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Wiener Morgenzeitung · 1923-09-06 · Heft 1641 (6.9.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1641 (6.9.1923)
Date
1923-09-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Hf. IM Men, Do-mMslog Lvrener Morgenzeilunft. d. Lieprernver Set A«r «nb die Judenstage. Während einer Vechgndlungspause des Kongresses stand Ich vor dem Schützechaus und plauderte'mit einisdn Bekannten. Da steuert ein kleiner dicker Jude aus uns zu und fragt: „Sagt mir, ich bitte euch, seid-ihr Monisten?" ,MMMchist die Antckort. ,ßo habe ich denn eine Bitte an euch. Ich bin aus Warschau. Jetzt war ich zur Kur in Adarieltbad. Nun fahre ich nach Hause, und da bin ich hergekommen, weil ich ei« paar Flaschen echt« Karlsbader Likör kaufen will. Den echten Karlsbader Likör bekommt doch nur in Karlsbad. Ich habe also ein Paar Flaschen gekauft, es sind im ganzen neun. Nun weiß ich aber nicht, ob man mir soviel an der Grenze durchnäßt. Da möchte ich euch bitten: Wenn ihr nach Haufe fahret, nehmet jeder eine Flasche in eure Kojffer.". Wir lehnten natürlich ab. . Da wurde der Jude wütend md rief: „Aha, da habt ihr's! Das sind Zionisten! Kümmern sich um die Judenfrage, und wenn es sich darum handeilt, einem Juden eine Gefälligkeit zu erweisen, da sind sie-nicht zu haben. Tin Skandal, so wahr ich lebe!" ... . Ser vierte Messetag. Im Messtpalasi. In der Lederga la uteriev ra nche ist der Geschäftsgang nach wie vor sehr gut, fast alle 'Aussteller außer« sich mit Worten der größten Zufriedenheit, einzelne von ihnen konnten ans Uebersee Aufträge erhalten. Desgleichen geht es in der Abteilung fut Kunstgewerbe sehr lebhaft zu, wo von Holländern, Engländern und Südamerikanern, Belgiern, Italienern. Aegh-ptrrn, Amerikanern und Dänen größere Abschlüsse erfolgten. Die Rauchrequisitenbranche hat ebenfalls Amaß, zufrieden zu sein. Glas- und Sternguterzengnifse wurden in größeren Mengen nach Südamerika, der Türkei und Palästina abgeschlossen. ^Die Buchmesse wird vom Puiblikum unausgesetzt stark besucht. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß die Buchmesse auf den Einzelabsatz in den Sortimentsbuchhandlungen sehr günstige Wirkungen ausüben wird. In der neuen Hofburg entwickelt sich ein gutes Geschäft in Seidcntrikotwäsche, Sportwäsche mrd Netzhauben. Hier waren Schweizer und Amerikaner Einkäufer, auch M Krawatten wurden befriedigende Geschäfte mit Franzofen. Arabern und Argentiniern abgeschlossen. Gardinen erweckten -das Interesse vc-n Engländern, die hierin namhafte Bestellungen aufgaben. Große Quantitäten Web waren wurden von Jugofladven in Auftrag gegeben. I» der Rotunde entwickelte sich das Geschäft gestern außerordentlich günstig. Insbesondere ifäflt die itcic Steigerung -des Besuches ernster Einkäufer aus den Bundesländern auf, wozu Einläufer aus den Balkanstaaten, den Sukzessiousstaaten, Amerika und Afrika kommen. In kupfernen Kühlanlagen für Brauereien sowie Armaturen, wurden stir Rumänien sehr große Aufträge erteilt. Me l ä n d w i r tschaftlichen Geräte. Waagen. Geschirre, Pflüge usw. würden von der österreichischen Landwirtschaft und' der Jugoslawiens in reichlichem Maße erworben. Ser iaternatlimalr Polizettoagreß. In der gestrigen Sitz,mg des - Kongresses, der der Pokizeigeneralinspcktor Commendatore Calabrese präsidierte, erstattete der Vorstand des Sicherheilsbureaus Hofrat Alexander Wahl ein fesselndes Referat über die B?