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Wiener Morgenzeitung · 1923-07-03 · Heft 1576 (3.7.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1576 (3.7.1923)
Date
1923-07-03
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Mr. 1576 Wien, Dienstag jets möglich ist, ist ihre Bedeutung hinreichend charaktersiert. Diese Delegation. verhandelt auch über die Möglichkeiten des Ausgleiches und der Liquidierung der alte« Schulden. Gleichzeitig Uwilt in Moskau der Vorsitzende der New-Aorker! Handelskamnler, Bush, -der über -den Schadenersatz für die Na« : tional City Bank verhandelt, welche in Rußland ihre Filialen > besitzt. Bush verspricht auch Kredite, wenn die Sicherheit des Eigentums der Bank für die Zukunft gewährleistet wird. Schließlich hält sich auch der uordamerikanische Senator Borah in Moskau auf. Die Anwesenheit dieser Repräsentanten scheint dafür zu sprechen, daß eine Belebung in den Beziehungen mit Rußland eintrat, insbesondere, daß die Unternchnierkreise die gegenwärtige Zeit für gegeben erachten, um sich in Rußland feste wirtschaftliche Positionen zu sichern und von der Sowjetregierung einen Ersatz für die erlittenen Schäden zu erhalten, Die Liquidierung des anglo-russischen Konfliktes und die Ratifizerung des Handelsvertrages mit Dänemark haben diese Tendenz offenbar gefördert. Die Auslösung der Oeftcrr.-ung. Bank. Gestern wurde dem Nationalrate erg. Gesetzentwurf vorgelegt, welcher die Auflösung der Geschäftsführung der Bank und den Uebergaug der Aktiva und Passiven an die Nationalbank regelt. Die Aktionäre der Oesterr.-ung. Bank sollen Aktien der.Nationalbank im Verhältnis von 4:1 oder 365.000 Kronen pro Aktie erhalten. Die Funktionen der letzten Generalversammlung, welche am 27. Juli stattfinden soll, werden in diesem Gesetze festgelegt. Der Wiener Geldmarkt. Die G-MverHA-tmsse haben sich in Wien in den letzten'Stunden göbessM. Während in der « Vorwoche, besonders knapp vor Monaisenlde, GÄd zu 1-5 Promxi nur schwer erhältlich war. wurde qDern Gevd zu 0.76 Prozent pro Woche anqchoteu. Die Epleichterung des Geldmarktes hängt emevsei-ts mit der „EÄedMWg des Monatsendes, andererlsetts mit der Mschwächung des Geldbedarfes und der Nachfrage zumnmen. Die Regelung der staatlichen Sckrckden au die Nationalbank. Die Oefterreichische Nationalbank hat die Staatsschulden au die frühere Oesterrerchisch-ungarische Bank in der Höhe von 2-5 Billionen Kronen übernommen. Nunmehr wird der Nationalrat durch ein G-chetz die Vepztnsung und Tilgung dieser Schuld des österre-lchllichen Staates an die Bank regeln. Die Bundes!veatwailiu>ng zahlt nach die!se»n Gesetz, das heute im Nativnalrai beraten werden dürste, 3 Prozent pro Jahr vom feiweAs mlshafteüden SchüDbetrag. Durch die Zinsen solöleu fülgeüde Echortdernissc, ihre Bedeckung finden: 1. Der proiportionat, aus die Darlehensschuld des Staates entsMende Teil desjenigen Betrages, welcher für eine vieriprozenttge Dividende, auf das Mtienlkapital von 30 Millionen Kronen Goikd benötigt wirld, 2. jener Teilt