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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-29 · Heft 1721 (29.11.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1721 (29.11.1923)
Date
1923-11-29
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 11W Wk«n. Donnerstag Bon den Exote» notieren: Anzeigeu-Gejellschast 140.000, Erdöl 46.000 bis 48.500, Iriag 300.000 biS 902.000, Mraznica 170.000 bis 176.000, Schribert it. Co 15.900, Tepege 78.000 bis 81.000, Universale 52.000 bis 58.000. . Börse fßr lMwlrWMsche ®tofm!5e. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeiinna".) Unter Eimvirkuno der icsi^n Auslcm^s'ne^dnnssNi hier die Tendenz ei-N' wehere Befestigung erfchren, zumal sich dr Absatz in Getreide und M^hlprvdnk^n frenndli^er nestal'ete. Es muß betont werden, daff der nrofze Zuo im Geschäfte wohl noch fehlt, doch -erweckt a-ceenwärtiae Umsatztätinkeit nach der auherorden^ichen T^fau'I>ctf der.lebten Wochen« beste Haffnunnen für die Zukunft. Vor altem sei die Besieruna m Me'blMatz konstatiert, Der Bekehr erstreck^ sich gle-ckermaßen auf W'D-n n-nd RvEnm-echse. in tvelchen kleinere Mchrl-^rderu-nant willig w^estand"n werden. Aber auch Veiten u^d Rogaen fanden zu böbeven Preisen Unterkunft, ebenso hat sich die Stimnmna für Hafer aebsser^. weniger infolge stärker hew-artretender Nachfrage alz on^esich'S ^er stark verringeren Offerten in -ungarischen Proven'' n-z?n. Mais wurden in mehrerm SchleMadun-vn für das Ausland, wie in, Lokogeschäft mngese^t, auch für FrMjahrsliefernna wurden einige Umsätze getätigt. Kartoffeln haben sich verteuert, da sich die ZuschWe verringert haben. Reps hat sich bis 2-55 tscliecki. K. im Preise verteuert. die Nachfrage hielt sich in allerbe'chciden.dsten Greinen. In Rarchfu'ti.er bleibt das Geschäft von sehr mäßigem Umfange. Es notieren vro .Kilogramm ab Wien (erkkuffve der Pcnrschalwarenumsatzsteuer): Weiten inländischer 8225 bis 8300 K.. Roggen inländischer 2650 bis 2725 SL ts^echo-llowiksscher 2650 bis 2725 St.. Gerste inländische 2400 bis 2725 K., ismecho-ilowakisch« 2500 bis 8000 K.. Iutleraeri'te 2100 bis 2200 K.. Mms 2575 bis 2675 K.. Haler inländischer 2025 bis 2125 K., ungarischer 2000 bis 2050 K., Reis italienischer 6400 bis 6500 St., Weisi-ohneu ungarische 4700 bis 5200 K., Kartoffeln inländische 750 bis 1200 K., Pflaumen bosnischserbische in Sacken 80-86 7000 bis 7500 .K,!>8-100 5200 bi« 5400 K., 110-120 >1600 bis 4700 st., lr<M80 4800 K.« ,« 25 Kilogramm eiuviert in Kisten 80-85 5W0 95-100 6200 Pflaumenmus; 6900 bis 6300 K., Revs 9.45 bis 2.55 tscheck. K. ab Marchegg, Preffbeu österreichische? 1800 bi§ 1850 K. ab Station, Weizengrieß inländischer 62W bis 6800 K . Weizenmehl inländisches 5700 Lik 5800 §k., Koctzmebl srkunda inländische? 5000 bis 5100 K., Brotmehl inländisches prima 4100 bis 4200 K., Autterrnebl vrima 2100 bis 2200 K., Roggenmehl inländtz'ches prima 4150 bi« 4250 K., slowakisches 70»^ P«00 bis 8700 St., Weizenkleie 1125 bis 1200 K., Noagenkleie 1000 bis 1050 K. Wiener MMrse. (Eigenbericht der „Wiener Morg.'nzeit,rna".