Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1560 (17.6.1923)
- Date
- 1923-06-17
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980641--15116-3001913- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
- wv£ * "'^ V v?' n •» •'‘,"' ■»■ ‘T'W*'« *"•' Rr. 1560 Wien, Sonntag „■ * Personalnachricht. Dr. mod. Benuhold Z i it s. Mw. KWtöwt 4m Kvankenhaus der Wiener Kaufmamtschaft (Meile nftd. Mt.), hat ftine Ordination für innere Krankheiten aufgsnommen und ordiniert von halb 4 dis halb 5 Uhr, 9. Bez., Mndevspitälgasse 10. . (Entgeltlich.) *An alle Jnwelenbejiber! BrillLntcn, Rauten, Perlen <Mch Barock), rauft kulantest, Eurt Brück, 6. Bcz., Hirfchengasse 2. Mezzanin; 8. Bez., IoseMdtevstraße 42. (Entgeltlich.) ' Ae A. Serngroß A. G. kapet Sie hiermit persönlich ein, die Montag den 18. d. beginnende „KindeÄvoche" zu besuchen und ihre Kinder mitznhrmgen. Es gibt für bie Kinder eine Menge zu «fthen und zu höven, für jedes Kind ein Geschenk und für Sie eine ausgezeichnete Gelegenheit, alles, was Kinder Kr den Sonnuer brauchen, außevorLentilich billig zu taufen. Näheres hierüber finden Sie in unserer großen Ankündigung vis-a-vis der Theaterseitt. (Entgeltlich.) * Das neueste Sparsystem. Oesterreichs Wirtschaftsleben wurde durch eine Einrichtung bereichert, die von Vorneherein dazu 'bestimmt zu «sein.scheint, an dem Wiederanssban unserer Wirtschaft großen Anteil zu nehmen. Die Rentensparkaffe nimmt Spareinlagen in beliebiger «Höhe entgegen und gewährt für «jede «Einlage eine vom Alter des Einlegers und von der Größe der Einlage abhängige, lebenslängliche Rente, die nornurlerweise vom 60. Lebensjahr zu laufen beginnt, über Wunsch des Einlegers fedoch auch in einem früheren oder späteren Zeitpunkte 'beginnen kann. Selbstverständlich hat jeder Einleger volle Berfügungsfreiheit über feine Einlage, die er jederzeit beheben oder verm-chren kann; stirbt er. selbst nach begonnenem RentenbeMg, erhalten seine Erben die Einlage nnMkürzt zurück. Durch die Rentensparkasse kann daher jedermann ohne «fühlbare Einschränkung, mühe- und zwanglos, für die Zeit des Alters und der Erwebbsunfähigleit ein Kapital sparen, das ihm nicht nur eine nach Maßgabe der wirtschaftlichen Verhältnisse zur AuszahlMg gelangende Bar Verzinsung der Einlage eintvägt, sondern durch «das er sich auch eine bis zu seinem Ableben fortlaufende, seinen Verhältnissen angepatzte Einkommensquelle schaffen kann. Die Reutensparfaffc hat chven Sitz in Men» ll. Bez., Duchlauben 4 («SparkassengMude). (Entgeltlich.) * Unsere, Gestalt im Sommer. Man würde gar nicht glauben, welch'grausamer Geselle dieser «Sommer ist, wie unharucherzig er alle Mängel der Figur, die im Winter «dirrch das Tragen von Pelzen kachiert werden, ans Licht fördert! Die «letzten heißen Tage haben dies wieder einmal bewiesen! Man «sah unglauWch viel unmögliche Gestalten, die das betonten, was ein hpgienisch und rationell gearbeiteter Fignvformer weise verschweigen muß. Die Krau, besonders die starke Frau, bedarf einer Körperstütze. Was nützen die entzückendsten Georgette- Modelle. die duftigsten Stilkleider, die. flottesten Ininperblnftu, rverrn die Dessous in krassem Widerspruch zu deren Linienführung stehen? Der anerkannt «vorzügliche Mguvformer »Henvvette-lFnno" gewährt dem Körper bei voller Bewegungssvechert den notwendigen Halit und bildet einen wichtigen Faktor der sommerlichen Dessous. Madame Henriette (5. Bez.. Margavetenstratze 28) hat den FraueMrper gewissenhaft studiert; ihr FiMrfovmer ^Henriette-Juno" stützt die