Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1551 (8.6.1923)
- Date
- 1923-06-08
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Cfcftt C Wien, Freilag Vereine, Bortriige und Versammlungen. Reichsschutzbund derHandelsv ertreter t« Oesterreich. Morgen, halb 3 Uhr nachmittags, Versammlung im -Caf6 Gartenbau, 1. Bez., Parkring 10, Souterrain. — Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler. Morgen dringender Konvent, ausnahmsweise um 4 Uhr 30 Mm Erscheinen Pflicht. 7 Uhr abends, Vortrag Dr. Berthold Hirschl: „Probleme des XIll. Zionistenkongresses". Gäste willkommen. — VortragOlgaMisar: „WaS wollen die Kriegsdienstverweigerer?" Sonntag, halb 7 Uhr abends, Tolstoj-Hcms, PLtzletnsdorf, Hockegasse 71. Technisches Museum. Morgen, 3 Uhr nachEagS, Führungsvortrag von N. Boroevic: „Eisenerzeugung". Sonntag, 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal, Lichtbildervortrag von Ing. Robert Pilz (Donawitz); „AbsallsverwerUmg in der Eisendtdustrie". Mittwoch, 10 Uhr vormittags, für die Wiener Schulen Filmvorführung r „Motorbootswerft". „Taucherdienst", „Erzeugung von Flugzeugen", „Seeflieger", „Wien im internationalen Flugverkehr". OesterreichifcheS Museum, 1. Bez., Stubenring. Sonntag find die Sammlungen, einschließUch der ehemaligen Hofmobilien sowie die L a r i s ch - Ausstellung und die Ausstellung der Neuerwerbungen der Bibliothek, von 9 bis 1 Uhr geöffnet (200 K.). Bibliothek und Lesesäle von 9 bis 1 Uhr (freier Eintritt). Halb 11 Uhr, Führung durch die Sammlung der Hofmobilien des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Schansammlung der ehemaligen Hostafel- und Silberkammer (Hofburg, Michaelertrakt) ist an Sonntagen von 9 bis 1 Uhr, an Donnerstagen von 9 bis 2 Uhr zugänglich. (Inländer 5000 K., Ausländer 10.000 K., illustrierter Führer 3000 K.). Urania: Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Vom Baum zur Zeitung. Halb 8 Uhr: A. R e i s ch e k: Ein Oestrrreicher als Maorihäuptling. — Kleiner Saal: Halb 8 Uhr: Oberbaurat Ing. Karl T i n d l: Der moderne Luftverkehr. — Kurssaal: Halb 7 Uhr: Obstlt. Edm. Glaise-Horftenau: Polttische und militärische Geschichte des Weltkrieges. IV. 8 Uhr: Prof. Dr. Karl Spieß: Deutsche Sounwendbräuche. — Klubsaal: 6 Uhr: Univ.-Lektor Ferdinand M a t r a 3: Sprechkurs. IX. Halb 8 Uhr: Dr. Susanna Schmida: Keyserling und Spengler. III. — Mikroskopiersaal: 7 Uhr: Univ.-Assistent Dr. HanS Pien U Der mikroskopische Ausbau der Merkchen. XI!. , Ernährung. Ae LrbenrmittrlmSrtte. Sfopf den Gärtnevmärkten war gestern FeVHalat in solchen Mengen anyeboten, daß die Preise von Sturze zu Stunde weiter zurückgnMn und daß SaÄst gegen Schluß des Marktes kaum anibvinylich war. Zum Schluß wurdpn für 30 Stück 800 K. befahlt. Man erwartet noch weitere Preisrückgänge. Auch Kartoffeiln haben sich ersreuNcherws'.se weiter verbilligt. Im Kleinhandel by-chlte man für ein Kilogramm heuriger Kartoffeln 2100 K. Auch bei den übrigen GemüsegattunHen nt weichende Tendentz der Preffe zu bewachten. Geistern find die ersten Marillen und Pfirsiche aus Italien angenommen. Obtzwar die Qualität nicht hervorragerrd war» stellte sich ein Kilogramm aus 30.060, beKv. 35.000 K. AnanaseM>eeren hcLm sich im Preise etwas ermäßigt, sie notierten im Großhandel 14.000 bis 20.000 K. pro Kilogramm. WallderLbveren kosteten noch immer 30.000 bis 35.000 K. Absolut ungerechtfertigt ist der in vielen Stadtzeschäiften anysschriebe:« Preis von 120.000 K. (!) für ein Kilogramm. Die Rindfleijschpreise