Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1567 (24.6.1923)
- Date
- 1923-06-24
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1567 Wien, Sonntag Wiener Morgenzeitung. 24. Juni 1923 Seite 11 Fußball. Sportprogramm skr heute: Futzbatt. Rapid—Sparta (F.), Hohe Warte. ........ 6 Uhr. Sportklub—W. A. F. (M.), DornLacher-Platz ... 6 „ Admira—NudolfShügel (M.), Admira-Platz.... 6 „ Hakoah-akad.—Jüd. Verbandsteam B (F.), Hakoah- Plab ................... y»4 „ Mattabaa—Carnuntum (M.), Hakoah-Platz. 7,5 „ Hakoah komb.—Jüd. Verbandsteam A (F.), Hakoah- Platz. 6 „ Baumg. Hakoah—I. S. C. (F.), Hakoah-Platz ... 10 „ Zweierlei Matz. Die jüdische, Sportbewegung ist vielen ein Dorn im Auge, weshalb bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein wenig arwsemitelt wird. Ein offenes Bekenntnis zur Gegnerschaft zu den jüdischen Vereinen wird nicht für klug befunden, deshalb wählt man die versteckte Kampfesführung, die ungefährlicher erscheint. Die beliebteste Seilscheibe der hämischen Angriffe ist derzeit der Brünner Makkabi, von dem man zumindest einmal in der Woche zu berichten weiß, daß er fast ausschließlich ..ungarische"- Spieler in seinen Reihen hat. Die daran geknüpften Betrachtungen bezwecken letzten Endes, der Hakoah einen Riegel vorzuschieben, damit sie sie nicht „auswärtige" Größen nach Wien bringt. Der Brünner Makkabi muß dazu herhalten, um das vom Wiener Fußballverband beabsichtigte Ausländergesetz zu propagieren. Mit der Frage, ob irgend ein Verband das Recht hat, die sportliche Betätigung eines Ausländers einzuschränken, befassen wir uns an anderer Stelle. Wir wollen aber hier untersuchen, mit welchem Recht der Makkabi (Brünn) an den Pranger gestellt wird. In der Tschecho-Slowakei ist der nationallüdische Sport bedeutend jünger wie der tschechische und der deutsche. Die beiden zuletzt genannten Sportvölker wirkten demgemäß bei den einheimischen Juden als Lehrmeister. Die Tschechen praktizierten aber schon lange die Uebung, wonach die besten Spieler zu den größten Vereinen wandern. Bei ihnen ist es sogar alltäglich, daß ein Spieler gleich bei mehreren Klubs tätig ist. Wir verweisen nur auf einige Prager Größen, die an einem Sonntag für die Slavia und am folgenden Sonntag für die Moravska Slavia spielen, Zur Ehre der Tschechen stellen wir fest, daß sie aber, nur mit ihren eigenen Volksgenossen „jonglieren". Wie stcht nun die Sachlage bei den söge-' nannten deutschen Vereinen der Republik? Die Antwort'ist ohne Ueberlegung sofort gefunden. Sie kapern,. wo sich dazu die Gelegenhut ergibt, wobei sie. sich nicht im/geringsten um.. Stand und Herkunft kümmern. Wenn diedeutschen Vereine ihre Verstärkungen 'ausschließlich aus Deutschland und aus Deutschösterreich.. holen würden, dann hätten wir.gegen ihre Handlungsweise nichts einzuwenden, da sie eben letztere, mit den- Zeitverhältnissen in Einklang bringen. Sie kapern aber schon seit langem "Ungarn, Tschechen, 'Engländer und Juden, ohne daß die deutschen Klubs chre Firma ändern würden. Wir' treffen diese Feststellung nicht aus dem Grunde, weil wir vom sportlichen Standpunkte etwas dagegen einzuwenden hätten. Wir wollen aber konstatieren, daß die Lehrer der Iüdischnationalen richtunggebend wirkten. Ein Teil der jüdischen Vereine betrat nun den Weg, der ihm gewiesen wurde. Der vom Begriff Sport nicht zu trennende Ehrgeiz, der im Bestreben, es dem anderen