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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-28 · Heft 1720 (28.11.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1720 (28.11.1923)
Date
1923-11-28
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Sette 12 Men, WtttvoH ftennuü a ul toten f,u laffcn. Beide haben mit ihren Leistungen der Hakoah und chvem Lehrer große Ehre gebracht. Shanmns srch rn seiner Gewichtsklasse den erster, Platz erkämpft und Kuppermann hat trotz seiner Niederlage einen überragend guten Emdruck hmterlasien. Du: Presse hat die besonders schöne Technik unserer Boxer herborgehoben, dem in dieser Beziehung haben sie den Großteil der übrigen Teilnehmer hoch überragt. Wir haben mit zwei Startern einen ersten Platz besetzt, was m dieser Konkurrenz die verhältnismäßig beste Klnbleistung darstellte. Unterdessen hat unser bisheriger Laster, Herr Hugo Mandl, seme Stelle zurückgelegt und die Ring- und Boxsektion hat Httrn.Richard Kadmon mit ihrer Leitung betraut. Dor kurMl haben wir, nach Muster der übrigen Box-- klubs in unseren Klubhvim die wöchentlichen Propagandaabende erngeführt, bei denen seitens unserer Boxer sehr guter Sport geboten wird, und tragen zur Verbreitung der Idee des Muskeljudentmns reichlich bei. Mit einigen Worten soll unsere Stellung in der österreichischen Boxwelt bezeichnet tverden. Unser erstes Auftreten wurde allgemein mit großer Spannung crtvartet und wir haben die Erwartungen bisher nicht nur erfüllt, sondern sogar beträchtlich überboten. Der A. Oe. B. B. hat dadurch, daß er .zwei unserer Mitglieder in seinen Vorstand tvählte, kundgeran. wie sehr er mit uns als sportfördemden Faktor rechnet. Die Boxsektiou hat ihre Lebens- und Entwicklungsfähigkeit bewiesen, hat auf dem Wege zur Erfüllung ihrer Versprechungen ein gutes Stück zurückgelegt und wird auch das übrige erfüllen können, wenn sie darin von der neuen Klubleitung entsprechend unterstützt wird. ÄnrW und Winters-ort. Die jüdische Touristik ist noch verhältnismäßig jungen Datums. Nicht daß den Juden Touristik etwas Fremdes wäre, es gab immer viele und darunter äußerst tüchtige jüdische Lllpimsten. aber an Zusammenfassung dachte niemand. Mit Ausnahme ganz vereinzelter Vereine fanden Juden überall Ausnahme, bis vor rvenigen Jahren die nationale Hetze dem cm Eüde setzte. Es gab für die Juden wohl noch Answege, ein Teil zog cs aber vor, seine Kräfte, .Kenntnisse und Fähigkeiten der jüdischen Touristik zu widmen. Die Touristik- und Skrsektion der Hakoah ist eigentlich kein-Produkt dieser Vorgänge, denn ihre Gründung ist älteren Datums, aber zugegeben muß werden, daß diese Geschehnisse geeignet sind, den jüdischen Vereinen verhältnismäßig leicht Anhänger zu werben. Daß sich trotzdem die Entwicklung der jüdischen Touristik nur langsam vollzieht, hat seine Ursachen darin, daß bedeutendere jüdische Alpinisten den Weg zu iudischrn Vereinen noch nicht gesunden haben, die jüdische Touristik noch zu jung und wenig bÄannt ist und die Vorteile, die den Mitgliedern gewährt werden können, spärlich sind. Man deute nur an das Fehlen von Hütten und die Schwierigkeiten erscheinen verständlicher. Dessenungeachtet hat unsere Sektion Ursache, mit den bisherigen Ergebnissen gerade des lausenden Jahres