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Wiener Morgenzeitung · 1923-08-04 · Heft 1608 (4.8.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1608 (4.8.1923)
Date
1923-08-04
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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EM 8 Wien. GamStatz * Spurlos verschwunden. Der 20jährige ^aichelsgehilfe' ^saak Strahlberger, der Sühn eines Rabbiners, Adambergergasse 8 wohnhaft, Ijattc die ubjiujt, nach Amerika zu fahren. Alles war zur Reise vorbereitet. Er begleitete am 16. v. M. zwei Freunde,^ die vorausreisten, zur Bahn und war auf dem Heimweg begriffen. Da kam er beim Strom b ad an der Roßauerlände vorbei. Es war Sonntag, viele Leute angestellt. Strahlberger wollte nicht warten, ging weg, und kam nicht mehr nach Hause Seither im sein Batt-r alltäglich am Donaukanalirftr umher und fragt die Leute, ob sie semeN vermißten Sohn N'cht gesehen haben. Wahrscheinlich hat der junge Mann neben dem Strandbad gebadet und ist vabri ertrunken. Cr ist groß, hat rundes Gesicht, hohe Stirne, blondes Haar, graue Äugen, längliche, Nase, an der rechten Schulter eine Warze und trug bloß Schwimmhose. * Ein verunglückter' Lebensretter. Aus, Mistelbach wird uns berichtet: Am 25. v. M. ging der 74jährige Florian Hartz inger. ein Pflegling der Landessiechenanstalt. der an grauem Stär leidet, taub ist und überdies an geistiger Umnachtung krankt, gegen den Bahnkörper als gerade ein Zug herankam. .Hardinger bemerkte sein Kommen nicht und hörte auch die Warnungszeicherr der in der Nähe befindlichen Wiener Wachebeamten Wies ner und Feichinger nicht. Knapp vor der Lokomotive sprang Wiesner auf das Geleise und versuchte, den hilflosen Greis zu retten, ohne die eigene Lebensgefahr zu beachten. Die Rettung mißlang und Hardinger wurde von der Maschine mitten entzwei geschnitten. Wiesner wurde mehrere Meter weit geschlendert und erlitt bei seiner wackeren Tat erhebliche Verletzungen. * Von einem Baren zerfleischt. Das Prager .Mravo Lidu" meldet aus Marm-aros Ctziget: Bor einigen Tagen AlNg die Witwe Seveska mit ihren neun- und zehnjährigen Töchtern aus der Gemeinde Torun, um ihren Sohn, der auf der Gebirgsalp« Vieh weidet, zu besuchen. Sie nahm nur eine langstielige Holchacke als Waffe mii, wie es in dieser Gegend Mich ist. In einer Höhe von ungefähr 1260 Metern rastete die Frau, während die zwei Mädchen im Walde Schwarzbeeren suchten. Plötzlich vernahmen die Kinder Hilferufe, ihrer Mutter. und als sie sich der Lichtung näherten, sahen sie ein furchtbares Schauspiel. Die Mutter kämp st e mit einem großen Bären, dem sie einige Schläge mit der Hacke versetzte. Als die Mutter die herannaheüden Kinder sah, rief sie ihnen zu, sie mögen auf einen Baum flüchten. Von dort,, aus bemerken die Mädchen, wie ihre Mutter, von den Kräften verlassen, von der Bestie zerfleischt wurde. Erst am nächsten Tag getrauten sich die Kinder von dem Baum hernuter zu steigen, und flohen in das Tal, wo sie die Gemeinde alarmierten. Einer mit Gewehren ausgerüsteten Expedition^ gelang es, am zweiten Tage zwei große Bären zu erlegen. * Ter Keren Kajemeth l'Jsrael während des Kongresses. Zum würdigen Empfang des 18. Ziouisteickongresses in Karlsbad findet am Eröffnungstag, dem 6. August, ein Blumentaa zugunsten des - Keren Kaiftvwth I'Ilsrael statt. Sämtliche. Freurdunserer Idee, insbesondere aber Damen, werden gebeten. sich in den Dienst des Blümentages';ü