Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1582 (9.7.1923)
- Date
- 1923-07-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer K700 Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.,Taborstr.l-3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 Mit Postversand furW«»«. Ocsierr. monatl. K2&0Q0 Tseheedi o-S 1 oweik «i: Mon. K17. Jugoslawien: Mon.D£nar40. Po! en:Mon. Mk.25.000.D e a t schla» d: MonJMark25.000. Frank r., Belgiens Monatl.. Fscs.£ MT Näekrafclnttjre« bei Preberhöhun^en Yorbehelten St. IM teuer mmmmmmmmmmmmmmmmma ffiien. SUlmrtag, 9. Sttlf 192S FumMch-belgisches Borgeheu gegen Deutschland. Die FMeu der MMgeatte km Ruhrgeblet. - Vor einem «mch der dipiomMche« B^ehmne«. BrSffel, 6. Mi. (Havas.) »MiepeNdanee belge" gkaubt W wissen, daß die Abberufung des Bots/ch-afters Kr den Fall, baßDeutschland die. Sabotageakte im Ruhrgebiet nicht desavouieren würde, nur die erste einer Reihe von Maßnahmen sein we-«Äe, die Belgien zu ergreifen gedenke. Paris, 8. Juli.- (Wolfs.) Die MorgeMätter begnügen sich in der Mehrzahl damit, die kritischen Kommentare ihrer Berliner Berichterstatter -zum Schritte der diplomatffchen Vertreter Belgiens und Frankreichs in.her Sabotagefrage wiederzugeben. So spricht der „Aiatin" von einer seltenen Anmaßung des deutschen .Ministers des Auswärtigen. Es sei klar, daß Rosenberg nicht einederartige Sprache führen würde, wenn ferne B^ichnugen zu London ihm nicht Grund gäben, einige .Hoffnung auf die englische Regierung zu setzen. Da man eine nur zu gerechtfertige Aufforderung nach Berlin geschickt habe, sei es klar, daß rnan sich nicht Mt einer ausweichenden Antwort begnügen könne. Als man diese AuffordermE forimMerte, habe nran sicher wohl auch' Maßnahmen vorgesehen, die im Weigerungsfälle getroffen werden sollen. Achte Zusammenkunft ztöische» Poimare und Theunis. Brüssel, 7. Juli. (Havas.) Den Blättern zufolge wird in Regierungskreisen eMärt, - daß- Mgenwärtig. von. eftrer ’ AusannnenAnft des Ministers DHmris Mi Poincarc .leine Rede sei..[ '■ ■- V'i.’VJ v. Me HaÜuirg JMienD. Rom, 8. Juli. Der deutsche Botschafter ist gestern ' vom MinisterpMdenten Mussolini empfangen worden. Der offiziöse „Messaggero" Widerspricht der Behauptung, daß Italien sich für die englische oder die französische Lösung der- Ruhrfrage erklärt habei Die Haltung Italiens habe sich seit der diesbezüglichenErklärung Mussolinis nicht geändert und M bestünden sowohl zwischen dem italienischen und dem französischen Standpunkt einerseits, als auch zwischen dem italienischen und dem englischen Standpunkt andererseits vielfache Uebereinstimmungen. So groß auch die Einigkeit zwischen Rom und London darin sei, daß die Wiedergutmachungsfrage und hiermit auch die Ruhrfrage möglichst rasch und friedlich gelöst werden, so bestehe doch bezüglich der Kriegsschulden, die Mussolini in seinem Londoner Memorandum zum Kardinalpunkt der Haltung Italiens gemacht habe, noch kein'Einvernehmen. . Der Papst interveniert. Rom, 8. Juli. (Havas.) „Osservatore Romano" veröffentlicht , folgende Feststellung: Der Papst hat gegenüber dem Vertreter D e u t f chlands sein Bedauern ü b e t b i e A t le n L a te im Ruhrgebiet ausgesprochen und Deutschland eingeladen, sich diesem Ausdrucke des Bedauerns anzuschließen. Ebenso hat. der Papst nach dem Eisenbahnattentate in D u i s b u r g, Paris u n,d B rü ss el die H os.fnun g ausg esp ro.xh en, daß Fr ankreich und B elg i e n ni ch t M aßnah m en erg r ei fernw ü rd e n, di ege ei g n e t w ä r.e n, d ie Err etzung d er G em ü t er noch zu st ei g ern, d a dreS.s ch merzli ch e F o lgen , n a ch s i ch z i eh; e n könnt e. BdrckWttzrtMöersuZje Sp^'Den^ch*r . .. PMS, ' .W. 4.MchMKWML. Ä ü ß'e fl m i n i sie r D r. B.'e n e sch ist' hier eingetroffen, angeblich nur zu Jnformationszwecken. Es verlautet, daß Benesch mit P o i n e a r 6 und den maßgebenden englischen Kreisen Fühlung, nehmen, wird. Dr. Benesch