zufrieden zu sein, der Mitgliederstand ist in stetem Wachsen begriffen. das Führermaterial ist nicht mehr so spärlich. Ten Bericht dieses Jahres können wir nicht beginnen, ohne mit Wehmut und Trauer der freunde zu gedenken, die im August in den Schweizer Bergen ihr junges Leben ließen. Iva Neumann. Franz Heller, Alfred Wolf waren gute Me.ischen und liebe Freunde, die wir nie vergessen Werdens Mit dem' bisherMn Brauch, nach der Skisaison die Sommerwuristik nur so vegetieren zu lassen, konnte aufgeräumt werden, da die Touren wider Erwarten anßerordenlich stark besucht wurden. Die bisherige Führung von zwei Touren am Sonntag dürste auf die Dauer nicht genügen, denn es muß damit gerechnet werden, daß der überwiegende Teil der M>- glieder aus Anfängern bestchen wird und auf offizielle Touren angewiesen ist. Ebenso stark oder gar noch stärker dürste die heurige Skisaison werden. Zu den beiden am 9. und 10. Dezember und zu Weihnachten in Mürzzuschlag stattfindenden Skikurseir sind bisher über 100 Skiläufer gemeldet, eine Zahl, die wir gerade noch bewältigen können. Das Fehlen eines Stützpunktes für Skikurse und Skisahrten macht sich immer mehr und mehr bemerkbar, und es wird bald an der Zeit sein, an die Errichtung einer Schutzhülle von entsprechender Größe zu schreiten. Wir hoffen, daß das dazu erforderliche Kapital zur gegebenen Zeit aufzubringen sein wird. Während der Berichtszeit wurden Vonräge über „Palästina, Land und Leute" von Dr. Diamant und „Naturemvsinden bei Juden" von Dr. Klabe: gehalten. Gelegentlich der Wiederkehr von Herzls Todestag wurde eine interne Gedenkfeier im Klnbheim abgehalten. Die letzte Veranstaltung war eine Kinovorführung, die unseren vor zwei Jahren aufgenommenen Film und die „Fuchsjagd durchs Engadin" brachte und propagandistischen Zwecken diente. Des Jüdischen Nationalfonds wurde bei verschiedenen Anlässen gedacht. Auf den Namen unserer verunglückten Freunde wurde eine „Goldene Buch-Eintragung" veranlaßt. Das Ergebnis der Sammlungen für den Jüdischen Nationalfonds ergab bisher rund vier Millionen Kronen. , Das gesellschaftliche Leben ist besonders seit Uebernedlung ins neue Sektionsheim, 8. Bez. Bennoplatz 1, sehr rege und es wird jetzt möglich sein, durch Veranstaltungen von Vorträgen und durch gelegentliche Gesellschaftsubende die Geselligkeit zu pflegen. . Sollte, tote wir honen, das Jnterege für uniere Bestrebungen in der jüdischen Oesfentlichkeit weiter anhalieu. so ist wohl die Nottvendigkeit des Zusammenschlusses der jüdischen Touristen in eigenen Gruppen gegeben. Tourenprogramm der Skifahrten. Zur Beachtung: Touren für Anfänger sind mst a, Touren für Vorgeschrittene mit b bezeichne:. Sonntag, 2. Dezember: b) Prrtul. Abfahrt 6 Uhr 15 Minuten von Wien-Südbahnhoif nach Mürzzuschlag (Kars). Samstag und Sonntag, 8. und 9. Dezember, b) Hawser- Kalbling. Abfahrt am Vortag mit Sonder^-ug Wien-Westbähnho>f. (R. Raubitschek). Sonntag den S. Dezember 1923,2 Uhr: Meisterschaft Miene« Morgenzeikung. , Sonntag, 10. Dezember. a) Kreu^berg-Payevbach. Abb Uhr 15 Min. Wien-S-üdbahnhof nach B reite nfte in. (E. Raubitschek). ... b) Hochwochsel. Msahrr am Vortag 14 Uhr 35 Mn. oder la Uhr 35 Ihn. Wien-Äspangbahnhof nach Mönichkirchen. (Spira). m , Solmtag, 6. Jänner 1924. a) Preiul. Abfahrt am Vortag 16 Uhr 30 Mm. nach Mürzzuschlag. (Dr. Kurzmann). Sonntag, 13. Jänner, a) Muckenkagel. Abfahrt am Vortoft. 