Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1594 (21.7.1923)
- Date
- 1923-07-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ElnzelnumnierKIGflO 07ien: ZornAbholenia der . Expedition,II.,Taborstr. 1-3, »derineinerVerschleisstclIe (Trafik) monatl. K 28.000 WitPostversand für Wien u. Desterr. monatl. K 28.000 rschecho-Slowak e i: Hon. K17. Jugoslawien: Hon.Dinar4Ö. Po len: Mon, Hk.30.000.D eutscUl a n'd: Won.Mark 50.000.F ran 3c r., Belgien: Monatl. Frcs. 8 ggjr Nachzahlungen ~3Bfl lei Preiserhöhungen Vorbehalten fscncicno-SloiMa^, ischech. K 1.— f t a I i s v : Monatl. IO Lira Rumänien Mon. 90 Lei,' Bulgarien Mon. 75 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 3 Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstrasse 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19, ab6Uhrabds.l9-483,16-301 Tel.-Adr.:,Morgenzeitung“ Wien Oösterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Nr. 1394 Wien, Samstag, A. Soli 1923 5. AaHrgang sehr die' GchMer m GchMer. —y. Wien, 21. IM. In dpp Atttte dieser Woche, unmittelbar nach dom Lusbruch des Kapitäns Ehrhardt aus dem Staats-' ^särigms, hat die deutsche Reichsregierung in einer fffentlich publizierten. Mklärung ausgesprochen, sie nerve - gegen alle Putschversuche ihre Machtmittel rücksichtslos emfetzen. Ausfallend an dieser, Erklärung, die ja bloß eine Selbstverständlichkeit enthält, ist die feierliche Ausmachung, in der sie erfolgt ist. Noch ausfallender ist, daß sie einen Veutschvölkisch-anttsemitiischen Abgeordneten, den Herrn Wulle, mit Namen nennt, und seine Beschuldigung, der preußische Minister Severing organisiere den Bürgerkrieg, „auf das nachdrücklichste xnrückweöst", daß sie ferner versichert, den Verhältnissen in Sachsen und Thürin^n ihre- AusmerksamLeit zu widmen und daß sie, was das Auffallendste ist, von Bayern schtmigt. Sind die Zuständeim Deutschen Reich schon so Ms WanLw gekommen, daß die Regierung selbst ie Feuerglocke zieht, so wirkt es symptomatisch, daß die Quelle dä Verhetzung, das Zentrum der. geheimen Bruderschaftenaus dem Bereich der Erörterung ausgeschaDLt wÄ>. Das würde erweisen, daß die Autonomie des Wttigveikches Lüidtzudorff nach dieser Seite vollendet ist und daß M die Reichsregierung bereits als zu schwach Mkt, ihre M^orität im Interesse der Ansrechterhaltrmg der Emhettssrorrt zur Geltung zu bringen. Gwe Regierung, die aus dem innerpMttschen Gebiet in solcher Weffe chre Schwäche dokumentiert^ muß natur- «rsacmr, was wiederum i^chMerÄ'wM. denn auch in dieser Frage eine Stockmlg eingetveten, die sur Deuffchlaud MchK Gutes verheißt. Der enMche Premrermift^ hat im Unterhaus Atf eine AvHoa^e erwidert, er könne noch keinen Dermin für die Mttmlrmg seimr Note cm Denffchland nermen. Diese BerKgeramg erklärt Wh nur. Mn TÄle ans^ den sachlichen DWreuzcm zwffchen den Mächten. Zum überwiegenden TÄl sind zu ihrer EEarung die Vorgänge in Deutschland zu zitieren. Da sirr den 29. Mli älckisasziMsche Kundgebungen im ganzen Reiche geplant sind, so ist es verstmMch, daß die Repavationsstaateu d amit zögern, sich irgendwie fHtzulegm, mü> lieber sich aus das