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Wiener Morgenzeitung · 1923-11-04 · Heft 1697 (4.11.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1697 (4.11.1923)
Date
1923-11-04
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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eevs. « «wen, Judenplatz Nr. 6 Telephon 63«4»56 Telephon 65-4-56 Kulanteste Durchführung aller bankgeschäftlichen Transaktionen sowie Verwaltung von Geldern im Kontokorrent- Verkehr zu dem jeweils geltenden Reportzinsfuss. 37 Rohe Banmwollgewebe. Die Preise zogen durchgehends um je 1 Punkt an. ES «öftere«: SO Ztm. 15/14 20/20 pro November-Dezember —.74 Schweizer kranken, 80 Ztm. 15/15 2O/2V -.75 Schweizer Franken, 87 Ztm. 19/19 30/30 —.77 Schweizer Franken, 80 Ztm. 19/17 36/42 -.54 Schweizer Franken, 87 Ztm. 19/21 36/42 -.64 Schweizer Franken. Die letzten drei Posten tremfit Wien. Die Wollauktion in London wies starke BeteiliWng auf. Die'Menge der . zum Verkauf gestellten Ware bezifferte sich auf 12.446 Ballen, und zwar hauptsächlich Kreuzzuchtarten. Seitens heimlicher und festländischer Kreise herrschte arofze Kauflust. Im Vergleich zu den Septembernotierungen stellten sich die Preise von Kre-uzzuchten unverändert, bezw. 5 Prozent teurer, von Merinos unverändert, von Rauhwolle bis 5 Prozent höher, i'luch Kapwolle konnte ihren vormonatigen Preisstand voll behauplen. Schweißige Krcuzzuchten wurden mit einem Preise bis zu 26,5, Merinos bis zu 52 verkauft. Bmnnwollmarv. New-Dvrk» 2. November. Baumwollzufuhren in den atlant. and Golfhäfen 37.OOO, im Innern 19.000, Ausfuhr nach Großbritannien —, nach dem Kontinent 3000. Lokalmarkt middling: 32.80 (letzt. Kurs 31.25). Tendenz: Sehr fest. — Termine: November 32.28, Dezember 32.28, Jänner 31.60, Februar —, März 31.65, April —. Mai 81.60, Juni —Juli 31.30, August 29.75, September 28.75, Oktober 28.-. Sie Devisenkurse. Berlin, 3. November. (Devisenkurse.) Amsterdam 164.588 (121.695/ Belgien 20.948 (15.561), Christiania 63.441 (46.883), Kopenhagen 73.017 (53.366), Stockholm 112.119 (82.194/ Italienische 18.933 (14.965), London 1,895.250 (1,396.500), New-Dork 418.950 (319.200), Paris 21.339 (18.354/ Schweiz 75.411 (54.663), Spanien 56.459 <40.895/ Wien 5'985 (4'389), Prag 12.469 (9.177), Bndavei't 22'942 (17'556), Sofia 3.990 (2.893), Belgrad 4.938 (3.691). In Millionen von Mark. Berlin, 3. November. (Notenkurse.)*) — Noten: Dollar 418.950 (319.200), Pfund 1,895.250 (1,396.500), Italienische 18.952 (13.965), Polnische 239.000 (165.000), Tschechoslowakische 12.469 (9.177), Oesterr. gestemvelte 5'985 (4'389). *) in Millionen Mark, ausgenommen polnische Mark. Duüapei't, 3. November. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 7540 bis 7980, Bukarest 97.— bis 110.—, Kopenbagei: 3380 bis 3600, Christiania 2920 bis 3140, London 87.800 bis 92.200, Berlin 0.00000005bis —.-, Italien 850 — bis 935.—, Paris 1145- bis 1211-, Prag 573.- bis 617.-, Stockholm 5110 bis 5440, Zürich 3440 bis 3660, Wien 0.2750 bis 0.2970, Sofia 181.— bis 192.-, Belgrad 228.— bis 242-, New-Aork 19.450 bis 20.550, Warschau 1.60 bis 2.10t), Brüssel 1000.- his 1055.—. f) für 100 polnische Mark. Warschau, 3. November. (Devisen.) Berlin —.—, London 7,620.000, New-York 1,730.000, Prag 51.200, Wien 23.-. Nero-Bork, 2. November. (Devisen.) London 446.125, Paris 577.