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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-18 · Heft 1561 (18.6.1923) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1561 (18.6.1923)
Date
1923-06-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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-RrMmmrllM Wien: Zum Abholen in der Expedition, IInTaborstr.l*9« odermemerVeraehleiMteBe (Trafik) monatL K 28-000 Mit Poetversand für Wien n. Oeeterr. monatl. K 28.000 Teebe^h o-Slowalseis Moü. K17. Ungarn: M$f. K 600. Jugoslawien: Mo». Dinar 40. Polen: Mon, Mk.l5.000.Deatscbland: Mon- Mark15.000. F r a n k r., Belgien: Monat). Frau 8 '•f fiaebsablengea bei PrtieerbShnpgen vorbehilteo - Wiener tfchvdie K1«— Italien: Monatl 10 Lire Rumaeien, Bulgarien Telephone: 44-v-38.«-S-V» ab6tJhrabds.l9483,16.301 Tel- Ädr.: .Morgenzeftung“ , Wien Oesterreicbisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Sk. 1861 »ien. atontttfl, 18. gwut 1923 i,, S. Wrga«g Mmmeiche« «ms Berlin. SollWMgrr znsammrnbmch der Mark. — Teuerungrdemonstratlonrn. - Drrhlngnng der «elagentnarzustander. - VölMche Umstarrasitation. - Kritische KmWrMgrlaie. Berlin, 18. Juni. (Tel. d. ,M. MovgentzeitMg".) Der ZujÄminerGvuch der Mark ist vollständig. Jede Stuwde bringt mm Kursstände wüd däwit neue Erregung. Das Mchen des Tages ist ein; Dollarstand von 123.077, ein Tiefstand, der wchl schwerlich noch zu unterbieten sein dürfte Die NogiEng sHÄn-t diesen Eveignisstzn gegenüber vollftändigden Ko pfverloren z uh ade n. SA-on gestern ist es in einigen Stadtteilen zu TenerMKliemonstrattonen der Bevölkerung gekommen, die durch die MatEeutwerinng in ungeheure Erregung versetzt ist.Nur das energische . Einschreiten der Schutzpolizei komffe tfie Demonstranten vor Ausschreitungen zurückhalten. Da nun ci&et auch die Arbeiterschaft durch die Vorgänge an der Börse auss äußerste erbittert ist, hat die preußische Regierung Mer Brandenburg den sogenannten kleinen' Belagermigsznsimrb verhängt, um dadurch eventnälen StraßenausstäMn vor- LUbeügen. Bei einer TeueMrvMlndgchung tonrhe gestern ein Demonstrant, durch eintzn Schuß schwer veMtzt. Die Gewerkschaften wollen nicht untätig weiter Zusehen, wie die ihrer Ansicht nach PollMchig unftuchtbaren Debatten über die Ursachen der Mrrentwortnng an Stelle eines direkten Eingreifens durch .die Negierung geführt tverdim. Sie haben daher. beschlossen, mH diese Woche den großen Ausschuß der freien Gewerkschafen einzuberufen, der, aus den Spitzenovganfsationen der Angestelltenverbände bestehend, über die EdlWvüW^vönHe.rtLestLndi-. gen Arbeitslöhnen auf' Grund eines Indexschemas zu beschließen haben soll. Die :gefaßten Beschlüsse sollen dann der Regier'ung und den Industriellen mit der Forderung übergebtzn. werden, diese Gshaltsregulrermrg sosort - einzufüh rc n, widrigenfalls zum Vemralstre« gegriffen würde. Diese Zuspitzung der Situation hat die Rechtsradikalen ermutigt und so kommt es, daß die Hauptstadt außer vor: wirtschaftlichen Sorgen auch noch von alarmierenden PntschgeHchten heimgesucht ist, die e'me-ülbevaus große Nervosität in der Bevölkerung Hervorrufen. Die deutschvölkische Agitation wagt stch offen