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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-06 · Heft 1549 (6.6.1923) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1549 (6.6.1923)
Date
1923-06-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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«fcfte 8 Wien, Mitttvo'ch Auf dem Anl agem arkie hüben sich alle Renten mit Rücksicht auf die günstigere Lage der SlaatsbNnz gebessert. Bon den Exoten notierten: 'Oofterr. Anzeigen-Gef. 67.000 bis 70.000, Erdöl 37.500 bis 41.000, Mwznica 118.000 bi§ 135.000, Schubert u. Ko. 17.000 bis 19.000, Universale 9&000 bis 36.000, Steirische Braunkohle 60.000 bis 76.000. Wiener Warenbörse. sMgenbericht der „Wiener Movgenzeitnng".) ' In Deutschland wurde der Chemikalienmarkt tiou großer Festigkeit beherrscht, aber die Unsicherheit der politischen Lage und die unübersichtlichen wirtschaftlichen Verhältnisse haben es zu umfassenden Umsätzen nicht kommen lassen. Die Fabriken kündigen wieder allgemeine Preiserhöhungen an, und man rechnet mit erheblichen Aufschlägen, umso mehr als eine 50%ige Verteuerung der Bahnfrachten bevorsteht. An der gestrigen Warenbörse war da8 Ansgebot williger, jedoch, noch zu wenig nachgebenden Preisen, so daß nur unbedeutende Abschlüffe zu verzeichnen sind. Verkauft wurden Antichlor kristallisiert zu 3600 K. ab Wien und Oxalsäure zu 15.100 K. transit Wien. Ausgeboten wurden Aetzkali 88/92 zu 0.81 Schweizer Franken transit Paffau, Bittersalz deutsche Shudikatware zu 650 K. transit Wien, Bleiglätte B. B. Ai. zu 10.300 K., Ceresin gelb zu 10.600 K., Chlorkalzium geschmolzen 70/75 zu 2400 K., Pottasche 96/98 zu 10.600 K., 80/85 Hydrat pro 100 Kilogrmmn zu 62.70 Schweizer Franken transit Paffau, Amoniaksoda 96/98 zu 3400 K., Soda kristallisiert zu 1250 K. ab niederösterreichischer Fabrik exklusive Enrballage, inländisches Terpentinöl zu 34.500 K., ftanzöfisches Terpentinöl zu 36.500 K. Wien, Bienenwachs‘ zu 38.000 K., Karnanbawachs zu 36.500 K., Japan-Wachs zu 26.500 K., Weinsteinsäure zu 47.000 K., Wasserstoffsuperoxyd zu 4 Schweizer Franken, Nitriersäure zu 750 K. ab Blümau, Milchsäure technisch zu 10.200 K. transit. Oele und Fett'e blieben unverändert, nur Schweinefett pme lad Faßpackung schwächte sich unr 25 Punkte auf 30,25 Dollar ab, Kistenpackung befestigte sich um 100 K. auf 22.500 K. Sonst waren noch offeriert Kokosspeisefett in Fäffern r« 18.500 K. Kokosöl technisch zu 17.900 K., Rüböl zu 17.400 K. RicinuSöl technisch I. Preffung zu 18.500 K. Agmispeiseöl zu 18.600 K. Nähr-, Lebensmittel- und Kolonialwaren haften mäßiges Geschäft in Kaffee, Tee, Kakaoprodukte, Gewürze, Reis, Kondensmilch and Pflaumen zu unveränderten Preisen. Zucker tendierte um 5 Punkte schwächer, eS notierten Kristall 6,65 tschech. K., Würfel 5,75 tschech. K. pro I«l i resp. 3,60 tschech. K. und ' 3,75 tschech. K. pro Oktober—Dezember ab Grenze, ab Lager Wien lauten die Notierungen um' 100 K. tiefer, Kristall 14.400 K. und Würfel 14.500 K. Gesucht waren getrocknete Heidelbeeren für den Export. ch Zum öffentlichen Verkaufe gelangten laut Art. 343 des H.