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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-20 · Heft 1593 (20.7.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1593 (20.7.1923)
Date
1923-07-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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sfa. 1698 . Wien, Freitag Bor dem IS. zionlstenfongreß. Ein neuer Plan für die Jewish Agency? AnZ London meldet «das I. C. B.: Am 11. Juli fand eine Klonförienz von Mtgliedern der Zionistischen Exekutive mit Svv Rodert Wally Cohen, Mr. O. d'Avigdor Gv'bdfrnüv -und Mr. Nathan La s kr statt. Die Vertveöer der' englischen Iudenschaft haben einen neuen Plan Mr Diskussion gestellt, der sich, von demjenigen, der wahrend der letzten Wochen verharwolt wurde, unterscheidet. Es ist möglich, daß diese Aenderumg auf die Anwefenhbit des Worisitzeniden der Branders -Gruppe, Richter Julian Mack, KmückKUsichren ist. Die neue Auf« fasftmg ist, daß die Je-wish Agency als ein Clearing-- house für die verschiedenen in Palästina wirtschaftlich tätigen Organisationen dienen soll. Schmarjahu Levin. New-d»tk, 18. Juli. ($. C. B.) Dr. Schmarjahu Levin ist am 10. Juli an-Bord der „Abauretania" nach Europa abgereist. Vor seiner Abreise erklärte Dr. Levin in einem Interview mit dem New-Iorker I. C. B.-Korvespondenten, er sei überzeugt, die amerikanischen Juden werden Palästina aufbauen. Der Zionismus habe während der letzten Jahre tiefe Wurzel geschlagen und an Inhalt gewonnen. Die amerikanischen Zionisten nähern sich dem Osten immer mehr und auch die westeuropäischen Juden werden, wenn sie sich nähern, mit offenen Armen empfangen werden. Auf die Frage, wo der künftige Sitz der Ex ekutiv e und der Jewish Agency fern dürfte, sagte Doktor Levin, die Frage solle dem Kongreß uberlassen werden. Dieser stellte den Wunsch aussprechen, daß der Sitz der Exekutive und der Jewish Agency in Jerusalem sein fo&e, aber die Exekutive ermächtigen, die endgültige Wahl rvu tveKen. m! Goldberg in Europa. LottdoU, 18. Juli. (I. C. B.) Der Vorsteher der PdlMn<EbteÄung des Vevwaltnngskonntees der amerikanischen Zionisten und ReÄcckteur der -Zeitung „Dos jüdische FE Mr. Ab. Goldberg befindet sich gegenwärtig in London, wo er mit den in London weilenden MrWeVevn der Exekutive Besprechungen hatte. Er ist Nach Europa gekommen, um mit den zionistischen WderMonen der verschiedenen Länder Fühlung zu nehmen und sie f!üw die amerikanischenVorschläge zu gewinnen. Er findet jetzt, daß die Resolutionen der rnsisten WderaLiontzn mit den ümev'Mnis'chen Vorschlägen Wevevnstvmmien. ' -Mr. Goldberg hatte auch erne Unterredung mit Wc. James de Rothschild. Mr. Goldberg berichtete ihm über die Erfolge Dr. Weizmanns in den Vereinigten Staaten und schrieb einen großen Teil 'davon der von Mr. de Rothschild vor zwei Jahren in Amerika geleistete Vorarbeit zu. Die Diskussion drehte sich meist um die Jewish Agency, für die Mr. de Rothschild großes Interesse bekundete. -Mr. Goldberg ist am 16. Juli nach Paris abgeveist und hofft, mit Baron Edmond de Rothschild zusammenUttreffen und ihm über -die Palästina-Arbeit in Amerika sowie über die amerikanischen Vorschläge Bericht erstatten $u können. Mrs. Snowden über Palästina. London, 18. 