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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-30 · Heft 1573 (30.6.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1573 (30.6.1923)
Date
1923-06-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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M M3 MW, GcmMyg AnflasimmberLimicher LchrerbWnngsanftav. ' Prag, A. Juni. Das „Pr-a-gev TaiMatt" meldet aus Ol- .«Ltz: DaS 'HÄdie. dieftähvigen Äuf- «ahmGriHmiigein r»'We deutsche Lehrerlbtldun-gSanstalt in Oknmtz «nteDfagt. Diese MaHwahMebilde den' ersten Schritt zur WMnig -der> ArME. Uugam. Re patriotische« Zusenderzicher. Budapest, 29. ftwii. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung".) AnlLWch der NachforschrrnGN über den „Kulturbund" wurde die Polizei vertraulich auf die Umtriebe einer ähnlichen Bereinigung aufmerksam gemacht. Diese Bereinigung, die den Namen „B e r e i n ungarischer Knappen" führt, hat, wie die Recherchen ergeben haben, das gaM Land mit einem Netz von Agenten überzogen, die für die „patriotische Erziehung der ungarischen Jugend" Spenden sammelten. Der Verein, der keine behördlich genehmigten Statuten besitzt, hat zehn Millionen Kronen gesammelt. *Der Direktor des Vereines, Geza E g y e f f y, der Sekretär Lazar und der Buroauangestellte Mih a l h i wurden wegen Defraudation ve'r h a f t et. Polen. Dar Rumernr rlansni-Proiett vor de« Ge- ' fchSstrorbnunssansschtch. Warschau, 39. Juni. (Tel. d. ,Mr. Morgentzeiübng".) Im UuterrichtscruSschuß stellte der natronaildMokmtische Abgeordnete Lutoslawski den Antrag, die dritte Lesung des Numerus-claufus-Gesetzes von der Tagesordnung abzusetzen und den Entwurf sofort dem Plenum des Sejms zu, überweisen. Der Antrag wurde mit 14 Stimmen gegen 13 der Linksparteien und der nationalen Minderheiten a ik ge nomrm en. Gegen diese BeÄetzMyg der Geschäftsordnung hat Abgeordneter Dr. Reich einen Protestan den Ssjmpräsidentm gerichtet. Im Seuiorenkonvent, wo nunmchr die Einbringung des Entwurfes an das Planum zur Behandlung st«ck, berichtete Sejmpväfident Rataj über diesen Protest und entschied zunächst ein Gutachten Wer die NotwendigDeit der dritten Lesung eiriFUholeu. Der Gffchästsordnungscmsschuß wird seine Meinung innerhalb sieben Tagen abtzugeben habm. Erst dann wird der Präsident eine EntscheidrMg treffen. Zum Protest gegen das Eintreten der RegieMng für den Numerus clausus hat der Mische Abgeordnete Schreiber die Annahme des Referates über das BWgetPvovfforimn v e r w e i g e. r t. , Im SenwvenkonveM forderte Abgeordneter R e: ch, daß noch im Laufe der Woche auf die Tagesordnung des Sejm der Entwurf für. die Bormchme der Wahlen' in die jüdischen GemeüÄen w Galizien gefetzt werde, dessen Behandlung schon so off verschleppt wurde. Das Numerus c^mfus-ProjE hat, wie ,>RePu- Vkik«" mvtteÄt, in den Kvsrfen der auswärtigen Bertretuunigen lebhafte Aufmerlff^^ erregt. Die diplomatischen Vertreter der fremden Regierungen haben an diese ausführliche Berichte gesendet. .Einer der' fremden Diplomaten erklärte einem Mvtveter des Blattes gegenüber, daß -er Numerus clausus in scharfem Widerspru ch zur Polnischen Verfassung stche. Das polnische blußeMnirviftsrium hat bereits, wie „RePMM" weiter er-- MÄ, ausführliche Instruktionen an die polnischen Vertreter im AuÄcmde entsendet, um die fremden Regierungen Wer die Motive zur Einführung des NÄymrus clausus zu informieren. Daraus wäre zu ersehen, daß die Regierung mit der Einführung des Numerus clausus rechnet, und schon jetzt bemüht ist, dm Wechten Eindruck einer solchen die Slaats- -SvMwgefftze veÄetzendm Maßnahme zu