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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-14 · Heft 1618 (14.8.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1618 (14.8.1923)
Date
1923-08-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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XIII. Einzelnummer K1000 Wien: Zum Abholen in der Expedition, 1I.,Taborstr.1-3, oder in einer Verschleisstello (Trafik) monatl, K 28.000 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28.000 Ts cli eck o-S 1 owake i: Mon. K17. Jugoslawien: Mon. Dinar40. Polen: Mon. Mk.45,000. D e u t a c h 1 a n d: Mon. Mk. 150.000. F r ank r.„ Belgien: Monatl. Frcs. 8 DU" Naolizahl un^en "W> M Preiserhöhung;«» Vorbehalten Nk. 1618 ■ (Kongressausqabe). Tschecho »Slowakei (fcheclia K 1.20 Italien: Monatl. 10 Lire Rumänien Mon. 90 Lei Bulgarien Mon. 75 Lewa Schweiz und das iibrigr Ausland monatlich Frcs. Redaktion u. Administrator Wien, II., Taborstrasae 1 —1 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab6Uhrabdg. 19-483,25-285 TeL- Adr.:,Morgenzeitung* Wien Oesterreichisches Postspar kassen-Konto Nr. 150.69? Wien, Dienstag. 14. Pugust 1928_' 5. Jahrgang Ae ziouiftifche kxetutive erhält die Zecharge. 147 gegen 72 Stimmen. — Ae Seite Sion und die Eriinbaum-Gruvve üben Stimmenthaltung. Der Kongreß hat am Abend der Leitung mit 14 7 gegen 7 2 Stimm en das Vertrauen ausgesprochen. Zur Abstimmung gelangte die folgende Resolution der Fraktion H i t a ch d u t h: Nach Anhörung der Berichte der Exekutive konstatiert der Kongreß, das; infolge der mangelnden Einheitlichkeit in der Verwaltung der Geschäfte die E x e k ut i v e nicht zur vollen Entfaltung ihrer Kraft und nicht zu jenem Zustande der Gesamt- Verantwortung 'gelang! ist, der zur gedeihlichen Führung der Arbeit erforderlich ist. In Anerkennung der positiven Leistungen der letzten zwei Jahre, und zwar insbesondere: 1. der Erreichung der M a n d a t s b e st ä t v* g« n g, 2. der unter den schwierigsten Verhältnissen geleisteten kolonisatorischen Arbeiten in P alä ft i n a, die zur Erreichung neuer Positionen und zur Erhaltung der alten geführt baben, 3. des beträchtlichen N e s u l t a t e s -d er K e r e n Haje s s o d - A v b e i t, .nsbesondere infolge" der letzten erfolgreichen Anitrenqungen der Präsidenten, nimmt der Kongreß den Bericht zur Kenntnis. Die Vertreter der Fraktion der ZeireZion und der Grünbaum-Grupp" (demokratische Fraktion) gaben die Erklärung ab, sich der A b st i m m u n g zu enthalten. Die Poale Zion verlangten die Teilung der Abstimmung. Diesem Anträge schlossen sich die Vertreter der L a n d s nr a n n s ch a s t e n an,, während die Misrachi durch Hermann Struck erklären ließ, daß sie mit der geleisteten K e v e n Hajessod-Arbeit zufrieden sei, jedoch beit Bericht ni cht zur Kenntnis nehme. Die Abstimmung erfolgt gemäß dem Antrag der '• Poale Zion getxilt. Die; ersten zwei Absätze wurden mit 14 6 S ti m m e n gegen 67 angen o m m e n - Als bei dex Gegenproben Mitglieder der Misrachi dagegen sti.muten, wurden im Saale stürmische Pfuirufe laut. Für den zwr'ten Teil der letzten Sätze, nimmt der Kongreß den.Bericht zur HÄmlnis", wurden .14 7 Stlm.men für und 72 gch g - ' r' " Zer deutsche Regierungswechsel. Ae Kabiuettsbilduug. - Ae neue» Minister. — Ae Ausnahme Arese manur in der ßntentepresse. - Ae Umnhe» dämm sott. Berlin, 13. August. (Tel. der „Wr. Moogenzeitwug".) Die Bemühungen Dr. Strcsema