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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-22 · Heft 1595 (22.7.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1595 (22.7.1923)
Date
1923-07-22
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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. Seite 12 Wien, L llMntag Wiener Morgenzeitung. SS. IM 1923 Nr- 16Si ZoMetzvng der Sommer-Mru« bei A. Gemgwß A. - . D»«mv-n - B a L e k o st ü m e cms OL.TLOM^ H>e-r^-e n-* B a>d> e h o s e n--a 13.909. K. Kinder- Badehosen i Größenvon 26.090 K. answ. Badesch«i und Größen. Bademäntel und -C a \ aufwärts in reicher" Auswahl. B a d e h?u £9.400 K. Seiden-Crepe I e r fg 180 Zentimeter breit, das eleganteste Hoä Kleid genügen 140 Zentimeter) 180.009 K Bandfkeffen, pro Meter 8800 K. F r. e r; breit, vorzügliche Qualität, für Herrenhench Meter 14.500 K. Opalr ü s ch e n, 10' Meter 12.000 K. Prima e n g l i s ch « Sandalen mit Doppelsolilen, Größe 1 bis 97.000 K. H e r r e n - M o d e dem gestreift, mit 2 separaten Kragen 69.000 K.! d e n (36—40) 59.000 K. . Thermos f>' mininmbecher 19.800 K. ' NtB8>$etlaufes : Kreton 48.750 K., »8 gestreiftem Kreton a»S Kreton in allen ch e in allen Farben »re S von 247.000 K. in Len, wasserdicht, i ny in allen Farben, y u>mmerkleid (für ein . 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Heute borf Sjchath-Cha tzoerim. — (rb a U'ü. Heute vrm 4 Uhr : im RestMrant „zsyr Pratervßer Saal): Bet tierrMvein-;r Saal): Ums NcstÄap. ins Gesteon ist hier EphraLm kl Der KünsÄer, der. wie Lekormt, > lebt, hat Sehmis-uchb «rmch Oesüerwii: den Sn Wien «mpftmLen und K)r reist er irr ferne MiMche- HÄrmr den .kleinen ÄdÄMn Orten toiäw Lodz «mfiftlkchen. ^>llte es -ihm S MN KaÄsbadsr AioMftLnDngüe Jahr Plant er eine StMenrrr Pevchrer feiner Krmft besitzt, Ben'jcrmin Harz einen mit vir log der Wmcke -iÄliens in entzü K. M. LilLem hat hier gemmvmrn lund ist dort oder WeitzgarbeMude, zu fpvelhen. Max AÄberrmmn, - PrasL Künste. Das pwuMche Gtxmts: Max L-ieiberman-nL znm ' . ldME -dLr- .WrHe für äSW—L Entst^unader -Warscharv en hse iMschen MrgchbMm'4 ' rvschiedewrn Borwimden W'ü r allgemein lbeKMe LLaPellt 'en worden. W sWemmrr - ... Wavschansc--§H>er. i« Wien. füHes ßjillern stäridig in B rannstchivE-ig h ■ Mid fsinen jüdischen Meumi: nachgegeLen. Von Wiens aus t, will eimHe iZsrt Stlnditzür- -in . ren^nlnd dann Warschau ^nnd Ke (Zeit gestatten, so wKtz-er ß fahven. Für das tüurmemde je «och Wnevika, wo er v^iebe Dr die eben jetzt der Bechlag & MÄe kmslgearbeiteten Kkpbascher Sprache herausgibi. Ml! Hotel Gerrrmma Wohnung :"Ln Verlag Kosmos, 3, BP., fcoi der Berliner Akademie dser kwWstevmm hat die Wie-devwahl der Berliner Akarr- Vper.. Seit «ünigee 0eft: wev- «.W-Mvlch-amer Oper owtter, MaWh entlassen. Nun ist auch n«Ger.§ftckoL Hürfchfeld ent-' tmy '.'^mye Juden MN .Pschmali Im Neuen Wiener den 27. d. .die Wgkräftiae. Lue b e" von LWoig HÄM ' . MÄs8«von"Äe»^Mex/ l : SstwdtthLater -geht y iOpevM Jahr o»hne ' d rvuld AGved De:stsih'G.'rmc>ich Gestenchekle Krone In Zürich notierte die österreichische Shotte . . die Lsterr. gestempelte Krone IV- 21.fi. 0.0080 0.00797, 20./7. 0.00807a 0.00797 die tschechische Krone . . ... . . 16.90 16.95 die Mar!............. 0.0017 0.0015 «»•*•••••*•#• 221.75 221.- Netv-Nork ........... 564.- 564.- London ... . . . ... ... . 25.94 25.93 $Civi*3 ••*•«••••»»«*• 33,85 33.30 OJIClttllltb v *4*» 4 9 $ » * 24.45 / 24.35 6.