Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1730 (8.12.1923)
- Date
- 1923-12-08
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Wr. 1780 Men, Tamstag; faem auf allen Strecken Oveiter Dtfbmmg und Herabsetzung des MchtverkchoeS überhaupt ein und machet höchst wertvolle Svnkvste VorfchlAye. Unter dich,: befindet sich auch die. AuflasslWg der Bahnfchrankvn, welche Aktion bereits im Gange ist nnld ehre bedeutende Ersparnis an Bahnaufsichtsper-sonal hevbeisülhrt. Wenig AMang wird der Antrag ans Einführung von geanischten Zögen finden, wenngleich nicht Menschen werden darf, datz der gemischte Betrieb sehr geeignet ist, die Kasten hewbWsetzen. ' Hand' in Hcmd mit der Frage des Personalabbaues geht je« her 'Pensionen; durch die Austerdienststellung^ so vieler Gänensteter schwillt das Pensionsetat zu exorbitanter und belastet die Gebarung der Bundesbahnen.Dir AcworPh, findet di'vse BorgangKwvise unbillig; der -Uoberfchuß an Personal wurde vom Bunde notgodrnnigen iil>crnommen, bhu-e daß hei der Bahn ein Bedach vorhanden war. Sohin hätte für die Ruhebeziige der vor dem 1. Oktober Msgeschl-edenen Beamten >der Buard anfMomanen. Dann, und in diesem: Belange muß man dem Autor bedingungslos beipflichten, ist die - bisher' geübte Methode, nur von oben herab abz ba ne n, völlig verfchlt. Daß die wirklich ausgedienten Bediensteten verabschiedet werden, ist näheliegend, nicht aber, daß die ohnchin niedrige Altersgrenze noch herabgesetzt wird und Minner, die .au«f der Höhe der Arbeitskraft uitb Erfahrung stehen, peltsioniert werden, u-n: dann für >das Nichtstun fast ebensoviel bezahlt zu erhalten als vorher für die Arbeit. Daher weint- Sir Aeworth, der Mban hatte auch unten, bei.den süavgst vingetret-enen Bediensteten einKnsetze,:, deren fachliche Ausbildung nicht die Reiße «der Aterdienenden erreicht und deren einmalige Abfertigung keine dauernde Belastung involviert. Es muß aber «befürchtet «werden, daß dieser Ratschlag kein Echo fm-der: wird. ' Sehr tbeachtenAvert ist die Kritik der derzeit gültigen Ferien--(Urlaubs)-Ordnung. Dir Aeworth bemerkt, daß hve österreichischen Bundesbahnen in dieser Hinsicht allzu freigebig sind und das; den Stouerzahlern, die ja für das Dofizit anfzukommen haben, nicht znigemutet werden kann, den Eisenbahnern. Urlaube in einem -Ausmaß zu bezahlen, die länger sind als diejenigen, blc -der größte Teil der Steuerträger' sich selbst erlcnliben darf. «Eine -Reduktion M«f die vor dem Kriege üblichen Urlanbsmaßc bei gleichzeitiger Unterscheidung der dienstlichen Verwendung, wird Wohl ans die Dauer nicht zu umgehen st in. Einen breiten Raum in den: Gutachten nimmt begreif-' licherweife'die Frage der Gehalte und Löhne ein; zunächst verlangt Dir Aeworth die Aufstellung klarer und einfacher'Normen für die Berechnung der Bezüg-t. Heute ist bei allen Dienstst-ellei: eine erhebliche Anzahl von Personen ständig mit nichts anderem beschäftigt als mit der Ermittlung der Ge» haltet Nstd der Reibehbezüge.' Dasist ein höchst ungesunder und kostspieliger Zustand. Leider