Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1664 (2.10.1923)
- Date
- 1923-10-02
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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<nr Ä Serie W Men, Dienstag Wiener Niorgenzeitung. 2. OktEer 1923 NV.L664 Schiedsrichter D. Grünbaum machte von einigen Berstoben gegen die Off ftbc^cfjcl abgesehen, keinen krossen hohler, nur sollte er seine Entscheidungen etwas zögernd unb erweckte babuvd) rnit Unrecht den Eindruck von Unsicherheit. Das fanatische Publikum suchte den Unparteiischen zuerst durch Schreien und Pfeifen zu beeinflussen, beruhigte sich aber schließlich. - - . Kada bot eine ganz außerordentliche Leistung. Es gibt Spieler, die auf dem ganzen Kontinent als die Besten ihres Faches anerkannt sind, wie zum Beispiel der Spanier Mcantara als Halblinker Stürmer oder sein Landsmann Zamorra als Torhüter. In diese Klasse gehört nun auch der Sparta-Mittclläniser. der zudem auch vorbildlich fair spielt. Fischera ist das Gegenstück des Sparta-Mannes. In seinen guten Tagen, als der alte „Ra" unser weitaus bester Stürmer war, zählte ein von ihm begangenes Foul zu den größten Seltenheiten. Jetzt, wo sein Können mit dem Wollen manchmal nicht glichen Schritt IM, greift er auch zu verbotenen Mitteln. -Int Spiel der Amateure kann man sich nicht so recht begeistern. Troß der hervorragendsten Kombinationszüge und der,glänzendsten technischen Kunststücke der Stürmer kommt ein Zuschauer, der kein Klubfanatikcr ist. nicht in Stimmung. Die Aktionen werden nämlich derart langweilig, ja fast schläfrig aurchge^ührt, daß man vom Spiel nicht mitgerisscn werden kann. Tie Verteidiger und Flügelläuser der Ober-St. Beiter und im Gegensaß zu ihren Vorderlcitten absolut keine Künstler. Wir bezweifeln, daß diese schweren Aufgaben genügen tverden. Der Sportklub Slovan „lebt" von seinem vorzüglichen Angriff. Deckung und Verteidigung sind langsam und schwerfällig. Zu.m Glück hat die Mannschaft in Hlosek einen hervorragenden Tormann, der viele Fehler seiner Borderlenie ansbessert. Korner (W. A. F.l hat feinen Vertrag als Trainer des W. A. F. gekündigt und sich bei demselben Verein als Spieler nngemewet. Der Vorstand des W. F. B. beschloß, die Ent- >ck>eir>ung über die Spielbewillignng Körners dem Oe. F. B.;n überlassen. Einer Entscheidung des W. F. V. zufolge wird der am 5nde der letzten Frühjahr^saison abgestiegene 2. C. Graphia ,;n der 3. Klasse spielen und an seiner Stelle hat Transvaal abim'teigen. Csttt Nachspiel. Ter aus der letzten W. A. F.-Affäre satti'am bekannte Herr Kuznier hat eine Reihe von Vorstandsmitgliedern des Wiener Verbandes wegen Ehrenbeleidigung geklagt. Dr. Gruder, ebenfalls Vorstandsmitglied des Verbandes, wurde mit der Vertretung der Beklagten betraut. Der Spielbeginn für Meisterschaftsspiel: wurde mit 3 Uhr festgesetzt. Cupspiele beginnen eine halbe Stunde früher. Vierte Klasse Südost. Heute, halb 7 Uhr abends, wichtige Spielansschußsitznng im Verbandsheim, 2. Be;., Taborstraße 1. Adir—Alexandria 2 :1. Die mit mehreren Ersatzleuten antretende Adir-Mannschaft konnte über den körperlich stärkeren Gegner einen verdienten Sieg erringen. Die Tore erzielten Hcrzfeld und Knpfermann. Bei Adir gefielen der Tormann Scheller, weiters Brüll. Wellncr. Weiß und Rotberger. Kadimah-Akademiker—Libertas-Madennker 3:0. In einem äußerst scharf geführten Kampf gelang es der Kadimah, die ersten Punkte in der heur gen Meisterschaft zu erringen, was um so bemerkenswerter ist, als Liberias voriges Jahr erster Anwärter auf den Meistertitel war und schließlich hinter W. A. C. auch au zweiter Stelle landete. Die Tore schossen Eckstein, Frisch und Kintich. Hervorzuheben wäre der linke Verteidiger Felix, der nach langer Pause wieder tätig war und eine vorzügliche Leistun-g bot. Schiedsrichter Dittel (Amateure). Austro-Grade Antomobilfabrik A.