stellen. Aktive Miwrbeitierinneir melden sich morgen Freitag den 3. d.. später Eintreffend« Sonntag den 5. d. von 8 Vis 12 Uhr vormit-ta-gs im Restaurant Glattaner. Gartenzeile. Die 'zugunfter. des Keren Kajsmeth l-Zffra-el bestimmte Kongrchspende ist im Einvernehmen mit dem Kongreßburean geschaffen worden. Die dreieckige Legitimation über diese Spewde ist sichtbar zu tragen. Die Spende ist nur an legitimierte Personen gegen Quittung zu leisten. Jeder KongreßVesncher erwirbt das KongreßaVzaüch en bei der.» in der Schalterballe des KonMeßgebäudes befiMichen Vetkcmfsständen des Keren Kajemeth.lMrael, -woseM auch die off-Wellsn Korrgreßkarten, Marken des Keren KaijeMeth üsw. erhältlich sein werden. Di- Kongreßbefncher werden ersucht, keinen Brief ohne «ine Marke des Keren KaiftmeH l'Jsrael <Ml.ser.den! Antisemitismus in England. Aus London meldet I. C. B.: Auf der Iahreskonferenz der Londoner Bereinigung „Die konstitutionelle Bewegung" wurde eine Resotution angenommen, daß Regienm-gsmitglieder, Parlamentsmitglieder und -alle Personen in staatlichen umd städtischen Ae>mtern seit m i n d e st e n s drei Generationen die britische Nationalität haben -müssen.- Ein Delegierter .verlangte -vom Antragsteller, Captain Bostock Wils-on. der Resolution hinzuzufügen. -aß kein Iud-e, einerlei ob -er naüiralvsiert ist oder nicht, eims der genannten Aemter innehäben dürfe. Captrin Wilson sagte, er seinerseits betrachte die Juden als Landesfremde. Mr. G. K. Maylor protestierte gegen die von einigen-Delegierten inszenierte I-udenhetze und betonte, ein britischer Jude sei ein ebenso guter Staatsbürger wie jeder andere Brite. Es wurde eine Zufatzresolution angenommen, daß Juden, die feit drei Generationen natura, lis ie r t sind, öffentliche Ae-mter 'bekleiden können sollen. * Das neue Wappen der Sowjet-Republik. Die Sowjet- Negierung, hat den Entschluß gefaßt, das bisher von der Republik Rußland geführte Wappen äbzuän-dern. Es 'bestand aus einer Sichel und einem Hammer, den Symbolen des Bauern- und des Arbeitefitandes, die sich in schräger Kreuzung in einem roten Schilde befanden. Nun 'ist diesen beiden Wahrzeichen ein drittes hinzugsfügt worden. Die Erdkugel, um kimdzugeben, daß der Bolschewismus über die ganze Welt ver- -breilet werden soll. Unter de-m Schilde erblickt man M Band nnt dem Spruch: .Proletarier aller Länder, vereinigt auch!" in russischer Sprache. Der doppel-köpfige Adler des -Zarenreiches soll damit endgültig a-ls russisches -Wappen abgeschafft le-in. * Bubenstreiche am Telephon. In den letzten Monaten fuhi: ein Unbekannter durch das Telephon die Feuerwehr wiederholt irre. Derartige Lumpereien kommen von Zeit zu Zeit vor. und es^ ist sicherlich im Interesse der Bevölkerung, w?rrn diese gewissenlosen „Spcßvögel" erwischt und de-: Bestrafung zuqeffihrt werden. Seit dem Mai d. I. kommen derartige Mystifikationen öfter vor. Am 12. Mai bekam die . Feuerwehr um 10 Uhr nachts die Meldung von einem Großf e u e x in der Hohenbergstwße; unter großem Aufsehen waren vier Auwlöschzüge ausgerückt, auch vier freiwillige Feuerwehren, waren zur Stelle. Die Meldung erwies sich als Z r r e f ü h r u n g. Auch weitere Alarmierungen erwiesen sich als falsch. Da viele Alarmierungen angebliche Brände im 12. Bezirke betreffen, ist anzunehmen, daß der Lump in diesem Bezirke wohnt. Abgesehen davon, daß durch jede Ausfahrt der Genlierndeverwaltung große Ausgaben verursacht werden, wird die Schlagfertigkeit