Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1705 (13.11.1923)
- Date
- 1923-11-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzelnummer K7M Wien: Zorn Abholen in der Expedition, H.,Taborstr.l-3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K- 28.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmiedt.I.Bez.» Wollzeile 11. Mit Postversand für Wien v. Oesterr. monatl. K 28.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K17. Jugoslawien: Mon. Dinar40. Polen: Mon. öst.K 22.000. Deutsch 1.: Mon. ost.K 28000. F r a n k r Belgien: Monatl. Frcs. 8 QV~ NachtahluBjen bei Prei*erhöhunjr«n vorbehallep Nr. 171)5 T scnecno -Slowakei Ischech. K 1er- Italien: Monatl. 10 Lire, Rumänien Mon. 90 Lei, Bulgarien Mon.75 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—i Telephone: 44-0-38,43*3*19, ab 6 Uhr abds. 19-483,25-282 Tel.- Adr.:„Morgepgeitung" Wien Oesterreichisches Post spar - kassen- Konto Nr. 150.69? Wien, Liensta», 18. November 1928 5. llahrgann Zustimmung zm Ansetzung der SachverstSndigenkonfereuz. Paris, IS. November. (Wolff.) Ministerpräside »t Poinearö hat sich entschlossen, d e« Plan der Einsetzung ein es Sachverständ igen-Ausschusses zn übernehmen. Er hat infolgedessen den französischen Delegierten in der Reparativ nskommission Barthou beauftragt, morgen der Reparationsrommission vorzuschlagen ein;n Sachverftändigen-Ansschuß zu ernennen. Dieser Ausschuß soll sich ans Vertretern der Länder zusammensetzen, die im Reparations-Ausschuß vertreten sind. kr war ui - Auch seine Helfershelfer verhaftet. die Ordnung au fre ch terhalten. Soweit be¬ M ürrche n, 13. November. Gestern abends wurde Hitler in U f f i n g a m Stafselsee (Oberbayern) durch Landespolizer verhaftet. Er leistete keinen Widerstand. Zugleich mit ihm wurden auch seine Kampfgenossen Dr. Weber, Führer des „O b e r l a n d e s", und Hauptmann von Röhn, Führer der „Reichsflagge", gefangen genommen. Alte drei wurden in das Gefängnis nach Landsberg überführt. München, 11. November. Die A u flösrrng - er verbotenen Organisation en au f de m f läch e NIL a nd e südlich von München ist in vollem Gange und wird von den Reichswehrtruppen mit Nachdruck durchgeführt. H i t l e r hat sich bis gestern abends auf einem Bauernhof bei Rosenheim aufgehalten. Die Gerüchte, Latz die E h rh a r b t - L e u t c in Rosenheim mit Hitler Zusammenarbeiten, sind unrichtig. Hitler ist nicht verwundet gewesen, er hat sichnurbeieinemSturzedie rechte Schulter verrenkt. Anhaltende ßrregims in München. München, 11. November. Die Erregung in, der Stadt ist auch heute noch nicht abgeftaut. In den Straßen, besonders in der Altstadt, wogte die aufgeregte. Menschenmenge hin und her und es bildeten sich besonders in der Nähe des Karlsplatzes und in den umliegenden Straßen größere Ansammlungen. Aus den: Königsplatze hatten sich mittags große Gruppen von Studenten gesammelt, die patriotische Lieder sangen. Die Vorfälle der letzten Tage werden überall erregt besprochen. Sonntag und Monlag fand tut Ingenieur-- und* Arch itekleuvcreinssaal unter Teilnahme von zirka 140 Delegierten und einer großen Zahl von Zuhörern der Parteitag der österreichischen Zionisten statt. Die zionistischen Organisationen der Tschechen Slowakei und Deutschlands hatten zur Begrüßung der Parteikonferenz Vertre.tcr entsendet, von den zionistischen Orgrmsatioucn der übrigen Länder waren schriftliche Begrüßungen eingelangt, ebenso von der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation in London. Der palästinensische Vertreter der Exekutive Dr. Artur $ u p- P in wohnte.den Verhandlungen - des Parteitages persönlich -bei nnd leitete sie mit einem groß angelegten Referat über den Aufbau Palästinas ein. Bei der Wahl des Präsidiums des Parteitages verließ eine Gruppe von etwa 25 Delegierten, die sich als zionistischer Block zusammengcschlossen hätte, weil ein von ihr eingebrachter Antrag auf Unterbrechung der Verhandlungen zwecks Einreichung eines von diesen Delegierten beabsichtigten Wahlvorschlages für das Präsidium abgelehnt worden war/ den Saal. Der Parteitag iwählte. sodann Herrn Dr. Ehrlich zu seinem Vorsitzenden, die Herren Dr. A b e l e s, Ing. A ck e rmann,Dr.Margenstern (Linz),Dr.