-G.-B. 1 Drehbank zu 1,600.000 K., 2 Pferde zu 17,100.000 K. und 5 Ballen Korke 340'/» Kilogramm zu 6000 K. pro Kilogramm. Mehmörkte in St. Marx. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeitung".) Borstenviehmarzckt. Aufgetrieben wurden '1550 Schweine, darunter 576 Fleisch- und 974 Fettschweine. Ter Provenienz nach waren' 601 inländische, 391 ungarische und 858 fugoftawische. Außerdem wurden noch 290 Schweine angemeldet, die erst am Donnerstagmarkte zum Verkaufe gelangen. Schwere Fettschweme blieben infolge der anhaltenden Stagnation für Speck vernachläffigt, hingegen begegneten leichtere Qualitäten reger Nachfrage. Gegenüber der Vorwoche sind die Preise um 500 bis 1000 K. pro Kilogramm gestiegen. Fleischschweine tendierten unverändert. Es notierten: Fettschweine prima 25.000 bis 26.000 K., mittelschwere und Bauernschweine 25.030 bis 27.500 K. und Fleischschweine 26.000 bis 31.000 K. pro Kilogramm Lebendgewicht. Copyright 1923 Nachdruck verbo!rn. bylLLCwitVerlag,Wien-Leipzig. (4. Fortsetzung.) Fu Polens Waldem. Roman von I. Opatofchu. Autorisierte UeLertragung aus dem Jüdischen von Siegfried Schmitz. Rabbi Moffche lernte stets; einen Unwissenden haßte er. Und vor allem war er fromm bis zum Wahnsinn. Für die kleinste Verfehlung, strafte er die vornehmsten Bürger der Stadt hart und schwer; so fürchteten ihn alle und zitterten vor ihm wie vor dem Kaiser. An jedem Freitag ging er mit dem Schammes von Laden zu Laden und prüfte die Wagen und Gewichte. Bei mehr als einem Krämer nahm er die Gewichte fort und legte ihm Geldstrafe auf. Vor dem Lichtergünden öffnete er stets im Gerichtszimmer eine messingbeschlagene Truhe und zählte die dort verschlossenen Mitgiftgelder, die arme Brautleute bei ihm hinterlegt hatten; dann ging er mit stiller Freude in die Schul', um den Sabbath zu begrüßen. In der ersten Zeit ging Mordechai beim Großvater halbtoll umher. Er dachte an nichts anderes, als heim zu -laufen. Der Großvater wandte kein Auge von ihm, hielt ihm fortwährend' Moralpredigten und schimpfte ihn bei jeder Gelegenheit tüchtig durch: Aus ihm werde genau dasselbe werden, wie aus seinem Vater. Und als der Rabbi Srmnal Mordechai dabei -betraf, daß er ohne Käppchen schlief, da drohte er ihm, ihn bei Nacht mit einem Fuß aus Bett anzubmden. Der Großvater achtete darauf, daß Mordechai von früh bis spät in die Nacht lernte. Schon um sechs Uhr morgens weckte er ihn zur ersten Lektion. Bei Tag schickte er ihn ins Beth-'Hamidrasch und am Abend lernte er wieder mit ihm. Mordechai bekam vom Großvater kein gutes Wort zu hören; mochte er auch seine Lektion noch so gut könnest, der, Me fand immer etwas auszusetzen und war nie zufrieden, so daß das Lernen mit dem Großvater für Mordechär eine Qual war. Kam es einmal vor, daß Mordechai seine Lektion nicht konnte, da geriet der Großvater in Hellen Zo^ warf sein farbiges Schnupftuch aus die Gemara, öffnete seine silberne Tabaksdose, roch daran und schrie: „Brauchst ja gar nichts können, Narr! Mußt du denn ein Gelehrter sein? Wirst ja ohnedies mit deinem Vater « AogC obenan sitzen!" Wiener MorgenzeMM. Baumwollnmrtt. Aew-Vorst» 4. Juni. Baumwollzüfuhren in den atlcmt. und Golfhafen 3000, im Innern 1000, Ausfuhr "Nach Großbritannien 1(03.