Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1628 (24.8.1923)
- Date
- 1923-08-24
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980709--15906-3002771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 1608 Men, Freitag »udavefter Börse. Budapest, 88. August. Die Ticuilnc Börse mniiiidi' trage «Wb der SSctMjc zeigte «sich in eilgsten GreuMu. Das Angebot war während der ganzen Bürfezeit überrviegend, was eine flaue f&rttettft heMWHvte, so das; die Kurse fast durchwegs. nachaatben. DaS PripatipubliEmu schritt deshalb zu Realisationen. Von der flauen Stimmung waren nur die de sonders favorisierten Werte, so namentlich Vaterländische Erste die ihren setzten Stand um eine Million verbesserte, ausgenommen. ZentvachWotHÄkenlbani! wurde auf Wiener Rechnung lebhaft gchandM. DaS Wochengeld ‘D.clvun 16 Prozeru und dieser hohe Pwzentslcch gab zu Liguidationw: Ltnlaß. Der Schluß toar flau, der Verkehr etwas lebhafter. S ch l u ß k« r s er llng. Kredit745.000.-, Oesterr. Kredit 180.000.-,Britisch-Ung. Bank 120.000.-. Salgo Kohlen 725.000.-, Mmamuranher 185.000.—, Südbahn 140.000.—, Staatsbahn 870.000.—, Gran-SzaSwarer 440.000.—, Obernngarifche Berg 980.000.-, Drasche-Ziegel 800.000.-, Ungarische Slllg. Kohlen 3,626.000.—, Urikany Kohlen 1,200.000, Adria 726.000.-, Cwtilde chem. Fabrik 145.000—, Uug. Eisenbahnverkehr 210.000—, Anglobank —.—, Verein. Holz 42.000, Koburg 60.000.—, Spodium 436.000. _ Sie Devisenkurse. Berlitz, 38. August. (Devisenkurse.) — Anlsterdam 1,906.000.— (2,094.760.-), Belgien 223-440.- (289.400.-), Christiania 627.928.—" (867.826.—), Kopenhagen 942.697.60 (987.626.-), Stockholm 1,846.626.- (1,411.462.50), Italienische 219.450.- (229.426.—), London 22,942.600.- (24,139.600.-), New-York 5,067.300.- (5,286.760.-), Paris 283.290.— (801.346.-), Schweiz 917.700.- (957.600.-), Spanien 676.307,50 (704.285.-), Wien 7281.- (7481.-), Prag 149.625.- (165.610.-), Budapest 284.28 (299.25), Sofia 42.892.— (46.882.—), Belgrad 52.368.- (56.860.-). Berlin» 23. August. (Notenkurse.) — Noten: Dollar 6,067.300.- (6,268.750.-), Pfund 22,942.600.- (24,139.500.-), Italienische 219.450.- (229.425.-), Polnische 2050.- (2100.-), Tschecho-slowakische 149.625.- (155.610.-), Oesterr. gestempelte 5982.- (7481.-). Prag» 23. August. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankanlte deS tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin 0.0776 (0.0875), Zürich 627.75 (628.76), Paris 194.26 (197.26), London 165.37 (166.37), New-York 34.05 (34.05), Belgrad 36.50 (36.37), Bukarest (-.-), Men 4.69 (4.69), Warschau 1.44'/, (1.94-/,), Agram (-.-), Budapest 17.76 (17.75), Jugoslawische 36.12 (36.12), Oesterreichische gestempelte Krone 4.60 (4.68), Polnische 1.39'/. (1.30>/,), Ungarische 10.- (11.-). Du-apesk» 28. August. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 7510 bis 7710, Bukarest 90— biS 97.—, Kopenhagen 3540 bis 3660, Christian!« 3120 bis 3240, London 87.200 biS 89.600. Berlin 0.0030 bis 0.0050, Italien 820 - bis 686.-, Paris 1070.- bis 1106.-, Prag 665.- bis 589.-. Stockholm 5065 bis 5246, Zürich 3440 bis 3560, Wien 0.2680 bis 0.2820, Sofia 166.- bis 172.-, Belgrad 200.- bis 208.-, New-York 19.100 bis 19.700, Warschau 0.0820 bis 0.0920, Brüssel 850.- bi8 885.-. Belgrad» 23. August. (Devisenkurse.) London 488.— bi« Paris 538.-bis New-York 9550.- bis Genf 1737.60 bis Saloniki Vis Mailand 414.- bis Prag 280.-7- bis Berlin 0.0175 bis Wien 0.1388 bis —Bukarest 45.- bis Sofia 84.