Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1586 (13.7.1923)
- Date
- 1923-07-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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i; M Wien, FvMvg Tagesbericht. Maffenversammlmg der Wiener MmM. Eine DbevaM gahlvesih dersicmMeltt- Gemeinde dev Wiener Hojvatveuen Jatden Vvgvüßbe festem -im GaaLe des Hotel Eontnrental das Ob-euhai-u-Pt des Rckbbi-» ua-tskollegm-utZ für Pg-läfriwa, LMervaGdmev EolonÄ Jakob Meiv, dev in BeglMung des Mtg-lvedeA dev Misjmchi-ExeWive, Rabbiner I. L. Fischinann, auf der Durchreise rrach Karlsbad hier einen Bortrag hielt. Vom Ma-Muer Salmnon Friedman u -begvi'rßt, ergriff Oberrabbiiie-r Dr. C Hajes das Wort zu folgender Au-» .-spräche: Obwohl unsere Jerusalemer Gäste eifrige Orthodoxen sind, sind sie auch Zionisten. Mit großem Bedaavevn nrüssen 'wir sagen „obwohl", denn leider gibt es viele Rabbiner, die vor der Znsantmenarbeit mit den Zionisten zurückschrecken. Wehe dev Generation, die solche Führer hat! Es muß ein neues Geschlecht heran-- wachsen, das religiös und national gleichzeitig sein wird. Gesegnet seiet: die, die für diese Zukunft kämpfen Und gesegnet ihre Arbeit. Stiirnüsch begrüßt, fühlte sodann Oberrabbiner Colonel Jakob Meir aus, er siche als jüdischer Bor-- sicher der Alofbaucnden in Erez Israel da. Grlte Menschen sind nur die, bjc ihren Mtmenfchen gegerlüber Gutes trm Und Gott verehren. Beides tun die Misrachisten. Zionismus und religiöser Gedanke vereinigen sich iic ihnen. Jsmael ist auch eite Sohn Mrahams. Ausgabe der Misrachi ist cs, aus Jsmael Isaak zu machen: den nichtreligiösen Zimlisten den Geist der jüdischen Religion eintzuftößell. Die Lage der Inder: ist nicht Nur in Osteuropa, sondern neuerdings auch in Persien sehr schlecht. Auch in Palästina muß das Judentum hart für seine Existenz kämpfen. Aber die allerwichtigste Bedingung ist dort gegeben: die hebräische Sprache. Im S ch u 1 d) a it A r u ch ist es deutlich ausgesprochen, daß die heilige Sprache durchaus nicht durch dorr weltlichen Gebrauch entheiligt werde. Mit aller Kraft muß jeder Jude für den Wiederanfban Erez Israels arbeiten. Nach Mluuten'langenr Beifall spricht als einziger nichthebräischer Redner Rabbiner I. L. Fischmann (Jerusalem). Wie die Kundschafter Moses' seinerzeit, so haben sich auch in der letzten Zeit Inden geflmden, die die Sünde begangen haben, Schlechtes Liber PaläsÜna zu erzählen. DemgegenAnr können wir alle „S ch ehe ch e j o n u" sagen, daß wir solche Arbeiter dnttchen halber:, wie wir sre eben haben. Die Misrachi erstrebt in Palästina die Vereinigung Don praktischer Arbeit für das Mische Volk und von Religiosität. Den Boden mutz bas Volk erwerben, denn keine religiöse Tätigkeit -ist möglich, wenn der Boden nicht Ms gehört. Unsere Hoffnungen sind heute ebenso stark wie ^jeher und die Orthodoxie wird seimeu Teil von der -Arbeit herausnehine.n. Ksugreßwahleu der Mismchi-zentrale Mm. Die Wahl-kammission für die Mngveßwahlen hat in chrer Sitzung vom 11. -d. iw Ginne des Wahlreglements beschlossen, von der StilunrenaLgabe Abstand zu nehmen, da nur ein i Kandidatenliste e-mgereicht wurde. Auf Grund der vorliegenden Schekalim-Anzahl von 7058 Schekalnn erscheinen somit folgende vier Delegierte als gewählt: 1. WRpp Mayer, 2. Wolf