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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-12 · Heft 1555 (12.6.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1555 (12.6.1923)
Date
1923-06-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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t GoSe 8 Mett, Dienstatz tttgEbten Frau, die utwrwiderte Neigung, in Mütterlichkeit --rVst, >fehr ftm spielte. Alle Anerkennung dom Spielleiter Hans 8« ahm, insbesondere, weil er sich auch wm den vierten Akt, »er weniger hackend" ist als die dochevghenden, sie aber nach Wsevom Entpfiuden Hchnffach austviogt, mit Erffvbg bemühte. Qer Beffall-Wcw MchöwrdentÄch stark, Q. A. Wiener Morgenzeikung. Mitteilungen aus dem Publikum. Sophie Klanfer Emil Gottesdiener Wien, XX, Wien, 11 GrGav Mahlers Achte Symphonie wird am 17. b. rat pcotzen Schloßhoff von Schönbrunn unwidervuGich einmalig urwoführt. Um dem hierzu erforderlichen Maflenauffwand von Schoren voll und ganz gerecht zu werden, ersuchen wir all die Domen und Herren, die seinerzeit unter Franz Schrecker und Vvuno Walter bei der Aufführung des genannten Werkes «ttwirAen, und sich heute nicht mchr in den Verbänden ihrer Lhorgeffellschchten veffiniden, der bevorfftchenden Darbietung ikch zur Verfügung zu stellen und ihre Adresse gefälligst durch Karte bekamrtzugwen. „Wiener Tribüne", Konzert-, Theater- »ich VerlagsgcheUchafft, Wien, 3. Betz., Kollevgasse 16. (Entgeltlich.) Aus dm Theatern. Buvgthea ter. Morgen, 7 Uhr: Strindbergs krtMerffipiele ,^Das Band" und „Borin Tode". Akademietheater. Morgen, halb 8 Uhr: ,^Der idsrei §*. Jim Dautffchon Bolkstheater gelangt Freitag neu 18. d., halb 7 Uhr abends, in Fortsetzung des >olkstmnkchen ZyNus „Hamlet" mit Jcwob FÄdhamm-er m der Wolvolle zur Aufführung. Wolksvper. Heute: ,^001 Nacht". In den Kammerspielen gelangt Freitag den 18. d., 7 Uhr abends, zum ersten Male die GwteAe „Greihen" mit Erika Gläßner in der Titelrolle zur Aufführung. As dahin spielt die KünsÄerin täglich die Hauptrolle in ^öiffffy, die Kokotte". Im Raimund-Theater finden heute und nror-kM, l Uhr abends, die letzten Goffüsprele des Berliner Äessingkhoaters mit Shakespeares Sustspiel ,Mie es euch getallt" (Rolsalinve — Frl. Bergnev) statt. Donnerstag >en 14. d. gelangt zur Eröffnung der Sommerffpielzeit die stoffse mit GHang vierzehn Tage Arreist" Muffik von LdvWch EyÄer) zur ErfftcmWhrung. Gerichtssaal. Rmhoser contra WUlernlgg. Beim Strasbezirksgericht 1 ist bereits die Ehrenboserdigungsklage des chvistlichffozicäen Nationälrates Michael Neuhoff er gegen dm svziaDcmokratischen Natto- «Erat und Parteisekretär Josef Franz Witternigg eingeiongt. Ueber das Ersuchen der Klagevertreters, die Sache rwägkichst zrr beschleunigen, hat Bezrrksrichter Dr. NaH bereits die Klage cm das Präsidium des Nationalrates beprffs Emcholung der Zustimmung zur straffgerichttichon Vevsolgung des Böschüldigtm geleitet, Me BcmkuoteaMcher A.