Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1607 (3.8.1923)
- Date
- 1923-08-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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«Mfc w . fflteit, QMM» . ... '.. MlSI« SMall Etniges von der Hakoqh. Ermge Wiener Zei-tuinyen berichteten, daß öei der Ha- «scch eine Avise ausgebrochen sei. Die erzählten von Rücktvitten beüväihrter Funktionäre und von einer Massenflidcht der- Spieler. Diese Nachrichten entsprechen keineswegs den Tatsachen. Wohl haben einige VorstondsmÄglieder ihre Mandate Mrückgelegt, doch ließen sich diese Herren in ihrer Handlungsweise nur aus Gründen privater Natur leiten, Vor allem bedauert die Hakoah die Demission ihres markantesten Führers Artur Bear. 'der fast seit der Gründung des Vereines die Fußballsektion 'leitet. Es ist begreiflich, daß Artur Baar nach Mölfjähriger. aufopferungsvoller Cäsigkeit sich nach Ruhe sehnt, doch find wir dessen sicher, daß er sofort wieder-zur Stelle sein wird, wem: ihn die Hakoah braucht. Die Nachricht, daß der Leiter der Leichtiathletiksektion Dr. Fviedmann ausgeschieden sei, entspricht nicht den Tatsachen. Tr. Friedmann, der sich derzeit in Deutschland aufhält, wird nach feiner Rückkehr auch weiterhin in der Leichtathletiksektion tätig sein. Da seit der Abreise von Art. Hirschler dessen Posten verwaist ist. wurde Dr. Krenberger an seine Stelle berufen, wobei letzterer auch die erste SeÄionslerterstelle übernimmt. Im Zusammenhang mit der angeblichen Krise wußten die Tageszeitungen auch zu berichten, daß der zweite Vorsitzende der Fußballseltion ausgefchieden sei. Auch diese Nachricht entspricht nicht dem Sachverhalt. Artur Feßler hat schon vor mehreren Wochen wegen beruflicher veberbürdung die zweite Sektwnsleiterstelle zurückgelegt, doch fungiert er auch weiterhin als Vertreter der Hakoah im Spielmisschuß 'der ersten Klasse. Es entspricht auch nicht den Tatsachen, daß bei der Hakoah provisorisch ein Direktorium gewählt wurde, das vorüberg-chend den Verein leitet. Die Klubleitung amtiert nach wie vor, nur wurde an Stelle des zurückgetretenen Vorsitzenden im Fußballausschuß Dr. Korner mit diesem Amt betraut, ihm sichen die Herren Baltaxe und Herbst unterstützend beiseite. Was die Massenflucht der Spieler anbetrisist, können wir seststellen, daß daran kein wahres Wort ist. Me Hakoah hat es immer , als ihre erste Pflichr angesehen, für die Verbreidrng und Verinnerlichung der jüdischen Sportbewegung M wirken. Diesen Zwecken dienend hat sie schon seit Jahren zahlreiche Mitglieder, deren Berus es gestattete, Brudervereinen überlassen, wo die Hakoahner als Lehrer große Erfolge aufzUweisen hatten. Wir veckweisen nur auf Gansl 1 (-derzeit Makkabi, Agram), Dickler (derzeit Aiakkabi, Ezernotoitz), Freund (derzeit Makkabi. Proßuitz), Finko (derzeit Hakoah, Graz), Kolb (derzeit Makkabi, Brüssel), Meier 1 (derzeit Ma-Labi, New-Z)orik), Pardo (derzeit Makkabi, Sofia). Lu-mek (derzeit Makkabi, Iafia). Schmorak (derzeit Makkabi. Haifa), Ing. RoseniihÄ (derzeit Makkabi, Tel-Äwiw). Vorübergehend waren I-uhn 1 in Prag, Weltner in Mahrisch-Ostrau. Sträußler in Biekltz, Läwrtus in Brünn, Spmrer in Bukarest und Jula Schwarz in Mausenburg tätig. Ueberall traten die' Hakoahner als Pioniere des Indischen Sportes aus, und ihrem Wirken ist e§ nicht zuletzt zuzuschreiben. 