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Wiener Morgenzeitung · 1923-12-01 · Heft 1723 (1.12.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1723 (1.12.1923)
Date
1923-12-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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«2M TV MSN, «wmswg"' |iana ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ an; Metben ttotleiHenbeit SulenSeuKtfilonis | S Untecbie[eiDet)tfeMcmtIlaMbnnoRttgSni>inSni«na ■ ■ Club unter dem Protektorat des Vizepräsidenten derisraeliti- , scheu SültuSgrnleinde morgen Sonntag den 2. Dez. um 8 Uhr , ■ abends in sämtlichen Olympiasälen, 1. Bezirk, Rothgasse, eine » : «« k« * ■ Programm: Erika Wagner, Dr. FritzLöhner (Beda), Ferdinand » » Bonn, Oberkantor Margulies, Konzertmeister Zimbler, Dottor » ■ Bendiner, Ballorchester Dostal, Tanzarrang. Prof. I. Singer , A«rten zu K ao.oeo an Vorvrrkauf»st«llei>, an der Abendkasse in zahlreichen_ K 30.000, Restliche Lozen im RmgcasS Bühne und Kunst. ,2er Hsthnerhof.' (Kammerspiele.) Dieser ftech-anmuttge Schwank Tristan Bernards gehört zu den besten Stücken seiner Gattung. Hie erdrückende Last gehäufter Liebesfreuden — hie ewig unbefriedigte Sehnsucht nach dem Weibe. Dar Unglück dieser beiden Männer ist zwerchfellerschütternd. Ohne Wahl verteilt die Gaben, ohne Billigkeit daß Glück. Und die bös« Fortuna bewirkt nur, daß es beiden schlecht ergcht: Dem Hahn, den girrende Hennen bedrängen und immer wieder — bezwingen und dem zweiten Hahn, vor welchem alle Hennen Reißaus nehmen. Mt Humor ist der Lehrsatz abgewandelt, daß der Mann in Liebesdingen stets nur Objekt ist. In der Liebe herrscht unumschränkte Weiberwirtschaft. Der Brachliegende, nach dem Weibe Brüllende, von dem sich der Angestrengte, vor den Weibern vergeblich Flieheirde, ach, so gerne entlasten lasten möchte, muß schließlich mit einer Matrone in die Laube gehen. Ob er will oder nicht. Der Schwank, von der Josefstadt her bekannt, wird in den Kammerspielen ganz yervorragend gebracht. Hermann Th imig stattet den stürmischen Jüngling, dem kein Weib beschieden, mit hundert ergötzlichen Charakterzügen aus, übertreibt mit Geist und ist von unerhörter Beweglichkeit. Mit sehr viel Glück weiß die begabte Christel Hermann-Störm „aufzutragen", welche die ewig männerhungrige Russin spielt. Die anderen Mitwicknden sind von erfreulicher Delikateste, wisten die gewagtesten Stellen vornehm zu pointieren und bilden ein prachtvolles Ensemble: Es sind die Herrcu Balberg und Kammauf, die Damen Evera, Holms, Forsten und Fröbel. O. A. Konzerte. - Im Konzertverein brachte Rudolf N i I i u s in Stellvertretung des auf Krankenurlaub weilenden Direktors Ferdinand Löwe die heitere Serenade Op. 41 von Josef Haas zur Aufführung. In der derben Maffigkeit erkennt man den Einfluß Max Negers, durch die schwergewichtige Aufmachung leidet der leichte Serenadenton und die Heiterkeit wird nicht recht glaubhaft. Am echtesten sind die ernsten, verträumten Züge des langsamen.Satzes, doch auch das zierliche Menuett und das muntere Treiben im Finale bringen hübsche Einzelheiten, die den launigen Einfall des Komponstten bezeugen. — Der letzte Abend des Mairecker-Buxbaum-Quartetts war gewissermaßen ein M a r t e a u - A b e n d. Es ist begreiflich, daß ein so berühmter Geiger wie Marteau auch den Ehrgeiz des Komponisten kennt, und ebenso selbstverständlich, daß sein Streichquartett Op. 3 formal gelungen und virtuos gehalten