dev Feuerwehr gemindert; denn zufällig kann es Vorkommen, daß während die Feuerwehr ihre Kräfte unnütz an einem Orte aufbietet. ein wirklicher Brand ausöricht. Es besteht auch die Befürchtung, daß durch die fortgesetzten mutwilligen Alarmierungen die Feuerbereitschaft dadurch gemindert werden könnte, daß sich bte Notwendigkeit ergeben könnte, bei telephonischen Meldungen sich erst durch Gegen ruf zu überzeugen, von wo aus der Anruf erfolgt ist. * Der „Professor" bleibt uns erhalten. In einer Ber- Irauensmännerversammlung des Pflichtverbandes der deutschösterreichischen Mittelschullehrer stellte Professor K e m e t t e r den Antrag, die amtliche Bezeichnung „Professor" gegen die EnVivalschungsbestvebnugLn zu schützen. So begrüßenswert auch die Bestrebungen seien, deutsche Bezeichnungen an die Stelle der Fremdwörter zu setzen, so habe sich doch die Bezeichnung „Professor" für die Letzter von Mittel- und Hochschulen eingeoürgert und eS jufa jkeine brauchbar Verdeutschung kür diKn, Wiener Morgenzeltung. _ Mitteilungen aus dem Publikum. vis Zionistische Bezirkssektion Brigittenau gratuliert ihrem Vorstandsmitglied Herrn S. Griffel und Frau zur BRITH MILA ihres Lohnes nnourn sm und mmte U I I \ |Mp K H., Karmelitermarkt m 11UOllLll mich und Wein um HHBBBHaBanBBHa Um Leopoldsgasse 31 Begriff. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und es bleibt vorderhand weiter beim „P r o fe-s s or". * Sicherheitspolizei gegen das Borkumlied. Die „Deutsche Zeitung" teilt mit, daß der preußische Innenminister Severing 14 Mann Sicherheitspolizei nach der Nordsee-Insel Borkum entsandt hat, die darüber wachen sollen, daß das Verbot des Spielens und des Absingens des traditionellen antisemitischen Borkumliedes durch die Kurkapelle und die Kurgäste eingehalten wird. Wegen Uebertretung dieses Verbotes wurde die polizeiliche Sperrstunde in den Gastwirtschaften verkürzt. * Milchverfchleiß an Sonntagen. Der Wiener Magistrat hat im Mai den Verschleiß von Milch und Milchprodukten an Sonntagen den Molkereierl und Milchgeschäften von 8 bis 10 Uhr vormittags und den Milchmeiern von 7 bis 8 Uhr früh und von 11 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags gestattet. Gegen diese Bestimmungen sind nun Bedenken laut geworden. Der Magistrat hat sich nun damit beschäftigt und vorallem festgestellt, daß noch in den stützen Vormittagsstunden mit der Bahn Mich nach Wien kommt. Es ist daher nicht möglich, daß die gestattete Sonntagsarbeit in ben Milchverschleißstellen auf eine frühere Stunde verlegt wird, da sonst die mit der Bahn in Wien einlangende Milch nicht mehr verwertet werden könnte und verderben müßte. Aus diesem Grunde bleiben die angeführten Berkaussstnnden an Sonntagen in Geltung. * Briefsend,lngcn nach außereuropäischen Landern. Wie die Wiener Handelskammer von der Generalpostdirektion erfährt, wird diese demnächst eine „Leitübersicht für Briefsendungen nach außereuropäischen Ländern" hevausgeben. Aus dieser Übersicht ist zu ersehen, bei welchen Postämtern solche Briefsendungen am günstigsten aufgegeben werden können, weiters die Art der Beiförderung sowie die Zeit (Schlußzeit), bis zu der sie aufgegeben werden müssen, um mit der angeführten Gelegenheit weitevgeleitet zu werden. Diese Leitübersicht ist daher für das Publikum, insbesondere für die Geschäftswelt sin wichtiger Behelf. Die Leitübersicht wird voraussichtlich vierteljährlich erscheinen. Sie kann bei