Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-07-01 · Heft 1574 (1.7.1923) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1574 (1.7.1923)
Date
1923-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980655--15272-3002083
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

J 1 (I I •II' \ 'W- \ i Stt. 1574 Wien, Sonntag WLEev WA«geWeZtung. 1. IM. 1923 Seite 141 Futterstoffe, während Brotgetreide angesichts des noch immer wenig befriedigenden Mehlgeschäftes zu unveränderten Preisen erhältlich ist. Beeinflußt wird die Tendenz in Weizen auch durch flaue amerikanische Berichte. Der geringfügige Verkehr in inländischem Weizen und Korn wickelte sich zu unveränderten Pteisen ab. Für neue Gerste besteht Nachfrage, allein es mangelt an Offerten. Mais tendiert fester. Das Geschäft in Hafer wickelt' sich in ruhiger normaler Weise bei gutem Absätze ab. Das Angebot LleiLt reserviert, weshalb Eigner vollste Preise fordern und auch erzielen. Für Weißbohnen ungarischer Erzeugung -besteht Nachfrage, die nur Lei Bewilligung von höheren Forderungen gedeckt werden kann. In Mehlen ist insoferne eine Aenderung zu verzeichnen, als das ausgiebige Offert der zweien 'Hand aufgehört -zu haben scheint und, daß für die. Peiserstellungmehr die Mühlenforderungen herangezogen werden müssen. Der Absatz ist weder in Weizennoch in Roggenmehlen als günstig zu bezeichnen. Rauhfutter liegt etwas freundlicher, da seitens der ungarischen Regierung die Ausfuhr verboten wurde. Die Käufe vollziehen sich zu unveränderten Preisen. Es notieren pro Kilogramm ab Men (exklusive der Pauschalwarenumsatzsteuer)r Weizen inländischer 8560 LiS 3660 K., Manitoba 4100 bis 4300 K., Roggen inländischer 2460 bis 2680 K., Gerste inländische 2600 K., tschecho-slowakische 2700 bis 2900 K., Futtergerste 2200 LiS 2300 K., Mais 2760 bis 2860 K., Cinqmmtjn 8800 biS 3400 K., Hafer ungarischer oder rumänischer 2775 biS 2900 Reis - italienischer 7800 bis 8000 K., Burma 6300 biS 6400 8h, Siam 7600 K., Bruchreis 4200 bis 4800 K., Hirse 2760 bis 2860 K.. Hirsebrein 4800 Li8 6300 K., Mohn 14.600. LiS 15.200 K., Weißbohnen ungarische 4000 biS 4800 K., Kartoffeln inländische 420 biS 560 K., tschecho-flowakische 370 bis 420 K., neue ägyptische Zwiebel 2900 LiS 3000 K., rumänisches Matz 4300 M 4400 K., Matzkeime 1900 bis 2000 K., Biertrebern 1350 LiS 1460 Sh, Maisschlempe 2200. bis 2800 K., Wicke 2800 LiS 8100 K., ZuckerÄbenschnitten entlaubt. 1700 bis 1800 K., Leinsaat 4200 bis 4600 K., Hanffaat 5800 bis 6600 V., Preschen vberösterreichischeS 1700 bis 1800 K. ab Station, ungarisches 1100 bis 1200 K. ab. Grenze, Bundstroh 1200 bis 1350 K. ab Station, ungarisches Stroh gepreßt 850 bis 960 K. ab Grenze, Weizengrieß inländischer 6400 bis 6500 K., MaiSgrieß '4000 - bis 4100 K., Weizenmehl Met inländisches 5900 biS 6000 K., ungarisches 5800 bis 5600 K. (2.46 bis L55 tschech. «.), Kochmehl inländisches Zweier 6300 biS 6800 K.. Brotmül