— 6.15 S3itf cixcft •»•*#••«•»•#* 2.95 2.95 Sofia . . . . . . .^. . . . . . . 5.45 5.30 Budapest . -. . . . . . . . . . . . 0.05*/8 0.06 Warschau . . ... . . 0.0040 0.0040 iBoc den. Wahlen, beginnt dev .wirtschaftliche AntisemitiÄnus in 'der Presse lebhafter propagiert, zu werden. M<W muß den zukünftigen Wählern geigen, wie ernst man es mit der w-irtschaftlichen Vernichtung des Judentums nimmt. Jeder Anlaß wird herbeigezerrt und - breitgetreten, um j>a den .Glauben an Ernst der Reaktion zu erlöecken. Bisher hat man hauptsächlich den RäsfenantifLwitismus vorgeschoiben. Der wirtschaftliche AntrsLmitismus hat sich wohl .stärker betätigt,, doch war es mehr der wirtschaftl'iche Kleinkrieg, wie Aufforderung zum Boykott der jüdischen Kaufloute und Gewerbetreibenden und ähnliche Maßnahmen, die sich mehr gegen den kleinen Marur richteten mit) durch Einzelagitation, von Mann zu Mann propagiert wurden'. Dem - jüdischen Arbeiter soll die Beschäftigung genmmnen werden, denn jüdischen Proletarier, der ans Galiziens kriegsverwüsteten Stätten. nach Wien geflüchtet, soll sein Heim genommen werden. Dem kleinen Mann, der von seinen amerikanischen. Verwandten einige Dollar, bekommt, lvnrden diese mit großem Radau tvvggenommen u-nd er des Valutenfchmuggels bezichtigt, durch den ki* österreichische Krone in Grund und Goden gebohrt wurde. Dieser kleine. polnische oder flowakffche Jude war nach der dem MlWck^Öester- .rerchs fchuR». Er hat den ZuscvmmenLwch -er österreichischen Wirtschaft, er hat die Deuermrg der agrarischen Produkte, er . hat alles Uug-amach vechhÄdet, und nicht der devlorene Kr^g, den die bodenständigen EhriMchsoziaken und Alldeutschen hevvorgernfen und mit Hurra begrüßt hatten. Ihre Exponenten waren im österreichischen Generakstab gesesien, der ohne jede Vernunft Hekatomben van Menschen dem Tode eMgogengeworsen, der rnit dem österreichischen Vermögen ohne jede Berechnung geuraßt hatte, der Kraft semer Unfähigkeit bas ganze Ung-Mk und die Niederlage verschuldet und den furchtbaren Frieden mit all seinen wirtschaftlich drückender Bedingu^rgen ftir Oesterreich verursacht hatte. Mcht diese Faktdren häöen das Ungemach der Wirtschaft verschuldet, nur her arme, kleine «Jude, den . gevade die Kriegstaktkk dieser 'hervorragend deutsch-arisch gesinnten Gtzneralstabsvertreter^. aus feinem .Haus und Hofe txiehen, ihn in die Kriegsveih-e gepreßt und nach Kriegsabschluß, ohne sich um ihn zu kümmern, dem elendesten Unglück überläsien haben. Und wenn sich der eine oder andere dieser Iu>den halbwegs aufgeraftt, seine wirtschaftliche Existenz irgendwie durch Ewichtung.eines kleinen Geschäftes, eines Gewerbes öder durch Hausieren geschaffen' hatte, und vielleicht auch zu etwas gebracht hatte, dann begann sofort das Hepp Hepp dieser Herrschaften, die die meiste Zeit in öder MenbankPhilchopGe und in Träumen nach der vergangenen Acht vergerck-eteu, die dann, die Empörten waren, wenn einzelne unter diesen Iüden irgend etwas geschaffen. Man müßte diesen kleinen Judm Knüppel Vor die Beine werfen. Einmal war es die Bvrwchgeruntz der Staatsbürgerschaft im krassen Widerspruch zu den Bestimmungen des Friedensvertrages, mtt ihm ja nicht die Gründung eines Hermes zu ermöglichen, das aridere Mal wieder das Aufhetzen der >Masie gegen ihn und ähnliche kleinliche Mttelchen,- die den Haß Äes .unfähigen ,wirtschaftlich noidrgen M nichts sich Auftaffenden kraß dokumentieren. Das war der wirtschaftliche AnüsemrtismuZ gegen-' Wer dem Nemen Mmme. Gegen die GrrHen führte man wohl