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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-07 · Heft 1550 (7.6.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1550 (7.6.1923)
Date
1923-06-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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flfe KM_ Wert, Donnerstag Tagesbericht 8«dWe WerMdentknnen. m ,Mchtudentm"-BewHWNg, die namentlich in Vürsschland m letzter Zeit detieächtlich an Boden tzewon- <m hat, ist in der OchentlichLeit schon genügend zur Dis- Mo« gelangt. Man hat so ziemlich alles gegen diese UebergcmgSbewegMg Vorgebvacht, was sich Vorbringen Mt: die Mchkmg des Dilettantismus, die Zevsplttterrmg der Kräfte, die Konkurrenz gegen die Handarbeiter, bei der immer eine gewisse Gchchr vorliegt, daß sie in Schmutzkorckurrenz ausartet,, und so fort. Aber die jungen jüdischem Mädchen, die da* in dem unfreundlichen Tiefpavterre-immer beisammensitzen und sticheln, als gelte es das Leben, die Runen, so scheint mir, allen diesen Einwänden ein unwiderlegliches Argument gegenüberstellen: die unabweis-liche Notwendigkeit. Leute, die im Juden grundsätzlich nur den Schieber und Geld- Verdiener sehen, die nur an die Staatskrippe denken, wenn sie vom Studium sprechen, und von dieser Stacüsknppe den 'Mschen Mitbewerber verscheuchen wollen, diese Leute sollten sich einmal von den Entbehrungen erzählen lassen, unter denen diese jungen Mädchen ihr Studium durchführen. Von den 396 Studentinnen, die im jüdischen Hochschulausschuß" organisiert sind, hat nur ein sehr geringer Prozentsatz vom elterlichen Hause ausreichende Unterstützung. Die überwiegende Mehrheit muß sich die Mittel zum Studium erst verdienen. Mt bewundernswerter Zähigkeit und Beharrlichkeit verfolgen sie ihren Weg. Geht es nicht mit geistiger Arbeit, so macht man sich an die Handarbeit. Bis tief in die Nacht sitzen sie über die Stickerei gebückt, zwischen zwei Kollegien stricken sie an ihren Jumpern, machen alle Arten von schlecht entlohnter Heimarbeit und «werden selbstverständlich nach allen Regeln der Kunst ausgebeutet. Es verdient ganz besonders unterstrichen und der Oeffentlichkeit mit allem Nachdruck zum Bewußtsein gebracht zu werden, daß die jüdische Studentenschaft zu den ersten gehört, die bei uns den Gedanlen des „W e r k st udenten" aufgegriffen hat. Das Atelier für Damem schneideret ist die zweite Studentenwerkstätte Wien (die erste wurde von Ukrainern errichtet). Ermöglicht' wurde die Gründung durch die Unterstützung der „Europäischen StudentenhiHe", die das notwendige Kapital vorstreckte und der Neugründung auch das Wichtigste beschaffte: die erste Arbeit. n Da sitzen jetzt die jungen. Mädchen und nähen mit wildem Eifer. Natürlich konnte man bei weitem nicht alle, die Arbeit suchten, beschäftigen, sondern wählte mit Sorgfalt jene Kolleginnen aus, die eine entsprechende Vorbildung besaßen. Unter den acht Werkstudentinnen des Ateliers haben sechs in ihrer Heimat ganz regelrecht schneidern gelernt, eine besorgt seit zwei Jahren in Wien Heimarbeit und eine nähte schon rnonatelang in ihren „Freistunden" in einem Stadtsalon. Denn sie studiert Chemie uub ihr Studium lostet sehr viel Geld. Auch eine Medizinerin