16 Uhr 40 Min. Wien-Westbahnhvf nach LÜlienfeid. (Gansler). b) Wechsel—Prelul. Abfahrt am Bortag 15 Uhr 35 Mm. Wien-Aspangbahnhos nach Mönichkirchen. (Kars). ..Sonntag 20. Jänner, a) Hintevalpe. Abfahrt am Vortag 13 Uhr nach Neuiberg. (N. Raubitschek). b) Schneeberg. Abfahrt am Vortag 16 Uhr 20 Mn. nach Pahe-vbach. (Sonnenschein). Sonntag, 27. Jünner. Prüfunasfahrt für sämtliche Skifahrrr in Mürzzuschla-g. Abfahrt am Vortag 16 Uhr 20 Min. Es war sicherlich keine der schlechtesten Ideen des Sportklubs Ha ko ah über den eigentlichen Rahmen feiner Bestrebungen hinaus, die bloß die körperliche Ertüchtigung d's jüdischen Volkes -verfolgen, seinen vielen sportlichen Sektionen auch eine Schachsektion anzufügeu. Es hieße wohl die Bedeutung des Schachs für die jüdische Nation verkennen, wenn der größte jüdische Sportklub nicht auch auf dieses Gebi'Z lein Augenmerk richten wollte. Denn nirgends wird das Märchen von jüdischer Inferiorität so gründlich gevstört wie hier. Im Schach, das Kunst, Wissenschaft und Kampf (also Sport) miteinander vevbindet, haben die Juden Leistungen vollbracht, die quantitativ und qualitativ weit ihre ziffernmäßige E Bedeutung übcrtresifen. Die junge Schachsektion, war sich seit ihrer Gründung der Ausgabe bewußt, die ihr als ersten jüdischen Schachverein oblag. Und so ging sie mit Ernst und Eifer an die Arbeit. Mit ganz besonderem Stolz kann sie auf das ckbgvlaufene Jahr zurückblicken, -das ihre eine Reihe von ungeahnten Erfolgen in sportlicher, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht brachte. In der österreichischen Bereinsmeisterschaft gelang es ihr in der ersten Klasse den »Weiten Platz zu besetzen. wobei sie ganz knapp hinter dem Sieger endete. Hierbei muß man hervorheben, daß die 'Sektion, die ja erst drei Jahve besteht, nicht wie die anderen Vereine über viele alte turniererprobte Kämpfer verfügt, sondern ihre Hauptkraft aus ihren zahlreichen jungen Mitgliedern schöpft, die erst in 'der Sektion das Schachspiel gewissermaßen ^erlernt haben. Ebenso errang die Sektion in der zweiten Klasse den zweiten Platz, während sie in der dritten Klasse den vierten Platz besetzte. Eine Reihe von Beranstaltungen, mit denen sie den anderen Vereinen vorangmg, erweckte große Aulfmerksamkeit. Wir heben hier den Bortrag des Meisters Nett über Eapablanea sowie die Srmültanproduktion des Meisters C h a j e s aus New-York und die des Meisters Miefes aus Leipzig hervor. Den Mittelpunkt der Ereignisse aber bildete der Wettkampf mir dem holländischen Schachteam im Monat August. Mit dieser Veranstaltung, die der Initiative des Ehrenmitgliedes der Sektion, des Meisters Reti und des SEionsleiters Schuber zu verbuken ist. setzt sich die Schachlektion Hakoah ohne Zweifel an die Spitze der österreichischen Schachvererne. Demi es war dies der erste internationale Vereinswettkampf, der bisher in Oesterreich ausgetragen tvurde. Aber darüber hinaus gewann diese Veranstaltung besondere Bedeutung. Beim Empfange der holländischen Gaste anerkannte Vizebürgermnfter Emmerling die Verdienste der Hakoah um die Wioderenweckuug der internati-onalen Bezeihuugen