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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-05 · Heft 1578 (5.7.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1578 (5.7.1923)
Date
1923-07-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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>!!!>> >>>>.>III!!sI.W>WWWW ^^^^MWWWWWWWMWWWWWW Men. TmmeÄSqj Wiener MorsenzeAun^ Drei neue TuberWOfefütsorgcstellen. Der GentoindewtSauSschuß für Wohlfahrtsnilgelegetrheitet: hat in seiner gestrigen Sitzung einen Antvag des amtsführenden Stadtrates Pwfeffor Tandler angenommen, der die Errichtung von drei neuen Tuberkulosefürsorgestellen vorsieht. Diese Stellen werden in Margareten, Simmering und Hernals eingerichtet werden. Die Kosten der Errichtung dieser drei Stellen belausfen sich auf 200 Mllionen Kronen. Gleichzeitig wurde die Artsaestaltung der schon bestehenden Duberkulosefüvsorgestellen beschlossen und die Anstellung von Aerzten, Fürsorgeschwestern und Hilfsfürsovgevinnen genehmigt., Dadurch wurde eine Vermehrung >der Sprechstunden ermöglicht. Das Perfonvalerfordernis für das zweite Halbjahr 1923, das durch die Vermchrung der Aerzte und Fürsorgeschwestern entsteht, beziffert sich auf 170 Millionen Kronen. Der Reiugewinrr der städtischen Unternehmungen. Die kürzlich im Gemeindevate erfolgte Genehmigung der Rechnungsabschlüsse aller städtischen Unternehmungen für das Berwaltmlgsjuhr 1922 hat in der Oessfenllichkeit vielfach Erörterungen' darüber ausgelöst, weshalb nicht bei den Betrieben, Die mit Reingewinn abschließen, unmittelbar eine Herabsetzung der Preise erfolge. Demgegenüber ist festznstellen, daß mit Ausnahnw der Aukündigungsunternehmung und des Brauharrses, die den hielten Ueberschuß an die Gemetnbe abbiesern, die Reingewinne der übrigen städtischen Betriebe bei den UnternchmnnMU verbleiben. Irgendeine Erleichterung der eigentlichm Gemeindsgebarung tritt also in gax keiner Weise dadurch ein, daß die städtischen Monopole aktiv arbeiten. Die Belastung der Reingewinne bei den Untevnehnnmgen hat die selbstverständliche Wirkung, daß diese Beträge eben für solche Ausgaben verfügbar sind und herangezogen ioerden, die lchne deren Vorhandensein durch eine Tariferhöhung hereingebracht werden'müssen. Aber selbst wenn die Ueberschüsse in Form einer eigenen Preisregulier:mg zum Ausdruck gebracht werde« sollten, würde es sich keineswegs um wirklich fühlbare Beträge handeln. So wurden beim Gaswerk im vergangnen Jahre, rund 711 Mllionen Kronen als Reingewinn erhielt. Bei einer nutzbaren Gasabgabe von 156 Millionen Kubikmeter jährlich ergibt dies 4 K. 46 H. für einen Kubikmeter. Bei dem derzeitigen Gaspreis von 2140 K. spiele dies gewiß keine erhebliche Rolle. Der Reingewinn der städtischen Elektrizitätswerke von 845 Mllionen Kronen würde eine Herabsetzung von 51 H. für die Hektowattstuude, gegenüber einem Strompreis von 509 K. für Licht und 309 K. für Kraft ermöglichen. In Wirklichkeit wird durch die Auszehrung dieses Reingewinnes im laufenden Verwaltungsjahr für Investitionen, die sonst zu den Betriebskosten geschlagen werden müßten, die gleiche Verminderung der Preise mittelbar stur die Konsumenten herauskommen. An der Praxis, alle jene Anschaffungen in, den städtischen Unternehmungen auf den Betrieb zu legen, die sich nur als eine Zlachholung der seit Kriegsausbruch unterlassenen Investitionen darstellen, famt keine Aenderung eintreten. Es ist vielmehr notwendig, manche Investition, die auf eine