zar-ten weiblichen Organe und stellt, wenn er genau nach dem Maß der Kundin <mgesertigt wird, das Idealwieder des Sommers dar. «(ErrigMich.) * Die ans dem MöbelmMte herrschende allgemeine Absatzstockung veranlaßt mich, die Preise meiner sämtlichen Möbelsorten enorm hWuptyMsetzen. Ein «Einblick in das haute erschienene Inserat schafft Ihnen AusMrüug und bringt Ihnen die Ueberzeugung» daß Sie nirgends .so vorteilhaft und gut kaufen können wie bei «Bovitzer, 6. Bez., MavrähUerstvaße 105. ^Entgeltlich) * Das Altbekannte Tapesierermöbelhaus M. Weiß verkauft sowohl m der Zentrale, 2. Bez., Darwingasse 39. als auch in der Filiale, 6. Bez., Arbertergasse 37. erstKafsige Lapezierermvbol aller Art zu außerordenilich billigen Preisen. . . . _ (EutgÄltlrch.) Bühne und Kauft. Sverntheater. „Fra Diavola", neu einstudkert. Knapp vor Saisonschluß erwacht diesmal int Operntheater der Arbeitseifer, und so gab es an zwei aufeinanderfolgenden Abenden Neueinstudierungen, wie wenn die Direktion noch in. letzter Stunde ein Zeugnis für Fleiß und Wohlverhalten erbringen wollte. „Fra Diavolo" von Auber trifft so recht den Beschwichtigungston, den das Operntheater nach allen Unterlassungssünden dieser Spielzeit nötig hat, die Musik bleibt durchaus heiter und naiv und wird noch nicht von Nervenschmerzen geplagt. Sie zeigt die französische komische Oper von ihrer liebenswürdigsten Seite, außer Auber verinochte nur noch Boieldieu eine so graziöse französische Lustspielmusik zu schreiben. Ein überaus amnutiges Tongetändel, in dein wie bei einem Federspiel die Musik auf- und'niederflattert, fast zu leicht, um von unseren in der Wagner-Deklamation erstarrten Sängern in Tempo und Dynamik bezwungen zu werden. In dem ganz gewichtlosen Terzett des ztveiten Mes etwa zeigte sich, wie schr die Zungen- und Kehlfcrtigkeit unserer Sänger seit einem Jahrhundert zurückbegangen ist, auch die Riesendimensionen des Hauses kamen den zierlichen Tonjsätzchen Aubers nicht - entgegen. Gleichwohl erwies die Aufführung, welch große Spielbegabungen unsere Oper noch immer besitzt. Namentlich die Herren Dr.' Kuhn und Zec waren ein ganz köstliches, in possenhaften Einfällen unerschöpfliches Spitzbubenpaar, und Herr Jerger als reisender Engländer chot mit seiner unerschütterlichen Ruhe und seinenr behaglichen Dialekt eine vorzügliche Lustspielfigur. Als Sänger glänzten Frau Schumann, die sich alle Mühe gab, (rt , dem überreichen' Tongeplätscher nicht unterzugehen, und Herr O e ft v i g, als Räuberhauptmann edel und interessant wie immer. Frau Pirchhoff und Herr Gallos vervollständigten das stimmungsvolle Ensemble, da§ von Kapellmeister Reichenberger geleitet wurde. flb. Ae leere Wohmmg. (Roland-Bühne.) Dieser Schwank zweier pschidonymer Autoren sucht altbekannte Motive der 'landläufigen SchlwanMteratnr auf das Wiener Mteu ga Äbvvwaym, ohne m Aufbau und Echmdmrg Wiener Morgenzeitttns. ZEICHNET 8°/i)ige Teilschuldverschreibungen der OberösterreichischenWasserkraft- und Elektrizitäts-A. G. in Linz, lautend auf Schweizer Franken und nordamerik. Dollars Garantiert vom Bundesstaat Oesterreich und vom Lande Oberösterreich Zeichnungspreis für je Nom. 100 Dollars 99 nordamerik. Doll, für je Nom. 100 schw. Frcs. 99 schw. Frcs., Die kleinsten Abschnitte der Teilschuldverschreibungen lauten auf 10 schw. Franken, bezw. auf 5 nordamerik. Dollars Bei den österreichischen Zeichnungsstellen können auch österreichische Kronen eingezahlt werden Zeichnungen nehmen sämtliche Banken und deren Zweigstellen entgegen den französischen