hat Dir'Aöworth das so wichtige Problem, L ei st u n g & ober A l i in e i: t a t i o n s p r i nz ips nicht'berührt-, da 'er.'indes scher- .Berein-fachnng und kans- 'inännischen Behandlung das Wort redet,- ist anzunehmen, daß er nicht für die seit dem Kriege übliche Berücksichtigung -der Familienstand^verHältn.isse ist.. Der Bedienstete wird.für seine Leistung entlohnt und feine Privatangelegercheitm: häben den Dienstgeber nicht zu kümmern. Der heutige Asus führt nur zu - dem gewiß unsozialem Bestrebe»', -womöglich, nur ledige Be- . stimstetc oder doch nur solche mit kleiner Familie a-ufzunchmenT Es ist klar, daß einem so ansiilerk'samen Beobachter wie- Sir Aeworth das Mißverhältnis nicht entgehen konnte, -welches gegemvärtig zwischen den Bezügen derniederen und höheren- Beamten herrscht, ein-Thema, welch.'s gerade in diesen Tagen dw öffentliche Publizistik beschäftigt. Es ist hier nicht.der Ort, zu überprüfen, ob. die oorn Berichterstatter aiüge-geböuen Ziffern genau stimmen. Tatsache ist, daß in den: Maße der stei-gen-rn Verantwortung, des größeren Pflichtenkreises,u-n-d der höheren , geistigen Artbeitsintensität das Emksmnnm, an jenen: der Vorkriegszeit gemessen, selbst bis zu 10 Prozent sinkt. Wem: auch nicht in Abrede gestellt wird, daß die Bezüge der untere:, Kate- Qorieh auch vor dem Kriege nicht hoch Ware»: und sie datier auch henke, mtf 100 und, mehr Prozent des. Bört'riegsverdienstcs Valor isiert, noch ini.mer nur ivenig das Existenzmini,nun: überschreiten, so kann rs aber unmöglich recht und-«billig sein, daß der höhere Beamte in: extremste» Falle nur 10 Prozent seines FriedeusgeHaltes bezieht imb sich das Einkommen des Amtsvorstandes von jenem seines Kanzleidieners gar nicht oder fast nicht uutcch-cheivet. Dir Aeworth betont die Notwendigkeit des raschen Einschreitens, u»:diefcn unhaltbaren, demovalifiereudeil und der Ko rrnpt io-n Tor nud Tür öffnenden Zustand wenigstens schrittweise ans der Welt zu schaffen. Zu erlvähnen' wäre noch, das; Dir Aeworlh sich a-ls uitbedi-Wter.Zentralcst bekennt und alle. Änterftrömung-en und Einflüsse, wie sic durch die Länder autonom ic, durch Partespo'litik itiib sonstige Momente sich ergeben könnten, u-nbednrgt ausgeschlossen wissen will. Vollständige Unäbhäng-iigikeit des «Getteräldirektors — im Rahme,: des Statuts — sowohl von der Obrigkeit als vom F'iNanzministeriiun, Ausschaltung aller hemme:«deu Einflüsse und Unterstütz,,ug durch die Vertretnugskörper sind die Voranssetzimgen, .für eine gedeihliche,- iMeckbewußte Tätigkeit.. * Zum Schlüsse wäre noch z» «beacerten, das; sich Sir Aäworih g e,g e >: a i i: -e e t w a i g e V ci «P n ch t nt n g d e r Bundesbahnen ausspricht nnd überhaupt durchaus kein Getgner hes Stlaatsbetriebes ist. Er führt ans, daß die Kaust, 'vder Püchtbedi-nyun«yen,' unterdmeu gegewwärtig eine «Ka- MEstengvuppeein derart notl-etdendes Unternehmen «kaust>: vid-r spachten könnte, uckheüe-genderweffe «drmckend sein -müßten, fone Regierung nnd BoUSvertMnwgdieses -Uebevc>il:ton:- Mn genchmigLn Pönnte. -Unter «Beviefung an«f die Eistu>ba«hnlg-schjchte weilst. Sir Aeworth .nach, daß in teiiicm Lande, ein PWvsvhältrriS durch läuig«ere Zeit anfrecht erhalten werde,: lk-Mke/' daß viekn<chr die ständigen Gbveitigkeiten ^zwischen >Äaai -und PächkIestllschaft ,'ibcr die Auslegung des Vertrages K» seiner vorzerti-gen Wsung geführt haben. Sir Aeworth knüpft Wiener Mo«senzett«M an diese Feststellung die ernstliche Mahnmvg, «Hst. Bundesbahnen nnr als Erwerbsuntternchmen anKusehen, und er erblickt in der ansschließlich kauismännischen Führung ünber.- Vermeidung jeder Bevornmndun!g und jedes fremden Einflusses die einzige Gewähr, die Brmdeshiahnen zn saniere!» und damit für den Bund retten. der letzte gnflattonsausweis der RMshM Notenumlauf — 92 Trillionen Papiermark. Berlin, 7. Dezem«ber. Der Ausweis der Roichsbank vom 16. November zeigt im Zusammenhang mit der nasch fortgchchvittenen Geldentwertung eilte neue Bervie-lfachung der von der Bank zu befriedigeltden Ansprüche. Die Bestältde an diskontierten Neichsschatzanweisungen stiegen noch einmal um 163,7 aus 189,8 Trillionen ZNark, wobei bemerkt sei, daß mit dem 15. d. die Dis-kontievung weiterer Schatzanlwevsungbsträge an das Reich zum Stillstand gekmnmen ist. Die Wechselbestände höben sich in der zweiten Novemberivoche «lim 31,5 ans 39,5, die LollrbavdsoriderMgen um 0,3 auf 0,5 Trillionen Mark. Insgesamt ^uchs. die zinstragende Kapitalsanlage um 195,5 Mtf 229,9 Trillionen Mark. - Von den neu beanspruchten Kreiditbeträgen blieb diesmal der Bank der größere Teil bei den fremden Geldern belassen. Diese evsichren eine Zunahme um 112,7 auf 129,6 Trillionen Mark. Der Banknotenumlawf stieg gleichzeitig nur 73,7 aus 92,8 TviMouan Mark. Bei den Darlehenskasstn *beS Reiches ist ein Rückgang der Mlsleihnngen um 0,2 auf 2 Trillionen Mark zu verzeichnen. Demgemäß verminderte sich der Bestand der ReichKbank an DavlehenMssenscheinen um den gleichen Betrag. - Bekanntlich hat mit >dom 16. November die Bevmindevungsaktion der'PaPieMmrkmengen eurgesttzt. ' Stinnrr will die deutschen Reichsbahnen der Staatsgewalt entwinden. Berlin, 7. Dezeonder. Die „Berliner Volkszeituttg" erfährt aus guter Quelle, Hugo S t i n n e s habe zufcvmmen -rykt K l ö'ckn e r, Vögele r nnd Dr. S i l b e rherg einen Plan zur Gründung einer privaten R e «i ch seif e nba hn - Betriebsgefellschast ausgeavbeitet. Kn einer Konferenz mit. den Großbanken soll das Projekt im einzelnen erörtert worden sein und gestern soll sich auch Äer ReichsverPand der dentschell Industrie.dqrriit 'heschDigt habett'. Der Grundgedanke «des. Planes sei. derselbe, tote er schon früher von Stinnes nnd feiner Presse propagiert tv-nvde. Mit Rücksicht ans die schlechte finanzielle Lage der Re ich s bah ne »sollen die.Bahnen in eine private E i s e n «b a h n - B e t r i c >b s g e s e l l s ch.a f t. c ingebracht werden, wogegen das Reich von den augenblicklichen Per- ' biMichkeiten ans den: Eisenbahnbetrieib.befreit wäre. Der Kamps um die Uryrzer Petrolemngesellschast. Der Streit zwischen Eskomptegesellschaft und