- kämpfung des internationalen Verbrechertums. Wie sehr Ausländer unsere Tätigkeit in Anspruch nehmen, zeigen folgende Zahlen, die beweisen, wie wichtig das Zusammenwirken der internationalen Behörden. ist: Im Jahre 1922 wurden im Sicherheitsdienst gegen 2960 Personen Amtshandlungen unter Haft eingelcitet, und zwar , 'gegen 1974 Inländer und 1006 Ausländer. Dieses Bild' ändert sich bei einzelnen Delikten. Bei Banknoten fälsch nng und Betrug stellen Ausländer das größte Kontingent. Bei Diebstahl sind es Taschen-, Eisenbahn-, Hotel- und Ladendiebc. Sodann erstattete der bekannte Krimi nilist ktvmmissär Dr. Eduard Lew!sch ein Spezialreferat über internationale Taschen- und Hotel diebc. Man denkt an Hochstapler und Hoieldiebe, Schcckbetrüger und Fälscher, wenn man von internationalen Verbrechern spricht;. allein weit älter sind die Taschendiebe, die schon im .Mittelaller als Bentelschneider vogelfrci von Land zu Land zogen. In Polen soll irgendlvo eine T a s ch e n di e b s s ch u I c. bestehen; daß man die Schule nach Polen verlegt, ist darin begründet, daß die tüchtigsten Taschendiebe in c r st e r L i n i c aus A l tnnd Nenpolen, -m zweiter Linie aus Ungarn stammen. Während Kapitalverbrechen nur gelentlich begangen werden, ist der Taschendieb am häufigsten Professional. Selbst Einbrecher haben zeitweise einen ehrlichen Beruf; der Taschendieb ist aber fast immer nur Taschendieb. Polizcirat Dr. Vetters (Wien) erstattete ein Referat aber Sch eck bet rüg, in welchem er eine Uebersicht über die verschiedenen Arten des Scheck bet rüge s gab, die sich ans den wesentlichen Elementen des Schecks ergeben. Als letztes Referat folgte das des Kriminalkommisfärs von L i e b e r m a n n (Berlin) über das Thema B a n k it 31 e nfälschungen. Er erwähnte die massenhafte Fälschung von polnischen 1000 Mark-Scheinen, deutscher und englischer, holländischer, rumänischr, tschechischer, italienischer,- ungarischer und belgischer Banknoten, die sich auch in anderen Ländern auswirken, da die falschen Noten auch in das Ausland dringen- Der Hunger nach Valuten zieht die. .Nachahmung nach sich. Die Zentralen der Valutenspeknlationcn sind auch die Zentren der Fälschungen. Dort sind auch die schwarzen Valutenbprsey,' in denen mit sämtlichen Fälschungen in- und.-ausländischer" Papiergelder packweise gehandelt wird. Die Banknoten'des Auslandes treten oft sehr massenhaft ans, daß sie -das Papiergeld in Mißkredit bringen und den Kursstand.herabdrncken können. Banknotenfälscher werden sehr leicht!rück fällig.. Es sei artenber g Trattnerhof Graben 29 Vor der Eröffnung der neuen loknlltmen in original engl. Raglans, Waterproofs, Bademänteln,Badopyjamae, prima Zephirhemden, Socken, Strümpfen, Handschuhen Rcinseidcn-Krswattctt K 40.000 Reinseiden Hemden . . K SS0.000 la Zephlrpyjamas . . . K I80.000 soa Der Verkauf findet nur im Mezzanin statt ein internationaler Zusammenschluß aller Polizeibehörden zur Bekämpfung der Banknotcnfälschungen notwendig; zu diesem Zwecke waren Zentralstellen zu schaffen, in denen alles Wissenswerte über die Bantnotenfälschnngen gesammelt wird und welche einen ständigen Schriftenaustausch untereinander durchführen. Polizeipräsident Schober . berichtete sodann