Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1584 (11.7.1923)
- Date
- 1923-07-11
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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**"’ *l' ’? w ' '• »1 -V •■ •> f 's Ail,t‘i1v'‘' »Lim Wett, SSienct Müdgenzeituns. 11. Juli 1923 SetteS ' Gch lußkurser Türk. EistnSchn-Anleihe 400 Frauken , Böhm. Unionbank 409.-, Böhm. ESkomptebank 409.-, Böhm. Jndustrialbank 445.-, ZtvnostenSka Banka 411.60, Anglobank 148.—, Oesterr. Kredit 164.—, Wiener Unionbank 178.—, Wiener Bankverein 108.—, Bufchtiehrader Eisenbahn Ltt. A 575.—, Lit. B 816.—, Ferdinands-Nordbahn 7960.-, Prag-Duxer —, Ansstg-Teplitzer Eisenbahn ——, Nestomitzer Zuckerindustrie 1410.—, Bereinigte Elettrizität Wien —, Brosche 695.—, Koliner Spiritus 966.—, Königshofer Zement 1060.—, Breitfeld-Danek 496.—, Ringhoffet 758.—, Simmeringer 168.—, Nothkosteletzer- Textil 966.—, Alpine Montan 340.—, PolbihÜtte 619.—, Prager Eisen 1115.—, Oesterr. Berg u. Hütten 2475.—, Skoda 676.—, Jntvald 688.—. Ae Levisenkurse. Berlin, 10. Juli. (Devisenkurse.) — Amsterdam 72.817.50 (70.423.50), Belgien 9002.- (8628.-), Christiania 30.024.50(29.127.-), Kopenhagen 82.416.60 (31.421.-), Stockholm 49.077.- (47.381.-), Italienische 7930.- (7531.-), London 847.876.- (817.960.-), New-York 186.008.- (179.650.-), Pari» 10.872.50 (10.274.—), Schweiz 91.920.- (80.723.-), Svanien 25.433.50 (26.496.—), Wien 269.34 (261.84), Prag 6696.60 (6496.-), Budapest 21.14 (20.44), Sofia 1745.60 (1815.-), Belgrad (1926.-). Berlitt» 10. Juli. (Notenknrst.) — Noten Dollar 186.033.- (179.650.-), Pfund -.- (617.950.-), Italienische 7930 - (7631.—), Polnische -.- (116.-), Tschechoslowakische 6636.76 (6446.28), Oesterr. gestempelte 266.90 (257.36). Prag» 10. Juli. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Baukmnte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin 1.02'/, (0.80), Zürich 668.76 (656.75), Paris 192.50 (187.50), London 149.66 (149.66), New-York 33.15 (33.15), Belgrad 34.75 (83.75), Bukarest -.- (-.-), Wien 4.437a (4.47'/,), Warschau 2.60 (2.76), Agram (-.-), Budapest 96.60 (35.60), Jugoflawische 34.75 (35.75), Oesterreichische gestempelte Krone 4.47'/, (4.62'/,), Polnische (2.75), Ungarische 24.- (24.-). Budapest, 10. Juli. (Kurse der Devisenzentrale.) — Amsterdam 9363 bis 3483, Bukarest 42.— bis 46.—, Kopenhagen 1496 bis 1666, Christiania '1387 bis. 1447, London 39.160 bis 40.350,. Berlin 0.0440 bis 0.0620, Italien 966.- bis 386.-, Paris 503.— bis 627.—, Prag 268.— bis 270.—, Stockholm 2282 bis 2382 Zürich 1480 bis 1640, Wien 0.1216 bis 0.1915. Sofia 83.- bi8 87.-, Belgrad 90.- bis 94.-, New-York 8670 biS 8870, Warschau 0.0670 biS 0.0750, Brüssel 416.- bis 436.-. Aaeam. 10. ZM (Devisen.) Wien 0.13276 bis Berlin 0.03 bis Budapest 1.09 bis Bukarest bis Italien 403.-bisLondon 433.- bis New-York 9450.- bis —Paris 560.- bis — Prag 287:— bis -/ Sofia bisSchweiz 1637.60 bis Brüssel bis Warschau 00.66 bis Amsterdam 3760.— bis —, Stockholm —. Belgrad» 10. Juli. (Devisenkurse.) London 484.60 bis Paris 552.- bis New-York 9400.- bis Genf 1632.50 bis Saloniki -.- bis Mailand 409.60 bis Prag 288.60 bis , Berlin 0.029 bis —, Wien 0.1335 bis —, Bukarest 46.60 Bis —, Sofia 88.