Kreditanstalt. - Ein Zwist im Hause Gartenberg. — Gerichtliche Nachspiele. Ilm -die Urhczcr Petraleum-gesellschast ist ein oist.ner Kamps aus-ge-brochen, der ziemlich weitgcheudc Konsequenzen häben dürste und sogar beim Wiener 'Dtrasgcrichte in der Far-n, Von Ehrenbeleidigungsktageu obenf-alls zur Verhandlung kommen dürste. Schau seit einiger Zeit bekämpften sich in der f Uryezcr - Petroleu«,nHSst!lschsst pvei Gruppen. . Tie eine Gruppe, welche der Näphtha-A.-G. nahelstcht, war bestrebt, die Uryezer in den Jute-resstn-kreis der Kreditanftäl: zu bringen, die andere Gruppe, der die Raflinerie in Zaslo gehört-, und' sich aus der Gruppe Gart-eMrg - und Schreier zusammenstellt, war bestrebt,- der Niederösterrrichischeu Esrampt-egesellschaft die Hegvinonie. in der Gssellschäst zu ver.schaf.se>:. Bekanntlich hat.. die Niederösterreichrsche Eskoinptegcstllschaft den Sieg davon-'/ getragen. Nun soll der Deniorches Garieuberg sich seinerzestst verpflichtet höben, gemeinsam mit der Naphtha in dieser Hinsicht zugunsten der Krsdit-anstalt zu entscheiden. In, letzte,: Moment soll er aber diesen Entschluß, den er vor'dcm: Präsideuteu der Kreditanstalt geäußert höbe,, soll, rückgängig gemacht und durch seine Echtveukung die Hegemonie der Nieder-österreichiischen EZkonlptege-sellschast gesichert haben. Dieses 'Ergebnis war die Ursache großer 'Anfeegung der au-, deren Gruppe und es sollen gegen Gartenberg schwere BovtMlrst. erhöbe,, worldcu sein, so daß sich dieser benrüsjigt sah, die Eh re „!b c-l-ei«b igu ugsbl ag e bei bent Wiener Gerichte gegen dichen öffentlichen Vorwurf eiuzuveichen. Als Zeugen sollen unter anderen: die führenden Bankleute Wiens, so der Präsident der Kreditanstalt, Neurath, ebenso auch einige maß-, gebende Petroleumisachleutc nominiert werden. Lie MüwiMng des englischen Wahlausganges auf Sie Weltwirtschaft. Durch die Niederlage der Km:servaM«n ist auch der «von dieser Partei propagierte Gedanke des Schutzzolles vorläuf-ig in -den Hintergvrmd igLdrä'N'gt worden. Es ist'wun lvühvschvinlzchj' daß in den nächstsn Monaten Englwtd .eine Aeude-ru'ug seiner «jetzigen HaNidesspoliti'k in: Sinne-eines - verstärkten Zollschutzes, ivornehnw,: wird. Allerdings -darf -eines nicht vergessen werden. Die Frage ,/Schutzzoll oder lFreMndel" -ist ettoctS wbnst vvn den Konst'vvatiivel: .Mdss Tapet ge-bracht - worden.'' 'Sowotzl die" Li- «beralen als auch die A-Geitspärtei Waven :>u stillen gegen tziese' Wahlparole. Sie-wurde ihnen gerädazil arflge-drängt. -Dies' allein ist schon von einer gewissen Beden-ttM für' die zukünftige Haiti, n.g der englischen Regienmß. Die'Oppvstitio'n ist, so-weit aus dein bisherigen Bericht zn erschern-ist-,-vielleicht nicht so sehr aus der Vdrlietbe dcr englischen Wähler für den Freihandel hervorgegawwi. Vielmehr scheint dieses Wahlresnltat mchr die Mitz- _8. Dezember 1988 _ Geste H st immung der.großeneng.fischeu Massen gegen die gefamts Wi-rtschaftKpMtik Englands zinn Aüsdvuck gebracht zu haben. Dies zu e«hnen ist van großer W.i'Hjightzi'l, denn wenn der neue