Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1616 (12.8.1923)
- Date
- 1923-08-12
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Wien, Sonntag Wiener: Morgenzeitung. 9k. 1MK 12. August 1923 HMmmmmmmmmmmammmBmm a Fußball. Svorttzrogramm für heute: Futzbatt. Hasixch—Red Star l,F.), Red Star-Platz.V:6 Uhr Sormnertnmier (F.), Rudolfshügel-Plab.'/A „ Ostmark— Ltratzenbahn (F.), Straßenbahner-Platz ... 4 „ LerchkvthleriK. ZnternatwirakeS Meeting, W. A. F.-P(atz....... 5 „ Schwimmen. Wettschwimmen in Vöslau. 4 * Konferenz des Makka-i-Weltverbandes. Rücktritt des Verbandspräsidenten! (Bon unserem Sonderberichterstatter.) Karlsbad, 8. August. Die hier bereits emgetrosfeuen Delegierten zur WeltderbcmdZtagung erhielten heut-e eine überraschende Nachricht. Der Präswent der — übrigens in letzter Zeit vollkommen versaMnden — We lwerbandsleitung, Herr Henrrich Kuhn (Berlin), hat seine Stellung unerklärlichevtveise kaum eine Woche vor Beginn der Tagung (!) zu r ü ck g e l e gt. In einem 'Schreiber: an die Konferenz wird Herr Kuhn dieses Borgehen begründen. Die in Karlsbad schon anwesenden Delegierten traten sofort zu einer Besprechung zusammen, die zu der Demission imd der dadurch geschaffenen Loge Stellung nahm. Diese Vorbesprechung wird Sonntag vormittags fortgesetzt. Die Tagung beginnt zur ongesetztem Zeit. Sormtag 3 Uhr nachmittags in: Schützenhenls. imter AusschÄrß der Oasifemlichkeit. Auch das öffentliche Meeting am Montag dürfte entfalle::. Die Sportrubrrk der .Miener Morgenzeitung" wird über den Berhandlungsgang genaue Originalberichte bringen. Das Bureau des Weltverbandes unter Leitung von Dr. Simon btfindet sich während des Kongresses .m Schützenhaus, Zimmer 70. — Die österreichischen Delegierten, Dr. S p i e g l e r und Alfred T y s s e r, sind bereits hier oerretffen, spritz Saute r wird heute erwartet. F. Dre gestrigen Wettspiele abgesagt. Die für gestern angesetzten Wettspiele wurden wegen des Gewirterregeus ab ge sägt. Das SommerruMpiel auf d?m RÄwlWaigel-PLatz erfächrt insofern eine Aeröderung, als die beiden für gestern ange-setzten Spiele erst heute stättfiu.-en. Die EntsMungMnele werden erst in einem späteren Ienpunkte ausgetragen. Oesterreich—Finnland. Der Bundeskapitän hat am Freitag in der Sü-ung des •Ge. F. V. unsere Auswahlmaumschaft nominiert. Wir verkennen nicht die Schwierigkeit, $it einer Zeit, in der man nur wenige Vereine an der Arbeit gesehen hat, unsere Besten ausfindig zu machen. Es erscheint demgemäß nur als Gefühlssache, wem man unter den einFelnen Kandidaten den Vorzug gib:. Wir besitzen nur drei 'einheimische Klafiespieler, denen man beruhig: die Vertretung unserer Farben rnvevtrauen darf. Blum. Niets-ch und Wu^er sind derzeit befähigt, dem Wiener Fußballsport Ehre einzutragen. Bon allen übrigen Spielern weiß man nicht, wie sie die Probe bestehen werden. Ein Teil von ihnen erscheint uns schon zu alt und die übrigen wieder sind unsttntbär Talente, denen ober der letzte Schliff fehl:. Trotz Berücksichtigung brr gegebenen Umstände haben wir uns über die Nominiermng von Dietrich und Brandstätte:: gewundert. Dietrich war im Tressen Rapid—Red Star nicht nur schtlvächer wie sein Partner Schlosser. sondern er war auch einer der schcchtesten Spieler Mannschaft. Seine takrilche Unzu längt löste i t mÄ> sein minderlvevtigvs Schußbermögen traten 