Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1683 (21.10.1923)
- Date
- 1923-10-21
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Soimtag Wiener MoLgenzertun^ Kopf an Kopf. Die gestrigen Spiele brachten in der großen Spitzengruppe nur geringe Veränderungen. Die Vienna nimmt durch ihren Sieg über Slovan nun klar die erste Stelle ein. Rapid, Simmering und Sportklub verbesserten ihre Position in der Tabelle. Auch Hertha überholte den W A. F. Außer dem letztgenannten Verein sind noch Slovan.und die pausierenden Amateure zurückgefallen. Auch Hie Hakoah mußte sich eine Degradierung vom sechsten auf den siebenten Platz gefallen lassen. Jnteressanterweise gehören der Spitzengruppe noch immer acht Vereine an. Vier Klubs hingegen sind stark zuvückgefallen. Nachstehend die Berichte: Hakoah-Rapid 2:2 (1:1). DEe Hakoah liegt bis sieben Minuten vor Spielende in der Führung. Rapid-Glatz. 30.000 Zuschauer. Schiedsrichter ^Seemann. Hakoah: Ha-lpern; Grünfeld. Gold: Kerr, Guttmcktni, Wllak; NearseÜ), Häusler, Grunwald,- Sludsky. Katz. durch einen Fernschuß erzielt/ belohnt. Auch weiterhin bekundet der jüdische Verein eine leichte ^Verlegenheit. Nach Seitenwechsel unternimmt. Rapid überaus gefährliche Sturmläufe. Die Mannschaft hat aber viel Pech, da die Angreifer einige Male die Torftänge bombardieren oder das Ziel knapp, verfehlen. Die Geschosse, die das Goal erreichen, werden von Halpevn bravourös unschädlich gemacht. Bei den gelegentlichen Durchbrüchen ergeben sich auch für die Hakoahner Torchancen, die aber -ebenfalls nicht ausgenützt werden können. Katz bringt den^Ball sogar im gegnerischen Gehäuse unter, doch hatte Sludskp ein Foul begangen, so daß den: Treffer die Anerkennung versagt blieb. Die Hakoah befreit sich wieder' und erzielt in der 32. Minute nach einem Eckstoß ihr zweites Tor. Dietrich hatte den Ball „rasiert", so daß er an den Torpfosten und von dort ins Feld sprang. Rasch entschlossen. feuerte Häusler das Leder über die Köpfe von Freund und Feind ins Netz. Sludsky wird nun in die Deckung -urück-?ezogen, um Uridil zu bewachen. Aber auch dies hilft nichts, a der Rapid-Tank in der 37. Minute den Ausgleich herstellt. Die Hütteldorfer unternchmen noch kurze Zeit Angriffe, doch erlahmte bald ihre Kraft, so.daß das Treffen abflantc. Rapid: Pauker; Rognart, Dietrich; -Klär, Brand- Mü-or. Nretsch; Wondvak. UrM. Krrthan. Bauer, Wessely. DaS Spiel war, furchtbar hart, ohne aber rol) zu fein. Nur Dietrich überschritt oft die Grenzen des Erlaubten, wodurch er auch das gegnerische Innentrio einschüchterte. Es wurde gestern in.Hütteldorf im allgemeinen gut und sehr schnell «spielt. Ohne die Leistung der Hakoah herckbsetzen zu -vollen, kann festgestellt werden, daß sie mit dem Resultat zufticden fvin darf. Sie war näwlich geOvungen. ohne . Scheuer und Heß «Mt-voten. während die Hütteldortser ihre beste Mannschaft Me Stelle hatten. Bor der Pause hatte die Hakoah ein geringes lllebergewicht, nach Seitenwechsel war der Sportklub Rapid weit mehr Än Angriff. Man kann demgemäß Knsammenfassen, daß die Hütteldorfer die etwas besseren waren, doch hat die Hakoah den einen Punkt nicht unverdient erlangt. Wenn Rapid schließlich mit 'den: Resultat ebenfalls zufrieden war, fo ist das darauf znrüchuführen. daß er mit knapper Not einer Niederlage entging. Die Hakoah lag nämlich -bis sieben