Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1549 (6.6.1923)
- Date
- 1923-06-06
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1549 Wien, Mittwoch Deutschland gegenüber den österreichischeu ganz verschieden sind, wenn e8 auch unwahrscheinlich ist, daß sich -in Deutschland der Deviseitverkehr dergestalt zentval-isteren ließe wie in Oesterreich, weil dort ettte größere Anzahlvon Handelszentren vorhanden sind, die sich ein Diktat von Berlin aus nur ungevne gefallen ließe, so scheint doch von manchen Kreisen die Idee der Zentval-iistemug propagiert zu werden. Auch der Düviseuhandel nahm diese Nachricht sehr ernst nnd dies bewirkte, datz im Vstuse des gestrigen Tages in Berlin der Dollar von 7S.411 aus 63.740, das Pfand von 362.447 auf 288.776, der frau-zösifche Franken von 4833 aus 4089,60, die österreichische gestempelte Krone von 104,70 <mf 91,76, sank. Es sind dies wesentliche KurSeinbutzen and bleibt die Frage offen, ob -diese Kurs-- senLung weitevschrerten werde, zumal da haWoffiziös verlau-tbart wurde, daß die deutsche Regierung bestrebt sein werde, wenigstens auf dem fetzigen Niveau den MarMurs zu halten. In Zürich ist die Devise Sofia von 5,45 auf 6,05 gestiegen. Ebenso hat sich die Deivift Warschau ein klein wenig von 0,0067 auf 0,0968 erhöht. Gestern fand in Men Lein Clearing statt. Bemerkens-- weit wäre nur die Steigerung der deutschen Mark van 0,69 auf 1,06. Nachstehend die offiziellen Notierungen: eiearingkurse der Österreichischen Hationalfiank vom 5. Juni 1923. Wienev Morkgenzeltung. Devisen (Schecks und Auszahlungen) Amsterdam f. 1 holl. Gulden , Agram 1 Jag.. Kronen Belgrad 1 Dinar ...... Berlin 1 deutsche Reichsmark , Brüssel 1 belgische Francs >. , Budapest 1 ungarische Kronen » Bukarest 1 Lei. Chrlstiania 1 norweg. Kronen , Kopenhagen 1 dänische Kronor , London 1 Pfund Sterling . . . Aadrid 1 'Pesetas ...... /lailand 1 Lire ....... lew York 1 Dollar, . , , , , Paris 1 Francs . .. Prag 1 tschecho-slow, Kronen , Sofia 1 Lewa ....... Stockholm 1 schwedischeKronor . Warschau 1 polnische Mark . . tflrlch 1 schweizerische Francs . Noten tmerikan, Noten v. 5 Dollar aufw, Kleinere Belgische Noten 100 Francs! . Bulgarische Noten zti 1000 Leva . I» » » 100 , » * „ kleinere. . . Dänische Noten 100 Krooer ». . Deutsche Noten zu 1000 Mark, . » » » 100 » . . „ . kleinere. . , tngl, Noten von 5 Llvrest. auiw, , „ kleinere ..... französische Noten 100 Francs , lolländische Noten 100 Gulden . tallenlsche Noten v. 100 Lire aufw. „ „ kleinere’ . . . tagosl. Noten ungest. zu 1000 Dinar * » i» ioo „ * . » » kleinere . . forwegische Noten 100 Kroner . fölnische Noten v. 500 Mark aufw, , n n kleinere .... (umänlsche Noten zulO0Ou.5O0Lel „ „ kleinere . . . tuss. Noten (Roman,) zu 500 Rubel ■ » » n 100 8 „ „ » kleinere . . Ichwedische Noten 100 Kronor . Ichweizerische Noten 100 Francs, {panische Noten 100 Pesetas . . yschecho-slow. Not. v.1000 autw, „ kleinere Ingar. Noten (neue Em.) zu lOOOKr. , »zu 10.000 l(r. » » . . » kleinere , , » . . Zinsfuß Geld Kurs vom 4. Juni Ware Geld , Ware 27790.- 27890.- 27790.- 27890.- 869.- 871.— 889.— 891.- 869.- 871.- 889.- 891.— 1.07 1.13 0.89 0.95 3904.- 3916.- 3899.- 3911.