Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1669 (7.10.1923)
- Date
- 1923-10-07
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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«*WWW»M«WW>W> mmmmmpp «Ssfle ifr Men, Sonntag Wiener Morgenzeitung«_*_ 7. :äffo®eVl923 Nr. Mv Im Deutschen Bolkstheater wird Bernard Shaws Komödie „Man kanu nie wissen" heute (Sonntag), ferner Dienstag den 9. und Samstag den 13. d. wiederholt. Kammerspiele. Heute um 7 Uhr deutsche Uraufführung der Komödie „Schwarz und Weiß" von Sacha Guitry. Volks oder. Heute, nachmittags 2 Uhr. bei ermäßigten Preisen „Die lustigen Weiber von Windsor". Abends 7 Uhr „Die Fledermaus". Carl-Theater. Montag findet die 406. Aufführung der Kalmanschen Operette „Die Bajadere" statt. Der Komponist erscheint selbst am Dirigentenpult. — Heute nachmittags. dreiviertel 3 Uhr, wird die Lanner-Sternsche Operette „A l t w i e n" gegeben. Lustspieltheater. Heute nachmittags als Kindervorstellung „A s ch e n b r ö d e l". Abends halb 8 Uhr das Lustspiel „Casanovas Sohn" von Rudolf Lothar mit Josef Jarno. . . '^.re neue Wiener Bühne bleibt Montag den 8. d. "'folge der Vorbereitungen für die Erstaufführung'von Karel Capeks „W. U. R.". die Mittwoch den 10. d. stattfindet, ge- 'chlosscu. — Der heute stattfindende erste Wiener Tanzabend s<:ddp Impekovens beginnt um halb 8 Uhr abends. Renaissancebühne. Allabendlich „Carneval". Apollotheater. Zum ersten Male in der Nachmittagsvorstellung (3 Uhr) die Operette „Die törichte Jungfrau" von Oskar Straus. Die letzte Abendvorstellung der „Törichten Jungfrau" findet heute abends um 7 Uhr in der Prennereubesetzung statt. Montag um 7 Uhr abends Erstaufführung des bereits am Wiener Bürgertheater mit größtem Erfolge aufgcführten Lustspieles „Dorine und der Zufallt'. Für die von Herald Panlsen dargestellte Rolle wurde Robert Nästlberger zu einem Gastspiele verpflichtet. Gerichtssaal. Ter weibliche Bubenkopf als Scheidungsgrund. Bei einem londoner Ehescheidungsgericht ist jetzt ein Fall verhandelt worden, in dem ein Mann sich von seiner Frau trennen wollte, weil sie sich ihre Haare kurz geschnitten hatte. Diese Tatsache war nun freilich nicht der einzige Grund, aber sie schlug sozusagen „dem Faß den Boden aus". Bor Gericht führte der Ehemann ans, daß eine Frau mit langen Haaren eine andere sei als eine mit kurzen. Der Bubenkopf veränder-c den Charakter und er könne zu einer Frau, die so etwas getan habe, nicht mehr das für die Ehe nötige Vertrauen aufbringen. Man stelle sich einen Mann vor, der glücklich über den Besitz einer Frau mit schönen langen Haaren abends einschläft und am anderen Morgen eine fremde Dame mit kurzem Wuschelkopf sich beim Frühstücksrisch gegenüber findet. Muß nicht sein ganzes Frauenideal jäh Zusammenstürzen? Und was für trübe Aussichten, io führte der Mann weiter aus. eröffnet diefer Bubenkopf. Er zeigt, daß die Frau dv Herrschaft im Haus übernehmen will. Zum kurz g^chnittenen Haar gehört Zigarettenrauchen, zum Zigarettenraarchen das Umhersitzen in Cafes und damit das Gleiten auf der schiefen Ebene. So bricht dem Mann mit dem Klirren der Schere, die den Hauptschmuck der Gattin frißt, zugleich das Eheglück zusammen. Eine Frau mit Bubenkopf wird nicht «ehr die Kinder warten. Kuyz. es ist nicht mehr dieselbe Fron — und deshalb laste er sich scheiden. Aber wie ist es, so entgegnete der Verteidiger der Frau, mit einem Manne, der sich plötzlich seinen Bart