des Negieautjiwandes, wcllcher proportionall auf die Danlchenslschuld des Staates entfällt. Die Vereinbar--,rn>q hat in der beMageuden Form bereits die Zustimmung des Genera'lrates der Naironalbauk gefunden. Zu der VerMbavunig wird bemenkt: Die Zinlsenquote wird mit. 2J5 Prozent, die Tilgungsquote mit 0,5 Prozent vom jeweils aushästeüden - Schulldbedrag fe-stige-setzt. Für diese FeisOetznrrg sind. Äe' foligenden Erwäigunigey waßgebend: Die' Verlzinsung dieser Schuld ist eine Vengütuing des Staates an die Banik für den Entlang, den diese dadurch -ertleidst, daß der Umllans der denl Staate gebichenen Noten die volle Ausnützung des BankprivÄegs für das private Darbehensgeischäst verhindert. Das Gesamterforldernis stellt sich für De^ins-ung voraussichtlich auf 62-5 Milliarden Kronen, für, Tilgung auf 12,6 Milliarden Kronen, zusammen auf 75 Milliarden Kronen. Im Bun'desvoranschlag Kr 1933 ist für die V-ermrisuniq dieser Schuch ein Erfordernis von 127,0' Milliardär Kronen au'f Gruüd . der bisher an die OesterrvlchsschmnMvische Bank geleisteten Verzinsung eingestellt. Auch eine ^volkswirtschaftliche Stinues-Würdiguug. In dem volkswirtschaftlichen Teil des „N. W. I." versucht eine Urbanicka eine Lobeshymne auf den Wirtschaftsheros der Hakenkrenzler. Stinnes, vom Stapel zu lassen. Was hier an allgemeinen Phrasen, die jeder wirtschaftlichen Erkenntnis bar find, znsammengeschriebLn wird, ist in Worten schwer zu schildern^ Es ist so, wie wenn ein Laie eine wissenschaftliche Abhandlung über Einsteins Theorie verfassen wollte, obwohl er von Mathematik keine Zlhnung hat. Uebe» Stinnes und seine wirtschaftliche Bedeutung auch seinen Schaden für die opriyxki ISS» Nachdruck verboten. yft.Mwit. Verlag, Wien-Leipzig, (27. Fortsetzung.) ' 8a Polens Mldera. Roman von I. Opatoschu. Autorisierte Uchertragung ans dem Jüdischen vonSiegfried Schmitz. Reb Jtsches Ausdruck änderte sich plötzlich. Das Feuer in seinen Augen war erloschen, sein bleiches Gesicht wurde müde und auf den aneinander gepreßten Lippen lag Aevger, Äs täte ihm das ganze Gespräch leid. ,/Jch will, daß Ihr mich verstehen sollt!" stieß Neb. Jtsche ärgerlich hervor; doch-bald re>tte ihn dieser Ton und er fuhr weicher, fast stehend, fort: „Gott bewahre, ich meine nicht, daß der Mensch in Niedrigkeit versinken und sich der bösen Lust überliefern soll, das habe ich nicht gesagt!. Ich habe nur gesagt, daß in jeder Lust, in jeder Schlechtigkeit ein göttlicher Funke wohnt; die Funken sehnen sich nach ihrem Ursprung, wie Kinder nach ihrer Mutter. Sie schreien mit sttimmem Schrei, der von einem Ende der Welt zum anderen dringt, und wenn jemand diesen stummen Schrei hört und den göttlichen FuEen in der Schlechtigkeit oder in der Lust erlöst und ihn zur nächsten Stufe erhebt, so wird er selbst erhoben." Mordechai zitterte; er flehte zu Gott, der Vater möge Reb Jtsche nicht mehr antworten und blicke viuf ihn mit seinen großen grauen Augen so liebwoll und ergebe, Äs wollte er ihn trösten — nehmt es euch nicht zu Herzen, RaM, ich