-Tartatower und M>! Taubes zu dessen Stellvertretern. An den vom <fcu*aotkbfiita£ Dr. St M. Gelber crstalteteH Rechenkannt ist, brauchte die Reichswehr bis zum Abend nirgends einzugrerfen. München, 12. November. (Südd. Korr.-Bureau.) Die „Münchner Zeitung" schreibt über die gestrigen Ereignisse in München u. a.: Die DemonstrationsMe von Samstag abmds hatten fürSonntagscharfeM aßnahmen veranlaßL Schon in den frühen Morgenstunden sperrte die Landespvlizei die Hauptplätze der Stadt und die sie verbindenden Straßen ab. Aus dem Karls- und dem Lenbachplatz war Reichswehr aufmarschiert. In der Ludwigsstraße zwischen. dem Kriegsministermm und dem Odevnplätz bewögte sich den ganzen Lag' über eine dichtgedrängte Menschenmenge. Wiederholt zerstreute die Polizei die Menge, die gellende Pfiffe ausstietz, die Po lizei beschimpfte und bespuckte und nattonale Lieder sang. In der Ludwigsstraße zeigte sich aber deutlich, daß die Kommunisten agitatorisch Vorgehen, um die Truppen zn reizen. Der Verdacht, daß die Kommunisten ihre Provokateure, namentlich ihre Jugend, auf die Straße führen, hat sich gestern nachmittags auf dem Schillerplatz bestätigt, wo nicht nur kommunistische Flugblätter gegen die Reichswehr verteilt, sondern auch scharfe Schüsse aus der Menge auf die Polizei abgegeben wurden. Die Landespolizei erwiderte die Schüsse. Soweit bisher bekannt, wurde niemand verletzt. Abends nach Eintritt der Polizeistunde kam es in der Ludwigsstraße abermals zu größeren Ansammlungen. An den Straßenecken standen Redner und sammelten ihre Anhänger um sich. Gegen 9 Uhr ritt die Landespolizei in der ganzen Breite der Straße vor, blieb aber an der Ludwigskirche vor der vaterländische Lieder singenden Menge stehen. Schließlich gelang es ihr, die Menge zn zerstreuen. Gegen dreiviertel 10 Uhr warm die Straßen bereits gesäubert. schaftsbericht über die Tätigkeit der Parteileitung schloß sich ein ausführliches Referat von Oberbaurat Stricker über die politische 'Situation im Zionismus und in der österreichischen Partei au. (Wir bringen die Referate zusammen mit dem Verhandlu-ngsbericht des Parteitages in unse.ren nächsten Nummern.) Der Parteitag sprach über Antrag eines Permauenzausschusses den: abtretenden Lan-deskomitec e i ust i m m i g D a n k u n d A n e r k c n nung aus und erteilte ihm das Absolntorium. . Die von Dr. Soser und Dr. Abeles gehaltenen Keren Hajessod-Rescrate entsesselten eine lebhafte Debatte. Der Parteitag wählte e.ut Landeskomitee, das bewährte und prominente Mitglieder der Zionistischen Organisation umfaßt. Zmn Präsidenten des Landeskomitees wurde unter stürmischem Beifall Oberbaurat Ing. R. Stricker gewählt. Am zweiten Verhändlungstage (12. November) gedachte der Präsident des Parteitages Dr. Ehrlich fünfjährigen Geburtstages der österreichischen Republik und gab aus diesem Anlaß dem rück Halts losen Bekenntnis der österreichischen Zionistenischast zur Republik und ihrer Bereitwilligkeit, an der Entwicklung dieses Gemeinwesens wMv MÄMPhnttzY, WAyuck. Ludendorss!» — „Ehrenhaft. Gin Ultimatum der vaterländischen Verbände. Berlin, 12. November. (P.