abrasieren läßt? Biete er nicht auch einen Scheidungsgrund? Der Bart gehört ebenso zum Wesen des Mannes, wie das lange Haar zu dem der Frau. Vielleicht liebt die Gattin ihren Ehelichsten gerade um des Bartes willen. Nicht minder schwierig liegt die Sache, wenn ein Herr, der mit glattrasiertem Gesicht heiratete, sich nun ein Bärtchen stehen läßt. Alles Scheidunstsgründe! Wenn diese Auffassung von der entscheidenden Wirkung der Haar- und Barttracht durchdringt, werden die Ehegerichte viel zu tun haben. Das Gericht sprach die Frau schuldig und erklärte die Ehe für gelöst. Der Fleck auf der Ehre. Im einer am 26. Juni stattgefuudenen GerrchtsverhcmUnng wurde es gerichtsordnungsmäßig sestgestellt, daß es keine Ehre ist, «Hake n kreu rler zu sein. Aus diesem Grunde wurde damals der Angeklagte, der einen anderen in diese nette Gesellschaft ein rangierte, zu einer Strafe verurteilt. Das war damals. Meinungen und Ansichten ändern sich, und besonders in unserer schmllebigen Zeit braucht es niemanden wunder nehmen, daß die gerichisordnungsmäßige Feststellung vom Monat Juni gestern bereits vergessen war. Gestern wurde nämlich vom Bezirksgericht Fünfhaus (Bezirks richtcr Dr. Kölln er) mit ebensoviel Sicherheit konstatiert, daß die Bezeichnung Hakerrkrenzler keine Ehrend eleidigung sei. Wobei bleibt es also? Die Angeklagten Johann Jarosch und Rudolf Janecek, die den Johann B o l s gelegrnMch einer Mieterversammlung ,Hcrkenkreuzler" nannten, wurden freig« sprachen. Bezeichnend ist es immerhin, daß der Kläger sich gegen die Bezeichnung ganz entschieden gewehrt und sie als Ehrenbeleid igung aulsgefaßt hat. Es ist gewissermaßen' Volkesstimme, die da gesprochen hat. Und Dolkesstimme ist Gottesstimme: Es ist keine Ehre, Hakenkreuzler zu sein . . . Der Frontkämpfer mit dem Totschläger. Der Zimmerputzermeister Rudolf Schlejnoha ist, wie der Name zeigt, nicht nur Urgermane, er ist auch Frontkämpfer. Wenn Frontkämpfer sich versammeln, dann bringen sie als Argumente, um die Gegner gründlich zu überzeugen, Revolver, Totschläger, Gummiknüppel, kurz, das ganqe geistige Rüstzeitg, daß ihnen zu Gebote skcht, mit. Auch der Frontkämpfer Schlesnoha wollte eventuelle Gegner überzeugen. Er trug aber den Totschläger so ungeschickt, daß ein Teil davon sichtbar war. Gestern stand er wegen Tragens von verbotenen Waffen vor dem Richter. Dieser verurteilte den Schlejnoha zu 60.000 K. Geldstrafe, tveil der wackere Frontkämpfer vor Gericht seine Meinung denn doch nicht mit den ihn gewohnten Mafien vertreten konnte und weil die alte Ausrede, er habe den Totschläger zu seinem persönlichen Schutze gebraucht nicht ausreichte, um chn zu vechtifertigen. Ist die Bezeichnung „Madame" geschützt? Fran Marie Mechelda, eine Händlerin mit hygienischen Bedarfsartikeln, hatte sich in Inseraten und Schildern als Madame Marie Mechelda bezeichiret. Das magistratische Bezirksamt Fünfhaus untersagte ihr die Führung dieser Bezeichnung mit der Begründung, daß dieser Titel nur den im Berufe noch tätigen H e b a m m e n znstehe. Ein an das Ministerium des Innern gerichteter Rekurs wurde abgewiesen. Gegen diese Mi* nisterialentscheidung brachte Frau Marie Mechelda durch Dr. Valentin Deirich die Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof ein. In der Beschwerde wurde ausgeführt, daß sich auch Angehörige anderer weiblicher Berufe, wie: Parftimeusen, Manicensen, Masseusen, Sprachlehrerinnen, Kranlenpflegerinnen usw. sich dieses Titels bedienen, der im übrigen Mlr die französische Uebersetzung der Anrede Frau vorstellt. Der Verwaltungsgerichlshof unter dem Vorsitz des Präsidenten Doktor Schuster hat nun der Beschwerde Folge gegeben und die Entscheiduna aufgehoben. Volkswirt. Gestempelte Krone --- 0.0079 Sentimer. Auszahlung Wien ---- 0.0079 Minus. «t^ HA R HA In Zürich notierte 6./10. 