erholt sich bei den „Nettigkeiten" eines Sportkostüms von der letzten Prüfung, weniger von den Anstrengungen als von den Kosten. Sie wird nun so lange nähen, bis das verdiente Geld wieder für die nächsten Kurse (Ausländerpreise!) reicht. Mit hingebendem Eifer widmet sie sich ven Knopflöchern, die in dem spröden, von der Studenteichilse gelieferten „Atflonsstoff" ein schweres Problem bilden. Die Mehrzahl der jungen Näherinnen — sämtliche OWdinn-eu — studiert Philosophie, ein Studium, das sich anscheinend ausgezeichnet mit Hohlnähten verträgt. Dieses gute Einvernehmen ist auch notwendig, denn der Kommandantin dieser Arbeitsrekruten, einer fachmännisch geschulten, vortrefflichen Schneiderin, blitzen die dunklen Augen sehr lebhaft aus dem klugen Gesichtchen und sie sieht bei aller Liebenswürdigkeit gar nicht so aus, als ob sie hinsichtlich der „Nettigkeiten" Spaß verstünde. Uebrigens scheint keine besondere Nachsicht vonnöten. Mit großem 6to4 werden die fertigen Kleider Vovgesührt — Modenschau bei den jüdischen Studentinnen. Das hübscheste von allen den reizenden jungen Mädchen stellt sich als Mannequin zur Verfügung, imd probiert die „WickÄröcke", Jacken, Kleider. Erst glaubt inan, daß das gefällige Ansuchen der Kleider nur auf den bestrickendem Charme der jungen Pvobiermamsell, im Hauptberuf Studentin der Phyisik, zurüötzuführen ist, aber allmählich kommt man darauf, daß die Kleiner wirklich vortrefflich gearbeitet sind, flott zierlich mü> „mit Verstand" genäht. Bisher hat die Werkstatt^ der jüdischen Studentinnen nur von der Studenterchilfe Unterstützung erfahren. Diese Hilfe kann rlaturgemäß nur über den ersten Anfang hinaus wirken. Nur jü& wenige Tage noch reicht die Arbeit, die diesen jungen Studentinnen die Mittel zum Studium verschaffen soll. Nun hat die Judenfchaft Wiens die Wicht, ihren Hilsswillen zu bekunden. Freiwillige vor! Es ist keine schwere Wicht. Und wenn einmal der Anfang gemacht, sein wird, dann glaube ich, wird es nicht schwer sein, die Werkstatt« der Studentinnen mit Arbeit zu versorgen. Offen gesagt: ich bin keineswegs geneigt, den Gerne-insirm und die Opferfähigkeit der Allgemeinheit zu überschätzen. Me jeder, der jemals mit Fürsorgeangelegenheiten zu schaffen hatte, weiß ich genau, daß nian von Pwhvwollenden Menschen viel eher ein Paar Tausender M ein bißchen Arbeit bekommt. Wenn ich trotzdem glaube, daß es m diesem Fall gehen wird, so liegt das daran, daß hier keim Opfer verlangt werden. Die meisten Menschen haben ja eine Vorliebe dafür, ein gutes Werk zu tun und dabei . Vorteile einzuheimsen. Und dazu ist in der Werk- Me der MMn GtzchetchmM .Gelegenheit geboten. Es _Wiener Morgerrzettung._ schadet auch wirklich nicht, wenn die Näherinnen Latein und Englisch verstehen — man sieht es den Kleidern nicht an. Und es schadet de«'jüdischen Frauen, den jüdischen Unternehmern nicht, einem Werk zum Siege zu der-, helfen, das jungen strebsamen Schwestern den Weg zur« Ziele erleichtern soll. __ K. M. Fahrvrekserm8ßig>ngfLtPalSstI«a-Wa«derer. Das Wiener Palästina-Amt teilt mit: Wie bereits gemeldet, wurde kürzlich für Palästina-Wanderer, die in P o l e n ihre SchssifÄarten .für die Dampfer des Lloyd Tviestino kaufen, eine verhältnismäßig