Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1724 (2.12.1923)
- Date
- 1923-12-02
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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GeKe 6 v, Wien. Äwwrtoft Damnmantel Kostüms Pelze WAche AHes auf Krediäl Sullas Schick S 8a.. KaMar» S Mezzanin m Fernruf 79-4-75 ein Zug von elwa 150 jungen Leuten, die nn er Führung reichsdeutjcher Ctudcn'nt durch di« Rathausstraße, UniversitätSstraß« uwd SchwarManrerstraße zmn Anatomischen Institut marschierten. Ein starkes Äacheanfgebot begleitete sie. Da auch daS Anatomische Institut geschlossen war. zogen die Herren wiArr ab. llebergabe der StaLtbahn an die Gemeinde. Gestern vormittags wurden unter dem Vorsitz dos Bm,d:skrnzlers Dr. Seipel die Schluß Verhandlungen tveren der Ueberoobe der Stadtbahn an die Gemeinde zu Ende gesühnt. In diesen Verhandlungen handelte es sich um die Entscheidunig über zwei Streitpunkte. Der Bund verladt die Gesamtkosten, die ihm aus der Elektrifizierung der Stadtbahn erwachsen, also insgesamt drei Milliarden, die Gerne'ude ist jedoch nur zur Zahlung eines Betrages von 15 Milliarden bereit. Weiters verlangt der Bund auch die lieber nah me sämtlicher Angestellten, die Gemeinde hingegen will nur einen Teil, ungefähr 160 Angestellte, in ihre Dienste übernehmen. Tie Verhandlungen, die mehrere Stunden in Anspruch nahmen,^sührien zu einer Einigung in allen strittigen Punkten. Die Stadtbahn wird nun behufs Ausführung des Projektes der Gemeindeverwaltung übergeben. Damit haben die Verhandlungen, die sich seit mehreren Monaten hinzogen, doch zu einem guten Ende geführt und die Stadt bahnfraee die für Wien mehr als je eine brennende ist, kann nun der von der Gemeinde pv.-jeltierten Lösung zU'Xsührt werden. Freilich wurde durch di« Berzögerungstaktak und die verschiedenen Manöver, d'e die Regierung ausführte, viel kostbare Zeit verloren. Hätten, die Verhündlungey einen glatten Verlaus genommen,.dann hätte man schon vor einem Monat mit '&n notwendigen Bauarbeiten beginnen können Und es wäre bei fortschreitender Bauführung möglich gewesen, den elektrischen Betrieb schon zu Anfang des Sommers aufzunehmen. Ob die Fertigstellung aller erforderlichen Arbeiten fetzt noch in dieser Zeit möglich ist, ist mehr als fraglich. Auch die beträchtlichen Lieferungen können infolge des verzögerten Abschlusses d.r Verhandlungen erst jetzt zur Vergebung gelangen. Die Direktion der Städtischen Straßenbahnen wurde beauftragt, alle Anstrengungen zu machen, um trotz der borgeschritreuen Jahreszeit die Elektrifizierung der Stadtbahn zu dem ursprünglich in Aussicht genommenen Vollendungstermin d s Sommers 1924 und für die bis anfangs September 1924 noch im Dampfbetrieb verble:belÄ>e Strecke Hntteldorf—Michelbeuern unmittelbar nach deren Uebergabe zu bewirken. r« Streik In dr» Ankrrbrotwerken dauert . fort. Der Streik in den An kerbrot werken, zu dessen Beendigung vorgestern berechtigt Hoffnung war, nimmt seinen Fortgang. Trotz der mit den Vertretern der Gewerkschaften in der Nacht von Freitag auf Sams'ag scheinbar erzielten Einigung über eine Basis zur Beendigung des Streiks erklärten gestern nachmittags die Betriebsräte der Arbeiter, daß sie nicht nur die von den Gewerkschaften zur Annahme empfohlenen Vorschläge verwerfen, sondern vielmehr wieder auf ihrer ursprünglichen Forderung der Entlassung des Beamten Brach beharren. Diese unerwartete Wendung hat die erhoffte Beilegung des Konflikts verhindert und die Bemühungen der Gewerkschaft und der Direktion vorläufig erfolglos gemacht. Lüchte MeÄMchliige. Gellem -lieb es in Oesterreich