'besonders kraß in 'Erscheinung. Wir wundern uns über die ^ransieluing Dietrichs um so mehr, als Herrn Meist sich die richtige GetogeiÄMt geboten hätte, den.Hakoahner Schruer auszuprobiercn. Scheuer, der als einer der fairsten Spieler bekannt ist. zählt seit zehn Jahren zu den Stützen seiner Mannschaf'. Er hätte nach einer derart langen und an Erfolgeu reicl>en Tätigkeit es verdient, in eine Answahluramrschaft eingestellt zu werden, steberdies steht es für jeden Objektiven säst, daß Scheuer zumindest derzeit weit über Dietrich zu stellen ist. Auch mit der Nominierung Bvaindstädters sind am' nicht ganz einverstanden. Wir wissen, was wir von diesen: alten, treuen Spieler zu erwarte:: haben. Leider besitzt er n'.cht mehr die Fähigkeiten, die früher gebotenen Gla-ugleistungei: zu wiederholen. _ Weshalb wurde nichr der Versuch unternotlrmen, die würdigsten Nachfolger Brandstädters, den Meidlinger Resch oder den W. A. C.-Mann Püschner,, ihr Können beweisen zu lassen? Wir glauben, daß die Nominierung von Dietrrch zind Brandstädter Fehlgriffe sind. Ostrigzek, Kurz und Wessel), haben gleichwertige Konkurrenten, doch sind wir mit ihrer -Heranziehung einverstanden. Rückhaltlose Zustimmung verdient der Versuch. Eckl und Häusler mit der Vertretung unfever Farben zu betrauen. Der Movan-Manu war nie so gut wie letzt, er erscheint befähigt, Ci'utii und Wondrak den Rang stteitig zn machen. Häusler ist schon seit langer Feit einer der besten Techniker Wiens. Wcmr^cr seine Zaghaftigkeit ausgibt, dann ist er dazu berufen, ein Diandardspieler unserer Auswahlmannschaft zu werden. Zusam>n:eusassend stellen wir fest, daß Herr Meist unserer Meinung nach iin allgemeinen eine glückliche Wahl getroffen 'hat. Wir ersehen aber neuerlich, daß wir derzeit nur sehr wenige Spieler von international erster Klasse besitzen. Vor Hakoah—Red Star spielen heute die Iunginannschasten der beiden Vereine. Hasmonea. Heute Wett spiel mit zwei Manuschasten in Gänserndorf. Abfall,rt mn einviertel 2 llhr vom Noridba'hnhos. TresifPunkt Nvrdbähnhvf Mfährtshalle. Die Ausstellung ist i'.n Veremslokal. Wiener Dheateroafe. 2. Bo.z., Praterstraßc 33, zu ersehen. Hazair—Siebenhirten 3:2 (0:1). Sonntag gelang es dem Sportklub -Hazair. dem spielstarken zweitklassigen 'Provinz- Verein eine Niederlage beizubringen. Die jüdische Mannschaft, die durch den Austritt von neun ihrer besten Spieler geschwächt schien, wurde unter der tüchtigen Führung ihres Sektionsleiters, Herrn I. Weiß, einer Reorganisation unterzogen, die schon am Sonntag ihren Erfolg zeitigte. Die jugendliche Mannschaft, durch einige Neuakciuisitionen verstärkt, bewies eine ausgezeichnete Form, so daß sie der Meisterschaft mit großem Vertrauen entgegensetzen kann. Die Verteidigung. I. Weiß, Mahländer 4 und Pollak, entsprach vollkommen, nur fehlt Pollak das Lauftraining. Die Halvesreihe in der Zusammensetzung Futterweit, Mayländer 2, Thiemann, spielte vor Halbzeit hervorragend. in der zweiten Spielhälfte konnte nur noch der erstere halbwegs mitkommen. Der beste Mannschaftsteil war diesmal die Stürnrerreihe, mit Pillinger. Weitzner, Ehrenfreund, Losch, die ein präzises Kombinationsspiel betrieben und fast ständig über ihrem körperlich bedeutend stärkeren Gegnern hinweggingen. Es wurde auch sehr viel geschossen, besonders Ehrenfreund tat sich in dieser Hinsicht