'daß die indische Sporbb-öwegun-g überall einen ungeahnten Ausschwung genommen hat. Jszo Gansl und Fritz Molnar sind nun den gleichen Weg gegangen.' Elfterer stellte sich dem Makkabi (Czernowitz) zur VevfiMMg, doch ist es gewiß, daß er jederzeit zur .Hakoah zurückkchren wird, wenn sie ihn braucht. Fritz Dtolnar /übersiedelte aus beruflichen Gründen nach Antwerpen, wo er ebenfalls beim Makkabi als Lchrer und Funktionär wirken wird. Bon einer SPielerflucht kann' umsoweniger die Rede sein, als die Hakoah sonst keinen Abgang zu beklagen hat. Finnland—Oesterreich. Tie Mannschaft Finnlands, die am 15. d. auf der Hohen Garte der österreichischen Nationalmannschaft entgegentreten wird lautet: Tammisalo; Wickström, Lydman; Stormbom, Soinio. Mantila; Aström, Thorn, Eklöf, Linna, Kelin. Es ist die beste Mannschaft, die Finnland derzeit aus die Beine zu bringen vermag. Dieses finnische Team spielte vor vier Wochen gegen Schweden in Geiste 4:5. Alle Spieler sind alte Internationale. Die finnische Expedition, die nach dem Länderspiele gegen Deutschland am 12. d. in Dresden, in Wien am 14. d. eintresfen wird, besteht aus 15 Spielern und zwei Begleitern. Als Leiter der finnisHen Expedition fungiert der finnische Derbandssekretär Karl Soinio. Der W. A. F. in Polen. (Von unserem Korrespondenten.) Als zweiter Wiener Verein gastierte der W. A. F. Samstag und Sonntag in Lemberg. Die HüttÄdovfer, die mit Ersatz für die gesamte Verteidigung und für Fischera eingdtrofsen waren, erzielten demgemäß migünftrge Rchultcüte. Das erste Spiel lieferte der W. A. F. 'der Hasmonea. Die Wiener stellten folgende Mannschaft'. Saft; KveiHer, Wind; Menzel. Roi, Lambert; Czerni, Schmidt, Körner, Bachmatzer, HerOa. Has-> monea trat mit Ers-atz für Zucker an, überdies wurde Schreier versetzt. Die erste Spielhälfte verlief vollkkoinmen offen und gelang cs Hasmonea, eine Viertelstunde nach Beginn durch Werter den ersten Treffer zu erzielen. Erst knapp vor Halbzeit kann der W. A. F. ausgleicheu. Die zweite Spielzeit sieht den W. A. F. mchr im Angriff, doch die sicheren' Verteidiger von Hasmonea, Redter und Birnbach, leisteten glänzende Abwehrarbeit. Erst knapp vor Schluß fiel das fiegbringende Tor für W. A. F. durch Körner, dessen planmäßige BallverteiMüg allgemein auffiel. Das Spiel des Sonntags Mischen W. A. F. und Pogoii, zu dem die Wiener mit fast der gleichen Mannschaft wie gegen Hasmonea antraten, endete mit einem verdienten 3:l4Sieg des polnischen Meisters. Der W. A. F. hatte eine sehr schwache Verteidigung zur Stelle. Die flinken Pogoii-Stürmer durchbrachen oft die gegnerische Hintermannschaft, und nur Schußpech brachte den Meister, insbesondere^ zu Beginn des Wettspiels, um so manchen Treffer. Die' erste Hälfte brachte anfangs eine starte Ueberlegenheit Pogons, die aber zu keinem Erfolg führte. Allmählich befreien sich die Wiener, übenspielen in schönen KvnMnationszügen die gegnerische Deckung, vor dem Tor aber waren sie mit ihrem Latein zu Ende. Die achte Minute nach Halbzeit brachte Pogon durch den Zenterstürmer Kuchar den ersten Treffer und bald darauf den zweiten durch den rechten Flügelmann. W. A. F. raffte sich nun zu gefährlichen Angriffen auf, wobei einer zu dem einzigen Erfolg der Wiener, die fortdauernd Werlegen waren, führte. In den letzten Minuten des Spieles, als die Wiener die Hoffnung auf den Ausgleich aufgaben, erzielte Pogon nach einem