Minuten vor Spielende mit 2:1 Toren in der Führung. Den Hauptanteil am halben Erfolg hatte 'der Tormann Halpern, der noch selten eine derart hervorragende Leistling awMweisen. hatte. Mit seltener Ruhe und Kaltblütigkeit klärte er die verzwicktesten Situationen, wobei er von seinem Vordermann Gold, der für die Hakoah fern bestes Spiel ans Wiener Boden Mserte, wirkungsvoll unterstützt wurde. Auch Grünseld.vormte allen Anforderungen entsprechen. Zn der Deckung Erwies sich wieder Guttmann als die SeÄie seiner Mannschaft, waS.,verdient. rühmender hevvorgchoben zu werden, als das *vor ihm arbeitende Innentrio sehr mäßig spielte. Eine merkliche Foruchevbesfevung bekundete auch Pollak, der hoffentlich bald wieder alle seine Fähigkeiten zur Geltung bringen wird. Wort-schwächer war Kevr, der mit dem gegnerischen Flügel Ebt fertig werden konnte. Der, Angriff der Hakoah hatte keinen guten Tag. Vor allem spielte er nicht.. raumgreifend sondern «ach der Breitseite. Sehr off wurde der Ball von den Berbindungsstürmern zu den eigenen Läufern zwecklos znrück- «geben, , wodurch viel Zeit verloren ging. Das gesamte Jnnentrioließ sich durch die robuste Spielweise von Dietrich ans der Fassung bringen. Katz bot die bei ihm gewohnte Durchschn.lttsleiskmg. Ncufeld wurde vor der Paust 'vollkomrnen vernachlässigt und erst nach Seitenwechsel arbeitete der rechte Flügel Häusler-Neujcld ersprießlicher. „ - Pmler einen sehr unsicheren Tormann. Auch Dvetrich arbeitete unrein und überdies in den letzten SpieMasen sehr Iberfj. Der beste Mann des Hintertreffens war Regnart, -der aber auch keine Spitzenleistung schuf. Die DeMug hatte in Brandstädter und Matsch zwei ausgezeichnete Kräfte, denen sich Klär zur Not entsprechend anschloß. Interessanterweffe war die geistige Lenkung des Hütteldorfer Angriffes von Kuthan auf Bauer übertragen ivorden. Der zuletzt genannte Spieler hat wieder seine Höchstform erlangt.' so daß er trotz der guten Leistung Kuthans diesen überragte. Der gefährlichste Mann war wieder Wesfelp, dem Kerr wenig zu schaffen gab. Uridil spielte -den wilden Marin, und Wondrar konnte sich noch nicht wie sonst durchsetzen. Der Rapid-Wah mit seinen geringen Ausmaßen bedsutete ffur die Hakoah entschieden eiirr Handikap, da sich ihre Flugvlsturrmr nicht entfalten konnten..Die ersten 13 Minuten bringen keine einheitlichen Aktionen, da die beiden Parteien mehr auf die Verteidigung als auf den Angriff bedacht sind. Nach kurzem Geplänkel gelingt dann Rapid ein guter Angriff. den Bauer mit einem erfolgreichen Torschuß abschließt. Nun greift dre Hakoah unentmutigt an und sie sieht in der 33. Minute ihre Bemühungen durch ein Tor, das Guttmann Vienna—Slovan 4: v (1: v). Gutes Spiel der Döblinger. Vienna: Katar; Blum, Reiner; Ludwig, Kurz, Seisfert; Fischer. Fischer«, Höß, Bnlla, Seidl. Slovan: Hlosek; Becher, Pojar 1; Benda. Knzel, Popek; Iandsiewic, Hanel, Ptacek, Ldstopad. Sofska. Die Vienna, die bei ihrem Spiel an den gegenwärtig -recht schwachen W. A. F. einen Punkt äbgeben mußte, zeigte sich gestern von einer weit vorteilhafteren Seite. Die .ganze, trotz Einstellung zweier, Ersatzleute gut ausgeglichene Mannschaft war von großem Eifer erfüllt, es wurde gut und.schnell zusammengespielt und dabei auch auf das Torschießen nicht vergessen. Ohne die Nichtangesührten .zurücksetzen zu wollen, seien Bnlla, Seidl, Ludwig