Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1553 (10.6.1923)
- Date
- 1923-06-10
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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9h £5$8 Wien, Sonntag Bühne md Kunst. „L««pakivagabundus." (Ftzstvorftelung i« Theater in der Josefstadt.) Frau N i e s e' als Knieriem ist ein Kapitel für sich. Ulkigste Nachahmung eines struppigen, ordinären, gutmütigen Gesellen, der sich einen Bierbaß angesoffen hat. Aber wo blieb bei dieser „Festvorstellung" Nestroy? Wenn man, wie Frau Direktor Niese in ihrem Couplet den Meister preist, den man noch „lang', lang', lang' spüln" werde, dann durfte keine Nestroy-Parodie wie diese über die Bretter der Bühne gehen, für welche Josef Jarno gegenwärtig noch verantwortlich ist.. Das gesamte liederliche Kleeblatt von Damen dargestellt—der Spatz geht zu weit, als daß er gut ausfiele. Dem Zwirn der Grete Petrovits passen zwar die engen Beinkleider trefflich, sonst ist er aber unbrauchbar. Die übrige Aufführung gut gemeint — schlecht geraten. Die rühmliche Vergangenheit des Theaters in der Josefstadt verdient es nicht, daß einem der Abschied von der Direktion Jarno durch solche .Abende leicht gemacht wird. A. „Jüdische Schauspieler des Altertums." Ein Fround unseres Blattes schreibt uns: Der int-elvessante Artikel über einen jüWchen SchwuOielte im alten Rcmi, den Sie veröffentlichten. vomnilaßt mich, die Erinnerung an die wenig bekannte Tatsache zu wecken, daß die Kunstmiich'ichte auch von einer i üdi!scheu Schauspielerin im Altertum zu erzählen weiß. Einer AbhaMmm Dr. E. Munks folgend. möchte ich in Kürze mitteten, wiöso die KlmstWschichte üibaÄia'Upt zur Kemmtis von der EMen«; dieiser Wischen- SchMPielerin gelangt ist. In der LVbhaMung des Fvanciscus Ficoronins über die szenischen Larven (SRom, 1754) findet sich auf Tost! 81 die MlbiLdung des Deckels einer Graburne. die fMende Merkmale cnOvsift. Der DeM bildet ein längliches Oval, Mf besten «echter Seite sich ein« viereckige Da>fÄ befindet, einge« schlossen Mischen zweii Nischen, worin zwei.gann, ähnliche Larven sich befinden. Das Lockenhaupt zeigt. daß die Larven ein Fvauenantlitz darsstellen. Aus der Tafel liest man in arÄchischen Leittsrn die Inschrift: „Hier liegt Faustina". Daß diese FaMna eine Jüdin war. darauf weist das mfrt hebräischen Buchstalben aetschriebcne Wart ,-Scholaum" hin, das rechts unter der Inschrift m lesen ist. während links ein Palmen- Kveßg. ein steböranmiger Leuchter und das SaWhorn abgcbWet echchemen. Daß die Verstorbene eine Scha'uWiel'erin war. verraten die szenischen Larven, alls Embleme der Schauspiel-Lunst. Näheres, historisch Feststehendes ist uns über diese indische Faustina nicht begannt. Aber die Vcrmutnugen. die der bereits genannte Dr. Munk über die Zeit. in der sie gcklM und gestovbrn. ausspoicht, haben sehr ldebevzen.qendes. Der Name Faustma weift auf die Zeit der Antonme hin. Deren Gemahlinnen hießen bekcvr.nMch Faustina und es kam danrals häufig vor (wie mch in spältoren Zeiten), daß lohatle Untordcmen gern ihm Töchter «ach der Kaiserin nannten. Es kann über auch feint, daß die Jüdin diesem Namen nur als Schauspielerin ongonammer.' hatte, ihn aber daun für immer behielt, mn. . Vom jArischen Theater. Im ZentMthoatar in Warschau wird jetzt eine DramMiemna der bekannten Novelle ./Dt« sieden Gehängten" von Leon'id Andrejew (in der Art der AmWühruna der ,^8rlüde>r Karamasvw" durch das Moskauer Künstlertheater) gegeben. Diese Novität fand bei