auf die Gasse und beginnt die Bevölkewng gegen die Negierung zu haranguierem. Zu cül >dem kommt noch, daß' die Ernöhrungslage Berlins durch hie Folgen der Lahmlegung des. gesamten Eisenbahnverkchrs im Ruhvgöbiet eine kritische zu werden beginnt. Auch im Ruh^ebiet selbst, so in Bochum, Gelsenkirchen, Dvrtmund weMn Magen 'über Mangel an Frisch, Mich, Kgrioffesn Hw. laut. - Der Zentner Kartoffeln kostet 20.0M Mark, /. ' Wematiomle Kauserenr oder Völkerbund. M. - ' ' London, 17. ■ Juni. Wie „E x ch a n g e Tel e g r ä f arch Washington meldet, eMpt>Mn, in. 'amerikanischen ■ poliÄschen Kreisen, daß die enMche Negierung zwei Pläne für die Lüsuivg der Reparation^- und Schuldensrage ausgearbeitet habe. Rach dem ersten Plaue würhe die Lösung dieser beiden Fragen einer internationalen Konferenz unterbreitet, der Pverte Man sicht den SchiedMrstch. -des. BWerbund'es Vl». ' ' Re rusammeusebroqeue Nvilisation. Laldwm für ein Eingreifen Englands und Amerikas. London, 17. Juni. Molff.) Premierminister- Baldwin erklärte in einer Rede in Oxford, die Zivilisation fthe man heute in Brüche gehest. Die gesäurte Welt erhoffe das Heil vom britischen Reich und den Vereinigten Staaten. Wenn die Welt wieder.: ansgebaut werden solle, müsse dies Großbritannien tun. Die Männer, die Hand an dieses Werk legen, schloß der Premierminister, brauchen den Mut eines Pitt, und den Glauben' eines Lin-, eoln. Wir wollen hoffen, dkß es sich jeder von uns Zum Ziel setzt, an der Vollendung dieses Werkes mitzuhelfen. Ae Ruhrertzedltio« ei« fürchterlicher Mißgriss. Sagt der Führer der Liberalen Sir John Simon. London, 17. Juni. DM Führer der Liberalen Sir JÄhn Simon eMärte gestern ist einer in Trowbrsdige gchÄtenen Räde, es habe sich herausMellt, daß der Gin,marsch der Franzosen in das RuhrgelbiÄ, nicht das Evge!buis: gchabt hab>e, das die Franzosen cirwartstchalttest. In den drei, M'o- »ateu habe Frastkreich an Repa rat tonen nur^ so viel echÄten wie vor dem Emmarisch in: einer Woche. Die RÄlhrexPeld'rtivn Frankreichs habe sich Äs e'm f ü r cht e r l i ch e t Mißgriff echrichen. Alle Parkeien m. England müßten ihr Möglichstes tmi, uim der britischen Regierung und den franzWch^u Freunden zu hellisen^ eisten ZlluÄvsg aus dein: DMcheÄvaulder zu finden. " ^.! : *.., ' ' Re englische Leffentlichkett sSr eine Znterventiov, Lmckov, 17. Juni.' ,MndahTimes": schreibeu, die brsti- De Regievung halbe »nit sKtenisr- Giinn>üWeit der Ueb erzengnng Ausdruck gegMn/ daß das r>eue deutsche Angebot als Grunditage für eim^Konferenz/angeuommen wachen müsse. Es sei,zü hoffen, daß Frankreich dem zstftmrmen werde. Es gebe nur' Mi' Artdn' von '• PoDK: die PÄM der mMärffchen GewM und^ die PokrtÄ der wivtfchchMchen Vernunft. EnMud könnte entweder abseits, stehen nnb zuschm.. wie Frankreich stiste Pläne zur ZerfchviMg DwWÄchs Wid^.zur.^ Schrvöchmug de^ AutorAÄ > ZtzchMmg bis"zn-m ' PollDschen..Shstms .veWge, oder, es in' schawfer^ÄWe zw» Ausdruck bringen, daß.Frankreich ckeipe weitere. lWter- Mtzung von ihm erwarten dürfe und W: der.bessere und einzig vernünftige- Weg inr Interesse ' Frankreichs ebenso wie in jenvnr Englands der sei, DmtMand^wichxr .