Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1633 (29.8.1923)
- Date
- 1923-08-29
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ctfo 8 SRHn, Mittwoch Wiener ÄrorgenzeitUW. Die Kreditnot von Sefterreichs ZMftrie «nd Handel. 7fi Prozent Jahresring bei einem Zprozentlgen offiziellen Bankzinsfuß. — Bevorstehende Falliffements. ll-nunterLrocheu laufen frei uns Klagen 011* Industriell nd Handelskrisen über die ungerechtfertigten d oh e n Zinsen, tvelche jetzt die Industrie kreise für entlehntes Kapital zu zahlen haben, ein. Alle beschweren sich darüber, daß cs uinnöglich sei, bet so hohen Zinssätzen rationell wirtschaften zu können. Bei ment sechs- oder achtprozentigen Monatszins kann unmöglich die Konkurrenzfähigkeit des einzelnen Unternehmens in den jetzigen Zeiten der Sanieetlngsperiode Oesterreichs, wo alle anderen Ausgaben enorm hoch sind, gewahrt werdett. Vs muß unbedingt auffallen, daß während sich der offizielle Bankd skont um 9 Prozent bewegt, dennoch «.ie Pridatkret.se den anderen Banken 72 bis 80 Prozent zal)len nüissen. Wohl hat sich seinerzeit eine Enquete mit diesem Problem befaßt. Sic ist aber 51t feinem abschließenden Resultate gelangt, weil damals die Bankett erklärten, sie hätten so hohe Regten, daß sie unbedingt auf eilten.Zinsfuß von 30 Prozent angewiesen tvären. Nun sind cs aber 80 Prozent und nicht 30 Prozent. Andererseits haben sich auch die Bankenkonditionett in der letzten Zeit ermäßigt. Nuumchr, da die Börsenstagnation vorüber ist, sind die Börsen nicht alle n a u f die Ei nnahmen vom Kreditgeschäft angewiesen und müssen nicht alle Spesen aus dieses ü b c r* 513 e n. Infolgedessen wird jetzt erneut von den Jndustricnnd Handelskreisen der Ruf nach einer wesentlichen Ermäßigung der Zinsen laut. Die Forderungen dieser Privatwirtschastskreisc fntb vollkommen berechtigt. Es geht nicht an, daß die Privatwirtschaft weiter so hohe Zinsen tragen soll. Mit dem Momente, wo sich transit, Hirschhornsalz zu 12.100 K. transit, Ameisensäure 85% zu 15.000 K., Bleiglätte B. B. N. zu 10.400 K., Bleiweiß chemisch rein zu 14.400 K., Bleizucker kristallisiert zu 14.200 K. trcylstt Men, Chlorkalk 110/115 zu 2600 K. transit Wien, Oxalsäure zu 16.300 K. Wien, Paraffin 52/54 in Tafeln transp. zu 6550 K., Pottasche 96/98 zu 9500 K. transit Wien, Schwefelnatrium 60/62 zu 4800 K. transit Wiett, Amtnoniaksoda 96/98 zu 2750 K., Karnaubawachs zu 21.000 K. transit Wien, Montanwachs Riebeck zu 4400 K. transit Wien, Glaubersalz kalz. zu 5*/* engl. Pfund transit Passau, Talkum zu 650 K. transit Wie«. Ein öffentlicher Verkauf von Anilinfarben wurde auf den 81. d., halb 1 Uhr unttags, verschoben. Oele und Fette. Die Tendenz gestaltete sich eher etwas schwächer, nur Schweinefett befestigte sich (Faßpacktmg auf 32.75 Dollar und KleinfLsser auf 24.500 K. (4- 1000 K.). Schwächer notieren: Mböl 14.000 K. (— 1000 K.), Elain 17.500 K. (— 300 K.), Tafelspeiseöl 16.000 K. (- 500 K.), KokoSspeisefett 17.200 K. {— 300 K.). Sonst waren noch erhältüch: Leinöl zu 17.500 K., Rindertalg 42/43° Ia zu 15.100 K., 1923 Medizinallebertran weiß zu 21.000 K. Kolonialwaren hatten mehr Geschäft und die Artikel Kaffee, Tee. Kakao und Kondensmilch waren zu unveränderten Preisen erhaltich. Von Gewürzen befestigten sich Pfeffer um 1500 K. auf 32.000 K., Piment um 600 K. auf 26.000 K., Burma Reis II 25% Bruch ist um 50 K. höher