inländisches In 4600. bis 4700 K., Futtermehl la 2200 LÄ 2800 K., Rogaenmehl inländische» In 4200 biS 4600 K.. tschechoslowakisches 70«/.ige» 1.60 bis 1.70 K., Weizenkleie 1260 Si» 1660 «., Roggeukleie .1300 bis 1860 K. Sie Levksenkurse. Berlin, 80. Juni. (Devisenkurse.) — Amsterdam 60.848.60 (60.648.60), Belgien 8054.60 (8064.60), Christians« 25.886.60 (25.836.60), Kopenhagen 27.281.60 (27.281.60), Stockholm 40.797.60 (40.797.60), Italienische 6867.50 (6867.60). London 708.236.- (708.226.-). New-York 164.113.- (164.118.-), Paris 9601.- (9601.-), Schweiz 27.431.- (.27,431.-), Spanien 22.643— (22.643.-), Wien 222.44 ( 229.42.-), Prag 4658- (4653.-), Budapest 17.70 (18.75), Sofia 1406.- (1396.50), Belgrad 1676.60 (1676.60). Berlin» 30. Juni. (Notenknrse.) — Noten Dollar 164.612.-(154.118.-), Pfund 709.222 - (709.222.-), Jtalie- Nische 6757.50 (6832.50), Polnische 128.50 (-,-), Tschecholvwaktsche 4668.25(4638.26), Oesterr. gestempelte 220.40 (229.40), . Btt-apeft, 30. Juni. (Kurse der Devisenzeuttale.)' — Amsterdam 3274 bss.3394, Bukarest 43— bis4-7.-T-, Kopenhagen- 1473 biS 1638,-Christicmla-1873 bis 1463, London 88.300 biS 89.600, Berlin 0.0640 bis 0.0620, Italien 369.- bis-38S.-. Paris. 606 - bis 626.-, Prag 250.- bis 262.-, Stockholm 2213 bis 2313; Zürich 1480 bis 1540, Wien 0.1180 bis 0.1280, Sofia 76.- biL 80.-, Belgrad 92.- bis 96.-, New-York 8375 LiS 8675, Warschau 0.0740 bis 0.0820, Brüssel 481.- bis 461.-. 1 Amsterdam» 60. Juni. (Devisenkurse.) London bis Berlin 0.0013»/, bis 0.0013»/,, Paris 16.40 bis 16.60. Schweiz 46.20 bis Brief, Wien 0.0035-,< 618 0.0086»/,, Kopenhagen 45.10 bis Brief, Stockholm 67.40 bis 67.50,7 Christtania 42.10 bis Brief, New-York 256.37 bis 255,87, Brüssel 13.10 bis 13.16, Madrid 37.65 bis Brief. Italien 11.20 bis 11.80, Budapest 0.02-/, bis 0.09'/», HelsingforS 7.- bis 7.10, Prag 7.62 bis 7.65. v Warschau» 30. Juni. (Devisen.) Perlin 0.60, London 171.440, New-York 103.000.-, Prag 3090.-, Wien 1.42. rlipnl luuifi ZMMüMMM vüK hekte. Fufföall. Hükoah—Nudolfshügel (M.), Nudolfshügel-Platz-. . . 6 Uhr Sportklub—W. A. ,C. (Di.), Sportklub-Platz .... 6 „ W. A. F.-Wacker (M.), W. A. F.-Platz ...... 4-„ Admirä—Hertha (lN.>, Sinmleringer-Platz) . .... - 4 „ F.. A. C.—Simmering (M.), Simmeringer-Platz ... 6 Wienna—Rapid (M.), Napid-Platz......... 6 „ Lsichkalhletik. Haldstundenlaufeu, Wacker-Platz . . . . . ... »/,11 „ 1 Boxen. Wacker—Iran, Wacker-Platz . ........... 10 „ AaSfghren. Bahnrennen, Hernalser Rennbahn ........ . 