— ' 12.55 12.65 12.55 12.65 371.- 373.- 364,— 365.- 11335.- 11865.— 11835,— 11865.— 12985.- 13815.— 12935,— 13015.— 328200.- 328800.-328200.- 328800.- '/, 10685— 10715.- 10685.- 10715.- 3261.- 3269.- 3268.- 3276.- 70985.- 71135.- 70985.- 71135.- 4514.— 4556.- 4554.- 4566.-, 2126.— 2132.— 2126,— 2132.- '/, 764,- 766,— 704.- 706.— 18730.— 18770.- 18730.- 18770.— 1.23 1.29 1.22 1.28 12805,- 12835,- 12815.— 12845.— 70650.- 70950.- 70650.- 70950.— 70550.- 70850.- 70550.- 70850.— 3845.- 3375.- 3840.- 3870.- 743.— 747,- 683.- 687.- 123.- 727!- 663*— 667!- 12840.- 12900.- 12840.- 12900.- 1.06 1.18 0.89 1.01 3265QP.’- 327500*.326500*.- 327500*.- 326300.- 327300.— 326300.- 327300.- 4485— 4515.- 4495.— 4525. — 27640.— 27840.— 27640.- 27840.- 3227.50 3242.50 3234.50 3249.50 3207.50 3222.50 3214.50 3229.50 853.- 862.- 878.- 882.- 848!- 852s- 868i~ ,872*.-# 11710_ 11770.- 11710_ 11770.— 1.10 1.22 1.09 1.21 1.05 1.17 1.04 1.16 379.- 381.- 371.— 373.- 359.- 361.- 351.- 353.— 18520*.- 1860o!— 1852,'j!— 18600*,- 12710.- 12770,— 12720.- 12780.— 10560.— 10620.- 10560.— 10620.— 2109.— 2119.- 2100.— 2119.— 2104.- 2114.- 2104.- 2114.- 10.50 10,70 10.70 10.90 lo!45 10^65 10*65 10,85 # Aus Berlin wird uns geschrieben: Me Unfähigkeit der Berliner Börsenverwaltung, sich räumlich und technisch Der außevgewÄhnlichen Entwicklung des BörfengeschÄftes anzupassen, hat jetzt zu -der sehr einfachen, aber dafür um so drastischeren Maßregel geführt, daß bis auf weiteres neue Zuiasfungen zum Börsenbesuch nicht mehr geneihnii-gt werden, d. h. auch große Bankinstitute, die in Berlin eine Filiale errichten wollen, sind vorläufig nicht in der'Lage, auch nur pineu Börsenvertreter zu entsenden. Trotzdem ist dieser Be Muß im allgenieinen mit Befriedigung aufgenoimmen Wor den, denn die räumliche Enge Hai nicht nur zu einer Bervilderuny der Sitten, sondern auch zu großen Schwierigkeiten and Reibungen in der Abisvicklung des Effektenhandels geführt. Die jüngeren Bankiers und solche, die es in der näch- (fcett Zeit werden wollen, zeigen sich dagegen .erbost über die lluffassnng^des Börsenkommissärs, daß ein Platz an der Börse ähnlich wie in New-Uorik ein traditionelles Privileg wenden soll, aber über diese Stellungnahme könnte man stillschweigend hinweggehen, wenn dem Bürsenverkchr dadurch auch tatsächlich eine Erleichterung geschaffen Würde. In Wirklichkeit vergäbt es sich, so, daß die Aus-geschlossenen sich ihr Tätigkeitsfeld sMst schassen werden, und das kann nur in der Weise geschehen^ daß sich ein Curtb-Markt hevausbilldet. Bietet der Berkiner Markt für Freiverkehrswerte durch eine allerdings nicht viel mehr als nominelle Kontrolle und durch die Abwicklung in einem Börsensaal wenigstens noch .eine gewisse Gewähr für die Bonität des gehandelten Papiers und die Zuverlässigkeit der Ulscmoen, so wird ein Straßenmarkt sehr rasch Auswüchse zeigen, die dem Ruf der gesamten Börse schaden können. Ans der U-ciberfüllung der Börseuräume darf nicht ohne weiteres geschlossen werden, daß der SpMlations- oder Spieltrieb seit dÄn Krieg unmäßige Formen angenommen hat. Cs ist eine allgemeine Erscheinung, daß in Jnflationsläudern das Moment der Aufwertung den Aktienbesitz