notiert 5050 K. Zucker ist um eine Nuance fester, tschechischer notiert um 8 bis 10 Punkte höher, Kristall 4.05 tschech. K., Würfel 4.10 tschech. K. prompt, sowie 3.10 tschech. K. resp. 3.30 tschech. K. per Oktober—Dezember sowie 7050 K. und 7450 K. in Ganzsätze an Zinsen endlich vetschtoindeu. Durch die hohett steuern, Löhne, Erhöhung der Mietzinse nsw., Lasten, welche int Laufe der Santerungsperwde dein Wirtschastslebett auferlegt werdett, hat sich die Produktion so verteuert, daß unmöglich noch so hohe Zinssätze vertragen werden können. Es drohen der Wir!- schaft ernstliche Gefahren, wenn nicht hier endlich entscheiden Rentedur geschaffen wird. Die Industrie kantt ttntnöglich wetteuproduziercu, wenn sie für die Benützung des Kapitals so hohe Ouoieu zu zahlett hat, uttd auch der Handel wird katun imstande sein, die jetzigen schtveren Krisenzciten, die Zettelt -des Abbaues und der geschtväclftett Kottstmtkrast der Bcvölkerttng mit Erfolg zu ertragen, trenn ihm nicht ermöglicht wird, ohne allzu große Aufwendungen für den Kredit diese Zeit durchznhalten. Sonst ist es ernstlich zu befürchten, .daß weiter Jndustrieuttternehmnng.'n zttr Stillegung gezwungen werden und daß dte Zahl der Insolvenzen im kaufmännischen Leben zu ne hmen wird. Die Regierung darf sich nicht mit dem Erfolge der ausländischen Anleche zusriedett geben. Sie muß attch bestrebt sein, int Innern Verhältnisse zu schassen, welche geeignet sind, das Wirtschastslebett von allen unnötigen Härten^ zu befreien. Wuchcrzinseit sind aber mtbcdtngt eine unnötige Härte, die das Wirtschaftsleben auf die Dauer nicht ertragen kann. Wie wir hören, werdett sich in diesem Monate einzelne Wirtschaftskorporationen neuerlich mit dent Problem des. teuren Kredits ernstlich befassett und dringend Rentedur verlangen. Pfltcht der Regierung aber wäre es, da schon seit der seinerzeit igen Enqnete sechs Monate verflossen sittd, endlich einmal energisch z u z u g r e i s e n und Mhilse aus diesem Drangsal 51t schassen. Waggon ab Grenze Frachtbasis Hohenau. Ab Lager Wien sind Preise um 50 K. höher, Kristall 11.400 K., Würfel 11.600 K., Portngiqsische Sardinen sind um 50 K. billiger und notieren 5650 K. Exekutiv wurden verkauft Sultanen zu 1890 K. ftanko Wien verzollt. Zrrm öffentlichert Verkaufe gelattgten laut Art. 343 des H. G. B. 18 Kisten Eisenware (Türbeschläge) zu 10,000.000 K., ferner 440 Mille Hufnägel Nr. 1 und 2 werkneu, 3000 Pferdestriegel verzmkt und 5500 Kilograumt Gußeisen zu 18,500.000 K. sransit Wien. Baumwollmattt. Aew-Vork» 27. August. Bauntwollzufuhren in den atlant. und Golshäfett 16.000, im Jttnern 30.000, Ausfuhr nach Großbritannien 1000, nach dem Kontinent 7000. Lokalmartt middling: 25.80 (gestem 25.35). Tendenz: Stetig. — Termine: August —, September 24.85, Oktober 24.56, November 24:66, Dezember 24.45, Jänner 24.45, Februar —März 2430, April —, Mai 24.15 Juni —, Juli 23.83. Prager Börse. Prag, 28. August. Die heutige Börse cröffnete wiederum im Zeichen der Hausse, die sich auch auf die bisher vernachlässigten Werte übertrug. Zahlreiche Reälisationen in Arbitragepapieren hatten auf die Gefamitendenz keinen Einfluß. Auf dem Jndustrieaktienmarkte waren nur Böhm. Handels-, Aussig- und Chemische Werte schwächer. Transpvrtunternehmen lagen ungleichmäßig. Heimische Buntpapiere waren durchwegs fester, während die Aktien der Wiener Banken im Kurse nach- 29. August 1923 ■ Nr. 1633 gaben. Bon Anlagewerten liiteit eittige unter Realisationen in den anderen fehlte es bei niedrigeren Kursen au Ware; Staatspapicrc waren tnwcrändcrt fest. Exoten lagen,anfangs schwächer, konntet! sich aber im weiteren Verlause wieder festigen. Die Schlußtendenz war fest. Schlußkurse: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Frankel —, BLhm. Unloitbauf 453.