devftehe euch 7— — . " „So widersprecht ihr euch doch selbst!" — Abraham lächelte. „Kann man ein ärgeres Uebel haben, als ein Weib und Ihr-" „Wahuscheinlich muß es so sein, Reb Abraham!" nn- - terbmch ihn Reb Jtsche lächelnd. Brajrre steckte den Kopf zur Tür herein. *§>£$ Herr soll frühstücken kommen!. Das Frühstück i steht schon cuff dein Tisch!" -^onnnt, Reb Jtsche, wir wollen lieber frühstücken!" mietten " . s. IM , s-it-7 deutsche Wirtschaft sind sich alle wirtschaftlich Denkenden klar. Die Untersuchung im deutschen Parlamentsausschuß über die Devisenkäufe deS. Stinnes haben auch Manches ans Licht gefördert. Daß sich in dieser Zeit, noch jemand zu einer solchen Lobeshymne aus Stinnes versteigt, zeigt nur, daß er. keine Ahnung von der Materie hat, die er oehandeln soll. Fortzahlung der Kinderzuschüsse bis 81. Dezember 1S88. Die Verpflichtung zur Zahlung der Lebensmittelzuschüsse für Kinder von Arbeitern und Angestellten endete bekanntlich mit 30. Juni. Die Bundesregierung hat. nun diese Verpflichtung bis 31, Dezember l. I. ausgedehnt, so daß die bisher für Kinder der Arbeiter uw Angestellten auSbezahlten Kinderzuschüsse weiter zu leisten sin«. Der Zusammenbruch der Cobomg-Werke. In der am 30. Juni in Pveßburq a-bgeha'ltenen außerordenMchen GenElvevfanimlluNq wurid-e die AbstempÄMM der Wllen und des ÄktieMaPiMs auf den fünften TÄ» das heißt, von 52 MMioilen. Kwnen auif 10,4 Millionen. - beischlossen. Das Nominale jeder Mie wird cilso om Fünftel deS früheren ' NomirÄes betragen. Mener Börse. Die Geldverhältmsse haben sich nach Ueberwindung des Morratendes merklich gebessert. Dies bewirkte, daß die gestrige Börse oin freundlicheres Gepräge zeigte. Auch das ausländische Kapital hat sich newrlich emgefunden und zeigte für vereinzelte Bankenwerte Interesse. Dies bewirkte, daß einzelne Kmlissenwerte, wenn sie auch anfangs eine gewisse Schwachheit an den Jag legten, doch im Verlaufe des Verkehrs ein festeres Rückgrat erlangten und zu besseren Kursen als am Vortage den Markt verließen. So besserten sich Oefterreichische Kredit um 14.000, Unionbank um 38.000, Zivnostenska um 41.500 K. Hingegen waren andere Bankenwerte wieder schwächer, so büßten'Bankverein 3000 K., Depositenbank-13.000 K., Kommerzialbank 2000$., Länderbank 12.000 K. ein. Von den Jndustriewerten der Kulisse waren besonders die tschechischen Jndustriewerte und von diesen in erster Reihe Skoda begehrt. Dieses Papier ging mit einer Avance von 126.000 K. aus dem Verkehre. Poldihütte waren um 46.000 Kronep'höher. Die ungarischen. Werte hingegen waren!a'us-j fallend nachlässig.