Überwiegend trüb und nebelig. Zn JnnSbmck reqnete es mittags, die Temperaturen waren morgens über 0®. i Voraussage: Herrschender Weitercharatter »ohne wesentliche Aenderunganhaltend, unbedeutend eNiederschläge nicht ausgeschlossen. Ein wrnig wärmer. Sie LebenrmittelmürNe. Die Nachfrage war gestern weil schwacher als sonst an einem Samstag m Monat sbeginn. TieShürste ll^upttächüch daraus §u-r>ückzusüyren sein, dos; infolge der verschiedenen wilder Streiks und Avbei'eraussperrungen keine oder sehr verringerte Auszahlungen stat gefunden hatten. Aiber auch dir Tatsache, daß die sileischpreise nicht in dem Maße zurückgeheu, a'ls dies di« Bevölkerung mir Recht erwartet, wirkte in der Großmarkchalle hemmend auf i'-n Absatz. Billiger wurde nur KE ersch guter Quali äs - n ' 0 K., die minderen Zarten &>" >Weisch um 4000 it. und Schweinefleisch stellenweise Ä-ot. K. pro Kilogramm. Alle übrigen Fch-'chTtten. sowie aü4 bliebvn unverändert. ^_Wiener Mo^enzettunft. Letzte Nachrichten. Frankreichs KreM an die RaKonMnaleit. Paris, 1. Dezember. Die FinantzloimirissiM des! Senates hat nach EnigegennahM'e des Berichtes -des Senators Verenger über die gcvlauten Kredite den 400 Millionen Franken für Polen, 300 Millionen für Jugoslawien und 100 Millionen für Rumänien beschlossen, vor einer ive^teren Erörterung dringlich Aufklärungen der Regierung zu verfangen. Diese würden wahrscheinlich Mittwoch von P o i n c a r e erteilt werden. Kndrk ans ZsutsUM lm«qr>vlüra. Berlin, 1. Dczencher. (Tel. der „Wiener Morgenzektung".) Die Polizei hat im Aufträge des Generals Seeckt den bekannten kommunistischen Schriftsteller Karl Radek tvegrn seiner Hetzereien zum Putsch ausgewiesen. Radek ist in direkter Verbindung mit der aufgelösten vo kisthen „Fxeiheits"artci" gestanden, um mit den Rechtsbolschowiken gemeinsam einen Putsch zu organisieren. .Wrlisch-Manisches Abkommen. Bukarest, 1. Dezember. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) BlättermÄdungen zufolge, wurde zwischen der Türkei und Albanien ein militärisches Abkommen geschlossen, besten Spitze sich gegen Griechenland richtet. ^Außerordentlich toter stellen sich derzeit Seefische. Dl« Teuerung wird damit beprurdet. daß derzeit aus Den WaiD Seafis,cke nicht anSgäfnhrt werden dürfen und sich die hol«- ländischen Seefische wesentlich teurer stellen. Die Gri'rwwarenmärkte waren mit KartoWn, Gemüse und Obst mehr al§ ausreichend versahen. Aus Italien sind große Sendungen an Orangen emge rosten. Orangen kosten auf den Märkten 800 bis 1200 K. vro Stück, schönste Ware 1500 bis 1000 K. pro Stück. Auch Butter und Eier kommen in großen Mengen auf die Märkte. Die Preise haben keine AenVerung erfahren. _ * Das Neuest: ist... -Da? Neueste ist naEch der Gestll'iAkcitsvcrem Er ist die harmloseste Verein igimy d r Wett, so harmlos. daß er übechai-.M Mi im bekannt friedlichen La>uide des Paprikas und der Porgrome gsgrünld.t werden konnte. Es muß von vornherein als jüdischer Dreh gemeinster Art betrachtet werden, wenn man behauptet. die Erwachenden Ungarn vevfÄlgtm anideve als Gsfelliykeits-, Sport- und Bildttng?,'iele. Namen «'ich awf dem letzten Gebiot hat der gesellige Verband Außerordentliches gekekst« und die wissenschaftlichen Unt-rfnchungen über die WiderswndÄsoihigckeit der ntenschlichen Schcidelldecke sowie über die WiribunHeu von B^ufcmrre auf den Organismus können als einzig dast-chend bezeichnet wevden. Daß der Gsselligkertsvevband auch dm Sport huDigt und sich mit Violen, Eifer bemüht hat, fcstyustellen, wie lange ein Mann mit auKgestoche-n«n Augen, und zwei Wchxn im Kopf in der Dona« schwmMen