über die Ergebnisse der kommissionellen Beratungen über die internationale Derkchrssprache der Po-, lizei, die Einführung eines Pvlizeicode und die Einführung des F e r n i d e n t i f i z i e r n n g s s y st e m s des Inspektors Jörgersen. Er teilte mit, daß der Antrag des Hofrates Dr. Preßler auf Einführung des Lateinischen bei aller Billigung doch nicht die Zustimmung gesunden und mit allen gegen vier Stimmen Ablehnung erfahren hat. Ausführlich berichtete dann der Kongreßreferent Hof-' rat Dr. Schultz 'über die Anträge, die bezüglich der internationalen Polizeisprache vorliegen. Auch gegen den Vorschlag, das Esperanto als Polizeisprache einzuführen. hatten sich verschiedene Stimnren geltend gemacht, und es seien Gegenvorschläge gestellt worden. Infolgedessen sei die Komissi-.m zur Entscheidung gelangt, auf Alltrag des Polizeipräsidenten Schober in Ansehung der großen Schwierigkeiten, die sich ocr Regelung der Frage entgeaenstellrn, keine endgültige Entscheidung zu iressen. Zer Polizistenmord in Sedeubmg. Am 12. August d. I. hat die Grenzpolizei in Oedenbnrg zwei Individuen bei.der Paßkontrolle angehalten, weil sie keine Ausweispapicre hattell. Als man sie auf das Wachzimlner abführte, töteten sie eineil Grenzpolizisten durch einen Revolverschllß und verletzten den Bahnhofportier dllrch einen Bauchschuß, eilt zweiter Grcnzpolizist wurde durch einen Streifschllß leicht verletzt. Der Bahnhofportier ist bald daraltf seinen Verletzungen erlege«. Die Täter ergriffen die Flucht, nlan kannte jedoch ihre Namen, rrnd ihre steckbriefliche Verfolgung wlcrde cingeleitet. Es waren dies der 21jährige Hilfsarbeiter Franz Bauer und -der 20jährige Kohlenarbeiter Johann N 0 v a c z e k, beide in Zillingdorf wohnhaft. Dorthin führten auch die Spuren itttb gestern hätte ihre Verhaftung erfolgen sollen. Tie Gendarmerie hätte erfahren, daß sich die beiden Mörder ans einer Haide, welche sich zwischeic der Ortschaft Zillingdorf uitb dem Bergwerk Zillinßdors allsdehnt, in der Nähe eines dort befindlichen Ziehbrunnens versteckt halten. Aber auch die beiden Mörder scheinen gewußt zu haben, daß sie der Verhaftung nicht mehr entgehen können. Da scheint nun Novaczek dem Bauer die Kompagnieschaft gekündigt zu haben und, da Bauer beu Mitwisser und feige gewordenen Novaczek unschädlich machen wollte, feuerte er aus seinem Revolver zwei Schüsse gegen ihn ab. Er verletzte ihn am Kopfe und am Halse sehr schwer und warf den blutüberströmten Novaczek in den zirka sechs Meter tiefen Ziehbrunnen. Diesen Vorgang hatten aus einer Entfernung von -400 Schritten zwei Leute beobachtet; mittlerweile war die Gendarmerie von Zillingdorf alarmiert worden, und da Bauer sah, daß es kein Entrinnen mehr gebe, richtete er die Waffe gegen sich und schoß sich eine Kugel in den Kops; er war sofort tot. Novaczek wurde ans dem Brunnen gezogen und in das Krankenhaus nach Wiener-Neustadt überführt, wo er, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, an den Folgen der Schußverletzungen starb. Das Brot teurer! Bei Errechnung der Gestehungskosten durch die Brotfabriken und Backernreister ergaben sich fiir die kommende Verbrauchswoche ab 10. d. folgende Verkaufspreise: Der N 0 r- Ul a l t a i b 5820 K. (bisher 5760 K., Erhöhung 60 K.); .das E x t r a b t 0 t pro Kilogramm 5140 K. (bisher 5100 K., Erhöhung 