äuf^die Beine zu stellen und es ihm zu ermäKchen, einen Hell des Schadens wieder gutzumachen, den es angerichtet hcchö'. Aöenu die britlisch e Reg.ie ru ng den letzteren Weg waWe^ und die'Gründe dafür klar und mit gemigender Autorität angebe, so würde es , die uneingeschränkte UnterstützustÄ ganzen i Landes hinter sich haben. Die Bomänge m Vülgmien. Außer Stambuliistt auch Stojastow getötet. Triest, 17. Juni. Wie der „Cstrpstiere della Sera" aus Sofia meldet, ist den Mcholstti'onärcn auch der Minister der Regierung StambuftW^' S t o j.a n o w in dse Hände gefallen. Er wurÄe von der Merige gelyncht. Die Regierlungstruppen sind sofort nach'S o f ia zurückgekehrt, wo sie begeistert empfangen wustden.' Von den Ministern des Kabinetts Stambulüsk-is hat sich, nur A b o ff nach Rumän ien ftüchten können. Zänk.ow hat sofort seine Auslieferung verlangt, doch wird dem Gesuch kaum Folge geleistet werden. Auch die. Astslieferung des bisherigen Gesandten in Prag, D a s k'a^ pw, Mrde verlangt, der ein treuer Anhänger Stambuliiskis ist und Organisator der orangegelben Wache, war. Er hat sich geweigert, die Prager Gesandtschaft dem Vertrauens.mann des neuen Regimes zu übertragen und hat alle anderen bulgarischen Gesandten im Zlitslande zrlr Sabotage aujgesövdert/ . - Die Güter und Vermögen der gestürztHN Regierungsmitglieder sind beschlagnahmt worden. Zankow hat ber schlossert, die Rebellen vor ordentlichen 'Gerichten äburteiltzn zu lassen. Die Gesamtzahl der O.pfer d,er letzten Kam P s e w i r d auf 500 b i s' 600 geschätzt. Die orangelbe Wache leistest-'ist, einigen Orten Bulgaritzns noch Widstststand..' M soziaWscher Vorstoß. Brüssel, 17. Juni. Der. kyer. tagende^ a, u ß e v vrd e n t- 1 i ch e Sozi allste nLoug.reß eine.-hon Vanster- Veldeeingebrachte Tagesordnung angen-omniEU, worin, die Arbeiterpartei ausgesordevt wird, sich-'Mgen' Pie Vermehrung der mMtärischen Lasten und die BeÄyäsieviWg der.. sozialen Gesetze durch Maßulchmen gegen die. gewerkschaftiliche Freiheit energisch zur Wchr zu setzen. Die TageZördnung Wägt stur den 29. d. die Veranstaltung einer' ' Knuldgeibnug mit dem Programme vor: Besitznahme der.Ml'acht durch die Arch-esttier, SBeniget «rßevrlofe kn SMttelch. , : Die Zahl der Arbeitslose« in Oesterreich, die G«de des Monats Febr«ar d. 1.167.43 7 «Nd am IE. Mai 122.355 detrng, ist dis Ende Mai ans 109.011 gefunden. In W ien und Umgebung wurden Ende Februar 97.80«, am 18. Mai 75.841 vnd Ende Mai «S.813 Arbeitslose gezählt. ««5 aller Welt. : Chriftirnia, 17. Juni. In der Papierindustrie ist ein Streik ausgebrochen. 15.00» Arbeiter befinden sich im Aüsstand. , . .Innsbruck, 17. Juni Die Tiroler Landesregierung erläßt emen Aufruf, in welchem auf das sttgrke Ailschtvellen des Reiseverkehrs nach Bayern infolge des Markstürzes hingewiesen und vor -deck Mißbrauch des Anffarches deutscher Waren gewarnt wird. V - Graz, 17. Juni. Der Konflikt in der steirischen Metallindustrie wurde beigelegt. - New-Park, 17. Juni. Das Bankhaus KnaNth, Nachod und Kühne hat die Zahlungen eingestellt. ßröffmmg Des 8«ge«dhrimr 1« GerMof. '; 'Gesterv P das^ CzartvryM-SchläM in' Göchchof zu nenml Lchen .erwaD^ Das von Bezirksborst^er 'Klopell Mit fo viel stMß Und Mühe