> An der gestrigen Holzbörse zeigte sich Intrreffe für Lärche Kantholg 15/25, PavvetMtze von 50 Zentimeter und Bloche von 25 Zentnneter auswärts, der hohen Preise halber führte es jedoch nur zu unbedeutenden Abschlüssen, so legte man Geld von Nadelholz-Sckittitt material 6 bis 7 Millimeter Svaltware von 16 Zentimeter aufwärts 950.000 K., 9 bis 8 Millimeter von 18 bis 82 Zentimeter 800.000 K. ob niederösterreichischer Station und für 26 Millimeter Bretter von 18 bis 32 Zentime,er 500.000 Lk. ab mederl'sjcrreics'sscker Lokalbahn, waren aber unter ÖOO.OOO, 850.000 K respektive 540.000 K. nicht erhältlich. . A nSfltbo t e it w u. t b c n von Nadelholz-Nundbvlz Grubenholz 10 bis 20 Zentimeter zu 190.000 K. ab niederöfterreichlicher Station, von Nadelholz - S ch n i t t m a 1 e r i a l Boules von 30 Zentimeter Durchschnitt mit Seitenmaterial zu 620.000 K., L ä r ch e Pfosten 80 und 100 Millimeter von 18 Zentimeter aufwärts, beziehungsweise zu '900.000 K. sowie 8/8 bis 15/18 1 bis 6 Meter zu 660.000 K. ab steiermärkischer Station, von Loubbolz-Nundbolz Buche 2b Zentimeter auswärts zu 350.000 ST., Eiche von 30 Zentimeter auswärts zu 600.000 K. ab niederösterreichi'lscher Station, von Laübbol z-Schnittmaterial uugedämvfte Buche von 20 bis 40 Millimeter zu 54 .000 A. ab niederösterreichischer Station sowie gedämpfte Siebeubürger zu 1,900.000 K ab österreichischer Creme. Erle von 20 Millimeter auswärts aus astreinen Klötzen zu 1,100.000 K. ab Wie:,. Zum öffentlichen Beriauf gelängt am 5. Dezember. 12 Uhr, ein großer Waldbesitz, enthaltend zirk 25.000 Kubikmeter Holz. Mener MorgenzeUnnk. 29. November 1923 Seite 7 Wiener Warenbörse. (EiMtzericht: dev „Wiener Mövg-Miümg".) Zum öffentlichen Verkauf pelangen heute. 12 Nbr, 1 Auto. 6 Ztzlinder sowie am 1. Dezember, l/all Uhr, diverse Papiere (18 Waggons). «erllner Mrse. Berlin, S8. November. Die Einengung de§ fteien Geldmarkt.. die mit der AMau^ung des alten Papiervv'de-t in»M die Ren Eubank erklärt wird. Pwin-ot die Spekulation zur Losung ihrer Engagements. Dem sich hieraus evffvbeuden 9m» geböte auf dem Effektenmarkt« stand-nur einganz ungenügende Kauflust geaennber, da mit Rücksicht auf di« mißlichen innerpolitischen Berhältnisie allgemein große Geschäffsunlust. vorherrscht«. Di«? Kurse büßten daber auf-fast allen Uinsatzgebie^en bis etwa ein Drittel ihres bisherigen Standes ein. Auch Ba» lumpapier« blieben von der Ermattung nicht verschont und batten Verlust« m ziemlich gleichem Umfange zu verzeichnen. Das Geschäft gestaltete sich rm weiteren Verlaufe sehr träqe bei meist Wester abbröckelb'n Kursen. Nur v reinzvlt machten sich Ansätze einer leichten Echolunq bemerkbar. lAller in Billionen von Mark.) Dollarschatzanweisungen 4.4 . Gchlustkurse: Türkische Lose 43. Istesterr. Staatsbabn SO, Nordd. Llobd 12'4, Der. Elbeschiffabrt 6, Berliner