lockert, beweg-' licher macht, und zu großen Verschiebungen von Aktienpaketen führt. In Deutschland kommt'.hinzu, daß in den letzten Jcchren die Veraktieugrsellschaftung int Zusammenhang init den Kreditschwierigskeiten des Privatunternehmers einen schlechthin katastrophalen Iftnfang aügcnommen hat. Bis vor kurzem brauchten' neue Mtiengesellischasteu nur ein Mindestkapital von 5000 Mark zu haben, diese Grenze ist in der' Zwischenzeit auf 6 Millionen 'Mark 'herausgesetzt worden, ohne daß damit her Muesten WHeutwertuug RechMug gchpagen Wochen- U, Da die Zulassungsbedingungen Mm offiziellen Handel, an der Berliner Biplse nach wie vor ziemlich streng gehaM)albt werden, ziehen -es viele — selbst erMassige — Gesellschaften vor, den Fveiverkchr anfzusnchen, der damit eine wachsende Bedeutung im ganzen Börsengeschäft gewinnt. Jedenfalls wird der Numerus clausus zu einer neuen Zersplitterung des Cffektenhandels und damit.zu einer nicht ganz gefahrlosen Unübersichtlichkeit der Märkte führen, falls nicht in der Zwischenzeit andere Mittel gefunden werden, die der Börse die frühere Einheitlichkeit und-straffe Organisation wiedeivzugelben vermögen. ÖMnthMdelsgeinossenschaft „MsMr in Aus Bratislava schreibt man uns: Bor einigen Wochen ist in Bratislava ein JnsdrmationKlburvau für den Handel mit dem Orient errichtet worden. Schon , nach den ersten Versuchen lag es klar zutage, daß die Schaffung eines Instrumentes für die Eröffnung von. Handelsbeziehungen mit dem Orient, namentlich mit dem im Emporwachsen begriffenen Palästina, auf breiierer GruMa'ge nötig sei. , Daher entschlossen sich die Begründer des Jnformcrtivnsbureaus, an die Gründung einer 'Handelsgenossenschaft zu schreüen, und zwar ist eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung geplant, welche Anteilscheine zu 145 tschech. K. mÄufive Gründungsispesen herausgeben wird. Die Genossenschaft Mis'char will das eingelegte Kapital zunächst ausschließlich für Sicherheitsdepots für den Au-- und Verkauf von Komm-issivnsware aus und nach Palästina und den umliegenden Ländern verwenden. Es 'ist den Proponenten gelungen, sich den Alleinverkauf von Palästinenser Weinen zu sichern, ferner will die Gefelffchast andere Landesprodukte Palästinas, so Oele, Südfrüchte, Orangen, ferner Erzeugnisse der rühMÄchst bekannten Bezalelschule in den Handel bringen. Der Mis'char plant in allengrößeren Städten der Slowakei Verkaufsstellen für die Produkte Palästinas zu errichten. Es sind bereits Schritte unternommen worden für die Errichtung von Verkaufs stellen in Palästina und den Nachbarländern, und die Mitarbeit bedeutender Exporteure und Handelsgesellschaften ist gesichert. Für Rohmaterialien und Waren, die für den Export nach dem Orient in Betracht kommen, will der Mis'char Exportmöglichkeiten schaffen und dieselben zum Export gegen entsprechende Garantien übernehmen, Anmeldungen auf Anteilscheine und Anfragen von Interessenten sind an die Adresse: Mis'char, Handelsgenossenschaft für den Orienchandel, Bratislava, Palifadeuwe g 66, zu richten.. Die Vorteile wfdjtot Zeichnung auf die OiestjerveWsche Völkerbundauheihe. Die Zeichnung auf die österreichische Staatsanleihe lm Betrage von 