Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1673 (11.10.1923)
- Date
- 1923-10-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«ette S Wien, Donnerstag Bon Dr. Robert Weis;.*) (Schluß.) Der Jdca-ist-aat, die Gesellschaft einträchtiger, ineil»- cknder lebender Menischen ist tatsächlich mir dünn möglich, wenn die dreifache Ehrftrrcht, von der Gvothe im Wilhelm Meister spricht, im täglichen Leben aller Staat Glieder erkennbar wird: die Ehrfurcht vor Gott, vor dem Gloichgeovdneten und vor den: Untergeordneten; wenn ein Gestühl der Einheit mit der Welt und aller Kreatur verspürbar wird,.. nicht nur in derr felieiveit Bosinnnngsskunden, sondern als führende' Stimnre in den Entscheidungen des täglichen Handelns. Möglich ist der wirtschaftlich-politische Friede nur in einer Gesellschaft voa» Menschen, die sich bewußt sind, von wen» sie ihr Leber» und alle Lebens-Mittel empfangen Hülben, die zu innerst wissen, Naß wir alle, so feind wir Ms heute auch sind, zneiimnder gehören, weil wir alle Geschöpfe eines Welt-Willens sind. Denn Frieden bringt nur «n Staat, der nicht Machtinstrument, sondern Gottesinstrument ist, in dem Gesetze nicht durch Ausgleich entgegen gerichteter Wirtschaftlich-Politischer. Interessen entstehen, sondern abgeleitet werden vom GotteZgesetz, wie wir es in den Heiligen Schriften finden. Mögen über ihre Authentizität philologisieretrde Theologen noch so diel Diskussionen führen — das eine ist jedem gewiß, der den reinen Klang ded jahrtausendelang zu Gott rufenden Stimmen lebensschaffend in sich zu hören vermag: Ware doch unser Leben im Geiste dieser alten, veraltet scheinenden Erkenntnisse. Was hat uns das bißchen Zivilisation gebracht? Hat es uns dem friedvollen Wege dieser altmodischen Gottesschriften zugeführt, haben Ws die über 3000 Jahre Weltgeschichte, die nach dem Tage des Sinai vergangen sind, den Frieden gebracht, oder ivar es eine Zeit blutiger und noch viel grausamerer unblutiger Kampfe innerhalb und außerhalb des Staates? Kann man dieses durch Gewalt rmd Wivtschaftsoigennutz zusammengepreßte Meirschengenreuge mit einem Organismus vergleichen, mit idem kunstvollen Bau des göttlichen Schöpfers? Nur der Gottestaat ist ein Organismus: in ihm ist t i n einiges Leben, e i n Gott, e i n Gesetz, ein Dienst. Hertwig strebt zu einem mit sehr vager Religiosität fundierten Staate, in dem die Arbeit onr Amt ist, das die Gemeinschaft dem Individuum übergibt: ,^n ihm' ('dem Jdealstaat) wird das Individuum durch Einordnung in einen ihm übergeordneten Organismus in seinem ihm angeborenen egoistischen Streben gebunden und höheren, allgemeinen Zwecken dienstbar gemacht. Es erhalt eine Sonderstellung mit entsprechender Funktion in einem geordneten Ganzen, dessen einzelne Glieder nicht gegen, sondern miteinander wie " dis' verschiedenen Organe und Gewebe in einem tierischen Körper zusammenwivken.. In einer derartigen Gemeinschaft herrscht anstatt Willkür und Anarchie Ordnung Md Gesetz, anstatt Ausbeutung des einen durch den anderen, des Schwächeren durch den Stärkeren, des Ungeschickten 'durch den Findigen, eine Verteilung der Arbeitswerte nach Billigkeit und Rechts anstatt ungezügelter Konkurrenz planvolles, ziellbewußtes Zusammenarbeiten, anstatt Zufall imd Unsicherheit eine Notwendigkeit, die sich nach dem Gesetz der organischen Entwicklung allmählich ausbildet. . ." Mittel zum Zustandekommen