Handelsgesellschaft 84. Kommen. Privatbank 4, Darmffstädter Dank 7.6, Deutsche Bank lO'b. Diskonto- Kommendst 22'S, Dresdner Dank 5.5, RattonolbMk iür Deutschland8esterr. Kredit 0'804. Oesterr. Länderbank —, RelchSbank 18'—. Wiener Bankverein 0'575 Wr. llnionbank 0'05. All«. ElektriritLlS-Gtsellschüi: 10.75, Dvchumer Gußstabl 68, Daimler Motoren 3'2, Deutsch-Lnremburaer 50. Deutsche . Maschinen 5.3, Tvnamit Nobel 1'S, selten n. Enilleanme 86. Gelfenkirchener Bera. 56. Tb. Koldlchmidt IS, Harprner Derabau 6g. Hirsch Kupfer 57, Höchst, warben SO, Hohenlobe-Werk« 27. LanrabÜtte > 20. ManneSmannröstren 37.5, ^bönir Bergbau 91.5. Schuckert u. £0. 31.5, Siemens u. Halske 27, Telephon Berliner 7. Proper Mrte. Prag. 28. November. Während iin vorH6r8lich»n Beehre die Kurse, medrig^r gehalten waren, exr,ffnete die offizielle Bors« in lesbar Haltung. Besonders fest lagen Arbitragetoerte, wie Zucker». Eisen- und Chemische Papiere. In der Kulisse belebte. sich das Gv'chäft. Auff dem BankenmaM« war di« Stimmung mr heimische Papiere gleichlalls fest, wahrend die Wiener Banken sff'wächer lagen. Auf den, Awlaoawaiekte zeigte^ sich Neiouna zur Abschwächung, die Preisverluste betruaen bis 25 Hell.w. Stadt- und Londa,Äschen waren gut behauptet. Schlußtenden« befestigt. G.ch l u ß kn r s e: Ditrk. Eiienbahn-Anleibe 400 Franken —, Böbm. Nmonbauk 445.—, B8bm. Nskomvtebank 440 —, Böbm. Zndnstrialbank 479.—, Zivnostenska Banka 493.80. Analodank 164.—, testen. Kredit 139—, Diener Unionbank >136.—. Wiener Bankverein 84.— , Buichtiebrader Ellenbadn Lit. A 896.—, kit. B 227.— , ^erdinanbs-Rordbabn 9650.— . Prag-Durer 206.—, Anifig-Tevlltzer Eisenbahn 1250.—. Äestomitzer'Znckerinlnstrie 1760.—. Bereinigte Elektrizität Wien 174.— , Brosche 1610.—, Koliner Spiritus 1405—, Köniflsbofer Zement 1420.-,. Breitfeld-Danek 559.-, Rinaboffer 830.-, Cimmeriffr«? .159—, Rotbkosteletzer TerM 9'0— Alpine Montan 827—, Boldib6tte 455.-, Prager Eisen 10^0.—, Oesterr. Berg n. Hütten 2830.—, Skoda 598—, Znwald 540.—. Vudadeftee Wese. Brrdapefl, 28. November. Die Kurse setzten zu Beainn tiefer ein. doch machte sich zu den schwächeren Kursen Kauflust bemerkbar. Die aus Wien vorliegenden ^besseren Berichte trugen ebenfalls Mr Befestigung bei, so daß die Tendenz in der zweiten Dörsenhalfte wieder einen festeren Anstrich erhielt. Gegen Schluß verursacht« die b«ss«re Bewertung der ungarischen Kone autf den ausländischen Plätzen eine Berflmmng, so daß die ein» gcmo§ erzielten Gewinne, hie bis zu 6 Prozent 'eweMfom wieder verloren gingen. Der Schluß war freundlich, das Geschäft still. Wochengeld prompt stellt« sich auf 8,5 Prozent. G ch l tt ft t u t i er vng. Kredit650.000.-, Oesterr. 5krebi 145.000.—, Britisch-llng. Bank 96.000.-. Saltzo Kohlen 653.000 Rtmamuranyer 114.000—, Südbahn 114.500.—. StaatSVahrj 410.000.—, Gran-SzaS-varer —, Oberungarifche Bertz 895.000.—, Drasche-Ziegel 890.000.-. Nnaarische All«. Kobler, 2,750.000.