Anleihe verwiesen werden könnte, gleichfalls aus den Betriebseinnahmen zu bestreiten. Trotz der unbestrittenen Zahlungsfähigkeit der Gemeinde Wien ist es eben so, daß festverzinsliche kapiere aller^Art heute keinen entspr«hettden Absatz finden. Es werden also noch einige Zeit die städtischen Tarife außer den Betriebs- und den normalen Erhaltungskosten auch noch gewisse Investitionen zum Ausdruck bringen. * AmHiÄer Wetterbericht. Die Umgestaltung der Wetterlage scheint dauernd zu sein. Nördlich des 50. Breitegrades hat sich eht flaches Hochdruckgebiet ausgebildet. Damit dürfte sich der allgemeine Wettercharakter gegenüber dem Juni wesentlich bessern. Infolge der nördlichen Lage des Hochs wird die Temperaturzuuahme vorerst nur langsam vor sich gehen. In den nördlichen Alpen ist der Himmel vorwiegend heiter, in Graz bedeckt. Voraussage: Vorwiegend heiter, Gewitterneigung, etwas wärmer, schwache östliche Winde. Afferiert nur das Teppichhaus Weitzner, 6. Bez., Mariabilferstraße 105. Teppich für Villa- und Landwohnung 190 K., Speisezimmerteppich Perserart 590 K., Bettvorleger 15 K., Clothsteppdecken 175 K., Laufteppiche 18 K., Flanelldecken 45 K., Wandteppiche 29 K., Bettgarnituren hübsch gestickt 190 K., Leinentischdecken 65 K. Gute Qualitäten. Preise in Tausendern. (Entgeltlich.) Sommer-Mafion bei Brüder Schiffmmm. Infolge vorteilhaften Ankaufes großer Warenbestände ist das wegen seiner Kulanz bestrenommierte Kaufhaus Brüder S ch i f s m a n n, 2. Bez., T a b o r st r a ß e 48, in der Lage, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leinenwaren, Bettwäsche, Regenmäntel sowie original englische Stoffe für Damen und Herren in enormer Auswahl zu unerreicht billigen Preisen abzugeben. Nachstehend einige Beispiele: Prima Webe..pro Meter 11.000 K. „ Chiffon . „ 12.000 K. „ Sireifgradl. Bettzeuge . .„ „ 12.000 K. Bettücher, 140 Zentimeter breit „ Matratzengradl.. „ Blaudruck. Etamine in allen Farben . . . „ Damenhemden...25.000 K. Damengarnituren (dreiteilig). Seidenjumper.. . . Cretonhemden (für Herren).. Unterhosen.. . . Covercoats.. Englische Schafwollstoffe. Regenmäntel . ... , 8.500 K. 8.800 „ 14.000 „ 9.800 „ 19.800 „ 28.000 „ 9.800 „ 7.900 „ 19.800 „ , . 98.000 „ , . 59.000 „ , . 29.800 „ i . 18.000,. , . 39.800 „ , . 45.000 „ . 125.000,, (Entgeltlich.) Beredte. Borträge und Versammlungen. Jüdisch-akademischer Juristenverein (Touristensektion). Heute, 8 Uhr abends, findet im Vereinslokale, 2. Bez., Taborstraße Nr. 1, ein Vortrag des Kollegen M. U. C. Stengel: „Ueber das Kartenlesen" statt. Wegmarkierungskarten sind mitzubringen. — R e i ch S s ch u tz b nv: d der Handelsvertreter in Oe st erreich. Samstag, halb 3 Uhr nachmittags, Massenversammlung im Wiener Ringcaf6,1. Bez., Stubenring 18 (Klnbsouterrain). — Der Verband der hebräischen Studenten „T a r b u t h", der hebräische Klubdie „H i t a ch d u t h" veranstalten Samstag den 7. d., 7 Uhr abends, Glockengüsse 30, eine Herzl-Feier mit einem sehr reichen Programm. Es werden sprechen die Herren E. Rabinowicz, M. Stich und M. Ungerfeld. Gäste willkommen. — H i t a ch d n t h. Samstag, 5 Uhr nachmittags, im Vereinslokal, 2. Bez., Glockengaffe 30, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Probletne des XIII. Zionistenkongresses. Es werden referieren die Herren Heinisch und Picker. Gäste willkommen. Urania. Heute, 6 Uhr (Großer Saal): Tiergeschichten^ Zweite Folge. Hierauf: Elfenzanber. 8 Ubr (Großer Saal): D-r Kampf'mit dem Berge. 