dieses Staates weiß Hertwig um so weniger anzugeben, als er die wirtschaftlichpolitischen Voraussetzungen jedes einträchtigen mensch'lichen Zusammenlebens anscheinend völlig übersohen hat. Im Gegenteil: dev Aufruf zu einem Sozialleben, das fundiert wird auf Religion (die allerdings nach den Bedürfnissen, der ratio des 20. Jahrhunderts zurechtgestutzt wird), dieses an sich charakteristische Bekenntnis eines modernen Biologen zu dem Vorhandensein einer metaphysischen Gottesgewalt steht völlig unvermittelt neben einer restlosen Anerkennung derjenigen Grundlagen, auf denen sich seit jeher alles UnMck des Menschengaschlechles aufge'baut hat: der Brsitzgier und dem mit ihr immer verschwisterten Machtstreben. Ist es nicht ein Hohn gegen die eigenen religiösen Anschauungen, wenn jemand folgende These seinen Darlegungen über die Gotteskindschaft aller Menschen vorangehen läßt: „Denn an sich ist weder der Erwerbssinn, noch, der Besitz u-ttlb die mit ihm verbundene Macht ein Nebel und -der Gesamtheit schädlich, sonder« im Gegenteil dienen sie auch ihr zum Vorteil gegenüber anderen Genre in schäften und siud insofern eher zu fördern als zu verhindern." Ist das der Gottessriede, wenn eine Gemeinschaft sich ihrer Macht freut, weil sie dadurch „im Vorteil" ist anderen Menschengvuppen gegen-. über? Dazu paßt sehr gut jener herrliche Ausspruch, ,/daß unter den zahlreichen niederes und höheren GmPPenlbildungen die wichtigste der auf völkischer Grund-' läge beruhende Staat ist. . Also, daß historisch alle und gegenwärtig fast alle europäischen Staaten Nationalitätenstaaten und nicht auf völkischer Grundlage beruhende, Nationalstaaten sind, übersieht Hertwig; seine Liebe , zum gott-geschaffenen Nächsten ist nicht stark genug, um der Versuchung zu widerstehen, dem eigenen Volke Macht und staatliche Herrschafts-gewalt auf Kosten eines anderen zu sichern. Die willkürliche Aufteilung der Erde, 'die doch von Gott an die GesaMtmeuschlM gegeben ist, wird gutge'heißen, all das Elend überseh-erk, das die gewaltsame individuelle Aneignung von Beden, von Rohstoffen und Naturprodukten aller Art bisher gebracht hat und immer bringen wird, solange die Staatsgewalt, dem, wirtschaftlich-politischen Eigennutz der wenigen Besitzenden untertan ist. Hertwig scheint dennoch von all dem zu wissen. Er schreibt: „Ist es nicht wunderbar mit der ins Unermeßliche gesteigerten Produktivkraft der inenschlichen Ar- I^ü&a - füHLkucv. Ihnm io. Oktober. _Wienev Mörgettzsttung.__ beiten in den letzten zwei Jahrhunderten? Es geht wie mit .dem Faß der Danaidcn — je mehr Arbeitswerte auch hineingeschöpft werden, es wird doch niemals voll, 'da aus dem Loch am Boden die Arbeit immer wieder Mslänst. Unter des Tages Soft und Mühen stöhnt die ^unternehmende" und die „arbeitende" Menschheit und fordert Ruhe Und Erholung." Und er kennt auch die Ursachen, weshalb trotz aller scheinbaren, wert nurtechni'sckM Produktivität" Elend, Krankheit, KrüPPeHaftigkeit, Sterblichkeit unter den Menfchen Europas to, den letzten zwei Jahrhunderten zugenommen hat. Der Biologe kehrt sogar, allerdings nur sätzetveise, zu seiner int Buche völlig vernachlässigten so z ia l w i ssen s cha f tli che n Hauptaufgabe zurück, er spricht von der rapiden Zunahme der Tuberkulostzifferu und BerusskraEheiten. Er weiß, welch furcht- Iba re Sünden die skrupellose»» Nutznießer des - von ihm ntchtsdestV'weniger