5./10. die österreichische Krone.r 0.0079 0.00787, die österr. gcstencpelte Krone .... 0.0079 0.0079 die tschechische Krone. 16.60 16.00 die Mark. 0.00000085 0.0000009 Holland.. 219.75 219.50 New-Aork. 569.- 559.- London . 25.47 25.49 Paris. 33.10 Mailand. 26.20 25.10 Belgrad... 6.45 6.45 Bukarest .. 2.57 2.57 Sofia . . . . 5.46 5.45 Budapest.. . . . 0.03 0.03 Warschau .. 0.0007 0.0009 Budapest« Wirtschaftsberlcht. Budapest, 4. Oktober. Alles erwartet mit Sehnsucht den ausführlichen Bericht des Ministerpräsidenten Grafen Bethlen über die Auslandsreise, beziehungsweste das Resultat seiner Bemühungen un: die Anleihe. Auf der Börse hat das Abbröckeln der Kurse bereits begonnen, das Konsumentenpublikum aber bekommt nur die Teuerung, noch dazu in vielfach erhöhtem Maße, zu fühlen Weizen, Mehl und Brot steigen konnuuierlich im Preis, auch scheint es, als wäre die Ernte doch nicht besonders günstig ausgefallen. In einzelnen Gegenden war sie vielmehr schwach: im Szatmarer Komitate hat in 30 Gemeinden bereits Hungersnot gedroht, sie mußten über Intervention des Ob.rgespans mit fünf WaggoirS Gratissaatsamen versehen werden. Anderersei!s hören die Behörden nicht auf, die Preise für die kommunalen und staatlichen Leistungen zu erhöhen. So zum Beispiel sind wieder folgende Steigerungen zu verzeichnen: Gas von 350 aus 400, elektrischer Strom von 120 auf 170, Wasser von 2.20 auf 3 K., die auf Karten verabfolgte Fettration um 1000 K. das Kilo, die Spiritnessensteuer um 60 Prozent (demgemäß werden auch die Likörpreise steigen, dies ist aber weniger wichtig, als denaturierter Spiritus, der enorm verteuert wird); auch Salz ist erheblich gestiegen. Ki'chlfleisch kann wegen ws g.radezn katastrophalen Devisenmangels nicht mehr importtert werden. Zum Ueberfluß sind auch die Trafikpreise ganz gehörig in die Höhe geklettert. Banken und Aktiengesellschaften. Bilanzen: Ergon, Industrie- und Handels A.-G. 11,2 Millionen Stammkapital, 3,48; Selecta Samenprodukte A.-G. (Gründung der Ungar.-Jtal. Bank) 20 Millionen Stammkapital, 86,6, Bruttogewinn 7; Kammer-Textilindustrie 1,6 Stammkapital, 91,7, Brutto 32; Jute- und Hausindustrie 16 Stammkapital, 22,2; Ungar. Hans- und Lenrenindustrik. 30 Stammkapital, 30,5; Ungar. Roßharfpimrerei 4 0.000 (!) Stammkapital 162.244; Beocsiner Zementfabriken 20 Stammkapital, 45,2; Ganz-Danubius 1,3 Milliarden, Brutto 194 Millionen Reingewinn, 8000 K. Dividende: J':anz.-Ungar. Abadic. Papierfabrik 10,86 und Ungar. 'Salamifabrik 300 Stammkapital, 426 Brutto, 222 Millionen Reingewinn. Mit Verlust haben abgeschlossen: Esztergomer Regional-Kohlengrnbe 3.2 Stammkapital 4,92 und Mercato Bank- und Handels-A.-G. 20 Stammkapital, 6,4 Millionen Defizit. Stammkapital - Erhöhungen: Bndopester Hausbau - A.-G. von 10 ans 300, „Titan" Holzwenke auf 500, „Ergon" A.-G. von 11 auf 200, Erder Ziegelbetrieb des „Atlantica Trust" von 5 auf 100, Ungar. Eskonipte- und Geldwechsler Bank von 600 auf 800, Oelwerke A.-G. vorm. Adolf Kohn u. Co. ans 90, Hauptst. Bierbrauerei A.-G. von 330 auf 690, Urproduzenten A.