Schwänken die Wage halten zu können. Im Mittelpunkt steht der auf Seitensprünge bedachte Gatte einer ahnungslosen Frau, «den Höhepunkt'bilden etliche mit dürftigster SchwanNogik begründete Rendezvous, die alle zur gleichen Zeit in der leeren Stadtwohnung des aus der Smnmervilla seiteusPriuMnden Ehemannes abgchMen werden. Die BMnigloffBeit wurde herzlich belacht. An dem Erfolg hat die humorvolle Darstellung des elegäisten Herrn Balberg sowie Frau Hetsey, die eine reisolute^HauMieisteriql gibt, den Hauptanteil. , —d. Sie Mstlerische Bilanz des Raimund-Theaters. Das Raimnnd-Tlheaier hat seine zweite Wi«nteH>iölzeit als Schauspielhaus unter der Leitung Dr. Rudoilif Beers MittLvoch den 16. d. beendet. Es fanden innechaLb dieser zchn Monate 350 Vorstellungen statt und außerdem gastierte das Ensemble des Rannund-iDheaters in . Holland, Ungarn, der Tschecho-Gliowaker und in der Schiwe^ an insgesamt 1v2 Abenden. Das Repertoir bestritten vor allem österreichische Autoren, und Mir Anzengrulber, Bahr, Grillparzer,. Hofmcmnsthal, Kaltueker, Karliweiß, Leon, Saßrnann, Schönherr, Werfel, Werkmaun, WÄdgans, deren GesamtauMhrungsziffer ein Drittel aller vom Raiimünd-Äheater überhcru«pt vsranstMeten AiuMihvungen ausmacht. Femer kamen von der Mhrenden deutschen ÄitevcÄnr Gerhard Hauptmamr 17 mal, Richard Dehmöl Oimiaft, Frank Wedetkmd 7 mal, Rolf Lauckner 3 mal, «Arnold Bronnen^ 3 mal, Sling 7mal und Friedrich Wckff einmal zu Worte. Jibsen erschien 17 mal, Strindberg 9 anal im Gpielplian. Die auswärtige-Literatur war durch Ghakeifpvave (27 ma«l), Räolieve (Il malX Mazaud (9 mal) imd Engen Tschirikow (16 mal) vertreten. Zur UiMvWhrung gelangten „Der Nnbestechlrche" Von Hilgo HosmannAhÄ, ,/Das Bargwer^ von Hans Kaltueker und „Der Rebell" von Hans Sahmann. ' Die dritte WinterspielKeit des Raimund-Theaters wird Donnevs-tag d^n> 6. Sep-tembler eröGnet. „Ein Märchen ans Florenz", Operette in Mer Men >(wer Bildevit) von «Ralph Benatzky und O. Friedmann-Schwancru, Musik von Ralph Benatzky, wurde von Direktor «Erich «Müller zur Anfsi'chrung am «Johann Strauß-Theater erworben. . Eine Ausführung der „Basantasena". Lion Feuchtwanger hat das altindische «Schauspiel „Vasantasena", das,der Inderkönig Sudraka in: fünften nachchristliche Jahrhundert gedichtet hat, zu neuienr Leben erweckt. Im Hamburger Deut- «schen SchausPielhMs übte das volkstümliche Spiel, das vom König bis pn «Bettelmönch indisches Volksleben überaus DOROTHSÜM Versteigerungs-Einteilung f?:«V Täglich Pretiosen; Jeden 01 Silber und ChinasDber, jeden Mi Brillantenu. Perlenschmuck im Franz-Saal. (Mittwoch, 20. Juni Seiten schöner Juwelenschmuck (verfallene Pfandpost), darunter eine Perlenschnur (600 Millionen Kronen), Diadem, Anhänger, Broschen. Ringe, Besteckkassette | usw. zum Gesamtschätzprels von 330 Millionen Kronen), Jeden Do im Franz-Josel-Saal: Schöne Möbel. Persertepptobo, Kunstgewerbe: ieden Di im Dechau-Saal, Fr 22. VI. n. Mi 27. VI. im Hoch-Saal: Gemälde, Kwtst- TftgllohQebrauohigegenst&ndeim Ludwlgstorff-, Ross leru. Kolowrat-Saal; speziell Jeden Ml Photoapparate, Ferngläser, Optik, Schreibmaschinen; Fr 22. VI. Jagdwaffen,Sportausrüstung,Fahrräder, Pelze im Ludwigstorff- Saal. Tfigliob, auch Feiertage mit Ausnahme der Sonntage, 7 Uhr abends: Antiquitäten, Gemälde, Miniaturen, Perserteppiche, kunstge werblicheLuxusgegenstände im Vergnügungspark, ehem.Venedig riahilferstrasse 73. in Wien, im Prater. Mi 27. VI. XIV. Teehntsobe Auktion: Maschinen, Wagen, Werkzeuge, Motoren, Armaturen, Autobestandteüe, Altmaterial, Vlil.» Feldgasee 