Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-09-08 · Heft 1643 (8.9.1923) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1643 (8.9.1923)
Date
1923-09-08
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980724--16073-3002953
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 1647. Wien, Sainsiag En^l««d mid die Donauschiffahrt. Berichten aus Buda- , Pest zufolge sind verschiedene Anzeichen vorhandeil, die beweisen, daß England mit den bisherigen Erfolgen seiner Tätigkeit auf j dem Gebiete der Donanschiffahrt nicht zufrieden ist. So hat das englische Konsortium, welches an der Donau-Dampfschiffsahrtsgesellschaft beteiligt ist, eine Kapitalserhöhungstrans. aktion bei dieser Gesellschaft verhindert, oblvohl das Geld zur Erweiteruilg des Betriebes verivendet werden sollte. Ellgland will jedoch die all der Gesellschaft beteiligten Gruppen von dieser verdrängen unb allein die Leitung der Gesellischaft innchaben. Dieselben Bestrebungen können bei der ungarischen Fluß- und Seeschiffahrtsgesellschaft konstatiert werdell. In cnglischenl Aufträge werden die Aktien dieser Gesellschaften in Wien gekauft. Auch hier will das englische Konsortium allein die Leitung haben und hofft dadurch die Entwicklungsmöglichkciten der Gelsellschaft 51t vergrößern und gleichzeitig diese voll der ungarischen Wirtschaftspolitik ilnabhängig zn machell. Eine kleine Baisse an der Budapester Börse. Berichten ans Budapest zufolge ist an der Budapester Börse nach, der langanhaltellden Hausseperiode eine Baisse emgetreten uno ev erfolgte eine zirka 20prozentige Kursrodnkltoit. Es trat auch die Kontermine auf und trachtete, weitere Kursrückgänge zu erzielen. Wie Verla,ltet, werden politische Grunde al^ Mono der Baisse angeführt und namentlich vom Berlam der Kreditvierhandlungen in Genf wird das wertere Verhalten der Budapester Börse abhängig gemacht. Bestätigungen über die Einlieferung von Kriegsanleihen zur vorzeitigen Rückzahlung. Aus Anlaß der Amrnfuna der Kriegsanleihen zur vopzeitigen Nückzahinttg wurde dariiiber geklagt, daß den Beisitzern der KÄegscmleihen nach der Emlieseruug ihrer SckMlidvevschretbnngen in der R-vgel iw Nachweis dafür fehlt, daß sie Kriegsanleihen besessen und zur RückzaWmg zrml. Nan-nwevt eingolliesert haben Das Bundesministerium für Finanzen bat nunmehr angoovdnet. daß Parteiieil, die eine Be!sch>emig>ung über ihve zur Rlückszaih'lung emgeliefe-rten Kriegsa>nll>eW)eit zu erilMen wünschm, eure. zweite, womöglich int DnrchschreWverifchren hemoftellt>e Gletchschrtft des für die Einreichuing der SchrtlidverischrÄhlMigen vorgeschriebe neu Begleitscheines beizubringen haben. Diese Weite Gleichschrift wird ihnen von der staatlichen Kasse, bei der me Einlösung der Kriegsanleihen eüfolgt, ^nck einem die lleberlllahnle der Schulldvevschreiibnngen bestättgenldsn Vermerk zurückgestcllt, der vom liquidierenden Beamten unter, Verdruck der Anvtssta!Nlpiglie zu unterschreiben ist. Für vmknlverte SchuWvcrschroibungsn wurde eine ähnliche Anordnung getroffen. Internationale Schlafwagengesellschast. 