-G. von 124 ans 360, Kalman Böhmsche Faßfabrik aus 50, Klein n. Sohn, Seifen- und Parfümfabrik A.-G. ans 200, Ungar. Handelskredit-Bank A.-G. von 100 auf 200, „Patria" Fleischhauer- und Schlachter-Knochenverarbeitungs- und Kunstdünger-A.G. von 10 ans 100, Holzbank A -G. von 200 auf 400, Kühne, Landwirtschaftliche Maschinenfabrik A.-G. von 360 auf 580, Hnngaria Hutfabrik A.-G. auf 160, Denes, Landwirtlschaftliche Maschinen-Handels - A.-G. von 40 auf 120, Wilh. Hartmann, Papier-Handels - A.-G. von 20 auf 60, Ungar. Roßhaarspvnnerei A.-G. von 450.000 K. auf 100 Millionen, ,Hnngaria", Kunstdünger-, Schwefelsäure- und chemische Jndustrie-A.-G. von 6,840.000 auf 77,340.000, Matomsoky Holzwarenfabrik A.-G. auf 60, Vaterländisch.' Vmk auf 1600, Zentral-Sparkasse Sator-Alja-Ujhely von 100 aus 780 Millionen. Neugründungen. Am 18. September hat sich unter 5öe!c v -:arc Jutespinnerei und -Weberei A.-G. sowie der Inte in.A.-G. mit einem Stammkapital von 1 Milliarde Kranen unter dem Vorsitze des gewesenen Handelsmimsters Baron Josef Szterenyi die Ungarische Juteindustrie A.-G. konstituiert. — Die dem Jnteressekreis der Firma R o h n e r angehörende Wollwäscherei hat mit dem Betrieb ihrer Bettfedernzurichterei begonnen. — Gegen die Demecwrer Stärkefabrik, die, nachdem sie im Szcrbolcser Kartosfelrayon domiziliert, den im Kartell vereinigten Fabriken eine starke Konkurrenz zu bieten verspricht, ist von den letzteren der Kampf bereits begonnen worden. I WerbetAbouuevteufürdie * 1 „Wiener Morgenzeitrmg" 1 Diverse Nachrichten. Die chemischen Unternehmungen faktuvieren seit kurzen in Goldkronen. » Di' Ungarische Staatsbahn (M. A. V.) veröffentlicht« kiirzlich ihren Bericht über den Juliverkehr. Man erfahrt daraus, daß das Defizit eine Milliarde betragen hat. Wegen der überaus hohen Tarifsätze hat sich der Verkehr auf manchen Strecken verringert und daher unrentabel gestaltet, weshalb, da eine frische- Tariferhöhung wahrscheinlich noch schwächeres Zuspruch zur Folge haben würde, einige Züge sistiert wurden. Auf der Linie Budapest --Hrzyeshalont verkehren ft ine Waggons 1. Klasse mehr. Außer den tteiteit Tanfendkronenschernen sind seit kurzein auch frische Zehntaufender, etwa in der Größe der Hundert, kronennoten, im Verkehr. Sie sind in der zur Bequemlichkeir der Schweizer Firma Orell-Füßli in Budapest errichteten Budapester Staatsnotendrnckerei hergestellt. Es werden auch Noten zu 600.000 K. demnächst herausgegeben, an den Zeichnungen fiir die Klischees wird schon gearbeitet. Die Aufforderung zur Zahlung der auf das vier-, beziehungslveise zwanzigfacho der 1921er Einkommen- und Bermögenstener ist schon überall zugestellt worden, doch ist cs gestattet, sie mit nostrifizierten Kriegsanleihepapier e n zu begleichen. Auch die Gebühren sind auf der ganzen Linie erhöht worden, Rechnnngsstempel, Wcchsestfkala, Gerichtskosten, Heiratsdispense imd ab 1. -Oktober Post- und Telephontarif. Das Lagergeld für im Hauptzollamt, Postabteilung, befindliche Sendungen wurde mit 100 K. pro Kolli, für ebendort Hauptabteilung lagernde Güter mit 100 K. pro Kilogramm bestimmt. Börsenschlußzettel, auf die bisher ein 50 Heller-Stempel gegeben wurde, müssen jetzt bei Geschäften im Werte von zwei Millionen mit 2000, bei höherem Wert mit 5000 Kronen- Stempel verliehen werden. Die Kleinlandwirte bekommen von der Regierung gegen 115 Kilogramm Weizen 100 Kilogramm Edelsamenweizen. Das zur Kontrolle der Assekuranzgesellchaften ausgestellte