- bis Budapest 1.07 bis Brüssel bis —, Amsterdan:3800.— bis-.—, Warschau —bis —. Amsterdam» 9. Juli. (Devisenkurse.) London 11.657t bis 11.667„ -Berlin 0.00087» bis 0.0097,, Paris 15.- bis 15.07, Schweiz -43.70 . bis Geld, Wien 0.00357» bis 0.0036'/,, Kopenhagen 44.60 bis Brief, Stockholm 67.30 bis 67.60, Christiania 41.30 bis Brich New-York 265.12 bis 255.50, Brüssel 12.327, bis 12.40, Madrid 36.45 Italien 10.80 bis Geld, Budapest —bis —Helfingfors 7.- bis 7.15. Prag 7.72 bis 7.75. Warschau» 10. Juli. (Devisen.) Berlin 0.53, London 502,000, New-York 110.000-, Prag 3350.-, Wien 1.48. New-Bork» 10. Juli. (Devisen.) London 4667',, Paris 588.75, Berlin 0.037«. Mailand 426.50, Zürich 1723.-, Kopettüagen1739,Stockholm 2640.—.Christiania 1612,Amsterdam 3918.—, Prag 302.50, Wien 0.14, Budapest 1.25 Bukarest 50.25, Warschau 0.07, Madrid 1440.—, Helfingfors 274.60, Brüssel 485.50, Kanada 27, unter pari, Brasilien 9780, Argentinien 3436, Belgrad 106.-. Eugen Groszrrmnn gestorben. Ein braver und treuer, kaum 24 Jahre alter Hakocchner ist vorgestern zu Grabe getragen worden. Die älteren Mit. glieider des größten jüdischen Vereines werden sich an den blonden, großen, bildhübschen Jungen noch erinnern können, der in den ersten Kriegsjathren zu den besten Sprintern der' Hakoah zählte. Aus Gesundheitsrücksichten mußte sich dieser talentierte Läufer vom Sport zunüchziehen und nun erreicht uns gänzlich unvorbereitet die traurige Nachricht von seinem Ableben. Eugen Großmann zählte zu den eifrigsten Mitgliedern der Hakoaih-Leichlaihtetiffektton, er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Vorkämpfer des jüdischen Sportes. Bei einer Würdigung der Wiener jüdischen EportbsweguNg wird der Name Eugen Großmann iimner ehrend genannt werden. Fußball. Lopyrixlit 193S dr k. 1.8 wi (Verlag,WIon-Lotpzlg. Nachdruck verboten. (34. Fortsetzung.). 3« Polesrs WSlderu. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Nedevtragung aus dem Jüdischen von Sieg f r i cd Schmitz. Borr der: Feldem erhob sich pfeifend ein Wind, hielt mitten auf der Chaussee an und drehte sich wie eine Schraube um sich selbst, wirbelte Blätter, Stroh, alles, was ihn: unterkam, aus und jagte den Staub biszum Himnwl onchor. Plötzlich wurde es finster — eine schwarze Wolke senkte sich tief auf die Köpfe nieder, schien, jetzt und jetzt herabzuMen. Die Pferde begannen zu niesten, - lvarsen. unruhig die Schweife hin und her, spitzten die Ohren vor der drohenden Gefahr und jagten mit den: Wagen .dcchin. Die Wiokke flammte auf. Gleich darauf rollte ein Donner und es gab einen Krach, als Ware der Himmel entzweigerissen Worden. Große, schwere Tropfen begannen zu Men. Die Gesellschaft im Wagen nahm das alles mit Spässen ans; sie hätte keine Furcht vor dem Regen und sie wußte, er würde bald auHören, es fei ein Sonrmerregen. Der Rogen wurde starker und strömte in Schnüren nieder. Die Fuhre blieb stchen. Me.Pasta-- giere krochen unter den Wagen. Mordechai deckte Reb Jtsche mit einem dicken Sack zu, er selbst löste den Kübel zwischen den Hinterrädern, setzte sich auf ihr» und sah dem Prasseln des Regens zu . Die Pferde schüttelten sich, schmieden sich aneinander und senkten die Köpfe; auf