3Cit§ Paris tvivd ielegraplhiert: Der „Maiin" teilt nrit. daß gegenwärtig eme englische Finan^gruppc versuche, die Me!hrheit der, Wtren der Internationalen Schtadwaaengesellschaf.t in die Hände zu bekomnwn. Das Blatt erklärt, daß die französische Regierung um jeden Preis verhindern. werde, daß diese Geisellschdst unter die Kontrolle einer ansÄndischon Fmanzgrupve gelange. Die Londoner Mission über die Rußlandreise. London, 4. September. Der Vetter des Premierministers Baldwin, der nrit einer Handelsmisston nach Rußland, gereist war, ist wieder nach London zurüchgekehrt. Er erklärte, daß „seiner Mission, in Rußland alle möglichen Erleichterungen gewährt worden leien, um sich zu informieren. Die Mission sei in vollem Vertrauen in die Zukunft Rußliands nach Eirgland zirrückgekchrt. Rußland sei gegenwärtig eines der seltomn Länder, .das eine aktive Handelsbilanz besitze. Die Ausfuhren überschritten in der Tat die Einfuhren. Auch die russischen fthmnßeat hätten sich bedeutend verbessert. Es gäbe in Rußland gegenwärtig zwei Geldwährungcn: der gewöhnliche Pahierrubel und der Tschervontzi-Rubcl. der den gleichen Wert besitze loie ein cng- I-isches Pfund ' unb durch eine 29prozentige Golddeckung und durch 75 Prozent kurzfristige, leicht realisierbare Werte garantiert sei. Der Dschervontzi-Ruibel mache int ganzen zwei Drittel des in Rußland zirkulierenden Geldes ans. Die Stenern seien ebenso hoch wie in England, .da Rußland entschlossen scj, die Wirkungen der zu höhen Vapiwgeldausgghe zn neutralisieren. Gegenwärtig bestehe eine Einkomnrensteuer, die bis zu zwau-- tzig Prozent gäbe. Außerdem bestünden Abgaben auf die Einfuhren. Wenn die englischen Kapitalien in den russischen Industrien und Gruben angelegt würden, so wäre cs England möglich, außerordentlich billig Rohmaterialien ans Rußland ftu bekommen, die ihm gestatten würden, besser als bisher mit dem Ansland zu konkurrieren. Vom amerikanischen Kupfermarkt. Nach Berichten amerikanischer Fachblätter hat der Kupfermarkt in der vergangenen Woche ein etwas lebendigeres Aussehen gehabt. Die vermehrte südamerikanische Erzeugung, die jetzt größtenteils unter Kontrolle der, Vereinigten Staten steht, beginnt auf die Erzeugung der amerikanifchen Raffinerien Einfluß ausznüben. Sic betrug im Jnni 74.750 Tonnen, und stieg int August auf 80.500 Tonnen, während die Ablieferungen auf 75.000 Tonnen zurückgingen, trotzdem sie im Inari 82.500 und int Mai 87.000 betragen hatten. Statt der erwarteten Vermehrung ist also eine Verminderung eingetveten. Deuschland ist als Kttpserkänfer aus Amerika vollkommen verschwunden und dies hat eine Zunahme der Vorräte zur Folge. Der immerhin vermehrte inländische Verbrauch kann den Ausfall der ausländischen Käufer nicht völlig paralysieren. Da? Monatskontingent der tschecho-slowakischen Getreideausfuhr. Aus Prag wird uns gemeldet: Das Monatskontingcut der Einfuhr von Weizen, Roggen und Mehl wird für die Monate September und Oktober pro Monat 1500 Waggon betragen. Mindestens die Hälfte der angesuchten Einfuhr muß Getreide ssein. Wiener Börse. Alt der gestrigen Börse ließ sich die Wiederkehr einer freundlicheren Stimmung nicht verkennen. Dies trotzdem die Börse vor einer zweitägigen Unterbrechung stand und die jüdischen Feiertage in der nächsten Woche ebenfalls wettere Ruhe an der Börse ankündigen. Auch der Geldmarkt hatte sich ein wenig versteift und es wurde für Geld 0,75 Prozent pro Woche gezahlt. Nichtsdestoweniger war die Stimmung ztiversichtlicher. Den Anstoß zur Besserung gaben einerseits börsen-- technische Momente. Es war ersichtlich, daß die Kontermine in der Vorwoche das Kursnivean einFellner Werte etwas stärker angenagt