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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-12 · Heft 1555 (12.6.1923) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1555 (12.6.1923)
Date
1923-06-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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iSK. 1665 w,-- Men, Dienstag Wiener Morgenzeitung. 12. $Utti 1923 Gerte 7 .. Außerdem konnten auch die Tabakschlüsse infolge der ans- -gebrochenen Wirren als vis ntojor von bulgarischer Seite nicht ierMt werden. Auf alle Fälle durfte das Interesse der Union- 'fcanJI dlrrch diese Wirren ernMch in Mitleidenschaft gezoge» -sein. Das Triest Vs» heute. Die Frage Von Fiume. — 3,079 Millionen Meterzentner jährlicher Verkehr mit Oesterreich. '' /! Die Ege VerwaMrngsfrage von Fi-mn-e wiiL bald -Mne mehr fein: Auf dem FriedMsvertrag und den Abmachnn- .gen von Rapallo fußende VechaMmhgen bösch-ästi>gen sich jetzt Mit der mdgüMgen Organisation' des Hafens von Fimne. Es wird, wenn die Bchprechunigen diesnral nicht wieder das Schick- .s<L der ftüheven erleiden, alliso vertagt werden sollten, wahrscheinlich zur Annahme des itNüenilschen Vorschlages kommen: MÄvMnng des Mmmmer Hafens >und des von Büros, der ja etgenitlich nicht vieil michr als ein Moilv des ersteren ist, durch me Gruppe, in der nelben Fiavme scklibst BeÄreter von Italien wufo Jugoiflawien sitzen sollen.! . LanGam, aber ständig beginnen die verlchrstechnischen «md tarifa-vischen Mnrachungen Triests mit den ölsterreichischerl NachfoilgestaatM und den Nachbarländern sich günstig auZMrwrvken. Die RyKich erschienene Jcchres-crusstellung der Triefter Handels- und Ge!werlb-Äa.mmer gDt ein anschauliches Bild davor!. Wohl reicht die Stärke des TransitverWhrs noch lange nicht an die der letzten BorSriegsjahre heran; aber dies ist schNeMch keine lokale Evscheiwmgsämltliche Mittelmeerhäsen stovisen msollge der KontvcMon dos SeeverVchrs einm Rückgang von 30 bis 40 Prozent gegen die Vorkriegszeit amif, und Mr Triest macht sich noch die starke WnÄschaistsiche Enlkräfturg eines TÄles des HinteEandes benreMar, die sich in der viel schwächeren Einfuhr der SukKzessicunsstaaten und mÄhm in den GWen -Aber die Dritter Bahnauslfuhr ausdrückt. . Der GesmNtverkehr machte im vergangenen Jahre 29M Millionen Meterzentner aus; 16 Millionen Meterzentner anisielen hiervon aus den« Verkehr zur S-ee, ungefähr 14,2 Millionen Meterzentner erreichte der Bahndevkchr. Die Seeausfuhr allein betrug im letzten Jahre 5,538 Mlliouen Meter- Mntner, was, an dem Soex.port von 1919 gemessen (1,224 Mil- Kanen Meterzenter), ein Mchr von 60 Prozent darstellt. Der Verkehr mit Italien wies IW nach bisher bekannt gewordene« Zahlen 9,085 Millionen Meterzentner auf (gegen 8,690 Meterzentner im Jahre 1921); der Anteil Mitteleuropas an dem vorjährigen Triefter Verkehr erreichte 9 Millionen Meterzentner (gegen 8,236 im vorvergangenen Jahre); Westeuropa partizipierte mit 4,37 Millionen Meterzentner (gegen 2,812 Millionen von 1661); die Dev ante, die Gegenden des Schw arzen Meeres und Aegypten werden mit 2,646 Millioner.» Meterzentner an den vorjährigen Handvlsziffern LeteMgt angegeben (gegen 2/181 Millionen Meterzenter im Jahre 1921). Aus die einzelnen. ©baaten Zentraleuropas verteilt, stellt sich der Transitanteil, Ein- und Ausistchr znsamm-ru, so dar: Ingoflawien 3,672 Millionen Mieterzeuter, O e st e r r e i ch 3,076, Tschocho-Slowakei 1,167, DeiutschlMld 0,455, Fiume 0,212, Schweiz 0,462 Millionen MetevMtner. Bemerkenswert ist die starke Hebung des Verkehrs mit Jugoslawien (plus 985.000 Meterzentner), das damit vor Oesterreich an die erste Stelle tritt, wodurch die wirtschaftliche Interessengemeinschaft der beiden Adrianmchte bestätigt erscheint. ■ Die VerkchrZbetzichungen mü't der tschecho-islowakischen 3lePnAik verdichteten sich (Zunahme 163.000 Zentner), und da im Jahre 1922 die tschechische Zuckerausfuhr nach der Levante ziemlich BF\Mi»B^iiitiirin»iiwwwiuMi>tii»BBwaBi)mroDMaiB?,-ga: SÖNÄCHER aas Befflisi Gastspiel dor E^osniscbeii Oper Nnr bis 15. Jaul V-8 Uhr die grosso Aasstattungsrevue Vs8 Uhr Ktsropa davma 6 Balletts! 