Oesterreichs. „Wir haben gosehen," so schrieb eines der Prominentesten Mtglieder des holländischen Schachverbandes, „daß die Juden ebensolche Menschen sind wie wir, nur mit dem Unterschiede, daß sie besser Schach spielen." Und hiermit kommen wir auf die sportliche Seite des Kanlpses. Die Scktachsektion^ Hakoah, die sich ans eiuc - - im besten Falle ehrenvolle — Niederlage gegen ihre berühmten Gegner gefaßt machte, errang einen ebenso überraschenden wie überwältigenden Sieg. Mi 6,5:2,5 wurden die Gäste geschlagen. Die bisher unbekannte Sektion errang plötzlich Weltruf. Schließlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß die Holländer sich mit begeisterten Worten über die gebotene Gastfreundschaft äußerten. Allen denen, die sich um das finanzielle Ge'linqen dieses großen Crisolges verdient gemacht hoben, spricht der Vorstand der Sektion den Dank aus, vor allein dem Präsidenten der Hakoah Herrn Dr. Körner, der mit Rat imd Tat an die .Hand ging. Die Grundlage fiir diese Erfolge nach außen bildet die emsige^ innere Tätigkeit, die in der Sektion entfaltet wivd. Von den vielen Klubturirieren und Kämpfen heben wir hervor: das Kkuibmeisterschaftsinrnier, in welchem Herr Alexander Takacs Erster wurde un>d hiermit den Titel eines Kbubmeisters 1922-2Z errang. Er nmuni auch an dem internationalen Meisterturnier teil, das gegenwärtig in Wien vor sich acht. Wir erwähnen ferner das Hauptturnier A, in tvelchem Herr Hermann Weiß Sieger wurde, und das Vierertnrnier. aus welchem Herr S. H a r I a n d als Erster hervorging. Auch die gegenwärtigen Klubt-urniere erfreuen siche'mer starken Beteiligung, -und die Klubabende, die täglich ftQtt’finiben, werden wflc besucht. Für den Nationa-lfonds wurden insgesamt u-ng.'- sähr 1,000.000 K. qesamnrelt. Hierbei gebührt der Tätigkeit unseres Mtgliedes Herrn Singer der Dank. Bei Würdigung dieses Evgebniffes ist zu be-denken, daß die Schachfaktion keineswegs zu den reichen gehört und der abgelieferte Betrag durch viele Äeine Spenden anfgebracht lvurde. So kann die Schachsektion mit wahrer innerer Beifviedigung auf das abgelaufene Jahr zurückb'licken. Hoffen wir, daß es ihr auch weiierhiu vergönnt sein wird, in gleicher Weise zu wirken, würdig der Hakoah und zur Ehre de8 jüdischen Volkes. MM. Der Rückblick des Orchesters auf die Tätigkeit des abgelaufenen Jahres bietet kein durchaus erfreuliches Bild. Ein Ve-rgleich zwischen den äußeren Erfolgen der Jahre 1920 unv 1921 und denen des Jahres 1923 ergibt ein erhebliches Minus für den letztgenannten Zeitabschnitt. Dreiser Rückgang bezieht sich aber lediglich auf die äußeren Erfolge. Während 1920-21 das Orchester in den großen Wiener Konzerlsälen vor ausverkauften Häusern spielte, konnten wir uns im letzten Jahre eines zahlreichen Publikums nicht erfreuen. Die Gründe hierfür sind mannigfacher Natur. Es mag sein, baß in den Jahren 1920-21 der Name „Hakoah" auf die Bolksmossen eine stärkere Wirkung ausgoübt hat als heute und daß damals alles, was unter dem Namen „Hakoah" vor die Welt hintrat. auf die Zustimmung der Massen rechnen konnte, gleichgültig, ob es sich um die Darbietung sportlicher Wettbewerbe oder künstler-ischer Leistungen handelte. Jene Zeit war eine Zeit eines ungehemmten Siegeslaufes, die Hakoah, welche