakgl i »•clitch, K 1*~ Italien: Monatl. 12 Ure« Pa nt 8 n i e irMön.'iSO'Lei« Bal^'arien Mon. 75 Lewa» § e h w ein und das übrige Ausland monatlich Fr«. 3 Redaktion u, Administrstiön Wien, TLt Taborstrasse 1—s . Telephone: 444)*38,43«S*4S, nb6Mrabds.19.4SS.25-M TeL-Adr.ioMergenzeitong1* Wien _ Oeslermclii3obes Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Wirr«. Montag, 10. Hezrsrb« 1923 H. MrMNS Scheitem der BerhanMilgM ZWischm der RMZWW Wh dm RmdesLZMeN. Mi teufe früh ÄMsMMme VetckebsWe. Heute um 6 Uhr früh ftuv in Wien und ln ganz Oefterveirh die Post-, Telephonmrd TelegrapherrangefteMen in den Streik getreten. Die Proklamiernng des Streiks war Samstag nachmittags vom Aktionskomitee beschlossen worden, dem sämtliche Gewerkschaften ohne Unterschied der ParLeirichtnng arrgehören. Der Bundeskanzler Lud unmittelbar danach das Aktionskomitee zu neuerlichen Verhandlungen ein, bie nach einem Massenmeeting der Postler in der Bolkshalle nur 11 Wr vormittags in der Bundeskanzler ihren Anfang nahmen und mit kurzen Unterbrechungen bis tief in die Nacht hinein wahrten. Das Ergebnis war, obwohl in verschiedenen Punkten eine Annäherung erfolgte, zum Schluß doch wieder ein negatives und die Verhandlungen wurde» abgebrochen. Hott Ln Kraft trät. ÄürschaltWg des Lelephons. Schon «in Mitternacht. «M-ein bas Scheitern der Verhandlungen bekannt geworden war, wurden Ln den Telephonzen- Urdcn die ersten Auss ch a l t u n g e n vorgenowmen. Weder Lokalgespräche noch inte rrrrbane Gespräche konnten geführt werben. Heute früh stehen £8,000 f o stb e amte iw Streik. AurdchsMg der Ansstanfees. Der Streik erstreckt sich auf den g esa m len Po st-, Telegraphen- und Fe r u s p r e ch d i e n ft Oe st e r r e r ch s und ans das Oberzollamt in Wien’ .Die Frühzüge auf den Wiener Bahnhöfen werden bereits Montag keine Post mehv fuhren. Es wird auch ein technisches Ko- . znitee gebildet, das alle Maßnahmen studieren wird, die geeignet sind, für die Humanitären Anstalten wie Krankenhäuser, Rettungsgesell schuf t, jetzt den Fernsprechdienst Zu erhalten. Die OrgauvfatiouLn in der Provlug würden sofort Q'iif telegraph-schem' z von dem Beschlüsse des AkrionZkomitecs In Kenntrüs gesetzt und tvrrcherr ihnen auch die für den Beginn-.des Streiks notwendigen Weisim§en' 'er-' teilt, E ' ' M MMnsr Mda«. Bou den Angssteltteü der 'BundeZbahnen i liest bereits die Zusicherung vor, daß diese es vechindern werden, daß Len SLreikeicheu in den Rücken gefallen wird. Sollte der Bersuch gemacht ^werden,, die B ah ir p o -st. ,s it jj' efö r d e r n, . s o w.'e r d cit: ]b i e’ B a h n b e d i e n st etcu die Post 4v a g g v n s a bppcllk. Me feer Amch erfsWe. Die ÄLrhandlunZen jvährtcn hon 11 Ayr vorutiitagl bis na ch M\tte r n.a chr, also' \\\ chr als drei-: zehn Stunden. -;,J Die nachmittägigen Der-alunAen wurden uurchestens: sechsmal unterbrochen. Wiederholt. tmlrven. Nachrechrmngen anMellt. Die Vertreter des ANönZkomitees. verlangten von der - Reigierung Garantien für ''die1 verbrochenen WirtsÄaftKprännen. Kurz vor 12 Uhr wachen die BechandlunMN neuerlich unterbrochen und erst nach Bedungen des AkünnLlomitees wieder '"lnommen. BuWEnzler S ei p e! evi:nach nErlichslk veMblichm VeHandlmrgor,: „Ich sehe, daß Sie alle meme Bvrschlijge «Mhurn. ' Ich betrachte also die Berhandl«lugen als gescheitert." Die Vertreter des AktiorrÄo-uiless erklärten auch ihrerseits, daß