Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1601 (28.7.1923)
- Date
- 1923-07-28
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 160i Wien, Samstag Wiener MongenzebLunA. Seite 11 28. Juli im fiBBW Fußball. Gke jüdische Sportbewegung am Scheideweg. IV.*) Herr Direktor Gustav Spiegle r, der Präsident des Jüdischen Sportverbandes, äußerte sich zu dem von uns angeschnittenen Themm wii folgt: Ihrer Aufforderung, mich zum Thema „Jüdische Sportbewegung" zu äußern, komme ich zwar gerne nach, muß aber erklären, daß mir die bereits veröffentlichten Artikel etwas contra coeur gegangen sind. Dies vor allem deshalb, weil zu einer Mavke „Die jüdische Sportbewegung auf den: Scheidewege" kein Anlaß vorhanden ist. Ueber Ziel und Zweck der Bewegung ist schon so viel gesprochen und auch geschrieben worden, daß eine weiteve Erörterung der Ziele sich erübrigt. Wir wissen genau, waS die jüdische Sportbewegung will. Ob der Weg, den wir ainschlagen, beziehungsweise das Tempo zur Erreichung des gesteckten Zieles, die Billigung aller findet, ist eine andere Sache. Die Auffassung darüber ist verschieden, j« nachdem der betrachtende Beurteiler sich theoretisch oder praktisch mit der Bewegung beschäftigt. Auch das Alter und der Grad der Erfahrung hinsichtlich der Entwicklung von Massenbewegungen spielen dabei eine Rolle. Und die jüdische Sportbewegung ist za — und damit ist eines der Ziele der Erfüllung nahe — eine Massenbewegung. Daß natürlich die Qualität mit der Quantität nicht gleichen Schritt halten formte, ist kein Spezifikum der jüdischen Sportbewegung, sondern ein allen plötzlich groß gewordenen Bewegungen anhaftendes Manko. Der Theoretiker, von dem tch vorher sprach, wird nun ein Lamento über diese Differenz zwischen Quantität und Qualität anstimmen, alle möglichen Umstände anführen, über Fehler der Führer und Geführten sich des laugen und breiten auslassen, vor allem aber eine lange Liste von Forderungen aufstellen, insbesondere nach „Vertiefung", „Erziehung im zionistischen Sinne" usw. Sicherlich sehr schone Ideale! Wie weit muß aber das Ideal von der Wirklichkeit entfernt bleiben! Dies sieht allerdings nur der ein, der praktisch an der Bewegung mitarbeitet. Wir haben es xben mit Menschen und ihren Fehlern zu tun. Der Einsichtige wird dabei an die Till Eulenspiegel-Geschichte vom Wagenlenker'denken. Als dieser aus dem Wege Till Eulenspiegel fragte, wie lauge er noch zur Stadt brauchegab ihm Eulenspiegel zur Antwort: Wenn du langsam fährst, bist du in zwei Stunden dort, wenn du aber schnell fährst, brauchst du länger oder kommst überhaupt nicht hin. Dies scheint absurd zu sein, doch war es richtig.Lenn Eulenspiegel kannte den Weg und wußte, daß die schlechte Straße dem schnellfahrenden Wagen gefährlich werden würde und unbedingt zu einer Havarie des Wagens führen müsse. Zur Ausbesserung des Schadens ist aber mehr Zeit nötig als der Wagen zur Zurückbegung des Weges bei langsamer, vorsichtiger Fahrt gebraucht hätte. Analog liegt die Sache mit der jüdischen Sportbewegung. Selbstverständlich muß es das Streben aller Führer der Bewegung sein, das gesteckte Ziel zu erreichen, vor allem die Qualität der Quantität anzugbeichen. Eines, und wie ich glaube, etwas sehr wichtiges, ist in dieser Beziehung schon erreicht. Vor Jahren-war es .nur die Hakoah, die ein kleines Häuflein selbstbewußter Juden in ihren Neihen hatte die frei und offen in aller Welt mit dem Zionssterire auf der Brust auftrateu. Alle übrigen Juden standen der jüdischen Sportbewegung indifferent, wenn