Pinkas, 3. I. S. Ret- Iter, 4. Ben-Zion Tauber: als Erfatzdelegierte: 1. David 18 e m b e r g e r, 2. David L a nd a u, 3. Malkiel G r ü n- >wald, 4. Jcckob März. Der AMrsoMeNongreß in Gochmimri. Ein Vortrag Einsteins. Gothenburg, 11. IM. Pros. Mbiert Einstein hielt heute hier vor zahlreichen Mitgliedern dos N-atur-for!sch evkongvesfes einen Vortrag Über die G-vuMagen und Probleme der Rela-- hivitäLstheoaüe. Der König von Schweden wohnte dem Bor-. wag bei und unterlMt sich längere Zeit «mit Einstein. De. SortztowÄ geftorbm. In Posen ist gestern der ehemalige österreichische Fina uzminister und , Statthalter Dr. Witold von Kor Y-- tows-ki inr 73. Lebensjahre gestorben. Nach Msoffvierung seiner Studien war Dr. Kortztowski Lei der uiederösterreichischen Finanzpvoku-vatur eingetreten, Wurde später in das Finanguiimsterimn und dann in die Leitung der galizischen Finanzlandesdivektion berufen. Im Kabinett Beck von: Jahre 1906 war er Finanzminister. GM 1907 gchörte er dem Neichsrat als MtMed an. Mit der DemissiM des Kabinetts Beck trat auch Dr. Korytowski 1908 in den Ruhestand und wurde im folgenden Jahre indas Herrenhaus berufen. In: Jahre 1913 wurde er Statthalter von Galiz>''en und brachte die Wahl re form für den galizischen Landtag r-mn Abschluß. Während des Krieges trat er von diesem Pasten zurück und lobte bis zu fernem Tode inZurückgezogenhoit. Elsenbahmluglüü in Ltnda«. Wie die „Innsbrucker Nachrichten" melden, ereignete sich gestern aus dem Lindaner Ersmbcchrchamm «in Eisenb ahnu n g l ü ck. Infolge falscher WeichenpMmg ist ein aus Lindau- -Dtadt nach rückwärts ausfcchrender österreichisL)er leerer Zug mit einem von Andm-Reutrn einfcchrenden Gnterim zusammengestoßen, Zwei Waggons des leeren Zuges wur-! den zertrümmert, die Lokomotive und zwei Waggons des jMtzMM MMstem Mn WsMatznbeMwr wüche ü,e-. MeMV Morseuzeitung. 13. IM 1923 Seite'8 Eine Schwefelquelle in Helligenftadt. Die Avspnmvnng der Hanser-Laike. Atmest du-nichtmit mir -die süßen Düste-. . . Die sogLNv'stNto Hanser-Lacke in Heiligenstadt ist seit langer Zeit schon keine besondere Freude für die in Mer 'Umgebung lebenden Menschen. Sie bringt die ganze Gegend bnchstMlich in Men Geruch, und die Düste, die sie ansströmt, gehören ganz gewiß nicht zn den Wohl- «gerchen Arabiens'. Jntensilvev Schwefelgeruch verrat schon von weitem die Existenz dieser Wassers, und man braucht nrw der Rase nachzugchen, so findet nwn den in-ten-siv blutrot gefärbten Deich ohneweiters. Man nahm gmtächst cm, daß der Schwefelgeruch auf Adivässer und Säureabflnß der in der Nähe liegenden Schwefe lsäurefabrik und der chemischen Fabrik SckMbl zu- PÜckKufühven sei. Mit dem Eintritt der -he^rßen Jahreszeit ist mm dieser Gestank unerträgl-ich geworden, so daß die Gemomde sich erttschloß, Maßnahnren zur Bekämpfung dieses Nebels zu unternehmen. Die bei ähnlichen Teichen angeivendeteir Mittel, wie das H'meinschüitten von Kalk, hatten keinen Erfolg. Man vernurtetedaher, daß auf dem Gründe des Teiches eine Schwefelguelle entspringe. Man entschloß sich daher, um der Sache im wahrsten Sinm des Wortes auf den Grrmd -zu kommen, zur Auspumpung des Deiches, eine Arbeit, die gegenwärtig im vollen Gange ist und die nicht n-r:r Zeit, sondern auch' mehr als 70 Millionen Krouen Lostet. -Ungefähr 70.000 