der Kritik und beim PubWum 'lelbhalsten Belifall, der nicht zuletzt der sovMltigen Wedomalbe durch das Ensemble des Ztechwlthealters Mt. Feierliche Ueberreichung des Burarrdiploms an Viktor Kutschers. Der Gemeindevat hat den Schaulfpisler des Deutschen VoWthoaters VM-or Kutscheva aus Anlaß seines 40jährrgen Buhnenlj-ubillüiMs zum Bürger der Stadt Wien ernannt. Gestern fand nun im Emptfangssalon. des Büraerinedsters eine kleine ' Feier statt, bei welcher Bürgermeister Reumann dem Künstlvr das BürgeMsÄmn überreichte. In seiner Ansprache folgte der Bürgerm-etister u. a.: ,-Es ist Ihnendurch Ihm hcche Kunst güllungen. die Herzen vor'Wiener zu erobern. Bleiiben Sie uns auch forne-rhin sin Mrttlsr des Men und SlWnvn. bleiben Sie Ihrer Vaterstadt und Ihrem ganzen Können treu."' Viktor KMchor-a dankte in kurzen Worten md sprach den Wunsch aus, daß Wien auch wei'techin bleiben möge, Wa8 es bisher, war: Eine Stätte der Knust und d«r Kultur. Sodann nahm er das von Janesch ans-gefiühr'te künfKetüsche GeldenMatt in EmMng. das den Künstler seWt in seinen, berühmtesten Rollen zeigt. Bon den Staatstheatern. Als letzte NeuiMoniernug dieses. SpWjahres' Wird anr 27. d. im Burgtheatev SHMspeareS ,M i n t e r m ä r che n" in der neuen Beavbeitunig vor.» Dr. Stephan HP ck anfgchührt. Die neuen BülhnenbWer stnd von Holfrat Roller entworfen. An den beiden fragenden Abenden,. den letzten Spielvbonden der Saison, gelangt das . ,M intermärche n" zur Wiederholung. — Jnfültze eines Unfalles der Frau Jeritza, die sich eine Sehnenzerrung zuzog und eine Woche im Sar.atoviuiin blieM. singt martzen,Montag im .-Rofenbavabier" Frau Gut- Heikl-S ch oder die Titellrolle. Nach ihrer Genesung wird Frau Jeritza noch in dieser Saison an emigen Abeniden der Staatsoper ntttwirbsn. — Der Schrrlbertabond Leo Slezaks, d<;r versegt lverden mußte, findet im Redouteusaaie als Vevanstaltuujg der Stäatsoper am IG. d. (Sanlstag) statt. «AI den TheUrrn. Durgtheater: Montag, 6 Uhr, ,/Die Verschwörung des Fieseo zu Genua". Dienstag, 7 Uhr, ,Krnen Jnx wiss er sich machen". Akademiethgater: Dienstag, halb 8 Uhr, ,/Der gü te König". B olksoper: Heute, halb 3 Uhr nachinittags, ,/Tosea". Abends halb 8 >UHr: ,Mozart". Morgen „Madame Butterf'ltz". . Im Jos.efstädtertheater wird Donnerstag ovn Strindbevg-AIbend gegeben. Zur Aulsisührung Mlangt das nouinszenievt« KcmumvspiÄ Wetterleuchten" mit Josef Jövno in der Hauptrollv. Wiener Bärgertheater: Freitag Erstaufführung der Wiener Operette ,)Dre,i arme Teufel" Von R>ud. Oösterreicher und Heim Reichert, MOk von Chariles WeinhLvger, in Szene gesetzt von Oberregifseur Nordens .. Spielplan der Ex I-Bühne (sApollotheater): Montag: Dienstag: ,-Stahl und Stein"; Mttwoch: ,/Der Ki r cht u rmstr ei t"; Dormerstag: „Föhn"; Freitag: „Andre Hofer"; Samstag: ,/Dsr Sdacrenzettel". ' In der Renaifsancebühne kann Gisela WerbezirL mm mehr,bis einschlieMich Donnerstag den 14. >d. in „Epsteins Witwe" auftveten, >da am Freitag den 15. d. das GoUpiel des Teger nfeer Bauar niheat er s mit der Pveuner« der dreiakttgen Bauernkomödiü ..Die Wall- LvMnt. Wie««« Morgenzeitung. Die LebemlmMelmärktr. Die erwarteten Ermäßigungen der Preise für Fleisch hielten sich in dieser Woche in sehr bescheidenen Grenzen. Im Vergleiche zur vorigen Woche hat sich Rindfleisch bloß um 1000 Kronen, Kalbfleisch um 20l)0 Kronen pro Kilogramm im Preise ermäßigt. Schwemefleisch blieb ziemlich unverändert. Mindere Sorten haben sich sogar etwas verteuert. Auch Bauchfilz hat um 1000 