nicht gar feindlich gegenüber. Heule verfugen wir über viele Tausende jüdischer Sportler, denen die Pioniere der Hakoah den Weg gewiesen haben, sie bekennen sich offen als Juden und der Zionistischen Organisation zugchörig. Das sieht im ersten Moment zwar unbedeutend aus, ist aber mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse, unter denen wir Juden in der Galuth von Mittel¬ und Osteuropa leben, von kolossaler Bedeutung, es ist gewisser-, maßen das Staatßgmndgesetz, auf dem erst alle anderen Forderungen der jüdischen Sportbewegung aufgebaut werden können. Meiner Meinung nach wäre cs verfrüht, bevor dieses »Staatsgrundgesetz" allen jüdischen Sportlern in Fleisch und Blut «übergangen ist, in überstürzter Weise weiterbauen zu wollen. Das soll natürlich nicht heißen, daß wir stillstehm sollen. Nein! Wir sollen nur nicht durch allzuviel Theorien in zionistischen Dingen die jüdischen Sportler vom Hauptzweck — körperliche Regeneration des jüdischen Volkes — ablenken. (Fortsetzung folgt.) *) Siebe „Wiener Morgenzeitung" vom 26. und 2‘J. Juni sowie vom 3. Juli b. I. Die Hakoah in Rumänien. Ein dritter Steg in Czernowitz. (Drahtbericht der „Wiener Morgenzeitnrog".) Am Donnerstag trug die Hakoah das dritte Spiel in Czernowitz aus. Diesmal hatte sie ein Städtetcam zum Gegner, ldas mit 6:0, Paufe 2:0. glatt albgeisertim wunde. Die Tore schossen Häusler (2). Slntzky (2) und Hunter. Dem Spiel wdynten trotz des Wochentages 4000 Zuschauer bei. Die Anrateure in Schweden. Ein neuerlicher Sieg in Malmö. (Drahtbericht der „Wiener Morgenzeilurog".) Die Amateure schlugen aut Mittwoch i-n ihrem letzten Spiel der diesjährigen Nordlandsreise den F. C. Malmö 4:3 (2:2). Schaffer/ der trotz Fieber antrat, spielte zuerst Haff, dann Back. Die Tore schossen Wieser. Hansl und Kalman Konrad. Die Hakoah in Czernowitz. (Bon uniferem ständigen Czerndwitzer Korrespondenten.) .Der Wunlsch der Bukowmaer Sportgomeinlde nach einem Wiederscchen mit «den Wiener Sporbgenosim aus der Hakoah war fürwahr ein aulfrichttger, denn sonst wäre er nicht so präzis.in Erfüllung gog-anMn. Hatte das erste Auftreten der Wiener Hakoah in Czernowitz im Juli 1021 die Grundlagen zur Anknüpfung von sportlichen Beziehungen .swischear Wien und Czernowitz gäsch affen, so ward es bei ihrem Wiedererscheinen rnt Jahre 1022 bereits unbestreitbare Tatsache, daß dieses Berhälknis im Interesse der Hebung unld Ausdehnung des einheimischen Fußlballsportes gepflegt und gefestigt werden mlüsie unld in dickem Sinne waren die Juilispiele 1023 wahre Festtage des Fußballsportes für die SPort'beflissenen des Lattdes. Akn Freitag den 20. d. trafen die Hakoahner unter Führung des Herrn 'Fleischer am Hauptbahnhof in Czernowitz ein. Eine große Men» chenm enge hatte sich zum Empfange der, bereits Gutbokannten ei'ngcfurode-n und - bereitete den Gästen große Ovationen. Namens des Brokowinaer NegionaWomitees begrüßte Vizepräsident Herr Major Römer die Gäste aufs herzlichste und betonte in seinen markanten Begrüßungs- Worten t die Bedeutung der sportlichen Beziehungen Mischen Deutschösterreich und Rumänien, deren Stärkung nur von gedeihlichem Erfolge sein kann. Namens des Mcckkabi hielt Herr Dr. Rubl eine kurze Begrüßungsansprache und hieß die SpyrtbrÄdcr aus dem Westen willkommen. Hierauf wurden die Gäste in die Stadt geleitet, wo sie wieder Gegenstand herzlicher Ovationen waren. Am Samstag den 21. d. trat die Hakoah gegen den rumänischen Klub Dragos Voda am Makkabi-Watz an. Dragos Voda ist im Jahre 1900 unter dem ursprünglichen