- Hier lagen neuerlich Budapester Verkcmfsansträge vor. Es verlautet, daß, sich die Budapester.Kontermine aus depr^ Wiener Platze stärker zu betätigen beginne. Dem ist arrch zuzuschreibeu, daß ungarische Kredit 39.060 K„ Rima! 3000, Salgo 86.000 und Hofherr 27.000 K. verloren. Von den; österreichischen Werten, besserten sich Krupp um 20.000 und Alpine nry 13.000 K., hingegen waren -kleinere Werte, wie. Daimler, welche 10.000 K. gewannen, fester. Von den Elektrizitätswerten waren Wagner, welche 10.000, und Siemens,- ivelche 6000 K. profitierten, gesucht. .... Im.' Schranken war die..Stimmung durchwegs fest.'Be-. sonders Petwlennlwerte "'zeigten eine* ausnehmend feste' Tendenz. Es -stiegen Apollo um 100.000, Fanto um 5Öt).obcj, -Galizia mit ‘ 4,300.000, Naphtha um 105.000, Schodnicä um 130.000 K. Die Steigerung der Petroleumwerte waren auch das Ereignis des Tages. Von. den Verkchrswerten stiegen Bnschtichkader'Mit Rücksicht auf den Verlauf der Generalversammlung um 60.000, Jerdinands-Nordbahn um 100.000, Navigazimte um 75.000 K. Die Montanwerte waren in. den. nreisten Fällen schwächer. Es büßten Trifailer 40.000/ Ullg. Kohlen W.000, Urikany 120.000 und Wolfsegg 30.000 K. - ein. - Von den Maschinenwerten profitierten Sigl 12.000, Marchegger .13.000 K., hingegen waren Ringhosser um 76.000 K. schwächer. Leykam sind mm 250.000 K. im Kurse hinaufgegangen.; - - - Bezugsrechte: Bankverein 14.000 bis 20.000 Ki,' Verkehrsbank 7000 K., Denes und Friodmann 70.000 K. ' ' ' Der Anlagemarkt zeigte ein festes Gepräge. -Renten waren begehrt. . Von den Exoten notierten: Anzeigen-Gesellschaft 106.000 bis 140.000 K., Jriag 300.000 bis 330.000 K., Epple und Buxbaum 69.000 bis 65.000 K., Erdöl 67.000 bis 65.000 K., Mraznica 255.000 bis 296.000 K., Universale Bau 31.000 bis 36.900 K. Ex Coupon wurden tzchandett: Denes «. Friedmann 6 Schw. Fr. oder 62.376 K.» Reichenberg Gäbl. Coup 33 der Prior.-Akt. 8 tschech. K., Coup. 32 der Stammaktien 0» Bosn. Landeslbank Kr Mtien zu 100 K. gleich 3 Dinare; Mien- Pottendors-Wietter-Mustädter Bahn Nr. 21 und 22 0; Färbereien 4 Schw. Fr. (49.980 K.); Stöltzle 10.000 K.; Int. Transport-A.-G. 70 K.; Radrager 20 K.; Damtbius 160 K.; Fillixdorst-r 400 K.; Donau 1600 K.; Brückenbau 2000 K.; Pevlmoser' 4000 Ä.; Kocht. 1000 K.; Enzesselder 3000 K.; ' Ocsterr. Hypotheken 24 K.; Dynamo 310 K.; Noädbcchn 60 K; Körner 200 K.; Siernens 1000 K.; Waterl. Baal -1000 K.; Armaturen 2000 K.; Brückenbau 2000 K.; Felixdorfer M K.; Kompaß 500 K.; Solo 20.000 K.; Foinstahl 1500 K-; Leykam , 2000 K.; Gramer Waggon 800 K.; Graphische Industrie 400 K.; Glbemühl 500 K.; Rumpel, junge 200 K.; Erzgießevöi 1000 K,; Graf und Stift 6000 K.; B-leckmann 60ö K.; Drogen 400 K.; Wiener Zieigelwerke .600 K.; Gefia 1500 K.; Wnndus 4 Schw. Fr.; Oesterr. Höl-zvetw. 240 K.; Warchalowsky AM K.; Erlacher 1000 K.; Allimtz 100 K.; Oberung. Berg und Hütten 200 ung. K. (1650 K.). . Die Warenm'Me. (Eigenbericht der „Wiener Movgenzeituug".) * Eisen und Stahl. Atu amerikanischen Markt verkaufen die Weck» mit. drei bis fünf Monaten Lieferstist. Der Abschluß neuer Geschäfte nnnntt zu. Die Produktion wird durch das heiße Wetter' behindert. Der Stahltmst verkaufte kürzlich 26.000 Tonnen Platinen zu 43.60 Dollar. Die Pennsylvanische Eisenbahngesellschast gab weiter 26.000 Tonnen, die Illinois Central Eisenbahn, 8000 Tonnen Schienen m Auftrag. Von Japan werden weitere 40.000 Normalktsten Weißbleche verlangt. Die S 't a h l p r e i s e sind