hatte. Anläßlich der Prolongation tmd desDecktmgsbodürsnislses mußte die Kontermine ihre Aufmerksamkeit wieder gewissen Papieren zuwenden, zu deren Vernachlässig,mg sie in den vergangenen Börsentagen das ihrige beigetvagen hat. Dies zeigte sich «besonders!bei Alpine Mtien und bei Krupp. Bei letzterem Papier hat allerdings auch der Umstand mitgÄvi-rkt, daß wieder, wie schon feit längerer Zeit, Berichte über ausländisches Interesse vmisiereu. Die deutschen Verhältnisse, die Wohl GsaenLmrd reger Beachtung bildeten, übten dennoch nicht __ Wiener MorgenzeiLttng. _ diese maßgebende Wirkung aus, -daß sie das Kursnivean ernstlich beeinflußt hätten. Von den Bankwerten waren die Werte, welche bisher Gegenstand der Spekulation gewesen sind, nunmchr stärker begehrt. Dies bewirkte, daß österreichische Kredit ruf Käufe der Koniermine. 19.000 K.. Bankverein 30.000 K. und Unionbank 35.000 K. gegen den Vortagskurs profitierten. Vcmcrkenslvert wäre auch die Steigerung der ElektrizitätsloerlSaktien, welche zur Befestigung des Marktes wesentlich brigelragen haben. So sind Siemens um 20.000, A. E. G. um 8000 gestiegen. In Alpine war wohl ein reges Geschäft, doch ist die Steigerung im Kurse relativ nicht znin Ausdruck gekommen. Krupp hat mit Rücksicht auf die vorevlvähnten Ursachen um 19.000 K. höher notiert. Von den Dschechenwerten erhöhten sich Pöldihütte auf die feste Tendenz der Prager Börse um 45.000 K. In den ungarischen Werten war das Geschäft verhältnismäßig abgeflaut. Rima halben bloß 4000 K. profitiert, während Sa'lgo 5000 K. einbüßten. Auch ungarische Hofherr waren mm 19.000 K. schwächer. Vom Budapester Markt lag keine Anregung vor, da dort heute bvrfenfreier Tag war. Beinerkenslvert ist die Bewegung in den Südbahnwertert. Bei der Beurteilung der Südbahnobligationen griff eine günstigere i'luffaffung Platz und stiegen Juli-Süd um 14.000 K., hingegen tvaren Südbahuaktien «mit 6000 K. niedriger. Es wird allgemein der Meinung Ausdruck verliehen, daß es doch gelingen werde, in, Rahntcn des Akkords die Südbahnfrage zn regeln. Auch im Schranken war eine wesentlich günstigere Stimmung vorhanden. Von Petroleumtlverten haben Apollo 4-4.000 K. gewonnen. Ebenso sind Galizia um 1,900.000 K., Schodnica um 50.000 K. höher «gewesen, »vährend Fanto um 70.000 K. und Naphtha -um 80.000 K. abbröckelten. Von den Elvktritzitätswerten sind Elin um 14.000 K. und Stern u. Hafferl um 20.000 K. höher gewesen. Von!bcn- Transportwerten haben Nordbahn 100.000 K. und Donan- Dampfschiff 40.000 K. eingebüßt. Von den Zuckerworten waren Neftontitzer um 50.000 K., Schönpriefvner um 50.000 K. nnd kroatischer Zucker um 30.000 K. und ungarischer um 400.000 K. höher. Bemerkenswert ist auch die Steigerung einzelner^ kleinerer Aktien wie Safcha Filnt, In lag und österreichische EAwrt- A. G. Bezugsrecht«: Sarajevo Brau 660.000, A. E. G. Union #500, Dynamoiwerke 3000, Elektrobau 3000, nngai». Waggon 21.600. Ans dort Anlagsmarkte war der Verkehr .gering. Lebhafter war nur die. Nachfrage nach ungarischen Kronenreuten, ebenso tvaren tschecho-slowakifche Eisenbahnöbligationen stärker gesucht. Von den Exoten notierten: Anzeigen-Ges. 230.000 bis 255.000, Erdöl 65.500 bis 69.000, Eos 3000 bis 3600, Schu-bert u. Co.. 15.000 bis 15.800, .Hohverband 25.000 bis 26.000, Mraznica 254.000 bis 278.000, Knöbloch 34.000 bis 35.000, Tepege 150.000 bis 162.000, Universale 