—, nach dem Kontinent 17.000.—. v Lokalmarkt middJintr: 27.25 (gestern 27.40). Tendenz! Ruhig. Termine: Juni . 26.30, Juli 26.—, August 25.10, September 23.65, Oktober 23.06, November 22.92, Dezember 22.77, Jänner 22.47, Febtnar 22.46, März 22.42, April —. Prager Börse. Prag, 5. Juni. Bor Eröffnung der heutigen Börse Ivar nach den Aktien der IndutstrivunternÄ/mungen rege Nachfrage,'die größtenteils über 'i^rcnt gestrigen Niveau gehandelt wurden. Im offiziellen Geschäft stellten sich nach Erledigung zahlreicher Kaufaufträge, die eme tveitere Befestigung herbeisührien, auf die Abschwächung Wiens Realisationen ein und die Kurse gaben durchwegs nach. Auch das Steigen der Mark und die Hoffnung aus emen günstigen Ausgleich im Ruihrgcbiot war ein Grund zur Mschwächung, so daß das Geschäft bis zum Schliff; einen schwachen Verlaus nahm. Gut behauptet blieben Alpine-Aktien, Vereinigte Elektrizitätswerke und Kroatischer Zucker. Maschinenuns Eisenwerte schwächten sich aegen Schluß ab. In Tmnsportunternehmungen -überwogen die Realisationen. Heimische Banken lagen teilweise. Wiener durchwegs fester. Auf dem Anlage mailte stellten sich nach ziemlichen Steigerungen in den letztem Tagen in einigen Kategorien Realisationen ein, die GrunLstimmnng blieb aber eine feste. In Exoten stiegen infolge ver Befestigung der Balkandevisen auch diese Papiere. Die Schlußtendem war leicht obgeschwächt. " Schlußkurse: Türk. Eisenbahn-Anleihe 400 Franken 268.—, Böhm. Ilnionbank 362, Böhm. Eskomptebank 359.—, Böhm. Jndustrialbank 426.—, Zivnostenska Banka 347.50, Anglobank —.—, Oesterr. Kredit 89.—, Wiener Unionbank 101.—, Wiener Bankverein 67.—, Buschtiehrader Eisenbahn Llt. A —, Sit. B 189.—, Ferdinands-Nordbahn , Prag-Duxer —.—, Aussig-Teplitzer Eisenbahn 1300.—, Nestomitzer Zuckerindustrie , Vereinigte Elektrizität Wien 133.—, Brosche 895.—, Koliner Spiritus —, Königshofer Zement 940.—, Breitfeld-Danek 385.—, Ringhoffer 655.—, Simmeringer 104.—, Rothkosteletzer Textil 283.—, Alpine Montan 320.—, Poldihütte 440—, Prager Eisen 963.—, Oesterr. Berg u. Hütten 1725.—, Skoda 473.—, Jnwald 560.—. Budavester Börse. Budapest, 6. Juni. Die heutige Börse, eröffnete in ruhiger Haltung. Im Vordergründe des Interesses standen Bampapiere, -in denen heute eine' großzügige Haussebewegung begann. Der Verkehr gestaltete sich nur in diesen Papieren lebhafter, während der Gesamtm-arkt etwas vernachlässigt war. Da im weiteren Verlause aus Wien bessere Meldungen einlangten, wurde auch die hiesige Tendenz günstiger. Dia Kurssteigerungen der favorisierten Werte betrugen durchschnittlich 5 bis 10 Prozent. Ans dem Eisenmarkte waren namentlich Waffen-, Ganz^Danubius- und Raaber Waggon-Aktien leibhaft gefragt. Die Preisgestaltung in den übrigen Jndüstriewcrten war nicht einheitlich. Größerer Nachfrage erfreuten sich noch Zuckerwerte, die ihre letzten Notierungen weit überschritten. Die Schlußtendenz, war fest, die Stimmung freundlich und der Verkehr lebhaft. Wochengeld war zu 2 bis 2,6 Prozent erhältlich. Schluß kurse: Una. Kredit 48.000.