200 Mitwirkende! 25 Bilder! Kr. Alf. OTaokcon mit engUsohen Girl» Kax Lauda Kona 2Telsoggr Albert Kntzuer Arnold ÄSools Erioh Foremski 185 schwach war, während das lausende Jahr bessere Aussichten bietet, kar.n in diesem Jahr mit einem weiteren Steigen der Verkchrsziffern um so mchr gerechnet werden, als die tschechoslowakische und fiweutsche Industrie für chindiische Baumwolliimporte mchr denn je den Triefter Seeplatz in Anspruch nimmt, der gegenüber norddeutschen Häfen eine Frachidauerverkürzung Mn fast sünsizchn Tage verbürgt. Dis Berliner Banken verivergern die EröMmm neuer Konten. Aus Berlin wird uns geschrieben: Die MWichkesi für Kapitalisten, Kleinrentner und für das sparende Publr- Lum, Gelder anz.nleger.' und einen Wechsel im Besitzstand vor- Mnehmen. wird immer schwieriger. Nicht nur, daß die Provisionen, Steuern, Courtagen und sonstigen Unkosten ms Ungeheuerliche gesteigert worden sind, kommt jetzt auch noch die Nachricht, daß sich Bunten und Bar.Eiers weigern, neue Kunden arWinchmen., oder nur solche, bei denen ein großer Umsatz verbürgt wird. So haben wir Kenntnis von eiwant Zirkular einer neuen Bant, die ihrer Kundschaft mitteAt, daüste nur noch Aufträge annimmit. bei denen eine Mindestprovvsion von 30.000 Mark herauskonimt. Das bendciute also einen Mindestauftrag von'anderthalb Millionen Mart. Andererseits erfahre ich, daß ein großes Institut mllteilt, daß es sich in der Aufnahme neuer Kunden die allergrößte Beischräntung anfeviegen müsse, also, auf Deutsch gefugt, keine neuen Kunden mehr annchmen will. Hierdurch wird der Wirkungskreis der ganz kleinen Wechselstuben und „wilden" Bankiers erweitert, wodurch große Gefahren herwuslbeschworen Werden, bei denen schließlich j)tct soliden Kreise die Leidtragenden sind. Wir sind uns vollständig klar darüber, daß überall bei den Bar.Een und Bankiers Raummangel herrscht, Mo technische Schwierigkeiten bestehen, die kaum zu überwinden sind. Die Arbeit straft der Ausgestellten ist berü'its so angesv'annlt, daß ein Mehr raum noch möglich ist. Man wird es daher auch verstehen, dass man versucht, das ArbeÄsfeld zu verringern, über man darf dies nicht Mn Schaden des soliden P-Mikums tun. Wiener Lombard- und Eseompte-Bank. Der Verwaltungsrat hat die Bilanz pro 1922, die einen Reingewinn inklusive Vortrag von 2.747,764.949 K. gegen 224,272.254 K. im Vorjahre ergibt, genehmigt. Es wurde beschlossen, der für den 27. Juni d. I. einberusenen Generalversammlung den Antrag zu stellen, einen Betrag von 1.600,000.000 K. zur Verteilung einer 375pro» zentigen Dividende ans Nom. 200 K. ist gleich 750 K. (gegenüber einer Dividende von 75 K. ist gleich 37,5 Prozent im Vorjahre) zu verwenden, ferner einem Reservefonds zur Gründung eines Pensionsfonds, bezw. eines Fonds zur Gewährung von Ruhegenußbeträgen an Angestellte des Instituts 400,000.000 K. taniiemenfrei zuzuwenden, den allgemeinen Reservefonds durch Zuweisung von 337,135.000 K. aus die «talutenmäszige Maximalhöhe von 6 Prozent des Akiienkapitals zn bringen und den nach Bestreitung der statutenmäßigen Tantiemen im Betrage von 188,349.877 K. verbleibenden Rest