4L Millionen Dollar, d. i. zirka , der zehnte Teil der gesamten Vökkerbündanleihe, die auf dem interMtioualen Finanzmarkt Mr Oesterreich aufgelegt werden soll, kann bis 30. d. vorgeruMmen werden. Die günstigen Bedingungen der Anleihe tzZeichnungsPreis' 96 Prozent des Nominales, Verzinsung 7 Prozent des Nominales) sind schon allgemein bekannt, nicht -der, daß der schnell entschlossene Zeichner größere Vorteile genießt als derjenige, der sich die Zeichnung bis zum Schluß der Zeichnung Weillogt.. Da die zum ersten Male am f. Dezember 1028 fälligen.Halbjahrscoupons die Verzinsung für das Halbj-ahr 1. Juni bis 1. Dezember 1928 bedeuten, hat jeder Zeichner, der die Einzahlung auf die Anleihe evst nach dem,1. Juni 1908 vornimmt, Vprozentige Stückzinsen zu entrichten. Wenn zum Beispiel Herr A. 10 Dollar zeichnet und den gesamten Zeichnungspreis bereiis am 1. Jnn'i 1628 erlegt, so hatte er bloß 9.80 Dollar oder 658.440 K.. zu bezahlen. Zahlt er am 10. Juni ein, so hat er 9.3176 Dollar oder 659.679 K. zu entrichten, am 20. Juni 9.8369 Dollar oder G81.0i56.6G K., am 80. Juni 9.3563 Dollar oder 62.488.38 K. Wählt er die Zahlung in Raten, so ist für die erste Rate, falls sie z. B. cnn 10. Juni vorgenommen wird, 164.919.76 K-, für die zweite am 16. Jüli fällige Rate 166.468.76 K., für die dritte am 16. August fällige Rate 167.101.26 K., für die vierte am 16. September fällige Rate 168.189.83 Kronen zu bezahlen. (Das sind bei Dollarzahlung 2.329376 Dollar, 2.346876, 2.361458, 2i376666 Dollar.) Für den Reinen Zeichner, dem die notwendigen GeMeträge nicht auf einmal zur Vevfügung stehen, fallen diese pro Tag be rechneten Stückzinsen wohl nicht sehr ins Gewicht. Wer aber größere Beträge zeichnet, sollte unbedingt die prompte Zahlung ivählen. Zeichnet Herr £. z. B. 10.000 Dollar, so hat er bei vollständiger Einzahlung am 10. Juni hierfür 699,679.000 Kronenzu entrichten. Wählt er die Ratenzahlung, so hat er am 10. Juni. 164M9.7S0 K. zu entrichten,' am 1-6. Juli 166,168.760 K., -am 16. August 167,191.260 K-, am 16. September 168^89.330 K., insgesamt also 666,459.080 K. zu zahlen, was einer Differenz von rund 6,75 Millionen /Kronen entspricht. Die Kaufmannschaft für die Aufhebung des PrvistrvilbMigesetzes. In der gestern stattgehalbten Vollversammlung des Gremiums der Wiener Kaufnmnnfchaft wurde zwecks Aushebung der Pveistr^ibereiverordnung nachstehende Entschließung geisaßt: „Ein Hauptprin-zip des ganzen Sanieruugswerkes Oesterreichs, das sowohl von den maßgebenden Faktooen des Auslandes wie von der Regierung immer wieder verkündet wurde, ist die Aufhebung aller Beischräwkungen der Wirtschaft und RüWchr zu normalen ökonomischen Zuständen. Zu den sinnwidriigften. und zwecklosesten Beschräm kuugen' der österreichischen Wirtschaft, die heute trotz Wegsallens aller Voraussetzungen noch immer aufrechtevhalten werden, gehört die Proistreibeüeigesetzgeibung. Das Preistreibereigesetz hatte nach Ansicht aller einsichtigen Wirtschafts- Politiker auch zur Zeit seiner Entstchung in ckiner Aera größter > Wareuikncipphei-t und schärfster Gebundenheit der Wirtschaft keine Aussicht auf Erfolg. Die Entwicklung der Dinge hat die Richtigkeit dieses