n n s um die Zusta ndebrmgung seines Kabinetts dauerten honte den ganzen Tag über an,- sind jedoch bis abends nicht zmn Abschluß gekommen, so daß die ursprünglich für 8 Uhr abends anbevaumte Sitzung des Reichstages, in der sich S t r e s e ma n n mit dem neuen Kabinett v o rst eile n wollte, auf m argen vertagt toerden mußte. Die Mnifterlifte. Berlin, 13. August. Amtlich wird gemeldet: Der Reichspräsident hat den Reichstagsabgeordneten Dr. St res mann ^um Reichskanzler erna n n t und auf seinen Vorschlag die Rerchsministerien, wie folgt, besetzt: Reichsminister für Wiederaufbau und Stellvertreter des Reichskanzlers: Reichsminister a. D. Robert Schmidt; R e i ch s a r b e i t s m i n i ft e rr Reichsminister Dr. Brauns; Reichsminister des June r m Reichstagsabgeordneter Sollmann; Rcrchsverkehrsminiist e r: Reichsminister O e s e r; Reichsfinanzminifter: Dr. Hilferding; R e i ch s w e h r m i n i st e r: Reichsminister Dr. Gehler; Reichs; uftiz minister: Reichsminister a. D. R a d b r u ch; Reichse r n ä h r n n g s m i n i ft c r: Reichsminister Dr. Luther. Das nenzuschaffende Amt eines R e ich s Ministers für die besetzten G e biete wird dem Oderpräsidenten Fuchs übertragen. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsministers des Auswärtigen ist bis auf weiteres der Reichskanzler beauftragt. Für das Reichswirtfchaftsnnnrfterium ist v. Raumer in Aussicht genommen. ' Hierzu erzählt man sich im Parlament, daß mit dem früheren praktischen Arzt Dr. H ilferding zum ersten Wale ein, gsbomer 8Lil?n er in .ein deutsches ReiMs kabinett eintritt, au dessen. Spitze zum ersten Male ein geborener Berliner steht. An die Kombination Sireseincmn-Hilferding wird die Hoffnung geknüpft, das; der Reichskanzler sich einen Ehrennamen machen und im Verein mit dem Wiener Arzt Dr. Hilferding die Sanierung Deutschlands vollbringen wird. Die Ausnahme Strefemaps in Paris. Paris, 13. August. (Tel. der „Wr. MovgenzeitMlg".) Die Linkspresse bringt dem neuen Kabinett Streseimmn allgemein mehr Vertrauen entgegen als die. nationalistischen Zeitungen. ■" Die „E r e Nouvell e" fordert, daß die französische Regierung der Regierung Stresemann gegenüber anders verfahre als mit dem Kabinett Enno und hofft, daß B erfand lungen erfolgen werden, ohne daß zuvor der passive Widerstand eingestellt wird. Die Prestigefrage, die bei einem so arroganten Kanzler wie Enno eine Rolle spielen (konnte, hat bei Stresemann nur mehr beschränkte Wichtigkeit. Die Ereignisse haben die Sozialdemokrati-- ..sche Partei an die Spitze gebracht. Frankreich muß diese, Gelegenheit ausnützeu und sich weniger 'unnachgiebig-zeigen, wenn auf der anderen Seite ebenfalls ehrliche Anstrengungen gemacht würden. Der sozialdemokratische „P opula ir e" hofft,baß die Sozialdemokraten int Kabinett Stresemann ihr eparat ion sProgramm zur Durchführung bringen werden. Es frägt sich' rrur, welche Haltung der Quai' d'Orsay der neuen deutschen Regierung gegenüber einnehmen wird. Ae Kommunisten am Werk. Berlin, 13. August.. (Tel. der „Wr. Morgenztg.")' Der ' komniunistifchen- GenernUveiSpaMe wird,' wie sich nunmehr deutlich WeMicken ' laßt, nicht durchgchends Folge geleistet. Der größte W-id e r sta n d gegen diese Agitation wird von den Sozialdemokraten selbst geleistet, die in der komnmniistis-chen Aktion kein gew erks chastliches Mittel, sondern eine reine Politische Putscharbeit sehen. Da Gewerlischaftsführer wegen ihres Kampfes gegen die tzWMMWche