blieben trotz der am Montag in St. Marx oin^etreteaven Rückgänge im allgemeinen unverändevt, nur be: einzelnen Ständen wurden im Kl inhandel die Preise um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm heruntergesetzt. Die Ankünfte find gut, der Msatz schwach. Infolge des kühleren Wetters macht sich für Seefische größeres Interesse bomerDbar, um so mehr, als sie im: 1000 bis 8000 K. pro Kilogramm im Preise zuvückgeganyen sind und gerne gekauft werden. Das Kilogramm frischer Seefische «stete gestern 8500 K. Diesmal! keine Eindeutigkeiten und keine Entkleid u-ugssKenen, sondern harmlose musikalische Hauskoenödien aus der Zeit, da der Großvater die Großmutter nahm. Sie sind Nicht rrrgescheit, auch nicht pikant, aber gleichwohl kurzweilig, sie besitzen Gemüt und Huniwr ohne zrrdchnte und gesüßte Sentimewttrlität. — Johann der muntexe Seistnsieder, der Gold^in der Kehle trägt irrib sich darum seinen Sanoessrohsinn nicht für Gekd aAallrsen lassen mag, überlistet seinen schlauen Hauswirt und schmettert vergnügt alte Volkslieder. Dann eine lustspielmäßig feine Handlung von Zwei jungen Mozart-Enthusiasten, die nach einer Mozart-Handschrift suchen und sich selbst zum Lebensbunde finden und dazu minder bekannte Mozarffche Qpernmusi! singen. Schließlich ein lustiges, mit Berliner Nll gewürztes Getratsche der Waschfrau und des Hausmädchens in der Waschküche, zu dem der alte Dittersdorf allerhand launige Melodien beisteuert. — Drei kurze Einakter, kunstlos/mit anspruchsloser Szene und einfacher Klavierbegleitung, so recht für den Hausgebrauch geeignet. Der deutsche Musikhistoriker Dr. Erich Fi scher hat eine ganze Reihe solcher Hauskornödien, mit denen er die alten Meistermelodien popularisiert, Zusammengostellt und damit in Deutschland manchen Erfolg errungen, der ihm auch in Wien treu blickb. Die ungekünstelt lebhafte Darstellung verdient alles Lob. Die Danren Jache und Schreiber, die Herren N e ust a d t und' W e n s i u g spielen gleich vorzüglich, Wensin g erwies sich überdies, in: Gegensatz zu den übrigen Darstellern, als überaus tüchtiger Sänger, flb. Antisemitische Fxzesse gegen eine Kdische KArrftkerin im Bukareftrr Rationavheater. Aus Bukarest wird gemeldet: Neuerdings haben sadistische Studenten in: rumänischen Na t ionaltheater EMjse vevjtibt. Diesmal richteten sich dio Angriffe gegen .die, jüdische, Künstlerin Jerimia, die mit faulen Eiern beworfen wurde. Die DirMon des Natronalcheattrs «Kartern einem Carmmmique, daß die Behörden ver- Wiener Morgenzeitung. 8. Juni 1923 Nr. 1551 Mitteilmge« aus dem Publikum. Der Unterstützungsverein „Ansthe Eines“, X., Favoritenstrasse 106 gibt hiemit bekannt, dass der berühmte KANTOR EFROIKE SCHLEPAK AUS BERDICZEW heute Freitag den 8 Juni um 8 Uhl* abends und morgenSamstag den 9. Juni um 9 Uhr vorm, im VereinS'Bethause vorbeten wird. Eintrittskarten beim Obmann Moritz Marian, X., Quellen* strasse 68, bei A. Langer, X., Keplerplatz 13, und bei sämtlichen Vorstandsmitgliedern sprachen haben, alle Maßnahmen zum Schutze des Theaters und des ungehinderten Mftwtens der Schauspielerin Jerenna zu treffen. Moritz Rosenfelds sechzigster Geburtstag. Aus N ew- Uork wird uns berichtet: Am 16. Mai feierte der bekannte jüdische Dichter Moritz Nose nfeld seinen sechzigsten Geburtstag. Der Mische Sckriststellerverein „I. 8. Perez" veranstaltete aus diesen: Anlässe ein Barcktt, an dem die hervorragendsten Vertreter der jüdischen Literatur teilinahmen. Auch in anderen südrsch-en Zentren