Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1579 (6.7.1923)
- Date
- 1923-07-06
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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' '' v * W, ' ,!}&" * >.t** Wkener MorgenzMuns. UuswaNderung belwon.'unld diese Gvimds müssen von idbem objektiv DciHenden aneEanNt werden. f. b. mi M. .MV Wien, Fvortag 2Ä: ZWsckmmerr-euch der ungarischen Fuß- Lallerklasse. Me unisier E stä'ndWer Korrespondent aus Budapest mitlkerkt, schioirren in der wriMrischen Hauplstadt die wildesten Gerüchte von Spielerabgänae,: herunr. Nach Braun, Mvlnar, Ovt,' Himer und Work sollen noch vickle andere Cp-ieler mit nuÄändilschen Beveiaen in Unterhandlungen stck-en. um Budapest in den nächsten Ta,gen zu verlassen. Insbefoudere der M. T. K. soll mit Ausnahme von Kerles und Mandl - seine ganze erste Mannlschaift veE-eren. Man spricht davon, daß sich unter anderemOpata, Senlieh 2 -und Nadler nach Wien beiMiben. Das Re Wiel der übrigen Sp>ic!ler ist noch nicht bc- Lannt. Intereßcmi ist auch der Ausispvuch eines Führers des unlgarilschett ftirHballverlkandes, der erklärte, daß heute jeder Budapcster Spieler sür das Ausland M halben ist. Evkläriticherweise herrscht in der stark z:tsamn:euM>schmo-lx-jten ungarilschen Fußlballergemenide gegen die F.aynenifiücht>MN helle Empörung. Man führt diüle auGallmde Crischemuug darauf zurück, daß die Biudalhester Dereme den finanziellen Fortderunigen der Spieler nicht Nachkommen können, während' ihre Wünsche im Auslärild befriedigt werden. Nach Ansicht der ungarischen Sportpreise wird also Budapest fnßb-alLsPortlich ausverkauist. An dieser ErMärnilg liegt wohl viÄ Mahres, doch sind noch andere weit schwerere Gründe dafür maßgebend. daß fast alle ullMrischen Spieler von Ansehen die hamratliche Scholle verlassen. Vor allem wollen wir feftlstellen, daß die Budcchester Vereine am AmatvurjAm'Us nicht aus dem Grunde festhaMn, weil ste ihn für das allein Seligmachende halten. Die sind «emt BeruifAspiellertmn nur aus aus dem Grunde abhold, WM sie sich den in derr anderen Ländern üblichen ProfessionMsmus nicht leisten fiowimt. Die politische Wirren der Nachkriegszeit töteten das Interesse sür den FnßbaWort, so daß die BefucherWfevn, in Budapest in gleichem Verhältnis zurückgingen *. wie sie in: Auslaüve anstiagen. Die Adlige davon war, daß die Budapejster Vereine ihren Sp>ielern nicht die Vorteile gewähren konnten, die letztere in der fremde zugMWt erhielten. . Die ersten Ungarn, die m die Fremde zogen, wurden als sportliche Abenteurer hmgestellt. Mit welchem Recht sie eine derartige VerunglinOsung erfuhren, können wir nicht beurteilen. SoWst der Getwohnheitsverl-sumder wird über kaum die Behauptung wagen, das; sämtliche ungarischen Spieler,, die derzeit im Auslände sportlich tätig sind, nicht zur anständigen GeseUchäft gehören. Es dürften derzeit an die hundert Fuß-,, halber sich m der Fremde betätigen. Die Meisten von ihnen sind Juden, was Mn Zufall ist. Das glorreiche Ho-rthy- Shstem, das den Numerus clausus nicht nur ans den Hochschulen. üvndern auch in allem' was zum WsentWchen Leiden gehört, erstehen ließ, brachte es mit sich, daß den Juden in Budapest nicht einmal ein EMeMmirimum geiboten ist. Be-- keichnentdcwveise müssen z. B. die jüdischen Industriellen eine entljprechende Anzahl I von „Erwachenden" beischästigen, widrigenfalls erstere allen möglichen Drangsalierungen aufgesetzt sind. Nichts ist also erklärllichier, als daß die jungen Juden fade sich bietende. Geleigenheiit ergreifen, um -das