sie die Fortsetzung der BcrhaMuugen ablchnc?r. - Der' letzte Ewigungsversuch'ist aneiner Rebe nfrage, nämlich der -Auszahlung der Weihnachtsr e m u n e r a t i o u -in -b«r vorn Mtronsk-omitee gewünMen Form, gcfchLiteirt. Re Mtlkche BerkurtlMiws Wer Ae Ber« HsMuNger«. Wien, 9. Dezember. (1. Uhr nachts.) Das Müonskomitee der öffentlichen Angestellten hat m einer Sitzung den 8. L. M. nachmittriHs äbgchaltenen Sitzung folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Das Miwuskomitee stellt mit ernstem Bedauern fest,'daß dre MievMg.. de^ MiorHMÄeeS,.unHUg!^ichE - cs" für äAe OyganifatroMN eht$ WWglWÄ -arstellt, vor Wen UustwggÄeim-' 8U/ .v^ daß die bis- . her' gleich beharchelten Gruppen der BulcheAbahnangestellten :md der BundeSangestÄLen rwmmhr Zum Nachteile der letzteren ungleich bchandelt werden. 3. Das MionÄkonritee beschließt den GtoÄ mit Wirkung von Montag den 10. Dezember. Der Streik erstreckt sich auf das gesamte Post-, Telegraphen- und Fernstzrechw'esen Oesterreichs «vd das Zolloberamt in Wien. Die FrüMge auf den Mener Bahnhöfen werden Montag auch vor 6 Uhr kerne Post mehr führen. 8. Ein technisches Komitee wird gebrüht, das alle Maßnahmen jto&tm« wich, die geeignet wären, den tz Humanitären Anstalten ihren FernsprechLetrieb zu erhalten. Ueber das Ergebnis dieser Beratungen wich die OeffenKchkeit ausführlich unterrrichtet werden. Von diesen Beschlüssen wuche Zunächst dem Genevrlpostdirektor H o h e i s l Mitteilung gemacht, der sie sofort an das Bnudeskanzleramt weiterleitete. Da der Vertreter des Aktionskomitees'anläßlich dieser Mitteilung erklärte, daß dieses sich zur BevfÄMng der Bundesrogievung halte, hat der Bundeskanzler noch im Verlarrfe desseWeu Abends für Sonntag 11 Uhr vormittags eine Besprechung Zwischen Regierung,. der Postverwaltung und dem Aktionskomitee anberaumt. Diese Besprechung dauerte mrt kurzer; Unterbrechung. bis gege n, M iLternacht. Da von.seiten:der Vertreter des Aktionskomitees imnrer wieder aus die Schwierigkeit verwiesen wurde, die sich aus der verschiedenen Bchandlung der Bundesbahn a ng c st e l l t e n und der.B un de sangestellten ergebe, wies'der Buttdeskanzler'daraus hin, daß -Liese ■ verschiedene B ehandlu n g sich aus dem Geiste der Reform derBuuhesbahnen ergebe, und schlug namens der Regierung vor, sofort, nachdem die Novelle zur BesoldungZordnung parlamentarisch. erledigt /und damit die Möglichkeit zu sofortigen Mehvauszahlungen an'die'BundLsangestellten gegeben. feinwivd, in- Verhandlung darüber ein-zutveten, wie die ' DieustvevhAtnisse und die Bezüge der verschiedenen Gruppen der Buudesangestellten endgültig neu zu ordnen waren. Als Richtlinien für diese Neuordnung wären die ^allgemeinem Vereinfachung der Vesolditugsovdnung, inLLe-- soudeve die Hm kverschiodwen'. - Dienstesaufglrbm' entsprechende Zusa-umiemogung der mtt-ere-n Besolörkügsgruppen > .unh die MM-hrung/vou Präniien.für besondere LeisLnu- .gen/mkd Erfparittrgen'ins Äuge, zu fasserr,' um dadurch-die 'Bündesangestelltett umnktteWar'- ander für die Sanirmng des' Staats'haushaltes unerläßlichen Wirischastl-ichkeit der Verwaltung zu interessieren. Diese Vorschläge? wurden' vom- Aktionskomitee im wesentlichen als richtig anerkannt. Dieses bestand aber außerdem darauf, daß vor'deck? Jnkrasttretm dieser Neuord^ nnng noch vor Weihnachten dieses Jahres den Bundesangestellten bedeutend höhere Zuwendungen