Urteils gezeigt, da das ganze Rüstzeug von Höchstpreisen, Richtpreisen und amtlich normierten PreiLMkuMioilcu zivar zu ch^sten Belästigmigen des legi- ' timen .Handels führten, aus der anderen Seite aber Schiebertum Md Schloichhaudel geradM züchteten. In ärgster pM- ' - 0' Juni 1923 Sette 7 tifcher Krisenstimmung, im, Jahre 1020, wurde sodann das Preistrciebreigosetz wesentlich noch verschärft und zu einei Art wirtschaftlichen Standrechtes umgcstaltet. Dieser Zustanh ist bis heuteunverändert a-nfrechterhalten nnd bildet vieWeich den ärgsten Anachronismus der österreichischen Wirtischafts^ güsetzgebung. War das heutige österreichische Preistreiberei^ geisetz zur Ze'i-t seiner Entstehung zwar nicht sachlich zu begründen, aber aus der PaniGimmung jener Tage psycho« logisch zu -r-echlfertigen, so 'fehlt heute' auch dieser Enllschuldü gungsgru-nd. In einer Zeit, da unsere- Währuug durch drei! viertel Jahve stabilifievt ist, da auf allen Linien die Grundsätze normaler Mrtschaft sich durchr-ingen, gibt es kein Moment, das in Oeisterreich die A-ufrechtechMung des strengsten Preistrelilbiereigesetzes von- Europa, das in einer Aera allgemeinen Aemierabbanes die Haltung eines großen Beamten' apparateS für die Zwecke der Preiskontrolle bedingt, rcchtt fertigen würde. Die Ltufhebung dieses Gesetzes ist nicht mu eine.berechtigte Forderung der ersterbenden Stände, sondern' auch ein Interesse unserer gesamten BoKLwi-rtschaft, wenn anders das Ausland unsere Absichten zur gründlichen Wirt^ schaftsreform wirklich ernst nehmen soll. Das Gremiunr dev Wiener Kaufmannschaft wiederholt daher das schon oft an die Regierung gestellte Ansuchen, unverzüglich alle Schritte zur Abschaffung des PreistreibeveigSsetz-es einzuleiren." Wechsel im Ceneralrate der An^lobank. Wie wir erfahren, wird Generalrat Auch auch, der bisher die Interessen der Bukowina bei der An-Aobank vertrat, in der nächsten Zeit aus dem Generalrate scheiben. Die Ursache seines Austrittes liegt in einzelnen Mißhell-igleiten mit der englischen Gruppe des Generalrates, welche mit einzelnen seiner Maßnahmen nicht einverstanden war. Die MiWmnrungen dürsten ihren Ursprung in gewissen unangenehmen Vorgängen des Vorjahres bei einer östlichen Filiale der Bank haben, wobei auch Unzufriedenhsit mit den Maßnahmen des Generalrates Anhauch geäußert wurde. Die Denrissi'onsverhandluugen ziehen sich schon seit dem Winter vorigen Jahres hin. Die Beziehungen waren gespannt, ohne daß es zu den letzten K-onsequeuzen kam. Jetzt dürfte-dies der Fall feint Mittlerweile ist auch bei. der Leitung des betreffenden Filialinstitutes eine Llenderung vollzogen worden, trotzdem eine dort ang-chellte Untersuchung keine Anhaltspunkte für eine der Arglbbank ungünstige Gebarung fand. ' Die Auszahlung der Coupons von tschrcho-slowrkischen Staatsschnldentitres. Auf ein Ansuchen wegen erlc-ichterter Auszahlung der Coupons der tschechoslowakischen Staatsschulldentitres, hat das Fistanzministerinm mitgetcklt, daß die Steuerbehörden'verpflichtet seien, solche Coupons, so weit sie nicht auf Beträge über. 200 tschM». K. lauten und nicht ältcr als ein Jahr find, gegen Vorlage auszuzahlen. Wie die Korrespondenz der.Berichte