-G. Wien. Die A u st r o- G rade Antomobilsabrik Miienigesellschaft wurde, mit einem Aktienkapital vor: 20v Millionen Kronen, zerlegt st: eine Million voll- «emgezahlter und auf den'Inhaber kantender Wien, zum Nennwert von AX) K. gegründet und hat insbasondere die Erzeugung des kleinen „Grade-Automobils" zum Zweck. Ueber dieses bemerkenswerte Kleinantomobil llantet das Gutachten eines hervorragend anerkannt>.'n Sachverständigen solgende-ranaßen: ,^Dcr kleine Grckde-Wagen stellt eine durchaus selbständig.: und, neuartige Konstruktion dar. Cr hält sich weder an das englische, nur bestimmten Zwecken dienende Chclecar- Prinz-ip. noch *au das bisherige deutsche Prinzip, der äußeren Linie und Form zuliebe vieles unterzuordnen. Er ist eine absolut glückliche Vereinigung beider Richtungen, ohne deren Fehler zu besitzen An dem Aufbau dieses Automobils läßt sich deutlich der Einfluß erkennen, welchen sein Konstrukteur Ingenieur Hans Grade als Aviatiker zur Geltung gebracht hat. Dies gleicht dem Wa.gen sowohl in der Gestaltung der leichteren Form als auch in der Verwendung von hochwertigen Materialien, welche im Flugzeugbau üblich sind, zum Vorteil. Der Wagen ist in seinen tragenden und nicht motorischen Teilen nur ans Blech und Rohren, somit ans verhältnismäßig leichtem und einfachem Material gebaut. Die geringstmögliche Zahl aber bei «einem Automobil möglichen konstruktiven Organe, der luftgekühlte Motor, das überaus einfache Reibradgetriebe und der vollständige Wegfall eines eigenen Wagenroh mens vervollständigen die einfache, überaus originelle Losung, so daß der Wagen «in großer: Massen leicht erzeugbar uitb leicht einführbar sein als auch tu der Hand jedes Laien zuverlässig funktionieren ncuß. Der zur Verwendung gelangende Antriebsmotor ist eine Spezialkonstruktion nach dem Zwei-- takt-System, welches -in neuerer Zeit int Kteinwagenban besonders beliebt ist. Die Bereitrigung von Karosserie und Chassis in die Fornt vines absolut versteiften Trägers mit Z-Ouerschuitt ernröglicht eine so geschickte Konstruktion, daß der Wagen nicht mehr als 450 Kilogramm wiegt. Die Stückzahl der ant Wagen verwendeten Emzelteile betragt etwa ein Zehntel derjenigen der großen Automobile. Statt des kompletten Zahnradgetriebes ist zur Abstufung der Geschwindigfritcit das Reibradgetriebe in Einwendung gebracht, welches vor dem crsteren sowohl.wegen seiires höh.m Nutzeffekts bei allen Geschwindigkeiten als auch wegen der Möglichkeit größerer Geschwindigkeitsabstusttngen den Vorzug verdient. Es erfordert keinerlei besondere Wartung und ist praktisch unverwüstlich. Der nach den Evfahrtmgen im Flugzeugbau gebildete Wagenkörper bewirkt geringste Äaubentwicklnng. Der Grade- Wagen ist'ein erprobter Tburenwagen und hat sich auf dien schlechtesten Gebirgsstraßen, speziell H-u Oesterreich, bester wie jeder andere KleiMvagsn bewährt. Gebirgsstraßen, Wie das bekannte N^drralpel, die Hohen Dauern und der Katschberg, wie sie im übrigen Europa gar nicht Vovkonrmen, haben dom Wage,: keinerlei Schwiarigkeiten geboten." Die Bundesverwaltung hat in die Austro-Grade Automobilfabrik M-ienges>ellschcrft die Staatlichen Industriewerke in Kbosternrnburg, welche ein Areal von 33.000 Quadratmeter, von welchen 18.000 Quaidratnteier verbaut ' sind, iintfaffcn und M welchen orne eigen« 160 H. P.-Kvastan'lage gehört, gegen 65 Prozent des Akt^nkapitals in der WM eingebracht. daß zu diesem Zweck das Aktienkapital von Nominale 200-Millionen Kronen «aus Nomb nale 300 Millionen Kronen esthÄht wurde nttd die Dnndesver« waltnng außer dieser Giescnntevhöhuna noch 26.000 Stück Miei, aus dem Grundkapital erhält. Die Bundesverwäbiung besetz! ein Drittel der VerwMmgsmtstellen sowie die Stelle eines Vi-zepräsidetttett der Gesellschaft. Die Gesellschaft chat außerdem von der Bundesverwaltung den gesamten Maschinenpark käuß lich erworben. Die Tlustro-Grade Antomobilfabrik Miiengesell« schlaft besitzt 100 Prozent foicr Anteile der A-B-C Kavosser-iebaw Gesellschaft m. b. H. in Liesing, eine zu den bestbekannten