effektvollen Durchbruch ein drittes Tor. Das faire, technisch hochstehende Spiel der Wiener, die in Achatzy, Körner und Bach',mat)er ihre besten Kräfte hatten, wird dem Sportpublikum in angenehmer Erinnerung bleiben. Bei Pogon glänzten Bätsch und Stonecki. x. y. Jüdischer Sportverband. Das Sekretariat bleibt bis zum 15. August geschlossen. In Sofia spielte der Bukarester Meister Tri colo r gegen Sparta 6:0, unterlag aber gegen Lewsky 0:1 und gegen Slavia 0:2. Alle Kursteilnehmer der Schiedsrichtergrnppe Ing. Baum haben sich Sonntag den 5. d. auf dem Redstar-Wren-West-Platze einzufinden. Pflichtkarten zu diesen Spielen können im Sekretariat des W. F. V. heute Freitag oder morgen Samstag behoben werden. Der Sportklub Red Star veranstaltet in der Heit vom 5. bis 12. d. aus Anlaß seines zwanzigjährigen Gründungsjubiläums auf dem eigenen Platz bedeutende Fußballspiele. Am 5. d. treten die Ottakringer gegen Slovan an. (Schiedsrichter Plhak.) Am 9. d. ist Rapid der Gegner der Zweitklassigen. (Schiedsrichter Gartuer.) Das letzte Treffen bestreitet dann die Hakoah am 12. d, gegen Red Star. (Schiedsrichter Korkes.) Preßbiurg—Breslau. Dieser Stähtekamps findet am 19. d. in Breslau statt. Makkabi lProßnitz) besiegte den S. K. Hodolany 4:2 (1:1). Rumänien absolviert in der Herbstsaison zwei weitere Länderspiele: am 2. September in Lemberg gegen Polen und am 14. Oktober in Agram gegen Jugoslawien. In Lodz siegte der D. S. V. Troppan gegen Lodz mit 2:1. .3. Ächuft IM "_ Nr. IM, Vöslauer Sommerteam 2—(Stettttattia (Böslau) 2 7tj (4:0). Sicherer Sieg der Kurgste, deren Stürmer es verstehen, die Ueberlegenheit m Tore mnzufetzen. Die Tore für das B. S. T. schoM: Hurwitz 1 (Z), Koriynehl 2 (2), Goldmann und Wachs 2. Aufstellung: Hurwitz 2; GuÄ), Ma-Mer: DeutsA, Lustig, Zellenka; Goldmann, Wachs 2, Kvrnmchl 2, Hurwitz 1. Lmdner. . * Leichtathlet». Die Göteborger ÖttimPistKe. Jüdische Olhmpioniken. Die in allen Ländern machtvoll anMrebeM Misch» SportbeweMng hat das. in MMnMschen Kveiisen gerrkolportierte Märchen von der kövpsevlichen i^nfer'ivviiät der Finden längst zerstreut. Immer und immer wred.er aber hört man die Gchaiuptimg. daß die degmerierte südische Rafft es infolge ihrer ZähWeiit wohl zu eitu.'m ,gew!issen Durchschnitt spvvMcher LeistM>6sfähiÄei,t gebracht habe, Höchstieistungen. an oll>mpischen Maßen ge>>nesl'en, aber den Juden unerreichbar feiten. Die f'iMgste Gbteborger Olympiade hat auch die Haltlvsigkeit ditcher Ansicht bewidseu. Göteborg hat bswieisLN, daß die Juden — schein all« Bov'bvdinMNgein die gleichen sind — so gut oder so schlecht sind wie die. arischen Sportkollogen. Es ist gewiß wicht'uninteressant, daß unter den wenigen südischar« Teilnehmern an den Göteiborg.'r Spielen sich .gerade jene ^hervortaten, die irr den Nordländern zu Hause sind. Nicht di« Rasse also U es. von der die sportliche LeislU'rigsisälsigkeit,äbhängt, sondern vNmchr die Lc-bensMöKZ>Ike1ten, und die sind, vom StmvdpuM - des Sporttreibenden aus, im Norden dir günstigsten. Die Göteborger Spiele haben eir.iean iüdisch>e,n Athleten Sieqesebren gebracht, und War dem sinnischen 'Juden Katz. Dioser Läuftr, in seinem Aeußern ein 'wenig dem Hakoahner Klein ähnelnd, ist ein schlanker, gut gewach'scuer Bursche von 34 Jahren. Er läuift einen bler.deüden Stil und' erzielte als Sieger im Z000: Meter-Hindernisrennen, einer sehr