'Juli. (I. C. B.) Zu Ehren Mrs. Phillips) Snowden, die vor kurzem aus Palästina zuvückgelchrt ist, wurde 'vom Direktorium des Keren Hajessod und der Arbeiterpartei Paale Zion ein Diner gegeben. In einer Ansprache evMrte Mrs. Snowden, sie sei vollkommen unabhängig nach Palästina gegangen, mit der Absicht, die Tatsachen mr Ort und Stelle zu studieren, und sei dort zur UeberzeuWng gelangt, daß die britische Politik für ein jüdisches NaÄonalheim gerecht und klug sei. Sie habe nirgends als in Palästina eine derartig abscheuliche Opposition gegen diese Politik gesehen. Christen und M o h a m m e da n e r behaupten, um. die' Engländer zu beeinflussen, die jüdischen Kolonisten seren unmoralisch und von niedrigem Charakter. Sie habe sich aber Mühe gegeben, diese Behauptungen zu untersuchen, und habe sich davon überzeugt, bätz sie keine Spur von Wahrheit enthalten. Mrs. Snowden spricht ihre Bewunderung aus für die jungen 'Juden männlichen und weiblichen Geschlechts, ' die mit Mut, Hingabe und Begeisterung für den Wiederaufban des Landes arbeiten. Die Opposition der avabischen Führer, sagt Mistves Snowden, scharne auf Furcht zu beruhen, nicht vor etwas, das sich ereignet 'hat, sondern etwas, das sich ereignen 'wird. Me große Maffe 'der Mohammedaner interessiere sich aber keinesfalls für diese ' oppositionelle Propaganda, und der gelegentliche Besucher merke wenig von dem Streit. Indien und Mohammedaner arbeiten zusammen in einer seho fruMbringenden Kombination. ^'Opposition der mohammedanisch-christlichen Gesellschaft bovohe hmptfächlich auf Wirtschaftlrchen Grün den und sei mehr gegen die englische Regierung als' gegewdiie Juden gerichtet. Mebstchl in der Berliner Rationaigalerie. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist aus der RatiouaL^a-lea.i^das Gemälde, „Heimkehrender Klausner" von Spritz weg aus dem Rahmen heransgedriickt werden und Verschwunden. Obwohl der Diebstahl kurz nach dev wurde, blieb eure Durchsuchung der noch im Wiener MorMNzertüng. 20. Juli 1923 Seite ö Mitteilungen um dem Publikum. Kultus-uJustiztalare u. Barette liefert in schönster Ausiilhrung die bekannteste Spezialfirma 285 DHUfll E IttflVfirTEHNf Zivil? und Uniformschneider KUUULr mLSMCSlS Wien,II.l’aborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1866 - Große Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen /Bereits erschienen ADOLF BÖHM s“ - DER JÜDISCHE NATIONALFOND 111. vollkommen nöubearbeitele Auflage (Nach dem Stand? vom 30. April 1923) // Mit einer Karte Preis für Deutschland und Oesterreich österr. K SOOO Bestellungen nimmt entgegen; Sammelstelle des Jüdischen Nationalfönd, Wien, H., Zirloisgasse 33 Morris Rosenfeld-Vedenfobend. Im Arbeiterheim. Borochow, 2. Bez., Blnmanergasse 1» findet Samstag den 21. d., dem 30. Tage nach dem Tode Morris Rosenfelds, ein Gedeickabend statt. An der Dnrchsührrmg des reichhaltigen Programms beteiligen" sich -die Mitglieder der Jüdischen Volksbühne, Frau Weintraub-Gras, die Herren Sigall urib Preis sowie Singer, Holpern und Dimitrowsky. Bahr - der Wastel Sefterreichr. ) Der Bundeskanzler Dr. Steipel hat an Hermann ' Bahr anläßlich dessen 60. Geburtstages ein Schreiben gerichtet, in dem er über Bahr unter anderem sagt: „Erfüllt von wahrhaft künstlerischem Geiste und'tiefstem Wahrheitsdrange haben Sie als Oesterreicher durch und durch die deutsche Literatur bereichert. Mt uns, ihren Landsleuten, sind Sie umso inniger verbunden, als Sie seit langem auch ein Apostel des österreichischen Gedankens geworden sind. Eine Tchwmdelfirma. Im Dezember vorigen. Jahves löste sich der stellenlose Gefchästsdiener Franz Topf einen Gewerbeschein zum Kommissionshandel für Wäsche und Wirkwaren und nahm als Teilhaber den bereits zweimal 'bedingt wegen Diebstahls vorbestraften' Handelsangestellten Johann Rusnak zu sich auf. Beide hatten bei der Eröffnung des Handels kein Bargeld, erhielten jedoch Kommissionsware zur Verfügung gestellt, da der Vater des Rusnak für beide die Sicherstellung bot. Der Handel ging anfangs ganz gut und beide verkauften die auf Kredit bezogenen Waren gegen Teilzahlung. Die einkassierten Raten verwendeten sie