gemacht würdm al§ sie die Novelle zur Desoldmrgsordmms vo^stcht. Der Bünd'eskauzler ulld 8ec -Fmanzilunister erklärten sich zu/einem Entgegenkommen auch in-dieser Be-ich-mr'si bereit, mußten aber gegenüber den Förderungen des AktvonÄ komrjees daran festhalten, daß über^ den R-cchmen der Novelle zur BesoldMgsordnung nicht in einem Maße hlnsusgegaugen werden'kömre, das sich mit den staatsfiuLNKrelle», Möglrchke'iten'nicht vertrüge. Ms gE wesMklrche Abänderung dieser Novelle müßte es a$et erschein«^ wenn die in ihr vorg-eschme FrU sür die.toeiieve. SustzWswn des Index äbgeLwzt oder die Jndexsuspewsüm aus e-Wö Mermnäßig festgesetzte Greife einer etwaigen Berteummg der Lebenshaltung emgeschränkt oder aber unter' irgend emem Titel weitere Zuwendungen an, die BimdesangestWen tw Ausmaße vieler Milliarden zngestandm würhsck' ' ' Trotzdem d« VerhcMdürngLn nach verschiedesm' MterbrechrmgM' immer wieder - aufgM0V-men wurden, körck-ie' eine Eirchgung nicht erzielt werden.'Um "12 Ichr K Mrmwrr er- . klärten die Vertreter des M^onDonOsLs, daß ihnen Lütz Bor- Mäge der RsMENg nicht gsniiaeu und weiterr' dKr gegHuftandM^eiem^ ■ ' Mr PündeMnzler richiete noch einmai" rinen" WpN' ckr sie, jich-M -Arägwei-te ihrer Erchchließnnanr wohl-'zü-Merlvgön. ' MMSWWMl BsetSMW der RerchMzss. Berlin, 8. Dezember. (Wolfs.) Im Reichstag Wrvsn hei her namentlicheu IlbstiuMmrg über das ErmächerMlg^- gosetz 33 2 Stimmen abgegcven.-MiL ja stimmten 313, mit nein 18 Abgeordnete. Ein Abgeordrreter enchrckt sich der Mtimwung. Da.s Gesetz ist also angenommen. Berlin, 9. Dezember. Bei der WftiMNUAg Wer das Ermächtigungsgesetz ftrrmnteu mit Nein die.Kommunisten, die Unabhängigen und der Bayrische Bauern- Lund. Die meisten DeutschnabMMen wgren' im. Saale geblieben/ hatten aber keine StMmrzettel abgegeben, ebenso einige Sozialdemokraten. Die - soziMenrokmiische Fraktion hatte beschlossen-, daß kein Mtgl-ied gegen Lvs Gesetz stimmen' Der Gesetzentwurf Leirestend die AendLMUgen des Reichstagswahlgesetzes wurde angeuom-men. Der Lsu-ifch« nationale Anivag, bstreffend die Einführung der Wahlpflicht, wurde mit 207 gegen 79 Srimmen bei-9'Stimmen-, enlhalinngen abgelehnt. ' Rach Erledigung einer Röche von A-niräg^.!, die sich auf den Personalabbau beziehen, Hab sich der Reichstag vertagt. Dem -Präsidenten wurde die Ermächki- "guna .gegeben/ den Terniin'der nächsten'Sitzung selbst zü bestimmen. ' . - . ' ' Zehrenbach FWrr ZW ZMinrAS. Berlin, 9. Dezember. Wie die Blätter melden, ha'tFaS Zeu-irurn-gestern an. Stelle -des zmu Reichskanzler ernannten Abg.' Marx den ftüheven RLichskäuzlcr Fahren.bach KU-m -Bo-vsitzenden -der ReichsiagLftaNon gew'ähltt Kh- .renbach 'hat die Wahl angenonin-e:?. ZMoh ZrSs KeM festst» fees KxsOMeu. Berlin, 8. T<;rrn-ver. Vor V,:m Landgericht Oels gestern die. Verh.rndlmrg üb den preußinhen isuurt (>$u Die vom Kronprinzen gegen nzm-iNistc-r) - erhobene Klage, betreffend dös Thronleheu Oels, statt.. . . -l. ' Das Gericht erkannte das PrivalrügemtuA des Kro-n Prinzen am Thront e h e n a w. die MakMrn rauten 243.696 SäKfesiea. Mairrz, 8. Dezember. (Wolfs.) Gestern abendß wurde ein Gvldmarktranspvrt der Reichsbankstelle ZHies« baden ans der Straße Frankfurt am Main-—WieZbadeu von. bewaffneten Separatisten üherfallell.' würden 240.000 Billionen ReichSbankgelder in Zweibillionenschemen geraubt.

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