verwischen, Sa» vvvüsch-mmiivische Bündnis. Das anWWch des Warschauer Besuches des Königs don Rmnämiien Proklamierte Bündnis Ktvifchm Polen mrd Rumänien Mtzt sich auf die vom Sejm am 1. Juki 1921 ratifizierte und im polnischen ReichsgesetzWatt Nr. 81 des Jahres 1921 verlautbarte polnisch-rumänische Konvention, die nachstehenden Wortaüt hat: In dem unerschütterlichen Entschlüsse, den Frieden M erhalten, der um den Preis Zahlreicher' Opfer ziHandekam, haben sich der Chef der polnischen RepübW und der, König vvn Rumänien geeinigt, eine Konvention über ein Mwchrbündms ÄbUffchließm. Artikel 1.. Polen und Rumänien vernichten sich, einander gegenseitig zu unterstützen für den Fall, daß einer dieser Staaten, ohne hierzu irgendwie Anlaß gegchen zu haben, an Getuen gegenwärtigen Ostgrenzeu angegriffen lwerden sollte; für den Fall des Angriffes einer, dieser beiden Staaten -wird sich der andere Staat als inr - Kriegszustände befiMich ansehen und dem arrgegviffenur Kompazisßenten Waffenhiffe leisten. Artikel 2. Zur VeveirchMichmrg ihrer FvredsbeftvebUn-- M verpflichten sichbeide Regierungen zu einer Verständigung in den fragen der auswärtigen Politik, insosevne diese ihre Bezichnngen zu ihren Nachbarn im Osten betrifft. Artikel 3. Die ModMäten der HAselvfftung weMn in einer Militärkonvention angegeben. Artikel 4. Die Dauer der KoMention-wird mit fünf Jahren feftgesteUt. ' ' Wiener Morgenzeitung, Zion. Bezirkaorganisation Brigittenau Montag den 2. JuU findet in der Toynfoe-ttftUe^ XX,, Denisgasse 33, um 7a8 Uhr abends eine sta,tt. Tagesordnung: Die Bedeutung und Notwendig" keil der JOdfschon Volksschule Referenten : Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Horowltx, Herr€remeinderatDr.liOop.Plnschlies und Herr Lbbel Taubes na luden und Jüdinnen, erscheinet In Massen I Artikel 5. Keiner der KompaMentsn wird ohne vorherige Zustimmung mit dem anderen ein Bündnis mit einem dritten Staat abschliehen können, es wäre denn, daß es sich nm die Ausrechtechaltung der von Rumänien und Polen gemeinsam schon unterschriebenen Verträge Handel« würde. Derartige Abkommen müßten jedoch verilautbart werden. Die obige Kanventioit Wiwde der Bolkerliga gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages zur Kenntnis gebracht. ' , . Polen «nd Danzig. Danzig, 29. Juni. Der SeMt' der freien Stadt Danz ig sprach in einer Note an den diplomatischen Vertreter Polens in Danzig sein Bedauern dmÄber aus, daß die polnische Regierung die Ausweisung der 16 Dayziger Sjaatsangohövigen nicht rückgängig gemacht habe. Den: jetzt gestellten^ Verlangen, den polnischen Staatsängehövigen in Danzig mit Ansnahnre der politischen Rechte die gleichen Rechte einzuräumen, wie den Dm^iger Staatsangehörigen, lwevde in. der BevöTeru>ng Danzigs als Repressalie empfunden. Der SeMt habe daher die Auswersung der 16 Danziger Staatsangehörigen dem Vvlkerbund zur Entscheidung unterbreitet. Der diplomatische Vertreter Polens hat die Note des Danziger Senats mit der Begründung zurückg e w i e s e n, daß sie in einem der Älgememen Höflichkeit nicht entsprechenden Ton abgefaßt sei. Abberufung der Woiwodm Grabowrli? Lemberg, 29. Juni. (Del. d. ,Mr. MopgelHertuntz".) Die bereits mehrmals ventilierte Abberufung des hiesigen Wodwoden Grabowski, dessen judenfeiMiche Gesinrtung bei jeder Gelegenheit ganz unverhüllt zu Tage tritt, soll mm, neuesten Nachrichten zufolge, in nächster Zeit' erfolgen. Als Nachfolger kommen unter anderen Bitzemmister O l p i n s k i und der Woiwode von. Tarnopol, Doktor Z a w ist o w s k i, m Betracht. — Ob esLervu Grab'owski nicht, wieder einmal gelingen wird, sein« Versetzung aus' einen