Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1668 (6.10.1923)
- Date
- 1923-10-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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«m « _ Mm, BsmSt«g ftem allen Friddhüf begraben sind, wurden in ihrer Ruhe ftcht gestört und nicht exhumiert. Nur die sterblichen Rest« einiger berühmter Persönlichkeiten wurden unter den Grabdenkmälern, die an einer Stelle des neuen Parkes zu einem Denkmalhain vereinigt sind, neu beerdigt' Da ruhen der Renner I. van B e e 1 h o v e.n, ein Bruder Beethovens, die Mutter LortzingS, Waldmüller und andere. Uno gleich daneben haben die Kinder ihr Reich. Zwei große Spielwiesen werden in Zukunft vom fröhlichen Treiben der. Kinder widerhallen. Für schlechtes Wetter hat man ihnen eine große Holzhalle hingebaut und in der nächsten Zeit schon soll ein weiterer Teil des Terrains in einen großen Klld.rgarten umgewandelt werden. So gehört denn der alte Friedhof in Matzleinsdorf der Vergangenheit an. Und die Toten werden in ihren Gräbern nicht unruhig werden, wenn abends arme, lufthungrige Menschen nach des Tages Miih und Plage dort Erholung suchen werden... g—d. Las Museum der zerstreutheit. Die Veröffentlichungen ves Fundamtes der Wiener Polizei bilden stets eine Quelle reinster Heiterkeit. Das Fundamt müßte eigentlich das Museum der Vergeßlichkeit und Zerstreutheit genannt werden. So wird jetzt eine, Liste der im Mai gefundenen Sachen veröffentlicht. Jemand, der offenbar auf solche Kleinigkeiten wenig Wert legt, hat zehn Aktien der Naphtha A.-G. und noch andere Wertpapiere verloren.' Auch die Leute, die die 49 A r m b ä n d e r, goldenen Anhänger, 21 Broschen mit Brillanten und Edelsteinen und sonstigen Schmuck verloren halben, scheinen durchwegs Leute zu sein, die sich so etwas leisten können. In der' Sammlung 'befinden sich nicht weniger als 45 Augengläser. Ob diese SehbehÄf« den Leuten von der Nase gefallen sind, läßt sich nicht festlstellen. Für die Hebung der Bautätigkeit in Wien zeigt es, daß jemand sechs Baupläne liegen gelassen hat. Etwas peinlicher ist es, wenn jemand seine Badehose verliert. HoffenÜich geschah dies Nicht im Famrlienbad, da ja das Betreten des Fairmlienbades ohne Badehose strengstens verboten ist. Die Damen, die zwei Mieder verloren Haben, dürften etwas älteren Jahrgängen angehoven, da unsere Zeit bekanntlich miederlos ist. Ein ganz Zerstreuter hat eine Fu ß Prothese verloren. Gehirnprothesen wurden feilt* gefunden, da solche in der Hochschule für Bodenkultur bringend benötigt werden. Einer hat den Verlust einer Gartenspritze zu beklagen. Diese Instrumente werden bekanntlich im Taschen-fenerzHUgformat he.rgestellt, so daß man sie leicht verlieren kann. Nicht weniger als 46 Leute hctben im Mai ihre Hüte verloren. Einem anderen geriet ein Pferdemaulkorb in Verlust. Er dürfte Mit dem verwandt sein, der fern künstliches Gebiß verloren hat. Eine heikle Angelegenheit sind die sieben Eheringe die sich im Fundamt befinden. Eigentlich wunderbar, daß es in der Zeit, da die holden Gattinnen zum Sommeraufenthalt -waren, Mr . sieben sind. Das kommt davon, wenn man den Ehering in der Westentasche trägt! Daß sich in der Liste 72 Schirmebefinden, ist nicht weiter merkwürdig, -wcyu aber einer mit eiüem S teu e r r u d e r in der Stadt herumrennt, ist mehr als fraglich. Wenn der Verlustträaer dieses Gegenstandes sich nicht meldet, konnte man das Ruder Herrn Seipel zur Lenkung des Staatsschiffes gratis zur Verfügung stellen. Um-auch «Mas Leben in die Sache zu bringen, wurde am Fundamt eine Brieftau 6e, zwei Hasen, vier Hühner, zwei Kanarienvögel, mehrere Hunde, ein Kaninchen und eine junge