ungastliche Budapest zu verlassen. Die jüdischen Fußballer bilden seVfistvevständlich keine Ausnahme und viele vonihnen hüben bereits eine zweite Heimat gefunden. Da die jüdischen Fußballer in lln.qarn zur Elite zWen, so evsuhr der ungarische Fußlbällfport durch-ihre Mwaulderuug eine empsiM-iche Schwächung. Das deftige Shstean vevantlaßte über auch viele Mchtiudeir das Weite zu suchen. Dazu gehören vor allem dieienigen, die sich nulbeäbsichtigt in der BoUchewiLenilMvschotft kompromittierten. W-eilters tvurden wi-eder andere sahneniflüchtig, weil auch sür Nichbfuden die Cxiste'nzmöjglichkeiten sehr schlecht sind. Die Beamtenschaft z. B? ist in Budapest weit niedriger entlohnt tote bei uns. Wir sehen also, daß nicht nur Abeuteurerituft;. lonbcvin auch schllverwiegende Gründe die SpÄer zur Me Amateure in Schweden. Ein NMUtschiedenes Spiel in Stockholm. « (Drahtbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Die Amateure standen am Mittwoch dem S. C. Hammarby in Stockholm gegenüber. Das Spiel war sehr derb und die Wiener hattem emerr schlechtem Tag. Zur Pause führten die Schweden 2:0 und erst nach Seitenwechsel konnten Kalman und Schaffer den Ausgleich Herstellen, jo daß das Endresultat 2:2 lautete. I. A. C.—Wien-West. Wie wir bereits gestern berichtet haben, findet inorgen mn 6 Uhr auf dein Hatoah-Platz das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der vierten Klasse, Gruppe Nord, Awischon dem I. A. C. und dem S. C Wien-West statt. Der I. A. C. hatte nach einer ausgezeichneten Herbstsaison im Frühjahr das Mißgeschick, seine,: Mittelstürmer Großkopf bei den: Wettspiel gegen Alsergrund, das durch den Terror des PMikums noch in unangenehmer Erinnerung steht, infolge eines SchlüMbeinibruches zu Bogiun des Spieles zu verlieren. Mit zehn Mann spielend, hielt die Mannschaift das Resultat bis zehn Minuten vor Schluß unentschi>eden. Im ErMamps gewann dann Alsergrund. Seither mußte die jüdische Mannschaft aus diesen ausgezeichneten Spieler vernichten. So kam es, daß der Vorsprung verlöre,: ging, so daß nun die endgültige Entscheidung um den Meistertitel erst morgen Samstag fallen wird. Der,J. A. C., der für diesen Kampf seit Wochen einem gewissenhaften Training obliegt, betritt das SpiekfeD mit den bester: Aussichten. Die Verteidigung Neumann, Dnngler, Marsel, ist derjenigen des S. C. Wien-West bedeutet überlegen. In der Halfreil>e dürste,: sich beide Mannschaftsteile die WagschÄe halten, während die blau-weißen Stürmer über das bedeutend flicßendrve Zusannneuspiel, und in. Wertheimer, Grohkopf ltrtb dem vom W. A. F. übernommenen Schneider Wer drei Scharfschützen verMgen. Der I. A. C. hat bisher in der sogenannten Schmelzer-Gruppe unter den ungüinftigsten Umstünden und unter unOauMcheu Anseindungen den Mischen Sport durchaus würdig vertreten. Diesmal findet der I. A. C. Gelegenheit, das schwere Entscheidungsspi-el auf dem Boden seines protzen Brudervereines Hawah ausMtragen. Wenn sich das Mische Publikum in Würdigung der Leistung des I. A. C. und der Bedeutung des Spieles zahlreich einfindet, dann würde der jüdische Verein den moralischen Rückhalt gewinmn, der zum Sieg und damit zmn Aufstieg so notwend:g ist, Erste Mg°.u zlveite Klchfe. Das Schiedsvichterkollegium der Ersten Kilafse spielt Sonnta g um 10 Uhr vormittags auf dem Wivn-West-Platz gegen" das "der zweiten Klasse. Die Mannschaft der erstklassigen Schiedsrichter weist fvlgende Zusammensetzung auf: Kienzl; Gründvum, Retschury; Komar, Albrecht, Putzendoppller; Schönecker, Wanaura, Schnrieger, Trinks, Wagner. Ersatz: Reichsfeld. Im IM wird die gleiche Mannschaft in Graz gegen die dortigen Schiadsrichöer spielen. Arn:, der tüchtige Rechtsaußen des I. A. E. erlitt im sonntägigen Meisterschaftssprel gegen Währing durch einen Tritt eines Gegners einen doppelseitigen Le'istenbvuch und mußte sich im RotAchild-Spital, chirurgische Wteikmg, Zimmer Nr. 24, einer Opration unterziehen.. Besuchszeit von 1 bis 4 Uh». Die Mitglieder des I. A. C. und der Bruder- Vereine werden ersucht,' den verletzten Spieler zu besuchen. Jüdischer Sportverband. Wetispielprogramm: Sau:stag, 6 Uhr, Bewegung 20-Platz: Halo ah Baumgarten—Haschilton. Schiedsrichter Posauuer. Die Amateure spielen am 9. September in Prag gegen - Sparta. Slovan woißte am Sonntag in ^nnovn und besiegte den 'einheimischen Sportklub 6:0. 6.P1923 ' 'VAeH" .... . . . 1 111 ... . - . 1 ■"% Hakoafa«Sportplatz, Kriaaa Morgen Samstag, 6 Uhr: Entscheidungsspiel in der 4. Klasse Nord J, A. €. -.----n WIEN-WEST Vorher Cafe Atlashof gegen Caf$ Pürtenhof und Hakoah- JungmannBchaft gegen Hasmonea-Jungmannschait Sitzplätze zwischen 8000 u. 10.000 Kronen lirilllsasUMm IW»D«M SNM>UMNsNUW^M>W«SUU1lMUBW«»WMNWWWWM>M>>MWMMV«W^WWW»I»WWWWWM>WWgW>W Der Freiburger Fußballklub besiegte in Agram die einheimische Sparta 5:2. Der Dresdner Sportklub :» Norwegen. Die Deutsche« besiegten den F. C. Gjön 6:0. Olhrnpia (Paris) besiegte in Valencia den F. C. Baleu» cia 3:2. Kehn (früher F. C. Kvieau) hat sich bei Hagilbor äugenresldot. * Spanische Fußballer in Deutschland. Der FußlbaMnb Espagnol (Barcelona) ist zur Austragung von- Wettspielen nach TeniWan'd verpflichtet lrorden; und zwar, treten die Spanier am 7. und 8. d. gegen die Spievverei-nigung Fürth an. Hagibor—Helvetia 4:3 (3:3). Hayibor konnte die neuen DiertUasficen sicherer abfertigen, als es im. Resultat zum Ausdruck -wmmt. Der jüdische Verein stellt jetzt eine Dtauuschaft ins Feld, die auch zu kämpson versteht. Insbesondere die Verteidigung wird allen Ansprüchea: gerecht. Die, HaDes- , reihe arbeitete oben falls sehr brav. Der Sturm hat seinen alten Fehler, die Schmßfcheu, a-bg-elogt. Beim Stande von 2:0 für Hcigibor schlug Helvetia eine sehr derbe Gangart ein. Ins- -besonde're der LinLsverbinder konut-e sich nicht genug austoben. Das Spiel selbst zeigte durchwegs eine Uebevlebeuhvit Hagibors uud Roseüberg und Roth erzielen die zwei ersten Treffer. Durch das derbe Spiel der Gegner läßt sich Hagibor zu» rückdrängen und ermöglicht so den Ausgleich. Helvetia gelangt sogar in die Führung. In der 40. 'sNimrte geht Ramnowitz durch und erzielt ein herrliches Goal. Nach Halbzeit offener Kampf. Erst in der 38. Minute gelingt es Roth, einen Vorleger Kohns zum sieabringenden Treffer zu vevivandeln. Hagibor: Wolf; Tanncnöaun:. Dnkcs; Edelstein, Äichtenstern, Altmaun; Kahn, Nabinowitz, Roth, Münzer und Rofervbevg. — Reserven 1:0 für Hagibor. Das Tor erzielte Regner 1. Dritte Mannschaften 1:1. Torschütze Mayer. Hagibor 4— Obeon 2:0. Torschützen Fischer und Schwitzer 2. Wwimme«. All^erordentliche GeneL«rLversamMlttrrs des SchwimMLreLbmrdes. Am 4. d. fand wieder einmal eine Generalversammlung des Schwimuwer'bandes statt. Zwei Stunden nahm die Frage in Anspruch, wie man das BerlMnis zum .Deutschen Schwinnnverband regeln soll. Die S-ch!vimm>klÜbs in Innsbruck und in Bregenz sind nänAich schon vor m-Hreren Monaten zum D. S- B. übevgetreten und diese Behörde, chrt die. österreichischen Vereine mr-fgenommen. Gegen dieses merkwüvdige Vorgehen hat der V. Oe. S. protestiert. Seine Einsprache half aber nichts