Arnt hat mit der Ueberprnsnng der 1922er Bilanzen begonnen. Die mit dem Berechnen der Gebnhrenquittungen betrauten Beamten müssen eine Staatsprüfung ablegen. Wieder ist eine energische Aktion eingeleitet worden, die den Zweck verfolgt, die Aufhebung des Regierungskommissaria. tes für Kohlenwesen dnrchzusetzen. Die Frage der Preise für Zuckerrüben heuriger Ernte ist noch ungerogelt. Die Landwirte verlangen.ein Vielfaches der Weizenpreisc. Ei::c Zuckerfabrik hat übrigens ihren Rübenemkauf mit ihren Aktien bezahlt. Hotelzimmerpreiße sind mit 16. September um 100 Pro« zent, für Angehörige der Länder mit schwacher Valuta, wie Deutschland, Polen und Oesterreich sowie Ungarn aus den abgetretenen Gebieten Ungarns um bloß '50 Prozent höher geworden. Der Börsenrat hat, um den Giro- und Kassenvewm das Erweitern der für den überaus stark entwickelten Verkehr zu eng gewordenen Lokalitäten zu ermöglichen, das Cafe Orszaghar (Parlament) angekauft. Der letzte Inhaber hatte ohnehin schon längst die Absicht, sich vom Geschäfte zurückzuziehen, da in seinem Lokal, einem Sammelpunkt der Winbrlspekulantcn, schon seit geraumer Zeit öfter polizeiliche Razzien stattfanden. J-m Giro gab cd einen mehrtägigen Streik der Beamten, sic haben sich einen lOOprozentigen Tenernngsbeitrag sowie eine ans.hnl-iche GehaltSanfbesjserung erzwungen. Export- und Jmportnachrichten. Ter Export von Weizen nach der Schweiz gehr oc.e!:; stark von statten; wie es heißt, hat die schweizerische Regierung bereits ansehnlich? Beträge vorgestreckt, doch ist hiervon in >dem Verhalten der Devdseirzentrale dem Handel und der Industrie gegenüber fast gar nichts bemerkbar. Von dem Kmrs- Preis für Weizen wird die Züricher Regierung 500 Schweizer Franken für Orcll Füßli zurückbehaltcn, da die ungarische Re. gierung diesen Betrag für B a n k n o t v n h e r st c l l n n z schnldeir soll. Die Regierung hat die Einwilligung zur Einfuhr gebrauchter Jutesäcke gegeben, bisher hatten hier zwei Fabriken, und zwar die Jute- und Hanf-Industrie soivie die Ungarische Hanf- und LcinM-Judustvie Monopol, das sie auch gehörig ausnütztcn. Zwischen den Schuhfabriken und den -Händlern ist ei» Uebereinkommen zustandegekommen, wonach der Import vo>> 76.000 Paar Schuhen möglich wurde, jetzt ist es nur die Frage, wie nian für diese, angesichts der sattsam be-konint^n Devisenverhältnisse, bezahlen wird. Der Export von rohen Gansleberu ist zum großen Acrger der Konfervensabriken, die jamnrern, daß sie zugrllnde gehen müssen, freigegeben worden. W<gen der hohen Paprikapreisc sind einige Posten spanischen Paprikas ins Land gekommen, doch haben sich die Ernteaussichten in letzterer Zeit gebeßsert. Die Aussichten für die Ausfuhr von Zwiebel sind auch nich! besonders glänzend, diese wird in den früheren Absatzgebieten in: Anslande an vielen Stellen durch billigere holländische Zlvieöe' verdrängt. Laut Mitteilung des Landesvcreines ungarischer Weintraubcnwirte wird die heurige Ernte auf vier Milliouen Hektoliter geschätzt. In .Kecskemet sind 629 Waggons Obst, darunter 426 Waggons Marillen und Pfirsiche, in: Gesamtwerte von achteinhalb Milliarden Kronen in den Verkehr gebracht worden. Von Grünzeug tntb Gemüse sind 142 Waggons ins Inland, 124 ins Ausland geführt worden. Bon Tomaten wurden 190 Waggons exportiert. Von Fisolen, deren Ausfuhr wegen der unrichtigen Tevisenvorschriftan erschwert war, sind einstweilen 800 Waggo.n? für den Export sreigegebe): worden.