-8. vor Gericht. Zismann und Komp. Gestern begann vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz des Hoftat Hotter der Prozeß gegen dm Shemigraphen Moritz Zismann und seine Mitschuldigen wegen Fälschung ocm polnischen ZehntauseMnarl-Noten. Aus der AnKagebcmt sitzen Moritz Zismann, der Ghemigraph Theodor Külz, der Agent Nathan Abramovici, der Kausmann Josef §ilberster n rmd der Mechaniker Johann Doma« sky. Im März d. I. wurde in der Wohnung des Zismann iim A). Bezirk eine FAscherweÄstättze entdeckt, die mit modernen maschinellen Einrichtungen der vollendetsten Art ausgestattet war. In dieser Fabrik hatte Zismann im Verein mit seinen Genossen einen förmlichen Großbetrieb für Banknotenffälschung eingerichtet. Durch die Dephafftung einer seiner Agentinnen, Frau Etie Steckhammer, cm der tschechischen Greife kam man der MffcherbaNde auf die Spur. Zismann gab bei den Verhören die Fälschungen zu und nannte als seine Mitschuldigen Külz, Silberstein, Abramovici, den Schwager des Silberstein, SiegmunL S ig all, und Saraga. Schon im Oktober 1922 hatte er mit Silberstein den Plan für die Fälschungen besprochen. Abramovici verschaffte von einem Berliner Geldgeber namens Max Rosenstrauch das nötige Betriebskapital. Das ganze Unternehmen war nach Art einer richtigen Aktiengesellschaft eingerichtet, hatte einen Auffichsrat, einen Direktor und eine Buchhaltung. Im Dezember 1922 fand eine Generalversammlung der Teilhaber statt. Rach Angabe des Zismann wurden etwa 22.000 Stuck falsche Zehn tausender hergestellt. 7000 davon wurden als Fehldrucke vernichtet. Für die Verwertung der Noten, die geradezu Meisterwerke der Falscherkunst waren, hatten die einzelnen Deilnehmer selbst zu sorgen. Die Angeklagten legten ein teilweises Geständnis ab. Das Urteil wird erst heute gefällt. Ein unredlicher Bankbeamter. Wegen Veruntreuung und Betruges mit einem Gesamtschaden von ungefähr 60 Millionen Kronen war heute der 10jährige Bankbeamte Harry Schwarz vor einem Schoffen/senate unter dem Vorsitze des Hosra-tes Dr. Schach ne r angöklcvgt. Der Beschuldigte war seit vier Jahren beim Barckhaus Reitller u. Co. in Stellung. Während seiner Verwendung in der Wsktenabtellung der Bank oblag dem BeschuMgten die Uebevpvüffung der Courtagenoten. Er derzeichnete die er rechneten Eourtagebeträge auf einzelnen Zetteln, die er dem Prokuristen zur Fertigung vorlegte. Der Angeklagte legte nun während eines Jahres in toiederhälten Fällen einmal bereits auÄbezcchlte Eouuwige-- noten, ein zweites Mwl Rechnungszettel dem Prokuristen vor, und erhielt nun die Beträge noch einmal ausbegMt. Die widerrechtlich ev'langten Beträge verwendete der Angeklagte für die Anschaffung von Schmuck, Automobilen und Kraftfahrrädern, ferner eines Klaviers, und zur Bestveitung seiner verschwenderischen Lo'benHührung. Er ssW ist gefftäMa auf diese Weise 60 Milbionen verausgabt zu haben. Don Schmuck und die Autos will er jedoch nur gekauft haben, um sie mit Gewinn weiterja veräußern und dadurch den Schaden zu ersetze». Harry Schwarz wurde aus Grund des Beweisvev- Mvens in einem Jahre schweren Kerkers verurteilt, Verlobte Juni 1923 Kultus-u.Justiztalare u. Barette liefert ln schönster Ausführung die bekannteste SpesUlflrma 885 DnnniC ISDintTClH ZW* und Uniformsebneider KUUULr UULllJlCin Wien,». l’aborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1866 » Oroße Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellnngen Wichtig für In» und Ausländer! preiswerte Möbel-BlN8 renommierte Kunsttischler- und Tapezierer-Möbelhaus Plalschek & Co., Wie», IX, Porzrüangasse Nr. 4S a Besichtigung r ei. 667 Gegründet tsS 8 Für prima Lerpackuug wird gesorgt. Volkswirt. SestMpeüe Krone—o.ooiöV« Keutimes. Aurzahlung Wien — 0.üü?S^« Lentimes. In Zürich notierte Hie österreichische Krone . . 0.0078'/« (0.0078 am 9. Juni) »die österr. gestempelte Krone 0.0078-/. ( 0.0078«/* am 9. Juni) die tschechische Krone . , . 16.5s ( 16.68 am 9. Ami) die Mark .. . , 0.0070 ( 0.0065 am 9. Juni) Holland. . , 218.20 (218.