Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1699 (6.11.1923)
- Date
- 1923-11-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morgenzeitung 6 NovernKer 1923 Nr. 1699 Voile 6 Wien, Dienstag Men und ungern durch Einverleibung zeitgenössischer Tondichter vergrößert. Doch auch die Rassischen Werke schienen nur flüchtig geprobt, in der Mozart-Symphonie gerieten die Tempi gleichmäßig schnell, so daß der Kontrast zwischen dem sehnsüchtigen Andante und dom kriegerischen Menuett ganz verloren ging. Beethovens „Achte" klang zu massig; statt leicht dahinzuschweben, drückte ein beträchtlicher Rest von Erdenschwere auf die heitere Musik, die in nüchtern brillanter Virtuosität erglänzte. „Das Wer? machte kein Furore" — wie es einst in einem kritischen Berichte über seine Wiener Erstaufführung hieß —, obwohl eS an Ovationen für Felix Weingartner nicht mangelte, der sich immer wieder am lorbeergeschmückten Dirigernenpu'lt dankend verneigte. Es gibt beute nur wenige Pianisten, welche der Eliopruschen Melodik so zärtlich zu huldigen wissen wie Ignaz F r i c d- UHim, In seinem süßen Ton ..ne in seinem feinst geschlissener! Passagen fließt rneur Pariser Eleganz als polnische Schwermut, sein festliches Spzieht in rauschender Pracht vorüber und veranlaßre noch ran'chendere Ovationen seiner Zuhörer. 'Weit ungeschminkter spiel: Ernst d. Dohuanyi, dem Friedmanns p'anistisch vetfeinerie Kuiüir ganz fremd ist. In ibm pulsiert frische Natürlichkeit, und wenn er gelegetttlich tüchtig daneben greift, so verzecht man es seinem uatnrjungenhaften Tempernrnent. Der bochsiredende Rudolf 2 o rkin spielre den letzten Beethoven mit hoher Musikalität und einer in Anbetracht seiner Jugend überraschenden Absteklärrbeit, Paul Emmerick brachte eine Klavierphantaste mit Orchester von Debussv. die in Plate Tal und Technik di e unverkennbaren Merkmale eines Ingendtverkes des sranzösischen Impressionisten :n sich birgt, mit schönem Schwung und winpathischer Sachlichkeit in Wien zur Erstaufführung. Der russische Pianist Julius I s serl i s spielte mir reifem Können, nnsentimental und doch pocsieersüilr, Schumanns C-lbur-Phautasie. August Göllncr, den wir als vorzüglichen Bach-Spieler stets schätzen, fand mir seinem unsinnlichcn, orgelmähigen Bortrag für Brabms versonnene Intermezzi nicht den rechten Gemütsion. Alice Weiß zeigte in ihrem gewisfi-r.h.r-:..n Spie! alle Vorzüge der Dauer-Schule, der sie noch n'ün g.-.r entwachsen ist. ül. Re Affäre Meibtreu^Medeisky erledigt. Die direkten Verhandlungen zwischen dem Bundestheaterkommissär Ministerialrat Tr. R e n k r n und dem Anwalt der Damen B l e i b l r e u nnb Medelskp haben am 81. O-ktöoer zu einer Vereinbarung geführt, durch die die bestandenen Differenzen vollständig bereinigt wunden. Die beiden Damen wenden hiernach ihre Tätigkeit am Burgtheater wieder aufnehmen, und haben sich zu diesem Behufe bereits heute der Direktion zur Verfügung gestellt. Bemerkt wird noch, daß bei den erwähnten Verhandlungen eine dritte Person, wie solches vielfach behauptet wurde, nicht interveniert hat. Literarischer Abend in der Jüdischen Böhne. Donnerstag Sen 8. gelangen im Nahmen eines literarischen Abends in der Jüdischen Bühne, 2. Bez., Toborstraße 12, pie Einakter „S ck w e st «nt" von Perez. „V o m Glück vergessen" von Pinski und „Menschen" von Schalom