Ziege abgegeben. Und wie wir weiter erfahren, hat insolar. -dergestrigen Rückgänge.an der Börse eine Menge von Börsianern den Kopf verloren. Ali. Die LebensmittelmklMe. WÄhrend sonst di« Nackckrage gegen Wockenende zunimmt, blieb der Verkebr aus den Märkten gestern sehr schwach. Besonders. die Nachfrage nach Fleisch ist außerordentlich gering, weshalb die.Fleisckbechge setens der. Händler in der Großmärkthalle nach Möglichkeit reduziert wurden. Infolgedessen langten gestern per Bahn nur fünf Waggons ent. Trotzdem übersteigt augenblicklich das Angebot die Nacksrage. Die Preise sind für Kälber im Großhandel um 2000 K. pro Kilogramm zurückaegangen. Im Kle nhandel blieben noch die Preise für alle Fleischoattungen unverändert. Die Grün-Warenmärkte waren gut beschickt. Aus Holland langte die -erste Sendung Kohl ein. der sehr guter Qualität nt und sich billiger stellt als der hicsiae Gärtnerkohl. Im Großhandel wurden für 20 Stück KM 130.000 bis 110.000 K. bezahlt, hiesiger Kohl kostet 280.000 K. pro Nagel (30 Stück). Eier und Butter waren' reichlich zugeführt, trotzdem blieben die Preise unverändert. Unsicheres Wetter. Am Nordfuß der Alpen östlich des Arlberg hat sich das Detter, weiter gebessert. In der Schweiz regnet es. Von Nordwesten naht e-in neues Tief heran. Voraussage: Unsicheres, veränderliches Wetter. * Die Goldparität für die Periode vom 8. Oktober bis 14. Oktober 1923 wurde mit 14.400 Kronen festgesetzt. * Vortrag des Pädagogen Professor Dr. F. Scheersoh», Der bekannte jüdische Pädagoge, der an der Kiew er Universität die neue Fakultät für Heilpädagogik begründet hat, wird Dienstag den 9. d. um halb 8 Uhr abends im Saale des Jüdischen Nationalfonds, 2. Bez., Zirkusgasse Nr. 33, einen Vortrag über „Die neuen Strömungen im Geistesleben des jüdischen Volkes der Gegenwart" halten. Vortragssprache Hebräisch. Regiebeitrag 3000 K. * Künstlerische Veranstaltungen im Leopoldstadter VolkSheim. Am 30. September ewffnete das Volksheim seine Veranstaltungen nn Leopoldstädter Hause. 2. Bez., Zirkusgcksse 48, mit einem Faust-Abend, bei dem Ferdinand Dttno mitwirkte. Der ungewöhnlich starke Besuch zeigt«, wie erwünscht a-uch diese neue Form der Bildungsarbeit sst. Nunmehr werden jeden Sonntag um 7 Uhr die Bewohner des zweiten und angrenzenden Bezirke in den Dichterabenden, Konzerten, und Opernaufführungen künstlerischen Genuß finden, der Ki.no und Kitschthecrter um so leichter verdrängen wird, als er auch billiger-ist <Ai -beide. - * Wiener Morgerrzettuitg. Mitteilungen aus dem Publikum. «NUMO» EINLAGEN NUR SO IST ABHILFE FÜR FUSSLEIDENDE und MÜDE' © Ci Wählet „HABSBURG Feinwaschanstalt, VI., Wallgasse 4. Tel. 6339 n. 4316 FILIALEN IN ALLEN BEZIRKEN Billige Teppiche Handknüpfer, wenig gebrauchte tadellose Tepp lohe, sowie auoh neue, verkauft MAX ROTHOLZ VIII., LERCHENFELDERSTRASSE 48 25 Prima Schafwollstoffe für Herren uni Danen, nur Qualitätsware, für Anzüge. Winterröcke, Damennäntel, Kostüme etc. Raglanstoffe von K 100.000 aufwärts. Kleine Kerrie, datier billigste preise. Tuchhandlung Arthur Bass I», Stelndelgasse Nr. 3. 21 Zusammenstoß zwischen Hakenlreuzlern und Sozialdemokraten. Gestern m i t t e r n a ch t s kam cs im Prater vor dem Lokal der sozialdemokratischen Bezirksorganisation 2 zu einem Zusammenstoß zwischen jugendlichen Frontkämpfern und Sozialdemokraten. Wir erfahren hierüber folgendes: I« dem Sektionslokal der Sozialdemokraten fand gestern abends eine Besprechung der Funktionäre statt. Gegen Mitternacht gingen jugendliche Frontkämpfer vor dem Lokal vorüber und begannen einen vor dem Hause stehenden Sozialdemokraten anzurempeln. Daraufhin kamen aus dem Lokal mehrere