- biS Budapest 0.53 bis Brüssel 430.- Vi8 —, Amsterdam 3770.— bis —, Warschau —bis —.—. Agram, 23. August. (Devisen.) Wien 0.1840 biS Berlin 0.0018 bis Budapest 0.62'/, bis Bukarest —.— bis —.t-, Italien 413.— bis —.—, London 437.— bis -, New-York 9500 - bis Paris 537.50 bis Prag 282.— bis —, Sofia —bis —.—, Schwtzh 1737.60 bis Brüssel 436.- bis Warschau bis Amsterdam 3776.— bis —. Stockholm —. Warschau» 23. August. (Devisen.) Berlin 0.05, London 1,116.000, New-York 245.600.-, Prag 7280.-, Wien 3.48. New-BorK» 22. August. (Devisen.) London 456%, Paris 556.-, Berttn 0.0020, Mailand 430.-, Zürich 1608.-, Kopenhagen 1866.—, Stockholm 2659.-, Christicmia 1637, Amsterdam 3937.-, Prag 293.75, Wien 0.14, Budapest %, Bukarest 47.25, Warschau 0.04'/,, Madrid 1328.-, Helfingfors 277.25, Brüsiel 444.—. Kanada 1%, u. p., Brasilien 101.76 Argentinien 82.47, Belgrad 106.—. Copyright 1923 Nachdruck verboten. JEU L8wit-Verlag, Wien-Leipztg. (72. Fortsetzung.) 8n Polens Mlderu. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertraguna aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. (Fortsetzung folgt.) Mordechai wiegte sich immer stärker im Takte zu seinen Worten. Dann verstummte er. Ihm fiel ein, daß nian das Scharstück, ivelches er vor sich hingesagt hatte, Venn Ableben eines Rabbi zu sagen pflegt. In Gedanken versunken lckchtte er müde den Kopf an die Wand. Was ist geschehen? Was ist geschehen? Warrun zerreißen alle ihre Kleider? Der Rabbi ist dahingegangen? Ja... da liegt er! Neb Jtsche steht bei der Türe und sagt den Scharabschnitt, den ich eben gesagt habe. Der Rabbi liegt da, bedeckt mit feistem weißen Seidenkaftan. So viel Lichter, so viel Menschen! Die Münde schieben sich auseinander . . . warum liegt er eigentlich auf der Bahre? Wer ist das? Der bloßsüßige Israel? Werst ihr: hmaus! Werft ifju hinaus! Keine Hand rührt sich. Der bloßsüßige Israel tritt zum Rabbi: „Rabbi von Kozk, tu' Buße!" Der Rabbi, in seinen iveißen, seidenen Kaftan gehüllt, erhebt sich. Alles läuft davon, die Wände nach. Das Zimmer wird innner größer, wird bloß Raum, und inmitten des Raumes steht Mordechai hilflos da. Der Rabbi faßt ihn schweigend bei der Hand und trippelt mit ihm fort, mit kleinen Schritten, er seufzt und rührt sich doch nicht weiter. Mordechai zittert, blickt sich um — sie stehen vor einer Höhle. Eine Stimme vonr Himmel, wie ein Schofarton, durchreißt die Lust: „Josef Caro! Josef Caro!" Der Stein, tvelcher den Eingang zur Höhle bedeckt hatte, ivar fortgerollt. Ein ausgemergelter, alter Mann ohne Hemd, mit nacktem Leib, nur einen Gurt Von Bläticru um die Lenden, saß am Eingang d?r Höhle und studierte. Der nackte Mann schaute sich nicht einmal um, Wiener Movaenzeltunt;. 24. August 1923 Saite y Die erste Sitzung der Karlsbader Tagung. Litauen. Herr RvtsenWnm hält folgoudes Reifeoat in indischer Sprache: „Die Wüsche Dünn- und SpoMewegu-nig Litauens ficht auf eine dreiiährige Entlwickkmgsperiotd« zurück. Moder Vor dem Kriege, noch während der deutschen Okkupation existierten in Litauen Wilsche SportvVganifationen und erst mit der Grtstchimg des Nlanüschen Staates hat die Turn- und SpMbckrwgung unter den Juden Fwmtde und Verfechter gefunden. Zuerst errtstand tu Kowuo ein Makkäbi, dann auch in den ProvinOcidien. Alle diese V«Mine widmeten sich anfangs auAschlicßUch den: Turnen. Mit Hilfe des jüdischen Notio'ua-lrates und anderer ölffentiickpr Körpevschgften gelang es, den größeren MMabi-^ovoinen Turnhallen öinMmchten und