Wwaäen entrichten. Diese ankffaszisttscheu Demonstrationen zeigen nämlich eine ganz merkwürdige Anlage. Ihre BoMreöung ging von den Kommunisten aus, denen ein Moskauer Befühl des Herrn Radek es, najholegte, das Andenken des „Soldaten der Gegenrevolution", des kriegsrechtlich exschossenen Schlageter, zu feiern. Die Wtoskauer Kaurpszentvale hat damit das nationale Schlagwort ausgegeben und seither sprechen die Kommunisten von der nationalen NotweMMtt, dem stanzösischm Imperialismus entgegenzutveten. Sie gelten freilich als srischgebackene BÄKsche noch nicht ganz verläßlich, weshalb eben die Regierung ihre. Stammsitze in Sachsen und Thüringen unter ihre besondere Kontrolle zu nehmen zusagt. Die Hakenkveuzler sehen mit Freude, wie sich das stille Bündnis mit den Kommunisten vertieft und man wird möglicherweise schon sehr bald „Schulter cm Schulter" zusammenstehen. Jeder hofft dabei aus die eigene Rechnung zu kommen, da mair mit der Parole vom NationalbolscheLvismus zu verdienen und den Partner zu betrügen glaubt. Die einen versprechen die Abstrafung der November- Verbrecher, die der bayrische Justizminister vorgestern im Landtag als Hochverräter stigmatisieren durste, die gung ist alles, um ein Wort Bebels zu gebrauchen. - SelbstvevftäMich brauchen diese komnmrrfftffchm „AntifasMen" auch militärische Sachverständige. @te, verzichten auf die Ideenpropaganda, die ja angesichts des russischen Verfalls lächerlich wäre. Mer sie wissen: wohl, daß man den unter dem MöaMturz,dem Hunger und der, Tuberkulose , verzweifelten,.Massen ein Gewehr in die Hand geben darf, weil, ja auf der rechten Seite das Präjudiz bereits besteht. Sie wissen auch, daß sie von dort bewährte. Meister der Meuschenmetzgerei jederzeit ftWÄveM'.gMftrt erhalten -si» sind, seit neueftenr ailch die Linksblätter gespickt mit chiHtari- ■pi’ .KetLa-chtu-ngen- .über den. Bürgerkrieg, .uich. es ist MMssion eiwgelettet, die/ den Einheimischen, noch■ IPchr^,a!ber-dc^. .Musland, stutzig machen muß. :f r. > Sie Antwort sertiMstellt. fflloraen Msendmg a» die Alliierten zur Begutachtung. London, 20. Juli. Das Reutersche Bureau erfährt, daß der Entwurf der Antwort an Deutschland und -die Mänteln otaan die Alliierten nunmehr vom Kabinett fertig -gestellt worden seien und sobald wie möglich nach P a r i s, B r ü s s e l, R o m und Tokio und zur Information nach Washington würden gesandt werden. Man 'halte es für möglich, -daß die Antwort bereits morgen in den Händen der französischen Regierung sein werde. / Berlin, 20. Juli. Die ,-B. Z. anr Mittag" berichtet aus London: In der. gestrigen Sitzung des Kabinettsrates wurde beschlossen, die englische Reparationspolitik i«n drei Schriftstücken den Alliierten und den Neutralen Mitzuteilen. Die Schriftstücke werden folgende fern: 1. Entwurf einer Note au Deutschland, worin die enMche Regierung zn den -deutschen Vorschlägen Stellung nimmt, DmtschlmM Zahlungsfähigkeit durch. Sachverständige abschätzen zu lassen. Nach den Meldungen einiger Blätter sollen in die. Note auch die Ratschläge über einen Abbau des passive n Widerstandes Aus- Mchme finden, eine Behauptung, die