wurde der Geburtstag des Dichters gefeiert. * Ein „Iudeustück" und die alte österreichische Zensur. Der Universilätsbibliothekar in Innsbruck Dr. Anton Dörr veröffentlichte vor einigen Tagen anläßlich des 60. Todestages von Hermaim v. G ilm in der ,Linzer Tagespost" eine interessante Studie, in welcher bei Besprechung der amtlichen Zensurtätig- . feit Gilins auch zwei arntliche Dokunrente mitgeteilt werden, die sich auf ein sogenanntes „Iudenstück" beziehen. Gegenüber denn engherzigen Standpunkt, den die Poligeidireffion einnahm, die die Vorzensur zu üben hatte, fällt sympathisch die Haltung des freisinnigen Dichters auf. dem als Präsidialleit-er des damaligen Statthalttrs Eduard v. Bach die.literarische Zensur Mag. Der literarische Polistribericht hat folgenden Wortlaut: .Mure Exzellenz! Don der hiesigen Thcaterunteruehmmig wurde das beifolgende neue Bühnenstück „Die Juden von Worms", Volksdrama in fünf ANfLvaen von Th. Gaßmann, mit der Bitte um hierortige Aufführuuashcwilligung überreicht. Dasselbe ist eine Art „Mortara"- Gsschichte und seine Handsinlg och: dahin, daß in seuer Periode des 14. Jahrhunderts, als noch Juden unter der gemeinsamen BeMichn-ung der „deutschen Kammerkncchte" keinen eigentlichen Rechtsschutz genosien und bei jedem plausiblen Anlaß als ein verfemtes Geschlecht den Verfolgungen eines fanatischen Pöbels preisgeoeben waren, einer wichen Jüdin „Reibvka" ihr Kind durch Christen entrissen, getauft, von ihr später als solches erkmln:, zur Rückkehr bewogen, von der christlichen Ziehmutter gleichfalls zuruckverlangt rvird und. zuletzt vom gewaltsamen Instinkt der Natur abermals in die Arme ihrer wirklichen Mutter 'zurückgeführt, mit dieser auf dem Schorterhauscr: endet. Das Stück, dessen Tendenz laut obiger Handlaing gegen den religiösen Zelotismus gerichtet, gleichzeitig «tt geschri">ben und reich au Bühnen« ffekten ist, zählt zur Kato-wrie der auf dramatischem Gebiete .neuerer Zeit epochemachenden Bühnenwerke „Dsborch" vor: Mosenthcrl und ,-Uriel Mosta" von Gutzkow. Wenn min gleichwohl desstr: Darstellung bei der hiesigen Bevölkerung kein spezifisches Element des Judentums vorhanden ist. keine das Vergnügen eines Theaterabends überreichende besondere Anregung oder sonst eine unliebsam^' Rückivirikung besorgen läßt, so dürfte es unter den gegenwärtigen Verhältnissen, gnmal hieranlts nicht bekannt ist, ob das Stück an einer anderen inländischen Bühne bevcrts gegeben ist, geraten erscheinen, mit dessen Gestattung ritt das hiesige Repertoire bis fru dessen Zulassung für die Wiener Bühne zuzuwarten. sedenfalls tvären die mehr oder minder anstößig?- Stellen (Anm.: folgt deren Aus- Elung) auszrtsckieiiden oder angemessen abzuändern. Linz, am 23. Dezember 1860." — Hertncmn v. Gilm hingegen schreiibt: „Das Sü'iet des vorliegen-den Bolksdramas hat mit -der Geschichte des simgen Mortava nichts gemein, wie aus der folgenden kurzen Darstellung desselben erÄnommen werden wolle. die Inhaltsangabe.) So toid auch vom ästhetischen Standpunkt gegen dieses Drama eingewendet werden kann, die polizeiliche Kritik hat nichts dagegen einznwrnden, außer daß die allzu scharfen.Stellen, mit Ausruchme der auf Seite 76, weggclassen werden, und cs scheint auch ganz überflüssig, daß die Polizei ein Richteramt übernehme, das dem Publikum schon im Interesse der Kunst gebührt und auch ohne Frage an dem Srücke ausi'r'öen wird." nn. Burgtheater: Morgen, 7 Hr. „Der Krampus". Atademietheater: Morgen, HM 8 Ilhr. ,^Der Kre es". Im