die nötigen- Geräte zu Luisen. In Kown-o hatte der Makkabi einen Kampf mit der Agudah ausplsechten, bevor er eine Halle Mgewiefen erhielt, die den Anforderungen des wachsenden Klubs entsprach. In Kckvno wird nun unter der Leitung eines ausgeibildeicn Turners rogelmäßig geturnt. Auch in der Proviu; macht unsere Bciwegmig Fortffchvitte. Die MiWied-cwM der Verlaine, wie auch die Anzahl der Vereine feWst. sind in: steten Wachsen begrijifen. Es bestechen MrMt in LriEN z-tM 36 Bervme, deren MiWiedeWW sich auf 3000 belänst. Das Kommando ist überall hebräisch und, obwohl bisher fast keine ErgrebnugÄt-ättgikSit in den V-oroinen bestand. harrischt in den MaMabiM>Men Vonvvogend monisUches Empfinden nnd ttofwmMNder nätiomäler Geist. Von etwa aineiiNhalb Jahren, als das Turnen in den Vereinen einigermaßen ordmlngsmäß'ig vonstatten ging, entstanden in einigen Klubs FuMaUeWoneu. die sich rasch entwickelten. In .Kotono besitzt die FuMallsoktron des Malkbabi fitnf Mannschaften, die aus schöne Erfolge zmückblicken. So wurden nn vorigen Iä.hr die starlken litaniischen Mubs Kovas, der dauMe K. S. K. und -andere Fufchallmgnnschaften vom MiaMiVi besiegt irnd nur der litauische Meister L. F. L. S. vermochte MlaEäbi mit 5:3 triÄenMwingen. Derart aber nt in dar ersten ^nivoallneauNichast des Koitvnoer Makkäbi eine getivissc MiWi-nnnnm und Schwäche m'mwken. die darauf Mrück^nfüihren sind, daß einige Spieler Her ersten Mannischast nach DeuÜschlapd Vavveist sind und daß es bischer, noch nicht avlnlngen ist, einen Fußlballdvamar 6»u siNden., so daß die Spieler ans sich selbst angewiesen sind. FußbaWiKtVnen existieren gegenwärtig auch in Poniewasch und anderen ProvinOädten. Auf Initiative eines führeu-deit MitglWves des rvownoe-r Melkabi. des Herrn I.' KoAmsky. wurde ein Komitee, bestehend aus indischer: Männern des öfjeutlichen JAens nnd SporMrärriNerrr, zur movaN-chen rmd nvateriellen Ilntarstntzung des Kowwoe-r MaEkabi gegründet. Bisher hat dieses Komitee ernst« Arbeit galaist^t und mit seiner Hilfe gelang es deur Baveine. einen vMnen Sportplatz, der in Kowno der einzige ist, m errichten. Marr ist bemüht, ähnliche Kantttaes bei allen SNaMäbi-Bereinen ins Selben rufen. Auch U'urden Verbuche gernacht, ein vigvrres IormM und eine Sportbeillage bei der Tageszeitung „.Jüdische Stdmnren" hemus«ug«!beu. Jetzt ist die Kreisleitung bornÄht, den zutage tretenden Mangel an TurMhrern nnd Fustballtrainerir m beseitigen. Erstere HM auf die UntersMumg des MMaibä^Well-tvorbarödes. Neues von der Hakoah. Wir berichteten kürzlich, daß der Fußballsektionsleiter Artur Baar aus sachlichen Gründen seine Demission gegeben hat. Es war nun klar, daß man eine derart bewährte Kraft nicht so ohne weiteres ziehen lassen wird. Präsident Dr. Körner hat sofort alle Hebel in Bewegung gesetzt, dmnit Baar seinen er lernte weiter, und erklärte jemandem etwas, obwohl niemand in der Höhle zu sehen tvar. Von Zeit zu Zeit wandte er sich unvHig um, als störten ihn.die fremden Blicke. Eine Mß-geburt mit ivirvem Haar und Bart und einem furchtbaren Gesicht, das dem eines Fabeltieres glich, kroch aus der finsteren Höhle hervor und begrüßte Mordechai leise: „Warum zitterst du? Du brauchst nicht zu erschrecken, ich bin Josef Caros „Maggid". UeberwiNde dich, mir in die Augen zu scharren, dtr wirst dort einen Abglanz von dem Gebetworte ,Mlrncherzig mW gnädig" finden. Da hast du em Windel mit Wegzehrung, begib dich aus die Wrmderschast, Kozk ist kein Ort für