aus den neuen Staaten erfährt, beabsichtigt das Minister'ium auch die Auszahlung der Stgatsfchuld-entitrescoupons bei allen Postämtern einzufUiren. Hierdurch wird besonders den Keinen Zeichnern die Möglichkeit geboten, ihre Cou-pvus ohne Mühe W> einer möglichst großen Zahl leicht zugänglicher Kaffen abzugslos emzulösen. Pflichtversicherung gegen Hage! und Wiehunsälhe in. der Tschecho-Slowakei. Das Ackerbauministevimn wird der Rationalverfa-mmluug einen Gesetzentwurf Wer die Verstaatlichung' der Hagel- und Vieh Versicherung sowie über die zwangsweise. Versicherung in di-eser Richtung einbringen. Wie die Korrespondenz der Berichte aus den neuen Staaten' meldet, solleuim Staatsvoraufch-lag pro 1924 50 Millionen Kronen für die Errichtung ein-er 'HaFeffchlag-Bersichernngsanstalt präliminiert werden. Für die Schätzung der Schäden soll eine teilweise aus. Landwirten gc,bildete Kommission einFefetzt werden. Der gestrige Bevkchr wies ein -ruhiges Gepräge aup- Wchl hatten sich ausländische Aufträge neuerlich eingestellt,, welche auf dem Bauk-enmarkte eine größere Bewegung hervor-! riefen, doch waren hier die Steigerungen nicht wesentlich. Dasvorgestrige Favovitp-apior, die Alpine, lwelche bei seiner vor-! gestrigen Steigern-ng die gesamte Kulisse mitgerissen hatte, notierte gestern wesentlich schwächer/ Es scheint, als ob an der> vorgestrigen Börse sämtliche Ergebnisse der Bilan-z der Alpinen: es'komptiert worden wären und sich .daratrfhin Ruhe einstellte,^ die sich in der Emlattun-g bei diesem Papier äußerte. Im übrigen konnte man bei der Spekulation ein wesen-tlich-es Rückbremsen beobachten. Die un-vermutete Erholung der Reichsmark zwang zur Vorsicht. Man hatte wohl einen Rückschlag erwartet. Doch dieser kam zn plötzlich. Es War über ein M-oliv, das ansveichte, um etwas vorsichtiger zu Merke zu gehen. Aus Prag langten Verkaufsaufträge auf Skoda-Mtien ein, welche bewirkten, daß dieses Papier 50.000 Kei Mißte. Der Pessimismus über die Wirischaftslage der Tschecho-Slohoakei scheint sich darin zu äußern. Von den Bankwerten stiegen Depositenbank um 1600 K., Anglobank um 3000 K., Länderbank um 8000 K., Unionbank um 8000 K, Hingegen büßten öst-erreichische Kredit 8000 K. ein. Staatsbahn verloren 21.000 K., österreichische HoHerr stiegen um 2000 K. Es ermäßigten sich ungarische Hofherr um 14.000 K. Auch Di-miber büßten 6000 K. ein. Im Schranken war die Bswegnng fchwankend. Es fehlte jede -Einheitlichkeit? Bei einzelnen Papieren fanden Erhöhungen, -bei anderen wieder Evnräßigungen statt. Bon den Petroleumaktien büßten Apollo 55.000 <K., Fauto 295.0000 K., Galizia 700.000 und Schodnioa 125.000 K. ein. Bon den Gva-uereiwerten büßten Br-Unner 26.000 K., Göffer 46.000 K. ein. Hinge-gen stiegen Samjevo um 150.000 K. und Nußdovfer um 100.000 K. Brntevkensitvert ist die Steigerung vvn Denes u. Friedmann um 80.000 K. Dieses'Papier Wurde für äuslländische Rechnung aus dem Verkehr genonmren. Auch Brüuner profitierten 30.000 K.. Gefia 16.000 K-, Graf u. Stift 38.000 Kronen. V e z it g s r e ch t e: Oester re ich ische Bodenkredit 23.000, Oesterreichische Kredit 17.500 bis 19.-500, Vere-uriate Drogen 4800. Sll-avvrMa 25.000, SMÄerrt 76.000-