-, Oesterr. Kredit 16.000.-, Britisch-Ung. Bank 8800.-, Salgo Kohlen 109.000.-, Rimamuranyer 29.100.—, Südbahn 17.750,—, Staatsbahn 99.000.—, Gran-Szaszvarer 79.000.—, Lberungarische Kohlen 114.000.— Drascke-Ziegel 47.200.-, ■ Ungarische Allg. Kohlen 373.000-, Urikany Kohlen 203.000, Adria 94.000, Mordechai stieg das Blut ins Gesicht. Er sah, wie des Großvaters dünne Nase zitterte und die schmalen Lippen sich genau so zusammenpreßten wie bei seiner Mutter; am meisten aber verdroß es ihn, daß der Großvater immer den Vater ins Spiel brachte, und kr konnte nicht mehr schweigen: „Der Großvater mußte ja nicht den Vater zum Schwiegersohn nehmen!" ,Benimm dich anstätvdig, .Frechling!" schrie der Rabbi und sprang ans. Er rannte einige Male durch das Zimmer, schnaufte, wischte sich die Nase, machte Gesteu, als stritte er mit sich selber, und alsdann sein Zorn verraucht war, legte er die -Hand auf den Kopf des Enkels und sagte milde: „Es ist schwer, ein Lehrer zu sein, schwer! Der Lehrer soll nie in Zorn geraten!" Dann ging er aus dem Zimmer. Im ersten Jahre machte Mordechai große Fortschritte und im Städtchen sprach man davon, aus ihm würde ein ordentlicher Junge mit viel Wissen werden. Aber Mordechai fühlte sich nicht wohl. In des Großvaters Art konnte er sich nicht einleben und es zog ihn in den Wald. Ueberdies merkte er, daß ihn die. jungen Burschen in Beth-Hamidrasch für dumm hielten, ihn mieden und in seiner Gegenwart die Gespräche über die gepfefferten Stellen in den ,-Vorschriften für Frauen" der Gemara abbrachen, die fast jeder junge Beth-Hamrdrasch- Besucher auswendig kann. Mordechai suchte nun heimlich -diese Stellen auf und verschlang sie fast; er wunderte sich, daß sie ihm bisher nicht ausgefallen waren, obwohl er sie schon meherere Male durchgemacht hatte. Ihm fiel auf, 'daß alle diese Stellen mehr abgenutzt seien, als die anderen, und in vielen GamarabäMen waren beinahe die Buchstaben nicht mehr zu. erkennen, so zerlesen Ware sie. Jedesmal, ivenn Mordechai in den Gamarabänden blätterte, fuhr er mitten darin aus, blickte sich um. und wurde rot. Er war überzeugt, daß alle 'seine Altersgenossen ihm züsehen und seine Gedanken errieten. Dann blätterte er um und lernte immer lauter, um seine Geldanken zu überschreien. Je lauter aber der Singsang' seines Lernens.wurde,.unb je stärker er sich dazu wiegte, desto deutlicher erschien, ihn: seine Braut, dle er niemals gesehen und gesprochen hatte; wenn-er an sie dachte, sah sie ihm stets so aus wie Rachel, des Pächters Tochter. Wenn der Großvater im Beth-Hamidrasch war, stahl sich Mordechai ins Gerichtszrmmer und blätterte rasch euren Gamaräbaud nach, dem anderen durch, in sieter 6. IM 1923 Clotilde chem. Fabrik 19.500—, Uug. Eisenbahnverkehr 44.600—, Anglobank —Verein. Holz 3050—, Koburg 14.500.