gleich zu tun, zum Ausdruck kommt, tat ein Uebriges dazu, daß die jüdischen Klubs Verstärkungen anstrebten. Von einigen auf das schärfste zu verurteilenden Maßnahmen abgesehen, haben sie aber nur Juden mit der Vertretung ihrer Farbe betraut. Wir Nationaljuoen betrachten uns als Volk.' wobei wir keinen Unterschied nach Geburtsort und Zuständigkeit machen. Demgemäß hat der Brünner Makkabi keine ungarischen, sondern jüdische Spieler in seinen Reihen, und dagegen wird man doch nichts einwenden können. Die jüdischen Vereine hmrdeln gleich den Tschechen; die guten Spieler treten nämlich den größten-Vereinen bei. Jnteressanterweise werden die Angriffe immer von der Seite erhoben, die zum Beispiel für die Praktiken des D. F. C. (Prag) nie ein Wort des Tadels fanden. Ganz im Gegenteil! Man suchte nach Entschuldigungsgründen, um die Kapereien des D.jF. C. in ein besseres Licht zu setzen. Diesen Prager „deutsche" Verein läßt sich schwerwiegende Vereheil -zuschulden kommen, da er seiner im Namen zum Ausruck gebrachten Tendenz nie Rechnung trägt. Da er überdies mit seiner Methode bahnbrechend und richtunggebend gewirkt hat, gibt es heute in der Tschecho-Slowakeikeinen deutschen Sport. Warum wird diese Tatsache nicht festgehalten und' glossiert? Weshalb werden vermeintliche Vergehen der jüdischen Vereine bei allen unmöglichen Gelegenheiten breitgetreten? Objektivität ist eine Tugend, die anscheinend im Sport nur selten geübt wird. > Fritz Baar. Die Hakoah in Agram. Ein 3:1-Sieg über ConcorWa. (Eigenbericht der ,Mi!sner Morgenzeiitung^k) , Die Hakoah Mellt in der Fremde immer viel besser wie zuhause. Diesem Grundsatz treu bleibend. boten die Koreaner trotz der großen Ermüdung, 'Unslbss-oNdere vor der Panse, sine hervorragende Leistung. Sie koMtniertön, daß es Me Freude war, und diie Äiertausendkbopsiye Z-uschauermenge kargte auch nicht mit Weifall. In hervorragender Verfassung befand sich Grünwald, der alle dock Treffer erziMe. Neben ihm zeichnete sich noch Neufeld im Angriff besonders laus. Seiner Wiener Form treu Neidend, arbeitete Guttmann fehlerlos.. Weit schwächer waren aber die beiden FlügMiufev. Uelberraischendi gut hielt stich auch diie VertetidligiuNY, in der Dullldtg eiüÄ Spitzenleistung bot. Die Concordia stellte eine faire und «ptte Mannschaft ins Feld. Vor der Pause war sie wohl meist zum Zusehen verurteilt, .nach Seitenwechsel kam sie aber mächtig.aus.. Ihr! bester Mann» war der Torhüter, der die unglaublichsten Geschosse unschädlich machte. Die.HaToah bestritt das Treffen ilt,. sagender AuMWung: Dulldig; Schoner, Trümmer; Kerr^. Guttmann, Mollnar; Nenffeld, Häusler, Grüntwald, Sluidsky, Katz. In dev 6. M>Multe verschafft Bertel dev Concordia di«, Führung. Grünwald stellt dann .in der 16. Minute den Aus«, gletch hev, Diie Wiener haben jetzt alles-vom Spiel. Der geg-- nerische Torhüter erweist sich aber als unüberwinAbar. Erst in der 31. Minute kann Grünwald Nach einem ZusammenMel mit Neufeld -der Hakoah die Führung einbringen. Ms zur Pause führen Äe Wiener ein wÄhres EHMtionsgame vor: Nä'ch Seitenwechsel dauert vorerst die Aebe-rlegenilM der. Hakoah an. Langsam macht sich-aber-'die Anstrengung der Reffe gÄteud, wodurch Concordia/ mächititz auffommt. Jetzt erweist sich -aber Duldig als Retter in, der Not. Er klärt durch mutiges und 'geistesgegenwärt<iges Handeln zwei gefährliche, . Sttu-alionen. DiiK-'HÄMMr