den größeren Postämtern zum Preise von 2000 K. bezogen werden. In diesen Preis ist die kostenlose Nachlieferung der monatlich erscheinenden Deckblätter für jene Verbindungen mitinbegriffen, die voraussichtlich Aenderungen erfahren werden. * Neunte österreichische Klassenlotterie. Me Ernewerungssrist zur dritten Klasse endet am Abend des 6. August 1923. Die Ziehung der dritten Klasse findet Montag den 18. August 1923 im Ziehun-gssaale, Men, 3. Be§., Marxevgaffe 1, Parterre, statt; sie beginnt um 8 Uhr stich. Zu Beginn der Ziehung werden entsprechend dem neuen Schun-Kvorgaug die 200 Gewinnröllchen mit allen höheren Gewinnen der dritten Klasse in das Getwinnrad emgeilegt. Eine Eimählung der Schlußnummern findet be: der dritten Klaffe nicht statt, da diese Nummern bereits vor Beginn der Ziehung erster Klasse für die ganze Neunte Lotterie eingetzählt worden sind; dagegen wird die. Einschüttung der Vornnmmeru bei;eder Klaffe sp'.vlplangemätz so «ft vorgenommen werden, als Schlußnummern gezogen werden; dies wird im Verlause der Ziehung dritter Klaffe 26-mal der Fall sein. De zur dritten Klasse zur Ausgabe gelangten Loft sind wie die Lose der Vorklaffe auf einem mit dem Vordruck von Gelldnote-nlb'.ldern vetzsehenen Papier hevgesteltt. * Diese Preise spreche» für sich! Halbstorer (BonneS- Femmes) 29 K., BriseS-BiseS 5 K., Künstlervorhänge 39 K., Spitzenvorhange, 1.00 breit, pro Meter 7 K., Doppelbettdecken 95 K., alles aus Tüll. Etamin und Batist, Madrasvorhänge 95 K. Teppichhalls Seifner, 6. Bez., Mariahilfrrstraße Nr. 105. Preise in Tausendern. Heute ganztägig geöffnet. _ (Entgeltlich.)» Vereine, Vorträge und Bersammlnnge». Zionistirsche Sektion Zwischenbruck en, 20. Bez., Merhei-ligenplatz 17. Heut-e, 2 bis 3 Uhr nachmittag, hebräischer Kurs, 3 Uhr Vorlesung von Herrn S. Schwager. Di-enstag den 7. d. um 7 Uhr abends V-ortrag Dr. Sanöl Beer über ,Hygiene des Alltags". Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Bühne und Kunst. „Amor in Nikolsburg." Nenaifsancebühne. Amors Geschäfte besorgt in N'ikolsburg natürlich der alt« Schadchen Simon Brandts (ein naher B-erwandter ^es rühmlichst >bekannten alten Eltinger aus Povlitz), was jedoch^ nicht hindert, daß Amor selbst in Nikolsburg vrit Umgehung fernes dortigen Vertreters Herzen entzündet. Die dadurch entstandenen Verwirrungen im Geinüt -des Hevmlsgclbers -des „NikoLKburger Boten" und Buchldruckeveibesitzers Adolf Mellrsch und -der Papierhänd'lerin -und Loihbibliot-heksiinhaberm Regia Lampl renkt darm der aLte Mm-ger, will sagen Bva-ndeis, mit sern-er großväterlich klugen Ro-u.tine wieider ein -und stiftet zu den 136 glücklichen Ehen, die er aus dem Göw.rffen hat, noch zwei wei-tere. Mit dieser harm-losen Handvu-ng sind Armin Friedman n und Hans Kotiow nunmehr m die Renaissancebühne eingezogen, wo sie ein sommerlich-spärliches PulbMmr gebührend erheitern. Es wird im altbewährten Milivu munter darauf losgespi-M. Weit über den Durchschriitt -ist der alle Brcmdeis des Herrn Wittmann, der wohl das Nikolsburger Idiom nicht bcherrscht, dafür aber ganz augezeichneten.trockenen Hu-mor zum besten gibt und eine Gestellt schafft, die üben das klug Evfcchrene ahnen läßt, das eine schon aussterbende Generation alter, mährischer Juden umwittert. Sehr ergötzlich Siegfriod Hofer als der verliebte Repräsentant des geistigen Lebens von Nikolsbuvg; selbst einige bereits angejahrt« Ka- 4. U'Wch 1923 ♦ Mr. 1606 ------ -- - ..