Mejchem zur Aussühmrng. Der Abend wird von B. Scharrer veranstaltet. Es wirken mit: Die Damen Cilli Bell, Mina Teuach, Paula Dreiblatt, Dolly Markowa. Salcia Weinberg, Lea Weintrau>b-Grcn und Rachel Deißberg; die Herren Isaak Tentsch, Isaak Mestl, Nathan Klinger, Markus Herschtowitz und S. Podzcnncze. Das Russisch-romantische Theater"*, das am 9. d. sein Gastspiel im Apollotiheater eröffnet, hat eine Reiche von Mitgliedern des Balletts des ehemaligen Kaiserlichen Theaters in Petersburg vereinigt, und Zwar den Ballettmeister Boris R om a n o s s. die Primaballerina Elena Smirnowa, den ersten Solotänzer A. Obouckoff und andere. Zu seinem Ensent'ble gehören ferner Elsa Krüger und Elaudya Pawlowa, russische Eharak!errän;erinnen von internationalem Ruf, bekannte Schauspieler und das' ans erlesenen Kräften zusammengesetzte Corps de ballet mit den Solistinnen Anna Fedor ow a und Helene Tippel. Das Orchester wird von Toktor Georg Pomeranzen), dem Kapellmeister des ehemaligen Kaiserlichen Theaters in Moskau, dirigiert. Das gesamte Programm besteht aus Dichtungen des Regisseurs Boris Romano ss. Künstler, wie Lev Zack. Paul T sch elf ch ts ch e ff, W. Bobermann und P. Hosiasfon. deren Arbeiten ihren Ruf in der Theaterwelt begründet halben, wirken an der Inszenierung mit. Zum künstlerischen Beirat gehören auch Dr. Anatoltzr Schaike witsch, einer der besten Kenner der internationalen Ballett- und Tanzkunst, und Elsa K rüge r, eine führende Charaktertänzerin Rußlaichs. Aus den Theatern. B u r g t h e a t e r. Morgen, 7 Uhr: „Der Kaufmann Von V e n e d i g." Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr: „Wölfe in der Nacht." Volksoper. Heute „Madame Butterfly" mir Ad.: Poliakowa als Gast. Morgen „Siegfried". — Sigismondo Zaleschi wird in diesem Monat eine Reihe von Gastspielen an der Volksoper absolvieren. und zwar lbeginnt der .Künstler Sonntag den 11. d. als Mephisto in Gounods „Faust". Am gleichen Abend gastiert Ada Poliakowa als Gretchen. / Im Deutschen Volkstheater wurde das Gastspiel Alexander Moissis auf die zweite Novemberhälfte verschoben, weil die großen Erfolge des Künstlers zu einer Verlängerung seiner holländischen Gastspiele geführt haben. Heute gelangt Lengyels „Taifun" zur AuMhrnng; morgen'Md Samstag wird „Der Verschwender" wiederholt; Donnerstag geht Shaws Lustspiel „Man kann nie wi ssen", Freitag Schillers „Don Carlos" in Szene. Neue Wiener Bühne. Das Gastspiel Albert und Else Bassermann beginnt morgen Mittwoch mit der Erstausführung von Hans Müllers Schauspiel „Der Schöpfer". Im L u st s p i e l t h e a t e r wird die Schwankneuheit „Der Held ihrer Träume" von Arnold und Emil Golz vorbereitet. Hans; Niese spielt die weibliche Hauptrolle. Im Apollotheater finden nur nrv'hr drei Vorstellungen der Lustspisloperette „Dorrne und der Zufall" in der Premierenbefetzung statt, da bereits am 9. d. das Gastspiel des Russisch-romantischen Theaters beginnt JÜDISCHE BÜHNE II., Taborstrasse rr s*?£a*sfssasszxi. Donnerstag den 8. November, Va® Uhr abends literarischer GnMer-MnS veranstaltet vom ehemaligen Sekretär der „Freien jüd, Volksbühne-1 B. SCHABBER Zur Aufführung gelangen: 898 .Schwestern* von .Vom Glück vergessen* von pm I .Menschen von Schalom Alejchem Kartenvorverkauf: Kartenbureau „Aida", II.» Tabor- | strasse 5. Telephon 46*2-03 .