6-8. Nächste Teohnleohe Auktion am 8. September. Anmeldungen u.Uebernahme jedoch wahrend des ganzen Sommers, Hausgeräte. Jeden Mi, Do, Fr ausserdem Sa 30. VI. Büober im Eminger- Saal; jeden Di und Mi, ferner I Fr 22. VI. Briefmarken, VL, Ma-. Mo 2S. bis Do 28. VI. X.KMM Auktion der KunetaMsthM: Qe-J mäkle, Aquarelle, Miniatnren, Möbel, Textilien, Glas, Porzellan, Antiquitäten im Knnstauktlons-! Saal. I Mi 20. Vf. 10 Uhr 8obaumwtlM Töriey und LitUee, Hnuptzoüamt | Magazin VII. BeginndirVersteigerungen ab $ Uhr HB Näheres i, d. „MitteilungenMn. „Nachrfdrienblättem*4 d. Dorothemns. 17. JlU'Ni 1923 Seite Fl: lebensvoll schildert, sehr tiefe Wirkung. Die InMnierung hat für diese Liebes- und Leidensgeschichte der schöneir Bajadere Vasantafeiia mit Glück den Rahmen der Sihafaspeave-Bühne verivendet. Erich Slekel, lbisher erster Kapellmeister anr Stadtiheater in Lübeck, wurde in gleicher Eigenschaft an das Deutsche Landesiheater in Prag engagiert. Eine Widmung Ernst Tollers für die jiidische Nationalbibliothek in Jerusalem. Ernst Toller, dessen „Maschinenstürmer" gegenwärtig in Wien mit so' großen! Msolge aufgeführt werden, hat foin-e bisher erj'chienenen Werke der >jübischen National«bibliothek in Jerusalem übersendet. Jedes Merk trägt die Widmung: „Der Bibliothek der Universität mit allen guten Wünschen." Auguste Wildbrandt-Baudius, «der Mtnieisterin des Burgtheaters, wurde anläßlich ihres 80. Geburtstages eine seltene Ehrung stzlteil. Der Gemeinderat der Stadt Wien hat sie ftur Bürgerin ernannt. Es ist der erste Fall,, daß eine darstellende Künstlerin in dieser Weise ausgezeichnet wurde. Die neue Berliner Reinhardt-Bühne, näm-lich das adaptierte Theater anr «Kurftirstendamnt, 'wird nur 500 Besucher fassen und ein L u x u s t h e a t e r er st en Ra n g e s sein. Dicke Teppiche werden den Raum füllen. Mäuge wird das Theater nicht haben, an ihre «Stelle treten ausschljeWch Logen. Auch das Parkett wird von Logen umkränzt sein; die sich in elegairtester Ausstattung repräsentieren «werden und unter anderem auch estren üppig ausgestatteten Salon als Voraunr haben. Eine Neuheit für Berlin dürste es sein, daß auch ans der Bühne an jeder Seite sich je eine Loge befindet. Mahlers achte Symphonie. Es wird nochmals daraus ausmevksam gemacht, daß die Ausfi'chrung von Gustav Mahlers achter Symphonie nicht heute Sonntag ,im Schönbvimner Schloßhaf, sondern S a m s i a g den 30. d.. .halkb 9 iUhr abends, am Heldenplatz der Hofburg stattfindet. Die gelösten «Karten be^ halten ihre G'üMgkeit. ' (MttgelMckx) Aus den Theatem. B u r g t h e a i e r. Morgen, 6 Ähr, VJf£rie B^rs chw örung des Fies ko zu Genua" <>kem Kartertverkanf). Dienstag den 19. d., 7 Uhr, „Einen Jux will er sich machen". Akademietheaier. Dienstag den 19. d., halb 6 Uhr, ,/Der Kreis". ■ V olksoper. Heute, nachmittags halb Ä Uhr, ,La Traviaia". dlbendshalb 8 Uhr, Mozart" mit Hans Duhan in der Titelrolle. Morgen Montag) ,Aie Boheme". Im Deutschen Volksiheäier gelaM Dienstag den 19. d. Hölderlins nachgelassene dramatische Dichtung „De r Tod des Empedoklrs" in >der Einrichtung und Bearbeitung Wichelm d. Schglz, mit Dr. Ludwig WWner in der D'Mrollr, zur Erstausiführung. Im Iosefstädter Theater'ist heute die Letzte Vorstellung in dieser Spielzeit. Zur Darstellung gelangt ,,W e tterlenchten" von August Strindberg. mit.Josef Iamm in 'der Hauptwlle. _ Gerichtssasl. Aus dem ,^'müattrchen Wran". Vor einigen Wochen war der Schlossergehilse Karl M i ksch bei einem Trachtenfest. Das sind Feste, bei