—, Böhm. Eskomplebank 429.— Böhm. Jndustrialbank 453.—, Zivnostenska Banka 438.50 Anglobank 170—, . Oesterr. Kredit 172.—, Wiener Unionbaw 195.—', Wiener^ Bankverein 114.50, , Bnschtiehrader Etsenbah» Lit. A 575.-, Lit. B 220-, F-erdinandZ-Nordbahn 10.450.- Prag-Duxer 213.—, Aussig-Teplitzer Eisettbahn 1420.—. Nestomitzer Zuckerindnsirie 1570.—, Vereittigte Elektrizität Wie» 219.—, Brosche 1585.—, Kolmer SpiritnS 1420.—, Königshofs Zement 1295.—, Breitfeld-Danck 550.—, Ringhoffer 855.— Simmeringer 203.—, Rothkosteletzer' Textil 366.—, Alpin Montan 398.—, Voldihiitte 560.—, Prager Eisen 1385.—, Oester: Berg tt. Hütten 3590.—, Skoda 655 —, Jnwald 635.—. Blldavester Börse. Budapest, 28. Attgnst. Der Verkehr der heutigen Borst gcstallctc sich recht uneinheitlich Während in Bankenwertei die Festigkeit übcrivog, warett alle Ittdustriceffekten und bv sonders Holzwerte rückgängig. Battlpapiere wurden teils aut Wiener und teils aus lokale Rechnung während des ganze: Verlaufes lebhaft gehandelt und wiesett Kursgewinne von 15 bis 50 Prozent auf. Die Börse schloß in sreundlichet Stimmung und der Verkehr tvar lebhaft. Wochettgeld war z: 6 bis 7 Prozent zu haben. S ch l u ß! u r s e: llng. Kredit 915.000.—, Oesterr. Kredi 203.000.-,Britisch-Nng. Bank 185.000—,SalgoKohlen780.000.-^ Nimamuranyer 200.000.—, Sndbahu 145.000.—, Staatsbah» 540.000—, Gran-Szaszvarer 490.000.—, Oberungansche Leh 950.000.—, Drasche-Ziegel 445.000.—, llugarische Allg. Kohle» 3,175.000—, Ilrikany Kohlen 1,200.000, Adria 800.000.- Clotilde dient. Fabrik 175.000—, Ung. Eisenbahnverkehr 235.000— Anglobank —, Verein. Holz 40.000, Kobmg 70.000.— Spodium 480.000. Sie DeviseMrse. Berlin, 28. August. (Devisenkurse.) — Amsterdatt 2,493.750.- (2,194.500.-), Belgien 295 260.- (255.360.-), Chtt stiania 1,043.390.— (913.710.—), 5kopenhagen 1,177.250.- (1,041.390.-), Stockholm 1,695.750.- (1,496.250.-), Italienisch 275.310- (241.395.-), London 28,927.500.- (25,436.250.-) New-Aork 6,384.000.— (5,586.000.-), Paris 368.090.- (319.200.-), Schweiz 1,147.125.- (1,013.460.-), Spanier 869.820.- (758.100.-), Wien 8977.- (7980.-), Prat 187.530.— (164.587.—), Budapest 361.09 (319.20), Soff 59.850.— (51.870.-), Belgrad 67.830.— (58.852.-). Berlin» 28. August. (Notenkurse.) — Noten: Dollw 6,384.000.- (5,586.000.-), Pfund 28,927.500.- (25,436.250.-) Italienische 275.310.- (241.395.-), Polnische 2600.- (2400.-) Tschecho-slowakische 185.530.— (164.587.—), Oesterr. gestempelt 8977.- (7980.-). Prag, 28. August. (Devisenkurse. — Mitgeteilt von Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) - Berlin 0.06 (0.0675), Zürich 621.75 (624.75)," Pari! 195.75 (195.25), London 165.12 (155.25), New-Yop 34.- (34.-), Belgrad 36.50 (36.75), Bukarest (-.-) Wien 4.70V, (4.71), Warschau 1.49V, (1.4»»/«), Agran ' Budapest 18.- (18.-), Jugoslawisch 36.26 (36.25), Oesterreichische gestempelte Krone 4.69 (4.71) Polnische 1.89',. (1.49V«), Ungarische 10.75 (10.75). Budapest» 28. August. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 7510 bis 7710, Bukarest 88.— bis 95.—, Kopem Hagen 3560 bis 3680, Christiania 3110 bis 3230, London 87.20- bis 89.600, Berlin 0.0035 bis 0.0055, Jtaliett 825.- bis 865.-, Paris 1090.-bis 1126.-, Prag 665.- bis 689.-, Stockholm 5075 bis 5255, Zürich 3440 bis 3560. Wien 0.2685 bi» 0.2825, Sofia 180 - bis 187-, Belgrad 198.- bis 206.-, New-Aoö 19.100 bis 19.700, Warschau 0.0850 bis 0.0960, Brüssel 895.- bis 930.-. New-DorL» 27. August. (Devisen.) London 45411/(G, Paris 570 -, Berlin 0.0017, Mailand 433.-, Zürich 1806.-, Kopen- Hagen 1852.—, Stockholm 2661.—, Christiania 1628, Amsterdam 3932.-, Prag 294.-, Wien 0.14, Budapest »/,«, Bukarest 45.-, Warschau 0.04125, Madrid 1343.-, HelsingforS 276.60. Brüssel 472.—, Kanada 2"/,« u. p., Brasilien 107.50, Argentinien 3214.—, Belgrad 105.—. bc Sttonc stabilisiert und wo sich auch die wirtschaftlichen Vcrhältniffe konsolidieren, nmssen and) die enormen Kriegswuchcr- Gopjrigbt 1983 Nachdruck verboten. R.L$wit-Verlag,Wfen-Le!iHig. (76. Fortsetzung.) Zu Poleus Wäldern. Roman von I. Ovatoschu. Autorisierte Uebertragung auS dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Bekümmerte Juden liefen von: Beten, die Tefillin- Beutel unter den Armen, dK Gesichter in die Wintermäntel vergraben. Eine Jüdin, die in ihrer Schürze Holz anfgefchichtet hatte, trat im Schnee einen Pfad aus, hielt dabei das Holz mit. den von Kälte gekrümmten Fingern und ächzte. Aus einem Eßwarenladen trat ein Jude, den TaMsbeutel untevm Arm. Er hielt ein Brot in der Hand, klopfte nüt den Fingerspitzen auf die Rinde, ob sie gut ausgebacken fei, und im zufriedenetr Vorgefühl, Laß er das frische Brot -M die heiße Grütze einbrocken werde, eilte er lächelnd 'heimwärts. Die Alltäglichkeit ringsum lähmte Mordechais Hände und Füße. Er blieb einen Augenblick stehen, als wäre er halb aus einem Traum erwacht; unter dem Eindruck der Ereignisse ringsum blitzte es in ihm auf: „Was für einen Zweck hat das? Was für einen Zweck?" Er ging durch die Seitengassen, um den Leuten auszuweichen und wollte von wertem einen Blick auf den Hof werfen. „Scholen: Alejchent, Mordechai." Vor ihm stand Schamai Schaft in Mem Schoppenpelz. Mordechai betrachtete dLn Pelz mit dem dreien Kragen und tvar überzeugt, Schaft habe ihn nicht gekauft, sondern bei einem Grafen an Zahltrngsstatt für Wucherzinfetr genommen; er dachte daran, daß der Vater Sck)amai einmal ge ohrfeigt hatte. ,/De.id Ihr schon lange in Kozk?" „Seit gestern. Ich habe dick) beim Rabbi im Beth- Aunidrasch gesucht. Wo steckst du eigentlich?" ,-Wäret Ihr schon am Hofe?" „Natürlich, sch habe schon Reb Itsche gesehen . . „In der Nacht tvar. glaube ich. eilt Fetter?" fragte Mordechai nebenher. „Pst . . . Das war ein Feuer! Die ganze Nacht hat es gebrannt." Mordechai wurde es hell vor den Augen. Ohne zu zeigen, daß >das Feuer irgend eine Beziehung ztl seiner Person hätte, fragte er weiter: „Der Hof ist also ganz niedergebtanttt?" ,/Kein Brett ist übrig geblieben, der Smad?n beträgt schwere Taufender." „Und die Thorarollen?" ,Mie meinst du?" „Sind wenigstens die Thorarollen gerettet?" „Es hat doch im Gutshof beim Grasen hinterm .Friedhof gebrannt." „So?" Mordechai riß die Augen auf, als lhätte er plötzlich einen starken Schlag über den Kops erhalten. ,,'V0 . . . „Was hast du beim geglaubt?" Schamai lächelte. „Gar