Worte des Haffes im MnÄde, doch man wagte nicht, ihnen etwas zuleide zu tun.'Im Gegenteil, diese Tapferen, die mit Hakenkreuz und antisemitischer Gesinnung überall prangten, waren. Zufrieden, wenn sie an die K-äppe des Gvoßkafsttals, das von ihnen immer verschmäht wurde, Herangelassen wurden. Zur Betätigung des wirtschaftlichen Haffes in dieser Hinsicht haben sie sich nie mvfgÄafft. Gegen die Weinen 'Juden war der Appell cm dm Raffen- ^antrssmitlsmus nur dev AuftM zur BeLatigimg des wrrt- 'fchaMchen AntisollMsUMs, wie er sich in JmrsbMck, Linz,! Gaaz und all dvchen Keinen Städtchen und Dsvfevn äußerte mtv. in den ZentvcDellen seine BeMigung fand. Hgen! das Großkapital, das sie gern als die Verkörperung der ^Macht ,M-jüdas" bezeichnet, das unbedingtdie deu-tsch- - arische WÄt untertänig machen , wolle, Men. dieses fanden '■ sie ntzr sPvudelHe Worte der GnirüsAng in der Theorie. PvSKis aber^ Mett sie sich mtt jedem von NÄftm '.hmgeworftnen Happen gern zufrieden. Wenn. ihnen der Industriellenverband. reiche Subventionen zufließen ließ, na-^nen sie -fts«, gerne. auf. .In. diesen ihren Lesepn harstest^n wollten, nahmen sie . MM ÄWellungen an, - aßen gerne..Wisches' Exot77njch'.7't««rM7K»- frieden, wenn vielleicht jüdische "BoMft^ie''ÄW>lhre Unfähigkeit ein Auge zudrückten. Da übeniefen gär nNnche echt antisemitische Heroen die DirektiönsbüreauS und Sekretariate der einzelnen „Judenbanken", Töchter, Schützlinge ufw. dort nMkMri^em-lkvavLn^be- - Mckt, wenn einer der Leiter dieser Banken'sie'eines Müdedruckes würdigte und vergaßen an all das BierbänkgeschWefel, das sieentweder, an ihren Stamstltischeu. -oder .in ihrer Parteipresse oder selbst zu Hause 'übep^ie".JMn von Stapel gelassen hatten. Mit welcher Charakterlosigkeit gerade die antisemitische Presse dabei vorging, konnte mäir .erst in der letzten Zeit genau bemerken» Nur zwei'Beispiele sollen das erläutern. Die „Reichspost", die zu allem eher als zu Wirtschaftsantisemitismus Ursache hätte, hat gemde vor einigen Tagen ein, dentscharisches Pamphlet abgedruckt/ in welchem dargeftellt wird, wie die Judenwirtschaf-t die Arier unbedingt .umgaruetl und beherrschen wolle. Für Mschungtzn haben diese Kreise ein besonderes Faibel. Von der Pseudo- Jsidoriana an, die im 8. Jharhrrndert geschaffen wurde, dis jetzt gab es eine Reihe von Fälschungeu, wenn es galt, für diese Kreise etwas zu erreichen. Warum sollten sie sich also vor der letzten Fälschung bewahren, wo ein deutschböhmischer Held jn Mißbrauch eines Judennameys irgend eine Jdiotenbroschüre schrieb, die er-einem Juden iu den Mund legte und' die. nur in antisemitischen' Mirckelblättchen Zur Verbreitung angepriesen war. Der „Zweck heiligt die Mttel". .ist doch der. Ausdruck ihrer ,Gesinnung. Diese „Reichspost", die nun jetzt spaltenlange Artikel, aus dieser Fälschung abdvuckt, hat gerade auch das. Ihrige/dazu Leigetragen, um ihr „arisches" Volk der ,chLrtzm.lten jüdischen Wirtschaftstyrannei" zu unterwerfen. Sie hat gerade, während des Kacholikentages durch eine Unzahl von Inseraten alles andere denn arische Bamsivmen, ihren "Lesern in der Fesinümmer gerade diejenigen Stätten angepriesen, mit deren' Hilfe diese der verruchten „jüdischen" Wirtschaftsbeherrschung untevworfen werden sollen. LoglfrlMweise mußte also die „ReiDpos^ infolge des Abdvuckens dieser ,/Jichenwfera-te" als Mtschulidige sich selbst an den Prauger stellen. Doch die Unverschämtheit geht so weit, daß sie rn^ derselben Mmvmer,' in der sie auf'der .ersten