4 „ -- ■ 1 Tagung des Maßkabr-Weltverbandes. »es ZiomslMonMesses U KüDlslbad fttnfe*ct dvrt-oine V-erisammkriVg der DÄagiertm aller Kreise in der Zeit vom 6. bis 18. AuMist statt. Der Kreis Oesterreich der JWschlM Dur-n- und Sportvereine entlsenldct vre Herren Dir-ektor Spiegler, Th'sis«ev-uüd Lauser. Die ,/Wiener MomenALttnuig" wird bei dieser Tagung durch -einen Sondcr-- beÄchte^tatter vertreten sein. Fußball Gin Gastspiel dev Hakoah in England. Der Mische Verein in London. . Der. TvaWn der Hakoahner geht M:k EvMung. Die HoMnung, der man, umnicht als größ-e-nwahnfinutig zu/geilten, nücht--laut Ausdruck zu gelben wagte, weicht der WirMchkeit. MMMich.des. Gasffpieles des Londoner PmfessionaMuibs WMham Untted i>m Wien- , erklärten die 7 EnMnIder gerührt, daß sie eine derartig herzliche Aufnahme noch nirgerÄs gestniidm hatten. S!o gaben dabei die Derisichevung. daß sie den eriMn Wunsch hccke-n, sich zm revanchieren. Da dies nur dann nllögilich ist, wenn, die HaEoahner Gäste von' Wescham United sind, wird letzterer Verein trachten, die Wiener Freunde nach London e'inKuladeu. Die Eri-glländer hajhen nun ihr gegebenes Wort eingelöst. Ein i.u. Lonwnweilerrder Hakoahner hat UM m-i-t .den Direktoren von WesthäurUniited die UnterhauWungen achflogm, die fast-.bis zum MschAH-Detziehen sind. Es bÄsteiht verMsjetzt -kein Zweifel -mchk/daß'die. Hakoah im September ziioe-i SoieLe in: London Es-iragen wird. Ms ^Gegner des - Wi« schon Vevöiüres werden Wrscham Umteid und Millwall.cvuft-rcheu. Di« Hakoah ist der erfte- Me-yer.Mkub^ MnMe'Ehrezuteil Mch--Mt'.---MtÄ«rtande--7seS.SpoÄes. zu sipiÄen< Bor ihrwarÄN' mwv -zwei mMelM-roMschst'-Beveine in - Eüglä»üd, Bor umgeMv 10 Jiahven/wurde der' Mtdahch'er F. T. C. nach EnUand verpif-lichtst und dvr nngesähr zwei Dezennien trug BMovi»- (VeMn).'i'n.ErGmid-'ein- Spiel -aus. 7' Die Meisterschaft. Zwsite Waffe 'Süd. BewoguuMpi-eler—BÄvegung 20' (Lehrer-Platz), N-üubau—Wr. Sportifraunde, S. 'S. V.—-ÄlrchoHon (NichM-on-Pllatz)'. Zioeitr Klaffe Nord. Rc§ Swr—kDonraustadt (Red Star-- Platz), Sturm 1607—Donau (Fav. ,A. C.->Platz), Ostnr-ark— NuAors. Mußldorfer-Plätz). . . . Dritte Klaffe West. FLnHaus—M.. A. K. (10 Uhr, V. Ä. S.-Platz), Fritz Paul. . . Vierte Kliaffe Nord. Der I. A. C. trägt heute um 6 Uhr auf dem Reichsbund-Platz sein fälliges MefftertschastsjlpN gegen Währing ans. Da das Treffen gegen DanWunrmen F. C. äm^ vLMngenen Sonntag der Wechten W-Nemng jnm Opfer fiel, konnte der Misch-e Verein p-a-uifiereu. Die. Ruhe dürft« ihm -gut anMchlajgen haben, so doch zu evwavte-n i!st, datz',er mit frischer Kraft m den Kmupf gehen wird. Währing ist.eine der besten . Mannschaften der Gruppe und wind sich, sicherlich . nicht leicht schlaMn lassen. Der I. A. C. muß sämMche 0j>vet« gewinnen, wenn er den. Meistertitel und damit den Mvfftieg erreichen will. Ter hsutige Gegner ist sehr ernst Dl nehmen, doch glauben wir, daß der I. A. C., falls^ saine Spieler, mit der nötigen An-fopfevung känchfen, deu Sreg e-rrurgm wird. Weitere Spiele: BMoma—Sievering (2 Uhr, Heffort--Pllatz), Sal; TaubfLumlnen—Wien-West (10 Uhr, Red Star-Platz), mnd; ReichSbuind—Ll-nitÄt <9 Uhr. , ReichÄbund-Platz),. ibenpftug. Vierte Klaffe Sridost. Ueber die momentane SpioMÜrke des S. C. Hazair ist men nicht geMgend infowmert, um eine sichere Äoraussiaäe für das Spiel gegen Aspanghahn, daS um 10 Uhr auf dem Mdlersdorfer-Platz stattfindst, zu treffen. Die Blau-WÄß-ort vermachten auch in dev He-öbststnsan, die sie m unbedingt Lesserev Verfassung sah, gegen diesen Gegner nicht zju reüssieren. Auch diesmÄ ist Mpa.ngjbahn Favorit, ein Si-vg Hazairs wäre aber kei.Ms>wkigs als iUebevraMvng zu werten. SchiedLrichter Heger. Weiteres Spiel: D. Bewegung—Athen- (10 Uhr, N-eutral-Platz). NeufeM». ' Vierte Klaffe West. Wr. S. V.