*y., | Melchior Horvath vor Gericht. Die Laufbahn eines Abenteurers. Wie ein spaunenvcr Abenteurerroman mutet die Anklageschrift au. die gestern in der Schöffeuverhandlung gegen den als gefährlichen internationalen Fälscher gekennzeichneten 13jähr:geir Frau; Melchior Horvath vorgelesen wurde. Tie Mtsielareu, deren Horvath jetzt angeklagt ist, reichen in das Jahr 1919 zurück. Damals war Horvath wegen Scheckschwindcls im Wiener Landcsgericki interniert. Sein Verteidiger, ein seither verstorbener bekannter Rechtsanwalt, wurde selbst ein Opfer des durchtriebenen Betrügers, sein unbewußtes Werkzeug. Horvath gab sich als den Cohn des unermeßlich reichen Fürsten Tassilo Festetics aus, sein Komplize Isidor Morgan stellte sich dem Rechtsanwalt als „Güterdirektor" des Fürsten vor. Morgan erlegte Aktien und Pfandbriefe der Oesterveichisch-nngarischen Bank, die zur Deckung fiir die termingemäße Lieferung von Benzin, Rohöl und Zucker dienten. Der? getäuschte Rechtsanwalt erstattete die Strafanzeige, Horvath war aber inzwischen nach Italien geflüchtet. Sein Komplice Morgan und der Berliner Hochstapler Georg Spitz konnten gesüßt werden, sie wurdet! zu empfindlichen Kerkerstrafen verurteilt. Nach zwei Jahren wagte sich der steckbrieflich verfolgte Horvath wieder nach Wien. Mitte Juli 1921 mietete er in der Salesianergasse eine Wohnung, nannte sich „Melchior Horvath von Beöshaza, Kavallerieinspektor und Militärattache in Rio de Janeiro". Um unerkannt zu bleiben, trug er stets eine dunkle Hornbrille. Bei den Firmen, die er sich als Opfer auserkoren, stellte er sich als Direktor der Internationalen Export- und Jmport-8l.°G. ,^-ntag" vor und schwindelte mit gefälschtem Scheck Geld heraus. Der mit falschem Scheck unternommene Betrug kam alsbald auf. Horvath war wieder entwischt. Mit zwei Genossen namens Harmath und Jarinay unld zwei Frauen wollte er sich Ende September 1921 in Genua nach Amerika einfchiffen, wurde jedoch beim Besteigen des Dampfers entlarvt und samt seiner Begleitung fest genommen. Er floh nochmals nach Rio de Janeiro, bald aber verschwand er aus Brasilien, tauchte zuerst in Budapest, dann in Berlin auf, wo er verhaftet und nach Oesterreich ausgeliefert wurde. Bon den Mittelschulen, die er besucht hat, war die eine ein griechisch-katholisches Priesterseminar. Später studierte er in einer rumänischen Mittelschule, bei Verwandten seiner unehelichen Mutier, deren Namen er aber auch nicht nennen will. Nach der Matura ist er als Freiwilliger zur Marine emgerückt. Bei einer Explosion erlitt er eine Verletzung, an der rechten Hand und verlor den Gebrauch zweier Finger. Trotzdem mußte er als Landsturmingenienr im Kriege einrücken. Im Jahre 1916 bekam er eine Schußverletzung in der Schulter und Brust. Auf die Frage, wo er feine Studien vollendet habe, gibt er die Budapester Technik an, an der er als außerordentlicher Hörer inskribiert gewesen sein ■ will. — Vors.: Warum als außerordentlicher Hörer? — Angekl : Weil ich meinen Geburtsschein nicht vorlegen konnte. Auf diesem' Dokument ist nämlich der Name des Vaters genannt und ich hatte mich verpflichtet, ihn der Oeffentlichkeit nicht bekanntzngeben. — Vors.: Wie war denn das an den Mittelschulen? — Angskl.: Infolge meiner Familienbeziehungen wurde dieses Dokument nie verlangt. Der Angeklagte erklärte sich entschieden uichtschuldig.! (Die