Deutschen Voliks theater -gelangt horste, HM 7 Uhr, als zweiter Abend des volkstümlichen Zyklus ,sDon Carlos" Mr Aufführung. Montag den 1,1. d., 7 Nhr, wird der Zyklus mit Anzengrubers Lustspiel ,Di e>Kreu zeks ch reibe r" fortgesttzt. Volk so per: Heute Hans Duhaus „Mozart mit den: Kom'ponksten in der Titelrolle. SJtorßct: „Fiederin a u s". I.m Raimund-Theater beginnt die Sommevsystl« zeit nach Beendigrrng des Gastspieles dcs Berliner Lesti.ng- Theaters mit der Posse mit Gesang ^Vierzehn Tage Arrest" von Iuliirs Horst, Musik v'on Eysler. und mit einer Einlage von Zlranz Lehar. Es wurden für diese Vorstellung Rosy W-erging, Frau« Glawatsch und Willy Lichtenberg als Gäste '»c-rpflichtet. Die Inszenierung leitet Ober-regiWrr Ludw. Stärk. Die Exl-Bühne bringt im Apollotheaticr hvute nur einmalig Karl Grtlingers Komödie ,/Das Beschwerdebuch" Mi Aufführung. Das Johann Strauß-Theater beschließt seine Spielzeit cm: 29. d. B-is dahin täglich »Katja, die Tänzerin", I'ofefstädtertheater: Die -Mitglieder dieser Bühne veranstalten hsubo Freitag und morgen Samstag Festv 0 rste-llun ge-n von ,/Lumpacivagabu ndus" mit Hanls: Niese als Kmeviem und Grete Petrowics als Zwirn. Beginn präzise halb 8 Uhr. Ms letzte Muiujszeniernng wird e 11 e r l e u ch t e -n^ von August Stvindberg, wüt Josef Iarn 0 m der Hauptrolle, silr Donnerstag den li. d. vovbeve-üÄ. Die «nsordmmge» vo« AmlSndemohnMge» »«srfetzNch. Das Grazer Mietamt hatte die Wohnung des Kaufmannes Samuel Selinger angvfordert; dies geschah auf Gmud der Kmrdmachung der ste-iermärLischen Landesregierung vom 26. Oktober 1919, wonach Wohnungen angefordert werden können, deren Mieter in keiner Gemeinde des deutschösterreichischen Staatsgebietes Heimat ^berechtigt sind und weder durch ihren Berus noch durch andere wichtige Interessen in ihrem dermaligen Ausenchckltsorto zu wohnen genötigt sind. Der Kaufmann hatte in: Jnstcmzer^nge daraus hingewiesen, daß er sich um die Staa-tsbürgerschaft beworben habe, welche Berufung fedoch von der Äandesregievung abgewiesen worden war. Die Entscheidung dcs Mietamtes wurde bestät-igt, weil die Ausübung des H a n d e -l^s b e r u s e s die Partei keineswegs an Graz bindet und Selinger, wie vor dom Jahre 1910, fett welcher Zeit er in Gras tätig war, seinen Bc>ruf auch an einem anderen Orte nachgchen Lonne. Heber die durch Dr. Eugen Schajowicz vertretene Beschwerde wegen dresrr Wohnungsanfordevung hat der Verwaltungsgerichtshof die angcfrchtene Entscheidung als im Gesetze nicht begründet aufgehoben. In der Begründung führte der VerwalttmgSgerichtshof aus, daß die Krmdn:achung der steiermärkischen Landesregierung, auf welche sich die Anforderung beruft, sich auf die Ermächtigung der VollKugsaitioeffung des Ministeriirms mr soziale Fürsorge vom 9. April .1919 gründet. Da sodoch durch Erkenntnis des VerfassungSgerichtshofes vom 11. Dezember vorigen Jahres der Artikel 1, Absatz 1, dieser Vollzugsanweisung als gesetzwidrig aufgehoben w::rde, woran der Ver» waltungsgerichtshof gebunden erscheint, so vermag er in der Kundmachung der Landesregierung eine ^gesetzliche Grundlage sür die Anforderung nicht zu erblicken. Ein Elendsbild. Vor dem Obcrlanldestgerichisrat Doktor Nehoda (Besitzksgericht Fünfhuvs) hatten sich gckstem vier Personen, und Zjwar Frau Theresia S w 0 b 0 d a, ihre Schwester Marie Gr über (beide Kriegs^oitwen), die Älrbeiter Franz Swoboda und Franz Schestak, wegen Diebstahls zu verantworten. Gegen Schestak lag weiter vor, daß ar den zwölfjährigen