1. Bühne Md Kunst. Sine MMhochschule I« Wien. Im Erziehnngsausschuß deZ Natiotmlrates referierte gestern der Abgeordnete Volker über die Errichtung einer Musikhochschule in Wien. Die außerordentliche Bedeutung, welche der Musik und der darstellenden Kunst im gesamten Kulturleben Oesterreichs zukommt, läßt es als gerechtfertigt erscheinen, in Mm eine Hochschule für Musik und darstellende Kunst zu errichten. Dies könnte im Anschluß an die bereits bestehende Akademie für Musik und darstellende Ktmst oder durch deren teilweise hochschulmäßige Ausgestaltung geschchen. Wien behauptet trotz aller ihm durch die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse angelegten Fesseln feilte altbewährte Anziehungskraft als Kulturstadt, und es ist zweffellos eine Pflicht der öffentlichen Faktoren, die vorhandenen reichen Knltnrschätze in ergiebiger Werse auszuwerten. Nach einer eingehenden Debatte, an der sich Bundesminister Dr. S ch n e i d e r beteiligte, wurde die Verhandlung vertagt. Ms den Theatern. V o l k § o v e r. Heute „M o z a r t" mit Hans Duhm. E x l - B ü h n e. Hente zum ersten Male „Glaube und Hei m a t". Der Prozeß gegen den Mörder Raschins. P r a g, 4. Juli. HeuLe vormittags begann der Prozeß gegen Josef Soup a l, dem Mörder Dr. R a s ch i u s, vor dem Staatsgsrichtshof. Soupal bezeichnte sich auf die Frage des Vorsitzenden als Versicherungs-- ageut. Er hat Volks- und Bürgerschule sowie zwei Klassen Handelsschule. Cr ist bisher unbescholten. Auf die Frage des Vorsitzenden: „Bekennen Sie sich schuldig?" antwortete er: „Ich biu nicht schuldig, ich bin nt keiner Weif c s ch uld ig! Ich >erkenne die Kompetenz des Staatsgerichtshoses nicht m: nub infolgedessen lehne ich sämtliche Antworten ab." — Vors.: „Ich frage' Sie nochmals, ob Sie antworten wollen!" — Soupal: „Bor diesem Ausnahmsgericht werde ich absolut nicht auSsagen, da ich mich nacht verpflichtet fühle, die reaktionäre Gültigkeit dieses Gerichtes anzuerkenusn." — Vors.: ,-Was die Kompetenz des StaatsgerichtAhoses betrisst, ist bereits in dieser Richtung die Entscheidung gefallen. Hier gibt es keine Rechtsmittel." Hierauf erhebt sich der Verteidiger Soupals Doktor Bleha und stellt den Antrag, das Staatsgericht möge sich sür unzuständig erklären und den öffentlichen Kläger verweisett, beim zuständigen Gericht eine neue Klage einzubringen. Das Schutzgesetz, daß auf Soupal angewendet tverde, existierte zur Zeit, als Soupal die Tat beging, noch nicht. Die rückwirkende Kraft des Schutzgesetzes verstoße gegen die Verfassuitgsnrkunde, die bestimmt, daß niemand feinem gesetzlichen Richter entzogen tverden dürfe. 0.00815 Centimes. 0.00815 gmtimes. In Zürich notierte die österreichische Krone die osten, gestentpelte Krone die tschechische Krone die Mark ..... Holland . New-Iork London . Paris . Mailand Belgrad. Bukarest Sofia. . Budapest Warschmi 0.0081-/2 (0.0080-/. O.OOSl1/» (0.0081 17.87V, (17.17 0.0034 ( 0.0034 224.50 (223.75 576.75 26.28 34.30 25.— 6.20 2.85 5.80 0.06 '/; (572.25 ( 26.12 ( 34.- ( 24.80 ( ( 0.0045 ( 6.25 2.87 5.50 0.0G‘/2 0.0045 aut 3. am 3. am 3. am 3. am 3. am 3. am 3. am 3. anr 3. am 3. aut 3. am 3. ant 3. am 3. Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Juli) Jnli) Juli) Werfälle. In finanziellen Kreisen wurde gestern der auch von uns publizierte Bcischluß der Oefterveichlischen- BodettkreditanstM, eine Statlntenänderung dahin voMnchmen, daß von nun an für die Beschlußfassung über die Lkapttailsvermchmng nicht mehr die Dreiviertelmajorität, sondern die einfache Majorität genügen möge, lebhaft besprochen. Aus dein Für und Wider kbaitg doch bei denjenigen, welche ernstlich den Gang der Wir-tfchaftsereigmsse von rein volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, dieser Ausweg als der unter den jetzigen Umständen ratsamste. Der-stille Aufkauf von Wien auf dent Markte, das'Erlanget: einer qualifiziertet: Majorität, uu: dadurch der Verwaltung eines Institutes den Willen dieser Majorität aufzudrängen, ist nichts Neues. Diese Praxis wurde schon vor dem Kriege in Oesterreich mehrmals gchandhabt. In dLv-Jrtlflationsperiode wurde dieses Mittell in Deutschland oft benützt. Auch in Oesterreich haben sich solche Einbrüche einer starken Minorität nicht allzu selten ereignet, Hü Deutschland hat wohl die Gösetzgeibung einen gewissen Schutz info-ferne vorgvschen, Wiener 5, IM 192p Nr. 1578 als dort das Aktienrecht auch Mien mit mehrfachen: SOmmrecht zuläßt. Diese Aktien nehmen wohl nicht am Gewinne m dentselben Maße teil, wie die gcwAMichen Mtien, sondern begnügen sich mit eiwemt niedrigeren prozentuellen Gewinn, bieten aber dafür einer getvifsen V-erwaltttugsmajorität die Gewißheit, daß der Gang der Verwaltung ein stabiler ist. Theoretisch ist der Wert dieser Stimmrechtsaktien bestritten. Es sprechen eben so viele Proals KontraWünde in dieser Hinsicht. Die deutsche Mtienrschtsliteratur hat sich mit dieser Frage ziemlich intensiv beschäftigt. Für Oesterreich kommt vorläufig eine solche Mieuforn: nicht in Frage, weil zu ihrer Eiwfühmng eine Aenderung des Mtienregulativs notwendig wäre und sich eine solche nicht von Tag zu Dag durchM/ren ließe, sie käme auch eventuell zu spät, ran gewisse Schäden, die durch solche Einbrüche von außen her entstehen können, zu verhindern. Es hängt natürlich danrit die Frage zusammen, ob vom voWZwirischaftlichen Standpunkt aus solche Einbrüche einer koutpakten.Minorität durch stille oder turibulente Mbienanfkäuse oder Ueberckahrne größerer Posten von anderen Jntevessertten nicht so sür das einzelne llntemehmeu, als tnchr für die Volkswirtschaft als Ganzes von Vorteil ist. Eine abstvakte Antwort, die für alle Fälle geltet! würde, läßt sich nicht geben. Es kann namentlich in Zeiten der StabMät der MrtschaftsvechMu-rsse von Vorteil sein, wenn die Verwaltung eines Unternehmens, einer Mtiengesellschaft, in gewisser Hinsicht von Arterienverlalbung befallen, zum Schaden des Unternehmens allzu träge zu werden beginnt und ihr durch den frischen Impuls neu eindringeuder Elentente ein gewisser Elan wieder verliehen wird. Merdings muß es sich dann tatsächlich um Elemente handeln, die wiMich nichts -anderes, als die wirtschaftliche Einflußnahme auf dieses Institut beabsichtigen, also zum Beispiel Vertreter einer Wirtschaftsgruppe oder irgendeines Konzerns. Ganz anders aber ist es, wenn diese Majoritätsauftäufe aus rein gewinnsüchtigen Motiven vor sich gehen, um eventuell die Majorität des Unternehmens einfach nur zu dent Zwecke zu zertrimumevn, um d^urch dett auf der Börse hierdurch entstehenden Rummel große Spekulationsgewinne einzuhei-msen, um dann eventuell das Unternehmet! enüveder ganz li'nks liegen zu lassen, oder in einer aus eigene Bereicherttltg gerichteiett Absicht zu beeinflussen. Schließlich führt sich ein solcher gewaltsamer, von rein spekulativen Elententen unternommener Einfluß von selbst ad absurdum, und cs ist, um nur ciir Beispiel zu nennen, Tatsache, daß mit ganz geringen Ausnahmen fast sämtliche österroichischen Unternehmen, in