schöipsen-nun neuen Mut Und führen die eMAttge Wüdung im Spiel herbei. In der 33.jMm.u.te.MeHDtt.HAKwald a.W, wäs. ihm in den Weg . kommt und erKelt unter fvene-tische-m Beifall des PrM'kuMs. -das dritte Tor. Bis Spielende hat dann die Hakoah das Heft in der Hand. Heute treten die Wiener »gegen Hasik an. VermuÄich wird. Sluds^ky dm Posten von Kerr> emnchmen, während Heß als V-erbiiNidtungsstürmer tätig sein wird. Es ist möglich, daß die Hakoah am Donnerstag noch gegen GradjanÄki spielt. Auf . jeden Fall kehren aber Katz, Scheuer und Trümmer heute abends nach Wien zurück. DK gestrigen Meisterschaftsspiele. - - Die gestrigen Kämpfe auf der Hohen. Warte 'fötiw empfindlich unter den Wotterunbilden. Das Spiel F. A. C.—• Amateure mußte beim Stand 3:1 für den ersteren Verein 35 Minuten vor Spielende abgobrochen werden. Der Verband Copriyght 1023 Nachdruck verboten. btEUMwit. Verlag,Wien-Leiprig. (20. Fortsetzung.) Zu Poleus Mlderu. Roman von I. Opatofchu. Ai..svZx.t UÜbertragung aus dem Jüdtschen von Siegfri ed - Schmitz. Atemlos, wie ein hungerndes Tier, riß er dann Stücke vom Brot, verschlang es, ohne zu. kauen und trank gierig saure Milchdazu. Wohl erinnerte er sich, daß er aß, ohne gebetet p haben, aber er war aufs, Essen so erpicht, daß ihn nichts ängmg. Nach >dem Essen trank er Master aus einer Schöpfkanne und fiMte sich dann viel leichter. Er tänzelte, als ginge er auf Stelzen. Eine angenehcke Faulheit zog durch alle Glieder und nahm Besitz von ihm; er dehnte und reckte sich, breitete, die Arme ans und in seiner, Sehnsucht wollte er die Wand mnfassen nnd an ihr emporkriechen; Rachels Bett, mit den weißen Vorhängen zu Heiden Seiten, war aufgebettet; Mordechai warf sich darauf, wühlte sich tief hinein, rollte sich ein und -schluchzte leise, tränenlos:. „Rachel,. Rachel..." Bor dem Fenster erklang, eine Stimme; . Mordechaifetzte sich hastig auf; als er Branje. erblickte, legte er sich sofort zurück. : „Guter 'Gott, wo hat er sich da hmgelegt? Schön, schön!" Branje verschränkte die Arme und schüttelte den Kops. ,Kin besseres Bett konnte der Herr Bräutigam nicht finden, als das Rachels! Was schaust du mich so an? Erkennst du mich schon auch nicht?" Mordechai drehte sich um und lächelte Mer:;; „M es schon spat, Branje?" . .-„Spät, spät, es ist schon Tag in Pi-nczow!" .Mordechai dchnte sich: ' „Wer hat euch hevWschickt, der Vater?" „Wer braucht mich dem herzuschicken? Glaubst du, ich . hätte schon gar keinen Verstand mehr? Hast dn. uns. eine Nacht bereitet, devveinerTtschä-beäw!" . - '• :;; {.it die AMtex gewKint?^ „Nein, gefrent hat sie sich! Er fragt noch! Die Mutter hat geweint und gejammert und den Herrn mitten in der Nacht hmausgejagt, dich zu suchen." der Pater gegangen?" „Guter Gott, wieivÄ Söhne hat der Vater? Im ganzen das eine Motele. Er hat wiMch die ganze Nacht kein Auge zugmwcht, immerfort hat er dich herumgesucht." , Mordechai Wlte einen Druck aus dem Herzen; im Munde-hatte er einen salzigen Geschmack; er rieb Ae feuchten Augen und sprang vom Bett. Branje.knüpfte ihr dreieckiges Kopftuch zurecht, stützte die vom KartosfelscMen zerschnittenen Hände an das offene-' Fenster und seufzte: - . „Was für ein ZÄhu'wabohn in der einen Nacht! Mit dem Vater im Streit, den Pächter will man kündigen, einem Inden sein ärmliches bißchen Ertvevb nehmen; und glaube nur, am meisten tut mir das Herz um Rachel Weh — ein so stilles, gutes