und Innsbruck und Bregenz blielben bei Deutschland. Die Genera>lvechcm:M'lung beschloß nun, über die beiden Fahnenflüchtigen für alle österreichischen Vereine Star-tvetzbot zu verhängen. Die Göteborger Spieile wurden im Anschluß daran besprochen. Der a-btretende Vizepräsident des V. Oe. S., Herr Ing. Ullmann, besprach die Vorgeschichte und Entwicklung der Ereignisse bis zur Abfahrt der Schwimmer. Er kam dabei insbefonloere auf einen tendenziösen Artikel, der in einer Tageszeitung erschien:, zurück, und warf dem Verfasser der Polemirk Indiskretion, Parteilichkeit, Radaup^littk und Taktlosigkeit vor. Er kritisierte die StellunWahme von drei Zeitungen als sehr bezeichnend, da die dortigere Schwiu:mrubviken, die von Mitgliedern der Cricketer geleitet werden, immer bestimmte Namen lancieren und Tendenzen erkennen lassen, die den Cricketem zum Vorteiil gereichen. An ähnlicher Weife äußerten sich die Herren Kloß und Weiß. Ersterer sorgte auch jur Heiterkeit, da er häufig Zitate aus MÄdchen¬ —i Gopyrißh-t 1923 Nachdruck verboten. byR.Ltfwit-Verlag,Wien-Laipzig. (30. Fortsetzung.) Z» Polms Mldem. Rouran von I. Opatoschu. Autorisierte Uebertragung aus dem Jüdischen von Siegfri ed Schmitz. Ntovdechai fuhr zusammen und sah sich nur. Adarcin hielt au. Von her Wiese lief Watzek herbei, barfuß, ohne Hut. Er knallte mit der Peitsche. Woraus lief sei:: halb-' blinder Hund Bnrek. Watzek war unschlüssig, wie er sich benehmen sollte; sollte.er -dem junger: „Pan" die Hand küssen? Das zu tur: schämte er sich; , sie waren ja doch znsanuwm ausgewachsen und hatteil iulmer miteinander gespielt. Was er sagen sollte, wußte er atlch nicht;, so blieb er stehen und lächelte dumm. ..Mas stehst du da wie ein Klotz, du Trottel? fuhr ihn der Vater ärgerlich an.' „Das sieht keinen Menschen vor Augen, wächst ans wie ein wildes Tier und kann >das Maul nicht anfmachen! Was. stehst du da? Soll man dich melken? Gib dom Herrn einen Handkuß und geh' zu den Kühen. Schau, wo die Vote fchon ist!" Mordechai ließ sich nicht die Hand küsien; er schenkte Watzek einiges Geld, neigte sich aus de:n Wagen und klopfte dem Jungen aus die. .Schulter; ohne es zu wollen, küßten sie einander und -dann schämten sich beide sehr. Atarcin trieb die Pferde an, versetzte der roten.Kuh, welche ans die Straße getrottet war, einen Hieb mit der Peitsche und.der blinde Burek trieb sie,mit Bellen zurück auf die Weide. ' Die Straße tvar leer; sie zog sich tief in die dunklen Wälder hinein. Ms die Pferde in den Wald kamen, wieherten sie, wie lvenn sie einen MÄen Trunk kalten Wasser' getan hätten; fester peitschten sie nrit dLn Schweifen ihre-Flanken und jagten vorwärts, wobei sie mit den"Hufen Stücke weicher rnoosdurchsetzter Erde empovwarfen. Es wurde kühler. Zu beiden Seiten der Straße zog sich alter, dichter Wald. Die Bcnmre Ware:: so verzweigt und verwachsen, daß die Aeste z-u beiden Seiten der Straße ein- «jrder säst berührte!:; sie ließen die Sonne nicht durch und wölbten sich wie eine Kuppel über der Straße. Da nnd dort stcchl sich die Sonne durch und bahnte sich einen Weg in den Wald; tief drinnen Mterten nnd wiegten sich ihre Strahlen, lustig über die Bäume hüpfend. Es «war still und kühl. Das Klopsen der Hufe wurde deutlicher hövbar; die feuchte Erde flog unter den Schlagen auf urch zog sich lwe gut gekneteter Teig. Dann undi wann schrie ein Vogel; aus dem Wald, von allen Geschöpfen, dir ln ihm sind, kam ein Mes Summen herüber, -welches 'nicht denken ließ; es schläferte ein; in den Ohren fauste es lvie Meermuscheln. Die