—Baumgavten (2 Uhr, Mauer-Platz), Eernh. Fünsw Klaffe West. CitY-MaNeinsldms (6 Uhr, Hackingev-Platz), Morawetz. Fünfte Klasse Nord. Liebhavtstail—White Star (6 Uhr, Helfort-Pilatz). PlM; Wien—^Alemannia (4 Uhr, Dibertas-. Platz), Grünbanm. Molnav bei dev Wiener Hakoah. Der ausgezeichnete Stürmer des Budapester M. T. K. ist mit seiner Mannschaft nicht mehr nach Hause zurückgekehrt, er blieb in Wien und meldete sich bei der Hakoah an. Ein Zufall wollte es, daß wir schon seit einigen Wochen zur Auslälwerfrage im Wiener Futzballsport Stellung nehmen, wobei wir die Ansicht vertreten, daß der Futzballvervand nicht das Recht besitze, ausländischen Fußballern die Spielbeivilligung vorzuenthalien und daß wrr unmittelbar darauf nun ' die Nachricht bringen, daß Molnar der Hakoah beigetreten ist. Es wäre nicht zu verwundern, wenn unsere Leser einen Zusammenhangzwischen unserer Stellungnahme und dem Spielerzuwachs der Hakoah konstruieren würden. Wirgeben aber die Versicherung, daß wir kerne Ahnung davon hatten, dqß Molnar sich mit der Absicht trage, nach Wien zu kommen. Wir hollen bei der Hakoah Anformationen ein, die folgendes besagen. Schön vor zwei Jahren richtete Mdlnar. an die. Hakoah ein Schreiben, worin er seiner Absicht Ausdruck verlieh, dem Wiener jüdischen Verein, in Hinkunft. anzugehören. Letzterer' wies.aber Molnar ab. Seither hat der Budapester' Spieler des öfteren versucht, die Mitgliedschaft der Krieäuer zu erwerben^-ohne aber mehr Ersolg zu haben wie das erstemal. Vor ungefähr.zwei Monaten kam Molnar spontan nach Wien und erklärte, auf jeden Fall hier zu bleiben. Gleichzeitig traf ein Schreiben Dr. Fodors ein, worin die Hakoah ersucht wurde, Molnar nicht aufzunehmen und ihn womöglich nach . Budapest zurückzuschicken. Die Hakoah irwa diesem Wunsch Rechnung, wofür sie ein Dankschreiben des M. T. K. erhielt. Dieser Brief ist noch iin Besitz der Wiener. Bor dem Spiel Rapid—M. T. K., das in Hütteloorf stattfand, kam Molnar zur Hakoah und erklärte, auf alle Fälle in Wien zu bleiben, und ebenso wie.Ort Und Braun nicht mehr nach Budapest zurückzukehren Als Beweggrund gab er an,, daß er als geistiger Arbeiter in Budapest keine Existenzmöglchkeit habe und er in Wien einen Posten in einer Jndustriefirma antreten könne. Molnar hat maturiert und war bisher in Budapest als Bankbeamter tätig. Er gab mtfsmmaa** tpxijtli 1923. - Nachdruck verboten. YÄ.L<lwit. Verla*,Wien-Leipzig. (26: Fortsetzung.) F« Wem übern Roman von I. Opatoschu. Vuioristevte UÄbertrMMg