Regierungskurs Englands nicht aus reiner Vorli-che für den ManchesterliiberMsmnS, -sondern Ms ganz anderen Motiven d>:rch die Wahlen bestimmt w>:M, so laßt dies darauf fchl-ietzen, daß auch nicht der «albf-olnte Freihandelsgedanke, wie ihn der veme Liberälismus geitvüuscht hat, von der neuen Regierung in Anwendung gebracht werden wird. Dies ist da S Maßgebende. Baldwin ha: nicht Vesivegen di-e Pa-wle-des Schutz' zolles -ans feine Fahne geschrieben, weil er wußte, daß dies der Tradit-ion -des Konservatismus entsprich,, sondern weil er sich genau bewußt war, baß die Denkart der Massen anläßlich der großen Beschäftig,mgLlostgkeit in der Baun,wolle, Wolle- und Eisenindustrie im stillen mit den: Gedanken drs Schutzzolles liebäugle. Aller-dings war die Bor-liebe für den Schutzzoll nicht so groß wie der Haß gegen die bisherige Wirtschaftspolitik, s» daß letzterer überwog und die Gegenpartei znn: Siege fichrw. Mer der Grundgedanke ist geUieben und er wird i>: dem nächsten Jahre nicht aus der Gesinnung der Massen verfliegen. Den Liberale,: u,id der Arbeiterpartei war die Diskussion dieser Frage deswegen nicht gench,::, weil sie sich von selbst im klaren waren, daß sie in dieser Hinsicht im >Sim:e -der Schutzzvllpolitilk sich zu gewissen Konzessionen im Jnt'eras-se der Gesamten twicklung Englands werden bequemen müssen. Natürlich, in den ersten Tagen wird sich dies -nicht zeigen, später wird dies aber gütoiß der Fall söin. Geradeso wie Baldwin seine 'Schutzzollgedauten durch -das Zugeständnis der freien Einfuhr «von Lebensmittel,: durchlöchrrn ließ, eftenfa wich der.Freiha^iwlsgedawken der jetzigen zun: Ziele gelangte:: Opposition auch manche Konzession an -den «Schutzzoll «machen müssen. Das ist das Wesentliche. Der Schn tzzollgedLnke hat doch ge «sie gt, trotzdem er imWahlresultäte nicht z.u-m Ausdruck gekommen ist. Es darf eines.nicht vergessen werden. Bor ganz kurzer Zeit hat die Reichskonferenz der englischen Kolonien geragt. Nicht ohne Absicht haben sich diese eine gewisse Freiheit in ihrer Gesetz.>ebu-ng Vorbehalten Australien, Kapland und alle die anderen Kolonien drs großen britischen -Weltreiches haben hier in erster Reihe an das Beschrk'uen eigener Wege in der Handelspolitik gedacht. Seit scher schon liebäugelt Kanada -mi: dem Gedanken b,s Zollschutzes. Auch die Regierungen der anderen Kolonie,: stchen diesem Gedanken -nicht ferne. Die Diskussionen über die Beziehungen des Mutterlandes zn den Döchterländer,,, welch-- regelmäßig auf de,: britischen Reichskonferenzen abgehalteu lvurde», haben sich ist erster Reche darum gedrchl, -wie England trotz feiner freihän-dlerischen Handelspolitik -doch seinen -Kiiider»- eine gewiss- Borzugsstelbung im Sinne -des SchuMlles eipyinMn - Sonnte. Diese PovzugS» zolle waren daS -Argument -der'Ko,ürrvat-i-ven. Diese Vorzugszölle waren aber nichis anderes als ein Nus druck des iu diesen Gebieten fest-gewurze'lt-en Gedankens d c s Schutzzolles in seiner krassesten For-m. Dieser Gedanke ist durch die Wahlen -nicht wt geringsten longiert worde,,. Die