—. Spodium 48.600.-. .. Sie Devisenkurse.' Berlin, 5. Juni. (Devisenkurse.) — Amsterdam 24.339.- (30.124.50), Belgien 3466.- (4259.-), Christians 10.349.- (12.867.60), Kopenhagen 11.396.- (14.064.50), Stockholm 16.558.60 (20.249.-), Italienische 9892.60 (9531.-.). - Londo« 284.287- (951.120.-), New-syork 62.843.- (76.009.-), Paris 4019.50 (4922.50), Schweiz 11.406.- (13.740.50), Spanier, 9.725.50(11.421.-), Wien92.91 (105.73), Prag1926.- (2259.-). Budapest 11.87 (13.66), Sofia 698.- (773.-), Belgrad 809.60 (924.50). - . ' Berlin, 5. Juni. (Notenkurse.) — Noten Dollar 63.740.- (75.411.-), Pfund 288.776.- (362.11?.-), Jtalie- Nische 3017.- (3638.-), Polnische 107.- (127.50), Tschechoslowakische 1965.- (2184.50), Oesterr. gestempelte 91.76 (101.70). Prag» 6. Juni. (Devisenkurse. — Mitgeteilt vom Bankamte des tschecho-slowakischen Finanzministeriums.) — Berlin*) 5.40 (4.07'/,), Zürich 610.75 (606.75), Paris 218.25 (219.25), London 154.25 (154.87), New-Mrk 33.80 (33.80), Belgrad 41.12-(41.-), Bukarest (-.-), Wien*) 4.59 (4.61), Warschau 5.75 (5.45), Agram (-.-), Budapest*) 61.60 (61.50), Jugoslawisch- 40.76 (40.75), Oesterreichische gestempelte Krone 4.59'/« (4.58), Polnische 5.40 (-.-), Ungarische 50.50 (50.50). *) Für 10.000. Budapest» 5. Juni. (Kurse der Devisenzentrale.) ~ Amsterdam 2061 bis 2123, Bukarest 28.— bis 30.—, Kopenhagen 969 bis 999, Chrlstiania 889 bis 919, London 24.370 bis 24.970, Berlin 0.0009 bis 0.0960, Italien 243.-bis 253.-, Paris 338 - bis 348.-, Prag 157.50 bis 163.50, Stockholm 1401 bis 1451. Zürich 950 bis 980, Wien 0.0745 bis 0.0785, - Sofia 55.50 bis 57.50, Belgrad 65.50 bis 67.50, New-Aork 5260 bis 5410, Waffchau 0.0930 bis 0.1010, Brüssel 291 bis 301. Agram. 5. Juni. (Devisen.) Wien 0.11425 LiS Berlin 0.1251 bis Budapest 1.62 bis Bukarest 42.— bis —, Italien 376.50 bis —, London 376.— bis —. New-Uork 8100.— bis —, Paris 530.— bis —. Prag 245.— bis —, Sofia —.— bis Schweiz 1467.60 bis. —.—, Brüssel —bis —, Warschau 0.145 bis —, Amsterdam —bis —.—, Stockholm —. Amsterdam, 6. Juni. (Devisenkurse.) London 11.79'/.j bis 11.80, Berlin 0.0037'/. bis 0.0038, Paris 16.37'/, bis 16.42'/,. Schweiz 46.- bis 46.10, Wien 0.0036'/« bis 0.0036*/«, Kopenhagen 47.25 bis Brief, Stockholm 67.76 bis 67.95, Ebristiania 43.15 bis Brief, New-?)ork 264.75 bis 255.25, Brüssel 14.15 bis 14.21, Madrid 38.5» bis 38.75, Italien 11.83'/, bis Brief, Budapest 0.05*/« bis Brief HelsingforS 7.— >bis 7.10, Prag 7.62 bis 7.65. Belgrad, 5. Juni. (Devisenkurse.) London 370.— bis —, Paris 615.— bis —.—, New-Aork 8000.— bis — Genf 1460- bis Saloniki bis Mailand 375.— bis —Prag 245.50 bis —.—, Berlin 0.0115 bis —, Wien 0.1336 bis —.—, Bukarest 42.— bis —.—, Sofia 84.— bis —.—, Budapest 1.60 bis —Brüssel — bis , Amsterdam —bis—.—, Waffchau —.