—. llrikanv Kohlen 1.700.000, Adria 600.000. (llotilde chem. Aabrik 108.000, Una. Visenhahnverkehr 200.000.—. > Auaitzban'' —, Verein. Holz 27.000, Koburg 45.0001 Svodium 203.000.-. Die Levisenkurle. Verttn, 26. November. lDevisenknrse.) Amsterdam 1,596.008 ff,696.000/, Belgien 195.510 (105.510), Wiriftimtia 622.448 (622.4401, Kovenbaaen 748.125 (748.125), Stockholm 1,101.248 (1,101.240), Italienische 179.550 (179.650), London 18,354.008 (18.854.000), New-Aor' 4,189.500 <i;189.500), Bari« 227.480 (227.480), Schwei, 784.160 ,780.170 Spanien 542.640 t542.640), Wien 59'950 ,50-850,. Nraa 121.695 (121.698) Budapest 919480 (219-450,. Sosta 83.116 (82.718), Belgrad 47.581 (47.581,. In Millionen von Mark. Verttn. 98 November. (Notenkurse.)'*) — Note«! Doll« 4,189.600 (4,169.500), Plnnd (-.-), Italienisch, 179.550 (179.550), Bosnische 1.218.000 Tscheche slowakis»« 101.695 (121.695). Oesterr. aestemveste 59-850 <59'850). *) in Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Prag, 28. November. (Devisenkurse. — AtitgeteUt vo» Barkamte der tschecho-llowaktschen Finanzministeriums.) — Berlin*) 6.27-,, (4.65). Zürich 606.75 (607.75), Pari, 187.25 (189.-), London 151- (151.25). New-Nork 84.60 (34.60), Belgrad 39.45 (89.25), Bukarest (—.-). Wien 4.30 (4.60), Warschau ch) 9.12 (7.75), Agram '-.-), Budapest 17.80 (17.25), Jugoslawische 39.05 (39.05), Oesterreichischr aestempelie Krone 4.64 (4.65) Polnischech) (7.25), Ungarische 925 (9.25). *) pro Billion, ch) pro Million. Agram, 28. dtovember. (Devisen.) Wien 0.12475 bis —, Berlin —bis . Budapest 0.45'/, bis —.—, Bukarest 44.— bis Italien 383.— bis —, London 886.60 bis —, New-Aork 88.— bis —, Paris 472.50 bis Prag?57.- bis Sofia bis Schweiz 1542.Ä bis —. Brüssel 430.— bis —, W arschau —.— bis —, Amsterdam 3375 bis —, Stockholm —bis — Delgrsd« 28. November. (Devisenkurse.) London 385.— bi? —, Paris 475 bis —.—, New-Dork 86.— bis —.—. Genf 1547.- bis -.-, Saloniki bis —Mailand 888.- bis Nraa 257.25 bis Berlin bi» Wien 0.1247 bis Bukarest 44.- bis Sofia 65.- bis -.-, Budapest -.46 bis Brüffel 4M.— bis —, Amsterdam 3365.— bis —.—, Warschau —bi» Budapest, 28. November. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 7530 bis 7970, Bukarest 107.— bis 120.—, Kopenhagen 8540 bis 3760, Chrisiiania 2960 bis 3180, London 87.200, bis 91.600, Berlin bis Italien 885.- bis 940.-, Paris 1100.- bis 1166.-, Prag 580.- bis 624.-, Stockholm 5200 bis 668", Zürich 3440 bis 3660. Wien.0.2820 bis 0.3040, Sofia 164 — bi» 165.-, Belgrad 226.— bis 240-, New-Bork 20.060 bis 21.150, Marschau 0.40 bis 0.60t), BMel 940.- biS 996.-. f) für 100 polnische Mark. . War cfiau, 28. Noverrber. (Devisen.) Berlin —, London 15,480.000, New-Pork 3,540.000, Prag 1v3.S50.Wie» 49.25. New-Dvrst» 27. November. (Devisen.) London 437.25, Pari» 539.-, Berlin 0.13 für 1 Billion. Mailand 433.60, Zürich 1753.-, .Kopenhagen 1774.-, Stockholm 2627.-, Christiania 1488.—, Amsterdmn 3814.