welchen die „Buam" in 'Krachledernen mit nackten Knien daherkommeu, beim Tanzen mit den Schwergenagelten möglichst fest anfstaurpfen und öfters „Jnhu" schreien. Dazu patscht nmn sich kräfttg.auf die Hosen, daß es nur so schallt und wenn das alles noch mtt einer feschen Rauferei endet, dann ist so ein Trachtenfest ganz besonders lustig gewesen. Bei dem Trachtenfest, bei dem der Miksch war, ist nun nicht gerauft worden aber er scheint sich darum doch so gut mtterhalten zu haben, daß seine Lufttgkeit noch auf der Straße auhielt, als er mit sechs seiner Kumpane nach Hause ging. Der lusttge Miksch ist ein sehr spaßiger Mensch, zu guten Scherzen immer aufgelegt und daher war es ihm gerade recht, haß den sechs „Trachtenfestlern" zwei Frauen mit einen: Kinderwagen, in dem ein elf Monate alter Säugling lag, entgegenkamen. Die Frauen scheinen mit Leuten, die in Ledevhosen daherkommen, schlechte Erfahrungen gentacht zu haben — oder es sagte ihnen eine Ahrmng, daß es gut sei, solchen Menschen wie Miksch ausznweichen. Am Kinderwagen war eilt Luftballon angebracht, an dem sich das kleine Kind freute. Mit diesem. Luftballon machte nun der scherzhafte Mksch einen besonders guten Gspaß, indem er scheinbar unabsichtlich utit einer brennenden Zigarette daran streifte und so eine Explosion des Ballons herbeiführte. Das Kind verstand den Trachtenfesthumor des Miksch sticht und bekam einen Nervenschock. Wegen des guten Witzes stand der humoristtsche Schlossergehilfe gestern vor Gericht und bekam für seine Roheit nur 200.000 Kronen Geldstrafe, gegen die fein Vater berief. Für gewisse Leute müßte es tatsächlich noch die Prügelstrafe geben. Ein Feind der Gehordnung. Der ehemalige Oberstleutnant Marcell Bauer, jetzt Zollrevident, wurde vor einiger' Zeit vor der Sirkecke von einem Revierinspektor beanstandetweil er sich beim Ueberqueren der Straße den Weisungen der Wachorgcme bezüglich der neuen Gchordnung nicht fügen wollte. Es kam zwischen beiden zu einem Wortwechsel, in dessen Verlauf. der Oberstleutnant das Vorgehen des Wachorganes als Frechheit und Gemeinheit bezeichnete und es auch mit Schmährmgen anderer Art überhäuft haben soll. Schließlich mußte der Oberstleutnant dem Revierinspektor ans dte nächste Wachstube folgen, woselbst er während seiner Einvernahme das Wachorgan neuerlich beleidigt haben soll. Es wurde daher gegen den Oberstleutnant die Anklage wegen W a ch ebeleiorgüng erhoben. In her vor dem Landesgerichtsrat Dr. Arie durchgeführten Verhandlung erklärte der Angeklagte, daß er fernes Wisiens den Revierinjspektor, der ihn ohne Grund aufgchalten und beanständet habe, nicht beleidigt habe, daß er aber bereit sei, wenn er in seiner Aufregung dem Revierinspektor ein ungebührliches Wort gesagt ^aben sollte, sich zu entschuldigen. Nachdem der als' Zeuge vernommene Revierinspektor unter Diensteid den Inhalt der Anklage besteigt hatte, verurteilte der Richter den Beschuldigten, dessen offenkundige Nervosität als besonders mildernd annehmend, zi) einer Geldstrafe von L00.000 Krönen, evenwell zu 48 Stunden Arrest. Der Verurteilte meldete gegen Schuld unk Straft, der staatsanwaltliche Fünkttonär wegen z» /geringen Bestrafung dte Berufung an. Ein Httler-Anhaimer. A»S München wird uns geschrieb: Einer der rührigsten Hitler-Agitatoren. Ingenreut Maier, der in vielen Versamuünngen über die judtzch« Ganner und Betrüger schirnpfte, wurde in Pfarrknchen M Rvttal verhaftet, da er die Sturmkasse angegriffen haben soll Er wurde gu b tct einhalb Monaten Gefängnis verurteilt.