will in den neu aufgetaüchten Schwierigkeiten der Entente eine vermitte lud e R olle spielen. Er dürste sich Mittwoch nach London begeben.. ' Eine gnterpretation di London, 9. Juli. (Tel. d. ,Mr. Morgentzeitung".) Es war gestern nachts noch nicht bestimmt, ob das britische Kabinett heute oder erst morgen zu einer Entfcheidmrgssitzung über die Haltung Großbritanniens in der Ruhraktion zusammientroLen werde. Es ist jedoch bereits heute seskgestellt, Laß sich das Kabinett in dieser Sitzung über das zukünftige Vorgehen Englands am Kontinent e ndgültig entschließen - wird. „Daily Telegraph" teilt mit, daß sich dieser Kabinettsrat mit folgeMen fünf Fragen zu befassen haben wird: > . " 1. Wann und in welcher Form soll auf das deutsK Memorandnm geantwortet werden?, " 2. Welche Prozedur soll" angew'endet lwttben, nm djje deutsche Zahlungsfähigkeit durch eine international e S a ch-v e rst äN d i ge nkonLeren5 tMMchaftlichfestzustellen? ' '' ' 3. .Soll der englische Vertreter Brad'Vury ermächtigt werden, von der Reparatio uskourmiffion eine o ffizielle Auslegung des § ly . des Anhanges 2 des VersMer Vertrages zu vergangen, welcher Artikel von Sunderaktionen der Mlnerttzn gegenüber DeutschlarÄ spricht?, 4. Soll im Falle einer N-newigkeit innerhalb der ReParationskomMssion in dieser . Angelegenheit dem Haager Schiedsgericht die Auslegung des § 248 des Versailler Vertrages übertragen werden, der davon spricht, daß die Alliierten e i n e g e nr e i Nf a n: e H y p 0thek auf die Mtiv^en d?es dentsch^n Staates besitzen? 5..Soll ein Beschluß über die:Konsdlid,ierung d e r-a l lii e r t e y Kr i g sf ch u l d e n - a n E ng l-g n'd gefaßt werden? - ,/Daily Tel-agraP^ beimvkt hierzu, ^datz Frank-, reich-die Forderung nach Einberufung^ eiüer interalliierten SachveMndlgerckonferertz zur Bestimmung der denischen ZMunMähiAeit aülehnen, jchoch der Wldung einer - solchen Kommission innerhalb der Repavationskommission, die von-^^AmeMGa-w^-rn: tzräGdi ert werdeni Wt VGmmm-'WHe. ' i Bersailler Vertrages. London, 9. Juli. (Wolff.) Der dMoMktifche Korrespondent der „Sundah Times" erfährt, daß im Laufe dieser Woche eine Entscheidung fallen werde, wenn auch noch nicht feststche, wann PreMernrinister Baldwim seim Jangerwartete Re.g.ierzr.MS&Lrzeng im Parlament abgeben werde. . Der Korrespondent wU erfahren haben, daß Baldwin Poineare eine entschiedene Mitteilung habe zugchm lassen des Inhalts, daß der britische Fragebogen k-lar nüd ohne weitere« Verzug beantwortet werden muffe. Sollte Po i n e a r e 'hierauf nicht eingehm, dann könne man daurit rechnen, daß die britische'Regierung die Initiative ergreifeir und daß die Ereignisse sich dann rasch entwickeln Mchen. " “ Englisch-italiecksches Sondervorgehen. v London, 7. Juli. (Havas.) We die Blätter, melden, Mvd sich die englische Regierung .zu Beginn der Woche mit der Frage befassen, ob-es notwendig sei, daß Minister Curzon seine Besprechungen mit dem srartzosischen Botschafter Saint Aülaire fortführe. .Jur verneinenden Falle würden Italien und England gemeinsam das deutsche Memorandum beantworten und hierbei Vorschläge unteEreittzn, die voPer Frankreich und Belgien mitgeteilt werden würden. Chamberlain verlangt die Beendigung der . Ruhraktion. London, 8..Fuli. (Wolfs.) Bei einer poliüschen Kundgebung in Birmingham erklärt Ehamberlarn, die - Regiernng sei jetzt. Mrker' als zur Zeit, da' die Parlamentssession begann. Man ^hahe auf zahlreichen Gebieten, gute,.' aber Mhige Arbeit geleistet. . ' - 0 Ehambevlaius Bruder, der .GesündheitsMmster No-' ville Chamberlain, führte aus, die einzige Wolke am Horizont sei die Ruhrfrage. Die Besetzung des Ruhrgebietes sei gegen d-eu Rät Englands erfolgt und 'ihr Ergebnis habe leftder die Besorgnissse Englands gerechtfertigt. Die Besetzung habe Frankreich keinen Nützen gebracht und ihre Wirkung -mache sich auch i n d e m R ü ckg-a.M.d.M -e/Mli-Me-N' Kam-del-s bem erEba-r. T schtcho Slowikil > tschech. K.1r— Italien: Monatl. 