Sozialdemokraten auf die Straße, wo im Moment eine Schlägerei zwi-chen beiden Parteien losging. Polizei Wurde berufen und ihr gelang es nach großen Bemühungen, die Streitenden auseinander zu treiben. Durch die Zusammenstöße haben mehrere Personen Verletzungen erlitten. Sie wurden von der Rettungsyesellschast behandelt. Die Polizei hat mehrere Verhaftungen vargenommen. Die polizeilichett Erhebungen waren bei Blattschluß noch im Gange. * Oesterreichische Klaflenlottevie. De Ziehungen der V. (letzten) Klasse der 9. Oesterreickischen Klaffenlottene werden am 8., 10., 12.. 15., 18., 32., 25., 29. d., 2. und 7. November jeweils um 8 Uhr früh, im Ziehungssaale, Wien, 3. Bez., Marxergasse 1, ebenerdig, öffentlichstaltfinden. Eine Einzählung der - Schlußnummern findet bei der V. Klaffe nicht statt, da diese Nummern bereits vor Beginn der Ziehung I. Klaffe für die ganze 9. Lotterie, eingezahlt worden find: dagegen wird die Cinichüttung der Vornummern bei jeder Klaffe spielplangemäß so oft vorgenommen, als Schlußnummern gezogen werden. Ties wird — aufgeteilt auf die einzelnen Ziehungstage — im Verlaufe der Ziehung V. Klasse 320 mal der Fall sein. * Aenderung von Telephonnummern. Mit 8. d. werden nachstehende Televtzoneinschaltenummern der Finanzlandesdirektion Wien wie folgt abgeändert: Bisherige Nummern : 9626, 2780, 8880; neue Nummern: 1661, 1662 und 1603. * Gesteigerte Verbreitung des Gasgebrauchcs. In den letzten Monaten haben die städtischen Gaswerke eine überaus rege, Jnstallationstätig.kei.t entwickelt. Vor allem werden durch die in großer Zahl durchoesührlen M'etgaseinrichtunoen immer mehr Wohnungen mit Gas versorgt. Besonders im Monat September wurde duf diesem Gebiete viel geleistet, da in 133 Häuser Gas ein-geleitet wurde, wodurch 2180 Partei n die diel billigere und ' bequemere Gaskochgelegenheit erhielten. Gegenwärtig wird noch 'an der Einleitung von Gas in 213 Häusern gearbeitet, wodurch wieder 3012 neu« Mieter das Gas als Leucht-, Heiz, oder Kochmittel erhalten werden. Ferner wurden im September 2053 Gasmesser neu aufgestellt, 290 Gasmesser au s-ge tauscht und 175 Zuleitungen fertig-gesttllt. Auch d'e Zahl der von den Gaswerken verkauften Gasgeräte. wie Kocher, Bratröhren, Bügeleinrichtungen, Herde und Heizöfen, nimmt ununterbrochen zu. * Sarnartterkurse der Rettüngsgesellschaft. Sonntag dem 21. d. um 9 Uhr vormitatgs beginnt in der Samariterschule der Rettungsgesellschast der Samariterkurs Nr. 337 für Männer aller Stände, der an acht aufeinanderfolgenden Sonntagen von 9 bis 11 Uhr vormittags fortgesetzt, wird. Dienstag den 23 d. um 5 Uhr, nachmittags beginnt der Samariterkurs Nr. 838 für Frauen und Mädchm. der bis zum 16. November an jedem Dienstag und Freitag von 6 bis 7 Uhr nachmittags abgehalten wird. Persönliche Vormerkungen für diese beiden Samariterkurse werden in der Zentralkanzlei, 3. Bez., Radetzkystraße 1. entgegengenommen. * Neue Jngendspletplätze und Kindergärten. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderatsausschusses für technische Angelegenheiten wurde beschlossen, in verschiedenen Bezirken eine Anzahl von Jugendspielplätzen, Spiestv-esen und Plantschbäder zu errichten. Auch mehrere große Kindergärten werden geschaffen. Mit den Arbeiten wird bereits in den nächsten Tagen begonnen'werden. Auf Anregung des Stadtschulrates wurde beantragt, daß die Schwimmhalle im stid: sckien I ö r g e r d a d an zwei Wocien-.ac.en von Bürger« 'ckülern n »-l-.