-Dep.) Wie di? „Deutsche Zeitung" von angeblichuwerlässiger Seite erfährt, hat General Ludendorsf dem Generalstaatskommissar o. Kahr mitgeteilt, daß er in das Hitlersche Unternehmen ohne Kenntnis der Zusammenhänge hineingezogen worden sei und daß er Hitler habe mitteilen lassen, er solle sich Kahr freiwillig stellen. ' Ludendorff befindet sich in sogenannter E h r e nhaft, d. h. er kann sich seinen Aufenthalt wählenwird aber strenge bewacht. Er verlautet, daß die vereinigten vaterländischen Verbände Bayerns dem Generalstaatskommissar verschie« dene Forderungen überreicht hatten, auf deren Beant' Wortung sie bis Sonntag Mittag vergeblich warteten. Sw hätten unter anderem gefordert: Beseitigung des Ministeriums Knilling, Amnestie für die am Putsch Beteiligten und Aufhebung des Verbots der.aufgelösten Verbände. Aus dem „Heldenbiich* der Putschisten. Wie Lndendorff gefangen wurde. B e r l i n, 12. November. (P.-T.) Ueber die Verhaftung L u d e n d o r f f s erfährt der „Vorwärts": General Ludendorff befand sich an der Spitze der'Hitlertruppen. als der Zusammenstoß mit der Reichswehr erfolgte. Er warfsichbeim ersten Schutz sofort auf den Boden und blieb um beweglich liegen, als seine Leute bereits die Flucht ergriffen hatten. Ein Reichswehroffizier. der auf ihn zutrat, hielt ihn zunächst für tot. Als er jedoch bemerkte, daß Ludendorff noch lebe, sagte er: Herr General, Sir. sind verhaftet. Ludcndorfk erhob sich sofort und ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Ae Mlltehr des Wronsirime». Die Entente wird die Ausweisung verlangen. Paris, 12. November. Angesichts der Rückkehr des früheren deutschen Kronprinzen glaubt das „Journal" zu wissen, daß eine Fühlungnahme der Alliierten hergestellt sei. Die Maßnahmen in dieser Frage sowie wegen der Wiederherstellung.der Militäikontrolle würden in der Montagsitzung der Botschafterkonferenz getroffen werden. Das Blatt ist der Ansicht, daß gemäß dem Friedensvertrag die Bürgschaft für die Sicherheit der Offiziere der Militär- Missionen sowie die Auslieferung des Kronprinzen und Anweisung eines endgültigen Au send haltsorteS verlangt werden sollen. Mer soll abgeschobea werde«. . München, 13. November. (Tel. b. „Wr. Morgen» zertung".) Die bayrische Regierung beabsichtigt, Hitler auszuweisen und über die Grenze, abzuschieben. Amtlich wird besonders erklärt, daß Hitler k e i n bayrischer Staatsbürger sei. Ae Maßnahme» gegen die Hitlerianer. Dresden, 13. November. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung") Einzelne Trupps bayrischer Nationalsozialisten sind nach Sachsen eingedrungen, um sich der von Kahr angeordneten Entwaffnung zu entziehen. In Zwickau wurde eine Konferenz.nationalsozialistischer Führer ausgehoben und die Teilnehmer verhaftet. In der Umgebung von Schwarzenberg hat die Reichswehr 42 Personen verhaftet und Hausdurchsuchungen vorgenommen. Irr „stille Pogrom" dauert fort. München, 12. November. (Südd. Korr.-Bnr.) Gegenüber anderslautenden Nachrichten stellt die Korrespondenz Hoffmamr fest, daß die Ausweisung lästiger Ausländer, insbesondere bedenklicher ost j üd.i sch e r Element e, fortgesetzt wird. Sttesemam Wer die wirtschaftliche Nst Deutschlands. Hatle< 11. November. (Wolff.) Reichskanzler Doktov Etresemann ist heule um 3 Uhr Nachmittags in Begleitung de? neuen Reichsnünisters des Jnnernj Dr. Jarres hiev eingetrofftrr. Der Reichskanzler nahnrs auf dem hier tagenden Landesparteitage der Deutschenj Volkspartei, vielfach von begeistertem Beifall unterbrochen, zu den schwebenden inner- und außenpolitischen Fragen Stellung. Dr. Stoesemann befaßte sich insbesondere mit der ungeheu reu ArbLitslosigkeit am Rhein u n d R u h r, für die die Besetzungsmächte die Verantwort tung zu tragen hätten, wie sie auch letzten Ende? wr den Mtttschm iwtt tm «Ms Mch liM Myi« M' W Im allgemeinen konnte die blaue und die grüne Polizei Stticker zum ParteiprMente« gewählt.