40 K.); der weiße Wecken 2850 K. (unverändert); das W e i ß g e b ä ck 090 K. (unverändert). Die - Erhöhung des Brotpreises wird mit dsm Steigen der Nogge'nmehlpreise motiviert. Da außerdem vom Auslände sehr bedeutende Käufe in Ungarn gemacht wurden, zogen die Mehlpreise wieder an, so daß jetzt der Normalpreis zum Durchbruch kommt. Verönderlicher Wetter. Das Wetter ist in der Lstlichen Hälfte der österreichischen -Nordalpen heiter, in der westlichen trübe, südlich der Zrntralalpen mäßig bewölkt. Die Wetterlage weist keine bemerkenswerten Nendernngen auf. Voraussage: Zettweise bedeckt, ohne wesentliche, Niederschläge, kühl, allgemeiner Wettercharakter veränderlich. Reiche Auswahl neuester ßetzmockelle in idmii. Pelzerten — Pariser u. Wiener Geschmack verein!— erledigt nur In eigenen Werkstätten, unter pers. teltuhg des bestrenommierten Inhabers der Firma r * Gottesdienst. Wie alljährlich, wird auch Heuer ist iff-raelit ischen Knabeutwaisenhau s, -19. Beg., Prob ns gaffe 2, an den hohen Feiitzvt>agen ein Gottesdienst abgchalten. Vormevkunaein auf Sitzplätze, deren Erträgnis dem WÄsetchems znftließt, Wunen bei der DirM'ivn. der Anstckkt voMwommen werden. Telephon Nr. 93.014. * Mtttelstandsküche der ,Einheit", 2. Bez., Malzgasse 12. Anläßlich lder kommenden Feiertag machen wir besonders auf nufere Mitt elstaudsküche aufmerksam, die, den schwierigen Berhältmssen Rechnung tvagenid, gutes und schmackhaft«; Essen.verabreicht. Damit unsere Beisucher eine AbwechOmg auch tbei FleM erhalten töninM, wevden wir an den FeiiertLgen auch Menüs mit Kalb fleisch verabreichen. Pr elfte: Evr W oche na bonnement (7 Mahlzeiten), beistchend ans Suppe, Gemüse. Mehlspeise und dreimal in der Wochedazu Fleisch, kostet 28.000 K. Dä-gkich Menüs, bestehend aus Suppe. Gemüse. RinWeisch -und Mehlspeise, 7000 K-, Suppe. Ge-rMse, Mchlspeife 3400 K., Suppe. Gemüse, MchHpeise und iKcWleifch (ohne Knochen) 8500 K. Das Essen kann auch n a ch Hanfe genommen werden. * Der Mariazeller und der Wachauer Schnellzug 'am 8. und 9. d. Samstag den 8. d. verkehrt Schnellzug 101, ab Men-We-stbabn-bof um 7 Uhr 10 Min., bis Pöchlarn; dagegen wird, dieser Schnellzug Sonntag den 9. d. nicht g-chuhrt. In der Gegenrichtung verkehrt Schnellzug 102, an Wien- Wcstbahnihof um 22 Uhr 20 Min., am Sonntag den 9. d. und erllMl-l Samstag den 8. d. Desgleichen unterbleibt der vor Mariazell mit 18 Uhr 14 Min. abgehende Schnellzug Nr. 2 am.Samstag den 8. d. und wird nur am Sonntag den 9. d. geführt. Ab Sonntag den 10. d. wird der Verkehr der Schnell^ «tü-ge. 101 und 102. Strecke Wien-Weftbahnhof—Pöchlarn unl umgekehrt, und des Schnellzuges 2, Strecke Mariazell— St: Gölten, e i n g e ftt e l l 1. * Der motorlose Flug. Uvber dieses Thenta spricht Banra Ing. Richard Katzmayr, unterstützt durch Lichtbilder und KiNematogramme, Freitag den 7. d. um halb 8 Uhr abends im kleinen Saale der Urania. (Nachfolgende Notizen bis zu der Rubrik „Aus dev Vereinen" sind entgeltlich.) Liese Teppichpreise offeriert nur das Teppichhaus Weitzner, 6. Bez., Mariahilser» straße 105. Teppich für Villa- und Landwohnung 190 K., Speisezimmerteppiche, Perscrart 590 St., Bettvorleger 15 K., Clothstepvdecken 175 K., Laufteppiche 18 K., Flanelldecken 45 K., Wandteppiche 29 K., Bettgarnitllre« hübsch gestickt 190 K., Leinentisckdecken 65 K. Gute