heilig gc-sprochenetr Systems des wirtschaftlichen Eigennutzes auf sich geladen haben. Er findet auch ein Paar Worte der Anklage: „Erwerbssinu steigert sich zur Erwerbsgier; rechtlicher Besitz ist bald nicht mehr vom unrechtmäßigen zu trennen; Gemacht verleitet, .wenn ' das .Gegengewicht fehlt, nur allzu leicht zu ihrem Mißbrauch. Ueberevwerb und übermäßiger Besitz werden zur Ursache von maßlosem Luxus und von Verschwendung. Ein trüber Strom nnheilvoller Folgen kann sich so über Staat und Gesellschaft evgießen, wenn die vom Menschen ausgehenden Kräfte nach dem Prinzip des Individualismus als bloß egoistische Wirkung mb nicht durch Gegenwir- __11. Oktober 1923 " « gfc 1Ü78 ' knilgen von Staat und Gesellschaft gebMÄen üttd W Soziale übergbführt werdet!." Aber der Weisheit charakteristischer letzter Ochluß Ueibt deirnoch das alt-neue und llneMich bSrühigeNA SSldsftjeisühl des Oberhausmitgliedes, ,Mß den größten Teil der Schuld die.vom Unglück betrofftmn Menschen selbst ibegen ihrer Fehler und Schivä-chstt trotzen, daß also, in solchen Fällen ivut eine richtige Erziehung Abhilfe bringen '^it-!i". * Der Staat ist heute uuieugbar ein Herrschaftsinstrü»- ment seiner Oberschicht. .Der formale ParlaMulariSMuS ist ebetiso nur Schein wie das absolut Königtum. .Die Wirtschaftsmacht ist der verborgene, aber desto wirksamere Regent zu allen Zeiten gewssen- - Der Staat ivivd daun zum Organismus, lueu>u er ein kostbares Gefäß ist,' in dein-sich der Arbeitswille der Menscheu famnwlt, -Ner Wille-zur fruchtbringendelr Konizentration des Menschsudepkens, der Wille zur srnchtbringeudött Beründeruug der asten gomoiusamen Erdrinde, ihrer Stoffe und ihver Getvächse. So wird der Staat ein verkleinertes Wbild der großen metaphysischen Zusammenhänge in 'der uns Menschen bekannte»! Welt und darüber hinaus in dem uns nuMa»t»»teu All. Denn t'as eiue ivenigstenS wissen wir: Gottes ist der Friede; nicht ctuif dem Ringen zwischen Mensch und, Mensch gründet sich das Se-ben, sondern in der Eirliglritg zwischen Gott n»d der» Merrschen, die in s.eil»e»n Reiche leben. Wer sich für Gott e»lsch.-i>n. der hasse den Raub und baue de»» Fr-ied'". Me Wahlbeweaung. Mischt WWlerverfammlung im 3. Bezirk. Dienstag abends fand eine von der Jüdisch en Wahlgemeinschafi Einberufene Mählerverfammlung im Cafe Ilion statt, welche einen sehr guter; Besuch austvies, Zunächst entwickelte Gemeinderat Dr. S ch w a r z - HA l l e r das Programm der Jüdischen Mohlgemeinschmst, deren Zustandekommen sich aus der Nottvendigikeit des Augenblicks ergeben halbe. Der Redner charakterisierte sehr treffend die Art, wie sogenannte Demokraten, welche jüdische»» Stimmen ihre Wahl zu danken höben, das Judentum vertreten, und verlas Stellen ans einer der letzten- Parlamentsredem C z e r n i n s, in welcher der Versuch geinacht wird, die Juden mit Bolschewismus und Schiebertüm zu' identifizieren.' Die Behauptung,..daß 99 Prozent aller Juden Bolschewiken seien, charakterisiere die- Auffassung dieses sogenannten Demokraten, dem natürlich auch nicht zum BewNßiise'In komme, daß die Teilnahme von Inder» am Bolschewismus, eine Folge der Unterdrückung des Iude»»- tums drnch^den,-Zarismus Wie es eine historische Lüge sei, »vmn man für die . Revolution die Irrder» verantwortlich »nachen wolle — in der französischen Revolution hat es keine Juden gogeben —, so sei es eine Lüge, daß der Mische