Stille zog Mavein in alle Glieder. Er ^l-ockevte die Zügel und wackelte auf dem Bock hin und' her. Als es' bergauf ging, verlangsamten die Pferde-ihren Schritt. Im Halbschlaf spürte Marcrn, daß sie träger wurden, ließ mechanisch die Peitsche über chve Köpfe knallen, brummte: ,Movwävts, Fressers" und wackelte werter aus dem Bock. Auf dem Hügel hinter einer verdorrten Eiche, an der ein eisernes verrostetes Kreuz. hing, kniete ein Bettler mit dichtem, grauem Haar rmd betete. Ueber dem Kreuz saß auf einem dürren Ast eine schwarze Krähe mit ausgchrei-' teten Mügeln und ließ ihr mißtmäges Geschrei hören, als wollte sie mit einer schlechten Botschaft die finsteren Mächte des alten Waldes wecken und des Greises sMes Gebet überschreren. . Ihr antworteten Krähen von allen Seiten. Ein . Rauschen großer Flügel erhob, sich und ein Schwarm ließ sich, ein Dreiäk bildend, mitten ans der Straße nieder; von der Ferne sah er aus ^wie ein großer fchwarKer Mügel. . Durch das Schreien erwachte Marcin mrd trieb die Pferde an. Er verscheuchte die Krähen nüt der Peitsche und spie wütend ans: „Verfluchte Seelen!" . Es wurde wieder still. Der Weg ging bergauf, bergab, und wieder bergauf. Mordechai wollte an Rachel denken, an die Eltern, an Kozk, aber er konnte nicht; aus Langlveile suchte sein Auge den höchsten PuM auf, den es erreichen konnte, und er begann zu zählen, wie lange es dauerte, bis der Wagen dorthin kam.'Je näher der Magen kam, desto llemer wurde die Höhe, -bis sie endlich den: Boden gleich war. Mordechai tat dies leid, als hätte er etivas verloren; von neuem suchte, er die höchste Erhebung und war sicher, sie diesmal nicht zu verlieren. Bald aber war er dieses Spieles nMe. Er wandte sich aus feinem Sitz um, plötzlich fuhr zusammen. „Es ist nur ein Vogel!" beruhigte ihn ReV Fische. Ern Vogel i^ar hastig von einem Baum niedergestohev MÄ siel wie ein Stein auf den Wagen. In Gedanke:: versunken erzitterte Mordechai und seMe den Kopf, Äs wollte er einem Stein ausweichen. Der Wagen trat ans dem Walde und es wurde Heller. Zu beiden Seiten des Weges lagen sprosiende Felder wie farbige Leinwand. Marvin reckte sich, nahm sine Tabaksdose aus Baumrinde ans der Tasche, stopfte sich eine mächtige Prise in die Nase und nieste gewaltig. „Gott fei Dank, doch eine gute Em-te Heuer!" Marcin drehte sich zu Mordechai um und deutete auf die Felder. ,Mer, Panie, Man kann noch nicht wißen! Me ist es voriges Jahr gewesen? Zwei Wochen vor dom Schn.tt ist alles verbrannt. Gott bewahre uns diesmal, die Menschen haben schon genug Hunger gelitten." Kornähren, so weit das Auge reichte; sie bewegten sich und beugten ihre gelben- Köpfe. Um die eben erblühten Aehren rundeten sich die kleinen Staubblüten wie Kronen. Gm leichter, heißer Wind wehte schwach; die Achren warfen Wellen wie das Meer und aus ihnen drang der Geruch frischen Brotes. Der Duft hing über den Feldem wie ein . starlbiger Nebel und kratzte im Hals. Ueber den Aehver: hing ein Vogel, und das leise Rauschen seiner Flügel, wenn er sich in die Höhe hob, mengte sich rmt dem Rauschen des Korns. Es schläferte ein. Da und dort stand ein starkknochiger Bauer aus einer Wiese, lehnte sich an die blmkende Senfe, wischte das vevschwitzte Gesicht an seinem Leinwandhemd ab, schob den breiten Strohhut zurück rrnd sah herüber, wer da fuhr. Er grüßte und sah dem Fremden im Wagen nach, als sandte er einen Gruß in die ferne Stadt; er schaute zu, wie der Wagen in einer Staubwokke verschwand und ftchr nach>.stlliich fort, seine Sense zu dengeln. Fortsetzung folgt.