43.000 bis 45.000, Wiener Waffeit 24.000 bis 25.000. Wiener Warenbörse. (Eigenbericht der „Wiener Morqenzeitung".) In Deutschland rief der erneute Marksturz auf. dem Chennkalienmarkte eine völligö Untwertnng aller Produkte hervor, so daß die Preise, die fast nur noch auf Goldmärkbasis zitstandc kommen, allenthalben um 100 bis 200 Prozent anzogen. dtatnrge-mäß war die Nachfrage bei geringem Angebot schr groß, da Verbraucher und Spekulation jeden verfügbaren Posten Ware noch so günstig wie möglich aufznnehmen'stlchcn und zudem der Geldmarkt wieder flüssiger gewordett ist. Das Exportgeschäft bewegte sich bei langsam weiter anziehenden Preisen in ruhigen Bahnen. Perkehr an der gestrigen Warenbörse bot ein mäßig belebtes Bild itub Abschlüsse kamen nur in ganz geringen Mengen vor. Zum Ausgebote gelaunten Aetznatron 128-130 3» 7000 K., Alaun in Stücken zu 3800 K., Ameisensäure 85 Prozent zu 14.900 K.. Bleiglätte B. B. zu 10.500 K., Bleiweiß chem. rein zn 13.000 *K.. Bleizucker krist. zn 40 Pfund 10'Schilling 6 Pence , pro 1000 Kilogramut traufit Passau, Vorax zu 31 Pfund 10 Schilling pro 1000 Kilogramm, stranz. Harz W. W. zu 6000 K.. Lithopon Grünsicgel 30 Prozent zn 8500 K.. Mini'.im Bleiberger zu 11.200 K., Oxalsäure zu 15.000 K. traufit Wien. Paraffin in Tafeln transp. weiß zu 6600 K., opak zn 6200 K. Wien, Schellack T. N. or. zu 106.000 Kronen stüvie E. L. rubin zu 80.000 K., Soda Ammoniak 96-98 zn 2700 K., Montanwachs gebleicht Riebeck A. R. zu 16.000 K., Wved. Terpentinöl zu 18.000 K., Chinawachs zu 26.500 K.. Chlorzink zu 8500 K. Oele nnd Fette. Die Tendenz war für einige Gattungen eher etwas fester; erhöht haben sich Elain um' 400 K. auf 17.800 K. unb franz. Rizinusöl 1. Pressung mit 800 K. auf 20.400 K., Sesamöl 1. Pressung um 300 K: auf 18.300 K. sowie Speiseöl um 300 K. auf 16.'300 K. Kolonialwaren hatten unveränderte Stimmung in Kaffee, Tee, Kakoa, Pflaumen und Kondensmilch. Gewürze teubievteü fester, Kümmel ist um 3000 K. höher und notiert. 37.000 K., Pfeffer um 600 K. höher notiert 33.500 K., Piinent unt 500 K. höher notiert 26.500 K. Reis notiert Burma 2 14 Schilling 3 Pence waggongelegt Bremen, 26 Prozent Bruch 6300 K. und Bruch rein 4860 K. Zucker. Tschechischer Würfel ist um 10 Punkte höher und notiert 4,46 tschech. K. ab Grenze. Ab Lager Wien sind. Preise um 160 bis 200 .^. fester, Kristall notiert 12.100 K. nnd Würfel 12.300 K. Leder und Rohhänte. In Leder war kein Geschäft, Preise wurden nicht aufgenommen. Rohhänte blieben unverändert, nur Rindshäute erfuhren eine Befestigung um 500- Kronen auf 19.500 K. Sonst notierten Kalbfelle ohne Kopf 35.000 K., mit Kopf 32.000 K., Roßhäute 240.000 K., Schaffelle 33.000 K.. Schafblößen 28.000 K., Kitzfelle 20.000 K., Ziegenfelle 45.000 K., Sommer-Rehfelle pro Stück 46.000 K., Winter Rehselle 35.000 K.. Gemsenfelle 60.000 K. ... Die Warenmörtte. (Eigenbericht der ,Mien«w Morgen/,eituint" .