-t l,ch Vcnüh: werden kann Ferner soll V.vi-c Schwimmhalle den Mittelschülern zu dem ermäßigten Preise von 1000 K. zugänglich gemacht werden. Die Anträge wurden, einstimmig angenommen. * Berhckftrmg eines ehemaligen Rechtsanwaltes. Am 20. September wurde der angebliche Rechtsanwalt Dr. Artur ' Stroms, Ver in Baden wohnte am Anseiae der Mi« _6. Oktober 1923 _M. 1668 böten Franziska Hueber verhaftet und hem Landesgericht ein,geliefert. Er hatte sich von Frau Huch er Pfandscheine über SMiuchsachen, Silber und andere Wertsachen ausfolgen lasten, angeblich um ihr damit sitrodit zu verschaffen, hatte aber die Pfandscheine dem Albert Neu m a n n übergeben, von ihm Geld übernommen, ohne es der Auftr-aggeberin auszutfol-gen. Dr. Stroms redete sich damit aus/ daß er die Pfandscheine nur aus GeM'gkeit übernommen und für die. Vermittlung nichtverlangt habe. Nun ist auch aus Prag eine Anzeige hierher gelangt, in der Dr. Stroms des Betruges bezichtigt wird. Der Lederhändler Gustav Kohn zeigte an, daß Dr. Strmnf am 21. März l- I. bei ihm erschienen sei und unter Hinweis darauf, daß er für seinen Vater verschiedene Muster benötigte, sich von ihm 3000 tschech. K. ausgeborgt habe. Als Kohn von seinem Gelde nichts hörte und bei Dr. Stromss Vater anfragte, erfuhr er bei ihm, daß er den Sohn schon fe;t zwei Jahren nicht gesehen habe. Wegen dieser Anzeige war Doktor Stroms schon vor Monaten in Baden angehalten worden: er hatte aber behauptet, der' Mann, der dem Kohn das Geld herausgelockt. sei nicht er, sondern sein Bruder. Daraufhin mußte er fteigelassen werden. * Die Elektrifizierung der Stadtbahn. Wie sehr die Frage der Elektrifizierung der Stadtbai n die Bevölkerung interessiert, ist aus den mit den Stimmen aller Parteien in den verschiedenen Bezirksvertrettvngen gefaßten Beschlüssen zu ersehn, in denen verlangt wird, daß die Regierung möglichst rasch der Gemeinde den St-adtbahnkörper übergebe, damit die Arbeiten mit der größten Beschleunigung begonnen werden können. Bis jetzt wurde über die Beschlüsse der Bezirksvrrtretungen Margareten, Msirgrund, Hietzing und Fünshaus berichtet, in den letzten Tagen haben sich die Bezirksvertretungen von Mariahilf, Neubau und Rndolfsheim ebenfalls mit dem Stadtbahnprosekt beschäftigt. * Massenversammlung der Privattehrer. Am Sonntag den 7. d. um 3 Uhr nachmittags verfnmmelten sich die Privatlehrerschast in der BolkGalle des Ra'thauses, um für die gesetzliche Regelung ihrer Forderung einzntreten. Diese Forderungen beziehen sich auf entsprechende Bezahlung, Festsetzung einer Kündigungsfrist nwd ausreichende Kranken-, Arbeitslosen- und Altersfürforge. * Steigender Besuch der Wiener Messe. Znm ersten Male seit Wien Messestadt geworden ist, werden genaue statistische Daten über den Besuch dieser Veranstaltung veröffentlicht. Aus der Betrachtung dieser Ziffern geht hervor, daß die Wiener Messe ein wichtiges Instrument der österreichischen Bolkswirtschäft geworden ist. Das zeigt schon die außerordentliche Steigerung der Frequenz der diesjährigen Septembermesse gegenüber ihren Borgängerinnen. Die Gesamtsumme der Besucher betrug 52.189, wobei di« Wiener nicht eingerechnet sind. Auf Oester.'»ich ohne Wien enffallen 24.479, auf Europa ohne Oesterre-ich 18.913 Besucher. Hierzu stellten natürlich die Nachbarstaaten düs größte Kontingent, den Rekord hält die Tschecho- Slowakei mit 5778 Teilnehmern. Aus Deutschland kamen 3162, aus Jugoslawien 2060, Ungarn, Italien, Polen und Rumänien folgen mit über 1000. Frankreich war. mit 374. Griechenland 262. Bulgarien mit 483 und Großbritannien mit 431 Besuchern vertreten. Aus den Vereinigten Staaten kamen 607 Kaufleute, aus Aegypten 276, aus Palästina 59 Besucher. Syrien weist 47 Teilnehmer auf, Japan 27. * Sie wollen wieder Krieg. Aus Mödling wirb uns geschrieben: Am Sonntag den 30. September wurde im Mödlinger Friedhof böi