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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-04 · Heft 1726 (4.12.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1726 (4.12.1923)
Date
1923-12-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Gettek Wien, Dienstag Wiener Morflenzeltnn^ %. Dezember 1023 Rr. 1720 Hofrat Arnold Rose. Der Bundespräsideut L>at öciu Pro feffor an der Akademie für Musik und darstellend? Kunst Arnold Rose taxfrei den Titel eines Hofrates verliehen. Das österreichische Komitee der Internationalen Gesellschaft für neue Musik veranstaltet Diontag den 3. Dezember um 8 Uhr abends seinen zweiten Musikabe-nd mit zeitgenössischem Programm, darunter eine Erstaufführung von Max Reger, im Mozart-Saal, 1. Bez.. Himmelpfortgasse 20. (Regiebei-tragskarten inklusive Program-in zu 10.000 K. und 6000 K.) Zur AnMhrung gelangen Werke von Kauder. Hindenrith. Reger, Honegger, Kodaly. Au.führende: Frau Annre Kcrlrb-Barthelme. Herr Dr. Paul A. Pisk, Herr Dr. Rudolf Beti, Fräulein Selma Stampfer. Herr Prof. Friedrich Wührer und Herr Prof. Alexander Minderer. Emfiihrende Worte spricht Prof. Max Graf. _ Aus den Matern. Im Burgtheater gelangt morgen Mittwoch, 7 Uhr, ,L)er Teufelsschüler", ein Melodrama in drei Akten von Bernard Shaw, zur ersten Aufführung. Regie Herr Herterich. Akademäetheatev. Morgen, halb 8 Uhr, „Der Raub der Sabinerinnen". Volksoper. Heute „Travia'ta" mit Mattia Balte stini als Gast; Dirigent: Direktor Weingartner. — Morgen (Mittwoch) „Die verkaufte Braut". Donnerstag zweites Gastspiel Dattistini: „Tosca". Im Deutschen Volksthealer beginnt die heutige Vorstellung von Grillparzers neueinstudiertem Trauerspiel „Die Jüdin von Toledo" mit Alexander M o i s s i und Maria Orska pünktlich um 7 Uhr. Im Johann-Strauß-Theater findet Freitag den 7. d. die 100. Aufführung der Operette „Ein Märchen aus Florenz" statt. Im Lustspieltheater geht heute das Lustspiel „Madame gastiert" zum 25. Male in SMe. Für Freitag den 7. d. wird ein Novitätenabend vorbereitet, an dem Hansi Niese und Josef Jarno die Hauptrollen spielen. Zur Darstellung gelangt die Komödie „Daisy" von Tristan Bernard, hierauf „Treu, ehrlich und fleißig" von Fanfaron, den Schluß bildet das Schauspiel,Die Untersuchung" (l'Enguete) von George Henriot. 'Im Apollotheater gelangt Leo Falls neue Operette „Der süße Kavalier" infolge technischer Schwierigkeiten erst am Samstag den 8. d. zur Uraufführung. Das Haus bleibt am Freitag geschloflen. Mitteilungen aus dem Publikum. Kultus-uJustiz-Talareu. Barette erhalten Sie vorrätig oder nach Maas bei der bekannten Spedalfirma RUDOLF GOLDSTEIN, Grosses Lager feiner Stoffs für ■asabeateilungen tu. 48-6-29 WIEN, II. TABORSTRASSE 54 a«gr. iss« FftlnwasChansU)lss= Zentrale 1 VI. Wallgaase 4 Telephone: 6339 crui 4316 lUcbemahmntellen in simtl.Bez. Autos befahren täglich aile Bez. _ Stückgarantie wird geleistet. Heer» Slärkwäsche-'vHteilnng. ©Habiburg 177 ff» u MuawaBwwwaagBaeiWKanaa ArbtltsaiRte) , 4*w. 04 VU. Burgg. Dl Berufskleldcrfabrtk timmmmmmmmammmammmammmmmmm Die ■ Versichernngsabteilung I des JGdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth risrael) fahrt alle Arten von Versicherungen durch — also sowohl Lebensals auch Elementarversicherungen. — Alle Gesinnungsgenossen, die sich des 3. N. F. zwecks Abschlusses