kam, ist i-n rmserer Zeit eigentlich sellblt >erständNch und würde keine vühm-- l.iche Erwähnung verdienen, wenn der Eifer dicher sportlichen Beätigung wicht besonders anerEainnt werden müßto Auch die Pflege der natioitalen.Musi? läßt sich der tKffficfjc Verein angelegen sein und hat schon zahlreichen Angehörigen d r semitischen Nasse!m Vortrag evleisener nationaler G.isänge sEvger- Berger) gänzlich Foftört'oS überaus wiiHame UnteÄveisumg ang dachen lasten. GelegentLich songt der Verband auch für das Amüs-ement der Mtyenosten. inbom er einen bescheidenen Oberarzt auf die Bre-tter des Welttheaters bvingt, der mtt beftrickendr Hmml-oWeit die Znmutttng zurückweist, aus die Würde eines M'miisterprLsidsuton aspirtevt zu haben, da er doch tcktsächkich die KöniMron-e anstrcde nNd sich — kühn Aed ich den bethyavischen Öberargt — mit weniger Äs diefer Kleinigkeit unmöglich Auifriedm gelben Wnnte. Außer allen diesen Verdi an-strn halben sich die Evwachenden noch sin unxv stelhaftes weiteres Verdienst mn die Förderung der heimischen Jnd.tftrie (Gmmn>Wn>üppö', Messer ustv.) erwoUbon. Die aüsolkrt- HarinklosÄsteit des Vechandes ist eritviÄsen. Aber viel- - leicht war Geselliokol!Ä>evband doch noch rin Zu starkes Wovt. Der Verein der EvwachLndrn ist ganz einfach ein männliches Kaffeekränzchen. Kater Murr. * Zionistisches SandeSkomitee. Dienstag den 4. d. wichtige Sil'NW. Erschemem aller Mtglieder Wicht. * Der ,,Postebührenweiser". Der völW)e Dunurckotst, welcher ievt tn den veusckiodenen Aemtern danrst ,Moßt" ist, unsere öffentlichen Einrich ungeu mit einem bod-rmtänoigarischen Sprachcharakter zu verseben. bringt setz» täglich lustige Erzeugu'stc seiner völkischen Aeschetik austspraUichem Gebiete bervor. Vor ein paar Tagen war es die Ableitung des WorteS Schilling von ^sksellon". welche sich in dem amtlichen Toni» muniaue über die Einführung der Schillinpbezeichnuny für 10.000 K. in schlechtem Siliber sehr drollig ausnahm. und nun ha> der amtliche Sprachverschonerer uns zufommrn mit der Pofteebiihrenerhöhung ein neues Worr pescheirkt. das alle völkischen Belange, welche man an eine Posioebübrentrhöhnng knüpfen kann, voll und ganz beiriediat: Es ist der „Pvllgebübrenweifer". Für Leute, welche nicht völkisch, sondern nur deutsch verstehen, sei beuterk, daß es sich um eine Tabelle handelt, auf lvclcher die neuen Prftoebühren inebr oder weniger unübersichtlich verzeichnet sind. Freunden völkischer Echtheit sei auch Westers verraten, daß dos Wort „Weiler" nicht mit dem verfemten Nathan dem Weifen zufommenhängt. sondern als Subftan'ivum dem setzt allgemein im Deutschen gebräuchltchell Worte „Zeiger" shnonpnl ist und in dieser Bedeutung auch heute noch ~ im Jüdischen gebraucht wird (während V>3 Wort „Feiger" in dieser dom Bolkifchen antiprlden Sprache mit weistden sch erweichtem S als „Seiner" für 1% verwendet wird). Dem völkischen Tprackweuschonerer wäre ast'o anzura^en. mit seinen toeiäfiirfen Klätweu des MutterlaisteS etwas vorsichtiger unrzugehen. damit sie nicht zu, Misch tönen. Der „Postoobührenweiser". übrigens ^chon jn seinem Ua-nge an den ganzen Jammer beck.r eter' llvsähiBett mahnend, ist. ne-iillnbei bemerkt, eilt ebenso gut deutsches Wort wie dep berühmte völkische „Datumweise'ch^ für ,Ml«nder", der ein verpöntes Fren:^:vart durch ein anderes ersetzt 'har. Denn das Wort „Post" ist ja. Galt sei dank, nicht augu reinrastig-deulfchen Ürjpru««-. 