Kind." - ,/Künmrert euch lieber um das, was WiMch ist!" sagte Mordechai und begann verlegen im Zimmer umhevzugchen. „Was meinst du?" — - /,Ich meine — glaubt mir, Branje, es wird ihnen nichts Helsen! Und »wenn es mir ans Leben ginge, ich muß Rachel heiraten!" „Ach, du redest blanken Unsinn," Branje lächelte, ,Mger als die ganze Welt kann man nicht sein! In der Welt, du verstehst, hat -jeder seinen Stand, so ist es schon von alters her; Du hättest wissen müssen, der Vater für keinen Fallmit dieser ''Unverstanden sein wird und durstest drnr armen Mädel nicht den Kopf verdrehen — wie heißt es dort in den heiligen Büchern? Du weißt es ja besser als ich! Em armes, j-Msches Mädchen gleicht einer Taube, sie wehrt sich nicht und streckt allein ihr Hälschen dem Messer entgegen. . ." „Was wollt Ihr eigentlich von mir?" schrie Mordechai aus. ,^aßt mich in Frieden und gcht nach Hause! Ich habe schon genM .von . euch!" -Mut/ Alt," Branje-schneuzte sich in ihre Schürze, ,M s ich Ä w Wes wünsche, das möge aus Mm Haupt dürste vora-usffchtlich - anordwen, daß die -restliche Spielzeit ttachgutragett -ist. Da die 'Ob-er-St. Detter. bereits gestern um» 10 uhr 15 Mirr. abends Wien verlassen haben, so könnensie nur mehr.eine ziveite Garn'iinr, die kauni das Resultat günstiger gestalten kann, stellen. -Rapid kann demgemäß bermts -jetzt als der diesjährige Meister angesprochen werden. Eine. zweite wichtige Entschmdung fiel durch die Niederlage des W.. A. C. gegen die Menua. Der Präteuklub kann den- Diertletzteu. m der Tabelle nicht mehr erreichen und ist deshalb dem Abstieg, rettungslos verfallen. Nachstehend die Berichte: Vienna—W. A. C. 4:0 (0:0). Drei Tore in sechs Minuten. tohe Warte, 6000 Zuschauer. Schiedsrichter Seemann, ienna: Kolar; Blum, Reiner; Kargl, Ludwig, Tremmel; Fischer, Bulla, Horeys, Mazlonka, Heinlem. W. A. C.: Fried!; Neidlinger, Sudrich; Wolfsohn, Pnschner, Schneefuß; Huber, Schneider, Wallner, Bruck, Schrenk. Auf beiden Seiten fehlte je eine Stütze, und zwar bei Vienna Chrenka und ber W. A. C. Enver. Bei den Döblingern machte sich das Fehlen ihres Mittelläufers weniger fühlbar wie beim W. A. C vre Abwesenheit des Aegyvters. Dem Angriff der Pratermannschaft ging nämlich durch oäs Fehlen Envers die Schwungkraft verloren. Die Stürmer kombinierten recht, gefällig, doch verlor sich diese Spielweise viel zu sehr in die Bverte, wodurch nur wenig Terrain gewonnen wurde. Der schnellfüßige Blum hatte wenra Mühe, um die langsam vorgetragenen gegnerischen Angriffe unschädlich zu machen. Die Stürmer des W. Ä. C. hatten überdies mit ihren Schüssen viel Pech, da sie einige Male die Tvrstange trafen. Die Vienna spi^te entschieden weniger sttlvoll. Die Stürmer arbeiteten meist auf eigene Faust und. da sie einige Durchbrenner in ihren Reiben haben, die überdies scharf nnv gut zu schießen verstauven, so hatten die wenigen Sturmläufe der Döblinger weit mehr Erfolg wie die langandauernden Belagerungen des . P. A. C. In ver Deckung und insbesondere in der Verteidigung hatte die Vienna ein bedeutendes Uebergewicht, was auch für den Ausgang des Spieles von entscheidender Bedeutung war. Das Resultat, entspricht. Wohl nicht dem gezeigten Kräfteverhältnis, da der Praterrlub im allgemeinen etwas yrehr im Angriff lag, trotzdem war der Sieg oer Vienna schon wegen ihrer größeren Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor verdient. Die