Kubikmeter -Wasser find auszupümpen. Seit drei Tagen arbeitet die Pumpe nun. Eine große Rohrleirtung ist vom Deich bis zum Gaunnelka-nal gelegt worden. Der Wasserspiegel ist bereits um etwa a nd e r-tt halb Meter gesuuken. Gestern -wurden die Arbeiten besichtigt und es zeigte sich eine erstaunliches Phänooun, -das das Vorhandensein einer Schwefelquelle sehr wahrscheinlich macht. In der Nähe des Steilufers der Lacke, also dort, wo von einer Gasbildung -infolge -der Straßenkehrichtablageruug nicht gesprochen werden kann, bega-nrten^ plötzlich Blasen in großer Zahl aufzusteigen. Hierauf erfolgte — ein förmlicher Stoß von tiefbraunem Wasser bis zur Oberfläche. Das an dieser Stelle tiefbraune Wasser nahm -bei B-erbiuduug mit dem übrigen Wasser zuerst eine d u n ke l r o t e Farbe an, die dann allmählich zu dem rwrm-alen Rot des ganzen Teiches verblaßte. Das Phänornen des Aufsteigens der brauneir Wassersäule bis zur Oberfläche wiederholte sich me he re Male. Wenn man bedenkt, daß an dieser Stelle der Teich nnndestens sechs bis acht Vleter tief ist, so ist die Kraft des Aufsteigens dieser Wassersäule als sehr beträchtlich anzu-nehmen. In n-ngefähr zehn Tage:: wird mau wissen, -was aus dem Grunde der Hauser-Lacke los ist. Jedenfalls gewinnt die Vermutulig, daß eine Schwefelquelle vovhaniden ist, sehr an Wahrscheinlichkeit, und ungeahnte Möglichkeiten -liegen auf dem Gru-nde des vevachteten Heiligeustadter Teiches, über den jederrnann die Nase ri'nnpste. Wer weiß, ob sich nicht bald an seinen Ufern ein elegantes Kurhaus mit der Anfschri-ft ,-Schoweflbad Hansev-Lacke" erheben 'wird. tötet, drei aus dem Rnhrgebiet vertriebene Beamte, die sich in denr leeren Zuge befanden, wurden schwer verletzt. Dar Schachtmnier in MUrifch-Sftran. In den gestern zu E:ü)e gespielten Partien gewannen: Dr. Lasker gegen Euwe, Spielmann gegen Rnbinstein. Di« Partien Seliezniew—Reti und Rubinstein—Pokovnh endeten re^ mis. Wolf verlor gegen Bogoljilbow und Dr. Trrtakower gegen Hromadka. Stand am 11. Juli: Dr. Lasier, Reti 6,5, Grünfel-d, Spielmann, Dr. Tartakower 6, Bogoljubow, Euwe 4.5, Selezniew 4, Rnbinstein 3,5, Wolf 3, Hromadka, Pokornh 2.5, Dr. Tarrasch 2, Walter 1, . Nativnalssnds-Landeskouferenz i« der Bukewiva. Aus Czeirn-owih wird uns geschrieben: Am 10. Jrmir fand in Suczawa die diesjährige Nattonalfonds-Landeskouserenz unter starker Beteiligung der Vertreter aus Stadt und Land statt. Nach Eröffnung der Konferenz durch den Obmann der Landeskommiss-ion Herw Dr. Siegnmnd Last wurden folgende aktuelle Referate gchalten: Herr Dr. Theodor We^f's^elberge r, über Kongvetzproleme, Professor Julian Silberbnsch über Faffungskraft Palästinas und Dr. Ludwig Chaias über Najwnalfondsarbeit in Palästina. Hierauf erstattete der Nattonalftmdskomnriffär Dr. Schmelzer den Rechenschaftsbericht, der eine erfreuliche Steigerung der Eingänge im letzten Halbjahre aufwies. Die Konferenz beschloß schließlich das Statut für die Landeskonunission Und stellte das Kontingent für das -Jahr 1923 mit 1,800.000 fest. Auch die Frage der Bukowmaer Kolonie wurde in Erörterung gezogen. Sitte Stiftung zur FSkderrmg des Frauenftudinms m -er bildenden Knnft. Anläßlich des WMvigen Bestandes der Wiener Ku-nstschrcke für Frauen und Mädch-m hat Malerin Olga Prager, Ms deren Initiative die Gründlmg der Schule tzurückgcht-, dem an dieser Anstalt Migen- Le!hver> dem Maler A. F. Selige mann, eine unter Kunstste-unden gchamnvelte, vorläufig mehrere Millionen Ibetvagende Summe überrieicht, die als Stiftung den Namen dieses Lehrers tragen wird u-n>d deren Zinsen nach seinem fveiien Ermessen, zur Mrderu-ng des FvwnenstMnms für undemitteilte und bögaAe Frauen- -und Mädchen verwendet werden sollen. Hinter dm Beitta-genden -befinden sich M-igtD!