geschaffene KinldecheÄn. wurde sÄr-er BchMmmg übergeben. Die Kinder hyik^n - MteM in die Räume «ch m de« prachtvollen Park ihren Gingug. tze- WteN und tzon ihrem wearen Reich Besitz ergriffen. Ganz WArmg war «n,.diüstm. F^te der Jugend, g^qmümn. In , seiKlKcher.: »MM. R MchpaAM-e, ' eMpet,. ' BüvgWlMster-R eustnaWiMr" Ms^em-mTsmittÄn 'Mi 'Mattüng' 'des >Hosmch.'" Das. Wm! ist das. größte^Men-er JugeiWeim und soll durch sin Internat noch weiter arlsMtÄltet wechÄr. Schiffszosammenstoß bei HMNsrch. - - Berlin, 18. Juin. Nach einer Meldung' der.' „MyntagSpost" aüs Hamburg ist der Dergnügungsdampfer Kaiser" der Hamburg-Ai »er i ka-Li nie, der den Seebadevdienst verfi cht, nachdem er am Sonntag von Hamburg nach' Helgoland abgqgangen war, bei der Stürmündung mitchem von HoÜMd kommenden und mit Kohle beladenen englischen /Dampfer, „Belloro" zusammengestoßen. Der Dampfer „Kaiser" wurde' au der Steucrbordseite getroffen und erlitt so schwere'Beschädigungen, daß er sofort nach Hamburg zurückkchren mußte.'Bei dM Zusammenstoß wurde ein Passagier getötet, vier'Passagiere schwer und eine größere Anzahl leicht verletzt.'Der' englische Dampfer, dessen'Bug vollständig eingedrückt worden ist,, mußte gleichfalls in ^Hamburg in Reparatur gehen. Ser BMantr«so«ds der ruMchm Asgiemng. ' Aus Berlin schreibt man uns: Seit dem " Beginn des Jahres-1923 treffen in Berlin Sendungen von Küsset ton und K ist ch en an die rnssische Gefandischaft ein. 2)iffe Sendungen 'enthalten Brillanten, die in Westeuropa verkauft werden sollen. In Berlin selbst soll der Verkauf nicht durchgesiührt werden, da die Berliner Juweliere nicht katzitalskräftig 'genüg sind, um diese Auswcchl von Brillanten zu bezahlen. Die Oeffnung der Kästchen geischieht durch den Berliner russischen'Vertreter Krysthnski selbst und sie werden m fernem Prwätkabir.ett in einem eigens dazu konstruierten Sase auifbe- WÄHrt. Krystynski hat bisher etwa dreißig Pftinld Brillanten zugesendet echalten, zu deren Sortierung Spezialisten ausgenommen wurden, die unter der Aufsicht von -drei Beamten der 'russischen Gesandtschaft arbeiten^ Für den'Verkauf der Brillanten, der Krystynski übertragen wurde, hat dieser Filialen "ip Paris, iit London und in NÄv-Aork eingerichtet. Die Agenten für diesen Betriebszweig der Gesandtschaft' haben die Uysgabe, /die Kunden mch Berlin zu hringen. Unter den Brillanten gibt es solche von gemdezu märchenhafter Größe und uugcheurem Wert. Sie stammen vermutlich aus dem Privat- Mitzi der ermordeten, Zarenfamilie. Wegen des VMnIfes der wertvollsten Stücke sinh jetzt Vechar.'dlungen' mit eiNgm' N ew- Vorker Händler im'Gang. M sind'schon^ÄrDfach'BrillMien gus diesdrr russischen Sendungen nach Amerika^ vovkaust worden; .da die Eiiffuhr von Brillanten .i»'. Amerika verboten ist, aehen. die SMhungen nach Kanada m.d, ,wirßde»/ von dort nach den VereinWeu Staats hinÄbepgeschMchgeft,. Der .Brillqntensonds der ruUchM Rygiermig befindet sich', Doch m Moskau; er heißt ,/LcheimfondS". sicht rmtier'der, Wwa!ltuyg des politischen Bureaus der Kommunistischen Partei ur.d 'ist im Kvemil unter starker Bewachung aufbewahrt. Das

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