stt. Darüber hinaus vermißt man in den teilweise volkstümlichen, unbedeutenden Gedanken des langatmigen Werkes die persönliche Note. Stimmungsvoller sind seine fünf „Schilflieder" nach Lenau-Texten, die Heinrich Rehkemper mit großer Stimme sehr schön sang und Marteau selbst auf der obligaten Viola begleitete. — Der Hamburger Kapellmeister Eugen Papst, ein recht routinierter, etwas nüchterner Dirigent, vermittelte die Bekanntschaft mit einer Konzertphantasie für Klavier und Orchester von Serge Bortkiewicz, in welcher der einarmige Pianist Paul Wittgenstein mit erstaunlicher Bravour das Solo spielte. Das Werk selbst, eine klangvolle und doch leere, gefällige Salonmusik, die sich ganz an Tschaikowsky anschmiegt, bringt keine neuen Züge zu dem Bilde des Tondichters. Geradezu eine Ueberraschung war die ganz große, von prächtiger Leidenschaftlichkeit durchglühte, dramatische Stimm« der Berliner Opernfängerin Frida Leider, die aus dem Dollen schöpft und ein Gewinn für die Staatsoper wäre. Louis Sa dort sang mit dürftigem Material und schöner Gefühlswärme Lieder von Bvahms. — Meister Emil Sauer faszinierte wie stets mit dem berückenden Farbenglanz seines rüterlich prunkenden romantischen Klavierspiels, Paul Weingarten legte mit der imposanten Wiedergabe von Mussovgskys „Bilder einer Ausstellung" eine neuerliche Probe seines veisen Könnens ab, Gertrud Zern er verdient für ihren reizvollen, duftigen Schrlbert-Klrwiergesang Anerkennung. flb. England für die deutsche Kunst. Es ist bemerkenswert, daß die Londoner „British National Opera Company" eine Aufführung von „T r i st a n u n d I s o l d e" veranstaltete, >eren Reinertrogms von rund 355 Pfund Sterling für die Erben. Richard Wagners ^bestimmt sind, otrtb zwar als Beitrag zur Forderung der Bayreutcher Festspiele. Ein Beamter der Qperngesellschaft erklärte darüber der englischen Presse: „Frau Wagner, die in Bayreuh krank darmederlie-gt, wird gefragt werden, wie sie das Geld zugeftndet wünscht. Man hat uns den Rat gegeben, es nicht ans «einmal einzuschicken, weil es sonst möglicherweise in Deutschland konfisziert werden könnte." Die ,Frankfurter Zeiung" kommt <m>s die Angelegenheit zurück und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß „der denMe Amtschinnnel in diesem Falle an Bernmfft nicht hinterHWem Vetter MvüStchen möge". VUSm MÄkSEMiW. 1 VcMnVer IM Mitteilungen aus dem Publikum. Decken Sie Ihren Weihnachttbedarf MIKOLASCH LIKÖREN m. ms In allen besseren DeHkateesenhanMungen erhältlich Beat« Quallt&t, oinfaohe AOJvstleraiig — daher nässt*« Preise i Telephon 36-1-84 «064 Telephen 11-33 Tür JBestellungen aue der Tronin* t Tel, 38193 TA&cznHSTimT Josef Ehrlich , L ROTGASSE 3 * MODERNE TÄNZE -TALES-FABRIK Telephon 69-1-23 Telephon 69-1-23 H. Knisbachsr & Söhne, Wien, I.neBiorgaste6 DWBJJH’n UW -y?KVI »rsns? Export nach allen Staaten . Wi5s^n5i;fio ' e r pro örj-^ Müfvdwas-ser Fein was Chan Stält Zentral« i VI. Wallgass« 4 Telephone: 6339 und 4316 lUebernahmutellen in s&mtl.Bez. 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Potoky, Wien, Vl/M., Stlegeng. 