ihren sttmrinen, dnmmen Mäulern lag. stumpfsinnige Unbcholfenheit, die ibei jedermann Mitleid Hervorrufen-mußte. *i Es wurde hell — der Regen hatte aufgehört. Die Felder, die Bäunre, die Gräser, alles öffnete sich nach dem Regen und die Luft wurde frisch. * Mitten in der Rächt evivachte Mordechai; alle im Wagen schliefen, ihre Bündel unter dem Kopf. Mit einen! Male erwachte in Mordechai eine tiefe Sehnsucht; er hatte Lust, den Wagen wenden zu lassen, und ivar wütend, daß der Kutscher sich so langsam mit den, Pferden dahmschleppte und von gar nichts berührt werde. Der Ein jüdischer Sportverein in OedenVurg. Wie wir berichteten, hat sich in Oedenbuvg ein jüdischer Sportverein unter den: Namen Hakoah gegründet. Nach dem V. A. C. (Budapest) ist die Oedenburger Hakoah der zweite jüdische Sportklub Ungarns. Die Vorgeschichte diicser Vereinsgründung ist sehr interessant. Oedenburg besitzt ungefähr 360 jüdische Familien, wobei die jüdische Jugend sehr sportliebend ist. Die nveisten Burschen gehörten dem S. F. A. C. (Sopran: Football «es Atlletikai Club) an. in dessen levster Mannschaft fast ständig acht Juden spielten. In die Oedenburger Judengonr-emde ist nun vor >ungefähr zwei Jahren der Zionisnrns erngezogen, der-vor allemdie Jugend in seinen Bannkreis zog. Die Folge davon war. daß die jüdischen Sportler vom S. F. A. C. austvaten und Anstalten trafen, einen jüdischen Sportverein ins Leben zu rufen. Der erste Klub, dessen Gründung zwei Jahre zurückliegt. nannte sich Jüdischer Sport- und KulturveriHn. Er veichte seine Satzungen beim Ministerium des Innern ein. bekam aber iden Bescheid, daß die Gründung nicht genehmigt sei. Dieser Entscheidung fehlte die Begründung. Die jüdischen Sportler ließen sich aber nicht entmutigen, Sie taten sich neuerlich zu «einem Verein zusammen, in dessen Anschrift wieder das Wort „jüdisch" stand. Der Erfolg war dergleiche, die Gründung wurde nicht gestattet. Nun glaubte die sporlii-vbende jüdische Jugend einen Answeg gefunden zu haben. Sic nannte ihren Verein Erster Oedenburger Fußballklub und hoffte, »dadurch die 3^65, > Antisemitische Behörde geneigter zu -finden. Tiber auch dieses Zugeständnis genügte dom MmisterrMr »des Innern nicht u-nd so wurde die Bereinsgvündung wieder verboten. Die antisemitischen Behörden Halter: mit der Zähigkeit und Energie der ffijpffchen Jugend, die -den Sport im eigenen Kreis betreiben wollte, nicht »MechEt. Obwohl -der Kanvpf um die Anerkennung bereits zwei Jahve lobte, war der Wille »der jüdischen Sportler nicht erschüttert. Sie gründeten einieu Mischen Jugend- Verein. »den sie Hakoah uaimten nick diese Organisation wurde »nun vor ungefähr einem Monat vom Ministerium des Jnmvn 'KlAscher, grau, dreifach gekrümmt wie ein Fragezeichen, saß in seiner sonderbaren Stellung auf dem Bock und blickte mit dem rechten Auge auf die Passagiere, mit dem linken auf die Pferde. Mordechai sah, wie sein eigener Schatten dem Wagen nachlief, sich bewegte und tänzelte, wie ein Kobold. Er rollte sich ein und fühlte in seinem Herzen etwas wachsen, in seinem Hals ettvas anssteigen und über seine Augen einen Schleier fallen. Seine Witt war verfchwnMn, er spürte bloß- Sehnsucht; alles hätte er darum