Titel Duruerinea siporkwa Roma na din Cernauti gegründet worden. Der Verein entfaltete eine ersprießliche Tätigkeit und .schlug im Jahre 1012 den damals spiefftävVsten Klub der Buko- , Wilna. BaA, mit 1:0. Infirfge der..Kriegserei'gmsfe wurde auch . die Entwicklung des Vereines unterbrochen. Im Jahre 1919 lebte der Verein wieder auf und erhielt den Namen Dragos Voda. Er erreichte in der Frühjahrsmeisterischast 1920 die dritte Stelle» in der Herbstsaison ^gelanig es chm sogar, di>e -weite zu erlangen. Seit jener Zeit zeigte Dragos Voda ein Bestreben, nach vorwärts zu kommen und gibt für jeden Brokowinaer Klub einen zähen Gegner ab. Am 23. Juli 1921 trat Drages Voda zum ersten Male gegen Hakoah an und ergab das Spiel das Resultat 11:2 (5:0). Im Jahre 1922 wurde Dragos Voda mit einem Resultate von 6:d von Hakoah geschlagen. Heuer unterlag die Mannschaft 13:0 (6:0). Dieser Bombenerfolg der Hakoah ließ erkennen, daß sie seit dem letzten Czernowitzer Debüt im Vorjahre viel x\x punkto Technik und Kombination gewonnen habe. Dragos Voda. der sonst gute Leistungen bot, War diesmal völlig aus dem Konzept. $Itor Sonntag den 32. d. fand das Troffen Hakoah— Makkabi statt. Die bisherigen Spiele Makkabis mit dem Wiener Brudevvevein endeten wie folgt: Am 28. Juli 1931 10:0 (3:0), am 13. Juli 1922 6:3 und am 22.'d. 8:0 (2:0) sämtliche mit dem Siege für Hakoah. Wenn auch der Makkab! glänzende Attbeit verrichtete, so ließ ihn der weit überlegene Gegner gar Zu oft empfinden, daß er noch manches hinzuzulernen habe. ■ An beiden Tagen war ein Massenbesuch zu verzeichnen und ist bei dem für die Hakoah-Spiele obiwalterodsm Interesse zu ewatten, daß die Frequenz des am 2g. d. am. Czernowrtzer R>ason mit deui Städteteam stattfindenden Zieles OopsttxUt 1VSS Nachdruck verboten. bYR.L5wit-Verlae,WIen*Letprit:. (49. Fortsetzung.) 8n Polens Wäldern. Roman von I. Opatofchu. klntorisierte UebertraMng aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Kapitel 3. / Der Abtrünnige. Zu Tränen gerührt wandte sich Mordechai ab; er wollte allein bleibm. Schmerz um Rabbi Mendele erfüllte ihn. Auch Reb Jtsche wich er aus. str stiog üiber das Holz, das an einer Seite des Hofes lag und schwere Gedanken legten sich auf ihn. Da hörte er seinen Namen rufen; er erkannte Schmiels Stimme und' wandte sich unwillig um. ' „Nun, wie gestillt dir Reb Jtsche?" — Schmiel lächelte, — „er ist ja gefährlicher als der bloßfüßige Israel!" Mordechai sah Schmiel an, ohne zu antworten. f „Hinter dem ganzen Karneval da auf dem Hof" •— Schmiel wurde hitzig — „steckt doch Reb Jtsche! Ochne ihn hätte der Moralprediger es doch nicht gewagt vor dem ganzen Volt den Rabbi zu schmähen! Und wie der dem/utige Herr, Reb Jtsche. nämlich, dann Rabbi Mendele #it Mßen gefallen ist! Der Rabbi hat ihn aber weggestostM ev kennt ihn ausgezeichnet! Natürlich" — Schmiel fatz^ Mordechai am Rock —, „da geht ein junger Mensch he'rum und glotzt mit den Augen; er kann etluas, mein Gott,, ich kann auch etwas, muH man . da solches Geschrei machen? Ich .sage es dir offen, Reb Jtsche will Nabbi werden! Er wird sich, von nichts abhalten lassen! Jedes seiner Worte geht von Mund au Mund und gähnt &% um, so machen sie schon daraus ein Wesen! Mas brauchst du mehr? Es ist noch kein Tag vergangen, seit Reb Jtsche in Kost ist und der ganze Hause Weiber, ich übertreibe nicht, läuft zu ihm; nun was sagst du dazu? Rabbi Mendele hat keine Weiber vor sich gelassen!" ,»Hvr^ zu," unterbrach ihn Mordechai, „ich bin todhangrig und habe feine Tust, nach Haufe