Qualitäten. Preise in Tansendern. * Brillenbedürstige. Vor den hohen Feiertagen ist cf für )as P. T. Publikum von besonderer "Notwendigkeit, die Augengläser überprüfen zu lassen, die' nötigen' Reparaturen od^'r Neuanschaffungen zu besorgen im Optischen Spezia lgaschä st Ä. Kohn, 20. Bez., Jägerstraß - 38. . * B e r l. i n — W i e n, das Geheimnis der billigen Preise im Tuchhaus „Zum Hirschen", 2. Bez., Tabvrstraße 17 b, und 1, Bez., Adlergasse 5. — Bon unserer Berliner Zentrale stoßen mir ab: Prima Reinwoll-Velou r 99.000, 160 Zentimeter; M0 d ea n z ug 66.000. Gaba r din R a y c 115.000. * Tanstnstilttt Hermann Braun, 14. Bez., Reindors. gasse 42. - Vereine, Bortriige und Versammlungen. ' Z i 0 n i stisch-e Bezirksqekti0 n 9. Heute. 9 ,Uh> abentds erweiterte Allsschußsitzung im Cafe Metropole (früher Cafe Auto). Ecke Berggasse und Hähngasse. — Zum Handels vertret rr-Ständefest am Sonntag der. 9: d. werden vom Reichsschntzbund der Handelsvert.reier, Wien. 1.. Bez., Salvatorgasse 12, alle Handelsvertreter. Reisende und Kommissionäre eingeladen. Sammelstelle beim Den tsch me ist e r - denünal, 1. Bez., Schottenring. dreiviertel 9 Uhr vormitttaas, Trefftag: Freitag den 7. d.. 6 Uhr abends, im Wiener Ringcgse, 1. Bez., Stubrnrmg 18. .. .. „ Urania. Großer Saal: 6 Uhr: König Dachstem. Hato 8 Uhr: Franz Schubert. — Kleiner Saal: Halb 8 Uhr: Schriststell»r I. B. Kästner: Glocknererlebnisse, — Kurssatl' Halb 7 Uhr: Prof. Rudolf Storlike: Die Entwicklung deszeichnerischen Ausdruckes der Kinder. 8 Uhr: Direkto'' Ferdinand.Frank: Probleme der Bildung. — Klubsaal: Halb 0 Uhr: Theoretisch-praktische Kammermusikkitrsr. Hall 8 Uhr: Proz. Dr. Karl Reishofer: Das Wiener Theaterlieb. _ Bühne und Kunst. „Der erste Veste." - „Allein!" Kammerspiele. \i r 0 i j s e t s Lustspiel „Der e r st e Be st t“ har schon vor Jährett im Blirgthcater (Schötchrunner SchloWeäter) gut abgeschnitten. Die AnMhrrttrg in den Kanrnrevspielen ist 'lebendiger und amüsanter. Eine junge Pa-riser Witwe ist noch nicht ./geweckt". Der itngelicbie Gatte hat sie vernachlässigt und der. neue Bräutigam, der sie seit zahn Jahren verehrt, hat durch zarteste Zurückhattun-g nur bewirkt, daßdie Ang-ckbetete inchr für Freutt-dschaft als für Erotik eingenommen ist. Er sagt voraus, was kommen m-uß: der erste Beste werde das Weib in ihr durch stürmisches Zugroifen in Aufruhr bringen. Ein juitger Engländer, beit der Autor wirklich ergötzlich zeichtvet, besorgt dieses Geschäft des ,/Anifweckans" zu Nutz und Frommen des geduldigen Liebhabers. Hermann Romberg hat mit Grund die Rolle dieses Engländers arrs dein Burgthcater für sein Debüt im iwwcn Wirikrrngskreis mitgebrächt. Er spielt beit stürmischen Lickhaber mit dem Wörterbuch in den rückwä-ckigsn Hosentasche, der. mit erngelerrtten Phrasen die schlverbWige fürnehme Dame fast zu Falle bringt, aus das ergötzlichste und Traute Carls an ist seine feine, wirk- ' lich deMite Partnerin. Ihr Gegenstück, die ztutgensertige, leichtsinnige Jeanne, gibt die herb-frische Hilde W a g e n e r, der eine überaus gelungene Mischung von Paris und Berlin glückt.: Auch sonst eine vortreffliche Ausführung. Stünde für die lusttge Rolle des patentierten Pariser FraueNkvnners, der keine Ahnung vom Weübe hat, noch Herr Ziegler-zur -Ber- .b.WWf-K

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