—, Berlin 0.0000000060, Mailand 445.—, Zürich 1777.-, Kopenhagen 1719—, Stockholm2634.—,Christiania 1493'25, Amsterdam 3864.—, Prag 292.125, Wien 0.14125, Budapest 0.54125, Bukarest 47,75, Warschau 0.0006, Madrid 1329.-, Helsingfors 268,50, Brüssel 495.—, Kanada 1.56 unter pari, Brasilien 109.04, Argentinien 31.52, Belgrad 117.50. Copyright 1924. Nachdruck verboten. J. Lady achnikoff-Verlag, Berlin. (3. Fortsetzung.) Snkel Moses. Roman von Schalom Asch. „Ojar nichts. Leg' dich ins Bett. Es ist kalt . . Die Kinder schliefen mit den Eltern. Die kleinern mit Ver Mutter, die größeren mit dem Vater. Die einzige, welche allein schlief, auf drei Stühlen gebettet, war Mascha, die Aeltefte. Nur wenn es ihr in der Nacht kalt «wurde, kroch sie zum Vater ins Bett. Sie war erfreut über «die Einladung des Vaters. Aaron und Mascha schoben die beiden kleineren Mädchen ein «wenig zur Seite. «Als Mascha sich ins Bett legte, begann der Vater «unvermittelt: „Mascha, du bist «doch schon ein Auges Mädchen, hör' mich an. Willst du, daß dein Vater ewig als Sklave bei der Nähmaschine dienen soll, bei Onkel Moses, und daß wir ewig in Armut leben? Du verstehst es doch, bist doch ein kluges Mädel — wenn ich «wieder eine Arbeitsstelle annehme, dann werde ich schon ewig bei der Maschine arbeiten, ein unglücklicher Arbeiter sein ohne Hoffnung etwas Besseres zu werden, und ihr alle, du und die kleinen Kinder, ihr werdet gar nicht Zeit haben, voll zu erwachsen, denn ihr werdet noch vorher in die Arbeit gehen müssen; willst du das? Ja?" „Das ist doch schon unser Los; wir sind als Kinder eines armen Vaters geboren worden und so werden wir auch arbeiten. Was kannst du sonst tun?" „Hätte ich nur Zeit, ein .paar Monate Zeit, mich um etwas anderes umzusehen. Und l)ätte ich nur ein wenig (Md, ein klein wenig Geld, etwas anderes anzufangen. Da ist erst vor nicht langer Zeit ein Mann von unserer Stadt hergeikommen und der hat um keinen Preis in die Werkl'iatte des Onkel Moses wollen. „Lieber auf der Straße stertben als arbeiten" hat er gesagt. Und irgendwoher hat er sich ein wenig Geld verschafft, gibt Gold- und Silber- Waren auf Raten, und so hat er ein eigenes Geschäft. Wenn ihr mich nur ein bißchen in Ruhe, lassen wolltet, nur Atem schöpfen!" Wiener Moraerrzettung. 4. SLovenwer 1323 Nr. 1697t -----1-: ' -.—...-q T""v Sportprogramm für heute: Subball. Hakoah—Sportklub (M.) Hohe Warte . . . Vienna—Simmering (Di.) Simmeringer Platz Amateure—Hertha (M.) Amateure-Platz . . Rapid-Ostmark (M.) «Ostmark-Platz . . . . Slsvan—Wacker (M.) Wacker-Platz . . . . Admira- W. 2t. F. (M.) Admira-Platz. . . .2 Uhr .2 Uhr . .... 2 Uhr .2 Uhr .2 Uhr . 2 Uhr Wilde Sitten im Zuschauerraum. Das Fußballspiel kennt «> strenge Gesetze, die Spieler, Schieds- und Linienrichter, Funktionäre und ganze Vereine befolgen müssen. Wehe, wenn sie sich irgendwelcher Uebertretung schuldig machen. Die Vcrbandsbehörden weisen mit großer Strenge den richtigen Weg und die Presse tadelt oder gibt gute Ratschläge. Der Uebeltater fiudet aber auch an Ort und Stelle im Publikum einen unnachgiebigen, leidenschaftlichen und unobjektiven Richter. Niemand gab den Zuschauern dazu das Recht; sie «maßen es sich aber mit einer Selbstverständlichkeit an, die auf Laien überraschend wirkt. Da sich nur in den seltensten Fällen jemand findet, der den Mut