Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1580 (7.7.1923)
- Date
- 1923-07-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Einzebnunmer KlOOß Wien>. Zum Abholen in det. Expedition, II.,T aborstr, 1 -3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 28.000 MitPostversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 28,000 Ta che cb o-S 1 owak e i: Mon. K 17. Jugoslawien: Mon.Dinar40. Polen: Mon. Mk.25,000,D eu tscjila nd: Mon.Mark25.000. F rankr., Belgien: Monatl. Frcs.fi MT Nachsahlungen *W bei Preiaerhöhunjren . vorbehaltan Nk. 1580 « waamamammmmBsmasssgmammMammmmaaaa Me». SamsM 7.Wi 1SSS Tacheeho-Slowahil, ' fschech. K Ir—, Italien: Monatl. 10'Lire, Rumänien Mon. 90 Lei, Bulgarien Mon. 75 Lewa, 8 c hwei z und das übrige Ausland« monatlich Frcs. 3 . Redaktion u. Administration Wien, II.’, Taborstrasse 1 r-3 Telephone:;44“0:38,43'3-19, ab 6 Uhr abds'. 19-483,16-301 Tel.-Adr.:,Morgenzeitung“ Wien Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr.15Q.693 5, Zahrgmig Md MnmweRorbeiten in der Reparationrfrage. - Re Mstmiaeu Deutschlands, sidenten der Reparastonskommiffion Dubois in det französischen Kammer'' über die von Deutschland geleistz^ ten Zahlungen wendete, mnd u. a. eEärte, daß nach , de« Die Kloake. -y. Wie«, 7. Jnli. Es hat sich eine Resimngsgesellschaft für die Führer der- Mordpolitik in Oesterreich etabliert. Sie antisemrtrsche Einheitsfront hat sich unter s Anteilnahme der „Judenpresse" zusammengefünden und arbeitet mit allen Mitteln.journalistischer Technik an der Verschleierung des Tatbestandes. 35 Leute sind in. Hast, von denen sieben. bereits-den Bestand eines Mordkomplotts zugegeben haben; die übrigen sind der Geheimbündelei. geständig. Äber merkwüMgerweise forscht man gar nicht weiter nach den Verbindungen, die von diesen Leuten zur Nationalsozialistischen Partei sichren,» niemand interessiert sich für den Inhalt des Unterrichts, der in den Jnstruktionsstunden der Ordner erteilt worden, ist, und auch die Frage nach den Geldquellen wird, so weit man sehen kann, nicht gestellt. Man scheint sich darauf ■' zu verlassen, daß die Zeit alle Wunden heilt und daß die Menschen ein schlechtes Gedächtnis haben. Die Sache geht jetzt an die Staatsanwältschaft, die Untersuchung wird sehr lange dauern und inzwischen kann die Nationalsozialistische Partei ihr Banner, das von allen Richtern im Namen der Republik geschützte Hakenkreuz, stolz in den Wahlkampf tragen. Bon der armen, verführten Jugend wird gesprochen, die Verführer bleiben äußer Diskussion. Die Namen bewährter Verschwörer aus dem Deutschen Reich werden in allen Zeitungen genannt, ohne daß ein Neugieriger sich danach erkundigt, weshalb die sonst so strengen Auftnthaltsbestimmüngen gerade, diesem Gesindel gegenüber versagt haben? Wir haben' üin. Amt, das durch lange Zeit hindurch mit seinen Ägzzien der Schrecken aller' ÄqfftMpsovGwr:. UM Frvm-: den,-der -zehn. -tschechische Aromen UH' bei sich trug, als StaatsverbrechersWanierte. Behörden, die die Gewohnheitstrinker,, die Hpfardspieler in strengster Evidenz Mren ürck He sorgfältig darüber tdachen, daß ein wegen Raufexzeß zur.Ausweisung verurteilter -AüMHer- .nicht Meder, den^ heiligen Boden des Bergländevbundes betrete.. Aber der §en Tillessen, der Mörder Erzbergers, der Oberst Bauer, der Major Papst, und eine ganze Garde von Mafiosi konnte sich monatelang in Men umhertrePen, in Versammlungen schwatzen, an. der Universität Radau machen und schließlich Oldnerwehren öffentlich kommandieren, ohne daß irgend jemand daran Anstoß genommen hätte. Wer erklärt diesen Widerspruch? Es ist kein Trost und keine PoWsche RechffeM-, gung, daß die Republik Oesterreich mit diesen Dingen nicht allein steht. Das Leben Deutschlands und Ungarns., ist von dem gleichen Giftstoff durchtränkt. Es klingt auch überall in diesen Staaten der gleiche Gruudton, der Schrei der antisemitischen Bestie. Die Tendenz der Vernichtung des Jildentums, seiner poWfchen, sozialen und wirtschaftlichen' Depravierung tritt überall so klar zutage, daß man mitvollein. Recht von ' einer, cmti-- semitischen Internationale sprechen kann. Es ist.Lüge, und bewußte Irreführung, wenn man den in München und in Budapest gezüchteten Bazillüs der Kloake 'mit den Friedens-Verträgen erklären will. In keinem Zeitpunkt hat die Geschichte der Völker, die an Eruptionen des ’ mMaristische'n Wahnsinns so reich ist, eine derartige. Verrohung der Politischen -Sittlichkeit gezeigt wie heute! und es gibt Länder, die ebenfalls vom Weltkrieg betroffen worden sind und trotzdem, bisher wenigstens, ihre Jugend von der Infektion freihalten konnten. Dom Weltkrieg der europäischen Völker gegeneinander ist der Weltkrieg gegen das Judentum gefoH üüd die Intelligenz der Unterlegenen, die depossehierten Mittekftändler, > wollen Rache an dem Judentum nehmen für den Verlust ihrer Stellung und Macht' Die Intellektuellen dieses Schlages füllen die Aemter und KanDien heute gewcm. so, wie sie sie vor dem Kriege gefüllt' haben, sie bilden eine Art Freimaurerei der Niedertracht. Sie erziehen die Jugend. Der Revolution heiben.sie sich geschmeidig angeschlossen. Das Volk war..großmütig und wies sie nicht aus den Hörsälen, aus den Stuben der KyyAehen. und aus den Aemtern h-inMs. Damals wareu. sLe .revölntionär, heute sind sie gogermchoMützcir;' wer;, sterbe-' zahlt, der hat sie. Ob das Geld von einem fvaüzöMchen > Spitzel kommt, ob Ford Kasse schickt, einerlei: Meder mit den Juden! Und es gibt Juden; die ihnen Geld geben und sich sogar noch dessen rühmen. . Paris, 6. Juli. (Havas ) Nach dem „Petit Parisien" dürfte Ministerpräsident Th.eunis mit Po i n ca re in der nächsten Zeit Zusammentreffen, um das fvanzösifchbelgrsche Zusammenarbeiten in der nächsten - Zeit Zusammentreffen in der Rüh.rfrage noch enger zu gestalten. . ' Es besteht der Eindruck, daß das belgische' Kabinett das außenpolitische. Problem einer eingchenden Prüfung unteWi-che, in dem Bestreben, eine Annäherung zwischen Frankreich und Großbritannien zu beschleunigen. '; ' Das Blatt weist ferner daraufhin, daß Theunis schon Anfang Juni darauf gedrungen hat, die durch die Ruhraksion herbeigcführte Krise wegen .der unbefriedig enden Wirtschaftlichen Lage Belgiens abzMirzen. Die Situation in Belgien sei seitdem nicht besser geworden. Man sehe dies an der Baisse d es belgrschen Franken. Unter diesen Bedingungen sei es,nicht.zweifeHaft, daß die Bemühungen des be.lgifchen Kabinetts in diesen Tagen daraus ansgehen weüen, zu einer fchnell>eren Äktion zu gelangen. Frankreichs Wttwvet an England. : London, 6. IM. (Havas.) Wie . die, „Daily Mail" nDdet, dürfte dieschrrftlichL Antwort s Frarckreichs auf; den HM; WcheyeHr BurgfMtzen M^FW^Ü»ich. ■ ' . : Paris, 6.. Juli.' Wie das soziälMche Organ ',Me nouvelle" sagt, handelt .es sich bet der Zuvüchiehung der Interpellation des Senators Fle issie r e s über die ilmeve PMik um . einen ' Waffettstillstand, der aus Gründendercmßew wock>ensei. Was Deutschland an Reparatipnen geleistet hat. ■■■.• Budapest, 6. Mr. (Del. d. ,Mr. -Movgenzeitung".) Inder NMonalversanmÄung hielt- Rrwolf R upp e r t eine sehr 'heftige: Rede über Me innen- -nn-,/ä.u.ß^n-- politischen Erscheinungen in:Uttgcwn.-Er b estritt. die Rechtmaßigkeit'der Nationalversamml u n g. Unter den Mgeordneten sitzen Leute, die ihre Verbindungen zu der RMerüM ^mcht rnir für.geschäMchr> Zwecke ausnützen,? sondern: auch als Mir e ki o r e n und - Bvrwaltungsrats Mitglied er in Aktr enges e l l s ch äst t jt: ■? engagiert? sind und mit d er - R egierung Geschäfte machen. Der öffentliche Geist war nie so korrupt gewesen, . als heute. (Abg. Pikle.r:. -Äbgeordnet-e. lassem z falsche - Banknoien -uM'tänsch'eni EinerckW :66t. Sllick\i mngetaüscht! Abg. Szijj: Nennen sir die Namen! Pi kl er': . Es 'war der Abgeordmte Eckhardt!) Die Regierung? übt.'e-rne Äusnahmsstellmvg aus, obwohl ihr das Recht /hieKr nicht zuftoht...Män preist Äas 'Privat-' eigeirtuM als em Heiligtum/ den ' Jrchen gegenüber übt man aber einen weißen Bolsche- ’ wisnms. M y n n äh »t i h n e n r u hig ihr e Ki n o s u n d.j e tz t d io. T r asikliz e-nz esi. Dieöss emi l r ch e Si che r- , heit ist,schwächer d e nn jt..