a-ndereir Dienstposten im letzten Augenblick mit Hilfe seiner jetzt am Ruder be-srndlichen Gönner zu hintertreiben, muß abgewartet -werden. ' y Sisttenung der Ausgabe von Reisepässen, i« Lemberg. Ans Lemlberg schreibt man uns: Die hiesige PoliAeidrvMon erhielt die telsphonffche Weffnng aus Warschau, die Ausgaibe von Reisepässen ins Ausland bis <vuf weiteres M s i stieren. Dabei kommen auch diejenigen Petenten in Betracht, deren. Gesuche um Reisepässe, bereits seit Wochen Vorlieben. Jn> autzevgeüiMhMch dringenden Fällen bbsibt me Ausstellung eines Reisepasses der persönlichen.Entscheidung des PvlizüPrÄfidenten vorbehMen. Diese rigorose Berffwung der Zentralregievung, die aWenscheinlich als eines der MittÄ Mr Hebung des pMischen MarMurses betrachtet wiad, hat unter der hingen Bevöllkemng begreifliche AufreAMg hervovgerluien und wird insbesondeDs von Vielen ErlMungÄbeLMftijgen, welche die galigffchen Badeorte im Hi-Mick auf die anUemitffche Agitation m«den möchten, sehr schwer emWMden werden. Litauen. Nor der Liquidottou der Mschr« Minifteri««s? K-owno, 2ö. Juni. (I. C. B.) Aus informverter Quelle wird versichert, die jetzt herrschende chMsMch-demvkratische Partei bereite eine zwar nichtoWiellv, aber doch oMMse MitteÄ'ung für die' QeffMtlichEei>t des Inhalts vor, daß an Stelle des jetzt exMerenden Mnistevüunrs für jüdische Angelegercheiten'du Ministerium für alle nationalen Minderheiten geschaffen werden solle. Jede Nationalität solle in dem Ministerium ein Departement besitzen, und an der Spitze desselben soll ein Deutscher stehen. Die Einwendung von mancher Se>ite, daß die Juden Aber sieben -Mandate im Schn verfügen, während die Deutschen ihre zwei Mandate nur dirrch chre KaaLition mitden anderen Minderheiten erhalten: konnten, weshaW es angebracht wäre, das Nation«li-tätenministeriuur mit einem Juden zu Lesetzerr, werde vcnr den maßgübendm. Kreisen der chrWich-demvkratischen RegievMigspLDtoi nicht berücksichtigt. ' ' «iWiK Ser Mörder des Kapitäns 8tu«t erschaffe«. Jerusalem, 26. Juni. (I. C. B.) Abdm-l Kade-v, der am 16. Juni den GendarmeMikapitän Swan in dev Nähe von Jaffa ermordet und sich seither in einem Keller veÄorgen gÄMen hat, setzte sich, als er. verhaftet werden sollte, Ulr Wehr und wurde erschossen. ' M.iNtÄ'lWg " ISmi, ..**“‘***gwy*"i --- K.PBiiu »ii i " *Mndschau. Sec beutfdje Slenfftentas k« Ni«d«. Aus Dresden meldet I. C. B.: Dir DelchWed tagung der Zi-omstWen Bereinigung für DeutWws wurde am Montag den 26. d. in Dresden eröffnet Dev erste Sitzungstag war dem ^Pwblem der J e w'M Ageney gewidmet. Der Referent Dr. Katzenelffo^ begründete eine Resolution, wonach die Executive ermäch tigt werden soll, die Jewish Agency zu erweitern. Des' Gegenrefererrt Feuering trat seinerseits für die M gende Formel ein: Die ZwmWche OMmsation ÜÄe'Ä Jewish Agency. ... Das Referat über die politische Lage des Zionlsmur. hielt Kurt Blumenfeld. In einer groß angelegter Rede verteidigte er die PolM des Mndniffes mit außer halb der Zionistischen Organisation steWde-n Elernen-tev im Sinne Dr. Weizmanns. Das setze aber voraus' daß sich die Zionistische Organisation in organisatorisches und ideeller Hinsicht radikali-fiert. Die ganze Jdeb logie des Zionismus mutz eine Vereinheitlichung erfahren Ucber die PalästinaMirtscha-st referierte Heinrich Margu-lies, der dir Uobertragung der seiner Ansicht nach schädlichen Staatsillusionen auf die zionistische Wirtschaft kritisierte. Durch eben diese Illusionen sei mn am ßlngs auf die heute freilich überwundene Idee verfallen den Keren Hajesfod als eine einmalige Vernrögens abgäbe zu' proklamieren. Der zweite