zur Behauptung aufbringt, daß auch die Wettspielbesucher die Pflicht haben, sich wie gesittete Menschen zu benehmen, geht es im Zuschauerraum meist sehr wild zu. Gleich Terrorbanden Hausen sie auf kleinen Sportplätzen, aber auch bei den großeil Spielen legen die Eintrittzahlenden ein Gehaben zur Schau, daß man sich zu den Südseeinsulanern versetzt glaubt. Für viele Zuschmier ist alles, was sich auf dem Sportplatz befindet, vogelfrei. Sie setzen sich über alle bürgerlichen Gesetze hinweg, beschimpfen Spieler, Schiedsrichter und Wettspielbesucher, die nicht ihrer Meinung sind, in der unerhörtesten Weise, drohen friedliebenden Menschen mit Gewalttaten und schrecken selbst vor Exzessen nicht zurück. Welche Rechte sich das Publikum aumaßt, konnte man so deutlich beim letzten Spiel Slavia—Rapid erkennen. Sicherlich führteii sich die tschechischen Sportleute nicht wie Gentlemen auf. Was sich aber ein Teil der Zuschauer leistete, überschritt alle Grenzen. Die Prager und der Schiedsrichter wurden auf die niederträchtigste Weise beschimpft und der unglückselige Pauler wurde in einer von einer niedrigen Denkungswei'se zeugenden Art verhöhnt. Nicht unähnlich war die Aufführung des Preßburger Publikums beim donnerstägigen Spiel des W. A. F. gegen den 1. C. S. K. Bratislava. Die Einheimischen waren oen Gästen nicht gewachsen und unterlagen mit 1:2 Toren. Diese Tatsache versetzte die Zuschauer in die denkbar schlechteste Laune. Da die Hütteldorfer sehr fair spielten und keinen Anlaß zum Randalieren gaben, mußten die Preßburger die Rolle des Prügelknaben übernehmen. Man glaubte sich in ein Kabarett versetzt, da im sympathischen Publikum bei jeder Gelegenheit Heiterkeit ausbrach. Letztere war aber nicht freudig und offen, sondern man merkte ihr die Absicht an, zu verhöhnen und zu verspotten. Mit allen Mitteln versuchten die Zuschauer, das Spiel seines Ernstes zu entkleiden und daraus einen Ulk zu machen. Daß durch dieses Benehmen nicht nur die Einheimifchen, sondern in einer noch viel empfindlicheren Art die Gäste gekränkt und beleidigt wurden,,war dim Publikum anscheinend gleichgültig. Die Zuschauer glauben, aus der Verpflichtung, für den Wettspielbesuch zahlen zu müssen, das Herrenrecht .auf den Sportplätzen ableiten zu können. In dieser Ansicht werden sie durch das Verhalten der Presse und durch die Schwäche der Verbandsbehörden bestärkt. Nur auf diese Weise konnte es geschehen, daß das Publikum auf den Sportplätzen förmlich zu einer Plage geworden ist. Es wäre hoch an der Zeit, daß man ihm seine Stellung endlich klar macht. Es genießt bei. den Spielen nur das Ga st recht und hat sein Benehmen danach einzurichten. Wir wären im Fußballspiel in jeder Beziehung Das junge Mädchen dachte em wenig nach — sie schaute den Vater an; im schwachen Schein des Gaslichtes, das die ganze Nacht brannte, sah sie des Vaters rote Augen und sie hatte Mitleid mit ihm. NachdenMch sprach sie: „Und was «wäre, «wenn du ein wenig Geld hättest?" „Da würde ich etwas einkaufen und «hausieren gehen. Ich würde Gold- und Silbevwaren aus Raten geben, ich würde Lebensmittel in die Häuser bringen, «aber in das Gefängnis auf 'der Bovery würde ich nicht zurückkehven." „Und wieviel brauchst du?" ^Hundert Dollar, mein Kind, hundert Dollar. Woher die nehmen?" „Onkel Moses könnte sie dir leihen, wenn er will?" „Wenn