zu gehen; weißt du vielleicht, wo man da etwas zu essen bekommen kann?" „Natürlich weiß ich es, komm', ich werde dich führen!" — Schmiel zog Mordechai beim Aevmel und schleppte ihn mät sich fort. Sie kanten aus den Markt. Die Kränier saßen schläfrig in den Türen, kauten Bart und Schnurrbart und schauten auf Len leeren Markt, in dessen Mitte eine alte Kirche mit zwei hohen Türmen stand. Die Türme, bohrten sich mit ihren Kreuzen in den Himmel. Um den Markt liefen kleine weißgetü-nchte Häuser und die alte riesige Kirche, welche die Häuser noch kleiner ausseherr ließ, als sie in WiMchkeit waren, schien irrtümlich mitten unter sie gefallen zu sein. Eine Schar Knaben lief über den Markt, hob die Köpfchen zu den Krenzen empor und war überzeugt, daß die Kirche mit jedem Tage tiefer in die Erde eiusinke. Beim Nathans standen rinia? Inden, die Stöcke unter dem' Arm und plauderten. '$11 ihnen gesellte sich ein Getreidehäudler, der ein Stück Stroh im Tluude hielt; zog'ein farbiges Taschentuch hervor, öffnete cö und jeder der Umstehenden nahm einige Getvoidekörner, betrachtete sie und gab sein Gutachten darüber ab. Stille herrschte. Hühner spazierten faul durch den Markt und suchten mit den Wßen und den Schnäbeln trotz des. Werktages eine übe raus starke sein lvird. Wie^ver» lautet, soll die Hakoah iw Lause der nächsten Woche ein Spiel itt Bukarest gegen einen dortigen erstklassigen Klub absolvieren. Jnr allgemeinen kann mit Bestimmchoit angenommen werden, daß die heurigen Spiele der Hakoah, lvoibei die knliiüierten Leistungen der Wiener Spovtler in schönster Weise zum Ausdruck kamen, auf die Fortbüldung unserer Klubs Widder von topfljüii erobern Einflüsse sein werden. _ Dr. Swgmunid Last Rapid fährt nicht in die Schweiz. Wegen Urlaubs« schwierig ketten einiger Spieker hat der Sportttttlb Rapid seine irrdie Schweiz projektierte Sontnrerr-eise abacfagt. Kispesti A. C. spielte in Lemborg gegen Pogo-n 1:1 und 2:2 uneuffchieiden. Anfangs August spictt bvkaunllich we Hakoah gegen Po-^.on. Der Sportklrvb Art teilt uns mit, daß s Spieler Klein nicht die Absicht ha.t. den:^ Vereine^ wnlrcu zu werden, sondern auch heute für Art tätig fern wird- S. C. Adir. Unserenr verdienstvollen Präsidenten Herrn Baläban ist es gelu-nam, für rurssren Vene in zwei „Wettspiele 'fc: Karlsbad gea>en Slavia abzus chließen. welche währen!) des Zioiristenlkongresses dottfelbst stat-tfindon. Kleister, der ausgezeichnete Linksaußen des I. S. C. Ha- . kadur. hm ln sechs ©jwfet zchn Tore aeschosson, was als Flügelstürmer eine vorzüg>)ich.e Leistung bedeutet. Menorah Jtim—Vöslauer Kurgäste 1 2:2 (1:1). Das in flottem Tempo durckgeführte Spiöl iah Mi gleichwertige Gegner, die je einen Elfmeter vergaben. Für Meworah schossen die' Tore: Friedh-aber Oskar und Klein. Gut gefielen: Fried, Haber O.. Nagy, Kohn, Lotz. Fraulein Ellh Weiß, ein Mitglied des S. C. Makkabäa, hat sich mit dem Mitgliä» des S. C. Hazai'r Leopo'ld Rosen- Vaum vergangenen Sonntag verlobt uttd wird ihnen auf dre« se'm Wege die Gratulation der Vereinsleitung arrsgesprochen. Schwimmen. Gästeschwimmen beim Perchtoldsdorser Meeting. Es Iej&ft eine alte Er-fahmmg. daß viele junge Leute keinen Sport betreiben. well sie sich nicht die enforder'ttchen Fähigketten zumuten urd auch nie Gelogeuheit dazu hatten, sich auf dom beiveiffonden Gebiet zu versuchen. Der Schwimmsport macht m diesem Punkt eine Ausnahme. Gr gestattet sogenannte Gästeschwimmen, an denen niemauld teilnehmen darf, der einem Schwimmlverein angehört oder M.gehört hat. Diese Wettkämpfe sind daher sehr beliebt und oft ist schon, später aus einem früheren GästeschlwiniuWr ein sehr tüchtiger Vereinswettkämvfer geworden. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich diefe Gästeschlwimmen, die im Rähnien .des Perchtoldsdorser Wettschwi'wmens abgchalt-m werden. Auch kommenden Sonntag, wo das Meeting im Bad Eifenböckhos. Perchtoldsdoff, Wienerstraße 43—45, ab 4 U'hr nachmittags äbgehÄten wird.,, sicher- Gästeschwimmen über je 65 Me'teir für Damen und Mädchen, Herren und Knaben auis den: Progra-mmr. Außevdenl kommt , ie ein Schülevinnen- und Schälerschwimmen über je 32,6 Meter zur Austragung, für Schüler, die heuer das .Schwimmen erlernt haben. Für diese Wettkämpfe, ist die Meldung erst am Start äbzu-Mben und die drei Ersten jedes Laufes erhalten Preise. Da die Wassertempevatnr im Eisenböckhof t> 20 Grad Ge'lisius beträgt, dürfte die Beteiligung an diesen Gästakonkurren.zen wieder sehr lebhaft werden. Lawn-te«»is. Tennissektiou der Hakoah. Jitterklubmatch gegen W. A. C. Beginn Samstag den 88. d. um 4 Uhr auf dem W. A. C.- Platz. Jnterklubtamps W. A. C. gegen Hakoah. Heute um 4 Uhr nachmittags beginnt auf den Plätzen des W. A-, C der JnierikluVkampf W. A.. C. gegen Hakoah.. Für den jüdischen Verein starten im Herre-neinzolspiel Dr. Fleischner, Filellchmann. Bauer. Hammermann. Nenmann, Dr. Nelken, .im H e r rar.-d o p p g l >sp >i e l Ghrenraich - Fleischmann, Ganer-Dr. Fieifchner, Hanrinermaull-Neuinann, im Dameneill zellsp.:e L Fräu'leiir Jnie Baroer, Frau Burger. Treffpunkt der SyiÄer auf den Aeroklubplätzen unr halb 4 Ubr nachmittags. Büren. Die Europameisterschaften. In der letzten Sitzung des Gmevgench Coinmittees de I'Internationale Boxrrog Union wurde, wie aus P-ris gemeldet wird, die Austragung des Kanrpfes um die Leichtgewichtsmeisterlschaft von Europa, die am 8. August hätte ausgetragen werden sollen, auf den 16. September verschoben. Das Championat wirb Seaman Hall gegen feinen Herausforderer Fred Breionnel zu verteidigen Futter. Ein Mger Hahn stieß ein freches Krähen aus, hob der: kleinen roten Kamm und jagte einer alten Henne nach. Die Getreidehändler blickten dein Hahn, der hinter der Henne her war Md mit ihr hinter der Kirche verschwand, interessiert nach. Tauben flogen herbei und unterbrachen die Stille mit ihrem Gurren; sie schwebten ruhig, von einer Seite auf die andere schwingend,' ddhin und ihr Weiß und Grau streichelte angenehm die Augen. „Da sind wir schon!" —- sagte Schmiel und blieb mit' Mordechai stehen. Sie traten in einem halbdunklen Korridor. Ein Ge» ruch von Wein, Honig und Met schlug ihnen entgegen. Die dunklen Wände, sogar die Luft war klebrig. In der Schenke stand der Wirt, Pie Schöße des Kaftans in den Gürtel gesteckt und zog Wem aus-einem Faß in einen Eimer ab. An den Wänden hing ein verblaßter Napoleon und ein Oeldruck, der Mi Jäger darstellte. Der Fußboden war blendend weiß gescheuert. Durch die offene Dür, welche in ein zweites Zimmer führte, sah man einen alten Juden, der ein Käppchen trug, mit einem Polnischen Edelmann Schach spielen. Bei einem kleinen runden Tisch saßen zwei Polen vor hohen Werngläsevn. Schmiel und Mordechai nahmen an einem Nebentischchen Platz; als niemand kam, klopfte Mordechai auf den Tisch: „Vetter, Jsmt man be-i Euch etwas zu essen bekommen?" „Was wollt Ihr essen?" Ohne sich in seinem Gei schäfte des Weinabzichens stören zu lassen, begann der Wirt seinen- Speisezetttl im Singsang a^uleiern: „Ich habe frischgebratene Enten, eine Viertel Gans . . (Fortsetzung folgt.)