von den konservativen Blättern bestritten wird.. ■ 2. In der englischen Denkschrift wird den. Alliierten uud den Bereinigten Staaten cmseinandergesetzt werden, «ach welch allgemeinen Gesichtspunkten England eine Lösung des R e P a ra t in u s p r o b l^e m s für möglich 3. Me WMtsKeWE an die'Mtterten, -worin' W üm englischen' Gntwinf der A n tw o -rt rro t e zu Machen >M> --mit größter ^schMNigümg M eÄeMen' zu geben, ob sie bereit seien, die englische Note zu Mtter- We rntersalMeirtett SchllÄdew werden gesondert v^mrdert. Die. Auvogungen. über. Vorschläge 'betreffend die A nu-ullieruu.g der rnteralliierten Schulden müsien insbeswÄLve v.o^l lstän big aus geschieden werden. Die.Frage der interMisrten Schulden ist keine m brr Ankwort. an Deutschland zu behand-e-lude Fra^ge. Sie ist Gegenstand einer Konferenz, und gegenwärtig sind alle Bemühungen darauf gerichtet, ausfindig zu nmchen, . wie nmn dazu gelangen könnte, eine solche Konferenz ein zu berufen. Es ist unrichtig, daß Deutschland neue Anregungen gemacht hätte. . Zusammenkunft der aMrevten Ministerpräsidenten. London, 20. Juli. Der Berichterstatter der /Daily News" bezeichnet es als möglich, daß es vor der Ab> sendung der britischen Antwort an die Berliner Regierung zu einer Z'usammenkunst der alliierten Mi» nisterpräisidenten kommen werde. Die Diskussion der Mächte. Paris, 20. Juli. .„Petit Journal" verweist daraus» daß in den . beiden -letzten,Tagtzn ein sehr reger divlomatischer Meinnngsa-üstausch zwischen Paris und Brüssel und wahrscheiMch auch zwischen Brüssel, und London stattgefunden habe. Der ffchecho-siowakische ÄMifter des Aeußern -Dr. Be ne sch dürste bei seinen Besprechungen mit ,den belgischen Staatsmännern neben dem Bevichte über die Eindrücke, die er in -Paris und London gewonnen habe, - auch . eine Reihe persönlicher Anregung e n. gegeben haben. Schließlich übLrbrachte der italienischc Geschäftsträger, dem politischen.Sektionschef am Quai d'Orsay mchvere Depeschen des.iLalienischen Ministerpräsidenten \*l AMU man all di-es zusanrnienhalte, sei. die zwei- bis drei-tögige VerzogeMug LeV englisch^ Antwort erMrlich. Pv. Benesch über pte Mnndtagen einen englisch-französischen Verständigung. . BkLM, 20. 'Juli. (Tel. der „Wiener Morgenzeituttg".) Der tschechische Außenmimster Dr. Benesch empfing einer Verständigung zwischen England und Frankreich, daß gestern die Journalisten und erklärte über die Grundlagen die deutsche S ch u l d aus etwa 60 M i l l i a r d e n Goldurart festgesetzt werde. Ein von der Repavationskomnriffion eiinzubernftnder Sachverständigenmlsschtlß soll ein Gittachten darüber abgeben, welche Zahlungen ^-.'ittschland in den nächsten Jahren leisten könne. Me Ruhrüebatte im englische« Parlament. London, 19. Iuli. /Havas.)' Die Nationallibe- Partei hat den Beschluß gefaßt, im Mterhause lboi der Beratung des Budgets des Aeußern eine Debatte zu' verlangen und damit die Debatte über die äußere Politik und nauventlich über die. Ruhr frag« zu eröffnen. Lord «ecil Robert Ärr die Wigkeit der Völkerbundes. London, 20. Juli. Auf der vrerten. Jahresversauemlung des GeuerÄrates