Schieber ein Typus sei. Bon den Dör-rgemüse-Lieferanten und dem arischen Schiebertum scheine Czernin nichts rvissen zu wollen. Aber wir Jude»», brauche»» auch eine bessere Verteidigung nicht, wir haben es satt, uns vert eidi-. gen zu lassen, und wollen. unsere Sache selbst führen. . In dieser Wahlgemeinschaft, welche alle Juden vereint, liegt ein sittliches Moment; es gcht nicht bloß NM Mandate, so»»den» auch um die Ueberwindung des Schutzjndentnms. Unsere Unabhängigmachung bedeutet für nns eine neuerliche Freihettserkärnpfung. Mit besonderem Nachdruck weist der Redner davanf hin, daß jede jüdische Stimme „t i f Rücksicht a uif das Reststimmenmandat von Wichtigkeit sei, und es sei eine absichtliche Entstellung, wenn man behaupte, es wäre Kvecklos, in den Bezivken mit geringerer Mischer Wählerzahl jüdisch zu stimmen. Was die sogenannte Bodenständigkeit anlangt, so find wir hier genau so bodenständig wie alle anidcren. So wie wir im Kriege unsere Pflicht getan haben, werden wir auch an» Wiederaufbau Mitarbeiten, a'ber wir verlangen gleiches Recht in jeder Hinsicht: Der. Versuch, eine bürgerliche Einheitsfront z»» schaffen, verfolgte 'das Ziel, den Kampf gegen die Arbeiter aufzunehmen -und dieser Versuch ist gescheitert, weil die Antisemiten, die hier die Anständigeren waren, mit den Juden von der bürgerlich-demokratisch-en Czernin- Gruppe nicht zufammengchen wollten. Unsere Walhlpvopaganda verföligt auch eine erzieherische Aufgabe, unsere jüdische Einheitsfront wird auch weitechin 'bestchen lble'iben müssen, und auch ' auf die Pälästina-Arbeit ü'bergrcifen. Die Jude»» in Wien stellen mchr als 10 Proze»»t >der Bevölkerung dar und es ist nur billig und gerecht, daß wirr eine entsprechei»de Vertretu»»g erlangen. Darum ist das Stimmen für -unsere Lifte für jeden J»»den eine heilige Pflicht/ denn ein Mißerfolg lväre ein Sch lag, für das gesamte Judentum von Wie n. Es gcht gegen den Antiisemitisnrus, der nichts anderes ist als ein Schrittmacher der allgem-einen Jteaktion und wir Juden sollen hier wiedermn wie stets in der Geischichte zun» Vorspann, dienen. Dagegen müsse»» »vir uns wehre»» und eitrig zusamu»enste!hen. (Stürmischer Beifall.) Hierarvf entwickelte Hofrat Niesenfeld von» jüdischen. Standpunkte.die A»»ifgaben eines Volksvertreters. Wir bra»lchen Vertreter, welche wirklich leg itinriert |inß>, im Namen der J»»de»»-sch-a-st ErklÄrnn'ge»» abzugobe»». Die bürgerlichen Demo-' traten sind nur ein Rest des einstigen Mtliberalismns, sie »ooller» sich für das Indentunr »»icht exponieren. Gbenfoweni-g berücks'icht'igen die Sozial,den»okraten die spezifisch Mischer» Jnteresicu, M-WN sich die EbMMchsozialen mit dom Genfer Werl brüsten, so müsse ans den jüdischen Anteil cm diesem verwiesen tverden, »md tvenn der Ge»»erolko>»»n»lssär wiederum auf di« zukünftige Bedentuug des bisher als „Wasserkopf" verlästerten Wien Hinweise, so wisse man, tvie sehr die Z uk i» u ft W ie n S mit der jüdischen Arbeit verknüpft sei. (Lebhafter Beifall.) Obevbau»nt Robert Stricker besprach die Haltung ge» wisier jüdischer Schichten dein Ant'femi!Ismus gegenüber, welchen man durch bloße Nichtbeachtlirlg abtuu wolle. Es fei lücht richtig, daß der Antiseinitismus »nit der Berbreiturrg von BiGung, aufhöre l»nd dstGegenwarr baiveist das Gegenteil. Der Anftsemitismus wirbvon öden nach -nnten, vor» den fogenänntHj» G e H l ld e t e n in den