besten Leute der Vienna wären Bulla, Ludwig, Blum und Kolar. Beim W. A. .C. zeichneten sich Wallner^ Huber Und Puschner aus. Einen sehr schwachen Tag hatte Frredl, der zwei Tore verhindern hätte können. In der ersten Spielzeit ist der W. A. C. bedeutend mehr im Angriff; man glaubt auch einige Male, daß er die Führung, erlangen wird, doch treffen die Stürmer die Torstange. In der 35. Minute erzielt Bulla einen Treffer, der wegen Verletzung der Abseitsregel aber nicht anerkannt wird. Nach Seitenwechsel unternehmen die Döblinger Frontalvorstöße und Bulla erzielt schon in der, siebenten Minute das erste Tor. Zwei Minuten spater ist Horeys erfolgreich und in der 13. Minute erhöht Horchs den Stand auf 3:0. Ein Kopfball Schneiders geht wieder an die Torstange. In der 36. Minute stellt Bulla das Endresultat her. F. A. C.—Amateure 3 r 1 (3 :1). 35 Minute» vor Spielende abgebrochen. Hohe Warte, 6000 Zuschauer. Schiedsvichter Kienzl. F. A. C.: Hofer; Cihak, Am>on; Bernhauer, Kantner, Wostrak; .SeM, Iszda. Reiter, Neulbauer, .Pavadeffer. ' Am-at eure: 'Keimeny: -DaM-er. HW; Geyer. Ienö Konraid, Kurz; Vecera, Müser. Hansl, Slwcäoffch, Euttr. Das aeftripe Spiel -litt' empffMich -ckiM-'-tzSn'- ffnvMettder Witit-erungsveMltnisie. Bor der Päuise mußte es r-r.- der' 24. M-imote iweigen «deS woNeuhmchaottgen Regens auff fast eine¬ JUdlmher SpoiMhrepband Heute Sonntag, Hakoah-Platz * ““ ' Akademiker—Jüd. Varbandsteam B '/-5 Uhr: Makkabäa—Carnuntum (Meistsrseliaft) 6 Uhr: Hakoah komb.—JQtiischas Vaibandsteam A Sitzplätze 5000, Entree 3000 Schaler 500 K fallen; guter Gott! Ich habe dich doch gesäugt, göwiegt undl cm-sgezogen, ein so großer Junge, unberufen, du darfst mich nicht wegjagen! Und toßtfljt fou ein Unrecht tust, -daun -werde ich dir's ganz ordeyttich geben! Glaube mir, keiner hört uns ja, aber wie ich gehört habe, daß du den Pächter geschlagen hast, da hat nur das Herz Weh getan! Aber was geschehen ist, ist geschehen, vorbei, vielleicht habe ich nichts Besseres' verdient!" Branje schneu'zte sich wieder in ihre Schürze, wischt« sich die Augen und seufzte noch schwerer: „Motele, ich habe eins BMe an dich' — aber, du, sag' nicht nein —" ,Mas denn?" „Du bist zornig —" „Wer ist zornig? Sprecht, was wollt . Ihr?" ,Ich bitte dich — tu' es mir zuliebe — bitte den Vater -um Verzeihung, dvnn wirst du es -bei ihm durchsetzen, daß der Pächter nicht gekündigt wird, ich A-tte dich! Versprichst du es mir?" . .,Äch versichere euch, Branje — der Pächter wird blei-ben! Ich nehme das auf mich, schon gut, jetzt laßt mich eine Weile allein." „Ich möchte aber, Motele, daß du zusammen nnt mir nach Hause gehst —" . ,Mrs, Ihr habt Angst, daß ich nicht allein nach Hausse treffe?" „Also vergiß nicht, komm' bald!" bat Branje und wandte sich zum Weggchen; baD aber kehrte sie zlffrieden um. Wichtig, ich habe ja ganz vergessen, Mordechai!" ' ' Unter der Schürze zog sie ein Paar Halbschuhe hervor: „Da, zieh sie an! Wem die Mutter dich -barfuß sieht, wird sie sich krünkrn!" Mordechai wurd es warm, ihn beschämte Bvanjes Treue und Ergebenheit; stumm, mit Tränen in den Mgen, schaute er der Magd nach und war ihr dankbar. Er sah, wie iw Osten um die Mtsgehende Sonne ßtt> bige Streifen am Firmcmrent aufleuchteten, die mit Perl-, mutter eingelegt waren; eine solche Leichtigkeit durzog ihn. daß er sich selbst durchsichtig schien. - ' fitarifaktiM UM) ) 8020^7