der VÄleributtd>vereiWgutvgHi Robert C e c i 1 eine-, Rede, in. der er auZführte, . die letzte Sitzung des Böllerbuindrates habe demerkensw-erde Ergebnisse geKeüigt. Der Bbllerbund könne aber noch.viel mehr leisten. Räch' seiner Ansicht wäre in La Ufa une elNe^ Einigung über die Mögenden Fragen schneller erzielt' ivorden, wenn die Ber-. haMungen unter der Führung des Völkerbundes statögssuuden hätten. Was die Abrüstung anlange, so könne sie nicht in kurzer Zeit und durch eine einfache Fornrel evledigt' werden. Notwendig sei hierzu neben derr-MtarbeÄ - der .Hegievnnyen die Zusttmwungl der WnMchen Meinmvg 'der. WM. - Er hoffe, daß, es «mglich sein werde, der nächsten VölkerbundveffamlmL'ung einen endgültigen Abrüskung-splau - voMlegm. > Ser amerilauisch-französifche Schiedsgerkchtsverttag verlangett. Wasydtgüm, IS. Juli. (Havas.) Dtzr smnzösisch-ame- MüWhe?.. S ch r e d sg e r ich tsvew t r ag ist - aus Fahre verlängert worden. . .. ■ , , , @to6cSetterttn9^t«^t«^enln9resIo^l. BveÄan» 20. Juli./Honte ist/es hier hx MchreM- Maht-'^ teilen, zu^großen ..T.eu.ernngsiUMr.'Uhen,gekcmnnen.' Eine Anzahl imt Schuh- und Kle'vderläden. wurde geplü a WizÄ,..Mr^..sDeWH. von der. WaffHe M-« bra^uHnMache«.'^- /''//-'/"' 1 *: Lpn-on,.19. IM. (HopaS.) Das.Unterhaus hat das Bä* E! Muffoliui erhölt kn Vertraue« der Kammer. Eine erregte Kammerdebatte. Rom, 20. Juli. In der Kammer wurde nach einet erregten Debatte über eine sozialdenrcckratische Anfrage wegen des Abbaues bei den Eisenbahnen die WahlresoMidebatte fortgesetzt. Gegenüber der Forderung der Popolari, daß die stärkste Partei wenigstens 40 Prozent der abgegebenen Sttmmen erreichen müßte, nur die Mchrhettsprämie, das sind zwei Drittel der Mandate, zu erhalten, erklärte Staatssekretär A e e r b o namens der RegieruLg, daß diese darin eine p o l r t > s ch e Frage r - blicke. Nach einer Beratung in der K o m w i s s i o n und nach einer Besprechung zwischen Giolitti und Mussolini teilte Giolitti der Kammer mit, die KaMner schlage vokdaß die MehHeitslifte wenigstens ein Viertel der abgegebenen Sürmnen aus sich vereinigen müßte. Bonomi erklärte dagegen, die Minderheit schlage ein Verhältnis von einem Drittel vor. Die Popolari hielten ihren Vorschlag ausvecht. Ministerpräsident Mussolini erklärte sodann, angesichts der McLinungsverschietEnheiten nehme die Regierung den Vorschlag der Kammermehrheit.au, also das Verhältnis von einem.Viertel. ' Er stellte hierzu die 'V e r t r a u e n ssrage. i, H üraus^ Kurde der Mmderheitsantrag Bonomi, für d'en die Popolari, die Sozialisten, die Konununisten und ein Teil dir Demokraten skimmteck. in namentlicher Abstimmung .mit 177 gegen l 87 Sttmmen abgenhnt und der Kommissionsantrng mft 178 gegen 157 Stimmen angenommen: ßutsall der fruMMen Manöver aus SparsamkettsrSSfichten. Patts, 2<).!JiM.v Aus Gründen der Sparsa mk«i>t werden Heuer bsim großen Man öder-abgehalten werden. Zaures soll ins Pantheon gebracht werde«. Patts, 20. Juli. Die Liga für Menschenrecht« hat rn den MimstechrWöenten Po-i^eare eme Entschlie' hun>g gerichtet, worin die Uebersührung der sieÄlichen Uirbeo Stil- 7233