15 789 GUMMI+ Die Versictisrongsabtsilung des Jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth l’Israel) führt alle Arten von Versiehe* rungen durch — also sowohl Lebensals auch Elementar« Versicherungen, Alle Gesiimungsgenouaen, die sich des J. N.F. zwecks Abschlusses ihrer Versicherungen bedienen, vergrössern die Mittel des J. N. F. ohne jedes Opfer ihrerseits. Die Pj äraien aus den Lebensversicherungen werden in Palästina zum Vorteile des Kolonisations- Werkes (in ägyptischer Währung) investiert Auskünfte mündlich und schriftlich im Bureau Wien, II.Zirkusgasse 33, Tel.45-606 Zeichens Generaldirektor, und man darf hoffen. Hd) die tiesgekrarckte Wllwe au .ihm wieder auftichten wirk Mau erkennt an dieser MaltSMUaibe wer Geistes Kind da» Anck iss, und sieht der Wiener Premiere mit oemWten <9* fühlen entgegen. U«r Den rheatern. Volksoperr Heute »Der Prophet*. Mvrae« Sonntag nachmittags »Z a r « n d Z i nt m e t w a i» n", abend» Daun häuf er". 3m p < t n < t » «t * e 11 e o t * t ««tat« Soiwtog den 2. d., nachmittags 8 Uhr. die Operette ,D e r Vogelhandle r" zur Aufführung. Im Carl-Theater findet D1 e n s t a g, 4. d., die Premiere der Operette »Glück bei F r a u e n" von Bruno Granlchstädten, statt. * Wiener .Komödien hau Sr Sonntag, 7,8 tttt nachmittags, Wiederholung der Operettenpoffe .Der Iurbar o iss (Musik von Walter Kollo). Die Doppelrolle de» Stieglitz spielt Artur Guttmaun als Gast. In der Roland-NÜHn» findet h e «t e die E r sta uf f ührun g von »Ha affe" ein Börsen- und Filmspiel in drei Akten, von Rudolf Lothar und Hans Bachvitz, statt. Wochenfvielplan derStaatSoperr Sonntag den 2. d., ^.746 Uhr, »Die Meistersinger von Nürnberg". Montag den 8. d. 1 »Der fliegende Holländer". Dienstag den 4. d. r »Der B a f a z z 0", „Josefs-Legende". Mittwoch den 8. r »Wiener W a l z e r", »D i e P u p p e n f e e", »D i e P r i n z e s si n von Tragant". Donnerstag den 8. d.r »Elektra". Freitag den 7.: »C a r m e n" mit Bera Schwarz als Gast. Samstag den 8. d. r ,,D e r P r 0 p h e t". JmRedoutensaal» Sonntag den 2. d. r Ballettsoiree. Samstag den 8. d. r »D e r B a r b i e r vonSe» v i l l a". Wochenspielplan der Burgtheater Sr Sonntag den 1. d., nachmittag» 8 Uhr, »EinenJux will e r s i ch m a ch e n"; abend» 7 Uhr, »Der Richter von Z a l ame a". Montag den 8. d.: »Biel Lärm um nicht s". Dienstag den 4. d.r »W i l h e l m Tel l". Mittwoch den b. d.r Zum erstem Maler »Der Teufelrs ch ü l e r". Donnerstag den 6. d. r »Der Teufelss ch ü l e r". Freitag den 7. d. r R a i m u n d - F e i e r. Samstag den 8. d., nachmittags 2 Uhr, »Flachsmann als Erzieher"; abends 7 Uhr, „Dies i r a e". Wochen spielplan deS Akademietheaters: Sonntag den 2. d., 3 Uhr nachmittags, »Ditz S ch m e t t e r l i n g 8 f ch l a ch t". 7,6 Uhr abenbS, »H 0 chz e i t s t a g e". Mittwoch den 5. d. »Der Raub der Sabine rinne n". Donnerstag den 6. d., zum erste» Male, „DiekletneKonditorei". Meitag den 7. d. »W ö l f e i n der Nacht". SamStag den 8. d., 3 Uhr nachmittags, »S ap p h 0". 7,8 Uhr abends »Die kleine Konditorei". WochenspielplandeSDeutschenBolkSt h e a t e r S : Sonntag den 2. d., 7,3 Uhr nachmittags, Trauevfeier für Rudolf H a w e l zugunsten feiner Hinterbliebenen, „Mutter Sorge". 7 Uhr abend» »Der Arzt am Scheidewege" mit Alexander Moiffi. Montag den 8. d. »Taifun". Dienstag dm 4., Donnerstag den 6. und Samstag den 8. v., neu einstudiert. D ie Jüdin von Toledo^ mit Alexander Moiffi und MariaOrSka. Freitag dm7. d. »Der lebende Leichnam" mit Alexander Moiffi. Wochenspielplan der Raimund-Theat e r S r Sonntag den 2. d., 7,3 Uhr nachmittags, Wiener Kammeroperr »DieEntführung au» dem S e r a i I*. 