fest, während Roheisen uachgibt, da die Käufer mit Aufträgen zurückhalten. Alabama-Eisen wird mit-26 -Dollarandere Noheisensorten um 0.50 bis, 1 Dollar billiger ausgeboten. In Philabelyhia wird tschechisches Eisen offeriert. Die Oelindustrie ist mit großen Aufträgen auf dem Markt. Konde«smttch und Käse. Der Verkehr in Kondensmilch zeigte - inder letzten Zeit. etwas mehr Bewegung. Frische Milch ist in genügenden Mengen auf dem Markt und die Preise waren rückgängig. Die Preise in Holland und Dänemark scheinen ihren Tiefstand erreicht zu haben und werden daher vielfach — auch in Anbetracht der jmlgsten Erhöhung der deutschen Frachtsätze — Deckungen aus den noch ' billigen Lagerbeständen vorgenommen. ’ ‘ Es notieren: 'Gezuckerte Vollmilch! an Fässern 56 bis 58 -holländische Gulden pro'Kilogramm, in Kisten (14 Unzen) 18 bis. ' 14 hollänöische Gnlden, gezuckerte Magerrnikch in Fässern 42 bis 44 holländische Gulden pro Kilogramm,; in Kisten 9.80 bis 9.80 ~ holländische Gulden, Trockenmilch (System Krause) Vollvulber 1.— bis 1.20 holländische Gulden, Magerpulver 0.65 bis' 0,70 holländische Gulden pro Kilogramm, ungezückerte dänische Vollmilch (16 Unzen) 23 bis 24 dänische K. pro Kiste. F-iunländischer Emmentaler 3.60^bis 3.70 dänische K., dänischer Gouda 20 Prozent 1.40 dänische K., Roquefort Vollfett 3.—' dänische K.. Eidammer 60 Prozent 2.— dänische alles ftanko transit- Wim exklusive Zoll und Umsatzstener. Wiknrr 8ch«Wrse. (Eigenbericht der „Wiener Mortze-nzsiltnÄg".) ' * An der gestrigen Schuhbörse war. mäßiger Verkehr, in Leinen- und Saisonartikeln kamen einige Umsätze zu stände. Dia. Tendenz blieb unverändert. Es notierten: Herrenstiefel Boxkalf und Rindsbox je 160.000 K., Naturleder und schwarzes 5kuhleder 149.000 K., Braunleder 190.000 K., Goodyear Welt Boxkalf 200.000 K., Braunleder 275.000 K. D a m e n st i e f e l Makah Boxkalf 160,000 K., Rindsbox 145.000 K., Naturleder und schwarzes Kuhleder 140.000 K., BrMnleder 190.000 K., Goodyear dechai. — '„Worauf -ivartest du, stell dich zum Beten, es ist schon spät!" i i i i ' Als Mövdechai allein blieb, trat er zuim Fenster und legte die T-esiMm an; er fühlte sich für Reb Jtsche belridigt nnd ckoünt-e wicht'versi-ehen, -wozu der Vater das ganze Gespräch-geführt hatte. Ein-igernÄ ikanlen im Reb Jtsches letzte Worte — wahrscheinlich muß es so sein, Rebi Abmham — in den Sinn; er ivar neutzievig, was Reb Jtsche wohl damit gemeint haben mochte und versank in Nachdenken. i i SumPeud slcg tim Biene hevbei, schlug an die! Scher-. ben des - Aeschl-üs^'' :n Fensters, glitt mit crusgebreitettztt Flügeln 'über das Glas und suchte hartnäckig mitdem Rüssel einen Eingang ins Zimmer. - - Mövdechai legte dir Hände auf den Rücken und' ging im Zimmer auf und ab; er tvußte, daß er ohne Jnbrnnst betete; nrehrmals wollte er seine Gedanken konzentrieven, aber er.vermochte es nicht. Er hörte die Biene m die Scheiben klopfen und es kam ihn: in den Sinn, daß' er vielleicht auch vor einer Wand stehe und so wie die Biene Hostie, sie mit. dem