bedeutende Ermäßigung der Fahrpreise zugesianden. Bor einigen Tagen wurde zwischen ^Vertreter» der Palafkim-Asmter B e r l i n, W i e n und T r i est und der Genvraldlrektüm des Lloyd in Triest ein UÄbereinkomimen getroffen, demzufolge auch Palästina-Wanderer auS Oe st erreich, Deutschland uftv. nunmehr billigsre Schiffskartenpresse nach Palästina erhalten werden. So wird eine Zwischendeckkarte mit Poftdampser von Triest bis Jaffa oder Haifa 2,60 Pfund Sterling (früher iß >begw. 4,6 Pfund Sterling) kosten und eine Zlwsschendeckkarte mit Mdampfer von Triest nach Alexandrien und von dort mit anschließendem Bootdampser bis Jaffa oder Haifa sich auf 8,12 Pfund Sterling gegenüber dem bisher gellenden Preise von 6I0 beAv. 6M Pfund Sterling stellen. Außer der Fahrpreisermäßigung sicht das erwähnte Uebereir.kommen eine Reihe von anderen Begünstigungen vor, die den Palästim-Manderarn zugute kommen sollen. Es ist zu hoffen, daß es möglich sein wird, bald wettere angesttMe Erleichterungen zu erwirken, die hauptsächlich auf eine bequemere und sämtlichen Anforderungen entsprechende Untervringung der Palästina-Wanderer auf den Moydfchiffen abzislen. Re orthodoxen Rabbiner für eine Anignng der Lrthodoxte. Aus New-Dork witt> gemeldet: Auf der vor kurzem abgehaltenen Jahresversammlung der Orchoidoxen Rabbinerorganisation wurde dar Beschluß gefaßt, die treMungsorthodoxe AgudaS Jisroel sowie den KiorMischen Misrachi zu einem Zusammenschlüsse mchpfordeM, welcher im Jnteresie der Gelsamtorch^oxie nvÄveudig sei. Die Konfereuz beschloß ferner, zum Zionistenkongrrß nach Karlsbad sowie zur bevorstehenden Msrachi^Konferenz eine Deleigation zu enüsenden, welche die Forderung rach der Bereinigung der beiden Gruppen vertreten soll. (Bekanntlich betreibt die Agudas Israel gegenwärtig di« Vorarbeiten für die ,Mnessio Gvdaulo" genannt« Konferenz, welche im August in Wien stattifinden und die enldgüMge Organisation der Agudas festlegen soll. Mt ihren Bestrebungen, dir beiden religiös orientierten Richtungen gu ein« organisatorischen. Einheit zu bringen, dürften angesichts der autizlionfftffchen Haltung der Agudas die mnerAansscheu orthodoxen. Rabbiner kaum viel Glück haben.) __ verdamm»« der öpkrldomwa. In Berlin« DussischffyziMstsschen Kochen ist die Nachricht eiugetroiffen, daß die bÄcmnte russische Revolutionärin Spiridonowa von der russischen Sowfvtregimung nach Sibirien verbannt worden ft. — Die Spiridimowa, eine jetzt 37 Jahre olle Fra«, hat im Jahre 1902 viel Aufmerksamkeit erregt. Sie hatte ÄS SotziaLrevoluttonSrin om Attentat gegen einen General verübt und wurde zu langjähriger Deportation nach Sibirien verurteilt. Auf dem Wege dahin wurde sie von der Eskorte gefoltert und von einem Offizier, der sie zu notzüchtigen versuchte, mit ebner schweren Krancheit infiziert.Während des Krieges entfloh st« und kehrte nach Rußland zurück. Nach der Ermordung des deutschen Gesandten Grafen Mirbach ttr MoSäm wurde sie von d« Tfchova verhaftet. Der Intendant de» Sckaye« Karl verhaftet. Wegen Betrügereien bÄm verkans der Kronjuwelen. > Paris, 6. Jurtt. (HadaS.) Wie dn,Matin" msldet, Hit die Pariser Pochjoi auf Grund ebnes von der Schweizer Polizei erlassenen HoftbchchlS den