Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1646 (13.9.1923)
- Date
- 1923-09-13
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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/ .» Stt. 1646 ' Wien, Donnerstag Wiener Morgenzettung. 18. September 1988 GeÜ» G Der Fortschritt des Futzballsportes auf dem Kontinent. (Schluß.) Nachstehend veröffentlichen wir den Schluß deZ im ,)Sporting Life" enthaltenen aufsehenerregenden Artikels, den Wagstasfe Simons versaßt hat. 1 Wachsende Volkstümlichkeit. Es erübrigt sich, länger über das Können der Hakoah Ml berichten, weil die Tatsachen eine überzeugende Sprache sprechen. Wir müssen uns damit vertraut machen, daß der Fußballsport auf dem Festland unser Niveau voll kommen erreicht hat. Es gibt dort viele Mannschaften, die mit. guten Aussichten den Kamps gegen unsere stärksten Prafessionalvereine aufnehmen könnten, und ans den letzten Ereignissen wissen wir, wie schwierig es für unsere Amateure ist, mit ihren kontinentalev Rivalen Schritt m halten. Betrachten wir die Ereignisse in Schweden von: vergangenen Mai. England entsandte ein sehr starkes Team, bestehend ans elf ersiklassiben Berufsspielern und einem Amateur für jedes der zwei Spiele, die in Stockholm ansgctragen wurden. England gewann 2:1 und 3:1, aber es hatte schwer am den Sieg zu kämpfen. Die Tage sind vorbei, da jedes Team die Reise auf den Kontinent als eine Art Picknick betrachten konnte. Die Vereine überqueren den Kanal mit der vorgefaßten. Meinung, daß sie. um zu gewinnen, nichts weiter tun mühten, als Tore nach Belieben zu schießen. Die Ansicht muß zerstört werden. Spieler, die das Festland nicht mit der bcsii-minten Absicht besuchen, so zu spielen wie in einem ernsten Ligamatch. haben zu Hanse zu bleiben. Es ist nicht die mindeste Herabsetzung des englischen Fußballsportes, wenn wir feststellen, daß unsere sestländifcyen Rivalen n i ch i s mehr v o n u n s z u l e r n e n haben. Sie besitzen einige unserer besten Spieler als Lehrer und es gereicht den Schülern zur Ehre, daß sie sich die ihnen erteilten Lehren völlig zu eigen machten und auf dem Spielfeld so geschickt in die Tat umzusetzcn verstehen. Die Ereignisse in Oesterreich sind für den allgemeinen Stand symptomatisch. Meine auswärtigen Korrespondenten, die mich über die Ereignisse aus den Fußballseldern Europas am lausenden halten, schreiben mir. daß eine große Nachfrage nach starken englischen Mannschaften besteht, und daß man auf dem Kontinent allgemein überzeugt ist, gute Aussichten in solchen Kämpfen zu haben. Ich stimme dieser Ansicht auf Grund eigener Anschauung bei. Der Aufschwung des Fußballfportes in Europa ist überraschend. In der Fifa sind meines Wissens 31 Länder vereinigt und in dieser Zahl ist keines der Vereinigten Königreiche (Großbritannien) eingeschlosson. Die Fifa hat für ihre zukünftige Tätigkeit ein sehr imposantes Programm von weit-, »«rgender Bedeutung ausgestellt. Heikle Fragen. Beim Kongreß in Genua wurde vielfach das Bedauern darüber geäußert, daß es noch nicht zum Wiederbeitritt der Vereinigten Königreiche zur Fifa gekommen sei, dies um so mehr, als eine Menge heikler Fragen der Lösung harren. In diesem Zusammenhang ist vor allem der Versuch zu erwähnen, eine für alle Länder der Fifa geltende Definition des Amatenrismns