■ 3«t7cv. Am hiesigen Platze train;,er Berichtswoche eine Befestigung der Preise et», un'.'; fid) tu Kristall auf 4.50 tschech. K. Börser»Kommlssionsg«scHSft und Wechselstube NAG ID & Co. Wien« lM Hohenstaufengasse 11 4027 8. Seplcmber 1923 Seite 11 und in Würfel auf gleichfalls 4.60 tschech. St. beläuft. Alles nf Lager Wien. Die dentscheil Märkte standen unter dem Einfluß der Maß« nahmen der Znckerivirtschaftsstellc, die den Preis zunächst aus 15 Millionen, späier auf 24Millionen Mark für den Zentner fest« setzte und aller Voraussicht nach noch lveiter erhöhen dürfte. Melasse lag bet kleinem Angebot fest zn anziehenden Preise». Es lvurde bis 4 Millionen Mark pro Zentner bezahlt. Nach den durchgeführten Nübeimntersuchimgen betrug das Durchschnittsgewicht einer Rübe Ende August 232,46 Gramm (Ende August 1922 287 Gramm). Die Berichte über den Stand und Wachstum der Rüben ans den einzelnen Bezirken geben kein einheitliches Bild. Es dürfte tvohl mit einer leidlichen Mitteleritte zn rechnen fein. In Rohzucker hat der Verkehr noch immer keine Belebung erfahren, weil es auch bis heute noch nicht feststeht, in welche» Weise die Bewirtschaftung des Zuckers im neuen BetriebSiahn vor sich gehen wird. Die nächsten Wochen müssen indessen die Entscheidung bringen. Der Verkehr in auslänbischem Zucker mußt» der Valutaverhältnisse wegen unterbleiben. An den Hanptmärkten deS Auslandes selbst fanden starke Preisschwankungen statt, nainentlich war das am New--?1>)rke» Markte der Fall, durch dessen Tendenz die anderen Niärkte beeinflußt wurden. Holz. Das hiesige Platzgeschäft gestaltete sich etwas lebhafter, uw so mehr als auch 'die Bautätigkeit stärker eingriff. In Deutschland sind viele holzverarbeitende Betriebe dadurch in eine katastrophale Bedrängnis geraten, daß sie von ihreu Holzlieferanten unter Kurssichernngen Schnittholz kauften und nun ber der sprunghaften Steigerung der Devisenkurse gewaltig, f apierntarkbeträge aufznbringen haben, die nicht vorhanden sind S ist tatsächlich schon vorgekommen, daß initiiere Betriebe des Möbelnnd Tischlergewerbes die Arbeitslöhne nicht zusammenbekommen konnten. Dabei ist der Andrang von verkaufslnstigen Sagewerksbesitzern und Holzgroßhandlungen am Holzinarkt seit kurzem sehr stark. In den dringenden Offerten einzelner Preise, die gewissertnaßen für jeden Papiermarkpreis verkaufen wollen, uw Geld herbeizuschaffen, spiegelt sich zurzeit die Not des deutschen Holzgewerbes wieder. Auch im Ausland, namentlich in Polen, beginnt man bereits die schwierige Lage am deutschen Holzmark! fühlbar zu erkennen. Auch von dort aus liegen erhebliche Angebote in Schnitchölzern aller Arten vor. Allerdings begegnet man nur Forderungen, die sich auf den bisherigen Pfundpreis aufbauen. Die Lage ist im übrigen ans allen internationalen Holzmarkten, hauptsächlich infolge eitler Rücklvirkung der Situation in Deutschland, sehr mißlich. Der holländische Markt ist ganz teilnahmsloS und die englischen Holzhandlungen kaufen zurzeit in nennenswerten Mengen eigentlich nur gewisse Spezialbemessungen Die breite Ware, die noch vor einigen Wochen gerit gekauft wurdeist vernachlässigt. Roheisen. Am britischen Roheisemnarkte zeigten die Käufer mehr Interesse, indessen blieben irgend welche Aufträge, die erteilt wurden nur geringen Untsangs. Die Konsumenten sind im allgemeinen noch nicht zur Ueberzeugung gelangt, daß die Rotienmgen dev niedersten Punkt erreicht haben und decken daher bloß ihren notwendigsten Bedarf. Die Nachfrage vom Ausland ist sehr gering und Verschiffungen von Roheisen nach auswärts bleiben hinter dem Durchschnitt weit zurück. Preise von schottischem Roheisen sind im Weichen begriffen und die Fabrikanten sind, tun Aufträge zu bekommen, eher zn Zugeständnissen bereit. In Middlesbro ist di, Produktion von Hämatit-Roheisen weiter