Schn der Swoboda zum Diebstahl verleitet hatte. Cs handelte sich lediglich um Diebstähle von Hunden. Die polizeiliche Meldung besagt hieoüber folgendes: Aus vertraulicher Mitteilung erfuhr die Polizei, daß Frau Swoboda auf den Straßen im 10. Bezirk Hur.de zusaMnewfcu^ge, die in die Wohnung der'Frau Gruber gebracht werden, wo sie abgeschla cht e.t und von den genannten vier Pe..sonen vcrgchrt werden Ä-m 1. März erschien ein Wachmann in der Wohnung und fand dort tatsächlich eine:- Hund, den er als den Hund des Gasttvi-rtes Amoro-jo erkannte. Es kam weiter hervor, daß der Knabe der Swoboda drei Hunde über An» stiften des Schestak gefangen hatte und daß diese vergchrt worden seien. Einen bienen Hund haben die Angeklagten angeblich freigelasser.-. Unter den Hunden hat sich auch, wie es im Me heißt, ein großer Bernhardiner be-fmÄden, von dom der Richter bemerkte, „er lve-rde dem AngeSlagten wchl ein ganzes Kalb ersetzt haben". D-r Schaden wurde im gemeinen Werte mit anderthalb Millionen beziffert. Die AnMagten leugneten, die Hundediebstähle begangcn zu habe:., nur einmal wurde ein Hundcmchl bereitet, eß habe sich hierbei um einen Hund gehandelt, der dem Avölfjährigen Anton Swoboda vyn -einer unbekannten Frau ,^eschenk^ wovdm sei. — Richter: „Und das soll ich Ihnen glauben!" — Frau Swoboda: „Es jft aber doch so, Herr Richter." Der Richt-er fragte die AngÄlag^en, wie ihnen das Fleisch gesschmeckt habe. Die Angeklagten blickten einander Verlagen an. Rior Franz Schestak erklärte, daß ihm das Fleisch nicht geschmeckt habe. „Aber, mein Gott, ich habe mich nach langer Zeit nach einem Stückchen Fleisch gesehnt; ich war ohne Arbeit und habe Hunger gehabt. Ich habe den Krieg miigemachl urd bin genügsam geworden, ab-r das Fleisch hat mk trotzdem nicht geschmeckt." Der Richter verurteilte die AngeNagten mit Rücksicht auf ihre Notlage und das tellwerse Geständnis zu einer bedingten Arrest strafe von drei Tagen. AanMrsvmtv Rodert K. hatte sich auf Grund einet von Direkten _ der Staat-soper erstatteten Angelye «beim St^ 1 gegen eine eigenartige BetruqSaEa« vechtfertMn. Ter Ba,chnLigte. der cm begeisterter saktc rwiwr wollte am 1-1 März d. I. in der Sraaisoper" Vorstellung von „Sr eg fr l-ed" 'besuchen. Er hatte sich eine Cn'.tvsttMrte für das StchparteNre zu bskammen r«'ts ixte*? Stunden vor Beginn der Vorstellung angestollt. 0 VergMK. Nun begab er sich chne Kart« iu eine ScA- «fj?» Rang, die von vier Personen besetzt war und m nach cm Sch frei war. Er fragte einen H^rrn in Lvr Lob er auf dem freien Sitz Platz nehmen Sonne, was der 5 ohne weiters bejahte. Nach dem ersten M kan: der B.ill-t m d'.«e Loge und beanstäMte den ÄM-nbasucher chnc Ba ber auch die --pc>r vevlaffm mußte. Die DiE-ion der O erstattet«, rnvsn: \fc sich mit einem Betrag von 36.000 K. geschiidistt erklärte, die AnMige. In der vor dem Be,zivksrick Dr. Low durchgcsührten Borhanidilung «Märte der An K<mte, daß chm rede betrügerW« Absicht fern« geiegcn sei. i daß et der Ansicht war, m der Loge auf dem freien t Platz nchrnon zu können, da einer der Logenbesncher ihn: L gestattet habe. Der Logerfchließer hatte ails Zeuge angeged daß dre betreffenit« Loge nicht im ganzen aibgcgeben Wort fat, sondern daß die Logensitze ernzeln verkamt wvst waren. Der staatSanwalM^Wche Funktionär moid'sizjerte AMage auf Ucberttetung der Prellerei, worauf der Ri ter, da am EvmochtMnng^der Staatscper in der Nicht: der Prellewl, dr« bloß ein AntragsdeM ist, nicht vovtt^ l Angeklagten fre-lsprach.