Kopf dnrchrennen .zu könmn, aber uir würde er vielleicht über die Wand kommen. In seiner QM, daß - er der schlechten Gedanken Herr werden konnte,, schlug Mord'echät' plötzlich mit den Fäusten m die Wcmd, .so daß er sich die; Haut bis aufs Blut a-bvieb; das beruhigte ihrr. Ruhig ging er barm im Zimmer umher und 'sOrOe in jeden Winkel; betrachtete jedes Stück Hausvat, als tvMe - er von-jedemeinzeln Abschied nchrmn. Er betrachtete den Wollvorchang vor der heiligen Lade, den seine Urgroßmutter , Esther-Rebekka selbst gesponnen gefärbt und mit' gelber Baumwolle aus-genäht hatte; er blieb vor dem seidene Thoravocha-ng stehen, aus den silberne .Blätter, gestickt ivaren;' die Grotznmtter Surele hatte -rhu aus JevusÄem bringen lassen und an den Rand, den sie selbst mit Silberfäden ausgenäht chatte, ihren Namen gestickt. Leise öffnete Mordcchai eine Thoralade nach der.anderen; 'et ivnßto, welcher von ft-iiren Großvätern und Ohe'nnen. die er vor den heiligen Rollen, die mit Samt und' Silber, wie schöne Bräute, geschmückt waren- und küßte' sie. Er sann in die Vergangenheit zurück. Als Kind waren - ihm die geschmückten . Thorarollen wie Generale evschiemn, die das Haus vor Räubern aus' dem Walde schützten. Die Generale trugen Helme mit Glöckchen auf dem Kopf und auf der Brust Silberpanzer mit kleinen vergoldeten Laden, aus denen die Namen der zwölf Stämme hervorleuchteten; jedem General hing um die Schulter eine silberne Lanze - — der Deuter in Form einer Hmrd, mit cmsgestrecktem Finger. Mordechai lächelte. Cr nahm aus einer Blechschatulle einen halbkreisförmig gebogenen geschnitzten Schofar aus Safed, betrachtete die Worte, die - darin emgvabievt waren . — ^>eil dem VoKe, das den ersten Schofavton erkennt" und legte den Schofar ein die Lippen. Plötzlich erklang ein' „Teruah" im Zimnier. Erschrocken barg Mordechai schnell den Schofar in der BlechschMlle; er hörte Schritte und ' blickte sich um. Alts den Thoralad'w ans ullen Wirckeln, aus -den dunklen Wänden schritten die Oheime, Großväter, Groß-- - mutter u-nd Tanten; innner größer-würde ihre Schars Mordechai wurde es imneer heimlicher zumute/Gr blickte aus die silbernen und g-oldeuen Löchen' Mit den hervorgebleckten Zungen und den geringelten- Schweifen, die aus den Vorhängen Hevauszu-springen schiemn und Fracht ein- .flößten; dabei dachte er daran, Laß.nW umsonst seine Ahnen Kohanim gewesen ivaren — e^ -sprach mit ihnen, Äs -wären sie nie gestorben, sondernin der alten Schule geblieben und Hatten dort von Geschlecht zu Geschlecht die Familie-nsagen gesponnen. Jetzt waren-sie aus ihrem Versteck hervorgekommen, gaben dem Enkel ihren Segen und versprachen ihm, ihn nie zu verlassen. Und von allen Wim< kein und allem Gerät, von den Gesimsen und von dem schwarzen settigen Boden, zogen sich Fäden und nmspanmn Mövdechai wie «Ln Panzer, aus daß kein Sümn ihm etwas anhaben könne; er fühlte: inrmer und überall toiivden ihn die Fäden zurück HMnwärtsziehen.' - - WSiOchMtzg-folgt.)

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