ihrer Yersieh'-runfren bedienen, vergrößern die Mittel de* J. N. F. v ohne jedes Opfer ihrerseits. Die P> ämien aus den Lebensversicherungen werden in Palästina zum Vorteile des Kolonisations- Werkes (in ägyptischer Währung) investiert Au°ktinfte mündlich und schriftlich im Bureau Wien, II. Zirkusgasse 33, Tel.45-606 Wissenschaftliche Prophetie Unter wissenschaftlicher Prophetie verstehe ich Voraussagen, die —nachdem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft geprüft — als zuverlässig anerkannt werden können, wie zum Beispiel astronomische Voraussagen. Die von mir aufgebaute wissenschaftliche Arbeitsweise. die ich als „21ulmnTfSforschuag" bezeichne, ermogückst auf ihre Zuverlässigkeit wissenschaftlich ebenso nachvrulbare Voraussagen für die verschiedensten Gebiete, so auch Gestaltung menschlicher Einrichtungen staatlicher, wirtschaftlicher, rechtlicher Art usw. somit auch für-hie schlichlicke Lösung der gegenwärtigen Wirrnis. Jüngere, irgendwie wissenschaftlich tätige Herren und Damen, die ein aussichtsreiches wiffenschaftliches TStigkeitsaebiet suchen. ^ir ^is ^.Dezember d. I. Namen, Wohnung, Fachgebiet und Alter mittels Antwortkarte Mitteilen, worauf ich sie ... -«...- "" Persönliche 7-- -— .mir unter den gegenwart gen Verhältnissen dieser Weg als der einfachste und kürzeste, die Zukunftsforschung für die Menschheit dienst- und nutzbar zu machen. vtto E 4 n 8, Wien, VI., Dürergasse 18 AUFRUF! Schützet Eups Kinder vor Malskrankhelten Sie können das sicher Vorbeugen, wenn Sie ihnen L. Schweizer Huslenpastil ton geben. Unentbehrlich für ladornUiliR» insbesondere für Kinder- Verlanget» Slo in alten einschlägigen Geschäften Qrattiproben GeneralreprisentaRz und Grostliger Karnlol 4 Glück mmm Wien, V.v Zentapasie 3, Toi- 97*3*10 mo „Wlenea“ 729 9 II., OBERE DONAUSTRASSE 91 Qsöistes streng IPD-R estanraat unter Aufsicht des.Enrw. Rabhin-ts der Schiffachul i »I »4t 8AUTUHREIHHE1TEH HAARWUCHS •B* Wimmer), Mitoestr, BBh, Sommer»proesen, Leberflecke, Maten* sc|rö e verschwinden unter Garantie, un- SM schädlich, in 3|e- . V nilccn Tagen durch **** Idul-CrSme „ARI“ (beste« Schälmitte! der Oegenwart) K 15.000, Orlglnaitiegel K 20 000, Telntselfe dazu K 5000 Hyglen. m Balsam „a l b I«, beste« Mittel d Oegenwart, garantiert nn* schädlich beseitigt Haarausfall, Schuppen, Kopljeokan, krlfligt Haartcde» und verleiht he-rUpran Kaarnlanz Uebermchende .Wirkeeg des HurundB»*twm>httsl Origiultsegei K 20.000, ProN K 11-000. Peru-flopfwasehteifaK 10.000 Bei Nfchterföig Oeld retour 78? Warenhaus Mich. Potoky, Wien, VI/** StlegengaiM 15 Serichtssaal. Re Gattin erwürgt. (Fortsetzung.) In der VerhaMung führt Hosrat Barasch den Vorsitz, öfseEcher Ankläger ist Staatsanwalt Meißner, Verteidiger Dr. Pordes. Die psychiatrljchen Sachverständigen Prof. Dr. Stelzer und Dr. Pappenheim kennzeichnen den' Angeklagten als eigennützig und rachsüchtig. Da er der Frau den Tod wiederholt angedroht, könne die Tat Mr als Schlußergebnis eines längst gehegten Mordplanes angesehen werden. Anton Mautner ist ein. kleiner, schwächlicher Mann mit kahlem Kopf und kleinem Schnurrbart. Bei Abgabe der Ge-, ueralien schluchzt er wiederholt. Mit den Zeugen werden' auch die kleinen Kinder des Angeklagten in den Scnvl geruferu Der Vorsitzende fragt, ob nicht auf di« Einvernahme der Meinen