- am 9. Juni) New-Iork ...... , , 557.25 (556.50 am 9. Junk) London . . . . 25.67 ( 25.67 am 9. Juni) Paris . 35.65 ( 85.70 am 9. Juni) Mailand.. , , 25.75 ( 25.82 am 9. Juni) Belgrad. . , 6.30 ( 6.30 am 9. Juni) Bukarest. . » 2.85 ( 2.85 am 9. Junk) Sofia.. 6.20 ( 6.40 am 9. Jmü) Budapest. . . 0.9'/z ( 0.09«/« am 9. Juni) Warschau ...... 0.0090 ( 0.0090 am 9. Ami) Sie Devisenpreise. Besserung der RekchsmaÄ. In Zürich fft gestern die Reichsmark von 0.0065 aus 0.0070 gestiegen. Hingegen ermätzigbe sich die Devise Paris von 35.70 auf 35.65. Zahlung Wien gewann eine Kleinigkeit von 0.0076 aus 0.0078L8. Die übrigen fremden ZahlungsmittÄ wiesen rmvevarderte« Preisstand aus. Die Beffesiiguny der Reffchsmark in Zürkch hatte einen Rückgang der fremden ZahlungSnMell in Berlin zur Folge. So M der Dolllar von 83.969 a«ff 80.296, das Pfund von 384.386 auff 370.078 und der französische Franken von 5366.N auff 5286L0, die Lire von 3916 auf 3780.60, der Schweizer Franken von 16.261.50 auf 14.708, die tschechiffche Krone von 3543.60 auf 2466.76, die polnische Mark von 1H4 auff HO und die geffternpeilte osievreichiffche Krone von 116Ä6 auff 114.95. Im gestrigen Wiener Clearing evgade« sich nur unweffeMiche Verschiebungen-, wie nachstehende offizielle Notierungen zeigen: 7 eieariagkme der Österreichischen Hationaldaot vom 11. Juni 1923. Devisen (Schecks und Aus- ZJn8. Zahlungen) Amsterdam f. 1 holl. Gulden Agram 1 jug. Kronen . . . Belgrad 1 Dinar . . » . » Berlin 1 deutsche Reichsmark Brüssel 1 belgische Francs . Budapest 1 ungarische Kronen Bukarest 1 Lei ...... Christianla 1 norweg. Kronen Kopenhagen 1 dänische Kronor London l Pfund Sterling . , Madrid 1 Pesetas » » » » , Mailand I Lire. New York 1 Dollar ..... Paris 1 Francs ...... Prag 1 techecbo-slow. Kronen Sofia 1 Lewa htfi Geld Kurs vom 7. Jtmi Ware Geld Ware 4 8 6 8 k'' 27800.- 27900.- 278CO.- 27900.- 793.- 793.- 0L5 3884.- 94)5 357.- II68S.— 795.- 795.- 0.91 767.- 7C7,— 0L8 3904.- 11.45 359.- 769.- 769.- 0.94 3916.- 11.55 361.- 11725.- 12815.- 10.05*) 6 357.- 359.- - „ 5 11685.— 11715.- 11685.— 5 12885.— 12715^— 12785.— 3 327500.— 328100,—327700.— 328300.— 5‘/, 10485- 1C515,-' 1A85.- 10615,- 6 3271.- 3279.- 3296.- 3304.- 4 70985.- 71135.- 70985.- 71135.— 5 4524.- 4536.- 4549.- 4561.- 8 2117.- 2123.- 2119.- 2125.- 71/ 79t,— 793.- 764.- 766.- gUUA 1 wCWtt #»•••#• 9 fi| I ffu*-" * w *• Z. 9 Stockholm 1 schwedlscheKronor . 4'/. 18680.— 18720,— 18680.— 18710.— Warschau 1 polnische Mark . , 6 0,97 1.03**) 1.04 ,1.10 flrlch. 1 schweizerische Francs . 3 12745.— 12775,— 12765,— 12805.— Noten Amerikan. Noten v. 5 Dollar auiw. , » kleinere . . , Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Lera . » » » 100 ■ « » kleinere. » » Dänische Noten 100 Kroner . , Deutsche Noten zu 1000 Mark, . » > , 100 v * . » » kleinere.... Engl, Noten von 5 Livrest, aufw, - kleinere. Französische Noten 100 Franca . Holländische Noten 100 Gulden . Italienische Noten v. 100 Lire aufw, is kleinere JugosI, Noten ungest, zu 1000 Dinar > B 100 » » » kleinere . » Norwegische Noten 100 Kroner . Polnische Noten v. 500 Mark aufw, » p kleinere.... Rumänische Noten zu!OOOu.509Le! , , kleinere . . . Kuss. Noten (Roman.) zu 500 Rubel » b b 100 , b. kleinere. . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs, Spanische Noten 100 Pesetas . , Tschecho-slow. Not. v.1000 aufw, « b kleinere . Ungar, Noten (neue Em.) zu lOOOKr, « . zu 10.000 Kr. » , , . b kleinere ..... *) Aus Auslandsaufträgen nichts übernommen. **) Oder vista Scheck 7C650.