— bis Warschau» 5. Juni. (Devisen.) Berlin 0.87, London 2g0.900.-, New-Uork 55.970.-, Prag 1710.-, Wien 0.77'/,. : Nerv-Aorst, 4. Juni. (Devisen.) London 462.625, Pari! 641.25, Berlin 0.014'/«, Mailand 461'/,, Zürich 1805.—, Kopenhagen 1838, Stockholm 2665.—, Christiania 1687, Amsterdam 3921.—', Präg 2,99.50, Wien 0.14125. Budapest 1.875, Bukarest 53.—, Warschau 0.18, Madrid 1517.50, Helsingkors 277.—, Brüssel 555.—, Kanada 2'/« unter pari, Brasilien 9755, Argentinien 3538, Belgrad 125.—. Angst, der Großvater könnte kommen. Er schämte sich vor sich selber. In den Bänden des Großvaters Ivarerr die gleichen Stellen mehr abgenutzt als alle anderen. Oft, wenn Mordechai mit dem Großvater bei Tisch saß und sein schütteres Bärtchen, sein mageres Gesicht, seine katzengrauen Augen betrachtete, da fiel ihm manchmal ein, dgß sich der Großvater wohl auch rnr Gerichtszimmer ein-- schließe, die Gamarabände durchblättere und genau so zittere wie.er, Mordechai. . ,,v:.y Dann schäme er sich, den: Großvater in die Augen zu scheu und schmähte sich selbst; er konnte nicht glauben, sein Großvater, der brave, fromme Jude, um den ein Geruch von altem Pevganrent und alten Büchern lag, könnte so etwas tun. Nein! Welch ein unsinniger Einfall. So ging Mordechai wie im Traum umher umd fühlte, wie böse Gcd'äuken ihn umringten und Gewalt über ihrc bekamen; und obwohl er wußte, daß Böses Böses gebäre, so konnte er sich doch nicht' Helsen und jmndigse immer wieder. Da trat ein kleines Ereignis ein, das Mordechais Leben völlig veränderte. NaM Mojsche begann kränkeln und konnte nicht mehr mit Mordechai lernen. Daher übergab er ihn einem jungen Ehassid. Der lernte mit -Moäechar wenig, sondern ging stundenlang im Bet^° Hamidmsch Umher und dachte nach. Wenn er vom Umhergehen und Nachdenken rnüde wurde, dann setzte er sich neben Mordechai nieder, faßte ihn bei beiden 'Händen, als fürchtete er, Mordechai könnte i^m weglausen und sprach leise und geheimnisvoll unaufhörlich auf ihn ein, um ihn in das Wesen des Chassidismus einzuweihen. Mordechai, der von Natur ans.gläubig ivar, bedurfte keiner Wunder, um zu glauben, und war bald dem jungen Manne mit Leib, und Seele ergeben. Er hörte auf, zu lernen, streifte ganze Tage-mit jungen Chassidim umher und hörte viele Geschichten über Rabbi Äendele aus Kozk. Diese Geschichten prägten sich ihm so tief ein, daß es ihm keine Ruhe ließ; es zog ihn zum Rabbi und er nahm sich vor, ohne Wissen der Eltern nach Kozk zu gehen. Mordechais Gedanken waren jetzt noch schlechter als früher. Aber er fühlte sich nicht sündig, denn nun glaubte er, er habe einen Halt — denn Rabbi Mendele ist ja' der Zaddik seiner Zeit. Gerade damals hörte Mordechai, daß Reb Jtsche, der Kabbalist, der Vertraute des KoAer Rabbis in den- Wäldern seiner Heimat sich aushalte. Darin sah er Gottes Fügung; er war sicher, Reb Jlffche werde für ihn Partei nehmen und die Eltern beruhigen; und er i bereitete sich zur Mmdersahrt. (Fortsetzung folgt.)»

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