Verhandlung wivd heute zu Ende geführt.) Beleidigung eines Rabbiners. Vor dem Landesgerichts-! rat Dr. Kramer (Strafbezirksgericht 1) trat gestern der Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Herr Mayer Mayersohn als Privatkläger gegen den Fletschhauermeister Hirsch Dreßler auf. Wie m der Klage ausgeführt wird, hatte der Beschuldigte anläßlich eines Streiks der Kultusbeamien dem Rabbiner einen wenig schmeichelhaften Brief geschrieben, den letzterer unbeantwortet ließ. Eittes Tages erschien Dreßler in der Kanzlei des Rabbiners, um ihn zu fragen, warum er auf den Brief nicht geantwortet habe. Der Rabbiner ließ- Helrrn Dreßler nicht vor und ließ ihm durch einen Diener sagenj daß er mit ihm nichts zu sprechen habe. Als der Rabbiner dje Kanzlei verließ, folgte ihm Dreßler und wollte ihn auf der Straße sprechen. Der Rabbiner ging, ohne den Gruß Dreßlers zu beachten, weiter, worauf Dreßler. nach Inhalt der Klage, schrie: „Eine Frechheit von Ihnen, nicht zu antworten'." Als Dreßler von dem Begleiter des Rabbiners gefragt wurde, wie er mit einem Manne, der auf Ehrfurcht Anspruch'habe, derart reden könne, soll Dreßlier laut gerufen haben: „Mit so einem Menschen kann man nicht anders reden!" Bor Gericht erklärte der Angeklagte, daß er allerdings um jeden Preis eine Unter--- redung mit dem Rabbiner haben wollte, daß er ihn auf der Straße verfolgt, hierbei aber mit keinem Wort beledigt habe. Der Kläger selbst erklärte, daß er als Rabbiner sich nur'sehr schwer entschlossen habe, den' Klagcweg zu betreten, daß er aber hierzu gezwungen war,, da ihn der Angeklagte seit 2s). Jahren schon verfolge. Er müsse auch trotz seines Standesans Bestrafung des Beschuldigten bestehen. Der Richter verurteilte •feeu Anae...m-.'>: y.t einer Geldstrafe von einer A'tr!lien"Kr"Ken. Bolkswitt. Gestempelte Krone 0.0079V« (Centimes. Auszahlung Wien 0.0079V« Seutimer. In Zürich notiette 5./11. 8./11. die österreichische Krone ...... 0.0079V« 0.0079»/, die österr. gestempelte Krone .... 0.0079»/, 0.0079»/, die tschechische Krone. 16.45 16.45. die Mark.pro Milliarde —.— Holland.. 218.— 217.75 New-Nork .. 663.— 563.25 London.. 25.11 25.09 Paris .. 32.40 30,25 attattb »»»»»»,,«,»» 25.05 24.95 Belgrad. 6.55 6.571/, Bukarest.7'. 2.70 2.70 Sofia . 5.15 5.20 Budapest. 0.0305 0.0305 Warschau .. . —. — Ae Splnnfaserinduftrie in Sesterreich. Unter diesem Titel ist eine ättßerst instruktive Schrift von O. M. Weinreb im Verlag Hölder erschienen. Dee Verfasser untersucht die Verhältnisse dieser Branche in dev alten Monarchie und im neuen Oesterreich. Er weist auf die vielfach ungünstigen Elemente hin, unter denen die Textilindustrie in Oesterreich zu leideir chat, darunter vornehmlich auf die Struktur und Verteilung der Bevölkerung, vor allem die mangelnde Städtebildung. 70 Prozent der in Gewerbe und Industrie Beschäftigten entfallen auf Wien. „Die Bevölkerung äst in Oesterreich zu groß, als daß dasselbe als Agrarstaat bestehen könnte, andererseits hentmt die geringe Bevölkerungsdichte seinen Aufschwung zum Industrie» staat." Dazu kommt die ungünstige territoriale Konfiguration, der Mangel an Wasserstraßen zur billigen Zufuhr der Rohstoffe, usw. Sehr ungünstig ist das Verhältnis der BaumWollspinnerei zur Weberei. Oesterreich besitzt über eine! Million Spindeln (so viel wie ganz Polen), aber wenig