güwchdnen Intendanten des Exkaisers Karl. Steiner, ftstgenommen, der verschttderer Betrügereien beim verkauf der habsburgischen Kronjuwelen beschuldigt wird. Steiner wird bis zur Erledigung der AnÄüfLMUgssvrmÄttäte« m Haft bchÄttn. Baron Steiner de Balmot. Paris, 6. Juni. Der verhaftete BermSgensvevwalter des Exkaisers Karl war österroichischor Konsul in Rom uttd in Bern. Nach dem Umsturz wurde er vom Exkaiser als kommerzieller Berater mit S000 Schweizer Frauken Monatsgehalt angestellt und zum Baron Stein« de Balmot „echobm". Er hinterlegte das Vermöge-v deS EMserS, etwa sieben Millionen Franken, bei dem Zürich« Bankier Oskar Schlegel, der später als Defraudant mit alle» ihm anvertrauten Gowerll nach Australien durchging. Stedrer'verschleuderte nun die von der Gesellschaft „Perlesco" belehnte« Jnweken und Werfiedelte nach der Ausweisung des Gefolges ans der Schweiz nach Wi-es!bcv-en. In letzter Zeit reiste et nach Paris, wo er dev Verkauf der Kronjuwelen fortsetzte. Auf Anzoige des Ercherzogs Max ersuchte die Schweizer Regierung «m die Festnahme Steiners, der mit sein« Frau vechastet wurde. Keren Katemeth l'Fsrael Ködkscher RatioM. fand»). Im Sinne des Beschlusses der letzten Landeskonferenz würden die Spenden folgendermaßen erhöht: Bcmmfpende 20.000 K., Dunam 5 Pfund, Gold. Buch-Eintragmg ö Pfund. Die neuen Sätze erbMen ibre Gültiakell mit 10. 9tuni laaa _ 7. Juni 1923_ Veite 8 zionistisches Landeskomttee für SOerrelch. Die Bezirkssektionen, Sonlderverbände sowie die GesinmmgLgvnossen werden aufmerksam gemacht, daß daS stenographische Protokoll des 12. Zionistenkougressts erschieeDN ist. Das Protokoll ist 620 Seiten stark und enchätt.die genaue« Reden, Debatten usw., die Präsenzliste der Delegierten, alle Beschlüsse deS Kongresses in systematischer Ordnung, das alte und das neue Ovganifationsstatut, ein Register aller Redner und ein sorgfält-iges Sachregister. In Halbleinen 7.20 Schweizer Franker.', in Ganzleinen auf holzfreiem Papier 18 Schweizer Franken oder in österreichischem Gegenwert. Zu den genannten Preise« treten noch die Porti- und Berpackuugsspeftn. Bei größeren Bestellungen wird ein Rabatt eingeräumt. Beftellun» gen können durch das Ziomstische Landeskomitee erfolgen. Me Neuwahlen l» die sthewra Kadischah. Wie wie erfahren, soll die Generalversammlung der Wiener Chewra Kadischah zu Ende dieses Monats staitsinden. AuS verschiedenen Anzeichen ist anzunehmen, daß die A g u d a s Israel ihre in der letzten Zeit in verschiedenen Vereinen praktizierte Methode auch auf die Chewra Kadischa anwenden will, um diese zu überrumpeln und dort die Majorität zu erlangen. Um dem vorzubeugen, wird es notwendig sein, daß alle zionistischen Mitglieder der Chewra Kadischa rechtzeitig ihre rückständigen Mitgliedsbeiträge bezahlen, um an der Generalversammlung der Chewra Kadischa teilnehmen und ihr Stimmrecht ausüben zu können. Dettragrerneuerung Eden Fudustrieauseftellte». Die Verhandlungen mit den Angeftelltenorganisationen über die Erneuerung des Per Ende Mai gekündigten K o l l e ktivVertrages der sogenannten großen.Kollektivvertragsgemeinschaft sind zum Abschlüsse gekommen. Die Verhandlungen gestalteten sich aus dem Gnmde schwierig, weil der Wiener