teils für ihren Lebensunterhalt, teils zur Bezahlung der Waren. Da jedoch die Ratenzahlungen nicht pünktlich einliefen, arbeitete Topf alsbald mit einem Defizit, ncttt so mehr da er von den ihm in Kommission übernommenen Hemden w ö ch e n tl i ch mehrere für sich verlvendete. Er suchte nach einer weitereit Bezugsquelle, die er auch in einer Eugrosfirma am Graben fand, bei -der gleichfalls der Vater des Rusnak für beide einstand. Topf bezog bei dieser Firma -Waren im Werte von 150 Millionen Kronen. Zurückgezahlt wurden lediglich 50 Millionen Kronen. Um aber die Schulden bei der ersten Firma bezahlen zu können, setzten Tops und Rusnak die Kommissionswaren um währe Schleuderpreise ab. Ein Ment verkaufte die Waren im Durchschnitt um 50 Prozent billiger als der normale Preis betrug. Sie verfielen dann auf die Idee, in einer Wiener' Zeitung eilt Inserat einrücken zu lassen, in dem sie einen Inkassanten gegen Kaution suchten. Am 15. und 16. d. erschien auch eine große Anzahl von Bewerbern auf das Inserat hin und die beiden Betrüger bestellten dann 'für den 16. d. -insgesamt zehn Personen zum Erläge der Kaution, beziehungsweise zur Einlage als stiller Teilhaber. Auf diese Meise waren die'beiden Schwindler alsbald im Besitze von 50 Millionen Kronen. Lange sollten sie sich nicht freuen. Wohl hatten sie ein neues Lokal gemietet und hierfür einen Diener ausgenommen, doch bestand das ganze Inventar des Raumes nur aus Büchern und Höften. Von Waran war nichts zu sehen. Inzwischen waren aber die Letzte Nachrichten. Verzögerung der euglische« Antwort? London, 1$. Jrrlr. Premierminister Bald Win erklärte heute im Nnterh a u s e in Erwiderung auf eine Anfrage, er könne noch nicht sagen, wann er in der Lage sein werde, den Entwurf der Antwortnote an Deutschland veröffentlichen zu lassen^ London, 19. Juli. Das Kabrn-ett M heute in z w e ie i nh a I bst ü n d i ger Si tz u n g die Dokumente erörtert, die an die Miverten und an die Bevemigten Staaken ge-saudt werden sollen, nämlich den Entwurf der A ntw o t t a n D e u t s ch l a n d, e inen M a n t e l b r i e s au die Alliierten und eine erläwierud-e Denkschrift. Alle drei Schriftstücke sind von Lord Curz ou eutworfan worden. Das Reutersche Bureau erfährt, daß keine E n t s ch e i du n g erzielt worden sei und daß es nicht sehr überraschen würde, wenn die Absendung der Dokumente an die Alliierten- und a-n die Vereinigten Staaten bis zur r '*r~' „Kassiere", -die -bereits ihre Kaution erlegt hatten, mißtrauisch geworden. Fünf der geschädigten Bewerber erstatt teten die polizeiliche Anzeige und Topf und Rusnak wurden verhaftet. * Abraham Flerner, Mitglied einer Kommission des DölKerbnndes. Der Völkerbund hat in seiner letzten Sitzung eine Kommission znr Unterdrückung des Mädchen« und K i n d e r h a n d e l s eingesetzt. Als Vertreter der V e reinigten Staaten wurde Mr. Abraham F l e x n e t gewählt. * Das Karlenreferal der Schloßhauptmannschaft Schönbruttn ist nunmehr unter der Telephonnummer 82-0-46 zu erreichen. . * Auilliehee Wstkevbericht. Voraussage r VeränderllcheS und etwas besseres Wetter, wärmer. * Fünfundzwanzig Jahre tschechisches Gymnasium in Kysov (Gaya). Am 26. und 26. August 1923 finden die Feierlichkeiten des fünfundzwanzig» jährigenBestandesobigerAnstalt statt. Die chemaligen Schüler und Schülerinnen dieser Anstalt wollen ihren jetzigen Wohnort mit genauer Adresse sowie Wünschen punkto Bequartiemng an Herrn Gerichtsadjunkten Trnka inKyjov(Gaya) oder an die Gymnasial-Direktion dortsellst richten. (Entgeltlich.) - . . ■ " l,‘l ' l‘" "tm ' Bererne, Vorttäge und BerkammlMgen. Reichsschutz b.ilnd der Handelsver» t r e t e r. Morgen, halb 3 Uhr nachmittags, im Wiener Ringcafe, 1. Bez., Stubenring 18 (Souterrain), Handelsvertreterversannnlung. ' Technisch esMuseum. Morgen, 3 Uhr nachmittags, Führungsvortrag von R. Boroevie r „Die Verbrennungsmaschine*; Sonntag, 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Filmvorführung r „Erzeugung von Flugzeugen", „Landrmd Seeflugzeuge", „Mtorbootwerft". Urania. Heute, 6 Uhr (Großer Saal): Der Kampf mit dem Berge. I. In Sturm und Eis. 8 Uhr (Großer Saal): Z n m ersten Male: Tiergeschichten. III.