K. pro Kilogramm wieder angezogen. Auf dem Geflügelmarkt sind Preisrückgänge eingetreten — Poulards wurden um 6000 K., heurige Gänse' um 10.000 K. pro Kilogramm billiger —, doch sind bte Preise noch immer derart hoch, daß Geflügel für den allgemeinen Konsum nicht in Betracht kommt. Ohne jeden Grund find gestern die Gärtner Ms den Märkten mit den Preisen für Salat in die Höhe gegangen. ObAvar das Angebot den Bedarf weit übersteigt, wurden gestern für ein Nagel Salat (30 Stück) 2000 bis 6o00 K. verlangt, während noch vorgestern 1000 bis 16oO K. bezahlt wurden. Die Folge dieser Preiserhöhung war, daß mehr als die Hälfte der Ware unverkauft blieb. Auch bei den anderen Gemüseartikeln wird an den bisherigen Preisen festaehalten, w daß viel Ware unverkauft bleibt. Die Produzenten lassen eher Ware zugrunde gehen, als daß üe sich zu ausgiebigen Preisnachlässen verstehen möchten. Gerichtssaal. El» 8alge«fre«»d. Der Fleischhauermeister Rndost Kornmehil trat gestern beim Strafbetzirksgericht 1 als Privcrtikläyer.gegen seinen ,Berufskollegen Karil Mattis auf. Nach Jnhaklt der Klage soll der Befchnldiigte am 20. März in der Markthalle denr Kläger, der vor ihnr ber der Wage cmgestM tvar, zngerufen haben: „Die Inden sollk man alle anfhängen. Bor alle n Sie, S ie Saujud'!" In der von dem Oberlandesge-richtsrat Dr. Weiß grleiteten BechaMnng eMärte der Angekbagte, daß er nur gegenüber dem Kläger, der sich Vovgedrälvgt halbe, die Aeußernng gemacht halbe: „Es tut mir leid, daß in GaWen nicht mchr Jnderr auisgchängt worden sind." Es sei dies eine gang allgemein gehaltene Meinungsäußerung gewesen, mit der er den Kläger nicht beleidigen wollte. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Ehrenbeleidigung zu einer Geldstrafe von hunderttausend Kronen und führte in der UrteMegründung ans, daß schon die vom. Büschn-Mgten selbst zugegebene Aeußernng gegenüber dem Kläger eine Verspottung des letzteren invoiiviere. Wer der Seit. Bor einem Schwurgericht unter Dorfitz des Qberlaüdesgerichtsrates Dr. Tietze hatten sich gestern die 10jährige Anna Ritinaner, eine Hllfsarbeiterm, und der 10jährige Kommis Rudolf Kleich in einem Mordproheß zu verantworten. Es ist eine Tragödie der heutiger Zeit, die Angeklagten sind die Opfer unserer gegenwärt>igen BechAtnrffe. Rudolf Kleich und die Anna Ritttmner kannten einander seit Md. Ein Kind entsproß den Betzichungen. Die 100.000 K., die Meich der Mrrtter als Mnnvntation für das Kind zahlte, reichten schließlich nicht aus. Niemaiw wollte das Keine Mädchen nehmen und so wollten die beiden, verzweifelt und erbittert, mit ihren: Kinde in einem Hotel sterben. Kleich erwürgte das Kind; der Doppolselbstmord der beiden mißlang. Einen Dag lang irrten sie mit der Leiche des Kindes umher, dann stellten sie sich der Behörde. Nach durchge.fühvtem Beweisverfahven verneinten die Ges-chwornen die Schuldsrage für Rudolf Kleich auf vollbrachten Mord an seinem Kinde einstt-mmig. Die Schnldfrage auf verifuchter: Mord an der Anna Rittnaner wurde mit 11 Stimmen verneint. Flür Anna Rittnauer wurde die Frage auf entfernte MÄschnD an der Ermordung des Kindes einstimmig verneint. Alls Grund dieses Verdiktes wurde R-udolis Kleich Wege:: Uebertretung des Waffenpatents zu drei Tagen Arrest verurteilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt erscheinen. Arma Rrttnauer wurde sreigesp rochen. Nach der VerkündiMntz 'des Urteils wurde:: im Auditorium Bravorufe laut. Die AngeMagten dankten für das Urteil und Anna Rittnauer begab