aus dem Jüdischen von Siegfrled - - Schmitz. «Jetzt frage ich dich, Va es ja keiner hört, was für dm SHwahevschüft ist für mich Sinrche der Pächter? Seiw Bater hat sei-n Leben! lang hei deinem Großvater, er ruhe in Frieden, den KäGern die Häute abgezogen und SmrM Wst schleppt mir, hätte ich Lüst^ ihn zu schicken,. GMen ew «b arn Schwange Ns nach PlE 'ÄM -LvaS denn? Das Madel gefällt dir? Mer welches Mäöel wird dir nicht gefallen? Das ist leider Gottes ein Familiensehlev! Ich war auch nicht besser. Darum habe ich ja für dich Reb Itsche hevgebracht, damit du jemanden hast, - von dem^du etwas lermen bannst!" Während dieser Worte war- Red Zische leise einiges treten, nahm ein Buch vom Schrank und vertiefte sich darin. Reb Abrahams Augen begannen zu fuBelu, er 'bekam-Mtzlich Lust zu-einem herben Spaß, .wie in dm alten guten Zeiten, als er noch jung war. Er stellte sich so, daß Mvrdechai Reb Itsche nicht sehen -konnte und begann mit lauter. Stimme: . - - > . „Und glaubst du etwa, Reb Itsche hätte keim bösest Gedanken? Siehst du, von. Rabbi Mendete iveiß ich es nicht genau, der Rabbi lebt mit einer Frau und außerdem -7was schaust du mich, so an? Glaubst,dn es .nicht, du kannst dich astf mich verlassen! Es ist ja 'ß; da bei chm kein Mangel herrscht, denkt er wohl selten daran und hat natürlich weniger schlechte Gedanken' — 'aber Reb JtsM du verstehst, ist schon jahreÄng ein Emstedler und der TMel rmvort chm gut in den Mederm ^du cheißt :ja, wie daS ist! Witz alt W^du? Roch, keine sechzehn!' Aber heiratest möchtest du schon, mag es auch nur für örwe gute schwache SÄunde sein, .ha, ha!" . /. Mvrdechai traute feinest Ohren. nicht; er wurde wt Mb des Vaters Worte und an!,ivortete nicht. „Das eine ist noch gut, daß du dich schämst! Das ist jüdische Art." Reb Abraham klopfte den Sohn väterlich; auf die Schulter, machte ein /pastr Schritte nach .rnchwärts mW schrie fast: ,Ia, was >wollte'ich nurfagen? Ja, ich meine» es muß Wohl eine gewaltige Versuchung für einen Menschen Isein, inumr gegen den bösen Trieb Krieg zu führenl Ich wäre das nicht imstande." ,Mater" fuhr Mordechai auf, als Müßte ein Unglück geschehen, „leiser,. Vater, RebE Itsche steht doch beim B-Lchevschvank!" ' „Was habe rH denn gesagt?" fuhr Abraham noch lmrtev fort. ,M>, sagst du, stcht er? Ah," er tat, als wäre er überrascht, -hätte Reb Itsche. soeben erst evMckt, winkte ihm mit der- Hand und sagte weicher: „Guten Wlvrgen, Itsche! -Seid mir nicht böse, ich niöchte Euch, etwas fragen, nehmt es nrir nicht - übel, wenn ich Euch dmnit belästige." Mordechai wurde Äeich; er wußte nicht, wohin er schauen sollte, zitterte und flehte zu Gott, die Erde möge sich utrter ihm öffsten, 'damit er nicht sehe, wie der Bater Reb Itsche'-beLeidige. Reb Itsche geriet aber nicht in Verlegenheit: er trat näher, als handelte es sich'ggr'sticht um ihn, als' Pitte er,.eiiw Entscheidung zu treffen oder -elnen Rat zu geben; obwohl