uni! leistungsfähigsten zählende österreichische Karosseriefabvik Zwecks Vereinheitlichung und Verbilligung des Betr-iebes is( die Uebevsiedlung des Liefinger Werkes nach Klosterneuburg bereits im Zuge. Dortselbst sind nicht nur alle zur Automobil. erzeugung notwendigen- Maschinen und O'bfiekte vochaudeNj sondern auch eine stattliche Zahl von Maschinen, welche füt diesen Betrieb überflüssig sind und abgestoßen werden sollen^ um aus'dem Erlös Neuanschaffungen «für den Ausbau de, Automvbi'lindustrie zu machen. Die große Zahl vor: Objekten, welche sich für die verschiedensten Iudustviezwecke chgnen, wird es -i-n abscybrrver Zeit ermöglichen, neue, mit dar Industrie der Austro-Grade Antomobilfabrik AkticM.'fellschaft in Beziehung stehende Industri-en zn schassen, ia sogar anderen, der Gesell^ schast ntlhbrinaenden Industrien Unterkunst zu gewähren. Zum Schluß sei noch da>ranf hinqewresen, daß das Grade-Autvmobik (so benannt nach seinem Erfinder) bereits seit fünf Jahren in Deutschland mit ausgezeichnetin Erfolg erzeugt wird und sich dortselbst größter Beliebtheit ersreiü. Das Grade-AutontMl entspricht einem Bedürfn'is, da es wegett feiner Einfachkeit zu einem Preise ans den Markt gebracht werden wird, welcher nicht höher ist als der Preis für ein starkes Motormd. Anläßlich der Herbstmesse in Wien tvar die Nachsrage insbesondere aus Poleit und den Balkanländern eine so große, daß die Gesellschaft die Produktion, welche sie für das erste Fäbrikationsjahr anfznlegen im Begriffe ist. zur Gänze hätte verkaufen können. 51 Prozent des Aktienkapitals, inklusive des Aktienbcisitzes der Bundesverwaltung, sind für fünf Jahre in einem unveräußerlichen Maljoritätssyndikat gesperrt. Tumen. Erster Wiener jüdischer Turnverein Makkatzi 9. Kinder» turnen. Einschreibungen zum Kinderturnen, welches am 3. w unter der bewährten Leitung des Herrn Dr. med. Paul Hirsch in unserer Turnhalle, Wien. 9. Bez.. Liechtcnsteinstraße 20, beginnt. werden in demselben Lokal, und zwar in der Zeit von 3 bis 6 Uhr nachntittags entgegengeiwutmen. Turngeiterr: Mittwoch von 4 bis 6 Uhr, Samstag von 3 bis 6 Uhr. Das Zöglingsturnen begann Freitag den 28. d, um 7 Uhr abends. Turnzciten: Dienstag von 7 bis 9 Uhr, Freitag von 7 bis 9 Uhr abends. , Aus -en Vereinen. A ch d u t h. Morgen ab halb 7 Uhr im Vereinsheim, 2. Bez., Obere Tonaustraßeß 65, Tür 4, große Simchas Thora- Feier, wozu sämtliche Mitglieder, Freunde und Gönner unseres Vereines höflich eingeladen sind. KBnaams Ü Theater von heute W Burstlicater: Ter Graf von Eharolais Miraaemie-erwrtter: Ter Bibliothekar Stsarroper: Tie tote Stadt KeäOUtensaalt Das höhere Leben UoikSOpCT: Tannhäuser Deutsches Uclksilieatcr: Tie große Katharina — Blanco Posnets Erweckung .Ar.^smmerspielei Gastspiel des Teuisch- Russischen Theaters „Der goldene Hahn" Neue hieltet Bühne: Ter Mnstergatte ^Ralmuncl-Cheatcr: Tie Liomödle der Irrungen — Zeitvertreib benaisss«ce-8ühne: Earneval Staattheater: Tie wunderlichen Geschichten des Kapellmeisters Kreisler ßntftbester: Madame Pompadour Cheater an der lUictt: Tie Bacchusnr.chi Ujr. Bürflcrtheater: Tonne und der Zufall 3&bann-5trauss.,Cbeater: Ein Märchen aus Floren; rLr.UomLdienllaur: Tie Ballkönigin Custspieltbeater: Herrschaftlicher Tie.'er gesucht! bo!and-8ühne: Frau Vreier aus Gana Hpoilo-Lhearerr Tie törichte Jungfrau Metr-Pvi-Tdeater: Tie Wienerwaldfee Kaharett Rolle: IoSma Se!nu-Tr. Benatzkn, Rapp, Martha Jäckel, FarkaS, Gialdmi ec. 6bSt ttOlr: Theo Körner. Brüder Hoppe, Hans Ströbm, Christ, Elfeld, Else Torell, Buresch—Strecker serckinancks-UiNO (H. Taborstraße 1): Tetz .Kaisers alte Kleider '/.8 7 7 7 7 7.8 7 7 7.8 7 7 7 Tegetthofff-lCiglO Volksprater66 Ab heute bis 4. Oktober: Der grösste Mische PronKftün aller Zeiten Nathan derWeise ES Ein Schauspiel in 7 Akten nach Lcssings 9 S gleichnamiger Bühnendichtung 8171 ™ ei Billiger Teppichverkauf M. Weitzuer, Wien L. 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