und Kolar besonders hervorgeho'ben. Die Slovan-Mannschaft hatte wohl eine ausgezeichnete Verteidigung. war aber ansonsten den Döblingern nicht gewachsen. was in erster Linie auf das Versagen der Deckung spirückzu führen ist. Im Angriff waren Iano und Hanel am besten. . Bereits in der vierten Minute lenkt Bulla einen -hohen Ball mit dem Kopf ins Tor. Dann kommt- Slovan stark auf, hat -aber, ebenso wie die Vienna, mit ihren Schüssen viel Pech. In der 15. Minute nach der Pause ist wiederum Bulla /. nach einer prachtvollen Einzelleistung erfolgreich. Eine Biertelftitnbe später -erhöht Fischera nach einem von Seidl genau getrenen Korner den Stand u-nd kurz vor Schluß stellt Höß nach einem raschen Durchbruch das Endergebnis her. Hertha—Wacker 2 r 1 (1:0). . Hertha-Platz, 3000 Zuschauori-Schiedsrichter Kawlich. .He-rtha: Ostviveikf/ W SchMdor^. •* Wsolck, Reitercr, Krenn; Neuhold, Listopad/ Kailisch.' Kabada, Hollh. . .Wacker: FM; Kolndorfer, Iellinek: BvzvnÄ, Reich, Pellet; Lie-bhavd, Kowanda, Wana, Röscher, Stach. Auf dem Hertha-Platz bekam majt eilt recht mäßiges Spiel zu sehen, das der schwächeren Mannschaft einen unverdienten Sieg brachte. Ein strittiger Effmeier, den der. Schiedsrichter erst nach langen Delbatden mir den beiden Linienrichtern und den Spielern be'ider Mamaschaften diktierte, war für das Rtzfuldat ausschlaggebend. Die Hertha-Mannschaft' konnte, wie schon 'erwähnt, trotz ihres Sieges nicht recht gefallen. Ihre besten Leute waren, wie immer, in der Hintermannschaft, besonders in der. Deckung zu finden. Die Wacker- - Elf litt unter fortwährenden UnOellnngen. Am besten schlugen sich die Verteidiger,-im Angriff entsprachen nur Röscher und Liebhard. Wacker machte während des ganzen Spieles eine deutliche Ue-berlogenheit geltend, die Stürmer vermochten aber keinerlei Torchancen hera>uZzn>a-vbeit>en. Der.evwahnt-e s Elfmeter bringt den Favoritenerii, durch Wsolek die Führung.' Halbzeit 1:0. In der zweiten Hälfte erhöht Kalbada den Stand auf 2:0 uwd kurz darauf erzielt Sana den Ghrentre-ffer für seine Mannschaft, zn einem Ausgleich genügt aoer die Zeit nicht mehr. ♦ „ Wiener Morgenzettung". 31. Oktober 1923 . Seile 18 Sttnmering—Sldmira 1:1 (1:1. Simmcringer-Platz. 4000 Zuschauer. Schiedsrichter Braun. Simmering: Diener; Iva, Musil; Ehrlich, Roscher, Baumgartner; Hauswirth, Daüis, Horvath, Mvkwitza, Mi-Witsch. Admira: Wieser; Kingall 2. Dozii; Fürlinger, Koch, Kingall 1; Diogl, Weiß, Klima, Runge, Fiala. Simmering war die bessere Mannschast, doch konnte 20b« mira ein etwas glückliches llnentschieden erzwingen. Die besten Leute Simmerings waren Horvath und Aigner, während die DerteMger recht unsicher spielten. Zluch Banmigartuer war schwächer als sonst. Admiras Hauptstärke lag in der Deckung, in der ndben Koch vor allem Kingall 1 ausgezeichnet arbeitete. Im Angriff gefi-el fiitifc Flügel Runge-Fiala. In der 15. Minute erzielte Danis die Führung; Koch gleicht poch vor der Pause durch einen Elfer aus. In der zweiten Hälfte vergaben die Hausherren einen Elfm-eter und damit den wahrscheinWen Sieg. 10 Minuten vor Schluß verläßt Wieser verletzt den Platz. Seinen Posten übernimmt Kingall 1. Sportklub—W. A. F. 4:1 (2 :1). W. A. F.-Platz. 