welchen sich in den letzten drei Jahren solche Majoritätskämpfc alxgespveü haben, einen ungünstigen Geschäftsgang anfwoiscn und schwere Schäden erlitten. Wemt dies bei einzelnen Jndustrieunternchntungeu der Fall ist, so läßt sich nicht viel dagegen ins Feld führen. Es handelt sich hier in erster Reihe um prinatwirtfchastäche Jüteresseu, die in der Privatwirtschaft dann irgendwie ihren Mtsgleich finden, ohne das allgemeine Interesse zu tangieren. Ganz anders über ist es, wenn es sich mu sülche spekulative Einbrüche bei den Banken handelt. Hier kann schon nicht von der Tangierung rein privatwirtschüstlicher Interessen die Rede sein. Die Banken mit ihrem Einlagestock, mit ihren gewaltigen Kreditatifgaben, bei ihrem innigen Kontakte mit der Siaatswirtschaft. sind Unternehmungen, an denett die gesamte Wirtschaft sehr stark interessiert ist. Ein tüchtiges Bankensystem ist der Beweis fiir eine gesunde Fundierung der Wirtschaft eines Staates. Nirgends kaut dies deutlicher znm Ausdruck, als in Oesterreich selbst, Ino gerade mit Rücksicht auf die starke Banken'fundierung das Anseheu der Wirischast Oesterreichs im AnÄande profitierte. Man mag über die Llusgüben der Banket: inch über die jetzige Erfüllung dieser Aufgabeit verschiedener Meinung sein, daß sie über wichtige Instrumente für die Gesamtwirtschast sind, kann niemand louMen. ' Und gerade mit Rücksicht auf dieisen Umstand ist es von besonderer Wichtigkeit, diese Bankeninstitute von rein spekulativen Minoritätseinbrüchen fernzuhalten. Nichts kann den Kern des Bankwesens mrgünst-iger beeinflussen, sie z:rm Kcm:pfolbjekt der spekulativen Entartungen zu machen. Der Beschluß der Bodenkreditanstalt, ihre Statuten m diesem Sinne, abgiuändern, bedeutet ein Mittel der Selbsthilfe gegen solche Ereignisse. Die Terrorisierung einer Einbruchsminderheit dadurch, daß sie sich durch irgend welche Mittel ein Viertel der Stimmen aneignet un!d nachher der Majorität ihren Willen zu oktroyieren sucht, .einen Willen, der fast nie im Interesse des Institutes ist, soll dadurch unmöglich gemacht werden. Bei den heutigen KapitalsverhAtnissen ist es tvohl leicht, sich ein Viertel der Mtien eines Unternehmens anMigneu. Doch 51 Prozent zr: bekommen, iist etwas schwerer. Mrut Inttftett mit semen KrMMen- Bekanntlich hat der vor einiger Zeit aus Berlin nach Wien gekommene Börsenhaussier Cyprnt in 'den letzten Wochen große Pakete der Kreditaktien aufgekemift. Es hieß allgemein, daß er eine starke Minorität Wsammenkaufen wolle, um dann mit seinen Konsorten in die Verwaltung der Kreditanstalt einzndringen. Bekanntlich hat die>fsr Einbruch in den letzten Wochen sehr stark zur fulminanten Hausse scmMcher Bankenwerte, und besonders der Kreditaktien, beigotvagen. Wie wir nun von bestinformierter Seite erfahren, gedenkt Herr Cyprnt n:rt feinet: aufgekauften Kreditaktien dasselbe Manöver aufzuführen, wie er es seinerzeit mit den Aktien der Füvstenbergschen Berliner Handellsbankaktieu getan hat, welche er surrst in großen Metdgen aufgekauft und nachher in ihrer Geftantheit St'mues anbot. Bekanntlich hat Herr Stinnes, der doch überall in der deutschen Wirtschaft seine Hand, haben muß, dieses Mtienpaket von Herrn Cypvut gekauft und letzterem dabei gu einem ge-f waltigen Gewinn verh-olftn. Wie uns mitgetellt wird, will Herr Cyprut seimst Posten Kreditaktien m der Gesamtheit zu dem /etzigen hohen Kurs ebenfalls an irgMdoiuen kapitcilskräftigen Uji 4

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