hervor. Bei den Gegnern, die von ihrem Körpergewicht fast keinen Gebrauch machten, war Duschek (N. A. C., Wien- I der beste Mann. Boi Halbzeit war Siebenhirten mit 1:0 itt der Führung. Die Tore fi':r Hazair erzielten Pillinger, „Bubst^ und Mayländer (Elfer). Schiedsrichter Posaner. Das Spiel der Reserven gewann Siebenhirten mit 3:4 Toren. Den einzige:: Treffer für die llnterlegenen erzielte Schauer. Wessely und Regnart (Rapid) sollen sich, )mc ,)1bude Prado" berichtet, bei der Prager Silavia angenneMdei haben. (Wir schenken dieser Nachricht keinen Men eben. Anm. d. Red.) Sparta trägt am 7. Oktober in Fürth ein Weiispiel gegen die SpiMereiniginig ans. Neiles aus Ungar:«. Das Kartell zwischen der Tschechv- Slowakei und Ungarn ivm'de nnterstlTigt, Unsren hie> dttrch der Abwandevmiig seiner Spirler ein Ende, zu bereiten. — Priboj und Schaller (U. T. E.) detzientieven, daß sie nach Bratislava nbersiedeln wollen. — M. T. K. stellt K: Beginn der Hcvbstsaison folgende Elf ins Feld: Krapaeseik; Mandel, Kovacs; Kcrtcsz, Nadler. Nhul: Brawii, Braun 2, Qpaba, Siklossy, Senke), 2. — Das Abdanken der M. A. E.-Funktionäre von ihren Verbandsstellen im Nt. L. Sz. wurde, nun von letztercu: angenonnnen. — Ein Oldbo), >KaMpf zpMchm Ösen und Pest sah die Ofner mit 5>:3 siegreich. — Am Mitwob, den 10. d. beginnt in Budapest die Meisterschaft. Die Splelvercinigung Fürth tritt am 13. September ihre zweite Spanienreise an. Sparta—1. F. E. Nürnberg. Zum heutigen Spiel gegen die Sparta )vird'd-er I. F. E. ohne seine linke AngrUsseite Sutor-Wieder an treten, da diese beiden am Sonntag in deutschen Meisterschaft gegen Finnland in Dresden spielen. Der deutsche Fußballbnnd lehnte ein Gesuch des 1. F. Ci Nürnberg um Freigabe dieser Spieler a^b. Mi' TÜ Internationales Meeting des W- A. F. Der W. A. F. bringt beute mn n Uhr <ntf seinem Platz ei,: internationales Meeting zur Austragung, das guten Sport' bringen dürfte. Das 100 Meter-Lanfen sicht mit Ausnahmevon Schedl (W. A. C.) unsere besten Sprinter am Start. Der> Hakoähner Lustia wird trachten, ehrenvoll abzuschmeilden. Zwischen ihm, Rauch (W. A. F.), Siwoboda (Brünn) und Lederer (W. A. C.) wird die Entlscheidnna liegen. SwatoneE (W. A. C.)^ sollte über 100 Meter siegreich bleiben. Ueber 800 Meter gckht der M. T. K.-NiLnn Fonyo au den Start. Wir glauben nicht, daß Fmche (Graz). Gasser (W. A. C.). Vohraliik und Martlm-Ä (Prag) ihm gefährlich werden können. Im Lau-sem über 1500 Meter sollte Fvie'bc seine Kor-kurrenten Fonyo und VohrckM' schlagen können. Das 5000 Meter-Laufen bringt ein nouerliches' Züsamm-entrüffen von Bruhnlsen nnd Nedobity. Es ist fraglich,, ob der Wiener seinen letzten Erfolg im Länderkampf Qestrr-' reich-Dschecho-:Slo!tvcckel wirid wiederholen körne::. Das Speer--' werfen ist öine sichere Sache der Brimner. Auch im Disknswerfen sollten die Tschechen dominieren. Vettermann (W. A. F.) ist der Favorit im Hochspringen. Stafettenlcnrfe über 4 mal' 400 Meter und über 100 plus 200 plus ^300 plus 400 Metsr vervollständigen das ProWLmm. Ausländer Exporteure kaufen am vorteilhaftesten erstklassiger Qualität und Ausführung bei Repmann, Gammimäntelfabrik, Wien III., Beatrixgasse 26 Tel. 585 III., Heumarkt 7 Copyright 1822 Nachdruck vrrbolvu R.i^vit-VsriLg,r^teu-i>ip«g. (62. Fortsetzung.) In Polens Wäldern. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Nebertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Zu. Heruse saß er seiten; fast den gangen Tag bu-mmelte er mit chassidischen Lebemännern umher, vor allem mit Daniel Eibuschitz, sc^cak vor nichts zurück, sondern zerbrach und schleuderte alles^weg, was rhm im Woge stand, und sättigte seinen ausgehungerten Leib. Das hielt aber nicht lange an; die häufigen Begegnungen mit .(kahane und das zu geräuschvolle Leben ernüchterten ihn. In dieser kurzen Zeit war er hagerer und größer geworden; das matte Gesicht ward knochiger und in -den grauen, verträumten Augen leuchtete rät stilles Leid, das früher nicht barm gewesen war; es zog au und blieb fedem in Erinnerung, der Mordcchai kennen lernte. Gleichgültig ging er in: Hofe ein und aus. Er hörte nicht mehr zu, wie Reh Jtsche die Thora deutete. Bei Rabbi bei Reb Dowidl war er em häufiger Gast und gehörte sozusagen zur Familie, nahm auch an den llusiven Zusammenkünften teil, bei denen Daniel über die (öehoimnisse der Liebe sprach; Mordechai lächelte darüber, daß Datüels Betten von Süden nach Norden standen, damit cr, Gott bewahre, mit dem Beischlaf nicht Gottes Ehre erniedrige, dessen Weg von Osten nach Westen 'war. Morde chaspielte mit /Riffele Schach; er merkte, daß sie in seiner Gegenwart erzitterte und eine leise Röte in ihre Wangen stieg. Bon ihrem Großvater Rabbi Mbndele sprach fie mit großer Ehrfurcht und Liebe; .sie war der UeberMgu-ng, jeder Mensch habe eine Aufgabe, das Leben sei kein Spiel und kein Zufall. Das sechzehnjährige Mädchen, das beinahe beschränkt zu neuneu tvar, erwartete freudevoll und sittsam die Zeit, da sie sich würde hin ge ben und ihr Leben hinfchenken können, um den Faden weiberzuspmnen und den Stamm zu erhalten. Das gefiel Mordechai. Er meinte, Nifkele könrcke sein Glück werden und glaubte, das' stille Mädchen habe ihn lieb; die andere mit den weißen, länglichen Fingern kontue nicht lieben, denn ... So saß Mordechai fast jeden Tag mit Rifkelc zusanmwn, suchte, 'devgLch Md sarck immer -wieder Aehnttchkciten m ihr» die an Felicia erinnerten. Zu dieser Zeit war Komarckvskr wieder für einige Tage nach Kozk gekommen. Damals merkte Mordechai, daß er sich geirrt hatte, daß er Riftele nicht liebe, sondern es sich nur einrede, weil er Furcht hatte vor der Leere in der eigenen Seele und sie mit etwas aussÄlleu wollte. Er fühlte unendliche Sehnsucht, fühlte, daß er ohne Folreia nicht leben könne. Er merkte, RifkeLe sei nicht mehr als ein Flaumfederchen, das seinen Traum unterbrechen und i!hu Wecken wollte. Mag diese Feder noch so angenehm weich und leicht feint — wenn sie aufweckt, entzieht sie uns einer Welt, schneidet alle Fäden durch und versetzt uns in eine andere Welt, die gar keine Bozieihung mit der ersten hat. Mordechai fühlte sich zu müde, um von neuem anzusangen, und mit einem Hauch blies er die Flaumfeder fort; er ging nicht mehr an den Hof. Er spionierte Konmrowski und Felicia nach, behorchte ihre Gespräche und war außer sich. In seinem übergroßen Leid verschloß er sich in seinem Zimmer und schaute stundenlang durch das Fenster dem Schnee zu, der sich wie ein Tuch auf die Erde legte; aber er merkte nicht, -daß die Mestchen Sommer, die noch in seiner Seele waren, in dem nassen Schnee vergingen, war zufrieden, daß sie niemand lveckte, und spann der: Faden seines Traumes