Setze einen. .Angriff M die s»zialdemokvatischeu Gewerkschaften besmrchten, wurden heute die Gewerkschaftshäuser geradeiM in Berteidigungs« zusta nd gesetzt. - Me Streiks in Berlin machen sich in erster Linie im Verkehrs leben bemerkbar. Die Stillegung der meisten El ektrizitätsWerke wirkte sich heute ineiner Entstellung des Straßenbahnverkehres aus, was für die Berliner Passanten um so größere Uw. beguemlichkert bedeutete, als auch der Antobusverkehr wegen des Terrors st r e i k e u d e r k o m m u n i ft t« ftrfcher Arbeiter eingestellt werden mußte. In den Gasanstalten wird fast durchwegs gestreikt, was die Berliner Bv leuch tu n g nahezu lahmgelegt hat. Berlin vmr in der Mendstunden fast ganz in Dngehüllt. Inzwischen geht die Lebensmittelvevteuerung weiter. Ab heute kosten Ein Lmb MavkenbrüL 62.000 Mark. 1 Liter Milch 50.000 Mark. 1 Ei 60.000 Mark. 1 Zentner. Brrkettkohle 855.000 Mark. Die Aerzte erhalten ab heute das 8'O.000fachst F riedensho no rar. Lebensmittelrequirierunge« durch die städtische BeWemug. Das Fehlen der wichtigsten Lebensmittel in den Städtehat die Bevölkerung datzu gebracht, sich die wichtigsten Nahrungsmittel, di-e auf den Märkten nur in geringen Mengen zu haben sind, bei den Bauern selbst auszulreiben. Hiebei ist es natürlich zu. g r ö ß e.?c n Zusammenstößen .zwischen Städtern und. Bauern gekommen. So ereigneten sich im Landkreis von Aachen, wo sich diq Lebensmittelknappyeit bedrohlich zugespitzt hat, wilde Plündernngen. Scharen von Männern und Frauen nrarschierten geschlossen aus vielen Städten in die Dörfer, um von den Bauern die Herausgabe von Kartoffeln, Obst und anderen Nahrungsmitteln zu erzwingen. Hiebei kam es in Brand bei Aachen zu blutigen Z u s a m nr e n st ö ß e n, denen gegenüber sich die Polizei machtlos erwies. Die Städter „requirierten" Vieh, K a r t o f f el n und E r e r. Ju Haaren wurden 14 Kühe „beschlagnahmt" und ein« * zelne Besitzer gezwungen, sofort Schlachtungen vorzunehmen; dieses Fleisch wurde sofort zu 10.600 Mark feilgeboten. Die herbeigerufene Polizei mußte von der Waffe Gebrauch , machen. Da sich die Städter w i d e r s e tz t e n, kam es zu einer regelrechten Schlacht, die mehrere Tote und Verwuru dete forderte. 14 Rädelsführer wurden sodann verhaftet. Kommunistischer Angriff ans Leipzig. - Berlin, 13. August. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Heute vormittags versuchten Kommunisten, gegen Leipzig .vorzudringen. Es kam zu einem scharfen Kamps mik der Schutzpolizei, wobei neun K o m m ü n i st e n getötet wurden. Einstellung der „Roten Fnhne"^ Berlin. 13. August. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitung".> Das Montagblatt der „R o t e n Fahne" ist heute vorr mittags mit der Begründung, daß es eine A u s f o r d er rnng zum Hochverrat enthalte, bes chlag nah m worden. Im Laufe des gestrigen Tages wurden etwa f n n f, > z i g K o m m u n i st e n verhaftet, Meist wegen llebersallcs auf-Arbeitwillige. Die Pylizer beschlagnahmte ferner mehrere Flugblätter mit Aufrufen --an die Reichswehr und Schutzpolizei. Attentat auf Len BizeprSfidenten des arabischen KoMreffes. Jerusalem, 10. August. (Tel. der „Wiener ASor» genzeitung".) Drei arabische junge Leute, Angehörige der Familie Nassassibi, verübten ein Attentat aus Omar Albitar, den VizepLäsidenten des arabischen Kongresses. Der Attentatsversnch ist miß I u n g < n. .Gimel-beitM fehlen.

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