*( bavettkomikevmätzchen konnten .das Gosamtbivd seiner Darfteb lmvg nicht wesentlich beoi-nträchtigen. Es gab sonrmerUch tvav' men Beifall. ' S, S. Jüdischer Bunter Abend. Morgen Sonntag, 8 Uhr abends,, findet. im Vortragssaal Scholle (Dianabad), 2. Bez^ Lilienbrungasse 2, ein Jüdischer Bunter Abend statt, bei dem dt« Damen Lea Weint raub-Graf, CM Bell und dst Herren Isaak Deutsch, Simon Na tan, Michael Pr« iß, Weißmann, Adolf Silberstein, Mr. Burtown Mitwirken. Cs gelangen heitere und ernste Lieder, Kopien 6e< rühmter Schauspieler, Violinvorträge usw. zur Darbietung Karten am Tage der Veranstaltung in der „Scholle". Das Innsbrucker Stadttheater insolvent. Me die „JnnÄ brucker Nachrichten" melden, ist die Direktton des Inns« brucker Stadttheaters zahlungsunfähig geworden. Ein Kurator wurde mit der Einleituing eines Aus« gleichverfahrens, beziehttngsweife der Verwaltung der Konkursmasse betraut. Schillings Oper „Mona Lisa", welche vor mehreren Mo« naten bereits in italienischer Sprache in eimgen Großstädten Spaniens aufgeführt wurde, gelangt in der nächsten Saison in Italien zur Aufführung. Die Bearbeitung Kr du; italienischen Bühnen wurde vom Proifessor an der Wiener Musikakademie Dr. Eduard Traversa besorgt. Der letzte Enkel Lortzings gestorben. In München ist Kavl Krafft-Lo-rtzing, der ^letzte Enckül Albert Lortz-mgs, in diesen Tagen gestovber... Kvckfft-kSortzmg war lange Iahrv hindurch Musikdirektor in Innsbruck, ist als, Kapellmeister erster deutscher und österreichischer Bühnen tätig gewesen und ist bekannt als Kompanist der Opem ,Me Löwenbrant", ,/Die drei Wahrzeichen", ,Der Go-lldschuh". ,^rau Httt". Ein Mllet-Museum. In Barbizon D jetzt, das Haus, das Millet jechrzehntelang am Rar.de des Wa>!des von Fontainebleau bewohnt und wo er alle seine Hauptwerke gemalt hat, von zwei Malern ter OesifeM-liichksit gestiftet worden. Dazu sind Zeichuungen, Auto-graphen, ^Dalletttz umd Pmfel, der Favbeuik-astem des Meisters in der Stifttmg. Das Millat- Haus soll nun in den albten Zustand versetzt werden- und als Mcheum geöffnet bleiben. Ein großer Theatererfolg und sein« Ursache. Aus Paris wiÄ gemeldet: Eine stamMische SchriftstelleM-, die in der Provinz lebt, Fräulein Portron, hatte dem Pariser Theater Pre Catal-an ihr dr-eiakttges Stück ,Der S ch u Ft e r und der Bankier" eingereicht. Das Stück wurde angienommen und sinfbudiert. Zur Premiere kam Fräulein Portron mach Paris. Aber sie mußte etwas Seltsames erleben. Nach dem' zweiten Akt war das Stück aus, das PuiblAum Watschte lebhafter» Beifall, der eiserne Borlhang senkte sich und alles ging nach Hause. .Wo bleibt mein dritter M?"^f-chvie Fräulein Portwn. ,Melcher dritte Akt?" ^fragte der Direktor erstaunt. Es stellte sich herMs, daß die Dichterin, als sie das Stück einsendete, dm dritten W. der besonders geheftet war, michü mitgeschickt hatte. Er lag noch im Kastm. Der Direktor. Schauspreler. Publikum, die Kv'vtA hatten gefunden, das zweiaktige Stück sei ausgeMichnet> und Fräuleir.