‘r HaMterissischist hießir, der Fä l l K ö,pi n i ts, löobei der-. Ärtekttv Mft 'den Ä». lionen Kopiuits^ durchbrannte, wch HcvMteviftischer 'aberder.Fall der Brüder Kovaes. Wir wissen, weshalb die Untersuchung in dieser Sache nicht vorwärts geht. B e i d e r P o l i z e r her rs ch e.n diese L e n t e, sie schlagen die Untersuchung nizchM und wenn jemand gegen sie arbeiten will, stößt-exi ans bewaffnete Dewchements Veröffentlichnngen der Reparationskommission Deutschland an Bar- und Sachlieferungen bis zum 31. Dezember 1922 zusammen 7927. Millionen Goldmark gntgeschrieben worden seien. Die Reparationskommission habe in ihren 'Veröffentlichungen selbst' Märt, daß es.'hierbei nur um eine vorläufige Gutschrift haMe, daß sie also über die gesamten deutschen Leistungen noch nicht endgültig abgerechnet habe.' Me Reparationskoukrssion habe sich auch: nicht'annähernd^mit allen deutschen Leistungen und Lreftrungen, -die auf Reparationskonto antzurechnen seien, beschäftigt. Die deutsche Regierung habe bei der Reparationskomwission entgegen den Bchauptungen. Dubois' weit höhere Betrage als Mindestgutschrrft -beantragt und sich mit den bisher : von der Repavationskommission erteilten Gutschriften' nicht ernivevstanden erklärt. Die von Deutschland beanspruchten Gutschriften hätten^ sich auf rrpch. 20 MMarden. Mark belaüfm,: während^ der Berechnung der Reparationskonrmission nicht der viel Weve.voWwirtschMi'che/ Wert der deutschen Leistungen, ' sondern die.Zwangspreise .des. Versailler.Vertrages . zugrunde gelegt worden seien. Außer diesen 20. Milliardär Mark Won, unmiiMar.'gMchviWWen..'LWüstgen.söen . «och>11,7',Werte , des liqmdierfesi-^iMchen EiWchums rm' Aumande der.Entente zu-, i , geflossen. .Hierzu kamen noch Leistungen. «us. den.abgetrete-^! tenen' StäatMbeln, aus' ktzn abgolleferten .KützgSschiffsrt^ aus dem Reichs-- uich StaO iü den äbgetrete-nen Gebieten, aus,' dsur Äusgleichsverfahren und aus Ersatznnd Rückliefevwngen von weiteren 3,7 Milliarderr Goldnrark. Für eine objektwe Betrachtung der deutschen Leistmtgert sei nicht der Wert maßgebend, den die Kalkulatoren der Reparationskommission auf Grund ihnen gelieferter MchnungKunterlagen der Empfangmstaaten . gutgeschrieben haben, sondern derjenige, der der deutsä^n Volkswirtschaft entzögen worden und ftentden Polkswirtschaften unmittÄ- Deshalb sinddie Erhebungen immer ergebnislos. Junge, zu den Geheimbündlern gehörende Poll- -' ze.iko-m.mi.s'sär führen die Recherchen und ihr Bestreben ist nach der Mrütschmtg der Sache gerichtet.' Eine rmfichtbare Hand greift in die An» gelegenheit. ein und verhindert das Austimmren: der Wahrheit. Auch an der Unabhängigkeit der Richter kann man nicht glaube«. Die Richter werden auch dadurch kompromittiert, daß Raubmörder aumesttert . werÄm Biele. Urteile gereichen zum Schaden des Richter-- ständes, darunter das UrteA iw Kärolyi-Prozeß. . (Vors.: Das Gericht' -darf. Nicht kritisiert werden. Vazsorrhi: Es darf und kan«. gcht kewe unvepttrtwoMche Macht! Abg. Rafsäy: Uüd . auch keine unbegrenzte!) Es ist ein u n h a l t b vi r e r Z ü st a n. d, daß RichterPolstikbetreiben und Wester Mitglieher Lei dm E r w a ch m d e n bleiben.- In dieser National- - Versammlung werden wir, wenn wir dieses Thema , zur Drache bringen, sÄens der Reäktwn von JndivÄum provchiert, mit denen wirfrüher, in anständigen Zellen, nicht veÄchrten. .LeM.spielm hrev d« große GoM, die i . . ins Zuchthaus gehören. - (Borst: Wm devftshen Svo nrÄer diesen?, Rüppert: Diejenigen, welche die Mörder verteidigen. .Vorsitzender erteilt Redner dw Ordnungsnff.) Am Schlüsse seiner Rede fordert Wg. Ruppert die V e rständ i g ung mit den Nachfolgestaaten. ' Bckll«, 6. Juli. In dw heutt^n Sitzung des HaushiMausMfses.' des ReiWoges hielt Staatssekretär des RsWstnanMinffterWüiK SWöder eine - Rede, in der er die Dngsten AüHHmngm des chewäligm Präbar zugeflosien fer. ' Nach diesen Ausführungen des StaatZsekretärs genehmigte der Ausschuß den Nachtragshaushalt für 1923. Schärfe KE der RegiemngstaüMt im Parlamente.