Weltwirtschaft muß damit rechnen. Ein England, das sich durch seim ^Antidumpinggesetze vor der deutschen JndnstriekmrkurrelH zu sichern versucht, das durch Vorzugsbehandlung den Produkten seiner-Doininien trotz der Konkurrenz der anderen Staate:, einebessere Stellung sichern will, ei,: solches Gngliarch hat für dis fpstz Idee' der reinen liberalen «d a n d e l s p o l i t i k nicht meh: viel übrig. Indirekt wird dies seine Wirkung auch auf Europa mit der Zeit ausübeu. Das große Absatzgebiet Englands, das russische Reichs dürfte trotz seiner geänderten Verfassung zw seinsn in den neunziger Jahren eiugesnhrten Hochschtttzzöllen etzewfalls bald zurückkehre,,.. Die Levante mit ihren zu-n: DelWewnßtsein erwachten Staaten, -die neuen Wirtschaftsgchilde Mitteleuropas, all diese sehe,: das Kriterium Heer SelhsiändiMit in der Aufrichtung rnöglichst hoher Zoktmauern. Der BetMhr schließt sich ab. Der vergangene Krieg hat da? wirtschaftlich? Mißtrauen der - einzelnen Staaten noch verstärkt. Es wirb lange dauern,'bis eine Aenderung des Wirtschaftsgedankens i„: Sinne «der freien' Entsaltnng, int Sinne ldes Laisssz-fair und Laissez-Passer eintritt. Die Wahlen in England haben diese Idee vielleicht nnr um das Minimum eines Schrittes gefördert. —g. B,de«emerb in PalSstina. Ans B e' r l i n schreibt mm, uns: Dr. Jakob T h o rt, der Manag,,lg-Direktor der P a l e sr i n t Land D e Velo p n: e n t C o. in Jerusalen: lveilt gegenwärtig in Berlin, um hier eine B e r k.a n f s o r g a n i s a t i o n für Grm:d> stücke der Pqlestrne Land Development Co. (P. L. D. C.) in Europa zu schassen. Die P. L. D. C. ist zusammen mit dem Palcisrina-'Amt iw Jahre 1908 ins Leben gerufen worden, sie ist das offizielle Bodeukanfinstüut der Zionistischen Organisation unb fast der gesamte Pobenkanf in Palästina ist seither durch die P. L. D. ($. vmnMell worden. Außerdem kaufte die P. L. D. große Flachen für «artenstädtische Siedlungen i„ und um Haifa, in Jaffa, Tel« Awiw und Umgebung, in und rnn Jemsalen,. Insgesamt ertvarb die' P. L. D. C. bis Ende 1922 laudtvirtschastlrche,: Boden 1V5.00Ü Dnnam in: Werte von 720.0Ü0 tfuüd, gartenstädtischen Boden 11,000.000 Quadratmeter in, Sette von 150.000 Pfund, städtischen Boden 1.350.000 Quadratmeter inr Werte, von 166.000 Pfund, für Geschäftsviertel- 86.000 Qnadratnt-terim Werte von 194.000 Pfund. Insgesamt Boden im . Ausmaße von 195.000 Dnnam und 12,436.000 Quadratmeter im Werte von 1,230.000 Psttnd. Damit vermehrte sie den jüdischen Grundbesitz westlich vom Jordan um 50*/, seiner friiheren Fläche. ' Die P. 2. D. C. richtete eine vesondere Abteilung Städtebau ein nnd trug viel dazu bei, daß die neuen jüdische:: städtischen Siedlungen in den drei wichtigen palästinensische:, Städten nach Prinzipien moderner Städtwaukunst angeletzt wurden, sie gründete im Jahre 1908 die Farm K i n e r etch, die - erste dieser Art in der palästinensischen Kolonisation, nach deren Atuster die Karmen Ben Schemen, Hlüdah. Äterchowiah, Gau Sckimnel solo!« Miadal. Poriab, Kemrr. Kfar Nrian. Rnchamad