2000 Zuschauer. Schüedsvichter Retschury. Sportklub: Edi; Beer, Teufel; Patzakk. WiedermaM, ZanA; Blauer, Budin, Hans, Powolnh, Giebisch. W. A. F.: Saft; Mattauschek,^Wind; ReinEer, Roi, Barbak; Schmied, Klein, Kreuzer, Korner GruM. Sportklub errang einen verdienten Sieg. Die Dornbacher stellten die einheitlichere Elf ins Föld, deren Hauptstärke wi-e gewöhnlich das One back-Spstem bildete; bessere Stürmer als die des W. A. F. hätten diese Taktik freilich leicht ad abfuvdum fühpen können, alber eine von Spielern wie Kreuzer oder Reinalter geführte Angviffsr-eöhe vermochte isch eben -agdgen nicht durchzufetzen. Die Deckung des SportWubs entspracht ebenfalls den gegeibenen Anforderungen, während im Angriff nur, Po« wolnh und Bauer befriedigen konnten. Beim W. A. F. bildete auch diesmal die Deckung die Hauptstütze der Mannsckaft; Barbak war der beste Half im Felde. An der schweren Medevlage schuldtragend war einerseits, die Wvache Leistung der Verteidigung — in der nur Wind gefielwährend besonders Mattaufchek Fehler auf 'Fehler beging —, anderevseits das zusammenhanglose Spiel des 'Angriffs der Roten. Schmied und Körner versuchten vergeblich, etwas System zur Geltung zu -bringen. . Das Spiel begann mit Erfolgen des Sportklubs, der durch Poiwolny und Hans in den ersten zehn Minuten zwei Treffer erzielte. W. A. F. vergibt einen Elfmeter und kann erst knapp vor der Pause durch Körner den Vorsprung der Gegner verringern. In der zweiten Hälfte it anfangs W. A. F. im Vorteil, bald aber kommen die Schwarz-Weißen stark auf und Bauer erzielt mit Prachtschuß das dritte Goal. Ein haltbarer Schuß P-ewolnys beschließt die Reihe der Treffer. 1. Klasse. Tore Vienna . . G 5 B 4?/ ’ü •Ö 17 s Piuiko o L 9 Rapid . . . 6 3 2 1 20 13 8 Simmering. .... 6 3 2 1 10 8 8 Sportklub . .... 6 2 4 — 12 6 8 Amateure . 5 3 1 1 9* 5 7 Slovan . . .... 6 3 1 2 11 12 7 Hakaoh . . .... 5 2 3 — 10 5 7 ' Ädmira . . .... 6 2 2 2 15 11 6 Wacker . . 6 1 1 4 7 -8 3 Hertha . . , # , t 6 1 1 4 8 15 3 W. A. F. . * 6 — 2 4 7 . 18 2 Ostmark . . .... 5 — 5 4 23 — Freundschaftsspiele von gestern. Amateure— -Donair 10:1 (Donau-Platz), Rudölfshügel—F. A. C. 6:0 (Rudolfshügel- Platz), W. A. C.—Germania 0:0 (Gemania-Platz). Meisterschaft der zweiten Klasse: S. S. V—Vorwärts 11 2:0. « Die norwegische Meisterschaft gewann in dem am ©mm* tag ausgekragenen Pokalfinale zum ersten Male Braun-Bergen gegen Lyn mit 2:1 (1:1). Das Spiel fand in Skien vor 7000 Zuschauern statt. Der schwedische Futzballbund schickt seine Mannschaft in der Stärke von 16 Mann vom 24. Oktober bis 6. November auf den Kontinent, wo Spiel gegen Frankreich, Polen und Ungarn ausgetragen werden. Jüdischer Sportverband. Montag, halb 8 Uhr abends, im Hakoah-Klubheim Vorstandssitzung. Es haben folgende Herren zu erscheinen: Dir. Spiegler, Artur Baar, Fuldes, Frankl, Dr. Friedmann, Kurt Iuhn, Läufer, Dr. Menkes, Torezyuer, Tysser, Ernst Weiß und Wolfensohn. Aus den Vereinen. Hakoah. Die für das gegen den W.A. F. statlsindend^ ALeisterschaftssPiel gelösten Karten sowie die Pflichtkarten behalten ihre Gültigkeit, da das Wettspiel in kürzester Zeit auschrtragen wird. RAGLANS von 350 Tausend bis 1,300 Tausend »KiKiE WINTERROCKE von 280 Tausend von 550 Tausend bis 1,400 Tausend bis 1,500 Tausend die grösste Auswahl Wiens nur im *• grössten li.M«WUMli S KLEIDERHAUS te wsU Bezirke Tel. 82-2-78. Tel. 83-6-25. Eigene Pelzabfieiiung Separate Massahteiiung Knaben- und KSnderabfteiBung. Besuchen Sie um. kein Keufzwans “"J M