anszustellcn. Es ist dies eine Notwendigkeit. Wenn England, Schottland, Irland und Wales ihren Einfluß in dieser Streitfrage für diesentgen geltend machen würden, die eine Definition, ähnlich derjenigen der Football Association, verlangen, so wäre es möglich, zu eitler endgültigen Regelung zu kommen und gewisse Praktiken, wie sie in einigen europäischen Ländern üblich sind, wären unmöglich. Die Amateurfrage. Es ist wichtig, daß ich nicht mißverstanden werde. Ich behaupte nicht, daß die Amateure anderer Staaten sich gegen die Regeln ihres Landes vergehen. Ich glaube aber, daß cs sehr weitgehende Differenzen in der Auffassung des Amateurismus in den einzelnen Ländern gibt, und das sollte nicht sein. Dieses Problem umfaßt atich die Frage der Beteiligung Englands an den Olympischen Spielen. Wenn unsere Auffassung des Atnateurisrnus von den Lältdern, die Fußballmannschaften zu den Olympischen Spielen entsenden, akzeptiert wird, ist die Beteiligung Englands sehr wahrscheinlich. Andernfalls werden wir den Entschluß, uns nicht zn beteiligen. nicht ändern. Der Gang der Ereignisse der nächsten paar Monate auf dem Festland ist daher auch für. uns von größter Bedeutung. Es wird sich jetzt ciltscheiden, ob England sich beim Ausbau der internationalen Regeln seinen eigenen Anschauungen gemäß beteiligen wird. Gin Prohespiel. Das Treffe:: endet 1:1 unentschieden. ErickKer-«Platz. GOOÖ Zuschauer. Schiedsrichter Schmieger. Rot-weiß: Aigner; Popovich, Horefs: Kurz, Brandstädter Nietfch: Seidl. Schiert, Klima, Wieser, Wessely. Blau-schwarz: Edi; Beer. Teufel; Plant. Resch, Pellet: Eckl, Fried, Schaffer, Bulla, Gicbifch. Durch die famose Arbeit des Preßreserenien des Oe. F. B. waren nur die wenigsten Blätter davon in Kenntnis gesetzt, daß gestern ein Probespiel angesetzt war. Diese Unterlassung ist derart sträflich, daß wir uns mit ihr noch näher befassen werden. Herr Meist, der im 23. d. zwei Teams auf die Beine zu bringen hat. von denen das eine Oesterreich in Budapest und das andere Wien in Berlin zu vertreten trat, hat gestern über die ihm zur Verfügung stehenden Spieler eine Heerschau gehalten. Ursprünglich «batte in f*'-' Manmcha'L Scheuer und in der blau-schwarzen Elf Häusler. Grüniwald und Kah spielen sollen. Die Hakoahner sagten aber wegen der indischen Feiertage ab. Wir glaube::. daß .Herr Meisl klüger geworden sein dürfte. Bor allem dürfte er erkannt haben. daß Seidl. Schierl, Bulla. Glebisch und Plan! puf-keinen Fall für irgendein T-eam in-Betracht ko-n-men. In alänMtder Form befanden sich.Schaffer und Wafer, während der Rest der Spieler ansprechende L-eistungep' bot. Die beiden Torwächter waren einander gleichwert. Bort den Verteidigern war Horess der beste und Popovich der schwächste. Die Deckung der Rot-weißen war bedeutend bester wie die der Gegner, obwohl Resch feinen Widerpart Brandstädter überragte. Von den Stürmern gefielen» Schaffer auf der einen Sekte, Klima und Wiefer auf der anderen «Seite ausgezeichnet. lieber dert Spielverlauf wollen wir nur folgendes'«berichten. Aus «einem Elfmetorstoß, den Wieser. ansführt, gelangen die Rot-weißen in der 80. Minute m die Führung. Zchn Minuten später gleicht «Schaffer mit Bombenschuß aus. Auchnach Seitenwechsel sind einander die beiden Teams vorerst gleichwert. Von -der 35. Minute a-ngesangen. fallen