er «will, — gewiß. Aber was nützt «das alles. Unnützes Gerede. Ich werde wieder irgendwo in die Arbeit gehen; ich werde... Sie muß noch'ein bißchen Geduld haben, — Aaron «deutete aus fahve Frau — bis ich Arbeit' bekomme. Zum Onkel Moses kann ich doch nicht gehen, er wird mich doch nicht zurücknehmen." „Du «hast doch gesagt, daß «du schon eine Stelle hast, daß Onkel Berl dir eine verschafft hat!" „Das war eine Lüge. Ich wollte euch nicht die Freude verderben. Wo habe ich denn eine Stelle? Zum .Onkel Moses darf ich doch nicht zurückkehren. Ich habe ihn doch «beschimpft. Ich werde nicht arbeiten gehen. Schaut, wie ihr euch ohne mir helfet. Denkt euch, ich wäre gestorben, begraben, nicht hier ..." Mascha schwieg. In ihrem Köpf«chen arbeitete ein Gedanke. Sie sann nach, aus welche Weise dem Vater hundert Dollar zu beschaffen wären, damit er sein Glück versuchen könne. Einen einzigen Weg gab es, den Weg zu Onkel Moses. Mascha hatte Onkel MoseI noch nie gesehen, aber sie war überzeugt, «wenn sie ihm sähe, «werde sie «bestimmt «das Gold von ihm bekommen, das sie für den Vater brauchte. Und ihr Entschluß war gefaßt. Während dieser Erwägungen forderte Maschas zarter Körper im Bette Platz für sich. Mädchenfüßchen stießen aneinander, verschlangen sich einander und stießen dann gegeneinander, bis alle Schwestern wach waren. SllS sie ru ihrer viel weiter, wenn Verband und Presse bei der Maßregelung der Zuschauer nur einen Bruchteil der Energie aufbringest würde, die sie bei der Bestrafung von Spielern imd Beveinon an den Tag legen. Jüdischer Sport in der Tschecho-Slowakel. Jüdisches Verbandsteam gegen die Auswahlmannschaft des deutschen Südostgtmes 4:2. Dreifes Wettspiel jfand am Sonntag, auf dem Platz der Moravska Slavia unter der Leitung des «ausgezeichneten tschechischen Schiedsrichters Humpolik in Brünn statt. Im jüdischen Team waren neun Spieler des Makkadi (Brünn) und zwei Spieler (Kodes und Kraus) vom Makkabi (Proßnitz) tätig. Für die deutsche Auswahlmannschaft stellte der Brünner Sportklub die meisten Spieler. Aber auch der Brünner Turnverein md der S. C. Vorwärts Ivaren in diesem Team vertreten. Dem Treffen «wohnten ungefähr 1200 Zuschauer 'bei, vor denen die jüdische Mannschaft eine deutliche U-eberl«e«genheit beweisen konnte. Das Uebergewicht war in erster Linie der ausgezeichneten Leistung der «jüdischen Stürmer zu verdanken. Die Deutschen waren technisch weit schwächer, sie verdankten daS günstige Ergebnis ihrer Energie «uüd ihrem Schußvermögen. Dabei muß noch bemerkt werden, daß ein Treffer EigenerMgung von Kramer war und das Mette Tor einem Elsmetrrstoß entsprang. Gleich nach Spielbeginn sind «die jüdischen Stürmer vor dem «gegnerischen Tor. doch verfehlen Schwarz und Köves daS Zi«el. In der zehnten Minute bringt Razso den Ball gut zur Mitte und Köves bucht den ersten Treffer. In der 16. Minute verschuldet Kramer ein Eigentor, wodurch die Deutschen zu einem billigen Ausgleich kommen. In der 20. Miunte bringt MkolSburger der südischen Auswahlmannschast wieder die Führung ein. Razso erhöht nach einem Zuspiel von Borger in der 36. Minute den Stand autf 3:1. Noch vor der Pause erzielt Nikolsbuvger im Meingang das Vierte Tor. Nach Seitenwechsel flaut der Kamps stark ab, da daS jüdische Team nicht mehr bei der Sache ist. Feldrwcmn verschuldet im Strafraum «ein Foul. Der Glftneterstoß verbisst den Deutschen zum Metten Treffer. Der Schiedsrichter Übersicht in der Folge zwei im Strafraum an Nikolsburger begangene Regelverletzungen. In der 30. Minute wird Schwa« ausgeschlossen, doch können die Deutschen das Resultat nicht günstiger gestalten. Die «besten Spieler «des jüdischen TecmrS «waren: Razso, Schwarz, Nikolsburger, Obitz «Md Reiner. Hingegen konnte Köves diesmal nicht recht befriedigen. Ausgs-' sprachen schwach war der Proßnitzer Kraus. Rado- Endstand der Agramer: Meisterschaft. Zweite Klasie. Lerein 3 § 8 •8f Lore $ Ä 10 es sr S S L Derby ..... . . . 8 6 2 — 36 8 14 Penkala .... . . . 8 6 2 — 28 8 14 MakkM .... 8 2 1 24 14 12 Slavija .... ... 8 S 8 2 16 15 9 Zmaj. ... 8 8 1 4 18 16 7 Sava ..... . . . 8 2 2 4 17 24 6 Amateur .... . . . 8 S 2 4 10 IS 6 Zagreb. . . . 8 1 2 5 S 21 4 PoStari . . . . ... 8 8 5 2S — Die Meisterschaft. Zweite Klaffe. Gruppe Nord. F. A. C. gegen Niußdovf (Nußdors-er- Wah), Red Star gegen Donau (Dowau-Platz), Sturm 1907 Wen Sturm 1014 (Hertha-Watz), W. A. C. gegen Gvysthoif Merschofer-Platz), DonaustM «egen Stvaßenlbcchn Dtvaßenbahner-P!>atz), MsMug gegen IMerSdovf WeilMin>ger-Pl!atz). Freude bemerken, daß Mascha zu ihnen ins Bett gekommen war, da hatten sie kerne Lust mehr . schlafen. Die Schwestern begannen zu spielen, einander zu necken, zu stoßen, AU kitzeln und zu lachen. Mascha vergaß die großen Pläne, die «sie entworfen hatte, um dem Vater hundert Dollar zu besorgen, die er nötig hatte, n«m das neue, „große, glückliche Leben" zu beginnen — und beteiligte sich an dem Stoßen und Schlagen mit ihrer ganzen kiMichen Lebhaftigkeit. Die Schwestern begannen im Bette umherzukrwchen und benützten dalbei den Vater als Leiter, aus welcher sie aus- und äbstiegen. Aaron vergaß darüber seinen Kummer. Gr hatte ein angenehmes Gefühl, «da die kühlen Kinde rkörper seinen Leiib berührten. Er begann mit den Kindern zu fpiejlen, haschte eines ums andere und zählte ihm aus der Stelle, die für Streiche am geeignetsten ist, soviel sanfte Hiebe aus, wieviel es Jahve zählte. Das amüsierte die Kinder schr und ihr freundiges Lachen weckte die anderen Kinder auf, die mtt der Mutter schliefen. Eine Völkerwanderung begann von Vaters zu Mutters Bett und umgekehrt; das dauerte solange, bis «ein Schatten ans die Freude fiel — bis die Mutter erwachte. ,-Doll sie nicht alle der Teufel holen? Warum hast du Tag gemacht? Dir genügt nicht der Tag, bva«uchst auch noch «die Nacht?" . Die Kinder zogen schnell die Decken über «die Köpfe und stellten sich schlafend, schnarchten laut. Die Jüngste aber konnte sich nicht zuvückhalten und Platzte mit Hellem Lachen 'heraus; die anderen stimmten ein und Helles Kinderlachen widerhallte in dem kleinen Zimmer. Auch Aaron hatte die Decke über den Kopf gezogen, «da« er Furcht vor seiner Frau hatte. Der Kinder Lachen und Fre-ude entfesselte in ihm neue Ströme von Energie. Mt einem Male begriff er den Sinn, «der darin lag Hosen zu zu nähen ... Er begriff die acht Jahre seines Lebens, in dmen er in der Bovery bei Oniksl Moses gesessen war, begriff, warum er es getan hatte, und war entschlossen, sich unbedingt wieder «der Nadel zu verschreiben — all «das bewirkte das Lachen und die Freude der Kinder. Fortsetzung «folgt.) ^^.+/+-9-:^^

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