dich, gch* ostwärts, geh' westwärts, ge' nordwärts, geh' südwärts, wandere in die große Welt, zu Menscherr, und wenn alle Wege dir bekamtt sein werden, alle Menschen dir irahe, dann mach' HM cm den Toren Roms. Und wenn dich em Leid treffen sollte" — die Mißgeburt beugte sich zu Mordechai und sah ihn eine Weile an; Mordechai fragte sich,, wie es ihm rmr vor einer Sekunde hatte entfallen können, des Maggid strahlendes Gesicht sei häßlich „und wenn dich ein Leid treffen sollte", — wiederholte der Müggid, rtnb raunte dann Mordechai leise ins Ohr —, ,^ann kannst du mich mit diesem Amulett itztznev herchchrustn. GH' und deine Reise sei MckRch!" Mordechai trat seine Wanderung cm; er ging Tag rmd Nacht, durchwanderte Städte und Länder, deren Sprache er nicht verstand. Seme Kleider zerfielen auf seinem Leibe, von seinen Schuhen war keine Spur mehr übrig geblieben, aber je stärker er die Sehnsucht aus dem Herzen verdrängen wollte, desto tiefer saß sie darin. Hungernd und dürstend schleppte er sich durch eine, wüste Gegend und suchte zwischen den ©tehrot einen Wasstrlauf, um sich zu laben. .Hinter einem großen Felsen kam eine Wasserschnm hervor und tvaud sich mtt leisem Rauschen zwischen den Steinen und denr Gesträuch dahin. Mordechai ging dem Rauschen nach; da sah 'er einen Reiter ans einent eblen Roß und beschleunigte seine Schritte. Entschluß rückgängig macht. Tatsächlich ist es ersterem auch gelungen, die Gegensätze, di« nicht allzu tief wärest, zu überbrücken» so daß die Fußballer auch in Hinkunst den gewohnten alten Sektionsleiter haben werden. Artur Baar hat bereits am Freitag seine Arbeit wieder ausgenommen. Mt ihm trat auch der gesamte Fußballansschuß, mit Ausnahme Artur Feßlers, in Amt und Würden. Feßler I)ot sich insbesondere im Kruge große Verdienste um die Fußballsektion erworben. In dieser Zeit, in der Arbeitskräfte an allen Ecken und Endest fehlten, war er Schriftführer, Kassier, Zeugivart und zweiter SektionSloiter. Oft mußte er den Obliegenheiten aller dieser Stellen zu gleicher Zeit Nachkommen. In den letzten Jahren hatte er das Amt, emes zweiten Sektionsleiters inne. Seine organisatorische Fälfigkeit, sein sportliches Verständnis und sein ,Fleiß stenvpelten ihn zn cinern überaus wertvollen Mitarbeiter. Feßler begriinoete seinen Rücktritt mit beruflicher Ueberbiirdllng. Wir sind überzeugt, daß ihn: die Hakoah Dankwifien Wird nnd seinen: Wunsche nur ungern Rechnung trägt. Hchfentlich kommt bald die Zeit, daß Artur Feßler sich der Hakoah wieder zur Berfugnng stell-en kann. An seiner Stelle wird Fritz Baltaxe das Amt des ztveiten Sektionsleiters übernehmen. Herr Baltaxe, der bisher ansschliehlich Mitglied des -Fi« nanzkomitees war, tritt nun auch sportlich hervor. In ihm hat die Fußballsektion eine sehr wertvolle Kraft gewonnen, da er schon viele Jahre sportlich tätig war. Be: Artur Baar nnd Fritz Baltaxe liegt die Scktionsleitung in guten Händen. Die Londoner Reise der Hakoah ist nun unmittelbar bevorstehend. Die Abfahrt erfolgt koinmenden Mittwoch unr halb 7 Uhr früh mit der Franz Iosess-Dcrhn. Die Reise geht über Prag und Berlin, wo übernachtet tvird. Von dort fahren die Hakoähner über Hannover nach Hook van Holland, von wo die Uebersahrt mit den: Schiff angetreten wird. Freitag mittags treffen die Hakoahner in London ein., An der Reise nchmen folgende Funktionäre und Spieler teil: Dr. I. H. Körner. Artur Baar, Fritz Baltaxe, Halpern, Scheuer, Trümmer. (MV Pollak, Guttmann, Kerr. Grünfeld, Slndsky, Katz. Heß. Nenfeld. Molnar, Grünwald