von 22,269.601 K. ans neue Rechnung vorzutragen. Aus die Tagesordnung der Generalverfannnlnng wird auch ein Antrag auf Erhöhung des Aktienkapitals von 800 aus 1200 Millionen Kronen ^gestellt werden. (Entgeltlich.) rechte von der Entente angehörenden Firmen im Gebiete bet Zentralstaaten, haben verschiedene deutsche Firmen Gillette« Apparate erzeugt. Auf Grund des Friedensvertrages wollte nun die Gillette-Compagnp sämtliche im Handel befindlichen, ihr Patent verletzenden Apparate beischlagnehmen. Wie wir erfahren, ist es^ mm zwischen der Gillette-Compagny und deutschen Industriellen zu einer Vereinbarung gekomnien, wonach die von den deutschen Fabrikanten erzeugten Rasierapparate mit gebogenem KaniM auch in Hinkunft verkauft werden dürfen. Lodzer Textrlrvarsn für Jugoslawien. Wie uns berichtet wird, beabsichtigt Jugoslawien mit der Lodzer TeMindustrie in Beziehung zu treten. Es soll nach Lodz ein spezieller jnoslawischer Vertreter entsendet werden, um genaue Informationen einzuholen. Das Interesse Jugoslawiens für den Lodzer Textilwarenmarkt ist darauf Zurückzuführen, daß Jugoslawien gegenwärtig Mangel an Textilwaren hat. Bisher hat es semen Bedarf in der Tschccho-Slowakei und in Deutschlano gedeckt, die Preise dortselbjt sind aber um 16 bis 30 Prozent höher als die der Lodzer Fabrikate. Die russischen Konzessionsveriräge. Nach einer Berliner MMnng berichtet „Ost-iExpreß" aus Moskau: Die So!w,ctregierung veröffenÄcht eine Liste der bislher vom ^'44^ konizessionskomitee badingien und vom Rat der, wB* kommissäre bestätigten ausländischen Konzessionsvertraige. Es wurden danach unter anderem fMende Konzessionsvertrage geschlossen: 1. Mit emer dänischen Telegraphen'gesMch!aft ans Wicdeöherstellung der UNteriseMegrapheMnien;, 2. mit der Ham!bnr>gMmer-iLa-Lin.ie über die Errichtung einer deutschrusfischen Lager- und TrausPortgeseUchaft; 3. m!it ern-er amerikanischen Gesellschaft über die AuAbmiUM^ von AsbeflvodkomMen ini Ürül; 4. mit der deutschen Firma „Aero Unioi." über die Gründung einer gemischten Gesellschaft für den Luftverkehr Königsberg-Moskau; 5. Vevtwg mit der deutschen Firma Levh über die Gründung einer gemischten Gesellschaft für den Metallexport aus Rußland; 6. mit der amerikanischen B'arnsdale Corporation auf Naphtha-Wohravbeitün im Gelbidt von Baku; 7. mit der deutschen Saatbcüu- Gesellschaft über die Organisation des Saatenbaues sin Moskauer Gouvernement: 8. mit dem fchveldischen Finanzmauu Aschberg über die Gründung der Russischen KomiuerAai.E; 9. mit dem Otlo-WM4KoMrn über die Gründung einer gemischten Handelsgesellschaft; 10. mit dem Kvupp-tKamern über die Errichtung eines landwirtschiaftllichen BÄriebes int Don- Gebiet; 11. mit der amerikanischen Gesellschaft Sinclair über eine Konzession aus Sachalir? für die Ausberste von Naphtha und Bodenschätzen; 12. mit der Firnra JurLers über den Bau von Wugzeuger; 13. mit der Firma Robert Weukhans über die Gründung einer gemischten Gesellschaft für den Tranfilverikchr aus Dculschlaud nach Persien; 14. mit der englischen Finna Hüdsonbah über Warentransport nach Kamtschatzla; 15. mit der deutschen WestMichen europäischen Warenaust-auschigels-ellschaft auf Warenimport und -Export; 16. mit den: novweigischen Ilniternehmer Ehristerfen auf Wal« sischfang an der Küste von Kamtschatka. Günstige Arrssickten der russischen Getreideausfuhr. Aus Moskau meldet die N. T.