2. Dezember 1923 " " ' ' Rr. 1724 Pelzhaut G©brlSii©r BrainSn Wien, II., Glockengasse Nr. 8 WN'k9lilt!lll t llM Ru«ppgesse 37 / T« 1.45-4-33 I . M7 | E Selbstmordversuch der Witwe des Dramaturgen Fellner. Gestern abenos hat Frau Aunh Fellner, die 64jührige Witwe des ehemaligen Dramaturgen des Deutschen BollstheaterS, des Schriftstellers Dr. Richard Fellner, einen Sell'stmordversuch durch Erschießen begangen. Frau Fellner befand sich in den tristesten Verhältnissen. Ihre Verwandten in Wien und anderwärts kümmerten sich nicht nm sie, sie fand bei ihnen weder Obdach noch Unterstützung. Das Deutsche DolkScheater hat der alten Dame von Zeit z,r Zeit Unterstühimgen anweisen lassen. Frau Fellner erkrankte vor kurzem und sah voraus, daß sie ins Spital gehen müßte, nm dieser Zukunft zu entgehen, beschloß sie zu sterben. Gestern hat sie sich im Gebäude des Pfarramtes in der Schützengassc eine Kugel in die rechte Schläfe gejagt. Sie verletzte sich schwer. * Die Angelegenheit des „Warenhaus des Zentrums". Die gegen düs „Warenhaus deS Zentrums" von der Wirtfchaftspolizei einaeleitele Untersuchung bat ergeben, daß zwischen Salo und Marko Feller einerseits und der Gründung des „Warenhauses des Zentrums"andererseits kein Zusammenhang besteht. Ebenso stehen Salo und Marko Feller den früheren Gründungen dieses Warenhauses, und zwar dem „Schweizer Textil Pa last" in der Seitze'raasse und dem „Louvre" in der Schulerstraße/ vollständig ferne. Es hat sich somit für die Behörde auch kein Anlaß ergeben, über Salo und Marko Feller die Hast zu verhängen oder gegen dk Genannten eine gerichtliche Anzeige zu erstatten. (Nachfolgende Notizen bis ,u der Rubrik „Vereine" find entgeltlich.) A. Sernqraß'MimgeseNchaft. Die dritte Weihnachtspreisliste bringt eine AuSlese von hervorragend billiaen Weihnachtsokkasionen unserer Seiden-, Woll« und Wafchstofsabteilung sowie in Herrenmo-benartikeln. Henen« und Knabenkleidern. Wirtsckwftsartikeln. Sport- und Dpielwaren usw. usw. Auch die Ankündigung einer neuen Abteilung für Buch- und Kunsthandel, die sich besonders setzt zur Weihnachtszeit durch ihre wertvollen, dabei billig« Goschenkmöalick'ist'iten dem Publikum empfiehlt. — Unsere Inserat, finden Sie auf den Seiten 13 und 15. MAs Angedat guter und billiger Waren. Zufolge Vergrößerung der Geschäftsräume gelangen im KaustrmiS Prüder Schiffmavn, S. B e Taborftraße 48, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, feruev Leinenwaren. Bettwäsche. Regenmantel lowie original en^liichr Stoffe für Damen und Herren in enormer AuSivahl zu nnerreicht billigen Preisen -nm Verkauf. Nachllehend einige Beispieler Prima Web«% . ..pro Meter 11.000 K. 8.500 ft. / . 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St-chMWsse 8 (Zugang zwischen.Tuchlauben 7 und 9). . . , * Dar Publikum irrt sich, wenn cs glaubt, da« es dort, wo jEeffnafKninaen gestattet oder Geschenke angeboten werden, gut kawft. Es überzeug sich meist davon, daß cs dafür teuerere Pr.-bse zahlen muß. Wirklich aut und billig kauft mau nur kt solchen Geschäftsleuten, welche durch billigen Einkauf m kt öfltfe kommen, gute War"n besonders. preiswert abzugebsn. Beachten Sie die heiltiae Amoigr der Firma Tauber u. Co., 15. Bez., Oesterleingasse 2 (Ecke Mariahil-ferstraße 170). du, dort angoNndigten Preise b'weisen die besondere Lerfturrgt?, fäh!g^i> 'der Firma in allen Textll- "-nd. D'chiwaren. * Personalnachricht. Dr. David Juris. Rechtsanwalt und Verteidiger, hat seine Kanzlei. Wien. 2. Bez., Taborstraße 1 (Ecke Obere Donaustraße, nächst Ferdinandsbrücke) erosinet. * Brillen. Zwicker urb op^che Möser aller Art raustu Sie bestens im Spezialgeschäft A. Ko hu. 20. Bez., Jäger, straße 88. Fachmännische Behandlung. Mäßige Preise. 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