10 Lire Rumänien Mon. 90 Lei Bulgarien Mon. 75 Lewa Schweiz und das übrijn Ausland monatlieh Eres, f Redaktion u.Administratia Wien, II., Taborstrassei—* Telephone: 44*0-38,43-3-15 ab^6 Uhr ädids.19-483,tt-3Qf Tel.-Adr.: »Morgenzeitung Wien Oesterreichisches Postspar kassen-Konto Nr. 150.69t BB_ 5. Zahrgm, Diese Lage könne nicht unbegrenzte M fortdcmern Es^ handle sich um Dinge, die nicht nur Frankreich an gehen. So dringend auch der Wunsch EngÜnds sei, har monrsche 'Beziehungen zu Frankreich. aufrecht zu erhalten so sei doch die Zeit gekommen, wo es notwendig werde endgültige Schritte zu unternehmen. Der Srientsriede. Grundsätzlich abgeschlofsen. Berlin, 9. Juli. (Tel. d. „Wr. Mov genzeitung".) Nach einer Meldung de- „Montagsppst" aus Lausanne soll in de, heutigen Nachtsitzung der Orient f p i e d e zwar noch nicht unterzeichnet, jedoch schon grundsätzlich abgeschlosser worden sein. Die Türken hätten durch ihre Zähigkeit und unnachgiebige Haltung einen vollen Erfolg errungen. Mederaufnahwe der Beziehungen zwischen der Schweb und der Türkei. Konstantinopel, 9. Juli. (Tel. der „Wr. Morgen, zeitung".) Türkischen Blättern zufolge hat die Schweizer Regierung beschlossen, die diplomatischen Beziehungen mit der Türkei wieder aufzunehmen und einen Gesandten für Angora, zu ernennen. M Mgkett der bayrischen Reoktionäre. München, 8. Juli. Die „Minchner Post" veröffeirtlicht heute einen, Brief des Hauptbelastungszeugen inn Hochverratsprozeß Fuchs-Machhaus, Major Mayr, an das Jnnemninrsterium, wovin der Oberlandesgerichtsrat- P öh'n er, der. Regierungsprüsident M^h'r nM der^ RMsweh v. Mö h l-MschU' digt lverden, däß sie im Herbst 1921, kurz mach dem Ableben Exkönigs- Ludwig des Zweiten, die Monarchie wieder errichten wollten. . t Major Mahr unterrichtete von diesen Plänen den'damals in München weilenderr Staatskommissär Oberregievungsrat- G a r e i s, der die Reichsregierung davon verständigte. Daraufhin habe sich auch der Reichspräsident von Major M a h r icher die Sachlage unterrichten lassen. . Verlängerung de« JefenfivbSnduiffes zwischer FngosiMe« mv Rumänien. Belgrad, 8. Juli. (Avala.) Das in Belgrad aw 7. Juni 1921 zwischen Rumänien und dem Königreich- S. H. S. abgeschlossene D e f e n s i v b ü n b tx \ 9 gegen einen nich t h er aus ge forde r t e v Angriff seitens Ungarns oder Bul. g a r i e n s zur Beseitigung, des durch die Verträge vor Trianon und Neuilly geschaffenen Zustandes ist auf d r e i I a h r e erneuert wordm. Das bezüglich- Uebereinlommen ist gestern in Bukarest von dem rumäc' nischen Minister des Aeußern Duca..und dem Vertreter des Königreiches S. H. S. unterzeichnet worden. Außem minister Duca und der jugoslawische Minister des Aeußern Dr. Nineio haben - aus diesem Anlaß Glückwunsch-' telegramme ausgetauscht, worin betont wird, daß das Bündnis eines der Abkommen sei, die die Grundlage der Kleinen Entente bilden. Kn Wahlfieg der RadMe« in Frankreich. ' Paris, 9. Juli. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung".)! Bei der gestern im Departement Seine et Oisevqrgenömmeneir Ersatzwahl wurden die Radikalen- Frnnflin-Bouillon mit 77.604 -und Goust nfft 76.618 Sümmen gewählt. Die Kandidaten -des natiollolen Blocks waren schon im ersten Wahlgang von der Kandidatur zurückgetreten. Die Sozialisten ' und Ki-mmunisten blieben in der Minderheit. . Me abgerästet wird. - Washington, 9. Juli. (Tel. der „Wr. .Atorgen». zcitung") Mie ans ^Marinekreisen verlautet, wird nach Durchführung des ^gegenwärtigen Flottenpro- * g r a nt m s die amerikanische Kriegsflotte im kommenden Jahre: 18 oßkamPfschiffe, 14-Kreuzer und 84 Unterseeboote zählen. kine Blattemchidemie in London. 408 Erkrankungen. London,- 9. Juli. (Tel.; d. „Wr. MovgeMitung".) Lqut einer Mitteilung des Gesnudheits-ministerlums wurden in- L o n d o n gegenwärtig 408 B l a t i e r n f ä l l e verzeichnet.