-8l>: Die Aussichten der russischen Gctreideausftchr im la>ufenden Jahre werden sehr günstig eingeischätzt. Nach der Meinung der Moskauer Handels- und Industrie?,eituna" bildet die amerikanische Konkurrenz keine Gefahr für die russische Getreideausfuhr, angesichits der hohen Dualität des umsfischen Getreides und der aroßvu Nachfrage auf den europäischen MärAen. Der russische Roggen hat seinen alten Ruf wieder erworben, und verdrängte bereits den amerikanischen von den finnischen, estnischen und lettischen MärWm. Die Finamicriing des russischen Getrcideexports Mlvde vom Staate restlos übernommen. Die Heranziehung von auAändischam Kapital wird in der Fornr der Erhebung von Bor^ schnssen auf bereits abgeschlossene Geschäfte beabsichtigt. In den nordwestlichen und südlichen Häsen Rußlands sind uwfangreiche Arbeiten zur Ausdehnung der Elevatoren im Gan?g. . Ein Ansgleich in dem Streit um das Gillette-Patent. Znsvlge der während des Krieges ersolgten Aushebung der Patwtt- Wiener Wrse. Im Anfangsstadinm der gestrigen Börse herrschte e'nre ausgesprochen feste Tendenz, welche von den Bankwerten ausging, in denen nebst den Käufen der lokalen Spekulation auch solche für fremde Nechuuug in größerem Maße zur Ausführung gelangten,. Oesterreichische Kreditaktien eröffneten zum Kurse von 240.000 K. mit einer Steigermrg von 32.000 K. gegendoprp'xbt 1923 bxU.I,üvit.VürlLkf,XVlsn-I.LipriF. Stachdruck verbotcn. (9. Forifetzurlg.) ZA PÄ« M Roman von I. Opatoschu. AntorifievteMbevtraMlng aus dem Jüdischen von S ie g f r i ed S ch m i tz. Die Mutter mit feuchten Augen und leidenden Zü'- M brachten die Krüppel wieder im Wagen unter. Die älteren Fischer gossen einander aus Fläschchen Wasser Mer die Hände, setzten sich um das Feuer und bewirteten einander mit gefärbten. Eiern, dabei klagten sie, daß die Jugend verdorben sei und daß der Festzitg von Jahr zu Jahr schwächer w erde. Die Jungend goß einander Wasser <mß ganzen Eimern, aber nicht über die Hände, sondern in den Nacken — mit Onietschelr und Händeklatschen jagten die Mädchen durch den Wald wie erschreckte Vögel und versteckten sich hinter den Bäumen. Die Burschen jagten den Mädchen nach, fingen sie uud lachend und schreiend verlor sich die Jugerch pärchettweise im Wald, setzte sich rrnter die alten Eiche;: und eins an das zweite gedrückt, feierte sie zusammen mit dein alten dichten Wald das Fest des Tages, da Madziana sich der Mutter Erde ergeben. Unter den Pärchen befand' sich auch Morve'char. Mit einer Hand hielt er die blasse, schtvarzäugige Rachel, des Pächters Tochter, umfaßt, und mit der anderen glättete er ihre krausen, schwarzer! Haare, welche beinahe ihr garrzes Gesicht verdeckten. Mordechai saß atemlos; er glaubte nicht, Naß er wirklich Rachel hielt und wußte nicht, wie es gc'fommsm war. Als er Füsammen nvit den Burschen nach den Mädchen lies, hatte er sich vorher urngeschaut, itm sich zu vergewissern, daß ihn niemand von seinen Arlgchörigen sah. Als er schon lies in den Wald gelcmfen war, da merkte er plötzlich, daß er Rachel uachjagte, und. schämte sich. Er wußte, daß ihn Rachel für einen kleinen Jungen hielt, ihn immer znur Rotwerden brachte, und über ihn hintvegsah; da hatte sich Mordechai eingeredet, daß er sie hasse. Wer war sie bcmt? WM KrlvoM, ..konnte.er den Vater bitten und der Pächter wurde weggeschickt. Je mehr Stachel ihn mied', desto stärker redete sich Mordechai ein, daß er sie nicht a-usstehen könnte. Dabei aber schickte er statt einen Sack Kleie für des Pächters Pferde in der Woche deren zwei. Als Mordechai merkte, -daß er mit Rachel allein im Walde sei, da fühlte er, wie ihm das 33Iut in die Schläfen stieg; er wollte sich hinter einem Baum verstecken, damit sie ihn nicht benrerke. Aber gerade damals blieb Rachel stehen und wandte sich um. Lange Zeit sahen sie einander an. Rachel wurde rot, schlug ihre großen -Augen nieder, die