Seite das vorerwähnte Pamphlet zitiert/ aus der letzten Seite derselben Mmnner ein fettes, einige Millionen ernbriygendes Inserat der R'AthsHild-Bank, der..Wiener Kreditbank, bringt. Wahrscheinlich hält die „Reichspoft^ ihre Leser für so dumm, Paß sie hiev'antisemitische-Theorie von der Mrtschaftspvaxis nicht unterscheiden können. - : Etwas Aehnliches hat sich Vor noch nicht allzu langer Zeit sin. der ^' häAnkreuFlerischen „Deutschösterreichischen Dageszeitu-ng" abgesPiM. Ein Hypevgescheiter wollte unbedingt aus der FUfchung der Weisen von Zion Nachweisen, dyß die Bölkerbundanloihe nichts anderes bezwecke, als das österreichische Ariertum „dem interuatioualen käpiialistischien .Judentum zuunterwerfen". Und gewde diese Tages- Mung hat während des ganzen Monats Juni täglich-in einer Unzahl von Annoncen und* Anpreisungen gerade'das arische Volk zur Zeichnung für diese derjndete Völkerbundanleihe äusgefor^ert. Sie . hat also ebeiffalls'zur Unterjochung des deutschen Volkes unter das alljüdische Wirtschaftsjoch beigetragen. ' Mefe Beispiele sind n-icht deswegen erwähnt, um eventuell eine andere Denkart dieser Blätter hervorzurufen, um ihnen das Unlogische zu zeigen, min, es soll rmr dämmt bewiesen werden, wie ernst gerade diese Kreise es mit ihrem Wirtschaftsantrsenütismus und ihrer Propaganda meinen. Allerdings, -bis jetzt haben sie sich solche Mätz'chen erlauben dürfen. Geld riecht mcht, auch wenn es von verruchten jüdischen Kapitalistenihänden kommt. Vor den Wahlen geht , dies aber nicht so. Man muß etivas dicker ausiragen und muß sich mit Erfolgen gegen das Großkapitcll ebenfalls bviisten können. Die Tätigkeit der Banken- LlM^Wommifsion soll beweisen, wie scharf man. gegen die Banken Vorgehen will. Die SchaffU-ng der Bankgesetze liegt cmf derMen Linie. Im Nationalrat hat Mn in der letzten -ZÄt große Worte gesHrt und die antisemitischen Blätter prangen nur so von Schlagworten. Jetzt heißt es geKn dcS große Kapital. Natürlich bleibt es ivabrscheinlich beim ,/hörßew^. In den Eonlorrs der Banken wird sich gar bald manche cMtffemrtische Große., einftnden, um den Obulus für den WaWfonds zu erbetteln. Diesen wivd nran natürlich Mcht -sagen, daß es für den AntiseMitlSmus gegen das Judentum gehe. Dort wird man sich nur als Vertei-diger der kapitalistischen Wirtschaft gegen die revolntionäre Sozialdemokratie in die Brust schlagen. Dem kleinen MaNn auf der^ Straße und in. der Volksversanunlung gegenüber wird man in wirtschaftlichem Antisemitismus immer groß tun, wird ihn gegen das große Kapital auswiog^eln. Bor den Bcvnkdirektoren wird man mit richiger Miene^ sagen, daß so heiß gegessen als es gekocht wird. - Ulch das Ende vom-Liede? Wervn es einmal ernst wer- Vm wird, werden' diese Herrschaften Wohl das Groß--; kapital vielleicht schützen, doch gegen -den Kehren geplagten' Juden, > der' mit blntchen Fingern und schweißtriefendem An-Mtz vom Morgen zum Wend sich Witzes-bloßen Lebens Nvödurst rackert rrnd Plagt, der nichnanWn etwas zu Leide getan hat und der Wirtschaft nur. zum' Vorteil gereicht, gegen ihn wird wie-dernm die- NÄschHftche) GM' weiter' gehetzt werden. Ihnwwd man weiter 'vevsokgen und besudelm kann sich hoch nicht.Wchvem Er MHsie MM, mn den avvsch--dentschen Blättern 'Inserate.- M^rverfchaffm, um den Parteifnhr-ern Gelder zuzuschMizen u-n^ ihre Bonzerr unterzubringen.' Er bleibt der Parias Md, däs' ständige .Ziel dcs wirtschaMcheN Wtisemitlsimu-s. ,

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