—, Prag 291.50, Wien 0.14125, Budapest 0.53, Bukarest 52.—, Warschau 0.0003, Madrid 1802.-, HelsinesorS 256.-, Brüssel 46".-. Kanada 2'/,, unter pari, Brasilien 98.83, Argentinien 3143, Belgreü» 115.—. Me njlti. Mt», gqnißteftr!8.S!ar[gptafj 7 GeMMn: TeWsuMSl) Mrilr: \l MeMII. A.M' II im W iMM^STOBSSSCnCMOOB aaBB^ifflj:-HM»*TUII7W IWHWH» »n.» Gopvri-h* 102J. stach»?»') v'fdorei!, J, L&dT(6chntkoil-V 'rla(r, NvrUn. 13). Fru,ktzUNg.) Roman Von Cchalom Asch. Dcch bald wurde es fröhl'ch beim Schiffe. Onkel Msses kam mit d'em zweiten „loien". Der alte Melnik war zum Tod betrunken. Er hielt den Beutel mit Geld in der Hand, das cr für sein B-e-zräbnis zusanmiengefpart hatte, Kimperte mit dem Gelde und schrie den Sohn an: „Jetzt brauche ich dich zum Krenreiben, du Pharao, König von 2legchpten, sanit deinem ganzen Königreich Amerika von Hrdn bis Kusch. Fas Begra-bnisgeld habe ich mir selber zusanrntenaelegt. Ich habe es mir erarbeitet, mit eigenen Händen, bei der Grietz-mühle. wozu rmd weshalb bvanchc ich dich?" „Komm'. Bert', komm' zurück nach KuSmin!" er zog Bcrl beim Aeuml. „Bleib' gesund Pharao", rief er dem Sohne zu, „und ihr, Landsleute, ihr Knecht« in Aegypten, gehet zurück zmn Pharao in die ^ron." Als das Schiff mit den „ztvei Toten" abfuhr. standen die Landsleute lange am Ufer und sahen ihm mit sehnsüchtigen Blicken nach. Gar mancher beneidete die „Toten", daß jie ruhig ftutt Friedhof von Kusmin zusteuerten und nicht zum Pharao von Aegypten zurückkehren mutzten. Alle waren traurig. Sogar Onkel Moses war traurig geworden und blickte dem Schiffe mit den „Token" nach. Jeder von den Landsleuten dachte an fein eigenes Ende, dichte an den Augenblick, da er mit dem Schiff heimkehren würde... Abseits von allen aber stau-den Mascha und Charlie, di« beiden erlvachisenen Kinder, die schon in Amerika aufgewachsen waren. Sic glichen einander im Wuchs, als wären ihr« stolzen, jungen Köpfe miteinauder emporgefchossen. Ihre breiten Brüste lägen in gleicher Höhe. Die beiden jungen Menschen, begegneten einander zum ersten Male, seit sie erwachsen wären, beim Begräbnis der A ten. Und die Jugend zog eines zum anderen. Sie sahen nicht, tose das, Schiff mit den „Teten" abfuhr. Sie sprachen eifrig Miteinander und lachten hell, wobei viues Üem anderen weitze, junge, starke Zahne wies. Die Landsleut-e hörten ihr Lachen, sahen sich um und einer sprach' zum anderen: ,Nun, da hast du es, Amerika! Kümmert sie denn etwas? Wissen sie berai von etwas? Der Vater fährt heim und er steht mit einem Mädel da und lacht." „Sie gehören ja zu einer ganz anderen Welt, ganz andere Menschen sind sie, was willst du v"n ihnen haben?" lautet« die Antwort. Zweiter Tei^ 1. „Er wird Kinder haben." Am srirhen Morgen erschien Onkel in seinem Geschäft; er trug einen weitzen Anzug und erfüllte den ganzen Laden mit ColgateS Rvsenparfimr. besten Geruch er auf weit« Entfernung ausströmte. Sevtre spiegelblank glänzenden^ Mwn, gelben Schuhe verrieten mit ihve-m