- 70950.- 70650— 70950— 70550.- 70850.- 70550— 70850— 3825.- 3855— 3845— 3875— 770.- 774.- 743— 747— 750.- 754*.- 723— 727— 12550.- 12610.- 12650.- 12710— 0.85 0.97 0.88 t— 325800.- 326800.- 326000— 327000— 325600.- 326600— 325800— 326800— 4465.- 4495— 4490— 4520— 27650— 27850.- 27650— 27850— 3237.50 3232.50 3262.50 3237.30 3217.50 3232.50 3242.50 3277JO 783— 787— 756— 760— 774— 778— 746— 750— 11550— 11610— 11550— 11610— 0.84 0.06 0.91 1.03 0.79 0.61 3.86 0« 367— 3*9— 369— 371— 347— 349— 349— 351— —— 18480— 18560— 18483— 18560— 12650— 12710— 12688- 12740— 10360— 10420— 10460— 10520— 2100— 2110— 2102— 2112— 2096— 2105— 2097— 2107— 9.10 9,30 9.90 10.10, *b!öS SÄ H VMS rs. Juni 1923_Nr. 185» Sie Vorgänge in Bulgarien. Der Lewakurs. V wurde in manchen Kreisen befürchtet, daß der Ausbruch der bulgarischen Revolution auch auf die Leva von sehr ungünstiger Wirkung sein würde. Ueberraschenderweise ist der vehemente Levasturz auSgeblleben. Die Devise Sofia hat sich in Zürich im ganzen von 6,40 am letzten Börsentage auf 6,20 gesenkt. Diese kleine Senkung muß als eine im Verhältnis zu den sich in Sofia abspielenden Ereignissen relativ als ganz gering angesehen werden. ES scheint, daß die ausländischen Dal» tenmärkte dennoch die bulgarische Wirtschaftslage trotz der drohenden Mrren verhältnismäßig optimistisch beurteilen. Schon seit einiger Zeit hat die Leva eine äußerst günstige Beurteilung auf den internattonalen Märkten gefunden. Noch im September vorigen Jahres stellte sich die Leva in Zürich auf S Centimes. Am 23. März d. I. betrug der Kurs 6,3 Eenttmes in Zürich, am 6. April 4,16, am 18. Mai 16,76 und am Tage vor Ausbruch der Revolution 6,40 Centimes. Sie ist also im Laufe des letzten Halbjahres auf mehr als dasDoppelte gestiegen. Ein äußerst bemerkenswertes Ereignis, wenn noch in Erwägung gezogen wird, daß der Levakurs ohne jede künstliche Hebung und ohne jede Intervention der vulgarilschen Regierung oder Notenbank auf dieses hohe Niveau kam. Die Ursachen für diese Steigemng liegen einerseits in den letzten Ausweisen über die bulgarische Handelsbilanz, welche noch vor zwei Jahren mit 700 Millionen Leva passiv war, heute aber stark aktiv ist, zweitens in.der günstigen Beurteilung seiner Wirtschastssitnation auf den Weltmärkten infolge der Regelung der Reparationssumme auf 55o Millionen Goldfranken, wobei in de« ersten Jahre nur ganz geringe Quoten gezahlt werden sollten. Endlich, was das Wichtigste ist, in äußerst günstigen Tabaö> und Getreideernten des letzten Jahres und dem vielversprechenden Stande der jetzigen Tabak- und Getreidesaaten. Dazn kommt noch, daß bei den bulgarischen Bauern die Notentesaurierung der Leva stark um sich gegriffen hat. und daß infolgedessen ohne jede gewollte Absicht ein natürlicher Mangel an Zirkulationsmitteln entstanden ist, gegen den die bulgarische Nationalbank insoserne keine Gegenmaßnahmen trifft, als sie seit einem Jahre den Notenstand von 3,75 Milliarden Leva weiter auftecht erhält. So haben innere und äußere Ursachen dazu beigetrage», daß die Leva als einzige unter den Balkanwährungen in der letzten Zeit die großen Kurssprünge nach oben machen konnte. Da diese Ursachen ganz natürliche find, ist es auch kein Wunder, daß diese hohe Kursgebäude der Leva nicht bck den ersten Nachrichten über den Sturz der alten Regierung und Einsetzung eines neuen Regimes