und Häusler, lieberdies werden noch zwanzig Schlachtenbummler die Fahrt milmachen. Der W. A, F. hat Gold die Spielbewilligung für die Treffen gegen Westhan: United, St::rm (Graz) und Slavia bereits erteilt. Die Hakoahner werden die Rückreise über Parts untenrehmen. Zum Gastspiel des 1. C. S. K. Bi:atrsl«wa. ■ Der Pveßburger tschechische Verein spicklte bekanntlich am vergangenen Sonntag gegen den Wiener Sportklub M Wien und unterlag mit 2:4 Toren. Die .Bratislapaer Zeitung am Abend" betttelt ihren Bericht wie folgt: „SkandalÄer Vorga:m des Wiener Schiedsrichterkojlegmans dem 1. C. S. K. Bratislava gegenüber.. Das Wiener Kollegium delegierte zu diesem Wettspiele — einer: Schiedsrichterkandrdaten." Im Bericht ist folgender Absatz enthalten: „Eine Ursache der Niederlage tvar der unfähige Schiedsrichter, — ein gewisser Herr Fischer — ein Schiedsrichter der 2. Spielabteimng und ein Karwi-dat für die 1. Spielabteikung. den: das Wettspiel, deHalb anvertrant wurde» damit er ibe: demselben seine Reife für die erstklassigen Wettspiele beweisen kann. Jedenfalls ein sonderbarer Vorgang vmn Wiener Schiedsrichterkolleginm. Dieser Kandidat ordnete frc) einem harmlosen Zusammenstoß dein: Stande 2:2, einen Penalty an, aus welchen: das dritte Tor ^für Sportklub resultierte, und benachteiligte oft durch seine Entscheidungen die Bratislavacr. OrdnungShcckber sei be:n«r!i. daß die schlechte Amtöfiihrnng dieses Mhiedsrichterkandidaten auch von zjtvei hervorra^endci: Schiedsrichtern (einen: österreichischen und einem tschechischen) konstatiert wrrrde. (So arg wird es nicht gewesen sein. Anm. der R>i^.) Wer ist das? Ein bekanntes Gesicht . . . ach, das ist ja Kahane! ... „Gut, sehr gut, Mordechai, setz' dich auf mein Pferd» zieh' meine Kleider an und reite in die Stadt!" Zwischen den Felsen hallt« ein Echo, das ans einer Hohle zu dringen schien: „lind wo sitzt er?" „Am Tore Roms!" „U-nd was ist sein Zeichen?" „Er sitzt zwischen kranken Bettler::." „Und alle binden zugleich ihre Wunden auf und zu." „Er bindet jede senwr Wunden besonders auf und zu." „Er sagt sich: Vielleicht ergeht der R::f, da will ich nicht säumen." Das Echo tönte dvettnal, in drei verschiedenen Lagen. Es benahm Mordechai die Müdigkeit m:d Vertrieb seine Sehnsucht. Er schwang sich auf das Pferd, trieb es au und durchritt den Titusbogen; dort betete er das Minchagebet, dann hielt er beim ersten christlichen Gasthof an: ,Mrrt, ich bin ein Mttvr aus dem Hause des Diogo Pires, ich habe in R.nn ein: Geliebte, zu d.'r ich gehe. Aber ihre Eltern halten sie gefanaw: und haben starke Wacher: a^geistellt, so daß kein Reiter sich beim Schlosse zeigen kann, in dem sie sitzt. Darmn bitte ich dich. Wirt, nimm mein Pferd und meine Kleider und hole mir aus deinem Stall alte Lumpen . . Mordechai hüllte sich in einen seidenen, nnt Rot bestickten Mantel, warf die Lumpen darüber und ging zur Tiberbrücke. Hunderte von Krüppeln saßen dort, einer neben dem arweren, nnd schliefen, an die Pfeiler gelehnt. Krüppel ohne Füße, ohne Hände, ohne Augen; sie stritten, fluchten der ganzen Welt, öffneten ihre Wunden und wärmten sie an der Sonne. Wenn ein Ritter hevankam, da wurden die Krüppel still» sprachen Segenswünsche und ließen die Perlen ihrer Rosenkränze abrollen. Dre offenen Wunden, die verfaulten Glieder, dev Raum, wo sonst Glieder tvaveu, all das schrie M dem Vorübergehender: um eine Gabe, rmd dabei zählten sie die Namen aller Heiligen auf. Govtietzung fotyl