sich mit ihrer Mutter zur Gelschwornenbank, um den Volksrichtern in bewegten Worten zu danken. „Schauen Sie nur, daß die jungen Leute bald heiraten," sagt« der Obmann der Gesthwornen zur Mutter, als er sich von ihr mit einem Händedruck verabschiedete. Auch die anderen Geschworrren reichten den Freigesprochenen die Hände. Vor dem LandeZgevichte hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge angesammÄt, di« die beiden bei ihrem Erscheinen lebhaft aMamierte. HkrschfSngrr md Summttnüttel. Die anläßlich der «n 3. März in der Vollkshall« deS Ratlhaufes stattgehabt-en Protestiversammlung der Indischnationalen von nationalsozialistischer Seite veranstalteten Demonstrationen hatten gestern beim Stva-fbeFirksgerichte 1 in zwei VerhaMungen ein Nachspiel. In der einen vor dem Ausländer Exporten« kaufen am vorteilhaftesten erstklassiger Qualität und Ausfuüirung bei Regmann, GammlmäiitoHatrtt, Vien «, III., Beatrixgasse 26 Tel. 585 III., Heumarkt 7 _10. Juni 1928 _Seite « Dczirksrichter Dr. J e l li ne k durchgesührten BerhaMnag, war der Hörer der Tierärztlichen Hochschule .Heinrich Emil Hartung, der sich unter den Demonstranten bsflmden hatte, Wegen tätlicher W a ch eb el e idigu ng und wegen Ullbertretnng des Wasfenpatents augvttagt. illach Jichalt der polizeilichen M-eldtmg hatte Hartung, als die Wache die Demonstranten, welche die Vottsihalle stürmen wollten, zurückdrängle, dem Oberwachmann Johann Waniezek einen wuchtigen Schlag ins Gesicht versetzt und ihn hierbei lo'cht verletzt. Bei der Arreti-emng Hartungs wurdein dessen- Besitz ein Hi r sch f ä n g e r, eine^verbotene Waffe,' vorgefunden. Die zunächst gegen Hartung bchn. Lande^sgerichte wegen Verdachtes des Verbrechens -der ösfenttichen, Gewalttäti-^keit eingeleitete Untersuchung, wurde eingestfllf uw) der Akt dem Bezirksgerichte abgetreten. In der heute, stattgehabt-en Der. Handlung erklärte der AngeAagte, daß.er. dxn. Schlag gegen dev Wachmann nicht absichtlich geführt.halbe und daß der Schlag nur eine Reflexbewegung war,, weil er selbst be-im Drängen -der Wache gegen -die Den:o.nstrante-n von allev Seiten Stöße und Püffe echal-ten hatte. Den.Hirfchsänger, der er st e t s Lei sich g e -t r a ge n habe, habe er nicht als Waffe sondern als gewöhnliches Messer, wie es insbesondere in Tirol Mich (ein netter Brauch!) sei, angesehen. Der als Zeuge ver. nmmnene Oberwachmann Johann WamcHvk gab an, daß seiner Ansicht nach der Schlag, den er vom Angeklagten erhalten hatte ein absichtlicher war. Der Richter sprach den Angeklagten von der Anklage tvegen tätlicher Wachebeleidigung fr et und verurteitte ihn lediglich wegen Uebertretung des Waffenpatentes unter Anwendung besonderer Milde zu einer Geldstrafe von zwanzigtausend Kronen, eventt^ell, zu zwölf Stua« den Arrest. In einer zweiten BerhaMung vor dem LandesgerichtSrat Dr. 8lr rc war der Kellner Franz Krys char, der anläßlich der «rwähn'.m Demonstration verhaftet worden war wegen Uebertretug des Waffenpatenres angeWagt, weil in s-e'- nern Besitz» e'm G ummiknü ttel vovgöfunden wurde. Der Angeklagte erklärte, daß er am genännteu- Tage ins Rar, Haus gehen wollte, um sich -die Versammlung der Semitev anznhören. Richter: Was hat Sie, der doch der Gegenp-art-rt an-gchört, die Versaimmknvg der Semiten interessiert? — Angell.: Ich war neugierig, zu hören, was in der Dersamml-un^ gesprochen wirb. Ueiber den Besitz des Gummiknüttels befragt, erklärte der Aügek-l-agie, daß er den Gummilknirtt-el stets zuw Schutze seiner