schweren Knarren'— da geht Onkel Moses! Svin breites, dickes Gesicht glanzte, sr-.sch rastert, spiegelglatt wie ein Fisch der soeben aus dem Master gezogen wurde. Er nahm seinen mächtigen Panamahnt ab und fuhr mit einem Batisttaschentuch über den verschwitzten Kopf uniden heißen Nacken, .der geradezu gekocht aussah. Di« Angestellten drückten sich vor Furcht in die Ecken und machten sich bei den Anzügen, den Hosen und Röcken zu schaffem Onkel Moses blieb mitten im Olesöbift stehen, blickte sich nach allen Seiten wn- und betrachtete die „Familie", die bei ihm arbeitete. Seinen Leuten schien dieser musternde Blick ein Jahr! laug zu dauern. Onkel Moses winkte mit zwei Fingern Sam heran, dem er das größte Bert-eauen schaukle, und fragte: v „Alles allright?" „Des, OnLel", anttvortete Sam. „WaS macht Kusmin?" Onkvl Moses deurer« m.t dem Finger in die Höhe. „Sie nähen die Winterröcke Nummer 63." „Gut> schau' dazu, daß sie vorwärts kommen. Kusmin kann ja .rmr schwitzen und schlafen. Schau' zu, daß du. ausdem Stoff etivas herausschlägst. Schneide daraus jo viel Röcke, wie nur möglich, Freund, und schau', daß du wa» hevansschlagst." E „Allright, Onkel." „Ich werde ik» ganzen Tag fortbleiben. Gib acht, Sam. Alles allright?" „Des, Onkel." Onkel Moses nickte seinem Neffen zu, alß wollte er ihn begütigen, und, indem er wieder ferne Blicke nach allen Seiten warf, rief er: „Boys, heute ist Sonntag, ein he.ißer Sonntag, schneidet die Winterrocke zu, schlagt etwas heraus, aber ordentlich!" Ta-mit verließ er deir Laden; sein« großen, glänzenden, gelben Schuhe knarrten. Die „Familie" atmete erleichtert auf, als sie de» Onkels Rucken sah. Vorsichtig traten di« Leute vor den Laden und sahen, wie sich der Onkel in ein Mietauto setzte, das auf ihn vor der Tür wartete. Em Lächeln ev» schien auf ihren Lippen. . . Alle wußten, wohin Äer Onkel fuhr, und warfen-hämische EeiteMicke auf Sam; sie stießen einander an und flüsterten, indem sie mit den Augen auf Sam deute.ten: „Er hat geglaubt, daß er ihn beerben wird!" Ein« lachte, dir .ßaud vor dem Mun-de, und deutete mit d« Fußspitze aus Sanr. ,Du Narr, er kann noch zwölf Kinder haben. Du glaubst, er ist es nicht imstande? Genau so wie der alte Petrik daheim." ,^Hast du den Nacken gesehen?" brummte, ein anderer. Sam fühlte die Blicke, die ihrn folgten, und verstand, was das Lachen bedeutete. Er sah sich um. Sein Blick und sein Gesicht nahmen den Ausdruck des Onkels an. Er sah dem Onkel tatsächlich ähnlich. Scharfe Augen, eine spitze Nase und «in starkes, männllches Kinn. Di« Leute ev« schraken vor ihm und taten, als sprächen si« vom Geschäft. *Sam spuckte aus und trat vor die Tür, um dem Onkel nachzuschauen, ivelcher schon lange verschwunden war. Nervös grub er die Zähn« in die Lippen, feine Hände ballten sich p Fäusten und ein Fluch drang durch seine Zähne.. (Fortsetzung fotaU IIMHiWWiVTf—T mi11 VW*'' ' TftBMHWI

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