Webstühle (zirka 13.000). Die Weberei deckt nur zwei Drittel des Inlandsbedarfes, es könnten noch 6000 bis 8000 Webstühle aufgestellt werden, die zirka 5000 Arbeiter beschäftigen würden. Aber selbst dann würden die österreichischen Webereien erst die Hälfte der Bollprvduktion dee Spinnerei aufnehmen, der Rest der Garne müßte exportiert werden. Ob auf die Dauer dieser Export nach den Nachfolgestaaten gegen die tschechische Konkurrenz behauptet werden kann, ist fraglich. (Tatsächlich hat in den letzten Monaten die Baumwollspinnerei nur mit zirka einem Drittel Kapazität gearbeitet.) Es scheint, daß der Verfasser, trotzdem er ausdrücklich auf den starken Veredlungsverkehr Oesterreichs hinweist, infolgedessen Gewebe eingeführt, veredelt und wieder ausgeführt werden, bei der Veranschlagung der Möglichkeiten für die Baumwollweberei (ein gleiches gilt für Schafwolle), nicht in Anschlag gebracht hat, daß eine Weberei- Produktion über den Inlandsbedarf hinaus möglich wäre, eben zu Zwecken der Veredlung und Ausfuhr. Bezüglich der Wollindustrie liefert die Schafzucht in Oesterreich nur fünf Prozent des benötigten Rohmaterials. Die Produktion ist aber ausdehnungsfahig. In der Kammgarnspinnerei (135.000 Spindeln) ist die Produktion sehr groß und auf Ausfuhr angewiesen. Die Streichgarnspinnerek (50.000 Spindeln) genügt nicht, es müssen große Mengen Garne aus Böhmen eingeführt werden. Die Wollweberei ist noch sehr weit zurück, es gibt imj ganzen 2000 Webstühle. In Tuchen ist Oesterreich fast ganz auf Einfuhr angewiesen. Versuche, in Tirol neue Tuchfabriken einzurichten, scheiterten am Arbeitermangel.' Flachs und Hanf werden zum größten Teile importiert, hoch wächst die Erzeugung dieser Rohprodukte ständig. Oesterreich besitzt eine einzige Leinenspinnerei wifc 19000 Spindeln und zirka 10.000 Hanfspindeln. Auch hier steht es mit der Weberei schlecht, es sind nur 800 Webstühle vorhanden. Böhmen liefert den größten Teil der Gewebe. Die Juteindustrie zählt 17.500 Spindeln und 800 Webstühle, die weitaus mehr erzeugen, als der Jnlandbedarf beträgt; der Export kompensiert zum größten Teil den Import an Geweben in Flachs und Hanf. Die Seidenindustrie wird hauptsächlich durch Bandfabriken repräsentiert, die auch in Lohn für das Ausland arbeiten. Sehr stark entwickelt ist die Beredlungsindustrie, die vielfach für böhmische Fabriken arbeitet. Die Strick- und Wirkwarenindustrie hat sich nach dem Umsturz stark entwickelt. Trotzdem werden Massenerzeugnisse eingeführt, welcher Import aber übertroffen wird von der Ausfuhr in besseren Waren. - Der auswärtige Handelsverkehr zeigt für das Jahr 1922 folgendes Bild: Slachr, Ha» Vaumwoll« W»Ü« Srwr Jute Mehr» M-hr. M,pr. M»hr- Mehr« «Irhr. Mehr« «insuhr anifuhr rinsuhr aurfuhr «insuhr »»»fuhr etnfuhr auephr MillionenGolbkronen Rohstoffe . 46.2 - 25.4 - - - 5.2 - Halbfabrikate - 48.6 - 9.6 ~ 0,8 - 1.8 Fertigwaren 68.7 - 75.2 - 22.6 - - 0.3 113.9 48.6 109.6 9.6 22.6 0.3 5.2 1.6 Der F hlbetrag der Tertilindustr'e (Mehreinfuhr) machte 1922 tticht wertiger als 30 Prozent (im Jahre- 1920 .40 Prozent) des gesamten H a n d e l s p a s s iv u m s (von rund 660 Milliortett Goldkronen) aus. . > Ter Verfasser schließt mit dem Urteil: Der organische Ausbau der Spinnfaserindnstrie wäre nicht nur imstande, die betteüia&R LeblbstMe in der Handelsbilanz herabPp-