die Wau-fchwarzen zurück. Obwohl Plank in. der 30, Minute wegen einer Verletzung abtritt, können die Gegner das Rcfultkt nicht günstiger gestaltet:. Prager Nettigkeiten. Prag. ö. Sept«che» Erst das Debüt der Spart« ans heimatlich^, BotW bedeutete die richtige Eröffnung der Hevbstsaifon- Frühjahr hatte sich der Meister auch'jetzt den ' F. B. als ersten Gegner verschrieben. Während die , damals einen vollkommen gleichwertigen, zeitweise sogar lich besseren Widersacher abgeben konnten und ein höchst ehveg» volles 1:3 erzielten, mußten sie sich diesmal glatt mit schlagen bekennen. Sparta trat nach langer Zeit wieder mn Kada in der Mitte der Läuferreihe. dafür ohne Kvlenaty an. Das Spiel bewies klar. was. Kada für sein Team bedeutet. Die Mannschaft war sicher unvergleichlich besser als in Wen, Pardubitz und Brünn. Kadq war der beste Mann a:ck dom Felde und hob schon durch seine bloße Anwesenheit das Selbst» vertrauen seiner Leute. Sparta führte ein Exhibitvnsyame Vvr, ohne ans das Treffererzielen besonderen Wert zu legen. Die Nürnberger konnten diesem geradezu blendenden Fäuerwers von technischen Tricks und taktischen Einfällen absolut nichts Gleichwertiges entgegensetzen. In die Goalehren teilten W Tvoraeek (4), Hajny und Cerveny. Die Meisterschaft ist in ein interessantes Stadium treten. Die Leaders, eventuell auch A. F. K. Kolin und S. K. Liben, haben natürlich keine Sorgen. Das DckmMeKschwert des Abstieges schwebt über Prsoviee. Meteor 8. RMlSky S. K., Virtoria (Zizkov),. Malvstransky und Mktaria Weinberge), Der letzte Sonntag brachte folgende Refultatt: Slavia —E. A. F. K. 8:3 (1:0). S. K. Liben-Rustlsky S. 9. 8:1 (1;1), Vrsoviee—Meteor 8 3:1 (1:0), Malostransky S. K.^- Äiktoria (Weinberge) 5:3 (4:1). A. F. K. KokW-BWörW (Ztzkov) 0:0. r m J Neben dem schönen Sieg über den Nürnberger g. Pwar Sparta auch in zwei wichtigen leichtathlelischen Konkurrenzen erfolgreich. Im Mettgchen ZbrasläV^Smichoh um die Meisterschaft der Republik besetzte sie die ersten «w» Plätze. Der Sieger Schlehoser unterbot den tschecho-steiwakischen Rekord um 3 Minuten mit 46:54,4. Dchindwr, gleich» falls Sparta, gewann das Straßenlansen Slanh—WMm m 1:03:52,2. Der phänomenale Sieg der Wiener Hakoah in London hat in der hiesigen OeffentlW-eit Anstckhon, und Bewündernng, in jüdischen Kreisen flammende Begeisterung erweckt. Man tveiß hier nicht nur die eminente wörtliche PedentMtz des Erfolges zu werten, sondern ist auch der berechtigten Ansicht, daß das so glückliche Auftreten der Hakoah m England für die zionistyche Bewegung von größtem Nutzen kein muß. Ol mutz: Hakoah—Sparta (Proßnitz) 3:0 ^lw), Hochoah in guter Form siegt sicher. Proßnitz: , Makkcchi—Han. Slavia (Kremsier) 1:3. Bvn keiner Seite, wurden hchsvvbre Leistungen geboten. Witkywitz: Hakocch—MWkabi Währ.* Ostrau) 2:2 (0:1). Die Witkowitzer konnten tzurch tioniertes Spiel ein Unentschieden erzwingen. PvÄi bor—S. K. Praha 16 1:4. Preßburg: teure 2:1. _ ' Fritz Tauber. Endstand der Meisterschaft 19B8-AA. Fßafir Masse Op. Verein § -t - I 1 f*w ä i I Rasensporiftenndv , ..14; 14 — - 87 10 28 Aspern...... . 14 9 3 3 33 30 30 Vindobona .... .14 4 6 5 23 43 13 Ar! . . . . '. . . . 14 4 8 7 13 31 11 Stadlauer A, C. . .14 4 3 8 m 34 10 Athen-Stammersdorf .14 3 4 7 30 84 1Y Mercedes..... . 