kurz vorl-er noch von wenigen Inden gekannt war, eroberte sich im Sturnl die großen Massen und ibr Ruf drang weit über die Grenzen Oesterreichs hinaus. Uno so tvar denn auch ein HakoaipKorizert ein großes gesellschastliches Ereignis in den 26. November 1988 Nr. 17« jüdischen Kreisen Wiens und das Orchester, das als solches noch in den Kinderschuhen steckte und an Leistungsfähigkeit unvergleichlich schwächer war als herlte. erfreute sich großer Aufmerffomfcti und Zustimmung des Publikums. Allerdütgs war zu jener Zeit auch seitens-der Hakoah mit nvehr Auftvand' dafür gesorgt worden, daß' die Orchesterkonz-erte der broitesten' Oesfentlichkeit bekannt werden. Es darf auch nicht übersehen werden, daß der Musikbetrieb in Wien überhaupt seit den letzten >Jahren eine sehr bedeutende Zunahme erfahren hatte, das breite Publikum, auch weite jüdische Kreise nrrt mbegrisfen, ist musikalische Leistungen gewöhnt, denen daS Hakoah-Orchester nur bei größtein Fleiße Gleichwertiges entgegenzustellen vermag. Wir sind uns dessen wvhl bewußt gelvesen und haben unter dem Druck der erhöhten Anforderungen auch gearbeitet. Das Niveau des Orchesters hat sich im Vergleich zu den früheren Jahren bedeutend gehoben Die alten Mitglieider haben durch ständigen Prohenbesnch viel an.Routine gewonnen, Lrue wertvolle Mitglieder traten bei, besonders erfreulich ist eS, daß wir heute fast eine komplette, gute Holzbläserbesetzung besitzen, auch Hom, Trompete. Kontrabaß und Pauke sind mit Hakoahnern besetzt. Wünschenswert wäre eine Vermehrung dev Bratschisten, Cellisten und der Blechbläser. Die musikalische Leitung log im heurigen Jahre in den Händen des Herrn Dr. Ernst Bachrich, tvelcher nn Herbst 1922, als der frühere Dirigent Herr Prof. Braslaiwsky nach Amerika gegangen war. die Leitung des Orchesters übernommen hatte Unter Herrn Dr. Bachrich wurde fleißig gearbeitet, das Repertoire wurde wüsentlich vermehrt, es fanden unter ihm zwei Konzerte statt, zweimal wirkte das Orchester an öffentlichen Aufführungen für nationale Ztvecke mit. Ueber die Erfolge dieses öffentlichen Auftretens soll später gesprockwn werden.. Es sei zunächst festgestellt, daß wir Herm Dr. Bachrich große Fortschritte verdanken und benützt das Orchester diese Gelegenheit. Herrn Dr. Bachrich nochmals den aufrichtigen Dank für seine Tätigkeit anszusprechen. Als Herr Prof. Braslawsky im Herbst 1923 aus Amerrka zurückkehrte und die Führung des Orchesters, neuerlich übernahm, konstatierte er merkliche Fortschritte im Können d«S Orchesters. . . Und trotz dieser Fortschritte im Innern keine Fortschritte nach außen, keine Aufmerksamkeit des Publikums. Es scheint uns. als würde das Wort Hakoah-Orchester nicht mehr jenen Klang haben, den es einstmals hatte, als wäre der Name Hakoah ein Monopol der Fußballelf geworden. Wir liabeu im letzten Jahre, wie erwähnt, zwei eigene Konzerte veranstaltet, it. zw. ein Kammerorchesterkonzert am 17. Dezember 1922 und ein großes Orch"sterkonzert im März 1923. Beide Veranstaltungen waren künstlerisch gut, propagandistisch schlecht vorbereitet. Für den letzteren Zweck hatten wir nicht die Geldmittel zur Berfiigung. Das Kammerkonzert von 17. Dezember 1922 fand, tm Kleinen Musikvereinssaal statt. Dieser Saal hat , einen Fassungsraum ftir 