Jndustriellen-Verband die Erneuerung des Vertrages mit irgend einer Indexklausel ablehnte und sich nur unter der Bedingung zu Gehaltserhöhungen bereit erklärte, wenn der Vertrag auf mehrere Monate mit unveränderten Bezügen während der Vertragsdauer geschlossen würde. Das Verhandlungsergebnis ' bildet die Erhöhung der Teuerungszulage von 620 Prozent auf 700 Prozent für die Vertragsdauer (Mai bis einschließlich August 1923), ferner eine Erhöhung der vertraglichen Mindestgrundgehatter und die Gewährung der Kinderzulage im Falle des Hochschulstudiums über das 18. Lebensjahr hinaus. Marksturz und FremdeuveMr dt Tirol. Aus Innsbruck wird uns berichtet: Der Sturz der. Mark hat den Zustrom der Fremden aus Deutschland fast vollständig versiegen lassen. Die alp««« Herbergen im Karwendel- und im Kaisergebirge warm in dm Feiertagen der Vorwoche fast leer. Die Parität zwsschen Krone und Markhat viele Reichsdeutsche zu ein« Absage bereits bchellt« Sommerwohnungen veranlaßt, da für viele Deutsche ein Auskommen in Oesterreich nicht mehr möglich ist.- Die Tiroler Gastwirte und Hoteliers haben die Presse herabgesetzt, doch sind auch Pensionen für 50.000, ja selbst für Zy.000 Kronen den Reichsdeutschen nicht mchr erschwinglich-, , Verbilligung de» Brotdreise». Um 70 Kronen pro Laib. — Weißgebäck unvnändert. Die Brotpreise für die kommende Bttbrauchswoche^ wlcrdeu bei der heute von den Bäckermeistern und Brotsabriken vorgenommenen Errechnung der' Gestehungskosten wie folgt erstellt: Normallaib 6780 K. (Vttbilligung um 70 K.) E x t r a b r o t pro Kilogramm 59oo K. (Verbilligung um 60 K.) Die Preise für weiße Wecken und Kleingebäck bleiben unverändert. Die Verbilligung des Brotpreises wurde durch die Herabsetzung der Brotmehlpreise ermöglicht. Anter der Beschuldigung de» Mordversuche». Das Sicherheitsbureau ist bemüht, eine Mordsache zrr kläre«. Der in Meidling wohnhafte Tischlermeister Franz B. ist ist am 2. d. zum zweiten Male in kurzer Folge vom Polizeikonlmissariat Meidling wegen festgestellter Anzeichen von Delirium tremens der psychiatrischen Klinik überstellt lvorden. Der behandelnde Arzt vermutete nun auf Grund bestimmter Anzeichen, daß es sich bei B. nicht um eine alkoholische, sondern um eine Atropin Vergiftung handle. B. wurde im Sicherheitsbureau einvernommen und gab a«, seine Gattin habe ihm am 2. d. einen Kaffee vorgesetzt, der einen außergewöhnlich bitteren Geschmack gehabt habe. Bald nach dem Genuß des Kaffees hätte, sich bei ihm Urrivohlsein eingestellt. Auf Grund des ärztlichen Befundes und der Angabe des B. wurde seine Gattin Hermine in Verwahrungshaft genommen. Sie stellte beim Verhör in Abrede, ihrem Gatten rrach dem Leben getrachtet zu haben. Sie mußte aber zugebeu, schon in ftüheren Jahren mehrmals versucht zu haben, ihrem und dem Leben ihrer Angehörigen ein Ende zu b«eiten. Alle diese Versuche schlugen jedoch fchl. Frau B. wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Me Untersuchung des Mageninhaltes des Franz B. im gerichtlich-medizinischen Universitätsinstitut ist noch nicht abgeschlossen. Erst von ihrem Ergebnis wird es abhängen, ob wirklich ein Gistmordversuch vorttegt.

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