Anwesenheit des Bundespräsi'den-ten Dr. Hainisch unver großer BetoiliWng der Bevölkerung und der Behörden das Krregerdenlßmal enthüllt. Die Sozialdemokraten waven nicht an der offiziellen Feii.'r beteiligt, da das Festkomitee ihren Kran.z wegen der Auffchrift: „Nie wieder Krieg!" zurückgewiesen hatte. Die Sozialdemokraten veranstalteten nachmittags ein« separate Ged.mffeier, bei welcher Gelegenheit ihr Kranz am Denkm>c»'.sockel niedergelegt wurde. Eine Strmde nach dieser zweiten Feier war di-e Schleife zerknüllt und von einem welken Blumenstrauß verdeckt. Meine Chronik. * Die Not der jüdische« Kolonien Rußlands. Dem Bev liuer Bureau ^dcr jüdischen Welthilfskonsirenz wird aus Rußland gemeldet: Die Not unter der Bevölkerung der jüdischen Kolonien in Rußland im Bezirk Älexandrowsk, Gouvernement Iekat-erinoslaw, die insbesondere von den Machnoschen B>anden gelitten haben, spottet jeder Beschreibung, Es genügt hervorzuheben, daß zwei Kolonien — T r u d o l u b o w k a und Netschazewka — vom Erdboden verschwunden sind; die Kolonisten sind größ-tenterls ermord>.'t; die Zurückgebliebenen flüchteten. Auch andere Kolonien haben schwer gci'itten. Die Gebäude sind zerstört und können wegen mangels an Mitteln nicht mehr ihergestellt werden. Das lebende sowohl als auch das tote Inventar ist sehr gering. Es fehlt vollstäudig an sanitärer Hilfe. Es ist nur ein Arzt in der Kolonie Nowo-Slatopol, für den Umko.-is von 30 bis 3ö Kilometer im Halbmesser, vorhanden. Ke«ine Me-dikamente. An Kleidung und Schuhwerk m^aingelt es anßerord-nlt ich. Di-e Lage wird besonders mit Beginn des Herbstes und des M'inters bedrohlich werden. Di-e jüdische Welthilfskon-sereuz hat di-e nötigen Schritte zur Linderung der dringenden Not unteru-omm-cu. — Getlingntst-ra^e wegen Aehekfehrelkung -eö Schechttaoerbols in der Schweiz. In Zürich wurde der Privatschächter S. Blitz wegen Ueberschreitung des in einigen Kantonen der Schweiz noch besteheuben SchächtverboteS zu zehn Tagen Gefängnis und 100 Franken Geldbuße verurteilt. «I. E. B.) — Radioverkehr zwischen Polen und Amerika. Am Donnerstag fand in W ar s ch a u.die Eröffnung des direkten radiotelegraphisch-en Dienstes zw-is-chcu Polen und Amerika statt. Die ersten Funk-cudcpeschen k-anven -aus den Bereinigten Staaten in siebzig Minuten au. — Lachen und Charakter. Ein bekannter Psychologe, der das Lachen studiert -hat, glaubt den Charakter der Menschen aus dem Vokal erkennen zu können, den sie boi ihrem Gelächter bevorzugert. Nach seiner Einteilung sind die, die -auf „A" lache-n, gute und offene Menschen, treue Freunde, vergnügt und beweglich, aber launisch und wechselnd in ihrem Temperament. Vor Leuten, die au>s „E" lachen, soll man sich in acht nehmen; sie sind Phlegm-atik-er und Meta-nchöliker, die auch etwas Verstecktes an si-ch haben. Die meisten Kinder lachen auf „I", und Leute, die in derselben Tonart lachen, wenn si-e erwachsen sind, haben sich ihre kindlichen Eigenschast-en bewahrt; si-e sind schüchterne, liebvolle Ehara-ttve, un-entschloss-en, aber anständig, selbstlos und hilfsbereit. Die „I"-Lacher sind nicht sehr energisch und tatkräftig. Leute, die auf „O" lachen, sind Menschen, die sich durchzu setzen verstehen, sich nicht lim die Meinung anderer küm-mern, unentwegt ihren Weg gehen und es meist zu Reicht-u-m und Ansehen bringen. Sie sind selbstbewußt, edelmütig, und «man kann sich auf sie verlassen, wenn si-e -auch zunächst ihren eigenen, Vorteil suchen. Die ,/U"-Lachcr genießen die geringste Sympathie; es sind Menschen, die überhaupt wenig llachen, keinen Sjnn für Humor haben, einsame« und -LioLllbvötzsirische Natüren, aus denen ma« yiebt reckt klug -wird..