zusammenbrach. Es wird i» finanKellen Kreisen der Ansicht Ausdruck verliehen, daß trotz des Regierungswechsels die internen Wirtschaftsanderungen nur unbedeutend sein würden. Da wird mit der Unwahvscheinlichkeit deS Ausbruches einer Gegenrevolution gerechnet, da die bulgarischen Bauern, die Hauptstütze des ftüheren Regimes Stamvuliiski, jetzt von ihrer Ernte und sonstigen Feldarbeiten so in Anspruch genommen sind, daß sie sich auf keinen Fall in Politische Streitigkeiten einlassen würden. Wäre die Revolution im Winter ausgebrochen, so wäre es wahrscheinlich zu größeren wirtschaftlichen Verwicklungen gekommen. Jetzt aber werden solche Komplikationen mtt Rücksicht auf die Jahreszett nicht erwartet. Da also trotz des Regierungswechsels die Ursachen, die für die Steigerung des Levakurses maßgebend waren, dieselben geblieben sind, wird an dem verhältnismäßig hohen NiveM vorläufig noch auf den internationalen Plätzen festgehalten. Die geringe Kurssenkung um 20 Punkte dürste auf vereinzelte Angstkäufe von den dem Wirffchaftsleben fernstehenden Kreisen znrückzuführen sein. Solche Angstverkäuse der Leva haben sich schon vor zwei Monaten ereignet, als damals Gerüchte von dem Ausbruch einer Revolution in Bulgarien auftauchten. Auch damals hat dies den Stand des Levakurses nicht ernstlich zu erschüttem vermocht Bulgarische Tabaklager der Unionbank gefährdet. Durch die so unvermittelt ausgebrochenen Wirren in Bulgarien sind eine Reihe von österreichischen Firmen, welche das Exportgeschäft nach Bulgarien pflegen, lebhaft beunruhigt worden. Diese lagen in den Häfen Lompalanka Rustschuk, Chemikalien- und andere Sendungen nach Bulgarien dirigiert worden. Diese lagern in den Häfen Lompalanka Rustschuk, wenn sie auf Donauschiffen befördert wurden, oder sie befinden sich schon in Sofia, wohin auch die mit der Bahn durchgesührten Transporte dirigiert wurden. Infolge der österreichischen Absatzkrise haben einzelne österreichische Firmen dort auch Lager errichtet, um sofort die Waren verkaufen zu können. Es wird nun befürchtet, - daß im Falle sich die Wirren in Bulgarien vergrößern sollten, in dem Trubel auch die Vorräte dieser Firma Schaden leiden könnten, da die im Gefolge der Revolutton oft sich ereignenden Brände, Plünderungen, Beraubungen auch hier eintreten könnten. Dies hat einige Firmen veranlaßt, nähere Information von ihren dortigen Vertretern einzuholen, um sich über den Umsang der Gefahren zu informieren. Andere Firmen wieder tragen sich mit der Absicht, schleunigst Vertreter nach Sofia zu senden, um sich vor gÄktzerem Schaden zu bewahren. Zu den gefährdeten Firmen gchört auch, wie in finanziellen Kreisen verlautet, die Wiener Unionbank. Dieselbe hat vor einiger Zeit als Nachfolgerin der „Qmnia" die von dieser Export- und Jmportgesellschaft mit der österr. Tabakregte abgeschlossenen Tabaklieferungsverträge übernommen. EZ sollen nun in Bulgarien größere Tabakvorrate gesammelt sein, welche für diesen Zweck dort bereit liegen. Außerdem soll auch eine größere Anzahl von Tabakschlüffen getätigt worden sein. Selbswerftändlich könnten diese Vorräte, die nach Meinung von Fachkreisen nicht unbeträchtlich sein dürften, durch die Revolution gefährdet werden und es würde dadurch der Unionbani ein Schaden erwachsen. Es handelt sich hier um ziemlich größt Summen, ha der Tabak in der letzten Zett infolge der Leva« steigemng sehr hoch im Preise stand.

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