Massin verbreitet. Zu dissem ProMn muß mar» klar Stellurtg,nähmen und die Dinge so sehenwie -st«-sind. Di« Juden sind bisher im politischen Leben immer in solche Gesellschaft gegangen, die sich ihrer ge sch ci m t hat; das hat schlechte-Früchte getragen n»»d mu>; tl; -- hören. Der gegenwärtige Rektor der Hochschule filr Bodenkultur, Herr Hoffmeister, der bei den letzten W-.ch : ,> o»e Stimmen der Juden gebettelt hat, hat de Mhnheit, gu Mären, die Infan»e Deschimpfurig des Judeu-tunrS duvch das Professorenkollegium seiner Anstalt sei>i»»e Kuridgebung, die jeder kultivierte Jude u n t e r s ch r -e i b e n könrre! Aber die Schuld an solchen falsche»» Freunden tragen die Juvrn selbst, die sich solche Le»»te als ihre Vertreter gefallen lassen. Wenn die Jüdische Wah'lge»»»einschast bloß den Zweck hätte, di«s« Unmoral abzuschaffet», dann allein ist sie für uns schon von größtem Wert. Was die SosiMemokrateu anlangt, so wollen sie keine Iudenschutztruppe, sei»t »rnd vermeiden es, sich in jüdischen Fragen zu epponicreu. Gege»iwär>ig finden sie «K sogar für gut, im A»»tise»utteln mit den anderen :' snn- .kurrieren, Indern se mit thre»r Plakaten die öffentlich« Stimmung bergisten. ' Unsere Vertreter können nur M-enfche»» sein, - unserer Kontrolle stehen. Wenn im Parlament -das Zittemu'.il angsgrisfen wnvdc, hatte»» die i-üdi'schen Soziaitemakraten immer ettvaS Wichtigeres zu tun, als sich darum z»r kümmern, Man hat es gesehen, daß Juden, die in anderen Parteien jtchsrr, ihf« n a t ü r l i ch st e n I»»st»»»t t c u n t e r d r ü ck:»» und schtttüchvöll schweigen, »venu ihr Stamm, ihre Tradition und ihre.eigenen Brüder beschi»»»pft utt-b besudelt werden. Die jüdische Bevölkerutt-g muß uns dankbar fein, daß wir sie durch die Schaffung dieser jüdische»» Wahlplatifsri» a»»s de»» Dilemma Herausreißen, ln den» sie sich bei. jeder Wahl befini'dtn habe»». Die Zionisten habe»» die größte»» Opfer gebracht, »»-»n diese Wahlg-emeinschaft zustande zu bringen, weil w»r die drohende ansisemitische Gefahr abtvchren wollten. Es darf bei »»ns nicht so weit ko»»»men wie >.n Ungarn »tnd Bayern, »vo. sich die Jude»» vor jeder Lebensäußerung fürchte»». Daß es so Mit gekoinnl-e»» ist, ist eine Folge der jüdischen Vereinsamung, das kvirnte nur darün» geschehen, weil jeder-einzelne Jude stets ijolier: blieb. Wir müsse»» vevhüte»», vatz idief:? Gefühl bei uns Platz greise', und >darum rüfeu wir die jüdische Wählerschaft a»»f, am 21. Oktober wie ein Mann h i n t e r u u s z u stehe u. Die Rede des Obe »bau rate Z Stricker wurde von der Versaurmluug mit stürmischen Peü fallskltndgebu-ngen ausgeno»»»u»en. Ar Mafleitversammlung!» der gosrfstM. I»» »»»»seren» gestr-ige»» »»»»ter diese»»» TitÄ veröf-s-er»t>lichten Bericht -wurde irrtümlich der Jsthalt der Rede eines UM.» . Prof. Dr. Konigsteflen »viedergegeben. Der. bei resse lUe Redner »st Uttiversttätsp'rofesfor Dr, Kö»tigstei»»/" . WMmaMer. „Wählt »licht die Sozialdemokraten; sie sind eine Juden» schutztrUGe/- so schreien di-e Antise»nite»». „Wählt »»icht die Sozialdemokraten; sie sind - Antisemiten." Mit dieser Antsihese »vill die „Arbeiterzeitung" - Widersprüche zwischen de»t -Behauptunge»» einzelner Parteie»» konstruieren, „den»» ein voMmn»ener Widerspruch klingt gleich gehcinnlisvoll für Weise und Toren." Die Di,»ge liegen jedoch so. daß nan»entl'»ch die jüdi- .. - r*rzz*- ^^-nUrrti-rlfl^riftriAWi