schwarz waren wie der Wald, dann hob sic sie wieder und blickte Mordechai weich und lvarm an. Jnr Walde war cs dunkel, ringsum kein lebendes Wesen — Mordechai vergaß alles und umfaßte Rachel. Sie blieben unter einem Banm stehen. Vor Freude schloß Mordechai die Angen; er fühlte, wie das Blut sich aus den Schläfen senkte und seine Füße schwer machte, als wären sie in der Erde ein* gegraben; aber tut Kopf wurde es bei ihm hell und gerade- 31t durchsichtig, daß er nteilenweit sehen konnte. Er umfaßte Rachel fester und küßte sie auf Hals und Augem Das Mädchen wehrte sich nicht; halb ohnmächtig hing sie an seiner Schulter, ihre Lrpperr waren ein wenig geöffnet. Mordechai fühlte ihre schlvarzen Haare in Strähnen über fern Antlitz fallen, fühlte, wie ihr Atem sein Ohr wie Straußsedern streichelte. Vorsichtig hob er sie empor und setzte sich mit ihr unter einen Baum. Leise, rauschte der Wald. Die riesigen Fichten sahen inl Schein der untergehenden Sonnewie Säulen aus Kupfer und Bernstein aus, deren Knäufe den Himmel stützen. Die dünnen Wacholderbäumchen, um die sich ihre Nadelkronen wie Krinolinen bauschten, wiegten und bogen sich zwischen den Fichten wie Weibergrüppen. Wolkenfetzen, die über den Himmel verstreut waren, ließen sich allmählich aus den Wald nieder, nnd hüllten die Banmspitzen ein. Die Wipfel durchstachen die Wolken und der Himmel blutete. Die Fischer beugten sich zu den Baumwurzeln nieder, legten die Hände und die Hüte an den Mund und schrien, daß es dumpf und lang im Walde hallte, wie ails den AejeL.der KM..Die Mey.viMkdie.JuLe.nd. Rachel riß sich, halb schämig, halb böse, aus Mordechais Armen los, richtete das Haar, riß mit beiden Händen Moos aus, bewarf Mordechai damit und tat, als wäre sie böse: „Geh', du bist schlecht!" Von allen Seiten antwortete die Jugend aus dem Walde mit Pfeifen und Gesang und kam paarweise zwischenden Bäumen hervor; es sah aus, als wären rn den tiefen Höhlen die Maldgättcr Meder auserstanden und zögen den dunklen Wald entlang zur Weichsel, Wanda zu grüßen. Mordechai ßiug mit Rachel; er wollte sie zurückhalten, wollte ihr etwas Luftiges erzählen; aber es fiel ihm nichts ein. Immer wieder faßte er ihre Hand, ließ sie los und nahm sie wieder. Er schaute auf den alte:; Wald, aus dem dunkle Töne drangen und spürte, wie jeder Baum ihn rief. Immer langsamer ging Mordechai der Prozession nach, blieb bald weit zurück nnd hörte den Gesang immer stiller und stiller werden. Dann setzte er sich mit Rachel untep ttnen Baum. Ueber die Weichsel erhoben sich Wasservögel mit länglichen Schnäbeln, bl'eben eine Weile still in der Lust wie weiße Flecken anb begrüßten die Nacht mit ihren unterdrückten. harten Schreien. Die Nacht breitete sich über den Wald aus. Er wurde dichter nnd tiefer. Die Nachtvögel schüttelten ihren Tagschlaf ab. schauten von den Wipfeln der Bäume mit grünen Augen nieder und schlugen mit den schweren Flügeln; zn weit und zu tief geworden, benahm der Wald den Atem und jagte Furcht ein. Bon Ferne glänzte die Weichsel wie flüssiger Stahl; sie schien immer näher und näher zu rücken und es sah aus, als hätte der Waldzanberer die Bäume und das Wasser verstellt, aus seinen breiten Aermeln Fledermäuse wie Pfeile abgeschossen und alles für das mitternächtige Zauber- Hochamt vorbereitet, aus das er wartete. Die Fischer sammelten sich wie Schatten am User des Flusses. Mt einem Male verschwanden sie irgendwo, und. ihr inniger Gesang strich bis Mitternacht über die nackten Felder und über den Wald; die hul'.dertjährigen Eichen «WWWWWW WWWWWWWWWW8 8M8WW88WWWWWWWW888

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