lieber verzichtet werden sollte, aber der Staatsanwalt und die Verteidiger erklären, sich über diese Frage vorläufig nicht äußern zu können. Der Angeklagte bekennt sich nicht schuldig. Der Angeklagte schildert daun seinen Lebenslauf. Tr ist in Trebitsch geboren, hat in Brünn sechs Jahve die Realschule besucht. Sein Vater war Alkoholiker. ,^nsrägedess«n -habe ich ein« traurige Jugend erlebt," ■ sagt der Angsvlagte,' „ich war aber trotzdem strebsam und ideal geartet^ Cr erzählt weiter, daß er zwölf Jahre als Schreiber bei Gericht in Verwendung stand und aus dem Staatsdienst entlassen worden sei. Nachher betrieb er ein literarisches Unternehmen „Die Brücke". ■ , Vors.: Sie haben vier Fronen gehabt. Die erste Frau ist gestorben, mit der waren Sie von 1897 bis 1902 verheiratet. Nach kaum sieben Monaten haben Sie wieder geheiratet. — Angekl.: Ja, ich -war furchtbar verzweifelt. — Vors.: Von dieser Meilen Fvau haben Sie sich nach fünf Jahren getrennt. Sie sollen sie oft mißhandelt haben. — Auge kl.: Daran kann ich mich nicht erinnern. Der Vorsitzende stellt durch Befragen des Angeklagten fest, daß Mautner insgesamt vier Ehen geschlossen hübe. Von seiner dritten Fron, die er' ermordet hat, spricht der Angeklagte stets als „meine jetzt leider verstorbene Frau". Der Bovsitzende hält dem Angeklagten vor, daß «r häufig davon gesprochen habe, s.'in« Frau umWbringen. — Angekl.: Nur im Laufe von Streitigkeiten, und ich habe nie -im Leben daran gedacht, eg auch wirklich austzusühren. — Bors.: Sie werden aber von Zeugen das Gegenteil Höven. Am Tage vor der Tat, am 12. Juni, wachte Ihre Frau um 3 Uhr früh auf. Da standen Sie, wie sie erzählte, vor ihr mit merkwüMgem Ge, stchtsauSdruck, als ob Sie sie erwürgen wollten. — Angekl.: Was hatte ich um 3 Uhr «früh vor dem Bett« gemacht? — Bors.: Die Frage müffen Sie beantworten. Ihre Frau er- Mflte rS. — Bors.: Erzählen Sie mir die Ereignisse des kMschen TageS. — Angekl.: Ich habe mich um halb 5 Uhr früh an den Schvoibt-isch gesetzt, um zu arbeiten. Mr war nicht gang wohl. Da hatte ich dar Bild, als ob meine Frau aus dev Küche in das Zimmer käme. — Bors.: War daS Wirklich. Mt oder Vision. — Angekl.: In dem Augen- Wcke, wo ich daS BÄd hatte, stand auch schon die Frau zwischen Bett und Schreibtisch. Sie hat mich angesehen. Ich war in ein« Art Fieberzustand und sagt«: Gib Mr die Pendcüuhr! Der Zimmerherr mutz hinaus. — Bors.: War ist werter geschehen? Angekl.: In diesem AugeEick hatte ich ein bedrohendes Gefühl. Ich bin «in älterer Mensch und will mich nicht lächervrch machen, aber es war die Leidenschaift. Ich hatte die Frau ganz bestimmt gern, wsil ich sonst nicht so viel Dual und Pein mit ihr ausgestanden hatte. ES war sehr schnell. Di« Fvau sagte darauf. .. (Der Angeklagte deM lange nach.) Was sagte sie nur? Ja: ,Mevd« hin! Krepiere!" in einem verächtlichen, niederschmetternden Ton. In diesem AugeMick packte mich die Verzweiflung. Ich holte mit der Hand zum Schlage oder Stoße aus. Die Frau ging aus mich los, packte mich beim Halse, so daß mir das Blut gu Kopfe stieg. In meinen Schläfen hÄmnerde «s wir in einem BuAan und ich verlor die Dcsimrung. Bors.: Haben Sie die Fvau gewürgt? — Angek'l.: Ehrlich gesagt, ich kann Mich nicht mchr evinnern. Der Auge- Nagte sinEt dann ans seinen Sessel zurück und ru-ft weinend: Ich kann