gegeben, mit Stachel sein zn können... Er war nber- Mgt, er würde schon nie mHr mit ihr reden, sie würde einen Schrmed 'heiraten Oder einen Pächter.. . Weiter vermochte Mordechai den Gedanken nicht ausKnspilmen; er preßte die Lippen auseinander, lag stumm da und alles in i-Hur weinte. ' Movdechais Blick begegnete des Kutschers rechtem Auge; er erbebte. Warum Mast er nicht? Da schlchpt er sich sein ganzes Leben lang über die Chausseen, sitzt immer aus den: Bock und wirft Blicke wie ein Wer Geist, schlaft Ihr, Wer?" Der Alte rührte sich nicht, als gälten die. Worte nicht itzvr, nttd antwortete: - ^Nein, was gibt es^ ,Mr kam es vor, als nicktet Ihr ein -wenig." „O, mein Kind, das sind nicht mchr die Zetten von einmal! Wenn man alt wird, hat man keine L:vst zu- WM! Da betet'man immer zu Gott, er möge eiwrn M werden' lasten, aber glaub' mir,' Junge, eh' ein zerbrochener Scherben, lieber . . . hur, man darf nicht sündigen *.. ' sichst du, früher, wie meine Me, ihre Jahre seren UNS zugezählt, noch gelM hat, da habe ich die Pferde langsam im Trab gehen lassen, und mir Hab' ich ein kleines Nickerchen vergönnt; aberseit sie geswrben ist, sage ich dir, ist es aus mit mir.-Jus Zimmer hinein kann ich nicht, weißt du — es treibt-mich hinaus, mein Lieber! W§ lvürden böse Geister mich jagen! Leer jeder Winkel! Nicht Kind, nicht.Rind/ niemand da, mit -dem man ein Wort reden könnte! In meinen alten Tagen muß ich mir selber das bißchen Esser: kochen! Jetzt versteW du — bei Nacht auf den: Kutschbock ^ist mein größtes Vergnügen! sitze ich ruhig, lockere den Pferden die Zügel, -denke an n:eme Alte,'spreche mich ordentlich mit ihr aus . . ." anerkannt. Auf jeden Fall hat aber diesmal die Cuergiie zum Erfolg geführt. Die Hakoah besitzt 40 aktive Sportler.-die l>r>,pt. sächlich das Fußballspiel Pflegen. In den nächste,: Wochen tverden aber aiuh Radfahr- und Leichtathletikfcktionen gegrüuM. Die Fußballer genießen vorläufig beim S. F. A. C. G^strecht. Budapester Nachrichten. Das kommende Meisterschaftsjahr in Budapest. In der letzten Sitzung des M. L. Sz. wurde das Fußballprogranm, des Herbstes besprochen. Man stellte einstimmig fest, das; die Pariser Oly,npia.de, die in die Fvühjahrssaison 1924 sällt, eine Terminverschiebung notwendig mache: Bor allem nuissen vier Spiele, - d-ve zur Frühjahrssaison gehören, bereits in: Herbst ausgetmgen' werden. Die HerbsWielzelt beginnt am 16. August und endet am 16. Dezember. In dieser Zeit ntilffeit also von jedem Verein 16 Meisterschastskämpfe absolviert >v«er« , den. Da noch vier Länderspiele vorgesehen sind, stchen dru Klubs nur zwei freie Termine zur Verfügung. AuZlaudsreisen dürfen die Vereine in der Zeit vom 17. Dezember bis 7. Jänner unternehmen. Die Frühjahrsfaison beginnt am 17. Febmar. Vorerst sind die restlichen sieben Meisterschaftsspiele auSzutragen, und in der folgenden Zeit wird die NationalnMmschaft für die OlhmPiade vorbereitet. * Eine Futzballerschirle. Kertesz 2, der berühnüe Flügelläuifer des M. T. K., gründete eine Schule für Fußballer. Ueber 1000 Schüler haben sich bereits angemeldet. Kertesz 2 beabsichtigte, - den englischen Trainer Hogan als Lehrer anzustellen. Dieser Plan konnte abev nicht vevtrirklicht