14 3 3 9 33 51 8 AchdNth. . 14 3 3 9 18 30 S Gegner gesucht. Haaibor für zwei Mannschaften auf eigenem Platz. Meg» fried Teiichtall, 3. Bez., Noparagasse A, Mr 14. Keine Zweiteilung der ersten Klasse. Der Antrag R«- dolsshügels auf Erhöhung und Zweiteilung der ersten Klasse 6op7ri8M 1933 Nachdruck vervyten. bYR.L^n-V6T\ag,\vb^u]pz\s. (67. Fortsetzung.) 3« Polens Wäldern. Roman von I. Vvatofchu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Niemand sah sich nach Mordechai um, als er in die Schenke trat. Es war ein großes Zimmer; an der Mittelwand stand ein Bett in voller Unvrdmnrg, damuf lag ein rotes Kind, strampelte mit der: Füßen und schrie. Ueber «dem Bett hing ein Muttergottesbi'ld in einem Rahmen, dem das Glas fehlte. Bor Alter 'hatte sich die Muttergottes altfgeöauscht, war zur Hälfte aus dem Rahmen heraus und sah aus, als wäre sie int Wasser gelegen und hätte dann längere Zeit getrocknet. Zivischen der Wand und de«m Ofen stanken, halbbedeckt d>urch einen Fvausenvorhang, zwei kleine Bettelt rechtwinkelig zueinander. Eine ausgemergelte Frau mit dem Gesicht eines halbwüchsigen Mädchens saß auf einem der Bettelt, hustete trocken und herzte eiu kleines Lck.ild. Eilte Alte, eilt dreieckiges Trtch auf dem Kopf, unter dent aschgraue Haare hervoÄllgtell, schälte Kartosfetll, wobei sie ihrer: eiltgefallelteu Mmd bald öffnete, >baw schloß. Jlt ihrem Aussehen lag etwas Hexenhaftes. Neben der Tür bei einer Kommode, auf der Kwoi Paar Mcssingleuchter ftaivb«cit saß ein hochaufgeschossener hagerer jitnger Mann, auf desstir Kinn u«l»d Wnngel: da unV dort schüttere Haare staudcll, wie PsimGu auf eine-m Stück Sandboden; er wiegte sich langsam vor einem Buch. . Mvvdechai sah sich um, in der Meinung, er sei fehl am Ort. Wären nicht eilt paar Biovfasser und emige Bvcmndtveing'läfer zu scholl getreselt, er hätte nie geglaubt, in einer Schenke zu sein. Auf der Kommode und ans den^ Sesseln ringsrrm lagen Bücher. Geoinetrischo Figuren, aus Pappendeckel aus,geschnlttel:, lagert auf dem Fußbo>den umher. Hinter dem Vorhang ließ sich eine schwache Stimme höben: „Davids David, ein Kunde ist dq." Der jn'^ge Mann tvarf den Kopf empor, als jagte er eine Fliege weg, faßte sich an dem schütter «bewachsenen Kinn, saß eine Weile stumm und reglos mit geschlossemn Allgen d'a und viof da«mr plötzlich: ..Chane, brauchst Du mich?" „Da bu schon einmal unterbrochen hast," fiel die Me böse ein nnd wies auf Aiordechai, „so geh' zu dem Ku.nden und schick' die Magd herein; was tut sie so lange im Stall? Ihr Barrkevt hat mich schon «beinahe taub gemacht!" D?r junge Alaun ließ das Buch liegen, erhob sich und sprach ihn polnisch au: „Der Herr wünscht etwas?" „Kann man bei euch etivas zu essen bekommen?" antwortete^ Mordechai jüdisch und schob sich dabei neugierig dem offenen Buch zu. ' Instinktiv wurde der junge Mann verlegen, daß er einen Juden polnisch angesprochen hatte; als er Mordechais Neugierde merkte, schloß er das Buch, bereute das aber gleich und begann zu stottern, als wäre er dem Fremden etwas schuldig, und brachte ihm das Buch herbei: „Nehmt es m'ir nicht übel, ich meine . . . tveldn Ihr «einen Blick hineiMverfen wollt,' selbstverständlich . . , ja, das ist ein Kommentar zmn Führer der Irrenden von Maimonides..." . „Hörst du, Chane?" die Alte klapperte mit ihren