erwußte, daß Abraham Spaß trieb, tat er, als hätte er keine Ahn>ung davon, und ehe noch Abraham Zeit hakte> zu sprechen,' begann^^ er: „Ja, Reh Abraham,. Ihr habt das richtige, getroffen! Ich habe wirklich Wechte^ GedaMen!". . „EntschMigt, Reb Itsche," Abraham wurde verlegen, ,/das hübe, ich nicht gesagt!. Ich: habe bloß gesagt, daß ein Mäm, der ohne Frau lebt, natürlich WeW' Gedarcken haben muß!" ' „Die' Hat er auch,' Rckb Abrahcunantwortete Reb Itsche-ruhig, und je mehr.böse Gedanken der Mnsch 'hat, je größer, seines Furcht --.Hu-De-..' sÄken>^ desto stärker ist sein Widerstand -MeHv'.M!d er fähig, die Hülle von jedem bösen Gedarcken zu entfernen und den Sinn Gottes zu erkennen. . ,Mvzjst dann die ganze Mche," aMooWe Abvcham lächelnd, „wenn man ihr esttgehm..kann?" ,Mie soll ich Euch das erklären?" Reb Itsche runzelte eimgchnal die Stirn und umfaßte mit der Hand seinen schwarzen Bart. ,$oM Ihr einmal Kinder gesehen, 'wenn sie sich schaukeln? Um sich mit der Schaukel immer höher zu heben, muß man einige Male einen Fuß fest ausdie Erde setzen; das Kind,-welches das nicht tut, wird sich nie über die Erde erheben. Mt .den Menschen ist es genau so. Der Mensch, welcher keine bösen Gedanken Hat, ist schon so sehr in MeÄrigbeit versunken, so verbauert, daß er gar nichts fühlt und ärß er. sich nicht erheben kann. Denn ßföt müßt wissen, daß in jedem schlechten Gedanken ein göttlicher Funke steckt, der auf sehr niedrige Stufe gesunken ist und um Erhebung fleht. Der Mensch darf also keine Angst vor einem schlechten Gedanken haben, er soll ihm mit offemn - Armen entgegentveten, ihn nackt auszieheu, ihm das Kleid abreißen; denn nur die Hülle ist sündig; entfernt sie der Mensch, zieht er den Gedanken nackt aus, dann verbindet er sich mit denr göttlichen Funken und so bringt er es zur' Erhebung 'zweier Dinge — zunächst erhebt er den gefallenen Funken auf höhere Stufe und bringt ihn so zu seiner Wurzel Zurück; und damit, daß er den göttlichen Funken erhebt, erhebt sich der Mensch selbst und wird gewlssermaßen ein Teil Gottes — Ihr versteht?" Reb Iffche schwieg eine Weile. Seine schwarzen Augen leuchteten, sein Mund war ha'Ib offen, Maschen zitterten in den Winkeln und seine felichten, ein wenig gekrümmten Zähne , blickten wild. Er stnch mit der weißen Hand über die Stirn und fuhr fort: Und jetzt kehren wir zu der Schaukel zurück: Je stärker du dich'schaukeilst, .das heißt, je mehr der schlechte- GedülNke dich beherrscht, desto hoher ist dein Aufftteg, wenn du den schlechten Gedanken überwindest." ,/Enffchuldigt, Red Itsche," unterbrach -Abraham lächölud, -,-.Wenn ich Euch recht verstanden habe, fo be?- deutet das, daß es'eine gute Tat sei, zu fündigen, ha, ha ha! Und wie ich gestern -meinen Herrn Sohn mit des Pächters - Tochter erwischt habe, da hätte ich ihm liebevoll in die Wange kneifen, sollen, -was?" ^FortsetzuM folg!.). . ' '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.