« Poriron hatte ihren dritten Akt im Kastm. Eine spanische Goldschmiedeausstellung. Eine Ausstellung, wie man sie im gl-oichm Glanz in keinem anderen Tar.de zu fther.»' bekommen kann, wird jetzt im Bibliothekkspalast zu Madrid von der >G esellsch-aft der spanischen Kunstfreunde veranstcktet. Es handelt sich um künstlerische ErzeuM-iffe in GdelmMllm, die sich Haupffäch-M in spaUilschem Privakbesitz befinden, und zwar hat man ausdrücklich auf das kostbare Mrchmgerät verKichtst und r.mr solche Werke berücksicht-igt. die Prbsarveu Zwecken gedient habend. Alfred Deuttani, der in der bekamrtm KunsWitschvift ,Dercioerane" darüber bevich-töt, schreibt: ,Man könnte meinen, in Wi Bäbas Wun- -derhLW versetzt zu ftir>». Diese AnhäufMg von durch Arbeit uüd Material doppel>t kostbarien Gegenständen ist direkt verblüffend und gibt -einen BegvM von dem fabelhaften Reichtum an Morischean Besitz, der auch heute noch in den Palästen der spanischen Aristoik-ratie aMestapeilt ist. Die Gefahr, der Uäbwffuß an KosLbavMen köwre brutal und unkünstl-erisch wirken, ist aufs Geschickteste -vermieden worden, indenr hin und wieder das Auge durch wertvolle Teppiche, Gobelins, alt-eriümViche Möbel, Gemälde abigelenkt wird." Gerade aber auf der Ppvsnäischm HalbiMl hat die Kunst der Goldu-nd Silberschmielde ftit grauer Vorzeit besonders in Blüte gestandm, weil hier reiche Lager, an Edelmetallen vorhanden waren, die schon von den Phöniziern ausgebe-utet wurden. Die Araber brachten die TechM zur höchsten BoMomm-enheii-t, und der Zustrom von Gold nach der Gutdecku-ug der Äiwlen Welt bot weiter reiches Material, das zu den kostbarsten Kunstwerken verarbeitet wurde. Die Ausstellung beginnt mit den frühesten Höhbenifunden und brirgt da-nn.Gebrauchs- und Schmuckgegsnstände aus der Zeit der Mömzier, Keltiberer, Römer, Westgoten. Währe-nd dilche Mteilmrg hauptsächlich ons den Museen zusarmwe-ugebracht worden ist. stammen die Kuivstwevke des Mittelallers rrnd der Neuzeit, die bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts reichen, fast ausschlieWich von Pttvatperisonen.^ Es ist uralter, von Geschlecht zu Geschlecht vererbter Fanttlienbesitz, auf den die Spaiwier so stolz sind und der sich hier itt seiner ganzen Herrlichkeit offenlbart. Am de« Theatern. Dolksoper. Heute: „DEe schön« Helena" tttifc Frau Verth-Kummer a. G. in der Titelrolle und Herrn Schürrnann als Paris. Beginn halb 6 Uhr. Gerichtssaal. Liebenswürdigkeiten. Die Svoüoda ist Hausmeisterin. Wiener Hausmeisterinuen nehmen es, wenn sie schimpfen, mit ihren Worten nicht so .genau, und als die rasche Frau Bvoboda einmal mit der Frau des im Hause wohnenden Kellners Neural in Streit geriet, da ging es los: „Jüdissche Kanaille! Dreckfarr! Saujüdin!" Der Zusammensetzungen mit dem Wort Iud und Jüdin gibt es ja genug, und die HauS- Meisterin Wie wahrscheinlich noch eine ganze Menge sblcher Schimpfwörter gefunden. Die Frau Marie Neuvat hatte an den wenigen Proben hausmeisterlicher AuSdvucksweise hinlänglich^ genug und Nagte das rabiate Weibsbild wegen Ehren'bsleidiigung. Bei der Verhandlung stellte es sich heraus, daß die Beschimpfte gar keine Jüdin, geschweige denn eine Saujüdin ist. Für die Hausmeisterin ist eben jeder Mensch, der nicht so ibeirtt und so aussicht wie sie selbst, einfach ein ftufo. Eine Ansicht, mit der sie M Wien gewiß nicht vereiMSlt dastcht. ©e* Richter verurteilte die Hausmeiifterrn, die von Sausuden sicher ganz gerne Extvabezahlungen und sonstige Sportobn nehmen wird, zu 100.000 K. Geldstrafe. Zu unserer gestrigen Notiz: „Das her au8 gelockte Gebiß" -ersucht uns die Siandesvertretung der befugten Zahnbechniker Wiens und NwderösterreichS ftstzustellen, -daß der als Zahntechniker bezeichnote August L i ch t o n b e r g e r kein befugter Zahntechniker ist und demnach nickt das Recht ha< eolbuteichuffLe Attbsiüm

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