400 Zuhörer, cs war kaum möglich^ gewesen. den Saal zur Hälfte zu füllen. Die wenigen Zuhörer, die sich eingefunden hatten, waren uns für diesen Abend dankbar und wir hörten aus ihren Kreisen die wiederholte Fmge, warum man von uns und unseren Bevanstaltungen so wmig weiß. Bei der Mchfolgenden großen Leramtaltirng hu Marz, m Welcher die Sommernachtstraurnmusik von Mendelssohn, das G-Moll-Violinkonzert von Max Bruch (Solist Herr Rudolf Lanrpl) und die Siebente Sympbonie von Beethoven zur Aufführung kamen, ist zum Teil auch der künstlerische Erfolg ausgcblieben. Das Orchester musizierte damals in dem zur Hälfte leeren Großen Konwrtbanssaal. die Leere im Zuhörerranm 'druckte schwer auf die Musiker, es fehlte der Schwung, und, während wir früher, minder gut vorbereitet, viel grösseren Beifall ausverkaufter Säle gerntrt hatten, mußten wird diesmal trotz sorgfältiaer Vorbereitung die traurige L"hrc ziehen, daß für uns die Veranstal^ing eines eigenen großen Orchesterkonzertes cm vergebliches Beginnen bleiben muß, so lange uns die inateriellen Voraussetzungen für den Erfolg entzogen bleiben. Dementsprechend hat sich das Orchester für die uachjte Zukunft neue Richtlinien zureäit legen müssen. Das Zusammengehen mit dem Wiener Jüdischen Gesanasverein Hai m früheren Jahren viel Erfolg gebracht. Die gemeinsaine Propagandaarbeit mit diesem Verein verspricht, größere Aufmerksamkeit im Publikum V wecken. Das Orchester verspricht sich von den bevorstehenden gemeinsamen Aufsührungen mit dem Jüdii^u Geiaugsverern (cs sind zwei Konzerte im Jänner und März 1924 geplant) sowohl künstlerischen als auch materiellen Erfolg. Weiters sollen öffentliche Aufführungen in kleinem Rahmen (Kammerkon-certe) stattfinden.' welche mit großen materiellen Berlusimöglichkeiten nicht verbunden sind. , Die zur Veranstaltung erforderlichen Geldmittel sucht das Orchester nach Möglichkeit aus den Aktivi»ätszulagen, und sonstigen bescheidenen Beiträgen der Mitglieder auszubvmgeu. Ueberhaupt ist die finanzielle Gebarung infolge Einstellung der Zuschüsse aus den Mitteln der Klubleitung vollständig in die Hände der Orchesterlcitung übergegangeu und hat sich hier eine fast vollständige Autonomie der Sektion herarrs^ebildet. Wir halten diesen Zustand nicht für den durchaus wünschenswerten. weil er die Gefahr in sich birctt, daß das Orchester seine Zugehörigkeit zur großen Hakoah veraißt. Wir wünschen wohl eine gewisie Selbständigkeit in der Verfügung über die aus unsereii Kreistu anfacbrachten Mittel und wir wünsch"n vor allem die völlige llnabhängiakeit m Fragen künstlerischer Natur, wir wollen aber bei all dem auch Hakocrhner bleiben und die Hakoah so wie einstmals nach außen hin in Ehren vertreten. ^, , Jenen richtigen Mittelweg zu finden, welcher unserem Orchester seine künstlerische Unabhängigkeit und seine (allerdings begrenzte) Autonomie in finanziellen Dingen sichert dabei aber doch unsere Zugehörigkeit zur Hakoah zum Ansdruck bringt, soll nach unserer Ansicht Aufgabe der bevorstchm-den Generalversammlung sein, und hoffen wir, daß diese Frage einer befriedigenden Lösung werde zugeführt werden. Sportplatz Krieau Mag den 2. Dezember 1923, 2 Uhr: Meifterschaftsjdiel Vorher die

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