persönlichen Sicherheit bei sich irage. Der Richter verurterl-te den Beschuldigten i-m Sinn« der AnKage zu einer GÄdstmfe von- Hunderttansen) Kronen, eventuell zu 24 Stunden Arrest, und sprach gleich, zeitig den Verfall -der verbotenen Waffe aus. Der Verurteilte eMärte, die GeW-rafe anzu-n-chme-n. An« Entlastung wegen Teilnahme, am Streik ungesetzlich Eine wichtige Entscheidung hat das Einigüngsamt in Innsbruck «MWch des Streiks der HandelAa^rgestellien gefällt Eine Reche streiker.der Antzestell-te<r war von den Unternchmein wegen Beteiligung am Streik entlassen worden Run hat das Einigurvgsa'mt dffx. Entlässungen als ungültig erKärt und in der Beg-rlündung unt-er anderem MWs-ührt, daß es nnbesttiitten sei, daß der Streik von der Gchiilfenversamm. lnr.'Z, in der alle Organisationen der Gehilfen vertreten waren, blkschloffen worden ist. Ein soklcher BelWuß sei aber nach den unter organisierten Arbeitnehmsm herrschenden Gvnndsätzev sirr alle verNindVich. Der physffche Zwang, der durch einen StreWüWuß auf die Beteiligten ansge-M werde, sei sehr groß. Aus den Bestt-mm-ungen des BeirkbAMeigesetzes ergebe sich für den Arbeitnehmer der Schutz geger? Angriffe in die Koä>Monsfve>che'rt. Das Recht, einen alligemoin-en Ausstand zu beschließen, tverde ans dem. KoaMonsrecht abgeleitet und es sÄ daher auch die Bet-eÄigmrg an einem solchen Ausstand im Koalitionsrecht begründet. Das Ginigungscvmlt fand daher die aiusgrspwchenen Entlassungen äks dem Gesetze nicht e-rttsprechend, weshalb sie für nnFuläsftg. erNärt imiribeu. Der Wiener Bankverein und die falschen tschechische« 3t9tat. In dem bekannten Proyeß, den der Kaufmann Isaak Landberg gegen dm Wiener Bank ver e i rauf vorläufig in der Höhe von 6,3 Mlkionen erhobenen Schadenersatzes wetzen seiner in Änndentburg evsolgten Berhaf't-ung wegen Besitzes von unechten tschechischen MrnPronennoter«, di« er vor seiner Mreffe beim Wiener Bankverein in der WiaLe Holländerstioaße geSauft hatte, ist nunmehr im scheifMchen Wege durch das Wiener Handelsgericht das Urteil eoflvssen, mit welchem.der BaiÄvevem dean Grunde nach zur Schadenersatzleistur-g ver-urteilt wurde. In der Begr-ündimg wird chrsgeführt,. daß aus dem Beweisver« f<chren das Gericht zur UÄ>eMugrmg gekommen ist, -daß Herr Sandbevg Vk FüiHkronennoten, welche zu feiner Beanständüng, Verihcüftlwng und zu dvm S^ssverstchren wide-r ihn führten, tatsächlich bei der FDale des Bankvereins in der Holbänderstraß« gekauft habe. Das Gericht ist der UebevAvuynk.g, daß das VeichaAvn des Balu«tenHasi!iers Werthe-vmer ein SchutNbeüveis war, welches, die PMängemmg der Hcüst hevbkigchührt hat, iüdem seine'Angaben bei der Wiener Politzei Zwaifel an der Wahrheit der Angaben der Verhafteten bei deffon Einvernahme vor dö>m Lu-ydonburger Ge-öich-t hsrheigeführt haben. Werthöimers Angaben müßten als .höchst ' leichtfer t i p e bezaichnet werden, als ein schwerer Eingriff, rr>> die Fre' und Ehre eims Dde-ntschen, weil dadurch, daß der Beamte angab, daß lediglich ein. getwisssr Schmitz an dem kritischen Tage taufend Kronen gMrffi HM, die BevanMorttuvg des Beschuldigten Sandbpvg sich, als Lüge darstellte. Gravierend für Wevtheimer ift eS, bajj^ zt feie bei ^owm^ifor8 fite i>« Devistnstmtrolle über den Derkanf an Schmtktz, die kein Datum» trug, der Polizei v o *.« »t h i c l.t. Für dieses schutikhaste Verhaltendes Beaurtan in Ausübung seines Dienstes erscheint die Anstatt hatstbarchnd war daher' dem ^Er!satzans-v7nh dem Gru-röde nach stvttAugeiben. ig.asa>a3Ea