aufreibenden und schwi-weu Konkurrenz, eine Zeit, die weilt besser ist als jene, die der Sieger von Stockholm 19>12 in der gleichen, Konkurrenz erzielt hat. Ms man uach d-uu R'er.nerr zu Katz in die Kabine kam. um «ihn zu begsückwünscheu und zu einem ueueMcherr Sieg der finnischen Färber: zu gratulieren, erklärte w spontan: Ich bin kein Firne, sondern Jude! Ich trage nur 'finn'ische Dreß, weil ich von Finnland enisendet bin. Katz gehört in seiner Heimatstadt Helsinalsors einem jüdischen Spovtveve'in an, der anch eine sehr s-Pielstarbr Fußballmannschaft besitzt, die ihre Spiele fast immer reicht nur gegen die gegnerische Mannschaft, sondern auch gegen die jnderrse:Blichen Züschauerurassen auszutragen hat. Katz' Sieg in: Hindernisrennen war übrigens nicht sein einziger Göteborger Triumph. Irn 3000 Meter-Flachlaufeu war er der >.':-r«r:ge, der dein in Welltrekordzeit larrfenden Wide einiges Wm Auflösen gab. Katz wurde in hervorragender Zeit Zweiter. Finnische SportautoritätHn, die Katz' SpovÄarriere von: Anfang an verfolgt haben, erwarten von iifynr im nächsten Jahre Weltrekords. Noch zwei andere interessante Typen jüdischer Sportleute sah man auf der Göteborger Olympiade: Den finnischen Kurzstreckler Drisin, der seinem Land den Sieg in der 4 mal 100 MeteE'tasi.'tte emtrug. und den schwedischen Marachoüläulser Gutmann, der in bester Kondition an zwölfter St-clle eirEam. Beide ■ sind auf den elften Mick als Inden zu erkennen, nberid'ies bekennen sie sich auch als Ratio«, nallsuden. Ihre Erfolge wurden vom obftktivien schweldischen Sportpublikum nicht weniger enlhulsiastisch gefeiert Fs di« aller anderen Sieger von Göteborg. In Hannover gab es bei den urrAdeutschen Meister. s>ch«aftLn u. a. folgende Eraebgisse: Westermaün gewänn 10b Meter in 11,1 ustd 200 Meter in. 2Z Sek., Dieckmann di< 5000 Meter in 15:40,2, Kulp der: Hochsprrrug mit 176 Zentimeter. Aus den Veveinen. Hakoah. Heute um 7 Uhr abends äußerst wichtig» Sitzung der Fußbalksektio-n. Erscheinen aller Herren Pflicht. Hazair. Samstag um 8 Uhr im Klubheim, 2, Be-., Prailwstraße 11 (Wiener Bürgercafe). BoMersarrrurluag dar Fußballseiktion. Tagesordnirng: 1. Reise in die Tschecho« Slowakei. 2. Die komnrende.Saison. Sämtliche Mitglieder der Fußballseiktion und Teilrrelhmer -an der Reise haben zuiver« lässig zu erscheinen. Sonntag Wettspiel mit w>:i Mannschaften in der Provinz. K-adimah. Dienstag den 7. d. um 8 Uhr Mitgliedervollvevsammlung. Donnerstag den 16. d. um 8 U!hr im «Klulb» heim außerordentliche Gsucraliverisamm-lung. Anträge müssen bis 10. d. schriftt'ich ein gereicht Werder:. m s *Theater von heute =g ÜOIkSOpCT: Der Freischütz 7 UJr. Katömmpkle: Haben Sie nichts zu verzollen? 7 — Die Geheimnisse von Paris 10 HmUsance-BüUn«: Amor in Nikolsburg r/,8 Ar. livmöüiea-aur: Die Maschinenstürmer 7 RaitMUtd-ÜKattf: Vierzehn Tage Arrest J/28 ßarlfteater: Galante Nacht y«8 UJr. Lörgertberter: Die Dame aus dem Schlafwagen 798 Ar. StaflltlKater* Eür Jahr ohne Liebe V-8 Ltzklrpirlttiestei' (Gastspiel des Tegernseer Bauerntheaters): Die Braut aus der Stadt 7$8 öergvilgusgrpgrll; Intern. Dmnen-Boxkämpfe rc. rc. Großes Militärkonzert IVM§c«L BOHNE (Hotel Stephanie), II., Taborstrasse 12 Morgen Samstag den 4. und Sonntag den 5. August 1923 GASTSPIEL LEOPOLD JUNGWIRTH NEU! Zorn erstenmal in Wien NEU! 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