verringert worden und es hat den Anschein, als ob die Preise dieser Gattung Rohrisev auf dem äußersten Tiefstand angelangt wären. Metall. In Deutschland war die Tendenz fest, jehoü« iici fuiueii Umsätzen. Lediglich die Markknappbeit zwang zu Abgaben an Material, das immer Aufnahme fand. Eine Ausnahme bildei Zink. Die Nachfrage nach neuem Zink und besonders nach Feinzink ist eine so lebhafte, daß den Anforderungen nicht immer in vollem Umfange genügt werden konnte. Der Londoner Metallmarkt zeigte mit Ansnahme von Kupfer auf allen Gebieten ein festes Aussehen. Der Kupferpreis ennaßigte sich um etwa 1 Pfuud Sterling 10 Schilling. Blei dagegen zog um etwa Va Pfund Sterling an. Zinn war mit einer Steigenrng von 4 Pfund Sterling sehr fest und auch Zink befestigte sich eriteut um 1 Pftmd Sterling. Baumwolle. Der Liverpooler Markt war ruhig und dieses ungeachtet deS. Umstandes, daß von vielen Platzen in Texas nnd Oklahoma guter Regenfall gemeldet wurde. Laut dem letzten Kabel soll aber dieser Regen entweder nngenügend oder zu spät gekommen sein, um viel gut zu tun. In den atlantischen Staaten ist hingegen zn viel Regen gefallen und wird viel über die rasche Zunahme des Ballweevils und über den durch dieses Insekt angerichteten Schaden geklagt. Ernteschätznngen werden reduziert und sprechen jetzt mehrere Autoritäten von einer Ernte von unter 11,000:006 Ballen. In M a n ch e st e r ist das Geschäft noch immer sehr ruhig und scheinen die überseeischen Interessenten, wie Indien und China, nicht in der Lage zu sein, die geforderten Preise z» bezahlen. In den amerikanischen Spinnereidistrikten, besonders tu Fall River, hat sich das Geschäft jedoch bedeutend gebessert und sind viel größere Uptsätze erzielt worden. Die amerikanischen Spinner fangen auch jetzt an, Baumwolle in größerem Maßstabe zu kaufen. Die statisttsche Lage ist noch immer sehr stark. I» Liverpool ist der Vorrat von amerikanischer Baumwolle jetzt nur etwa 106.000 Ballen, und in New-Aork ist der Vorrat von andienbarer Baumwolle auf 3600 Ballen gefallen. Am Bradford er Moll mar kt trat der Konsum besonders für Croßbeds stärker als Käufer auf und sind infolgedessen zum Teil höhere Preise bezahlt worden. Die Tendenz des Marktes war fest, da man im allgemeinen erwartet, baß London höhere Preist «-»'mgen wird. Aew-Borll, 6. September. Banmwollzuftibren in du: oihutl. und Golfhäfen 16.000, im Innern 22.000, Aussicht' nach Großbritannien —, nach dem Kontinent 1000. Lokalmarkt middling: 27.35 (gestern 26.80). Tendenz: Fest. — Termine: September. 26.45, Oktober 26.15, November 26.10, Dezember 26.13, Jänner 25.81, Februar —. März 25.98, April —, Mai 25.97, Juni Still 25.55, August —. Berliner Börse. Berlin, 7. Se!ptem«ber. Der dum: völligen Eiri-mernnig «nahe kommende Markstnr-z setzte die Börse in ein« starke Erregung. Bei allseitig stürmischeiu Kausaudrang lonnte wegen gänzlichem Mangel an Angebot für eine ganze Anzahl von Papieren eine Ansangsiwticrun'g nicht ftstgestellt werden. So« weit Kurse festgestellt w-n.r!den. zeigten sie z-nm Telle Sieige-- vungen auf das zwei-- bis dreisackic «der letzten Nokier-mtg. Na« mentlich gilt dies von Momtunpapieren. Aebnliche Erlscheinuit« gen zeigten sich in Chemischen Papieren, ElMv!zitätsw-.'rten und Mafchinen«fabrikSaktielu Auch Schiftaihrts- und Bankaktien

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.