- Hierauf; Kalif Storch. -Urania-Bücherstube von 8 bis 1 und von 2 M 6 Uhr geöffnet. __ . Briefliche» der AedMou. Lerner, Noma«. Wir nennen Ihnen die „Deutschst Färberzeitung", zu beziehen bei Goldschmied, Wien, 1. Ber. Wollzeile. __ Gerichtssaal. Nochmals der Nathenau-Mord. Aus BeÄ-i-n wird Le». richtet: Am 26. IM wrr-d vor dem SchöffftnHwicht m G o TR ‘ now der Be-Isidigungsprozeß vor.« Jagow gegen den> früheren verMtwortilichen Redakteur der ,-Roten Fcchm" Janow zur Verha-nN-wng kommen. Der Prozeß erregt besonderes Interesse, well in ihm die Beziehungen Jngows zu dem inr Rathenau-Prozeß vevu-MiAen StudLuten Mlly Günther zur Sprache kommen sollen. Mae und Kunst. Zer Rücktritt Paslsens. Gestern hat UntervichtSmM'rst>er Dr. Schneider den Rücktritt Paulfens von der Direktion des Buvgchvaters sowie die Bedingungen, unter - denen , der Rücktritt evfolgt-e, zur Ker-ntMs genommen und das darüber aufgesetzte Protokoll untierzeilchnet. Ueber die einftweMge Leitung der Direk-tiMsgeschä'ste im Burgtheater ist noch keim' Entscheidung getroffen worben. Max Pauffen, rsspÄttve stiMn Anlwult wurde noch am fek-ben Tage das Dekret eingchändigt, demzufolge Direktor -Panksen im Weiter-bezug seiner Gage von monatlich zwölf Millionen Kronen bis zum 12. April 1926 (mit welchem Tage Paülftn M ein PenfionAverha-Ums zum Burgtheater tritt) bleibt. Diese Gage würde Herrn Pan-lsen nur dann entzogen werden können, wenn er in einem anderen Theater als Direktor oder -Leiter tätig sein sollte. Seinem Wirken als Schauspieler oder Regisseur an anderen Bühnen j-odoch steht nichts rm Wege. Kammerfpiele. Der omüfante, so rechtnach fta-n>Msffcher Art gchr-autS Schwan^! „Haben Sie nichts zu verzollen" ist noch vom Joftsitädtertheater -her, wo er mit Mar-au und Palleuberg gegeben wurde, in guter Erinnerung. Er hat nichts an Frische eingebüßt und hat einem lachlnstigen PMikum j sehr gefallen. Ausgezeichnet war Herr Lack ne r, der sich! einige Male Separataphlaus holte, ferner die Herren Stand, Balberg und -Uibe-racker -recht gut. Die Damenhingegen richtige Sommevgavnrbur. e. t Gm Geschenk Henry Goldmans an das Berliner Kunstgewevbemusenm. Hemy Gold man n, einer der grüßten 'unter den jüngeren amerika-njilschen KunlsHammlern, hat der Bibliothek des Berliner KMstgckwerbvmufeums den Prachikatalog feiner Ngw-BorDer jDa-mmliung gum Geschenk genracht. Mit Ässem Katalog ahmt Goldman« den großen Sammlern der Wersiavigten Staaten, wie Mo rqan und Wide ne r nach, die m monumentalen Bänden dre Hauptwerke ihres BssitzezverSffeMichten. . Indischer Opereitenabend. Sonntag den* -22. d. findet >im Metroipolcheater, Prater, AnsstellWNgsstraße, eme. Auf- Dhmng -der Operette ,Mie Opferung Isaaks" statt. Die Anffühm>rg besorgt das Ensemble der Jüdischen Bühne. Anfang 8!Uhr. ' . ^_ . Aus de« Lheatem. Bolk 8 oper : Heute: D o n k o sak t« cho r. Die Exl - B ühne bringt heute als 12. Abend im Zyklus österreichischer Volksschrtftsteller im A p o l l d t h e a t e r die Urmtfführung von „Tal gißt", eine Tragödie in 4 Aufzügen (5 Bildern) von Otto D o b r o w o l u y. In dem von Lndwia Auer inszenierten Werke . stzieleu. di^HcmptroLen^Anmi Exh

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