nicht wetiter sprechen! — Vors.: Ich würde Ihnen aber doch raten, fovtyufahren. — Angeklagter nach längerem Zögern: Ich sah die Fvau liegen. Es war mir, als ob sie noch lebte. Ich war aber so krchtlos, daß ich keinen Gedanken saffen konnte. Ich wollte dann einen Doktor holen. — Doos.: Trotz Ihrer Ausreguing haben Sie sich aber angekleidet und in den Spiegel geschaut, ob Sie tadellos angezogen sind. Der AngÄlagte schildert dann einem großen Wortschwall seinen Zustand noch der Tat. Nach dem Verhör mit dem AngeMagten wurde die VerhaMung abgebrochen. Sir wird heute zu Ende geführt werden. vom Verfaflnngsgerichtshof. Beim BerfaffungsgerüchtShof sind weitere acht Wahlbeschwerden, die sich auf die Nationalmtswahl vom 21. Oktober beziehen, eingelaufen, weshalb sich die Notwendigkeit der Abhaltung einer außerordentlicheil Session des Berfassungsgerichtshofes ergab, Meselbe wird wahrscheinlich im Monat Jänner stattfinden. Die für den 6. d. angesetzt gewesene Verhandlung über die Beschwerde des Bundeskanzleramtes in der Wiener KrematoriumsangelegLnheit wurde vertagt, weil dar Bundeskanzleramt inzwischen einen weiteren Antrag auf Aushebung deS § SS der Bundesverfassung der Bundeshauptstadt Wien vom 10. November 192y betreffend die Befugnisie des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt eingebracht hat und die beiden mit einander zusammenhängenden Fragen uttMx einem entschieden werden müssen, Bolkswitt. Ssftkmpeite Krone — 0.0081 fientimes. Auszahlung Wir» — 0.0081 Centimes. In Zürich notierte 3./12. L/12. die österreichische Krone . . . 0.0081 0.0081'/. die Ssterr. qestemvelte Krone . . 0.0081 O.OO8IV4 die tschechische Zkrone .... 10.70 16.68 die Mark.pro Milliarde —.— Holland . . . , 217.60 217.50 Reto^Pork »«»»», ••* . . . 678.25 574.- London . . . . . . » » « 24.98 24.88 Paris. 81.05 80.95 Mailand «•■•••••* . . . 24.87 24.77 BelArad •»•••»*••# i « 6.47V, 6.50 Bukarest . . . 2.85 2.90 Sofia , ft 4 4.40 4.46 Budapest. 0.0302 0 n Warschau « » —— Sind die Merprioritiite« mit efleflfoetn Silber zu verzinsen? Klage vor eine« Wiener Gericht. Beim Bezirksgericht Jmvere Stadt beschäftigte sich gestern Heftar Tr Nedttfowtrz mir einem für alle Rentenbssitzer wichtigen Prozeß. Fräulein Kollar, die Beisitzerin eines Zmsenschemes der vierprozentigen Prioritäten der Kronprinz Rudolfs- Bahn belangt durch Dr. Mittler den Bnndesschatz auf Zahlnn« der fälligen Zinsen von 20 Guillden (40 Kronen) in „effektivem Silber". Diese Znvsen sind ' nach dem Text der SchMverschreibunlgen „in Silber bei der Bundeszentvalkafle zahlbar". Di« PriovitätSan'lelhen sind vom Staate zur Selbst-' zahlmig übernommen worden. Jni Text' im Mantel ist gleichfalls der Vevmlerk enthalten, daß sowohl die Zinsenscheine allö di« eventuell« Rückzahlung der Schuldscheine „in effektiver Silbermünze" zu erfolgen habe. Die Klägerin hat die Zahlung von 40 Papierkronen abgekchnt, begehrt - Zahlung in ^effektivem Silber, ist aber bereit, den Bewag von M.000 Papierkronen «ach der Parität einer Silbertrone gleich 14.000 Papievkronen entgogentznnehmen und stellt dieses Begehren. Dr. Mittler begründet diesen Anspruch aus nachstehende« Erwägungen: TS handelt sich in diesem Prozeß mn ein In- « vesttttonSdaÄchen; das hingegebvm Vermögen ist heute in bet

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