zahnlosen Lippen. „Ein Kunde kommt und will essen und er füttert ihn mit Büchern!" „Aergert Euch nicht, Mütterchen." Mordechai wollte sie gewinnen. ... ,Mer ärgert sich denn?" sie knotete die Worte zwischen «ihren Lippen. „Ich sage nur, daß von Psalmen noch keiner satt gelvorden ist!" ■ „Was wollt Ihr essen?" — der junge Mann lachöstzr. „Kann man einen Pfannkuchen bekommen?" Der junge Mann sah sich um, als suchte er jentainden., Zaglhaft zog er den Bochang zur Seite,- hinterdem die Betten standen, und fragte leise: „Chane. , . Chane . . . schläfst du?" ,Mas will du von Cham? Ich gehe schon, ich gehe," die Me stand auf uud schüttelte die Kartoffefchalen von der Schürze aib, „hol' indessen die Eier aus der Ka-mnwr!" Mordechai öffnete ein zweites Buch, es war «das ,-Brlch der Dreiecke". Nun tvar ihn: klar, daß die geometrischen Figuren, die in. Pappendeckel ausgeschnitten waren, mit der Geometrie «des Gaon von Wilna iy Verbindung standen. Er merkte gar nicht, daß die Me nähe« kam. Sie hüstelte und begann zu ihm zu sprechen, wie zu einem alten Bekannten: „Gott ist mein Zeuge, ich habe mir nicht Plstn können, ich ha«be diese Unreinheit in wein Zimmer nchdMtt müssen," sie wies auf das MuttergotteSbild, „meine Tochter kräwkelt schon den ganzen Muter und «das Würmchen langt sein Recht, es muß eine Amme haben. . . mein Schwiegersohn, er bleibt mir gesund, lernt und kernt . . . er fitzt bei seinen Büchern, da könnte alles auf dem KM stehen, es geht ihn nichts an. Datzu taugt er auch nicht zum Handel, im«n meine ich — taugst du nicht zum Handel, so schau zu, -ein Roiw zu. ^werden, du bist doch schon Pater eines Kindes. Er antwortet nicht. Ganze Nächte durchwacht er. Was glaubt Ihr, tut er? Wo er eim Schachtel er« wischt, zerschneidet er sie und schneidet Spielzeug aus. wie ein kleiner Junge... da liegt das Ze:ig hevum," die Alte wies auf die ge-oMletvifchtzn Figitven. ,-So Hab' ich Euch bitten wollen, nehmt es mir nicht übel, aber vielleicht lasset Ihr ein Wort fallen ... ich meine . . ." „Mutter, wozu hast du dich da vervedet? Ruf' lieber die Magd herein, das Kind lveint, cs ist hungvig." ,Mer Vervödet sich, wer? Kein Wort darf man sagen!" die Me streckte die Hände vor, als ivvllte sie sich vor einer Berleunrduug schützen,- öffnete die Tür und rief: „Fvanka, Franka, ivas liegst du so lauge im Stall?" — jüdisch fuhr sie fort — „nicht erleben' sollst du, hereinzuKommen." Franka, bn-c ein paar Schultern hatte wie ein Bauer, kam herein, den Arn: voll Holz. Sie schleuderte es beim Hetzd hin, faßte das Kind, setzte sich breit auf ihr Bett und reichte ihm die Brust. Das rote Bauevnkind riß dem Meinen die Brust fort und schrie. Die Magd lüste ih« zweite Bmst und legte sie ihrem Kinde m den Mund; sir legte sich der Län«ge nach auf das Bett, und durch die Schenke drang ein zufriedenes Lutschen, das an .baß Schnurtzen von Schweinchen erinnerte,, die saugen. Mordechai betrachtete die ganze Häuslichkeit, bie dres Fvautzn, ivelche die Wirtschaft führten und mit dem juntzm Mann umsprangen, wie mit einem LehvÜursthen, M» trachtete die gewölbte Malttergottes, die unHsÄitzgrvÜXV Bücher; fein Blick konnte nicht von dom Strick loÄMMW^ der u«m den Hech gespannt war und^ aus dem MwÜ-M trockneten und Zwiebel- und KnoblauchkranLe biiugm. ' lForlsetzung folgte WW«WMM^