werden, weil Hogan kontraktlich bis zum Jahre 1924 in der Schweiz bleiben muß. Neben Kerles.; 2 werden bewährte einheimische Trainer unterrichten. Kertesz 2 selbst bleibt» Amaternslpicler des M. T. K. Der Beginn des Unterrichtes dürste in Bälde erfolgen, da der Bau des Sportplatzes schon weit fortgeschritten ist. Vom Schwimmsport. Dev Hakoahner Barta startete am Sonntag im Brustschwimnwn über 100 Meter. Er gewann auch die Konkurrenz in 1:23,6. Die Wasserballlmannschaft des F. T. C. begibt sich in den nächsten Tagen auf eine Tourme durch die Schweiz und nach Spanien. Sie wird unter anderem. Spiele in Genif, Lausanne und in Barcelona austragen. * Der V. A. C. in Lemberg. Der Budapesiov jüdische Verein befindet sich derzeit in Polen. Sein erstes Spiel trug »er in Lemberg gegen die Hasmonea Ms und siegte mit 3:1 Toren. Mit diesem Treifstn eröffnete die Hasmonea rh^n neuen Sportplatz. B. ■ StVafunÄ Meldermsschu^. Enthobene Fmcktionäre: Josef Koschinrsky. .Obumnu des S. E. Ostnrark, trogen schwerer Bvschuldiguüg gegen einen Schiedsrichter, auf d:e Dcüter von 6 Monaten, bis 9. Jänner 1924. *wwmmman Bei dielsen Worten wurde die Stiutzme des 8llten heißer, und er drehte sich!veg. Jtt Mordechai erzeugte des Kutschers Rede ein Gefühl der Kälte. Dange dachte er darüber nach, >vas er dem Alten sagen sollte; er wollte ihn trösten, in der Art Reb Jtsches, aber er fand die Worte mcht. Der Alte wurde ihm jetzt lieb. Er nahm aus den: Koffer ein Fläschchen Schnaps und bot ihm einen Schluck. * Am frühen Morgen hielt die Fuhre bei einer Dorf» schente. Die Passagiere wurden munter, sie wollten nicht glauben, daß sie bereits durch Siedlet durchgefahren und nicht weit von Lukow seien; dann stiegen sie zufrieden vom Wage«. In der Schenke gingen einige CHastidim in Takts und Tefillim hin und her, laut betend. Auf dom Fuß- LMn, auf langen Banken, unter den Tischen lagen junge Leute und alle CHastidim mit kleinen Knaben, Hände und Bündel unter dem Kopf, m:d schliefen. Bei einem langen Tisch saßen einige Bauern vor Bierkrügen und erzählten einander Neuigkeiten. Don Zeit zu Zeit blieb ein anderer Jude mben den Bauern stchen, rückte den Tallis zurecht unv hörte, ohne sein Gebet zu unterbrechen, ihren Gesprächen zu. In einem Wirvkel saß auf einem kleinen Tisch ein Dorfschneider. Mt roten Aärgen, eine BrNe, in der ein Glas fchlte, auf der Nasenspitze, zerdrückte Papi ermäße m\t den Hals, faß er mit gebogenem Rücke::, die nackten Füße gekreuzt, und uÄhte einen Kaftan für der: Schenker. Der Schenker, ein Jude mit gesunder, roter Gesichtsfarbe und einem langen roten Bart, saß an/Zahlt ifch aus einem Rohrstuhl; er hielt ein kleines, dickes Kind in einem kurzen Hemdchen auf dem Arm und fütterte es mit geweichten Semmeln und gezuckerten: Tee. Das Kind streckte ein kurzes, dickes Füßchen aus und betrachtete das kleine Kätzchen,, welches mit den langen Fransen an des Schenkers Tallisknot'en spielte. Der Schenker nahm einen Löffel „Papi", blies lange darauf, probierte einigemale mit seiner großen Zunge, öffnete den: Kinde gewaltsam das Mündchen und stopfte den Brei hinein, wie man Gä-nse stopft. Das Kind würgte an dem Bisten, schluckte ihn widerwillig hirrunter und schrie. i