weiter und weiter. Als Komdrowski weggefirhren war, wurde Mordechai wieder nüchtern; er glaubte es nicht, daß er gegen Spinngewebe Köi^g geführt hatte, und es tat ihm mn Mfkele leid. Acht Tage hatte er sich am Hofe nicht blicken lassen; jetzt schämte er sich, hvnßug-chen, und haßte sich, weil er selbst alles zertrümmert 'hatte. Mchr als einmal horte er das Flattern von Flügelchen, das Klopsen eines Herzchens . . . er müßte nur die Finger schließen mrd es ist sein . . . Alles hätte er darum gegeben, jetzt bei ihr zu sein. Am Hase erfuhr Mordechai, daß der Rabbi sich in den letzten Tagen sehr schwach fühlte, oft in Ohnmacht fiel, und daß das Volk schon einige Tage in großer Angst umher ging. Die Bewachung des Rabbi hatte in der letzten Zeit fast ganz aufgehört und jedermann konnte leicht zu chm gelangen. Reb Zische freute sich, als er Mordechai -wiedevfah: ,Mo warst du verschwunden? Riffele hat mich schon einigemale gefragt, ob dn nicht, Gott bewahre, krank seist, und der Rabbi hat sich auch nach dir erkundigt, . . ich wollte schon jeuranden zu dir schicken, mn nachzusehen, was ÜU «WM ... - Mordechai antwortete nicht. Er folgte Räb Jtsche; als er in das Vorzimmer tont, welches zum Rabbi führte, wunderte er sich, daß die frühere Furcht noch immer in ihm' anfstieg. Der Rabbi empfing ihn lächelnd: „Dein Oheim studiert wohl noch immer den „Führer der Irrenden" des Maimonides, was? Ein stumpfsinniger Jude, dein Oheim! Nun, hat er dich schon in den Maimonides eingeführt, dein Oheim? . . . Und Jtsche schweigt dazu, es geht ihn anscheinend nichts an. . Mordechai wußte nicht, ob der Rabbi es ernst meinte, oder ob er über Reb Jtsche spottete. Er Mckte forschend auf des Rabbi wachsbleichies Gesicht,' das nur wenig auS dem Haarwald herauslugte und nrit den Haaren des Kopfes nnd den Schläfenlocken in eins zu verfließen schien. Reb Jtsche ging ins Vorzimmer, wo Reb Feiwrsch' der Schammes Wunschbriese schrieb. Mordechai wußte nicht,' was er ansangen , sollte und stand mit gesenWm Mick am Tische des Rabbi. „Num beichte." Der Rabbi setzte sich in seinem weißen Sessel beguem zurecht. „Denkst du gar nicht ans Studieren, im Ausland meine ich? . . . Wenn man so einem OuW in die Hände fällt, dann ist es ja seine erste Wicht, eine! jüdische Seele zu retten und sie ins Ausland studieren zw schicken! Und wenn du schon ausstudieTt hast, was bannt, ha?, Meinst du, du würdest nicht dasitzen so wie ich, auf den Tod warten und fortwährend darüber Nachdenken, ob man, dort mit Ruten geschlagen wird? . . . Wie meinst du?" Der Rabbi seufzte, fuhr sich langsam durch den Bart und' sprach halb vor sich hin. „Gäbe es wenigstens die Sicherheit, daß man dort mit Ruten geschlagen wird, gäbe es wenigstens die Sicherheit..." Mordechai wurde verlegen, er wich dem Micke des Rabbi aus und Mlte sich nicht wohl, daß der Rabbi mit ih:n wie mit seinesgleichen sprach. Er sah durch das Fenster auf die verschneiten' Felder, die sich jenseits des WievN) bis zum Wald hinzogen, utrd sah, wie die Krähe».;?3it uorgestreckten Köpfen von den Bäumen uiederschossen, leicht Wer den Schnee trippelten, m dem sie die Spuren ihrer Füße hinterließen, und böse ihve scharfen Schnäbel öffneten. Jh< Schreien krampfte ihm das Herz zusannnen; Schuld und Sühne kam ihm in den Sinn und es war ihm nicht klar, wer recht hatte. VortfetzurN folgt.)