nichts." Verlegen runzelte Mordechai die Stirn. „Wann seid Ihr . . . gestern, sagt Ihr, seid Ihr gekommen? Was gibt cs tm Walde Neues?" „Der Vater ist so wie immer, du weißt ja? .Und die Mutter lveint in einemfort, -daß ihr armer Motele in der Fremde sein muß. Ich 'habe einen Brief für dich." Er suchte in allen Taschen. „Hier, und wenn dir Geld brauchst, .so sag' nrir's ttur, ich gebe dir welches." „Ihr traut mir?" Mordechai riß den Brief auf, um ihrt zu lesen, besann sich aber eines anderen utrd legte ihn in die Brusttasche. seines Vaters Wort ist so viel wie der beste Wechsel!" Die kleinen Augen Schafts funkelten. „Hast du Zeit, Mordechai?" „Was gibt es?" ,/J'ch möchte mit dir ein wenig sprechen; ich nmß noch, ins Gericht und wernt du Zeit hast, so begleite tnich." Acordechai giltg mit; seine Neugier, was Schantai ihm wohl zu erzählen hätte, wuchs, belvirkte eine Unzahl dorr Kombinationen, gleichzeitig ängstigte er sich um den Vater, der nicht hören konnte, wie die Mutter weinte, und jetzt sicher alleitt int Walde herttmilief, in seinem Aerger auf die Bauern ichimpfte, fiWe, daß er untergehe, daß fein Graf Tabetzki schon untergegangen sei. Und Schaft, der unau>f- .hörlich sprach, seit wann es denn feststche, daß tnan in einem weißen Kragetr mit schwarzen Schuhen gchen traiffe, vielleicht wäre es gerade.utugekehrt, in schwarzen: Kragen mit weihen Schuhen — der Schamai, welcher fortwährend im Gericht sitzt, jeden Tag einem anderen Gutsherrn seinen Besitz abnimmt, wird noch Herr über — -- ,/Schantai," Mordechai hielt ihn au, ,/wird es Eu-ch nicht schon zuwider, Euch das ganze Leben lang zn Plagen? Wißt Ihr, daß Ihr eine ganze Welt zu Feinden habt? Ihr seid doch ein reicher Mann und es wäre schon Zeit, daß Ihr von Eurem Reichtun: einen Germß habt, nicht ..." ,/Ha, ha, ha!" Schaft lachte spitz. „Da spricht aus dir deines Vaters Sohn! Ich weiß, daß Geld, nicht alles ist! Aber so breit zr: leben wie dein Vater, das nmß ntan können! Ich kann mir ja gewiß eit: Mittagessen um fünf Gulden gönnen, sogar eines um zehn Gulden, aber, offen gestanden, es ist für mich eine Quäl! Das Sitzen, die Bedienuitg, drei Weischgänge — ich kann das nicht vertraget:! So gehe ich lieber in eine gute jüdische Garküche, dort kostet es mich im gauzett einet: Gulden und ich habe ein Vergnügen daran! Siehst du, tnit deinem Vater will ick) mich ja tticht auf eine Stufe stellen! Er wirtschaftet aber über seine Kräfte! Glaubst btt wirklich, dein Vater sei so reich? .Keine Spttr! Jt: Plock kannst du Dutzende von Judett findet:, die reicher smd als er. Und daß ich so viele Feinde habe — was kann ich tun? Die Mensck)en werdett nie ihresgleichen gönnen, daß er reich wird! Ia," er strich über seiuett grauen, schütteren Bart, „man hält tnich für eitlen argen Geizlhals, aber glaube mir, Mordechai,, könnte ick) für meine Zivl einen ordentlichen Mann kriegen, ich ließe ihn: sofort das ganze Geschäft und würde tnich ganz zurückziehetil. . . verstehst du, mit dm: Vater kantt ich ja tticht sprechen! Er lveiß, daß Schatnai noch bei .deinem Großvater in Ner Küche hertttngesessen, für einen Gulden itt die 'Stadt gefahren ist m:d Geflügel hat schlachten lassen, vor ihn: gestanden ist wie >ein Pächter vor den: .Grasen; und dein Väter ist ein feiner Mann, wahrhaftig, ein Reicher wie er sein soll, ein großer Wohltäter! (Fortsetzung folgt.) '