-eid>er der Fam-i-li-e Whitehead, Thorsch, Rothschild, Mautner, -Auspitz, Gompe-vz, Dieben-, Breuer, Zir-ner, Mardl-Maldenau, Präsident Dr. Povges, Pollak-P-arnegg und zahl-vsiche -andere. Die Lebensmittelmörtte. Die Meischzufuhven nach Wien find -mchaltend günstig. In der Großmmkchalle langten ge,st-ern wieder 14 Waggons ein. Der Absatz geht fchr langs-anr vor sich, die heiße Witterung erschwert die Änfbvwahrung außerordentlich, macht -sie bei! längerer Lagerung so>gar ganz unmö-glich. Trotzdem gehen die Fleischpreise mir sehr wenig und sehr langsam zurück. Im Kl-einhandel ermäßigte sich nur Schweinespeck und 'Filz um je 1000 K. Pw Kilog-ranrm. Im Großhandel veriblilligte sich Rindfleisch um weitere 1000 K., Kälber, Schafe uuld Fleischschweine gKeichfalls um 1000 K., Fettschweine mn 3000 K. Pro Kilogramm. Die Wiener Gärtnergenmse behaupteten trotz des überreichen A-ngelbot-es fest die letzten- Preise. Nur jene Artikel, die von den lä-Michen Produzenten ans die Märkte gebracht werden, haben sich etwas ermäß-igt. Bei vielen B-erkäufern galten folgende-Preise: Heurige Kartoffel, rot, 1100 K., weiß 1800 bis 1300 K., Kirschen 4000 bis 8000 K., HeidMeeren 4000 bis 4500 K., Birnen MO bis 8000 K., Himtbeeren 1-8.000 K. und Marillen 6000 bis 7000 K. pro Mogrnmm. Mit Maritim fyld dr-e. Mrkte HwadeAU überschwemmt Kleine LoknlchroM. Gegen den Ende April verhafteten Direktor der Kontl nentalen Bank, Mfred Meuschel, wurde das Verfahren eingestellt. ' , Ä „ Der 32jährige, postenlose MechanMergehUfe -.Karl Maczeh ja hat in der letzten Zeit im Stadtpark sich wiederhoilt an Mädchen hemngemacht und ihnen Uhren und- Armbänder entwendet. Er wurde verhaftet. Güstern hat in eirnem Gastyause in Favoriten der 43jährige abgebaute Eisenbahner Gabriel M. sich eine Kugel durch die linke Brust gejagt. Er wurde in schwer verletztem Zustand in das Medener Krankenhaus gebracht. Er hat d>e Tat wegen des erfolgten Abbaues begangen. In der Wesübahnwerfftätte stürzte der Elektriker- Franz Pe-s'chGe bei der Arbeit von einem vier Meter hohen Gerüst, und erlitt schwere innere Verletzungen. Am 11. d. wurde die Wohmmg des I. Trachte n b e r g in der Ezevningasse 9 von unbekannten Tätern-erbrochen und davMs Wäsche und andere Wertsachen in der Höhe vcn - 25 ■ Millionen Kronen gesteWen. * Ein amerikanischer Friedenspreis. Der bekannte amerAanifche Schriftsteller Edward W. Bok hat einen Preis von 400.000 Dollar Msgesetzt, der dem-jenigen Amerikaner zu-, fallen soll.!der -„den PvaMchchten Plan für die Zu'-sa-mmeu-i arbei-t der W'ereü'uügt-e-N Sb»aa>t-eu mit, anderen- W öl kern für die Herstellmva und Erhaltung des We-lr--- sriedens" ausavbeitet. Weser „amerikanische Friedurspreis"^ wie er genannt wird, soll im zweigleiche Teile geteilt we-vdon; der erste ist für die beste Idee bestimmt. >der zweite -für öi|e; praktische DurchfAiruug 'dieser Idee, entweder durch feine Auf-: nähme von dem Senat-der Beremrigteü Staäben oder durch dieo,mögende -Uuterstützunig. die er bei der öffentMen MeimMg! findet. Die genauen Bediwgunigen -de- Pvö^a-usfchre-rbens, sollen von einer Jury bestimmt werden, die aus hervorragenden AmeviSanevn bestehen wird. Wok erNÄrt in feiner Ankündigung, er wolle dem aMerikanifchmr Volk 'in seiner Gesamthett Gekegen-; heit geben, „sich über ein Pwble-m auszusprechen. für das vnr. bisher leine "Antwort finden konnten". .Mill-ionen vou Amleri-- kauern," fährt er fort, „die die kaleidoMMchen BeräMrungeu^ im heutigen Europa mit lUnruihe beobachten, beginnen zu er-, kennen.daß einefu n-dam-en-äaleBe r ä n d-ekruug E uto* p<rs Mgleich eine Weränderumg Amerikas bedentiet >nnd daß der Weltfrieden jetzt unsere Aufgabe ist^" * Die Patrioten. In der „BoMchen- Zettmvg" finden wrr diese Betvachtu-ngM: Benya-min Jonson, der briühmte, Zeitgenosse Shakespeares, hat einmal den klaffischen Ausspruch: geprägt: .Patriotisnvu.s ist die letzte Zuflucht,' von Halunken." Jonson hat die heutigen Zustände' nicht voranssehen können. Das ist ja auch g^leich'gMtvg. Nur die Zustände ändern sich, die Menschen blerben sich glerch. Das wissen Dichter und Philosophen. Und Jonson war beides. Im Justezgebäude zu Schwerin sitzen Mörder. „Patriotische" Mörder. Sie haben einen Bundes-, bruder ersäuft und erschlagen wie einen Hund. Deutsche^ Mannen. Am vergangenen Samstag zog eine Schar^ iumer Menschen um das GerlchtsgeLäude herum und sang aus herzhaft lauten teu-tschen Kehlen das „Ehchardt-Lrvd'.-> Den gefangenen Mördern zur Aufmunterung und zum Trofft/ .Hie gut Ghchardt alle woge'." „Hie gut Roßbach alle Wege.! Deutsche Mannentreue, -der Much des deutschen BoWes, sett-' dem es nicht mehr aus R-ittevgütern und Grafschaften besteht. Hi-e Habsburg. h!-e Wittvlsbach, hie Hohenzollern, hie. Wett-ml- Das große gemeinsame deutsche Vaterland P darüber M-> gründe gegangen. Ob Fürst, ob Jndu.striMmWat. ob Banden-- führer, gm gleich viel. * Die Hosenkellueriu. Ein Londoner Warenhaus-hat dl-e^ev Tage seinen Kellnerinnen im Erfrischnngsranm ein - anderes' Exterieur gegeben. Die simgen Damen laufen seit ermgen Tagen! in langen' weißen Hosen mit bvviten, dunklen Blusen zwischen -den Tischreihen herum und sehen, -wie die englischen.Blätter ve-r^. sichern, über-aers fesch <m§: Zu den weißen BeinkleÄern-tragm sie dunkelblaue. fÄtige Leinensacken mit weißen Manschetten Die Jacken reichen bis ziemlich M den -Knieir Md, fallen w«l ffveite -Röckchen auseinander. Den Hals schmückt einbretter^ weißer Kinderkragen mit einer wallenden KünstleErawatte. WS Kopfbedeckung ist eine weiße, -schrvmlose Küchemnütze gewM worden, die sich die Damen sehr verwegen über >die Frsiup stülpen. Unter dem Rand lassen sie kokett die Löckchen -heraushäwgen. Die neue Tracht, zu der Spangenschuhe mit hohen Ab, sützen getragen werden, ist das Objekt zahlreicher Photograph«» geworden, und die englischen Zeitungeil beeilen sich, die formierten Kellnerinnen" ihren Lssevn bildlich vorz-rMhrew Die jungen Damen bchaup-ten, daß sie sich -in ihrer neuen Hosen»' tracht sehr behaglich fühlen; sie kölmen sich freier -bewegen un-> ^nvnr-n o», b-sstrp.n Tagen »dicht ffv leicht in Schweiß.