7 Uhr abends »D e r S t a r". (Gastspiel Leopoldine Konstantin.) Montag den 8. d. »Heima'funden* mit Willy Thaller. Dienstag den 4. d. »F a f ch 1 n g". (Gastspiel Leopoldine Konstantin.) Mittwoch den 5., Donnerstag den 6., Freitag den 7. und Samstag dm 8. d. »D e r S t a r". (Gastspiel Leopoldine Konstanttn.) _ Gerichtssaal. Ein fingiertes Raubattentat. Die bei dem Rittmeister Karl Stöhr bedienstete Wirtschafterin Amalie Studeny erstattete am 16. Juli beim PvHeÄommiffariate die Anzeige, daß nachmittags in ihrer Wohnung ein fremder Mann evschienen sei, sich wegen Vermietung eines Zimmers erkundigt habe, und plötzlich auf sie mit den Worten ,-Schmuck und Gerd her!" losgestürHt sei. Sie habe dem Mann« 60.800 K. gmeben. " .""" ' ' " ■ Affe ge- Der neueste Sudermann, das Drama „Die Denkm zur einen und sehr schön, trauert um ihren Gatten. Da wird, unmittelbar vor der Denkmalsenthüllnng Dr den Betrauerten, auch enthüllt, daß der angsbetete Dahtngoschiedene der Gattin nicht treu war. Aber schon (lebt ein neuer trefflicher'Mann bereit, als jemand zufällig läutet«, davongeeillt sei. Die Wirtschafterin gab eine genaue Personsibeschre'iibuna des angeblichen Räubers und wies auch mchrere Verletzungen am Kopfe vor, die sie bei dem Ueberfall erlitten haben will. Zwei Tage später erschien die Wirifchafterin, die sich hei ihre« Angaben in Widersprüche verwickelt hatte, bei der Pdlitzej und erklärte, daß ihre Anzeige von dom Ranbübevfalle fingiert sei. Sie gab an. daß sie am kvttischen Tage sehr nervös und aufgeregt war, daß ihr vom Wir'schaftsgolde 50.000 K. fehlen, daß sie gegen 6 Uhr abends in der Küche auSgerutscht, zu Böden gefallen und länger« Zeit bewußttoS war. Sie habe dann in ihrer Aufregung und um das Fehlen des WirtschaftsgeldeS erklärlich zu machen, die Geschichte mit dem Raubübevfall erdichtet. Gestern hatte sich die Studenh wegen Betruges, begangen durch Evstattung der singierton Raubanzeige, zu verantworten. Die Angeblagte, eine SOjähxige, visher unbescholtene und sehr gut beleumundete Frau, gab an. sie sei ani kritischen Tage „ganz weg" gewesen, well sie an diesem Tage ihre langjährigen Ersparnisse aus der Friedenszeit bei der Sparkasse beheben ließ und im ganzen 4000 Papierikwnen bekam. Ihr Dienstgeber, bei dem sie seit 20 Jahren als Wirtschafterin tätig ist, stellte ihr das 6«fte Zeugnis aus. Der Richter verurteiilte die Angeklagte unher Anwendung des außerordentlichen MAderungs rechtes zu achtundvierzig Stunden Arrest, jedoch bedingt unter EinvSlwmuW einer zweijährigen BewAhvungSfrilst. Schwindel. Namen siwd ofr bedeutungsvoll. Jedenfalls klingt es wie ein Witz des Schicksals,, wenn die Frau Schwindel wegen eines Schwindels verurteilt wird, wie es gestern vor dem SttafbeziÄsgericht 1 der Fall war. Das war nämlich so. Am Tage der Wahl war eHrr Schwindel verreist. Da seine sürsorglickie Gattin aber die kostbare Stimme des Gatten nicht verloren gehen laffen wollte, schickte sie einen Vertreter mir Wahl. Dem Hilfsarbeiter Franz Buchwald übergab sie ihren Trauschein und «schickte ihn «wählen. Für den Herrn Schwindel. Da Buchwald noch nicht wahlberechtigt war, über gab er die Vertretung dem Franz Werter. Bor der Wahl kommiffion kam aber der Schwindel zutage — nicht der Herr Schwindel, sondern der «Schwindel mit der Gtknmabcfabe ’iv.ir* die Folge davon war. daß die Frau Schwindlerin und v Hslftr Aftern vor Gericht standen. Der Richter toctm u, die bisher imbefcholtene« Persimen $a j e 24 Stunden Arrest. Die Bevirvteilten beriefen wagen Nicktanivendulög der bMnaten WevurtellunL *

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