Jrrtuur, der aus diesen Illusionen erwuchs, war die Verwendung zionistischer GÜder für staatliche Funktionen, wie Erziehung und Sanitätswerk. Den: Privatkapital eröffnen sich gleichzeitig mit dem nationalen Kapital unerschöpfliche Aussichten-, insbesondere auf denn Gebiet des Transportwesens und des allgemeinen Verkehrs zwischen t dm Ländern der Diaspora und PalMna. Dev zweite Referent Dr. Arlosor-ow begründete seine Ansicht, die hypertrophische Scheinentwicklung der Industrie, des Handels und des Häusevbaues in Palästina stehe in keinem Verhältnis zu den wiÄrchen Bedürfnissen des inneren Marktes. Einzig die ländwivtschastliche Kolonisation, insbesondere die Siedlung auf genosienschastlicher Basis, sei in ökonomischer Beziehung M'ssichtsvoll. Ae belgische MinifteUrise beendigt. Paris, 29. Juni. Wie die Blätter aus Brüssel melden, werde das neue Kabinett T h e unis alle Minister des srichevm Kabinetts in sich vereinigm. Durch die Bildung des neuen Kabinetts Dheuuis ist die Wiederaufnahme der diplomatischen Besprechungen zwischen den Alliierten ermöAicht worden. Zutschen Paris und BrüffÄ. wird unmittelbar ein Gedankenaus'taufch erfolgen, um im Einver^ nehmen die Antwort auf dm Fragebogen der britischen Regierung sestzufetzsn, und die Anttvort in allernächster Zeit dem englischen Außenamt übermittelt werden. Re Lavsmmer Konferenz. Lausanne, 28.. Jmri. Jsmet Pascha hat rm Laufe des heutigen Tages Besuche bei General Pelle und Sir Horace Rumbold gemacht und sich über die Absichten! der Miierten informiert. Er drückte dabei neuerlich den Wunsch aus, man möge rasch zu einem Entschluß kommen. Die APierten antworteten, sie hegten denselben Wunsch und arbeiten an seiner BerwiMchung. Abbruch der. Konferenz? Rom, 26. Juni. Die Mätitev mÄden ans Kvnstantmopel; Die MMchen Matter kündigen den Wbrnchi der Verhandlungen in Lausanne.wegen dev sranMffchen Jntranftgenz in der Frage dev GMtzcchlung der oMmanifchen St-aatsschnild und der Rämmmg von Konstantm^opÄ durch die alliierten Trrchpm an. ' Re Kammerwohlen in Konftontinopel. Koustantinopel, 88. Juni. Aus den Wahlen für die -Ka^in Mer in KoNst-antinopel ginc^die gesamte Liste der RegieVmrgspavdei als gewählt hervor. Unter den Gewählten 'befinden sich Mmisterpräsident Rens Bei und Minister des Innern Fethh Bei. Die EinÄlmfung der -neuen Kammer ist für Juli in Aussicht genomtnen. Mo Opposition ist in fast allm WahVveisen unterlegen. Sie Mtentotsfenche. Der Bizepriisident der italienischen Kammer lebensgefährlich verletzt. Rom, R. Juni. In Neapel wurde gestern gegen 1 Uhr nachmittags der Vizepräsident der italienischen Kammer, P ie txa b a l le, auf dem Oberdankplatz von einem unbekannten Mann überfallen und durch einen Dolchstoß in den Magen l e b e -n s g e s äh r l i ch verletzt. Es scheint sich um die Tat eines Beschästig ü n g s l o s e n zu handeln, der vor einigen Tagen bei Pi.etravälle vergeblich mn eine Stelle cmgesucht hatte. Der, Anstand Pietravalles scheint hoffnnngslos. Der Dolch, ein dreischneidiges Schusternresser, ist in die Maaenhöhle eingedrungen.. Pietravalle gehörte der d e m o l x a t i s ch e n F r a k t i o n der Kammer an. Die amerttimMe kinwandenmg. Washington, 29. -Juni. (DA. de-r,MenerMorgenzertung") Das EiÄvandermr'gsanÄ tritt mit, daß am 1. I N l i 23 Schiffe verschiedener Nationen mit 18.000 Einwanderern in den Vereinigben Staaten landen werden. Wohlfeile Woche! RegenmänteB . . K 125.000 m Hjjjpnn. Lefinenwaren, Waschwaren, f woicii Stoffe, Wäsche-sehrbilligg Schiffmann II.. TaborstraBe 43 Telephon 47-WB Engros Endetall 541177

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